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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Die Mama meiner Liebsten Freundin



Thea40
19.06.2007, 15:54
Hallo,

ich finde dieses Forum hier sehr gut und möchte euch um Rat fragen.

Die Mama meiner Freundin ist letztes Jahr mitten in der Nacht umgefallen und war tot. Beide hatten ein außerordentlich intensives, beneidenswertes Mutter-Tochter Verhältnis.
Ich kannte die Mama auch sehr gut, und hab sie sehr gemocht.
2 Tage vorher tranken wir bei meiner Freundin noch zusammen Kaffee und 1 Woche vorher ist meine Freundin umgezogen und die Mutter und ich haben zusammen geholfen.
Ihr Tod ging mir sehr nahe. Es nahm mich auch äußerlich sehr mit.

Der Mann meiner Freundin rief mich nachts um 2 Uhr an und sagte nur: Komm schnell es ist was mit der Oma. Ich hab alle morgens alle Freundinnen und Bekannten informiert, und bin ihr nicht von der Seite gewichen. Wir haben zusammen geheult und getrauert. Alle aus unserem Bekanntenkreis riefen für Infos mich an.

Jetzt zu meiner Frage:
Meine Freundin kann sehr schlecht Gefühle zeigen (Jungfrau), auf der Beerdigung konnte sie auch nicht weinen. Sie hat in den Tagen dazwischen sehr viel geweint und auch oft noch heute nur nie vor anderen, ich weiß das nur weil sie mir es selbst erzählt. Wen man sie sieht denkt man, sie hat es gut verkraftet nur wenn man genauer hinschaut sieht man das es nicht so ist.

Die Mutter ist oft Gegenstand unserer Unterhaltung, wir erzählen oft von ihr, oder was sie mal hier und da gesagt hat.
Wir lachen über die Scherze die sie gemacht hat usw.
Dem kleiner Sohn meiner Freundin erzähle ich auch oft von der Oma.
Nun hat sie mir gesagt das ihr Mann, sie nicht mal fragt wie es ihr geht. Diese konkrete Frage hab ich so auch noch nicht gestellt. Da es jetzt schon 1 1/2 Jahre her ist, weiß ich nicht wie und ob ich das tun soll. Was meint ihr meint ihr ich soll sie mal direkt darauf ansprechen oder ist es o.k. so wie wir es jetzt machen?
Nach ihrer Äußerung bin ich einwenig verunsichert ob sie das nicht auch von mir erwartet, die konkrete Frage.

Thea

Ricarda44
19.06.2007, 16:34
Liebe Thea,

das Gefühl nicht weinen zu können und zu wollen, dass kann bei jedem zutreffen. Das ist unabhängig vom Sternzeichen. Meine eine Schwester ist auch Jungfrau und die kann heulen aus dem Stehgreif, muss nur einer traurig gucken.

Nach einer gewissen Zeit wird Trauer wieder erträglicher und ich denke, für Deine Freundin wird es langsam. Aber jedes Gespräch ist auch gleichzeitig ein Andenken an ihre Mutter.

Du bist doch für sie da. Und das spürt sie. Ansonsten hätte sie den Unmut über ihren Mann Dir nicht mitgeteilt. Ich denke, Ihr habt ein schönes Vertrauensverhältnis.

Ich finde es auf jeden Fall ganz lieb von Dir, dass Du Dich so herzlich um sie und ihr Kind kümmerst. Das ist das schöne an einer wirklichen Freundschaft - sich auf einander verlassen zu können und sich beizustehen, wenn's mal schwer ist im Leben.

Aber wenn Du verunsichert bist, frag sie doch einfach mal, wenn Du siehst, dass sie irgendwie sehr traurig oder missgestimmt ist.

"Ein wahrer Freund ist einer,
der kommt,
wenn der Rest der Welt geht."
(W. Winchell)