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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Mutter-Kind-Kurheim Tannenhof Goslar-Hahnenklee?



colina99
17.06.2007, 10:28
Hallo Ihr Lieben,

kennt hier zufällig jemand den Tannenhof in Goslar-Hahnenklee? Wir haben nun unsere Mutter-Kind-Kur für September bewilligt bekommen und ich würde mich freuen, wenn mir jemand von seinen Erfahrungen dort berichten könnte. Was muß ich vielleicht beachten, ist es besser, ein Auto vor Ort zu haben usw.?

Oder ist hier sogar jemand, der auch am 11.9. dorthin fährt?

Viele Grüße
Colina

punkix
18.06.2007, 14:53
Also ich kenne das Heim nicht wohne aber selbst im LK Goslar und kann Dir nur empfehlen ein Auto mitzunehmen, wenn du unabhängig sein möchtest. Die Busverbindungen sind eher mau. Nach Clausthal bzw. Goslar geht es noch, aber alles andere wird kompliziert ohne Auto. Und im Harz gibt es viel zu entdecken.

LG
punkix

Rowellan
18.06.2007, 16:49
Ich kenne das Heim auch nicht, war aber schon mal in Hahnenklee. Eine schöne idyllische Gegend, wie punkix würde ich dir aber auch empfehlen, das Auto mitzunehmen, sonst sitzt du da wohl ziemlich fest.

colina99
27.06.2007, 23:33
oh, komme heute erst wieder dazu, hier reinzuschauen. danke für eure antworten!

werde nun wohl auf jeden fall mit dem auto hinfahren. weiß zwar nicht, ob ich mit meinen beiden kleinen großartig ausflüge machen werde, aber ich hab mir sagen lassen, in hahnenklee gibts nicht einmal schlecker oder sowas. dann ist es mir schon lieber, für den fall der fälle mobil zu sein.

ansonsten freu ich mich auf die idylle, und meine große freut sich auf die seilbahn, die ich ihr schon im internet gezeigt habe ;-)

viele grüße
colina

chiara3113
01.07.2008, 12:10
Hallo,
habe gelesen, dass du letztes Jahr im Tannenhof in Hahnenklee warst. Ich fahre dieses Jahr im September hin. Kannst Du mir ein paar Erfahrungen schildern? Leider gibt es dort kein Gästebuch wo man schon vorher Kontakte schließen kann.
Wäre schön von Dir zu hören.
Kannst mich auch unter meiner e-mail adresse direkt anschreiben.

Gruß Tanja

Inaktiver User
01.07.2008, 12:12
Hallo,
habe gelesen, dass du letztes Jahr im Tannenhof in Hahnenklee warst. Ich fahre dieses Jahr im September hin. Kannst Du mir ein paar Erfahrungen schildern? Leider gibt es dort kein Gästebuch wo man schon vorher Kontakte schließen kann.
Wäre schön von Dir zu hören.
Kannst mich auch unter meiner e-mail adresse direkt anschreiben.

Gruß Tanja

Tanja,nimm mal deine e-mail-adresse raus!!!

(zur Sicherheit!:blumengabe: )

Tahnee
01.07.2008, 12:26
Tanja,nimm mal deine e-mail-adresse raus!!!

(zur Sicherheit! :blumengabe: )

Dem kann ich mich nur anschließen. E-Mail-Adresse raus. Die hat im Posting nichts zu suchen.

majka_82
01.08.2008, 21:56
Hallo Ihr Lieben,

kennt hier zufällig jemand den Tannenhof in Goslar-Hahnenklee? Wir haben nun unsere Mutter-Kind-Kur für September bewilligt bekommen und ich würde mich freuen, wenn mir jemand von seinen Erfahrungen dort berichten könnte. Was muß ich vielleicht beachten, ist es besser, ein Auto vor Ort zu haben usw.?

Oder ist hier sogar jemand, der auch am 11.9. dorthin fährt?

Viele Grüße
Colina

Hallöchen,
ich soll jetzt auch nach Tannenhof in Goslar zur mutter kind kur, kannst du mir deine erfahrungen mit diese klinik mitteilen? Warst du zufrieden mit diese einrichtung? Man finden in netz sehr wenige infos über dieses Theapiezentrum...
Kannst du diese klinik weiterempfehlen?
Würde mich freuen eine antwort von dir zu bekommen.
LG Marlena

majka_82
02.08.2008, 07:31
:-)

Regie
12.08.2008, 22:05
Hallo Tanja, ich fahre ja leider nicht nach Goslar. Aber ich wäre gerne wieder mit Dir zusammen gefahren. Spiekeroog war doch einfach super Klasse. Wenn wir alle wieder zu Hause sind, treffen wir uns mal wieder und tauschen uns aus. Viele Grüße an den Rest Deiner Familie von (da staunst Du was?) Regina

Icke84
28.02.2013, 00:19
Ich, 27Jahre alt, war mit meinen beiden Kindern (3 Jahre, 10 Monate) Anfang Januar 2013 in der Kureinrichtung Tannenhof in Hahnenklee, 38644 Goslar. Es war meine 1. Kur.

Zuvor habe ich im Internet nach Erfahrungsberichten anderer Mütter gesucht, diese aber kaum finden können, dafür umso mehr Mütter, die nach Berichten fragten.
Jetzt wo ich es hinter mir habe, möchte ich einen Erfahrungsbericht anbieten damit zukünftig ein vernünftiger gefunden werden kann.

Schon wenige Minuten nach Ankunft wird verlangt einen richtigen Knebelvertrag zu unterzeichnen: verlässt man die Einrichtung vorzeitig auf eigenen Wunsch müsse man pro nicht angetretenem Tag einen nicht geringen Geldbetrag zahlen. Dies kam einer Frau teuer zu stehen, weil sie noch am ersten Wochenende auf eigenen Wunsch die Heimreise antrat.

Das gesamte Gebäude ist recht verwinkelt und unübersichtlich. Sauber ist es, aber leider auch sehr hellhöhrig. Doof wenn das Schlafzimmer an den alten Fahrstuhl angrenzt und jemand abends oder nachts diesen statt der Treppen benutzt. Mein Sohn wurde in der ungewohnten Umgebung dadurch oft genug geweckt...

Entgegen der Darstellung auf der Homepage musste ich durch das halbe Gebäude (bis in den Keller) um eine spärlich eingerichtete Teeküche zu erreichen. Für jede Mahlzeit meiner Tochter musste ich also entweder 2 Kinder durch das Haus bugsieren oder für einige Minuten unbeaufsichtigt lassen.

Die Hochglanzfotos auf der Homepage und in den Broschüren übertreiben ein wenig. Wie bereits gesagt ist es verhältnismäßig sauber, die Fußböden bestehen jedoch überwiegend aus kalten PVC. Das ist gerade im Winter sehr unangenehm mit einem krabbelnden Baby. Die Einrichtung ist zweckmäßig, eigentlich eher lieblos und kalt.

Am Essen gibt es nicht viel auszusetzen. Typisches Kantinenessen vergleichbar mit einem durchschnittlichen Krankenhaus. Es schmeckt nur leider sehr fad, da aus dem selben Essen der Brei für die Babys und Kleinkinder hergestellt wird. Aber in der Nähe gibt es einige gute Restaurants in denen ich mir die Currywurst zum Ausgleich gegönnt habe.

Ein wenig widersprüchlich ist die Betreuung: Zum Ausladen meines Gepäcks, für 3 Wochen und 2 Kleinkinder nicht wenig, wollte man meine Kinder nicht in die Betreuung nehmen, zum Hausrundgang keine 15min später allerdings schon.

Betreuung ist sowieso übertrieben: Lediglich für die Zeit der „Kur“-Anwendungen darf man seine Kinder in den Betreuungsräumen abgeben. Ich bsp. hatte maximal 2 Anwendungen pro Tag und keine ging über 60min hinaus. Im Falle einer Massage dauerte die Betreuung auch mal nur 20min. Bedeutet im Endeffekt dass ich den Rest des Tages selbst mit der Betreuung beschäftigt bin und keine Zeit mal nur für mich hatte.

Auch die Bezeichnung „Anwendung“ ist übertrieben: Die eine Massage, die ich haben durfte war zwar sehr angenehm, mit nur 20min aber wiederum leider sehr kurz.
Andere Anwendungen, z.B. bei der Mutter-Kind-Interaktion muss man sich mit dem Abspielen einer DVD begnügen...

Teilweise waren mir einige Mitarbeiterinnen suspekt, insbesondere eine vermeintliche Psychologin redete als würde es sich um ein geheimes Frauenhaus oder Gefängnis und nicht um eine Familienfreundliches Kurhaus handeln.

Im (alten) Hotel neben der Einrichtung könnte man das Schwimmbad nutzen, nur ist es baufällig und schmutzig und allein hat man wieder das Problem der Kinderbetreuung. Selbst würde eine Betreuung der Kinder ausnahmsweise stattfinden, dürfte Frau das Gebäude bzw. Gelände nicht verlassen sondern muss immer auf Abruf stehen.

Bereits am 1. Wochenende verbreitete sich eine Magen-Darm-Infektion unter den Müttern und Kindern. Betroffene wurden den gesamten Tag über in ihren Zimmern „isoliert“.

Mich selbst und beide Kinder hat es leider auch getroffen. Doch statt einer richtigen ärztlichen Untersuchung (es wurde nichtmal Temperatur oder Blutdruck gemessen) gab mir der vermeintliche Arzt homöopathische Zuckerkügelchen. Gerade im Krankheitsfall wird man selbst und die Situation dort nicht ernst genommen. Statt mich zu behandeln oder krank zu schreiben und nach Hause zu schicken versuchte dort jede Mitarbeiterin einschließlich Krankenschwester und Arzt meinen Zustand herabzuspielen, zu verharmlosen, mir ein schlechtes Gewissen zu bereiten und mich dort zu halten. Das hätte als kranke Frau Isolation ohne richtige Behandlung mit 2 kranken Kindern in einem 2-Zimmer-Appartement bedeutet.
Dass dies keine Erholung verspricht liegt auf der Hand.
Sowohl ich als auch beide Kinder hatten die Nächte zuvor sehr wenig geschlafen und der schnelle Fortschritt der Erkrankung schwächte uns zusehends, sodass ich überzeugt bin, dass es sehr bald zu einem ärztlichen Notfall und sicherlich der nächtlichen Alarmierung eines Rettungswagens gekommen wäre. Es ist kein besonders schöner Gedanke nachts im entlegensten Winkel des Harzes bei 50cm Schnee auf einen Sanitäter oder Arzt warten zu müssen.
Glücklicherweise habe ich noch am selben Tag der Untersuchung in Absprache mit Krankenversicherung und Landesfinanzdirektion Niedersachsen den Heimweg angetreten.

Noch beim „auschecken“ wurde auf unfreundliche Weise versucht das oben erwähnte „Strafgeld“ für das Beenden der Kur auf eigenen Wunsch zu erzwingen.

Am nächsten Tag suchte ich erstmal meine Hausärztin auf, die mich und beide Kinder sofort mit Verdacht auf Gastroenteritis krank schrieb. Ich persönlich war körperlich und seelisch derart geschwächt, dass mein Kreislauf ambulant per Infusion gestärkt werden musste. Weiter gab es 4 verschiedene Medikamente gegen Erbrechen und Durchfall. Wie notwendig und hilfreich die Medikation war, konnte ich am eigenen Leib spüren.

Die beantragte Laboruntersuchung bei mir und beiden Kindern bestätigte 1 Woche später die dreifache Infektion mit dem Norovirus.

Schlussendlich kann ich sagen, dass ich mit dieser Kur in jeder Hinsicht das genaue Gegenteil erreicht habe, gemessen an meinen Wünsche und Vorstellungen. Statt Erholung, Unterstützung und einem „Ausbruch aus dem Alltag“ hatte ich weniger Hilfe und mehr Arbeit als zu Hause. Zusätzlich ärgerte ich mich über die weltfremden Vorschriften des Kurhauses und dem teils sehr unfreundlichen Personal. Gesundheitlich ging es uns allen nach nur 1 Woche Kur um ein vielfaches schlechter als zuvor und auch jetzt, fast 2 Monate nach der Kurwoche haben meine Kinder den durch die Krankheit erlittenen Gewichtsverlust nicht aufholen können.

Mit meiner Beurteilung des Tannenhofes in Hahnenklee möchte ich keinen Ruf schädigen, sondern lediglich (m)einen Erfahrungsbericht liefern und andere Mütter über die Einrichtung informieren.

Danke für das Lesen

Mama1983
19.04.2013, 23:16
Ja,das Haus ist in keinster Weise zu empfehlen,habe nach meiner kur eine dicke Beschwerde geschrieben an die Krankenkasse,aber es hat leider nichts gebracht,sie haben ausreden über ausreden gehabt.
Von Kompetenz keine Spur und medizinische Versorgung gleich null,meine Tochter hat in der kur einen Unfall gehabt,weil alles doch so Kleinkinder freundlich ausgestattet war... Nicht mal einen Arzt wollten sie holen. Erst als ich gedroht habe wurde ich mit einem Taxi zum KH gefahren,dort meinte man falsche Adresse,verdacht auf Hirnbluten,ins nächste Taxi nach salzgitter,von dort aus zurück ins haus,verdacht nicht bestätigt. War nur eine wunde am kopf und eine Schädelprellung mit Gehirnerschütterung. Im kurhaus angekommen,sagte man mir,das ich mich um meine Tochter selber kümmern müsse,sie würde nicht mitbekurt und deswegen könnten sie nachts nicht auch noch prüfen,wie der gesundheitszustand meiner Tochter ist. Die stündliche Kontrolle auf erweckbarkeit und die Reaktion der pupillen müsste ich dann selber durchführen. Über diese kur könnte ich ein Buch voll mit negativereignissen schreiben. Es war das allerletzte,was da mit uns Müttern und auch mit den Kindern gemacht wurde. Von Erholung keine Spur,man war hinterher gesundheitlich schlechter zurecht wie vor der kur.
Grauenhaft sowas!
LG

SigridR
12.08.2013, 16:20
Ich kann mich weder icke84 noch Mama1983 anschließen, meine Erfahrungen waren total anders.

Ich bin 43 Jahre alt und war vom 16.07. bis 6.08.2013 mit meinem 8-jährigen Sohn im Tannenhof in Hahnenklee.
Ich werde versuchen meine Erfahrungen dieser drei Wochen etwas zu strukturieren.

Knebelvertrag:
Bedarf eigentlich überhaupt keines Kommentars. Hier reicht Menschenverstand...

Lage:
Das Haus liegt sehr ruhig am Rand des kleinen Ortes Hahnenklee wunderschön am Waldrand. Bei trockenem Wetter kann man tolle Spaziergänge und Erkundungstouren machen. "Normales" Radfahren ist etwas mühselig durch die Berglage aber zu Fuß geht alles prima.
Der "Ortskern" ist fußläufig 10 Minuten entfernt. Es gibt einen, leider sehr überteuerten kleinen Supermarkt. Dieser ist 7 Tage die Woche geöffnet und man bekommt alles Notwendige.
Mit dem Auto oder dem Bus ist man in 20 - 25 Minuten in Clausthal-Zellerfeld oder Goslar.

Ausstattung:
Ich schätze das "Ursprungshaus" ist aus den sechziger Jahren, dazu kommt ein neuerer Anbau. Es gibt zwei Treppenhäuser und anfänglich scheint es tatsächlich etwas verwinkelt. Ein normaldenkender Mensch hat sich jedoch innerhalb kürzester Zeit gut orientiert. Es ist funktional gehalten, also kein 5* Hotel. Trotzdem haben wir uns dort sehr wohl gefühlt. Bei der Ankunft erscheinen die Zimmer etwas leer und karg, auch der PVC-Boden wirkt nicht heimelich. Waren erst einmal die Koffer ausgepackt und ein paar persönliche Dinge platziert, sah es schon ganz anders aus. Die Kinder sind sehr viel barfuß gelaufen und nach kurzer Zeit fand ich den Boden perfekt! Einen zwei Jahre alten Teppich hätte ich nicht haben wollen, der PVC ist wesentlich hygienischer.
Es gibt ca. 20 Mutter-Kind Zimmer/Apartments. Wir bewohnten zwei Zimmer, Diele und Bad. Teilweise sind die Bäder ohne Fenster/Tageslicht. Dies ist architektonisch auch schlecht machbar. Uns hat es nicht gestört.
Es gibt Telefon auf den Zimmern, jedoch keinen Fernseher. Soweit ich weiß, hat diesen aber auch keiner vermisst.
Zum Schallschutz kann man nur sagen: der war völlig normal! Einen Aufzug neben dem Zimmer hört man auch im Hotel. Ein schreiendes Kind hört man nachts durch jedes Haus. Ich habe keine Ahnung, was manche Leute erwarten....
Es gibt vier Etagen. Im Keller befinden sich Küche, Speiseräume, ein großes Gemeinschaftswohnzimmer (mit TV) und Physio-Räumlichkeiten. Von hier aus kommt man auch in den Garten.
Im Erdgeschoss ist der Eingangsbereich, ein Buggy-Raum, eine kleine Teeküche, Ärzte- und Psychologen-Zimmer, das Regenbogenland für die Kinder und wenige Mutter-Kind-Apartments.
Im ersten Stock weitere Mutter-Kind-Apartments, eine kleine Waschküche mit Waschmaschine, Trockner, Bügelbrett- und eisen. Der Wasch-, bzw. Trocknergang kostet Euro 2,-, Waschtabs kann man vor Ort kaufen.
Im zweiten Stock befinden sich ebenfalls Mutter-Kind-Apartments, eine kleine Bibliothek, ein weiteres kleines Wohnzimmer mit TV, einen Bewegungs- und einen Kreativraum. Hier gibt es zwei Teeküchen.

Personal:
das gesamte Personal war sehr freundlich und bemüht. Bei der Ankunft wurden wir herzlichst empfangen und dieser Eindruck blieb über die kompletten drei Wochen. Jeder Wunsch und jede Anregung von uns wurde offen entgegen genommen und wenn möglich, umgesetzt. Das Motto der Hausleitung ist: alles kann, nichts muss! Und genau das hat uns allen sehr gut getan. Wir wurden ermutigt unsere Wünsche und Vorstellungen zu äußern und somit auch Eigenverantwortung für unsere Zufriedenheit und den Kurerfolg zu übernehmen. Die Krankenschwestern waren rund um die Uhr erreichbar und jederzeit gerne hilfsbereit.
Die Reinigungsfrauen kamen zweimal die Woche und waren die Perlen des Hauses!!!


Kinderbetreuung:
Wir waren in den Sommerferien dort, die Kinder waren im Alter von knapp 2 bis 11 Jahre kunterbunt gemischt. Die Betreuung wurde in 3 Altersgruppen aufgeteilt. Die beiden ältesten Gruppen (Vorschul- und Schulkinder) waren sehr unproblematisch. Werktags wurden sie von 8.30 bis 12.00 und 13.00 bis 16.00 Uhr betreut. Mein Sohn war hellauf begeistert, es wurde auch viel draußen unternommen und wir haben uns meistens nur kurz zum Mittagessen gesehen. Ich war tagsüber mehrmals in Goslar oder Clausthal-Zellerfeld und musste lediglich meine Mobilfunknummer im Haus hinterlassen. Das Klima unter uns Frauen war allerdings auch so gut, dass sich jede Mutter um jedes Kind mitgekümmert hat. So konnte man nach Absprache auch ohne weiteres mal über Mittag wegbleiben.
Bei den ganz Kleinen ergaben sich die Probleme lediglich daraus, dass die Kinder Trennungsschwierigkeiten hatten. Es wurde sich jedoch bemüht die Kinder durch immer wiederkehrende kurzzeitige Aufenthalte ans Regenbogenland zu gewöhnen. Und bei jedem Kind war es erfolgreich!

Anwendungen:
Als erstes möchte ich bemerken, dass es sich beim Tannenhof um ein wirklich kleines Haus handelt. Wir waren 20 Mütter mit 35 Kindern. Dementsprechend ist die Personalbesetzung gering und nicht vergleichbar mit einem 300-Betten-Haus. Wie wohl jeder weiß, sind die Gelder der Krankenkassen begrenzt. Über die Masse kann man also in diesem Hause nicht viel anbieten. Trotzdem haben mir die Anwendungen völlig ausgereicht. Besser geht natürlich immer. Mein Schwerpunkt lag allerdings auch auf Zeit für mich.
Sportliche Angebote waren Nordik Walking, Yoga in zwei verschiedenen Beanspruchungen, Ahora und Rückenschule.
Zur Entspannung gab es Bäder, Massagen und Physiotherapie.
Es gab Gruppengesprächskreise zur Stärkung des Selbstbewusstseins, zur Erziehungsberatung, zur Bewältigung von Stress und Depressionen und auf Wunsch Ernährungsberatung. Nach Anliegen konnte alles auch in Einzelgesprächen wahrgenommen werden.
Jede Anwendung war freiwillig! Eine Abmeldung wurde niemals übel genommen!

Verpflegung:
Das Küchenpersonal bestand aus Engeln! Das Essen war wirklich lecker und qualitativ nicht annähernd an einer Currywurst!!! Nach obigem Bericht stellt sich mir die Frage, wie man aus frischem Griesbrei für die Kinder eine fantastische Lasagne oder knusprige Schnitzel hinbekommt??? Für eine gesundheitsbewusste Ernährung wurde gezielt salzarm gekocht. Die Zutaten waren frisch, die Gerichte abwechslungsreich. Zum Nachwürzen gab es Salz- und Pfefferstreuer auf den Tischen.
Morgens gab es täglich frische Brötchen, Brot und Toast, Wurst, Käse, Marmelade, Honig, Quark, Joghurt. Es gab eine Müsli-Ecke mit verschiedenen Cerealien und sogar Frisch-Korn-Müsli.
Mittags konnte zwischen zwei Gerichten gewählt werden. Es gab täglich ein klitzekleines Salatbuffet und Nachtisch. Abends gab es verschiedene tolle frische Brote, Aufschnitt und Käse und immer ein kleines Extra. Mal war es Rohkost, mal eine Buchstabensuppe, mal Würsten oder Geflügelsalat, etc. Milch, Kakao, Apfelschorle, Eistee, Kaffee und Wasser gab es immer.
Am Wochenende gab es nachmittags Kuchen.
Im großen Speisesaal bekam man fast durchgehend Kaffee, Tee, Wasser und Frischobst.
Wir waren durchweg sehr angetan vom Essen und der Freundlichkeit des Küchenpersonals. Ich weiß von keinem, dass er auswertig Essen gegangen ist.
Wir haben uns teilweise vom Mittagessen abgemeldet, weil wir den ganzen Tag unterwegs waren. Der Kuchen wurde uns aufbewahrt. Für Lunchpakete gab es Brötchentüten.
Wer sich ein bisschen mit Ernährung beschäftigt und von Essen etwas versteht, muss das Essen während unseres Aufenthaltes einfach zu schätzen wissen.

Ärztliche Versorgung:
Der seit ca. einem Monat beschäftige Arzt im Tannenhof ist freundlich. Leider ist sein Fachgebiet nicht die Allgemein- oder Innere-Medizin. Grundsätzlich wird viel mit Globuli, also homöopathischen Kügelchen behandelt. Für die alltäglichen Wehwehchen sicherlich ein guter Ansatz. Meine persönliche Ansicht ist, dass bei ernsteren Krankheiten oder Verletzungen einfach die Erfahrung eines Allgemeinmediziners oder Unfallarztes fehlen. Deshalb ist in diesen Fällen hier eher die Eigenverantwortung jeder Mutter gefragt. Das ist zwar nur eine suboptimale Lösung, trotzdem sieht die Situation ja Zuhause genauso aus. Da hat man auch keinen Arzt neben dem Schlafzimmer.
Die Krankenschwestern sind rund um die Uhr erreichbar.
Um es vielleicht irgendwie zusammen zu fassen: die gute Hausapotheke samt Schwester ist vorhanden. Bei allem anderen sollte man sich einen Facharzt in der Nähe suchen.
Die Leitung der Einrichtung war aber auch für diesen Kritikpunkt sehr offen.

Freizeitgestaltung:
Direkt am Haus ist ein wunderschöner Wald mit vielen Rundwegen.
Fußläufig gibt es Wassertretbecken, im Kurpark (ca. 10 Minuten zu Fuß) einen tollen Spielplatz. Mit Kinderwagen braucht man ca. 30 Minuten zu einem Waldseebad. Für größere Kinder wirklich toll, leider gibt es kein Kleinkinderbecken, zudem war das Wasser doch kalt und die Liegewiesen auf abfälligem Gelände. Hier konnte man Tretboot und Schlauchboot fahren.
Im Ort gibt es die Seilbahn mit Sommerrodelbahn und die Stabkirche mit Konzertangeboten.
Goslar und Clausthal-Zellerfeld sind mit vielen Freizeitangeboten schnell zu erreichen (Bus oder Auto ca. 25 Minuten).
Im 7 km entfernten Lauthental (ca. 10 Minuten mit dem Auto) gibt es ein sehr schönes Freibad. Schwimmer-, Nichtschwimmer- und Kleinkinderbecken, eine kleine Wasserrutsche, Spielplatz und Trampolin und toller Liegewiese.
Im Haus gab es Kreativangebote (Seidenmalerei, Serviettentechnik, etc.), Zumba und Kinoabend.
Eigene Wünsche und Vorschläge waren immer willkommen.

Atmosphäre:
Unsere Gruppe war extrem unkompliziert und schon in den ersten Tagen war untereinander eine tolle Atmosphäre. Das zugegebenermaßen absolute Traumwetter in den drei Wochen gab seiniges dazu.
Der Eindruck eines geheimen Frauenhauses bzw. Gefängnisses kam keinem bei uns. Es war kein Vater/Freund-Besuch in den Gemeinschaftsräumen oder zur Übernachtung im Haus erlaubt, was auch seine Gründe hatte.
Wir hatten eher den Eindruck einer riesigen tollen Frauen-WG. Die Kinder haben sich völlig frei und ungezwungen im Haus und auf dem gesamten Gelände bewegt. Jede Mutter hatte auch immer ein Auge auf die anderen Kinder. Die Kinder haben sich nachmittags toll miteinander beschäftigt, es gab eigentlich kaum Gruppierungen nach dem Alter. Freizeitgestaltungen wurden fast ausschließlich in der Gruppe unternommen.
Auch Abmeldungen der Anwendungen und des Kinderlandes um ganztägige Ausflüge zu unternehmen waren völlig problemlos!
Alle Angestellten waren immer respektvoll, herzlich und offen für alles den Müttern und Kindern gegenüber.
Die Physiotherapeutin hat wahre Wunder vollbracht mit ihren Händen. Die Betreuerinnen im Kinderland sind sehr liebevoll mit allen Kindern umgegangen.

Fazit:
Mir sind drei Wochen lang sämtliche Alltagsbelastungen abgenommen worden. Außer um unsere Wäsche, musste ich mich um nichts kümmern.
Ich konnte völlig abschalten, entspannen und auch die Zeit mit meinem Sohn sehr genießen.
Ich habe wundervolle Menschen kennen gelernt und lange nicht mehr so viel gelacht. Die gemeinsamen Abende waren einfach toll!

Liebes Tannenhofteam: 1000 Dank an drei unvergesslich schöne und kraftgebende Wochen!!!

peka62
14.08.2013, 19:50
Ich kenne den Tannenhof nicht, war aber mal zur Mu-Ki-Kur mit drei Kindern, damals 9,7 und 2. Es macht einen großen Unterschied, ob man mit einem 8jährigen oder 2 Kleinkindern zur Kur fährt. Mit kleinen Kindern ist es Stress pur und der Horror, wenn sie dann noch krank werden (und diese Durchfallerkrankungen grassieren ja nun häufig in solchen Einrichtungen).
Kindergartenkinder und erst recht Schulkinder kann man gut zur Betreuung abgeben, die kennen das ja von zuhause. Sie spielen in der Regel gern mit anderen Kindern und Mutter kann sich erholen und natürlich finden sich andere Mütter, die mal nach einem 8jährigen sehen. Aber man kann nicht einer anderen Mutter mit 2 Kleinkindern die eigenen noch dazu geben, um mal in den nächsten Ort zu fahren.
Kleine Kinder kann man nicht so ohne weiteres abgeben und außerhalb der Betreuungszeiten (teilweise ja wirklich nur während der Anwendungen der Mutter) ist die Mutter zuständig und das rund um die Uhr, wie zuhause, nur unter schlechteren Bedingungen (ungewohnte Umgebung, weniger Platz, keine Unterstützung, weitere Wege zur Küche etc.).
Mein Eindruck war, dass sich die Mütter mit den älteren Kindern durchaus erholt haben, je kleiner das Kind, desto mehr Stress für die Mutter. Ich habe auch einige erlebt, die abgereist sind mit kranken Kindern...Dabei waren das Haus und die Anwendungen sehr gut.
Das deckt sich mit den Erfahrungen einer Kollegin, die nach einer Mu-Ki-Kur sagte: das nächste Mal fahre sie, wenn ihr Kind 12 sei, dann habe sie vielleicht was davon. Ich muss sagen, wenn ich jetzt nur mit meiner jüngsten Tochter (ist 12) fahren würde, wäre das Erholung pur. Gerade die Mütter von kleinen Kindern, die es am dringendsten brauchen, haben m.E. gar nichts von so einer Maßnahme.