PDA

Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Fragen zu Steuer und Rechnungen- Musikband



Yogi
20.06.2007, 20:31
Holla liebe BriCom-Gemeinde,

ich wußte nicht genau in welches Forum meine Frage passen könnte- deshalb erstmal hier. Wenns woanders besser passt bitte verschieben :kuss:

Alsooooo.

Durch meinen Beruf bin ich seit einiger Zeit mit zwei Bands unterwegs (Freizeitmusiker mit so 10- 20 Auftritten im Jahr). Nun ja- bei der einen Band kam es nun zum Managment Wechsel, dadurch haben wir nun das Problem, wer nun eigentlich eine Rechnung an die Veranstalter (,für die wir spielen-Stadtfeste und sowas) schreiben soll. Das hat bisher die alte Managerin gemacht, die auch eine Promotionagentur hatte. Nun allerdings gibts die nicht mehr- und wir stehen aktuell vor dem Problem, daß keiner diese Rechnung schreiben will/kann.

Nun also meine Frage: Gibt es hier MusikerInnen oder SteuerberaterInnen oder FinanzbeamtInnen, die sich in der Materie auskennen und mir da weiterhelfen könnten? Gerne auch per PN oder email oder vielelciht weiß ja jemand auch Links zu passenden Seiten...
Ich sag mal so Schlagworte wie GBR und ähnliches sind schon gefallen, aber irgendwie brauche ich da noch mehr Infos..
Also soll heißen wie kann sich eine Band steuerrechtlich darstellen, welche Einnahmegrenzen gibt es, wie sind da so geltende Gesetze...alll sowas halt :wie?: :wie?:

Schöne Grüße

Y:freches grinsen: gi

Feuerpferdchen
20.06.2007, 21:18
Hallo Yogi,

ist ein komplexes Thema, deshalb würde ich dir empfehlen, ein Buch zu kaufen.:cool:

Für Anfänger gut verständlich und übersichtlich ist:

"Musikrecht" von Gunnar Berndorff, Barbara Berndorff und Knut Eigler.

Kostet etwa 25 Euro.
Kannst ja mal bei Amazon die Beschreibung dazu lesen.

Schönen Gruß,
Feuerpferdchen

Inaktiver User
22.06.2007, 13:25
Hallo Yogi,
ich spiele selbst in einer Band.
Wir sind zu acht und schreiben die Rechnungen immer reihum.
Es gibt einen Paragraphen im Steuerrecht, dass künstlerische Tätigkeiten bis zu ca. 1.800,- Euro pro Jahr und pro Person steuerfrei sind. Ihr dürft also Gagen bis zu 1800 x Anzahl der Bandmitglieder pro Jahr steuerfrei einnehmen.
Eine Rechtsform (GbR etc.) braucht Ihr dann gar nicht.

Rechnungen ausstellen kann jeder. Du reichst die Rechnung dann bei Deiner Steuererklärung mit ein und beziehst Dich auf diesen Paragraphen, so wird dann der Rechnungsbetrag nicht mit versteuert.

Leider bin ich gerade nicht zuhause, dort habe ich den Paragraphen notiert. Ich kann ihn Dir später nennen, wenn ich wieder am heimischen Schreibtisch sitze.

Yogi
23.06.2007, 12:45
Hallo Ihr Zwei,

vielen Dank schon mal für die Antworten :blumengabe:

@Feuerpferdchen: Danke für den Tipp- Ich Schaf hatte gar nicht daran gedacht mal bei Amazon zu gucken. Ich hab mir zwar ein anderes Buch bestellt, aber das klang auch sehr gut :krone auf:

@ Mediterranee: Auch Dir vielen Dank- das ist wirklich ein interessanter Tipp! Der § wäre natürlich noch schön, und ich werde das mal durchrechnen (leider ist die Band nur 5-köpfig :(). Aber ich bin guter Dinge, daß wir eine Lösung finden werden. :krone auf:


Schöne Grüße!

Inaktiver User
23.06.2007, 16:57
Hallo Yogi,

Ich würde es so machen: Eine/-r von euch schreibt die Rechnung an den Kunden. Dieser Jemand erstellt dann Gutschriften an die anderen und zahlt eure Anteile aus. Jeder von euch hat dann eigene Provisionsgutschriften und die entsprechenden Zahlungen erhalten, und dies berücksichtigt ihr dann jeder bei eurer eigenen Steuererklärung.
Bei 10 bis 20 Auftritten ist die Frage, ob ihr "Kleinunternehmer" seid, für die Umsatzsteuer.

Die von den anderen genannten 1.800 Euro "Freibetrag" halte ich für falsch. Es gibt in dieser Höhe einen Übungsleiterfreibetrag. Diese Anwendung schließe ich bei dir aus, denn für den sogenannten Übungsleiterfreibetrag müssen drei Bedingungen erfüllt sein:
1. Die Tätigkeit ist nur nebenberuflich, d.h. sie erreicht maximal 1/3 der Arbeitszeit eines Vollzeitbeschäftigten (im öffentlichen Dienst: 38,5 : 3 = 12 Std. 49 Minuten). Mehrere gleichartige Tätigkeiten werden addiert. Ob gleichzeitig ein Hauptberuf ausgeübt wird, spielt keine Rolle.
2. Es geht um eine Tätigkeit als Übungsleiter, Ausbilder, Lehrer, Erzieher, Betreuer, Künstler, Pflegekraft.
3. Auftraggeber ist ein öffentlicher Träger (z.B. Stadtverwaltung, IHK, Universität), eine Kirche oder eine gemeinnützige Organisation (z.B. Wohlfahrtsverband).

VG von Neddy