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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Dossiertalk: Meine Mutter - meine Rivalin



BRIGITTE Community-Team
15.06.2007, 20:04
Liebe Userinnen, liebe User,

nie waren sie sich ähnlicher als heute - starke Mütter, die mitten im Leben stehen, und selbstbewusste Töchter, die wissen, was sie wollen. Das schafft eine neue Nähe und birgt eine Gefahr: Konkurrenz.

Um diese spannungsvolle Beziehung dreht sich das neue BRIGITTE-Dossier (Heft 14, ab 20.7. am Kiosk). Hier (http://www.brigitte.de/frau/familie/dossier-mutter-tochter/index.html?p=1) können Sie einen Auszug lesen.

Empfinden Sie ihre Mutter auch als Rivalin? Gibt es in der Beziehung zu Ihrer Tochter Konkurrenz?

Eine spannende Diskussion wünscht

Ihr Brigitte.de-Team

maja85
16.06.2007, 11:18
Ich habe die Rivalität zwischen Mutter und Tochter schon oft gesehen und erlebt. Zwischen meiner Kusine und ihrer Mutter z.B. Meistens sind es die Mütter, die eifersüchtig auf ihre Tochter sind. Warum eigentlich?
Ist es nicht schön zu sehen, wie die Tochter erwachsen wird, sich selbst findet?
Meine Mutter versteht das auch nicht. Sie stand immer mit Rat, meistens mit Tat hinter mir - auch heute. Wir sind nachdem meine
schlimmsten Teenie-Jahre vorbei sind, dicke Freundinnen.
Schließlich leben wir in verschiedenen Alterstufen (21,56), 35 Jahre auseinander. Sehr harmonisch.
Die Mütter (meist jüngere), die eifersüchtig auf ihre eigene Tochter sind, so sehr, das die Tochter seelisch darunter leidet, kann ich nicht verstehen. Bei zwei Freundinnen war das der Fall, keine Mutterliebe, nur Schläge, und warum? Eifersucht! Vielleicht wegen ihrer "verlorenen" Jugend. Das an der Tochter auszulassen ist wirklich das allerletzte. Bei den beiden war dann meine Mutter der Mutterersatz. Ich war immer froh, wenn sie Zuflucht bei uns fanden.
Ich finde sowas traurig.

semiramis
20.06.2007, 13:13
Das Dossier in der aktuellen Brigitte, könnte meine Geschichte sein, nur das ich nicht Model werden wollte.
Meine Mutter wollte immer für meine Schwester gehalten werden, bei Besuchen von Freunden tauchte sie auf und hatte im Nu die Oberhand. Später kaufte sie sich die gleichen Sachen zum Anziehen , nur eine Nummer kleiner, betonte sie dann meist vor Anderen.
In der Pubertät täuschte ich Verabredungen vor, nur um meine Ruhe vor ihr zu haben.Ich hatte mit 17 noch keinen festen Freund und das fand sie unmöglich, wenn nicht sogar peinlich.Sie machte sich lustig über meine Eckzähne, die etwas spitz waren und meinte ich hätte Zähne wie ein Wildschwein und das zu einem pubertierenden, unsicheren Mädchen. Ich könnte einen Roman schreiben und trotz Therapie habe ich immer noch Schwierigkeiten mit ihr umzugehen.Sie ist inzwischen 89 J.und unser Verhältnis hat sich kaum geändert, ich vermeide jede Berührung mit ihr, ich kann sie einfach nicht anfassen.
Da ich keine Geschwister habe, muss ich ihre Betreuung übernehmen, es kostet mich von Tag zu Tag mehr Kraft.

mucki21
20.06.2007, 18:36
hm. Bei uns ist es eher so, dass meine Mutter in mir eine Rivalin sieht (ich in ihr niemals!) Maja hat das schon richtig angeschnitten. Aber es ist so. Vielleicht weil ich als Tochter eine "perfektere" Beziehung habe (nun ja ich habe mitbekommen, was es heißt, wenn die Ehe der Eltern nicht perfekt ist und war entsprechend vorsichtiger). Eifersüchtig ist sie vielleicht auch auf meine vielen Freunde - was sie selbst nicht so hat (durch eine Krankheit bedingt). Eifersüchtig auf mein Leben, das Leben das sie sich gerne wünscht.

Und ich kann es verstehen, wenn sie neidisch ist. Sie lässt es mich nie sehr merken, aber es kommt immer mal wieder hervor.

Inaktiver User
20.06.2007, 19:53
Hm...wird wohl mal Zeit für ein positives Beispiel :zwinker:

Meine Mutter ist 18 Jahre älter als ich. Wir sind keine Konkurrenten, keine Rivalen. Sie ist meine Mutter und ich bin ihre Tochter. Wir sind füreinander da wenn es darauf ankommt. Auch bei uns gab es die üblichen Reibereien in der Pubertät, aber niemals Neid oder Missgunst. Meine Mutter hat absolut alles für mich getan was ihr möglich war und hat dafür verdammt oft zurückgesteckt. Sie hat mich darin bestärkt das Beste aus meinem Leben zu machen. Und wir haben unser beider Leben niemals aneinander gemessen.

Heute bin ich 26, meine Mutter ist 45 (nein, ich hab mich nicht verrechnet *g* es sind 18 Jahre).

Meine Mutter hat sich relativ spät (in meinen Augen *lol*) nochmal dazu entschlossen Kinder zu bekommen und so gibt es zwischen meinem jüngsten Bruder und meinem ältesten Sohn einen Altersabstand von gerade mal 1,6 Jahren. Onkel und Neffe- wie putzig :freches grinsen:

Nein, meine Mutter hat mich immer unterstützt und bestärkt und dafür möchte ich an dieser Stelle auch einfach mal danke sagen. Was sie geleistet hat, als wirklich junge und das auch noch als die meiste Zeit alleinerziehende, Mutter scheint offensichtlich nicht die Regel zu sein.

Liebe Mama, meine Hochachtung und meinen Dank für deinen Beistand und deine Unterstützung- auch oder besser gerade im Bezug auf unsere wirklich schweren Zeiten.

:kuss: :blumengabe: :blumengabe: :blumengabe: :blumengabe: :blumengabe: :blumengabe: :blumengabe: :blumengabe: :blumengabe: :blumengabe: :blumengabe: :blumengabe: :blumengabe: :blumengabe: :kuss:

Inaktiver User
21.06.2007, 22:22
Oh ja, ich kenne das auch nur zu gut.
Von meiner Mutter kamen auch immer unglaubliche Kommentare zu meinem Aussehen (und nicht nur zu meinem Aussehen...). Wenn ich heute darüber nachdenke, was sie mir gerade auch in der Pubertät so alles an den Kopf geknallt hat. Damals war mir ja gar nicht klar, daß SIE ein Problem hat.
Erst viel später wurde mir vieles klar. Nur ein kleines Beispiel, eins der absolut harmloseren: Sie ist eher klein, kämpfte immer mit ihrem Gewicht, ich war immer schon groß und recht schlank. Was sagt sie: "Du siehst ganz schön dürr aus."
Auch das was oben schon beschrieben wurde, immer wenn ich mal jemanden mitbrachte, sie nahm alle sofort in Beschlag und versuchte uns auszuspielen und vor allem bei meinen ersten beiden Freunden war das echt heftig.
Das Schlimmste aber war all die Jahre: wie es mir WIRKLICH ging, das interessierte nie.
Und ich möchte auf jeden Fall klarstellen: ich kann vieles irgendwie nachvollziehen, aus ihrer Geschichte, aber entschuldigen kann ich es nicht wirklich. Ich bin für vieles dankbar, keine Frage, aber insgesamt habe ich so unter dieser Gefühlskälte gelitten, das kann man nie so ganz wegstecken. Man kann lernen damit umzugehen, man kann systemisch einiges aufarbeiten und damit mit vielem klar kommen. Aber so ganz tief drin fehlt es eben, das wirkliche Urvertrauen, das einem Eltern mitgeben sollten auf den Weg.
Und deshalb: Kompliment an das Brigitte-Team, dieses Thema mal aufzugreifen!!!!

Inaktiver User
24.06.2007, 21:26
Aber so ganz tief drin fehlt es eben, das wirkliche Urvertrauen, das einem Eltern mitgeben sollten auf den Weg.
Und deshalb: Kompliment an das Brigitte-Team, dieses Thema mal aufzugreifen!!!!

@riviera
Und wenn die Eltern selbst das Urvertrauen nicht mitgegeben bekamen, was dann?
Ich finde, es bringt gar nichts, darüber herumzumosern, ob die Mutter nun an der eigenen Unsicherheit Schuld hat oder nicht.
Am besten ist es, aus den mitgegebenen Möglichkeiten herauszuholen, was herauszuholen ist.
Gruss Colonna

Inaktiver User
24.06.2007, 21:36
Ich finde, es bringt gar nichts, darüber herumzumosern, ob die Mutter nun an der eigenen Unsicherheit Schuld hat oder nicht.
Am besten ist es, aus den mitgegebenen Möglichkeiten herauszuholen, was herauszuholen ist.
Gruss Colonna

dazu muss man erst einmal wissen, woher die eigene unsicherheit kommt, bzw. dass man dieses urvertrauen hat. viele haben gar nicht di emöglcihkeit der selbstreflexion oder wissen gar nicht, wie eine mutter-tochter-beziehung anders funktionieren kann.
UND man kann der mutter auch nur so schwer aus dem weg gehen.

mir geht das zumindest so. immer wenn ich mit ihr zusammen bin reißen alte wunden auf. das ist schwierig. mir hat die örtliche distanz geholfen, ich bin 120 km weggezogen.

man muss diese mutter-tochter-beziehung ja eigentlich auch allein aufarbeiten, das ist das schwierige. meistens sind die mütter ja auch nicht sehr einsichtig oder ihr verhalten ist unbewußt, gelernt von der eigenen mutter, auch unreflektiert.

Inaktiver User
24.06.2007, 23:31
@Kebmo
Nun ja, schwierige Sache!
Ich erlebe ja beides: Beziehung zur Mutter und zu den Töchtern.
Und bin absolut nicht der Auffassung, dass die Entfernung hilft, ausser die Frauen müssen sich unbedingt aus dem Weg gehen.
Viel eher hilft das Reden. Wenn es denn sein muss. Und natürlich denke ich: meine Mutter ist nicht einsichtig und meine Töchter denken vermutlich: ihre Mutter ist nicht einsichtig :freches grinsen:
Aber mal Spass beiseite: mit zunehmendem Alter sollte einem klar werden, dass jeder Mensch geworden ist und je mehr frau ihm signalisiert, dass sie das weiss und keine Schuldfrage klären will, umso mehr Verständnis und Zuwendung wird sie erlangen.
Abgesehen davon sind wir Frauen und Mütter ohnehin so wunderbar darauf spezialisiert, uns für alles und jedes veranwortlich zu fühlen.
Was es nützen soll, wenn die Mutter zugibt, Fehler gemacht zu haben (was doch wohl schon allein durch das Menschsein bedingt ist), ist mir schleierhaft. Ich erkenne meine Grenzen so oder so, ob nun meine Mutter sie zu verantworten hat, oder meine Veranlagung, oder meine Umgebung, sie sind da und ich muss mit ihnen umgehen.
Gruss Colonna

semiramis
25.06.2007, 09:11
@Colonna
Manchmal hilft aber nur die Abgrenzung um einigermaßen über die Runden zu kommen.Es gibt auch so starke Verlerletzungen, daß Narben enstehen und das selbst diese weh tun.
Da ich, Gott sei Dank, auch beide Beziehungen erlebe, hilft mir die Beziehung zu Tochter und Sohn sehr.
Ich denke, wir reden hier nicht über kleine Verletzungen, sondern über wirklich massive Verletzungen von Seiten einer Frau, die uns geboren hat.
Ich betrachte inzwischen meine Mutter als Frau die mich zur Welt gebracht hat, die inzwischen alt und hilfsbedürftig ist und da niemand anderes da ist, bekommt sie die Hilfe von mir, zu mehr bin ich nicht fähig.Wenn man keine Liebe empfangen hat, kann man auch keine Liebe geben.

LG
semiramis

Inaktiver User
25.06.2007, 12:26
Ich finde, es bringt gar nichts, darüber herumzumosern, ob die Mutter nun an der eigenen Unsicherheit Schuld hat oder nicht.
Am besten ist es, aus den mitgegebenen Möglichkeiten herauszuholen, was herauszuholen ist.
Gruss Colonna

@Colonna:
Genau, das Rummosern bringt nichts. Seh ich genauso. Und um Schuld geht es schon gar nicht. Das finde ich in diesem Zusammenhang immer das schlimmste: Schuld. Ich mein darum geht es doch gar nicht. (ok, manchen vielleicht schon, aber das bringt uns nicht weiter.) Aber das ist immer wieder interessant, daß dieses wirklich heftige Wort in solchen Diskussionen auftaucht, bzw. daß es immer wieder unterstellt wird, Leute würden jemandem Schuld zuschieben wollen.
Aber genauso wenig bringt es sich einfach zurückzulehnen und zu sagen: ich hatte so eine schlimme Kindheit, deshalb bin ich eben so und damit muß meine Umwelt jetzt eben klarkommen.
Ich "erwarte" von jedem erwachsenen Menschen, und vor allem jedem Elternteil, daß er über sein Handeln und Reden und Fühlen nachdenkt, um eben gerade nicht andere zu verletzen wie sie es selbst erleben mussten.
Aber was ich an meiner Mutter erlebe ist so eine große Opferrolle, und ja, eine absolute Schuldzuweisung allen möglichen Menschen gegenüber, sie ist die ärmste Person auf der Erde, teilt aber in alle Richtungen aus ohne Ende.

Und ich sehe es auch wie semiramis, daß in manchen Fällen einfach nur Abgrenzung hilft. Das ist dann die Wahl des geringeren Übels. Denn es kann mir keiner erzählen, daß er nicht darunter leidet (nicht durchgehend, aber tief drin immer wieder) wenn das Verhältnis zur eigenen Mutter so belastet ist.
Und was machst Du, wenn Deine Mutter sich weigert zu reden? So ist es in meinem Fall.
Ich habe es immer wieder versucht, Dinge zu klären, zu reden. Aber da ist kein Rankommen. (Da es nicht nur mir so geht mit ihr habe ich auch aufgehört, mir die "Schuld" dafür zu geben. Das ist ja auch ein Riesenproblem, daß Kinder erstmal dazu neigen, sich als die " alleinigen Schuldigen" zu sehen. Und auch als Erwachsener hat man dieses Kind in sich!!) Ich habe versucht zu verdeutlichen, daß es mir eben nicht um Schuld geht sondern darum, daß ich es gut fände, man könnte MITEINANDER reden, MITEINANDER Dinge klären, auch über gegenseitige Verletzungen sprechen, also einfach REDEN.

Tja, was macht man, wenn man etwas lösen möchte und das Gegenüber geht einfach jedesmal oder brüllt sofort los? Dann muß man es alleine für sich lösen und muß erkennen, daß die eigene Mutter zu sehr in ihren negativen Gefühlen gefangen ist, um ihre engste Aussenwelt an sich rankommen zu lassen.
Meine Mutter bugsiert alle aus ihrem Leben, die es versucht haben. Das finde ich traurig. Denn kein Mensch kann ohne gute Freunde und Familie leben ohne noch versteinerter zu werden.

Und auch wenn es absolut stimmt, daß man Dinge für sich selbst lösen muß und für sich damit umgehen muß. Der Wunsch, sich mit der eigenen Mutter zu verstehen, auf einer Augenhöhe miteinander reden zu können, sich auch streiten zu können, auseinandersetzen zu können, gegenseitig mit Kritik umgehen zu können, am anderen Interesse zeigen, miteinander Dinge erleben, dieser Wunsch steckt eben doch ganz tief drin. Und dann ist es für mich immer schön Mutter-Tochter-Beziehungen zu sehen, in denen das funktioniert. Das tut zwar manchmal auch tierisch weh, bzw. macht traurig, weil man es selbst nie so erlebt hat, aber andererseits schau ich mir dann Modelle an und sehe, wie Kommunikation eben auch funktionieren kann. (Verbale und nonverbale!!)

Inaktiver User
25.06.2007, 18:49
@riviera
Ich verstehe dich. Es ist schmerzlich, keinen unbeschwerten Umgang mit der Mutter haben zu können, aber, glaube mir, das gibt es häufiger, als andersrum.
Ich meine auch nicht, frau soll sich zurücklehnen, und sagen, so bin ich nun mal, so müsst ihr mich nehmen, sondern das Erkennen der eigenen Möglichkeiten und das Ausschöpfen derselben, ohne immer wieder darüber nachzudenken, weshalb die Grenzen nicht weiter gesteckt sind.
In diesem Bri-Dossier stört mich, dass schon wieder ein Sündenbock für Störungen im Leben mancher Menschen gefunden werden soll.
Was ist mit der Umwelt? Wo bleibt der Vater, der die Mutter vielleicht in ihren Bedürfnissen im Stich gelassen hat?

Alles Gute :blumengabe:
Gruss Colonna

Inaktiver User
25.06.2007, 19:34
@Colonna:
Ich finde gar nicht, daß ein Sündenbock gesucht wird. Ich finde das Dossier beleuchtet einfach ein Thema, das viele Frauen betrifft und über das viele nachdenken bzw. es regt zum Nachdenken an.
Ich denke viel mehr, es sollte viel öfter über solche Themen geschrieben werden, einfach damit wir genau davon wegkommen, daß immer einer der Böse ist.
Zwischen den Farben und Polen schwarz und weiß gibt es so viele Schattierungen!
Aber über diese Schattierungen sollte schon offen geredet werden können.
Und gerade das Thema Eltern-Kinder ist nun mal ein Wichtiges. Und gerade um, wie Du sagst über seine Grenzen gehen zu können muß man erstmal darüber nachdenken, woher denn diese Grenzen kommen, warum man sich diese Grenzen steckt, warum man sich selbst immer wieder blockiert.
Und bei vielen ist das nunmal bedingt durch viele viele Glaubenssätze usw., die in der Kindheit ihre Wurzeln haben.
Und ich habe in meinem Leben einfach festgestellt und stelle es zur Zeit wieder vermehrt fest (deshalb berührte mich natürlich auch dieses Dossier), daß ich mir ganz viele Grenzen stecke und steckte durch Dinge, die mit meiner Mutter abgelaufen sind.
Wichtig ist aber für einen Heilungsprozess auch, daß man auch über Dinge wütend sein darf, sich ärgern darf, traurig sein darf, was auch immer an Emotionen hochkommt. Nur so kann ich sie heilen. Alles andere ist Unterdrücken und das hilft nur kurzfristig.
Deshalb wird es eben so oft so verstanden, daß man eine Schuldige sucht statt zu verstehen und zu akzeptieren, daß man einfach diese Emotionen hat und sie klären will, damit sie einen eben NICHT mehr ständig belasten.

Inaktiver User
25.06.2007, 20:17
Wichtig ist aber für einen Heilungsprozess auch, daß man auch über Dinge wütend sein darf, sich ärgern darf, traurig sein darf, was auch immer an Emotionen hochkommt

@riviera
Ich bin deiner Meinung!
Gruss Colonna

natuerlich
25.06.2007, 21:13
@Colonna:
Ich finde gar nicht, daß ein Sündenbock gesucht wird. Ich finde das Dossier beleuchtet einfach ein Thema, das viele Frauen betrifft und über das viele nachdenken bzw. es regt zum Nachdenken an.
Ich denke viel mehr, es sollte viel öfter über solche Themen geschrieben werden, einfach damit wir genau davon wegkommen, daß immer einer der Böse ist.

Naja, über das Thema ist ja schon immer geschrieben worden, es scheint also sehr alt und aktuell zugleich zu sein. Siehe das Märchen "Schneewittchen". Hier will die (Stief)Mutter die Tochter ja sogar ermorden (lassen), weil sie nicht ertragen kann, dass diese jünger und hübscher ist als sie, selbst als die Tochter von zu Hause "ausgezogen" ist, und weit weg von der Mutter wohnt. Drastischer Wunsch, aber deshalb ist ja auch aus der Mutter eine Stiefmutter geworden.

Inaktiver User
25.06.2007, 21:54
Hier will die (Stief)Mutter die Tochter ja sogar ermorden (lassen), weil sie nicht ertragen kann, dass diese jünger und hübscher ist als sie, selbst als die Tochter von zu Hause "ausgezogen" ist, und weit weg von der Mutter wohnt. Drastischer Wunsch, aber deshalb ist ja auch aus der Mutter eine Stiefmutter geworden.

Und der Vater ist ein abwesender Schwächling, dessen Rolle auch hier (wie in vielen anderen Märchen) nicht beleuchtet wird.
Die Stiefmutter (STEIFmutter) ist ein liebende Mutter gewesen, die sich in die Rivalin des heranwachsenden Mädchens verwandelte.
Der Vater aber versagt offensichtlich als Mann und als Vater. Er kann seine Frau nicht der unwandelbaren Zuneigung und sein Kind nicht des unwandelbaren Schutzes versichern. Wobei noch nachzufragen ist, wieweit Inzestwünsche eine Rolle spielten.
Gruss Colonna

elag
26.06.2007, 13:52
Meine Mutter war 21 als ich zur Welt kam, heute bin ich 31 und sie dementschpechend 52 Jahre alt.
Ich bin schrecklich stolz auf meine Mutter, und nicht nur, weil sie eine sehr atraktive und sportliche Frau ist. Mein Lebensgefährte hat schon vor 10 Jahren von ihr geschwärmt und tut es heute noch. Warum soll ich darauf eifersüchtig sein? Ich habe eine tolle Mutter (und einen tollen Vater) und das kann doch ruhig jeder bemerken.
Ich liebe sie und weiß, dass ich mich immer 100%ig auf sie verlassen kann. Umgekehrt natürlich genau so.

Inaktiver User
03.07.2007, 19:46
Ich bedanke mich auch sehr dafür, dass diese Thema bei Brigitte aufgegriffen wurde. Es wäre schön gewesen wäre es etwas weitergeführt worden, thematisiert worden wie man damit umgehen kann.

Ich kenne diesen Neid, diese Missgunst, den kalten, hasserfüllten Blick einer Mutter nur zu gut. Mein Leben lang schon.

Als Kind und auch noch als Jugendliche begriff ich überhaupt nicht um was es eigentlich ging. Die Attacken verbaler und physischer Form, aus dem absoluten Nichts waren mir unerklärlich. Die Folge war eine ziemliche Verunsicherung. Dazu kam, dass ich einen älteren und jüngeren Bruder hatte bei denen ich sah wie es eigentlich sein konnte, was wirklich bitter war.
Die Eifersucht meiner Mutter führte so weit, dass mein Vater sich kaum noch traute mit mir zu reden. Ja, er gab mich letztlich nach vielen Versuchen auf. Die einzige Möglichkeit wäre wohl eine Trennung meiner Eltern gewesen, da meine Mutter sonst nie eine Ruhe gegeben hätte. Alle wurden von ihr ausgespielt, mein kleiner Bruder als Spitzel benutzt.

Immer fand sich eine Freundin die in irgendetwas besser war, jeder kleine Erfolg den ich erkämpft hatte, alles was mir Spass machte, woran mein Herz hing schlecht gemacht. Hatte ich Lieblingsspielzeug, Lieblingskleidung, war sie von einem auf den anderen Tag weg. Sie meinte hämisch, ich hätte es "verschlampt". Ich suchte, fand sie sehr viel später, bei Freundinnen, Kusinen, ein Geschenk meiner Mutter.

Eines der absurdesten Beispiel an die ich mich erinnern kann: meine Mutter war im Krankenhaus, bekam meinen kleinen Bruder. Ich war fünf Jahre alt. Das erste was sie machte als sie mich wiedersah, war eine ernsthaftes Angehen weil meine Haare so zerzaust waren. Sie machte mich deswegen fertig.

Klar, das alles sind nur kleine Beispiele, die aber das Leben durch meine Mutter kennzeichnen. Liebe und Fürsorge ist da nicht.

Ich war so allein.Einsam.

Ich fragte mich (bis heute) was so falsch an mir war.
Noch heute, ich wohne schon lang nicht mehr dort, ist das erste wenn sie mich sieht entweder nur ein kalter Blick oder Gekeiffe. Ich habe versucht zu reden, aber ich muss heute nicht mehr ihre Abschätzigkeit erdulden.
Ich bewundere jeden der eine solche Mutter aufnimmt und pflegt, ich könnte es nicht.

Inaktiver User
03.07.2007, 20:32
Liebe Felicca!
Du fragst dich, was falsch an dir war, obwohl du - zurecht nach meiner Auffassung - das Verhalten deiner Mutter verurteilst.
Ich glaube, dass frau, sobald sie erwachsen ist, den Dingen leichter auf den Grund gehen kann und daher ruhig glauben darf, als Kind genau richtig gewesen zu sein. Fraglich ist nur, was unsere Eltern in uns gesehen haben. Vielleicht sich selbst, als Kinder. Vielleicht haben sie das fortgesetzt, was sie selbst erleiden mussten, ohne sich dessen bewusst zu sein.
Das bedeutet aber nicht, dass frau sich bis in alle Ewigkeit schlecht behandeln lassen muss. Mal ein klares Wort kann bestimmt nicht schaden. Und ändert das nichts, ist Abgrenzung eine gute Lösung
Gruss Colonna

Inaktiver User
04.07.2007, 11:19
Es sind nicht immer nur die Mütter (die gerne verantwortlich gemacht werden, wenn irgendwas nicht so läuft...)

Manchmal reagieren junge Frauen eigenartig auf ihre attraktiven Mütter; wünschen sich, diese würden etwas omihafter aussehen. Sie können sich nicht vorstellen, daß man mit 40,50, 60 auch noch attraktiv sein möchte, setzen sich in Konkurrenz zu ihrer Mutter.
Dabei spielt durchaus Neid und etwas Mißgunst eine Rolle - zumindest in einem Fall in unserem Freundeskreis:
Eine Freundin von mir ist Ende fuffzig und Oma. Sie ist immer noch ausgesprochen attraktiv, mit langen, dicken Haaren, dezent geschminkt und eine schöne Figur hat sie auch. Dazu kommt eine tolle Ausstrahlung...

Statt sich an ihrer hübschen Mutter zu freuen, rät ihre nicht ganz so attraktive Tochter, sich doch endlich die Haare kurz schneiden zu lassen, sich bitte endlich altersgemäss zu kleiden (also keine Jeans mehr), die grauen Haare rauswachsen zu lassen und endlich eine Oma zu sein. Dabei ist sie Vollblut-Oma, kümmert sich um ihren Enkel und hilft gerne. Unterstützt wird die junge Dame vom Opa, der nicht mehr ganz so fit ist und der mit ihr nicht mithalten kann.
Er hat Angst, sie zu verlieren und wünscht sich statt einer attraktiven, aktiven Fraue eine ältliche, behäbige und nicht gar so hübsche Couchbewohnerin...solange sie nur fit genug ist, ihn noch betutteln und zu versorgen...
Zum Glück ist sie Frau genug, sich weder von Tochter noch Mann einmachen zu lassen.
Ruby

Inaktiver User
04.07.2007, 22:14
@Ruby
Ich bin deiner Meinung. Es sind nicht immer nur die Mütter, oder eher noch: es sind ganz selten nur die Mütter!
Als ich kürzlich an einer Podiums-Diskussion von über fünfzigjährigen Frauen teilnahm, kam aus mir nicht ganz erklärlichen Gründen plötzlich der Ausruf eines der Beleuchter, wieviel an Söhnen durch die Mütter vermurkst würde.
Und wirklich sagte eine Frau, die neben mir sass, sie stimme dem zu, hätte Beispiele zuhauf allein in ihrem Bekanntenkreis.
Wo bleiben die Väter, frage ich mich da. Werden die samt und sonders von ihren Frauen mit Gewalt in ein Kammerl gesperrt oder zum Broterwerb gezwungen, jedenfalls nicht zur seelischen Versorgung der Kinder herangelassen?

Weshalb wird so selten die (natürliche) Rivalität zwischen Tochter und Mutter um den Vater zur Sprache gebracht?

Ein unsäglicher Film im TV (zu dem sich Monika Bleibtreu hat einspannen lassen) erzählt die Geschichte einer besitzergreifenden Mutter und eines ach so armen Vaters, der, weil die Mutter sich nur um das Söhnchen kümmerte, frustriert das Weite und eine junge Geliebte suchte; es gibt in dem Machwerk noch eine Tochter, die auch jedes Verständnis für den Vater hat und die allergrösste Abneigung der Mutter gegenüber verspürt.
Der Schauspielerin, die diese (männerverherrlichende) Rolle spielt, wünsche ich von Herzen, dass ihre Söhne/Töchter sie mal aus dem Blickwinkel betrachten, aus dem sie ihre Filmmutter mit überzeugender Einseitigkeit betrachtet.

Leider, leider kann frau sich des Eindrucks nicht erwehren, dass nun, da doch eine gewisse, schwächelnde Gleichberechtigung greift, wieder mal jemand ausgesondert werden soll.
Der Vater darf's nicht sein, ist ja schliesslich ein Mann, dann also die Mutter, damit wären zwei Fliegen mit einer Klappe getroffen, frau kann sich noch immer in Ruhe mit dem Stärkeren verbünden, und gleichzeitig zeigen, weshalb die Frauen es nicht weiter gebracht haben, es war die vorige weibliche Generation......ein Glück, auch für die armen Männer, beste Rechtfertigung, sich eine neue Jüngere zu suchen, ihren Töchtern nicht unähnlich....
Gruss Colonna

uroborosserpent
05.07.2007, 00:45
Bei diesem (Tabu-)Thema fällt mir die Verfilmung des Buches "Mommie Dearest", geschrieben von Joan Crawfords Tochter, Christina, ein, in dem die Mutter wohl zu Recht als "Rabenmutter" dargestellt wird. Christina fühlt sich ungeliebt und steht im Schatten ihrer dominierenden, egozentrischen Mutter.

"Zu Recht" schreibe ich, obwohl ich die Lebensgeschichte nicht aus erster Hand kenne, weil manch schöne, aber alternde Schauspielerin in der jungen Tochter doch gerne eine Rivalin sieht, welche ihr die Show stehlen könnte.

Das scheint klischeehaft, jedoch ist es eine bekannte Tatsache, dass es überdurchschnittlich eitle, selbstbezogene Frauen unter den darstellenden Künstlerinnen gibt, die mit einer Mutterschaft völlig überfordert sind.

Hat noch jemand dieses Buch gelesen oder die Verfilmung gesehen?

Inaktiver User
05.07.2007, 08:15
@uroborosserpent
Ich kenne weder Buch noch Film. Und was du anführst, gibt es.
Aber es gibt auch anderes, das der Einfachheit halber kaum erwähnt wird. Beispielsweise die Eifersucht der Väter, sowohl auf die Töchter wie auch auf die Mütter, usw. Letzteres ist eher ein Tabuthema und sollte mal diskutiert werden.
Und jemand, die in der Showbranche tätig ist, muss nicht unbedingt eitel, selbstbezogen und als Mutter überfordert sein, um sich vor der frischen Jugendlichkeit der Tochter zu fürchten.
Übrigens, schau dich um im Film: es gibt da weit mehr schöne Frauen als Männer. Könnte vielleicht mit der Eifersucht der Filmschaffenden zu tun haben, die meist männlich sind und lieber weniger gutaussehende Konkurrenten an den Futtertrog lassen.
Gruss Colonna

Inaktiver User
05.07.2007, 10:00
Ich finde es schlimm, wenn immer auf den Müttern rumgehackt wird.
Ist sie attraktiv und wagt es, etwas eitel zu sein, rückt man die Mutter gerne in die Ecke selbstverliebt/herzlos - ganz klar muss sie in ihrer heranwachsenden Tochter eine Konkurrenz sehen.
Ist sie uneitel, eben klischeehaft Mutti, ist genau das ihr Fehler - sie lebt der Tochter ein altmodisches Bild von Weiblichkeit vor.
Ist sie aus welchen Gründen auch immer keine ideale Mama, hat neben ihren Kinder noch andere Interessen, ist sie eine egoistische/egozentrische Frau, denen die Zukunft ihrer Nachkommen wurscht ist.
Opfer sind immer die Kinder - auch wenn diese längst keine Kinder mehr sind und eigentlich Eigenverantwortung tragen könnten.
Die neidische, konkurrierende Tochter wird in Schutz genommen, Mutti soll sich doch bitte wegen ihr zurücknehmen. Der Tochter verzeiht man Gemeinheit, Intriganz, Biestigkeit - sie ist ja noch so jung und kindlich, auch wenn sie schon die 40 überschritten hat.
Die schwere Kindheit gilt als prima Entschuldigung - und heutzutage hatte ja fast jeder eine schwere Kindheit ;-)

Es gilt immer noch als heldenhaft, wenn frau wegen ihrer Kiddies auf jegliche Karriere verzichtet, sich aufopfert und sich selbst dabei vergißt. Das nennt man dann wahre Mütterlichkeit.

Weit weniger ist vom Vater die Rede...ihm wird sogar eine gewisse Fehlerhaftigkeit nachgesehen - er darf jungen Frauen nachschauen (und mehr) , denn er ist nur ein Mann, er kann nichts dafür. Er hat mehr Gnade zu erwarten als eine Mutter, viel mehr. Wenn er nicht immer greifbar ist, macht nichts.
Bei Scheidungen blieben die Kinder meist bei Muttern - komisch, wo Mütter doch so viel verbocken...

Eine Rabenmutter ist ein bekannter Begriff. Vom einem Rabenvater habe ich noch nie was gehört.
Ich finde, es wird zu einseitig geurteilt - Väter stehen auch in der Verantwortung und verbocken einiges. Aber davon ist nur sehr selten die Rede...
Ruby

uroborosserpent
05.07.2007, 20:04
@Colonna



Beispielsweise die Eifersucht der Väter, sowohl auf die Töchter wie auch auf die Mütter, usw. Letzteres ist eher ein Tabuthema und sollte mal diskutiert werden.

Mit Verlaub, aber ich wüßte nicht, weshalb die Väter sowohl auf die Mütter als auch auf die Töchter eifersüchtig sein sollten? Ich für meinen Teil wäre lieber als Mann auf die Welt gekommen.

Gut, was mir nach langer Überlegung einfällt, wäre die männliche Eifersucht darauf, dass sie ihren Mann am Arbeitsplatz stehen müssen, während die Gattin aufgrund ihrer Mutterrolle zuhause bleiben darf.



Und jemand, die in der Showbranche tätig ist, muss nicht unbedingt eitel, selbstbezogen und als Mutter überfordert sein, um sich vor der frischen Jugendlichkeit der Tochter zu fürchten.

Eine alternde Schauspielerin, die für ihr jugendliches Aussehen gelebt hat, dafür geliebt und letztlich auch bezahlt wurde, weiss sehr genau, dass sie karrieremäßig ihren Zenit schon überschritten hat. Und die Tatsache, dass sie ab einem bestimmten Alter nicht mehr gefragt ist, führt ihr eine Teenie-Tochter
("das blühende Leben") erst recht vor Augen.

Schlaue Schauspielerinnen, wie z.B. Diana Körner oder Brigitte Grothum, setzen alles daran, dass die Tochter (Lara Joy Körner bzw. Debora Weigert) ganz groß raus kommt. Also unterstützen die Tochter, anstatt sie zu bekämpfen. Denn viele solcher Mütter haben dann das Gefühl, "in der Tochter" weiter zu leben.



Übrigens, schau dich um im Film: es gibt da weit mehr schöne Frauen als Männer. Könnte vielleicht mit der Eifersucht der Filmschaffenden zu tun haben, die meist männlich sind und lieber weniger gutaussehende Konkurrenten an den Futtertrog lassen.


Ich erkläre mir das etwas anders, dass es mehr schöne Schauspielerinnen als Schauspieler gibt. Nämlich damit, dass die meisten Frauen dort unter dem Zwang und dem Druck stehen, gut und vor allen Dingen jugendlich auszusehen.

Gerade im Filmgeschäft gilt die Parole: "Frauen werden alt, Männer werden interessant". Beispielsweise musste Ramona Leiß damals gehen, der männliche Moderator der "Knoff-Hoff-Show" blieb, obwohl er auch nicht mehr taufrisch ausgesehen hat.

Oder: Ab 40 dürfen zahllose Schauspielerinnen nur noch Mütter oder Großmütter spielen, wenn sie nicht gerade Iris Berben heißen. Ihre männlichen Kollegen bekommen weiterhin Liebhaberrollen.

Was die männliche Eifersucht (auch unter Schauspielerkollegen) auf attraktivere Wesen anbelangt, so bin ich konservativ und denke, dass diese Eifersucht immer noch weniger ausgeprägt bzw. unterentwickelt ist im Vergleich zu uns Frauen.

Gruß zurück :blumengabe:

uroborosserpent
05.07.2007, 20:32
@Ruby


Ich finde es schlimm, wenn immer auf den Müttern rumgehackt wird.

Nicht immer und überall!



Ist sie attraktiv und wagt es, etwas eitel zu sein, rückt man die Mutter gerne in die Ecke selbstverliebt/herzlos - ganz klar muss sie in ihrer heranwachsenden Tochter eine Konkurrenz sehen.

Nein, sie muss nicht, aber etliche tun es. Die dummen Mütter arbeiten gegen die Tochter, während die intelligenten in ihrer Tochter weiter leben, und sie deswegen (und weil sie sie gern haben) unterstützen, fördern und motivieren.



Ist sie uneitel, eben klischeehaft Mutti, ist genau das ihr Fehler - sie lebt der Tochter ein altmodisches Bild von Weiblichkeit vor.

Sagen wir mal so: Sie erschwert es der Tochter, angepasst zu sein und sich in einer Gruppe integrieren zu können. Und genaus das ist sehr wichtig, um sich gesellschaftlich etablieren zu können.



Ist sie aus welchen Gründen auch immer keine ideale Mama, hat neben ihren Kinder noch andere Interessen, ist sie eine egoistische/egozentrische Frau, denen die Zukunft ihrer Nachkommen wurscht ist.

Nö, muss auch nicht zwangsläufig sein, wenn es ihr gelingt, ihre Interessen und die Bedürfnisse der Kinder unter einen Hut zu bringen.



Opfer sind immer die Kinder - auch wenn diese längst keine Kinder mehr sind und eigentlich Eigenverantwortung tragen könnten.

Auch Erwachsene, d.h. groß gewordene Kinder, können ihre Vergangenheit nicht einfach abstreifen. Und ja, sie sind in meinen Augen die Opfer, wenn die Eltern (nicht nur die Mütter) versagt haben. Mit "versagt haben" meine ich, dass die Erziehung nicht dazu geführt hat, dass die Sprösslingen allein lebensfähig sind und (in jeder Hinsicht) auf eigenen Beinen stehen können.



Die neidische, konkurrierende Tochter wird in Schutz genommen, Mutti soll sich doch bitte wegen ihr zurücknehmen. Der Tochter verzeiht man Gemeinheit, Intriganz, Biestigkeit - sie ist ja noch so jung und kindlich, auch wenn sie schon die 40 überschritten hat.

Sorry, aber wenn die Tochter gegen ihre eigene (leibliche) Mutter arbeitet, dann hat meiner Ansicht nach die Mutter/Umwelt zuerst was falsch gemacht. Jedes Kind kommt unschuldig auf die Welt. Es wird zu dem, was es wird, gemacht. Verhalten hat mit Genetik nichts zu tun.



Die schwere Kindheit gilt als prima Entschuldigung - und heutzutage hatte ja fast jeder eine schwere Kindheit

Wer als Kind jahrelang missbraucht oder misshandelt wurde, der hat eine absolut schwere Kindheit gehabt.



Es gilt immer noch als heldenhaft, wenn frau wegen ihrer Kiddies auf jegliche Karriere verzichtet, sich aufopfert und sich selbst dabei vergißt. Das nennt man dann wahre Mütterlichkeit.

Wie gesagt, die Kunst besteht darin, dass Mütter ihre Interessen und diejenigen ihrer Kinder unter einen Hut bringen. Die Entscheidung für eine Mutterschaft ist nunmal mit Opfern (die Bedürfnisse des Kleinkinds gehen vor die eigenen Wünschen) verbunden.



Weit weniger ist vom Vater die Rede...ihm wird sogar eine gewisse Fehlerhaftigkeit nachgesehen - er darf jungen Frauen nachschauen (und mehr) , denn er ist nur ein Mann, er kann nichts dafür. Er hat mehr Gnade zu erwarten als eine Mutter, viel mehr. Wenn er nicht immer greifbar ist, macht nichts.

Nö, ich sehe auch ganz klar den Schuldanteil der Väter! Besonders für heranwachsende Söhne ist es schwer, wenn die männliche Bezugsperson bzw. Rollenmodell fehlt. Oder es ist für pubertierende Töchter schlimm zu erleben, dass sie aufgrund ihrer unperfekten Optik von ihren Vätern abgelehnt werden. Sie brauchen die männliche Anerkennung, um sich in ihrer Rolle als Frau zurecht zu finden.



Bei Scheidungen blieben die Kinder meist bei Muttern - komisch, wo Mütter doch so viel verbocken...

Wahrscheinlich bleiben die Kinder bei demjenigen Elternteil, bei dem sie sich am wohlsten fühlen.



Eine Rabenmutter ist ein bekannter Begriff. Vom einem Rabenvater habe ich noch nie was gehört.
Ich finde, es wird zu einseitig geurteilt - Väter stehen auch in der Verantwortung und verbocken einiges. Aber davon ist nur sehr selten die Rede...
Ruby

Doch. Ich ziehe auch die Väter zur Verantwortung, wenn einiges schief gelaufen ist. Leider unterschätzen viele Eltern, wie wichtig ein stabiles und gesundes Elternhaus ist. Man denke nur mal an die Entwicklung des Selbstwertgefühls des Heranwachsenden.

LG

uros

Inaktiver User
05.07.2007, 20:51
@uroborosserpent

Die Väter sind nicht sowohl auf die Mütter als auch auf die Töchter eifersüchtig (zumindest meine ich das nicht), sondern entweder oder!
Entweder kümmert sich die Mutter für sein Empfinden zu sehr um das Kind anstatt um ihn, oder aber er spielt bei der Tochter nicht die wichtige Rolle, die er sich selber zugesteht.

Dass du lieber als Mann auf die Welt gekommen wärst, sagt schon genug über die noch immer dominierende Rolle der Männer, die noch von dummen Frauen darin bestärkt werden, aus.

Es muss nicht eine pragmatische Überlegung gewesen sein, wenn ein älter werdende Schauspielerin ihre Tochter unterstützt, sondern kann auch aus der Zuneigung erwachsen.

Das Wort "alternd" wird übrigens wesentlich häufiger für Frauen als für Männer verwendet. Als wäre älter werden eine weibliche Krankheit, die mit "alternd" alles aussagt.
Ich denke, wir Frauen sollten sorgfältiger mit der Beurteilung von Geschlechtsgenossinnen umgehen, denn wir selbst können durchaus mal Betroffene sein.

Dass Frauen alt und Männer interessant werden, gilt schon ein Weilchen nicht mehr; ein Beweis, auch Schauspieler legen sich unters Messer. Und was mich anbelangt, auch mir gefällt ein Dreissigjähriger besser als ein Fünfzigjähriger, obwohl letzterer meinem Alter mehr entsprechen würde.
Ich jedenfalls kann an einem alten Schauspieler nichts Interessantes finden, was ich nicht auch an einer alten Schauspielerin finden könnte.

Möglich, dass bei Männern die Eifersucht weniger ausgeprägt ist, als bei Frauen. Trotzdem glaube ich, dass, hat ein Mann das Sagen, er sich sicherlich keinen attraktiveren Konkurrenten um die Zuneigung von Frauen vor die Nase setzen wird.

Jedenfalls, solange Frauen auf jede Kritik an anderen Frauen mit grosser Begeisterung anspringen und Klischees nachplappern, ohne nur im entferntesten zu überlegen, was daran war und was märchenhafte Überlieferung ist, werden sich Schauspielerinnen gegen die Zumutung, ab 40 ein Neutrum zu sein, nur schwer wehren können.

Gruss Colonna

Inaktiver User
06.07.2007, 10:44
@Ruby



Nicht immer und überall!



Nein, sie muss nicht, aber etliche tun es. Die dummen Mütter arbeiten gegen die Tochter, während die intelligenten in ihrer Tochter weiter leben, und sie deswegen (und weil sie sie gern haben) unterstützen, fördern und motivieren.



Sagen wir mal so: Sie erschwert es der Tochter, angepasst zu sein und sich in einer Gruppe integrieren zu können. Und genaus das ist sehr wichtig, um sich gesellschaftlich etablieren zu können.



Nö, muss auch nicht zwangsläufig sein, wenn es ihr gelingt, ihre Interessen und die Bedürfnisse der Kinder unter einen Hut zu bringen.



Auch Erwachsene, d.h. groß gewordene Kinder, können ihre Vergangenheit nicht einfach abstreifen. Und ja, sie sind in meinen Augen die Opfer, wenn die Eltern (nicht nur die Mütter) versagt haben. Mit "versagt haben" meine ich, dass die Erziehung nicht dazu geführt hat, dass die Sprösslingen allein lebensfähig sind und (in jeder Hinsicht) auf eigenen Beinen stehen können.



Sorry, aber wenn die Tochter gegen ihre eigene (leibliche) Mutter arbeitet, dann hat meiner Ansicht nach die Mutter/Umwelt zuerst was falsch gemacht. Jedes Kind kommt unschuldig auf die Welt. Es wird zu dem, was es wird, gemacht. Verhalten hat mit Genetik nichts zu tun.



Wer als Kind jahrelang missbraucht oder misshandelt wurde, der hat eine absolut schwere Kindheit gehabt.



Wie gesagt, die Kunst besteht darin, dass Mütter ihre Interessen und diejenigen ihrer Kinder unter einen Hut bringen. Die Entscheidung für eine Mutterschaft ist nunmal mit Opfern (die Bedürfnisse des Kleinkinds gehen vor die eigenen Wünschen) verbunden.



Nö, ich sehe auch ganz klar den Schuldanteil der Väter! Besonders für heranwachsende Söhne ist es schwer, wenn die männliche Bezugsperson bzw. Rollenmodell fehlt. Oder es ist für pubertierende Töchter schlimm zu erleben, dass sie aufgrund ihrer unperfekten Optik von ihren Vätern abgelehnt werden. Sie brauchen die männliche Anerkennung, um sich in ihrer Rolle als Frau zurecht zu finden.



Wahrscheinlich bleiben die Kinder bei demjenigen Elternteil, bei dem sie sich am wohlsten fühlen.



Doch. Ich ziehe auch die Väter zur Verantwortung, wenn einiges schief gelaufen ist. Leider unterschätzen viele Eltern, wie wichtig ein stabiles und gesundes Elternhaus ist. Man denke nur mal an die Entwicklung des Selbstwertgefühls des Heranwachsenden.

LG

uros


Hi, guten morgen..
nein. so ganz einer Meinung werden wir nicht - macht ja auch nichts. Aber ich schließe mich Colonna an, die meint, wir sollten vorsichtig mit der Be/Verurteilung anderer Frauen sein.
Du schreibst von "dummen" Müttern, die gegen ihre Töchter arbeiten. Kann es sein, daß die Mutter statt dumm eher überfordert ist mit einer quengeligen Teeniegöre, daß sie in den Wechseljahren ist und leider mal nicht perfekt funktioniert?

Vom Müttern wird sehr gerne Perfektion erwartet - nicht gerade menschlich. Du sprichst von Müttern, die versagt haben. Sieh' es mal differnzierter: jeder versagt manchmal - dafür sind wir alle nur Menschen. Erwarten wir keine Wunder von Müttern!

Was ist mit den Müttern, deren Kinder drogensüchtig wurden, die im Leben nicht klarkommen? Haben sie alle versagt? Urteilst du wirklich so unangemessen hart? Es gibt mehrere Faktoren, die über das Gelingen eines Lebens entscheiden. Eine Bekannte von mir hat einen drogensüchtigen Sohn, und einen, der Jura studiert...

Kinder kommen unschuldig auf die Welt, aber nicht ohne eigenständige Persönlichkeiten. Es gibt Persönlichkeiten, mit denen man zurecht kommt, andere sind schwieriger. Ds kann auch für eigene Kinder zutreffen. Mit "Schuld" hat das wenig zu tun.

Heute klagen viele über eine schwere Kindheit, die keine hatten, und ruhen sich auch noch als 30jährige darauf aus. Eigenverantwortung ist bei vielen Fehlanzeige - wir erleben das ständig bei unseren Praktikanten.
Längst nicht alle, die ihre vermeintlich schlimme Kindheit als Entschuldigung für Faulheit/NullBock-Mentalität anführen, sind mißhandelt worden.

Ich habe nicht daron geredet, daß DU - also Uroborosserpent - Väter nicht als in der Verantwortung stehend siehst. Aber ihnen wird von unsere Gesellschaft viel mehr nachgesehen als Müttern - was du ja nicht tust.
Da wären wir ja mal einer Meinung ;-)

Übrigens auch, was ein stabiles Elternhaus angeht...wobei meine persönliche Erfahrung ein wenig anders aussieht. Meine Mutter wurde schwerst krank, als ich 14 war - und starb nach langer Krankheit. Mein Vater hatte mit sich selbst seine Last.
Und ich?? Bin eine glückliche, zufriedene Erwachsene mit gutem Selbstwertgefühl und auch noch einem guten Job...
Komisch, nicht???

Liebe Grüße und nichts für ungut, Ruby

Pummel
06.07.2007, 11:44
Hallo,
das ist ja mal eine sehr interessante Diskussion.
Ich kann erwachsene Kinder gut verstehen, wenn sie den Kontakt zum Elternhaus abbrechen, weil sie so schlimme Erfahrungen gemacht haben. Zudem ist es sehr schwierig sich einer Diskussion mit den Eltern/Elternteil zu stellen, weil diese sich ihrer 'Schuld' oft gar nicht bewusst sind. Ich glaube, es wäre einfach nur gut, wenn ein 'Es tut mir/uns leid, dass du unter uns gelitten hast. Es war uns nicht bewusst.' Das trifft wahrscheinlich auch den Kern, dass es den wenigsten bewusst ist. Sie ahmen vll wirklich ein selbst erlebtes Muster nach, unter dem sie vll genauso gelitten haben, aber verdrängen od. vergessen es, und machen es nun so weiter bei den Kindern.
Ich finde auch, dass die Väter hier viel zu sehr ausgenommen werden. Haben die denn keine Augen, Ohren, Bewußtsein? Dann ist da ja schließlich auch noch Familie, Großeltern, Tanten, Onkeln sowie Freunde, Bekannte u. Nachbarn. Wieso sagt da eigentlich so selten einer was? Man will sich halt nicht einmischen u. das ist echt das allerletzte. Menschen mischen sich oft in Sachen ein, die 1. unwichtig sind u. 2. sie nichts angehen, aber wenn es um so 'ne kleine Kinderseele geht, schauen sie alle weg. Versteh das mal einer.
Allerdings habe ich mir schon einige Rüffel i.d. Familie eingefangen, weil ich wagte, ganz vorsichtig auf etwas aufmerksam zu machen. Wenn man das 3-4 mal hat, dann läßt mans auch bleiben.
Aber ich denke, gerade als junge Mutter ist man so auf das 'äußerliche' Wohl des Kindes der Familie besorgt, dass man vll gar nicht merkt was man, evtl. durch Überforderung, verbal an Gemeinheiten zurückverteilt. Stressabbau leider immer an die, die sich nicht wehren können, die Kinder. Und leider merken sie's nicht.
Was mich ärgert ist, dass man das Wichtigste, nämlich über Kindererziehung sowie Ehe, eigentlich nicht 'gelehrt' wird, man hüpft ins kalte Wasser. Gibt es da nicht so ein schönes Lied, so ungefähr ' man lernt jeden Schmarren nur die Liebe nicht'? Sehr wahr.
Es gehört viel mehr Sozialunterricht in die letzten Klassen der Schulen, wo über solche Probleme auch gesprochen wird und wo auch Elternabende gehalten werden u. gezielt über dieses Thema hier geredet wird. Die Menschen 'bewusst' machen was sie tun.

Ruby, Colonna, es ist toll, dass ihr glückliche, selbstwerte Frauen seid. Es gibt aber auch tolle Frauen, die immer noch sehr an ihren Kindheitserfahrungen leiden. Menschen sind verschieden, keiner empfindet gleich wie der andere.

Ich kenne 1 Frau die mit ihrer Mutter gebrochen hat, sie ging nicht mal ans Sterbebett aber ich habe das Gefühl, dass sie der Aussprache nachtrauert. Die Mutter selber, eine Freundin meiner Mum, war sich ihrer 'Schuld' absolut nicht bewußt u. dann zu alt um irgendwas zuzugeben, Alterstarrsinn vll. Schade drum.

So sind wir Menschen, oft täte ein bisschen Hilfe von außen sehr gut.

Pummel

uroborosserpent
06.07.2007, 16:17
Liebe Ruby, wir liegen mit unseren Meinungen bestimmt nicht sooo weit auseinander :blumengabe:

Wahrscheinlich ergreifst Du eher Partei für die gereiften Mütter, weil Du altersmäßig näher dran bist, während ich mich wegen meines Alters besser in die Lage der älteren Töchter hinein versetzen kann.



Du schreibst von "dummen" Müttern, die gegen ihre Töchter arbeiten. Kann es sein, daß die Mutter statt dumm eher überfordert ist mit einer quengeligen Teeniegöre, daß sie in den Wechseljahren ist und leider mal nicht perfekt funktioniert?

Das wird von Fall zu Fall verschieden sein. Die einen Mütter sind überfordert, die anderen Mütter schlicht und ergreifend eifersüchtig und dann gibt es noch Mischformen.

Eine Mutter in den Wechseljahren mit leiblicher Teenie-Tochter ist spät zur Mutterschaft gekommen und eigentlich nicht der Regelfall in unserer Gesellschaft, denke ich.



Vom Müttern wird sehr gerne Perfektion erwartet - nicht gerade menschlich. Du sprichst von Müttern, die versagt haben. Sieh' es mal differnzierter: jeder versagt manchmal - dafür sind wir alle nur Menschen. Erwarten wir keine Wunder von Müttern!

Ne, ne, das stimmt so nicht. Ich schrieb: "Eltern, die versagt haben (nicht nur die Mütter)". Diese Differenzierung ist mir schon wichtig, denn für die Erziehung sind beide Elternteile zuständig.

Von den Müttern oder Eltern erwarte ich keine Perfektion, sondern nur ein Mindestmaß, was auch ich als Elternteil leisten kann.

An einem Freund sind die Auswirkungen fehlerhafter Erziehung deutlich zu sehen: Er kriegt mit 25 Jahren alleine gar nichts auf die Reihe ("Hotel Mama"), da ihn die Eltern nie selbständig werden ließen. Von der Mutter überbehütet und eifersüchtig bewacht, konnte er von kleinauf keinen einzigen Schritt alleine machen. Ihm wurde alles abgenommen und nichts zugetraut. Er mußte mit seiner kranken Mutter eine Art "Mutter-Sohn-Symbiose" eingehen, zu der kein Dritter Zugang hatte, Tja, wie traurig, und der Vater hat sich nie eingemischt...



Was ist mit den Müttern, deren Kinder drogensüchtig wurden, die im Leben nicht klarkommen? Haben sie alle versagt? Urteilst du wirklich so unangemessen hart? Es gibt mehrere Faktoren, die über das Gelingen eines Lebens entscheiden. Eine Bekannte von mir hat einen drogensüchtigen Sohn, und einen, der Jura studiert...

Hey, ich urteile nicht pauschal "unangemessen hart". Das muss im Einzelfall genauer betrachtet werden, bevor eine Bewertung abgegeben werden kann.

Und wie gesagt, nicht die "Mütter haben versagt", sondern wenn schon, dann haben beide Elternteile erziehungstechnischen Mist gebaut.

Zur Drogensucht: Ja, ich denke, dass in den meisten Fälle ein sehr unglückliches Elternhaus für schwere Drogenabhängigkeit oder andere Süchte in jungen Jahren verantwortlich ist.

Der eine Sohn ist wohlgeraten, der andere mißraten. das kenn ich. Und ich weiss auch, dass viele Eltern in solchen Fällen nicht beide Söhne gleich behandelt haben. Der eine (meist jüngere) wurde bevorzugt, der andere benachteiligt...



Kinder kommen unschuldig auf die Welt, aber nicht ohne eigenständige Persönlichkeiten. Es gibt Persönlichkeiten, mit denen man zurecht kommt, andere sind schwieriger. Ds kann auch für eigene Kinder zutreffen. Mit "Schuld" hat das wenig zu tun.

Ne, dem kann ich auch nicht zustimmen, dass Kinder als eigenständige Persönlichkeiten auf die Welt kommen. Das hieße ja, dass sie, frisch aus dem Mutterschoß kommend, schon einen fertigen Charakter hätten. Das hieße auch, dass kleine Säuglinge z.B. schon introvertiert oder extrovertiert wären. Nein, das glaube ich nicht. Ich denke, dass die Umwelt (also auch Eltern) ein Menschenkind stärker prägen als landläufig bekannt ist. Eine gute, liebevolle Erziehung kann soviel kompensieren.



Heute klagen viele über eine schwere Kindheit, die keine hatten, und ruhen sich auch noch als 30jährige darauf aus. Eigenverantwortung ist bei vielen Fehlanzeige - wir erleben das ständig bei unseren Praktikanten.

Das tut mir leid, dass viele Praktikanten in eurem Betrieb wenig Eigenverantwortung zeigen, unselbständig sind.

Aber das kann auch darauf zurück zuführen sein, dass es extrem klammernde Mütter oder Eltern gab wie im Beispiel meines Bekannten.



Längst nicht alle, die ihre vermeintlich schlimme Kindheit als Entschuldigung für Faulheit/NullBock-Mentalität anführen, sind mißhandelt worden.

Ich glaube, "normale" Faulheit oder Null-Bock-Mentalität lassen sich schon unterscheiden von extremer Menschenscheu, Selbstunsicherheit, Ängstlichkeit, den klassischen Symptomen einer wirklich schlimmen Kindheit.



Ich habe nicht daron geredet, daß DU - also Uroborosserpent - Väter nicht als in der Verantwortung stehend siehst. Aber ihnen wird von unsere Gesellschaft viel mehr nachgesehen als Müttern - was du ja nicht tust.
Da wären wir ja mal einer Meinung

Ja, in dem Punkt sind wir uns einig :smile:



Übrigens auch, was ein stabiles Elternhaus angeht...wobei meine persönliche Erfahrung ein wenig anders aussieht. Meine Mutter wurde schwerst krank, als ich 14 war - und starb nach langer Krankheit. Mein Vater hatte mit sich selbst seine Last.
Und ich?? Bin eine glückliche, zufriedene Erwachsene mit gutem Selbstwertgefühl und auch noch einem guten Job...
Komisch, nicht???

Ruby, das tut mir sehr leid für Dich! Wahrlich keine schöne Kindheit, die geliebte Mama so früh zu verlieren und ein Papa, der daran zerbricht! :knatsch:

Aber irgendjemand muss für Dich da gewesen sein, Dein Leid aufgefangen haben. Es muss ein Gegengewicht, eine Kompensation Deines Unglücks gegeben haben, sonst wäre kein Happy-end möglich gewesen.



Liebe Grüße und nichts für ungut, Ruby

Auch für Dich liebe Grüße, und ich bin immer noch Deine treue Leserin :blumengabe:

Kjess
06.07.2007, 16:29
Meine Mutter und ich sind wie Feuer und Öl. Wir mögen uns nicht, wir können uns gar richtig nicht leiden. Wir brauchen uns nicht und sind so seit fast 13 Jahren auch getrennte Wege gegangen.

Ich habe immer wieder andere beneidet um ihre tollen Mütter, meine war anders. Ich habe eine Mutter vermißt die mich nimmt wie ich bin, die mich nicht kleiner macht, die mich nicht hänselt, schlägt und mir suggeriert ich sei einfach zu dumm für die Welt.

Sie wird nur die Mutter auf dem Papier bleiben. Aus ihrem Bauch bin ich geboren, den Rest gönne ich ihr nicht, denn wer ich heute bin das habe ich ganz allein mir zu verdanken.

uroborosserpent
06.07.2007, 16:47
Hallo Pummel!



Ich kann erwachsene Kinder gut verstehen, wenn sie den Kontakt zum Elternhaus abbrechen, weil sie so schlimme Erfahrungen gemacht haben.

Ich im allgemeinen auch, aber es müssen für den Abbruch schon schlimme Gründe vorliegen. Also nicht: "Weil mein monatlicher Scheck ausgeblieben ist" oder "Weil ihr hässliche Nasen habt und klein seid, konnte ich nicht Model werden ".



Zudem ist es sehr schwierig sich einer Diskussion mit den Eltern/Elternteil zu stellen, weil diese sich ihrer 'Schuld' oft gar nicht bewusst sind.

Die einen sind sich ihrer Schuld nicht bewusst, weil sie nichts Fehlerhaftes bemerkt haben. Die anderen sind sich ihrer Schuld nicht bewusst, weil sie sich für fehlerfrei halten.



Ich glaube, es wäre einfach nur gut, wenn ein 'Es tut mir/uns leid, dass du unter uns gelitten hast. Es war uns nicht bewusst.' Das trifft wahrscheinlich auch den Kern, dass es den wenigsten bewusst ist. Sie ahmen vll wirklich ein selbst erlebtes Muster nach, unter dem sie vll genauso gelitten haben, aber verdrängen od. vergessen es, und machen es nun so weiter bei den Kindern.

Ja, richtig. Erstens, das Eingestädnis, die Einsicht, Fehler gemacht zu haben und die nachträgliche Entschuldigung dafür. Zweitens die Durchbrechung des eingeschliffenen Erziehungsmusters, um eben nicht mehr die Tradition einer schlechten Erziehung fortzuführen.



Ich finde auch, dass die Väter hier viel zu sehr ausgenommen werden. Haben die denn keine Augen, Ohren, Bewußtsein?

Vielleicht doch evolutionsbiologisch bedingt, dass sich viele wenig in die Kindeserziehung einbringen oder einmischen?



Dann ist da ja schließlich auch noch Familie, Großeltern, Tanten, Onkeln sowie Freunde, Bekannte u. Nachbarn. Wieso sagt da eigentlich so selten einer was? Man will sich halt nicht einmischen u. das ist echt das allerletzte. Menschen mischen sich oft in Sachen ein, die 1. unwichtig sind u. 2. sie nichts angehen, aber wenn es um so 'ne kleine Kinderseele geht, schauen sie alle weg. Versteh das mal einer.
Allerdings habe ich mir schon einige Rüffel i.d. Familie eingefangen, weil ich wagte, ganz vorsichtig auf etwas aufmerksam zu machen. Wenn man das 3-4 mal hat, dann läßt mans auch bleiben.

Pummel, bemerkst Du Dir ein bißchen widersprichst? (Ist nicht böse gemeint, nur so). Erst fragst Du Dich, weshalb die Verwandten nichts sagen. Dann stellst Du fest, dass sie sich ja nicht einmischen wollen, was Dich ärgert. Aber dann gibst Du selber zu, dass man keine Lust hat, berechtigte Kritik am Erziehungsstil zu äussern, wenn man sowieso gleich abgebügelt wird.



Aber ich denke, gerade als junge Mutter ist man so auf das 'äußerliche' Wohl des Kindes der Familie besorgt, dass man vll gar nicht merkt was man, evtl. durch Überforderung, verbal an Gemeinheiten zurückverteilt. Stressabbau leider immer an die, die sich nicht wehren können, die Kinder. Und leider merken sie's nicht.

Ja, eben, Stressabbau am schwächsten Glied in der Kette. Z.B. die Arbeitswelt. Durch die langanhaltende Wirtschaftsmisere sind die Arbeitsplätze bedroht. Am Arbeitsplatz hängt aber auch das
Familieneinkommen. Ausserdem sind die Arbeitsbedingungen härter geworden: Immer mehr überstunden für weniger Nettogehalt. Klar, dass die Eltern schon allein deswegen gefrustet und gestresst sind! Und die meisten Kinder kriegen's dann ab.



Was mich ärgert ist, dass man das Wichtigste, nämlich über Kindererziehung sowie Ehe, eigentlich nicht 'gelehrt' wird, man hüpft ins kalte Wasser. Gibt es da nicht so ein schönes Lied, so ungefähr ' man lernt jeden Schmarren nur die Liebe nicht'? Sehr wahr.

Du meinst den "Eltern-Führerschein" :lachen:



Es gehört viel mehr Sozialunterricht in die letzten Klassen der Schulen, wo über solche Probleme auch gesprochen wird und wo auch Elternabende gehalten werden u. gezielt über dieses Thema hier geredet wird. Die Menschen 'bewusst' machen was sie tun.

Och, es wäre schon schön, wenn sich die Eltern diese schlauen Psycho-Ratgeber zur Brust nehmen könnten. Mittlerweile gibt es die Dinger fast zu jedem erdenklichen Thema.



Ich kenne 1 Frau die mit ihrer Mutter gebrochen hat, sie ging nicht mal ans Sterbebett aber ich habe das Gefühl, dass sie der Aussprache nachtrauert. Die Mutter selber, eine Freundin meiner Mum, war sich ihrer 'Schuld' absolut nicht bewußt u. dann zu alt um irgendwas zuzugeben, Alterstarrsinn vll. Schade drum.

Ja, das ist grausam, wenn es aus der Sicht der Tochter ZU SPÄT für eine Aussprache ist. Dann frißt das noch jahrelang an der Tochter-Seele und man finde keinen Seelenfrieden. Man konnte ja nicht abschließen. Vielleicht hilft da ein selbstverfasster Abschiedsbrief an die tote Mutter?

Viele liebe Grüße auch an Dich:blumengabe:

Inaktiver User
06.07.2007, 16:52
Interessantes Thema !

Mal vorerst, es eignet sich nicht jedes Thema dazu, die allzu bekannte Platte gute Frauen, böse Männer aufzulegen. (immer sind die armen Frauen schuld...)

Die Beziehung Mütter-Töchter ist eine vielschichtige.

Ich glaube, eine grosse Rolle spielt darin, ob sich die Mutter getraut hat, ihr Leben nach ihren Vorstellungen zu führen, wenn nicht, wird sie wohl auf die Tochter eifersüchtig sein, die dies schafft.
Vielleicht steht die tTchter dem Herzen des Partners auch näher, als die Mutter selbst.

Wie gesagt, auf die übliche Frau-Mann, Frau gut, Mann ganz böse, wenn Frau, Frau kritisiert noch böser, passt dieses Thema nicht.

lg. Charly

uroborosserpent
06.07.2007, 16:59
@Kjess:

Das schlechte Mutter-Tochter-Verhältnis tut mir sehr leid! Würde Deine Mutter denn noch eine geöffnete Tür bei Dir vorfinden, wenn sie ihren Stolz überwinden, und bei Dir anklopfen würde? Oder ist schon zuviel kaputt gegangen, so dass nichts mehr an liebevollen Gefühlen da ist? :wie?:

LG :blume: :blume: :blume:

Inaktiver User
06.07.2007, 17:23
Liebe Ruby, wir liegen mit unseren Meinungen bestimmt nicht sooo weit auseinander :blumengabe:

Wahrscheinlich ergreifst Du eher Partei für die gereiften Mütter, weil Du altersmäßig näher dran bist, während ich mich wegen meines Alters besser in die Lage der älteren Töchter hinein versetzen kann.



Das wird von Fall zu Fall verschieden sein. Die einen Mütter sind überfordert, die anderen Mütter schlicht und ergreifend eifersüchtig und dann gibt es noch Mischformen.

Eine Mutter in den Wechseljahren mit leiblicher Teenie-Tochter ist spät zur Mutterschaft gekommen und eigentlich nicht der Regelfall in unserer Gesellschaft, denke ich.



Ne, ne, das stimmt so nicht. Ich schrieb: "Eltern, die versagt haben (nicht nur die Mütter)". Diese Differenzierung ist mir schon wichtig, denn für die Erziehung sind beide Elternteile zuständig.

Von den Müttern oder Eltern erwarte ich keine Perfektion, sondern nur ein Mindestmaß, was auch ich als Elternteil leisten kann.

An einem Freund sind die Auswirkungen fehlerhafter Erziehung deutlich zu sehen: Er kriegt mit 25 Jahren alleine gar nichts auf die Reihe ("Hotel Mama"), da ihn die Eltern nie selbständig werden ließen. Von der Mutter überbehütet und eifersüchtig bewacht, konnte er von kleinauf keinen einzigen Schritt alleine machen. Ihm wurde alles abgenommen und nichts zugetraut. Er mußte mit seiner kranken Mutter eine Art "Mutter-Sohn-Symbiose" eingehen, zu der kein Dritter Zugang hatte, Tja, wie traurig, und der Vater hat sich nie eingemischt...



Hey, ich urteile nicht pauschal "unangemessen hart". Das muss im Einzelfall genauer betrachtet werden, bevor eine Bewertung abgegeben werden kann.

Und wie gesagt, nicht die "Mütter haben versagt", sondern wenn schon, dann haben beide Elternteile erziehungstechnischen Mist gebaut.

Zur Drogensucht: Ja, ich denke, dass in den meisten Fälle ein sehr unglückliches Elternhaus für schwere Drogenabhängigkeit oder andere Süchte in jungen Jahren verantwortlich ist.

Der eine Sohn ist wohlgeraten, der andere mißraten. das kenn ich. Und ich weiss auch, dass viele Eltern in solchen Fällen nicht beide Söhne gleich behandelt haben. Der eine (meist jüngere) wurde bevorzugt, der andere benachteiligt...



Ne, dem kann ich auch nicht zustimmen, dass Kinder als eigenständige Persönlichkeiten auf die Welt kommen. Das hieße ja, dass sie, frisch aus dem Mutterschoß kommend, schon einen fertigen Charakter hätten. Das hieße auch, dass kleine Säuglinge z.B. schon introvertiert oder extrovertiert wären. Nein, das glaube ich nicht. Ich denke, dass die Umwelt (also auch Eltern) ein Menschenkind stärker prägen als landläufig bekannt ist. Eine gute, liebevolle Erziehung kann soviel kompensieren.



Das tut mir leid, dass viele Praktikanten in eurem Betrieb wenig Eigenverantwortung zeigen, unselbständig sind.

Aber das kann auch darauf zurück zuführen sein, dass es extrem klammernde Mütter oder Eltern gab wie im Beispiel meines Bekannten.



Ich glaube, "normale" Faulheit oder Null-Bock-Mentalität lassen sich schon unterscheiden von extremer Menschenscheu, Selbstunsicherheit, Ängstlichkeit, den klassischen Symptomen einer wirklich schlimmen Kindheit.



Ja, in dem Punkt sind wir uns einig :smile:



Ruby, das tut mir sehr leid für Dich! Wahrlich keine schöne Kindheit, die geliebte Mama so früh zu verlieren und ein Papa, der daran zerbricht! :knatsch:

Aber irgendjemand muss für Dich da gewesen sein, Dein Leid aufgefangen haben. Es muss ein Gegengewicht, eine Kompensation Deines Unglücks gegeben haben, sonst wäre kein Happy-end möglich gewesen.



Auch für Dich liebe Grüße, und ich bin immer noch Deine treue Leserin :blumengabe:


Kann sein, daß ich die Älteren ein wenig in Schutz nehme - bin eben näher dran, kenne viele Eltern - habe also eine leicht eingefärbte Sicht. Ist ja auch ein emotionales Thema ;-)

Mütter sind keine Engel. Natürlich gibt es welche, die neidisch, giftig und böse sind - aber auch Töchter, die genauso sind.
Aber ich glaube, die "normale" Mutter gibt sich Mühe, tut was sie kann - und macht trotzdem manches falsch. Und das darf sie...
Mit den Wechseljahren /Pubertät ist das so ein Ding...es gibt im wahrsten Sinne des Wortes Spätpubertierende und Frauen, die schon mit 37 (!!) im Wechsel stecken. Soll lt meinem Gyn gar nicht mal so selten sein...
Es passiert durchaus öfters, daß diese 2 brisanten Phasen aufeinandertreffen.

Drogensucht: nicht immer ein schlechtes Elternhaus...der Sohn einer Freundin (eine sehr besorgte, verständnisvolle Mutter, die ihm trotzdem halt gegeben hat, ein lieber Papa) geriet in schlechte Gesellschaft, Mädel war wohl auch Grund - jetzt macht er gerade mit 20 Entzug, ich glaube es ist No. 3...
Schuld?? Nicht immer ist jemand schuld - leider passieren Dinge, die wir weder als Eltern noch als Freunde beeinflussen können.

Charakter von Geburt?
Ich glaube, daß viele Dinge vorgegeben sind, die sich aber durch Erziehung ändern lassen. Sehe ich bei den Kindern von meinem Schwager: die eine ist still, brav und ruhig, die andere genau das Gegenteil...so'n bißchen spielen die Gene auch mit.

Unsere Praktikanten sind meist pubertäre Jungs. Da rechnet man schon mit einigem - aber ich weiß nicht, ob man hier das Elternhaus und nur das Elternhaus in die Verantwortung nehmen kann. Einer ist zB in einer scheußliche Clique gelandet, irgendwelche Rechtsradikalen, Eltern waren dagegen weitgehend machtlos und sehr unglücklich. Irgendwann hat er sich entschlossen, nicht mehr zu arbeiten...seine Clique hat ihn dabei unterstützt.
Wer ihn jetzt finanziert, weiß ich nicht.

Dieses Hotel Mama kenne ich auch...Söhnchen wird bekoche, bewaschen und betuttelt, bis er mit 50 ein unfähiger und eingenartiger Einzelgänger ist - der sich kein bißchen anpassen kann und will und der wahrscheinlich direkt von Muttern ins Altersheim wechseln sollte...
Hier ist Mutti "Schuld" - da gebe ich Dir Recht - und Papa auch, warum lässt er sowas zu?

Nein, es war lange niemand für mich da...Vater sehr oft im Ausland - ich alleine in einem großen Haus. Es hat mich reifen lassen..obwohl ich gerne anders erwachsen geworden wäre...
aber wer kann sich das aussuchen?

Lass Dich auch ganz lieb von mir grüßen - von alt zu jung - und hab ein schönes Wochenende,
Ruby

Inaktiver User
06.07.2007, 20:42
Interessant wäre - obwohl off topic - mal die Stimmen der Söhne in bezug auf ihre Väter zu hören.
Ich habe einen Bekannten, der wie ein Wilder Tennis trainiert, damit sein Sohn ihn ja niemals besiegt, auf die gleiche Art und Weise geht er mit Schach und Kartenspiel um :ooooh:
Und zum Thema Mutter-Tochter: was wohl die Töchter der vielen alleinerziehenden Mütter später mal sagen werden? Vielleicht werfen sie den Müttern vor, sie um den Vater gebracht zu haben.
Möglicherweise reiben wir Töchter uns mehr an den Müttern, weil die doch unsere ersten Bezugspersonen waren, und die Väter meist abwesend; wer kann schon Abwesenden Fehler ankreiden?
Gruss Colonna

Pummel
06.07.2007, 21:52
@uroborosserpent - lieben Gruß zurück:blumengabe:

Widerspruch...ja habe ich bemerkt, wollte es trotzdem stehen lassen, einfach aus dem Grund, dass man es wenigstens 1-2x probiert, trotz Rüffel.

Die ganzen Erziehungsratgeber helfen nichts, wenn man sie 1 od. 2x liest u. dann zur Seite legt od. erst gar nicht kauft.
Eine Bekannte, junge Mutti, hat sie alle durchgekaut u. trotzdem haben die Kinder inzwischen psych. Probleme durch die ständigen Ehestreitigkeiten.
Es fehlen die 'erfahrenen' Begleiter, Mitmenschen. Die Familien werden immer kleiner u. man oft keine Zeit mehr für Besuche, wenn sie denn erwünscht sind. Ganz schlimm ist auch eben diese 'Nicht einmischen-Mentalität', da redet man lieber hintenrum.
Menschen brauchen Menschen, von wem sonst sollen sie erfahren, wenn sie Fehler machen. Diese neue Anonymität ist der größte Feind u. evtl. auch der Perfektionswahn, immer alles selbst klären/machen zu wollen, dieses nicht helfen lassen wollen.
Da diese begleitenden Menschen immer weniger werden, es die Großfamilie kaum noch gibt, ist der Sozialstaat gefragt.
Aufklärung ist nötig u. das gehört in die Schule.
Mütter gehen zur Schwangerschaftsgym, wieso nicht auch in 'nen Kurs f. Ki.erziehung, natürl. mit den Vätern?
Die Politik muss sich den veränderten Gesellschaftsverhältnissen anpassen. Die Scheidungsrate ist bei fast 50% und die alleierz.Eltern u. Patchworkfamilien nehmen rapide zu. Für viele Menschen führt das noch zu mehr Stress, wie sollen sie denn da vernünftig erziehen? Sie brauchen Hilfe u. das nicht in 20 Jahren sondern gleich. 'Gleich' bleibt wohl eine Illusion, obwohl es sich seit Jahren abzeichnet.

Vorwürfe bringen sie was? Verständnis aller Seiten wäre besser.

Gruß - Pummel

Inaktiver User
08.07.2007, 00:55
Hallo,
dies ist ein sehr interessantes und sehr komplexes Thema.

Ja, auch ich hatte ein sehr gespanntes Verhältnis zu meiner Mutter und das Gefühl, dass sie eifersüchtig auf mich war, nicht nur als ich heranwuchs, sondern wohl schon viel früher.

Meine Eltern haben sehr jung geheiratet und sie ist jung Mutter geworden, allerdings war das erste Kind ein Junge.

Aus Erzählungen weiss ich, dass die aller ersten Jahre nicht besonders einfach waren, mein Vater hat seine Rolle als Ehemann und Vater wohl nicht so recht annehmen können, dann spielte sich ihr Leben ein. Als mein Bruder in die Schule kam, kam ich auf die Welt.
Ein Wunschkind – sie wollten ein Mädchen. Für meinen Bruder war das ein Drama – für meinen Vater eine große Freude. Mein Bruder war wohl der Liebling meiner Mutter – ich wurde der Liebling meines Vaters. (Das weiß ich nur aus Erzählungen und von Fotos, denn daran kann ich mich nicht erinnern!)

Dann ist etwas geschehen, was ich mir nie so recht erklären konnte, ich bin, als ich 4 Jahre alt war (!), aus einem normalen Anlass, wie es Kinder tun, böse auf meinen Vater geworden. Nur bin ich so böse geworden, dass ich beschloss meinen Vater NIE MEHR lieb haben zu wollen. Ich habe mich von ihm nicht mehr liebkosen lassen, ihn nicht umarmt, nie mehr auf seinem Schoss gesessen usw., d.h. ihn wie einen fremden Mann behandelt. (Was ich eisern bis ich Mitte 20 war durchgehalten habe. ) Er hat oft versucht, mir ein Kuesschen aufzudrücken oder mir heimlich über den Kopf zu streicheln, aber ich bin immer zurück geschreckt, als würde er mir etwas Böses tun.

Mein Vater hat wohl darunter gelitten, aber meine Mutter fand das anscheinend normal, denn sie hat nie eine Bemerkung dazu gemacht, mich nie ermuntert oder versucht mit mir darüber zu reden.
Nein, sie hat mich sogar bestärkt, denn wenn ich mich ärgerlich abwandte, falls er mich mal streichelte, sagte sie zu ihm: lass sie doch in Ruhe, du siehst doch das sie das nicht will!

Sie selbst war, im Gegensatz zu meinem Vater, überhaupt nicht zärtlich, zog Zärtlichkeiten oft ins Lächerliche. (Mein Vater durfte wohl auch nicht zärtlich zu meinem Bruder sein, denn das war ja ein Junge.) Dann kam mein jüngerer Bruder auf die Welt – ein unvorhergesehener Nachkömmling. Da war meine Mutter plötzlich liebevoll und zärtlich. Aber das war ja auch ein Baby….!

Ich war viele Jahre überzeugt, dass ich ein Problem mit meinem Vater hatte.
Durch einen Psychologen wurde ich darauf hingewiesen, dass ich anscheinend eher ein Problem mit meiner Mutter hatte: um mich ihrer Zuneigung zu versichern, habe ich mich wohl unterbewusst von meinem Vater abgewandt – sozusagen um ihr eine „Gefallen“ zu tun.
Auch wenn es mir trotzdem nicht gelungen ist, mich von ihr so geliebt zu fühlen, wie ich meinte, dass meine Brüder es waren.

Die fehlende liebevolle Beziehung zu meinem Vater hatte später sicher einen Einfluss auf das Bild, dass ich von den Männern bekommen habe.

Als junges Mädchen habe ich meine Mutter dann sehr kritisch betrachtet. Ich wollte alles andere, nur nicht so werden wie sie, ihr auf keinen Fall ähnlich sein.
Wir haben uns viel gestritten und ich mich sehr einsam in meiner Familie gefühlt, denn von ihr musste und wollte ich mich lösen, meine Brüder habe ich beneidet, meinen Vater hatte ich ja beschlossen nicht mehr zu lieben und da kam ich nicht mehr heraus, (denn das wäre unmöglich gewesen JETZT plötzlich zärtlich zu ihm zu sein, wo ich doch fast eine Frau war.)

Außerdem war meine Mutter besessen von der Angst, alle Männer, auch der eigene Vater hätten „abartige“ Gefühle, die in ihnen schlummern und die zu Tage treten könnten, wenn man sie provoziert.
Ich durfte deshalb nie zuhause „aufreizend“ herumlaufen, d.h. mich in Unterwäsche oder sogar Unterrock vor meinem Vater oder meinen Brüdern zeigen, ohne von ihr verdächtigt zu werden, sie „reizen“ zu wollen. Mein Vater hingegen war ein normaler Mensch, gar nicht verklemmt und wurde ebenfalls von ihr gescholten, wenn er sich mir gegenüber freier zeigte. (Vor ihr und meinen Brüdern war es ja erlaubt!)

In meiner Pubertät gab es Zeiten, da wollte ich eben lieber ein Junge sein, habe mich wie ein Junge angezogen und benommen, trotz meiner sehr weiblichen Formen!
Nie hat mir jemand bei mir zuhause gesagt wie schön es ist eine Frau zu sein! Nie hat mir jemand zuhause gesagt, eine schöne Frau zu sein.
Ich zog sehr früh aus und war lange Jahre überzeugter Sigle.

Meine Mutter ist leider recht jung verstorben.

Jetzt bin ich in den Wechseljahren und meine Tochter in der Pubertät. Bevor ich schwanger wurde, konnte ich mir überhaupt nicht vorstellen eine Tochter zu bekommen. (Ihr wollte ich die Kindheit als Mädchen ersparen?! ) Dann habe ich beschlossen, mich gedanklich nur darauf vorzubereiten, dass es ein Mädchen wird, es mir zu wünschen von ganzem Herzen. Und es wurde ein Mädchen.

Mit ihrem Heranwachsen habe ich meine eigene Kindheit nochmals durchlebt. Ich habe versucht ihr zu vermitteln, wie schön es ist, ein Mädchen zu sein. Ihren Körper zu lieben. Ihren Vater zu verehren. Ich bin nicht eifersüchtig oder neidisch auf sie. Aber sie hat mir nochmals gezeigt, wie traurig ich eigentlich war, als Mädchen.
Meiner Mutter habe ich verzeihen können. Ich denke nicht, dass sie aus böser Absicht gehandelt hat, sie war halt in ihrer Erziehung verfangen. Als erwachsene Frau und Mutter sehe ich jetzt auch manches anders, als damals als Tochter…leider kann ich nun nicht mehr mit ihr darüber reden.
Zu meinem Vater habe ich nach ihrem Tod ein normales Vater-Tochter-Verhältnis aufnehmen können.

Meine Tochter war immer sehr an mich, aber auch an ihren Vater gebunden und beginnt erst jetzt mit normalen Streitereien sich von mir zu lösen und das ist gut so.
Sie ist sehr kritisch mir gegenüber geworden, möchte mich „jungendlicher“, einen Gefallen, den ich ihr gern tue. (Sie sucht mir die Kleidung aus, ärgert sich, wenn sie mich manchmal für ihre Oma halten!)

Sicher ist es von Vorteil, wenn man eine ältere Mutter ist, denn da kommt das Gefühl der „Konkurrenz“ weniger zum Vorschein (uns trennen 40 Jahre!)
Nun, da wir beide unsere „Hormonstürme“ haben, gibt es schon mal Stress. Aber durch ihr „Frauwerden“, habe ich praktisch auch eine zweite Pubertät durchgemacht, ich habe mich von der Rolle der „Mama“ befreit, um auch wieder Frau zu werden, was die Wirkung der Wechseljahre relativiert…und ich habe das Gefühl, wir bewegen uns auf eine und die selbe Ebene zu, was wirklich sehr schön wäre.

Amorosa

uroborosserpent
09.07.2007, 16:58
@Amorosa:

Schade, dass auch Du keine normale Mutter-Tochter-Beziehung hattest- also aus Tochtersicht! Aber Du hast ja -aus Muttersicht- vieles retten können :Sonne:

Mich würde interessieren, was Du bezüglich der Erziehung Deiner Tochter bewusst anders gemacht (bzw besser gemacht) hast als Deine Mutter. Du schriebst ja schon, dass Du das Selbstbewusstsein Deiner Tochter ganz bewusst durch Komplimente für ihr Aussehen zu stärken versucht hast. Klasse! Gibt es sonst noch was Erwähnenswertes?

LG

Inaktiver User
09.07.2007, 18:19
hallo uroborosserpent,

nun, da meine Mutter mir immer irgendwie vermittelt hat, was es fuer ein grosser Nachteil ist, eine Frau zu sein und ich mir in meinem Leben beweisen musste, dass das eben nicht unbedingt so ist, habe ich genau das meiner Tochter weitergeben wollen.

Meine Mutter hat sich staendig beklagt ueber ihr Schicksal als Frau. Hat ihre Unzufriedenheit auf die Tatsache geschoben, dass sie geheiratet hat und Kinder bekam, wegen der sie sich selbst nicht verwirklichen konnte. Hat mir staendig den Satz wiederholt: sei nicht so DUMM wie ich!
Da ich ein Maedchen war, hat sie mich frueh in ihre Sorgen einbezogen und auch damit ueberfordert. Teilweise habe ich mich durch mein Leben "schuldig" gefuehlt fuer ihre Traurigkeit, denn wenn wir Kinder nicht gewesen waeren....
Sie hat das sicher nicht bemerkt und auch nicht gewollt. Sie wollte moeglicherweise, dass es mir einmal besser geht.

Ich lebte dann nach dem Motto: selbst ist die Frau, d.h. in de Bewusstsein, dass ich gut ohne Mann leben kann. (Mit einer grossen Angst vor einer festen Partnerschaft und ohne jeglichen Kinderwunsch.)

Ich habe nun versucht meiner Tochter zu vermitteln, dass es schoen ist, ein Maedchen zu sein, wie es schoen ist ein Junge zu sein, d.h. dass alles Vorteile und Nachteile hat.

Ich habe meinen Mann von ihrer Geburt an in die Fuersorge fuer sie einbezogen und darauf geachtet, dass sie eine Beziehung zueinander entwickeln konnten, wobei mein Mann immer sehr kollaborativ war.

Auch wenn ich glaube, dass meine Mutter viele Fehler gemacht hat, d.h. ihr Verhalten sich auf mich nachteilig ausgewirkt hat, habe ich jedoch nicht das Gefuehl, keine gute Beziehung zu ihr gehabt zu haben. Sie hat mir die Liebe, diese "exklusive Mutterliebe", die sich jeder wohl wuenscht, nicht geben koennen, weil sie nicht anders konnte.
Sie hat viel mit mir gesprochen, mir viel von sich und ihren Gefuehlen erzaehlt. Ich habe sie, als ich erwachsen wurde auch verstehen koennen, weil ich erfahren hatte, warum sie so geworden ist, aber ich wollte eben NICHT wie sie sein, nie so werden!

Ich habe mich innerlich lange gegen eine Mutterschaft gestraeubt. Sicher auch aus Angst, keine gute Mutter werden zu koennen.

Die Mutterschaft hat mich allerdings meine Mutter besser verstehen geholfen. Sie ist ein anderer Mensch gewesen als ich. Meine Tochter ist ein anderer Mensch als ich. Ich aehnle mehr meiner Grossmutter und meine Tochter ihrer Grossmutter. Die Generationen kreuzen sich.
Eine Mutter mit einem starken Charakter bekommt eine Tochter mit einem schwachen Charakter, die bekommt eine Tochter mit einem starken Charakter usw. usw. usw.
Das hat mich eine Zeit lang gequaelt. Ich dachte, mein starker Charakter wuerde zu dominant auf sie wirken und damit den ihren schwaechen. Dann wurde mir aber klar, dass sie meiner Mutter aehnelt! Aengstlich und unsicher von Natur aus.

Also galt es IHR Selbstbewusstsein, IHR Selnstwertgefuehl zu entwickeln, d.h. ihr so oft wie moeglich die Gelegenheit zu geben, sich selbst zu beweisen, ihr Mut zu machen, sie zu ermuntern, immer und immer wieder. (Sie litt unter Trennungsangst und zeitweise sogar unter Panikanfaelle) Auch in Zusammenarbeit mit ihren Erziehern und Lehrern. Kein leichtes Unterfangen. Aber es traegt seine ersten Fruechte. Sie wird eine junge selbstbewusste Frau...

Ich denke jede Mutter ist Mutter, so gut sie kann und macht trotzdem viele Fehler, sicher ungewollt.

Amorosa

uroborosserpent
09.07.2007, 23:41
@Amorosa:

Ich habe Deinen letzten Beitrag gelesen, und finde es ganz toll, wie Du Dich bemüht hast -trotz Deiner eigenen, teilweise kontraproduktiven Erziehung-, nicht nur eine schöne Vater-Tochter-Beziehung herzustellen, sondern Deiner Tochter ein besseres Verhältnis zu ihrer Rolle als Frau zu vermitteln :smile: Auch Deine Maßnahmen zur Stärkung ihres Selbstwertgefühls sind richtig und wichtig, denke ich mir. Wenn ich das so sagen darf: Du bist m.E. eine sehr kluge Mutter. Gratulation :blumengabe:

Nochmal zu Dir, lieber Pummel:



Die ganzen Erziehungsratgeber helfen nichts, wenn man sie 1 od. 2x liest u. dann zur Seite legt od. erst gar nicht kauft.

Dem kann ich nur zustimmen.


Es fehlen die 'erfahrenen' Begleiter, Mitmenschen. Die Familien werden immer kleiner u. man oft keine Zeit mehr für Besuche, wenn sie denn erwünscht sind. Ganz schlimm ist auch eben diese 'Nicht einmischen-Mentalität', da redet man lieber hintenrum.

Gutes Stichwort: "Kleinfamilien". Früher lebten mehrere Generationen unter einem Dach. Omas gute und bewährte Ratschlägen wurden von der jungen unerfahrenen Eltern zumeist gerne angenommen. Die Großeltern haben die Kleinen beaufsichtigt und ihnen viele Dinge beigebracht. Es wurde viel vorgelesen, viel erzählt, während man in geselliger Runde Handarbeiten verrichtete. Natürlich wird es auch Konflikte gegeben haben. Doch die Mentalitätsunterschiede zwischen den Generationen dürften nicht so groß gewesen sein wie heutzutage, weil die damalige Zeit (20.Jh) nicht so schnellebig gewesen war.

Manchmal ist ja heute das Modell einer Wohngemeinschaft aus Angehörigen mehrerer Altersklassen anzutreffen, die nicht unbedingt verwandt sein müssen. Nachbarschaftshilfe ist auch nicht schlecht...



Menschen brauchen Menschen, von wem sonst sollen sie erfahren, wenn sie Fehler machen.

Im großen und ganzen gebe ich Dir recht. Nur sind ein paar Voraussetzungen nötig, damit Menschen sich auf Fehler hinweisen lassen. Eine Voraussetzung ist beispielsweise ein Vertrauensverhältnis zur Person, die auf Fehler aufmerksam macht. Ein weiterer Punkt ist die Art und Weise, wie die Person auf die Fehler der Eltern hinweist. Ein vorwurfsvoller Ton etwa kommt nicht so gut an.



Diese neue Anonymität ist der größte Feind u. evtl. auch der Perfektionswahn, immer alles selbst klären/machen zu wollen, dieses nicht helfen lassen wollen.

Richtig, auch mal Hilfe annehmen können, ohne sich einen Zacken aus der Krone zu brechen. Aber die Hilfe einer staatlich beauftragten "Super-Nanny" geht mir dann doch zu weit. Ich finde diese Serie scheusslich, zumal sie den Eindruck vermittelt, als ob es nur noch "Problemfamilien" gäbe! Und noch was: Im Normalfall verbitte ich mir eine staatliche Einmischung in die Erziehung meiner Kinder.



Da diese begleitenden Menschen immer weniger werden, es die Großfamilie kaum noch gibt, ist der Sozialstaat gefragt.

Ja, über staatliche Unterstützung bei der Suche nach einer KITA oder einem Kindergartenplatz habe ich nichts einzuwenden. Jedoch benötige ich keine staatlich geprüfte "Super-Nanny", die mir Vorschriften macht.



Aufklärung ist nötig u. das gehört in die Schule.
Mütter gehen zur Schwangerschaftsgym, wieso nicht auch in 'nen Kurs f. Ki.erziehung, natürl. mit den Vätern?

Gute Idee! Aber wie gesagt, sie sollten sich die Erziehungsratgeber auch wirklich zu Herzen nehmen.



Die Politik muss sich den veränderten Gesellschaftsverhältnissen anpassen. Die Scheidungsrate ist bei fast 50% und die alleierz.Eltern u. Patchworkfamilien nehmen rapide zu. Für viele Menschen führt das noch zu mehr Stress, wie sollen sie denn da vernünftig erziehen? Sie brauchen Hilfe u. das nicht in 20 Jahren sondern gleich. 'Gleich' bleibt wohl eine Illusion, obwohl es sich seit Jahren abzeichnet.

Ja, ja, die vielen Alleinerziehenden und zahllosen Patchworkfamilien. Wer passt auf die Vorschulkinder auf? Familienangehörige oder Freunde? Vielleicht Leihomas oder Leihopas? Tagesmütter? Babysittende Schülerinnen oder Studentinnen? Schulpflichtige Kinder brauchen vielfach eine Hausaufgabenbetreuung, evtl. Nachhilfe. In vielen Fällen können sich pfiffige Köpfe selber helfen, bevor sie staatliche Hilfe (oder gar Bevormundung) in Anspruch nehmen müssen.

Wird das Kind ganz allein den halben Tag vor den Fernseher geparkt, übernimmt die Mattscheibe die Erziehung. Viele Eltern machen sich nicht klar, wie stark das Fernsehprogramm die kleinen Zuschauer beeinflusst!



Vorwürfe bringen sie was? Verständnis aller Seiten wäre besser.

Ja, da hast Du sicherlich recht!

LG

Kjess
10.07.2007, 15:16
@Kjess:

Das schlechte Mutter-Tochter-Verhältnis tut mir sehr leid! Würde Deine Mutter denn noch eine geöffnete Tür bei Dir vorfinden, wenn sie ihren Stolz überwinden, und bei Dir anklopfen würde? Oder ist schon zuviel kaputt gegangen, so dass nichts mehr an liebevollen Gefühlen da ist? :wie?:

LG :blume: :blume: :blume:

Sie wüsste nicht wo eine Türe wäre, ob offen oder zu.

Ich habe lange Zeit getrauert über den Verlust einer Mutter, über das Fehlen meiner Mutter. Heute denke ich seltener darüber nach. Ich vermisse sie nicht im Sinne von wöchentlichen Gesprächen oder Shoppingtouren. Sie fehlt mir eher wie in manchen Bildern/Filmen dargestellt. Meine Mutter hat mich geboren und danach nur noch getriezt. Sie hat mich geschlagen wenn ich etwas anders machte als sie. Sie hat mich erniedrigt und gedemütigt. Sie hat mich gelogen und für Lügengeschichten benutzt.

Nein, meine Türe wäre nicht offen. Ich bin mir sicher ich würde ans Sterbebett gehen. Am Sterbebett meines Vaters habe ich sie gebeten, den Platz für meine Adresse im Adressbuch nicht mehr freizuhalten, sondern für jemanden zu nutzen den sie wirklich liebt. Ich habe sie gebeten nicht anzurufen, nicht zu mailen. sie möchte mich bitte einfach in Ruhe lassen und sich auf andere Dinge konzentrieren.

Ich war immer weniger Wert als meine Brüder und heute wo diese nicht mehr da sind, möchte ich nicht das sie ihre volle Konzentration auf mich vergeudet.

lg

EDIT: andererseits habe ich es bisher geschafft meinen Kindern eine Mutter zu sein. ein geben und nehmen zu gestalten. Ich habe es geschafft ihnen das Vertrauen zu geben, das ich bei meiner Mutter nie hatte. Wir drei lieben uns sehr und bringen es durch Worte und Gestiken zum Ausdruck (darauf bin ich sehr stolz)

uroborosserpent
10.07.2007, 17:36
Liebe Kjess,

das ist alles wirklich sehr, sehr traurig zu lesen! Menschen, die offene Türen nicht finden wollen/können. Offene Türen, die irgendwann resigniert geschlossen werden.

Ich hoffe für Dich, dass Du immerhin in den Genuss kommen konntest, "Papis Liebling" zu sein, eben ein Papa-Kind. Denn wenn man bei Mama keinen Halt finden darf/kann, muss sich das Kind wenigstens auf Papa verlassen dürfen/können.

Auch von Dir finde ich es großartig, dass Du es ANGESICHTS einer unschönen Mutter-Tochter-Beziehung geschafft hast, ein tolles Verhältnis zu Deinen eigenen Kindern (Töchtern) aufzubauen. Herzlichen Glückwunsch :blumengabe:

Kjess
16.07.2007, 09:24
Liebe Kjess,

das ist alles wirklich sehr, sehr traurig zu lesen! Menschen, die offene Türen nicht finden wollen/können. Offene Türen, die irgendwann resigniert geschlossen werden.

Ich hoffe für Dich, dass Du immerhin in den Genuss kommen konntest, "Papis Liebling" zu sein, eben ein Papa-Kind. Denn wenn man bei Mama keinen Halt finden darf/kann, muss sich das Kind wenigstens auf Papa verlassen dürfen/können.

Auch von Dir finde ich es großartig, dass Du es ANGESICHTS einer unschönen Mutter-Tochter-Beziehung geschafft hast, ein tolles Verhältnis zu Deinen eigenen Kindern (Töchtern) aufzubauen. Herzlichen Glückwunsch :blumengabe:

Ich danke Dir, leider war mir eine gute Papa/Kind beziehung schon durch die Eifersucht meiner Mutter nicht gegönnt, aber ich bin groß geworden. Um so mehr versuche ich heute allerdings auch ein Gleichgewicht herzustellen. Ich achte darauf diesen Kreislauf meiner Familie nicht weiterlaufen zu lassen, sondern einen eigenen zu definieren. Ab der Generation meiner zwei Süssen wird die Liebe in der Familie etwas anders definiert, hoffe ich.

Sie wissen ich liebe sie und wir knuddeln viel und auch mein Mann (Stiefvater) gibt ihnen viel Aufmerksamkeit und Geborgenheit - soweit es das normalen Alltagsstress möglich ist. Ich bin ehrlich, manchmal übertreibe ich es mit meiner Liebe schon, aber kann man davon als Kind zu wenig haben? Nein!!!

Ich bin froh, dass ich Zärtlichkeit, Geborgenheit und Liebe an meine Kinder geben kann, mein Mann kriegt dann leider weniger, denn so richtig aus dem Herzen habe ich es echt nur für meine zwei Süssen Mäuse. Ich bin allerdings froh das er das versteht und nicht in Löffelchenstellung schlafen muß!

Viele Grüße

Inaktiver User
29.07.2007, 12:26
Ruby,
was du beschreibst, wie Mütter in die Oma-Rolle gedrängt werden ist glaube ich keine Seltenheit.
Die Tochter will Komplimente und Bestätigung und soll sie auch bekommen.
Mama will aber auch nicht nur den Frust der Töchter abbekommen.
Ist mir schleierhaft wie man auf seine Brut neidisch sein kann für die die meisten Mütter Erhebliches an Unterstützung leisten.

Kriegen wir nicht unsere Kinder gerade deshalb weil es nichts Schöneres gibt als ein Kind heranwachsen zu sehen?

Leider ist es aber völlig aus der Mode gekommen Mutter zu danken jedenfalls im europäischen Raum
Rings um mich kenne ich zig Frauen, die komisch werden. Gestandene Frauen, die so gerne mehr am Leben ihrer Töchter teilhaben würden.
Ich hielt das unfreundliche Benehmen meiner Töchter lange für pubertäres Gehabe.
Den Vogel hab ich abgeschossen als wir vor acht Jahren in die jetzige Wohnung umzogen und allen Teenagertöchtern ein Zimmer einrichtete und mir eine Ecke in der großen Wohnküche.
Das ist mir heute richtig peinlich. Als meine Töchter stolz ihren Klassenkameraden und Freunden die neue Wohnung zeigten meinten die, so wohnt eure Mutter, woraufhin ein großen Möbelrücken statt fand.
Trotzdem ist mir heute klar, mir ist eine Rolle zugedacht.
Ich will gar nicht tiefer gehen, ob meine Töchter auf mich eventuell auch neidisch sein könnten? Dank guter Gene hab ich ne bessere Figur als sie. Sorgen mach ich mit mir selber ab, bin absolut kein Typ von schlechter Laune, weiß der Geier warum.

Auf Diskussionen hab ich keine Lust mehr, ich handel, mein Computer ist nur mit Passwort zu gebrauchen und in meine geliebten Bücher kommt nach und nach ein Eintrag: dieses Buch gehört.....
Wer weiß wie sich meine Situation entwickelt, gesellschaftlich hat man schlechte Karten sich zu wehren.
Dabei, was bedeutet Muttersein? Eine Mutter ist keine Bank, keine kostenlose Putzfrau und ....
Meine mütterlichen Seiten leb ich jetzt woanders aus, denn würde ich mich so verändern wäre ich mein eigener Feind.
Alles Gute von der madischa

painkiller
19.02.2008, 19:01
Hallo,

meine Mutter ist meine beste Freundin. Alles können wir besprechen auch intimes. Alles können wir zusammen unternehmen: Shoppen, Kino, Theater, Urlaub. Einfach alles.
Wir tauschen Klamotten und Schuhe und Handtaschen, ja sogar Möbel tauschen wir untereinander aus.

Meiner Mutter muss ich mich nicht erklären, sie kennt mich ja.

Rivalität gibt es bei uns nur beim Putzen. So nach dem Motto: Wer putzt sauberer und ist ordentlicher, wobei wir beide einen Putzfimmel haben.

Ich bin froh, dass meine Mutter meine Mutter ist und nicht irgendeine andere. Für mich ist sie die beste Mutter auf der Welt.
Wenn wir uns nicht sehen können, telefonieren wir jeden Tag mindestens ein Mal. Viele finden das albern, wir nicht.

Gruß
painkiller

kralle
19.02.2008, 21:21
Ich wünschte dass es bei mir auch so wäre. Leider streiten wir uns schon so lange ich denken kann nur. Ich weiß ni cht woran das liegen könnte, aber wir kommen einfach nicht zusammmen.