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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : wechsel in die private KV sinnvoll?



fiorina
15.06.2007, 12:55
hallo zusammen,

vielleicht ist hier ja jemand im Krankenversicherungswesen tätig und kann mir einen rat geben.
ich bin 46, alleinerziehend. mein sohn ist 15. so weit so gut.

wir sind bei der barmer gesetzlich versichert, obwohl mein einkommen über der grenze ab der ein wechsel zur privaten möglich ist, liegt.
als ich in meinem job anfing, stand eine private krankenversicherung finanziell gar nicht zur debatte.
jetzt erwische ich mich öfter mal bei dem gedanken, zu einer privaten kv zu wechseln. ich weiss, dass ich dort für meinen sohn und mich jeweils einen einzelnen vertrag nehmen muss.
meine frage ist einmal eher generell... bringt mir das was oder kostet es einfach nur mehr geld? und wie sieht es aus wenn ich in den ruhestand gehe, steigen dann die beiträge weil der arbeitgeberanteil wegfällt?
einen weg zurück gibt es ja dann nicht mehr, deshalb versuche ich mich so schlau wie möglich zu machen.

vielen dank,
lg, fio.

DerExperte
15.06.2007, 15:59
hallo zusammen,

vielleicht ist hier ja jemand im Krankenversicherungswesen tätig und kann mir einen rat geben.
ich bin 46, alleinerziehend. mein sohn ist 15. so weit so gut.

wir sind bei der barmer gesetzlich versichert, obwohl mein einkommen über der grenze ab der ein wechsel zur privaten möglich ist, liegt.
als ich in meinem job anfing, stand eine private krankenversicherung finanziell gar nicht zur debatte.
jetzt erwische ich mich öfter mal bei dem gedanken, zu einer privaten kv zu wechseln. ich weiss, dass ich dort für meinen sohn und mich jeweils einen einzelnen vertrag nehmen muss.
meine frage ist einmal eher generell... bringt mir das was oder kostet es einfach nur mehr geld? und wie sieht es aus wenn ich in den ruhestand gehe, steigen dann die beiträge weil der arbeitgeberanteil wegfällt?
einen weg zurück gibt es ja dann nicht mehr, deshalb versuche ich mich so schlau wie möglich zu machen.

vielen dank,
lg, fio.

hallo fiorina!

gerne würde ich dir einen rat geben. aber das sprengt hier alles und kann so in schriftform gar nicht alles dargestellt werden. zudem sind experten bei einem konkreten rat zur transparenz (informationspflicht seit dem 22.05.07) verpflichtet. vorher dürfen die gar keine rat erteilen (auch nicht in foren).

allgemein ist zu sagen:
du stehst wahnsinnig am anfang mit deiner recherche.
geld sparen kannst du bei einer krankenversicherung nie!
warum? lass dir das von experten erklären.

vielleicht ist deine fragstellung auch zunächst rasch gelöst, da du vermutlich gar nicht in die pkv wechseln kannst, sofern du arbeitnehmerin bist (auch wenn du über der grenze liegst!).
du musst nämlich seit februar (tante ulla hat das beschlossen) drei jahre hintereinander über der grenze liegen, damit du dich privat versichern kannst. bedeutet: 2007, 2008 und 2009. dann hast du eine chance auf die pkv ab anfang 2010 !
solange gibt es auch sinnvolle "überbrückungsmöglichkeiten".

mein tipp: lass dich unabhängig beraten. wenn du dir die beratung auch etwas kosten lässt und einen experten beraten lässt, dann weisst du, was sache ist und welche vor- und nachteile das system hat. ansprechpartner in deiner nähe kann ich dir nennen. pn dazu bitte. ansonsten wirst du alleine es nicht schaffen können einen wirklichen überblick (inkl. kalkulation, bedingungen, tarifmerkmale, systemunterschiede, antragsfragen, was im alter, usw.) zu erhalten. sorry.

generell für oder gegen die pkv / gkv zu sprechen ist nicht sinnvoll, da individuell zu sehen.

beste grüße,

DerExperte

fiorina
15.06.2007, 20:03
hallo fiorina!

vielleicht ist deine fragstellung auch zunächst rasch gelöst, da du vermutlich gar nicht in die pkv wechseln kannst, sofern du arbeitnehmerin bist (auch wenn du über der grenze liegst!).
du musst nämlich seit februar (tante ulla hat das beschlossen) drei jahre hintereinander über der grenze liegen, damit du dich privat versichern kannst. bedeutet: 2007, 2008 und 2009. dann hast du eine chance auf die pkv ab anfang 2010 !
solange gibt es auch sinnvolle "überbrückungsmöglichkeiten".


DerExperte

also wenn ich auch am anfang stehe, so habe ich doch zumindest genug gelesen um zu wissen dass ich wechseln kann - wenn ich denn möchte.... die kohle reicht, danke.
wenn man sich durch den wust der internet infos durchliest und dann immer noch nicht in der lage ist, direkte vergleiche zu finden - ist man wohl auf hilfestellung angewiesen. bevor ich allerdings bezahlte hilfe in anspruch nehme, versuche ich es noch eine zeitlang selbst.

vielen dank,
fio.

Anastasia1960
15.06.2007, 20:42
wie wäre es mit einer priv. Zusatzversicherung? Wenn du mal in Rente bist, musst du die private KV aus eigener Tasche zahlen. Dann hast du vielleicht nur noch die Hälfte deiner Rente übrig. Ich würde nicht wechseln. Welche Vorteile soll das bringen?

DerExperte
15.06.2007, 21:17
also wenn ich auch am anfang stehe, so habe ich doch zumindest genug gelesen um zu wissen dass ich wechseln kann - wenn ich denn möchte.... die kohle reicht, danke.
wenn man sich durch den wust der internet infos durchliest und dann immer noch nicht in der lage ist, direkte vergleiche zu finden - ist man wohl auf hilfestellung angewiesen. bevor ich allerdings bezahlte hilfe in anspruch nehme, versuche ich es noch eine zeitlang selbst.

vielen dank,
fio.

wenn du selbstständig bist, ja.
sonst nein.

beste grüße,

DerExperte

Inaktiver User
15.06.2007, 21:28
Ab dem Jahr 2009 ist in der PKV ein Basistarif geplant. Ich würde daher die weiteren Entwicklungen im Gesundheitswesen abwarten. Es wird sich gravierend ändern müssen, wenn auch die sonst so begehrten Privatpatienten nun nur noch Basistarife bezahlen...vielleicht wird der gesetzlich versicherte Patient zukünftig wieder besser behandelt. Jaja, ich bin ein Träumer, ich weiß...überleg es dir in Ruhe und überstürze nichts!

DerExperte
16.06.2007, 00:40
Ab dem Jahr 2009 ist in der PKV ein Basistarif geplant. Ich würde daher die weiteren Entwicklungen im Gesundheitswesen abwarten. Es wird sich gravierend ändern müssen, wenn auch die sonst so begehrten Privatpatienten nun nur noch Basistarife bezahlen...vielleicht wird der gesetzlich versicherte Patient zukünftig wieder besser behandelt. Jaja, ich bin ein Träumer, ich weiß...überleg es dir in Ruhe und überstürze nichts!

basistarif ist richtig. nur sollte man dazu bereits im vorfeld genügend details kennen, um abzuwägen, ob solche tarife überhaupt interessant sind und was diese kosten. zudem, inwieweit dann eine behandlung überhaupt anders ist.
lass dich überraschen. mit warten erreichst du in diesem fall gar nix! da bin ich sicher!!!
ja, gkv-versicherte erhalten dann bei einer abrechnung den faktor 1,7. das klingt gut. jedoch hat man vorher das niveau entsprechend angepasst, so daß sich letztlich diesbezüglich nichts verändert. aber sieht schön aus. das ist nur eines der dinge, die kommen werden.

beste grüße,

DerExperte

fiorina
16.06.2007, 11:11
wenn du selbstständig bist, ja.
sonst nein.

beste grüße,

DerExperte


das habe ich mir 3x durchgelesen und verstehe trotzdem nicht, worauf du dich beziehst...? selbstständig sein = wechsel lohnenswert?? anders nicht??

danke für eure beiträge, die geben mir schon zu denken:knatsch:

lg, fio

DerExperte
16.06.2007, 12:27
das habe ich mir 3x durchgelesen und verstehe trotzdem nicht, worauf du dich beziehst...? selbstständig sein = wechsel lohnenswert?? anders nicht??

danke für eure beiträge, die geben mir schon zu denken:knatsch:

lg, fio

lohnenswert hängt nicht davon ab welchen status du hast.
wenn du selbstständig bist kannst du prinzipiell in die private kv wechseln, bei angestellten gilt die neue 3-jahres-regel.

beste grüße,

DerExperte

Inaktiver User
17.06.2007, 08:52
vielleicht ist deine fragstellung auch zunächst rasch gelöst, da du vermutlich gar nicht in die pkv wechseln kannst, sofern du arbeitnehmerin bist (auch wenn du über der grenze liegst!).

Woraus schließt Du das ?

Ich kenne gut und gern ein Dutzend Leute, die seit Jahrzehnten weit über der Grenze liegen und trotzdem in der GKV sind.

Lt. letztem Spiegel sind ca. 8,... % Versicherte in der PKV, ca. genausoviele freiwillig Versicherte in der GKV.

Wenn man berücksichtigt, daß Beamte, Selbstständige etc auch unterhalb der Bemessensgrenze PKV-Versicherte sind/sein können, d.h. von den o.g. 8 % abgezogen werden müßten, ist sogar der überwiegende Teil der Leute, die über der Grenze liegen, in der GKV.

Inaktiver User
17.06.2007, 10:34
ja, gkv-versicherte erhalten dann bei einer abrechnung den faktor 1,7. das klingt gut. jedoch hat man vorher das niveau entsprechend angepasst, so daß sich letztlich diesbezüglich nichts verändert. aber sieht schön aus. das ist nur eines der dinge, die kommen werden.

beste grüße,

DerExperte

hier muss es heißen: PKV-Versicherte erhalten dann bei der Abrechnung den Faktor 1,7. Zur Zeit werden bei PKV-Versicherten bis zum 3,5-fachen von den Ärzten abgerechnet. Und dies für zum großen Teil unnötige Untersuchungen. Dieses würde heißen, dass bei PKV-Versicherten im künftigen Basistarif sich die PKV-Einnahmen bei den Ärzten halbieren (vom 3,5-fachen aufs 1,7-fache).
Zur Zeit ändern sich auch die Möglichkeiten bei der GKV. Meine Krankenkasse (Techniker) übernimmt ab dem 1. Juli 2007 50% der Kosten für eine professionelle Zahnreinigung. Dies ist neu in der GKV. Die Techniker KK hat Verträge geschlossen mit einzelnen Praxen. Auch dies ist neu.
Die Unterschiede zwischen GKV und PKV werden geringer. Und jede/-r muss sich selbst überlegen, welchen Tarif man für sich selbst haben möchte. Eine GKV mit einer (kleinen) Zusatzversicherung für den Notfall ist m.E. eine optimale Versorgung.

VG

DerExperte
17.06.2007, 12:49
Woraus schließt Du das ?

Ich kenne gut und gern ein Dutzend Leute, die seit Jahrzehnten weit über der Grenze liegen und trotzdem in der GKV sind.

Lt. letztem Spiegel sind ca. 8,... % Versicherte in der PKV, ca. genausoviele freiwillig Versicherte in der GKV.

Wenn man berücksichtigt, daß Beamte, Selbstständige etc auch unterhalb der Bemessensgrenze PKV-Versicherte sind/sein können, d.h. von den o.g. 8 % abgezogen werden müßten, ist sogar der überwiegende Teil der Leute, die über der Grenze liegen, in der GKV.

im febraur 2007 ist ein gesetzt beschlossen worden.
lies nach, dann weißt du was ich meine.

beste grüße,
DerExperte

DerExperte
17.06.2007, 12:54
hier muss es heißen: PKV-Versicherte erhalten dann bei der Abrechnung den Faktor 1,7. Zur Zeit werden bei PKV-Versicherten bis zum 3,5-fachen von den Ärzten abgerechnet. Und dies für zum großen Teil unnötige Untersuchungen. Dieses würde heißen, dass bei PKV-Versicherten im künftigen Basistarif sich die PKV-Einnahmen bei den Ärzten halbieren (vom 3,5-fachen aufs 1,7-fache).
Zur Zeit ändern sich auch die Möglichkeiten bei der GKV. Meine Krankenkasse (Techniker) übernimmt ab dem 1. Juli 2007 50% der Kosten für eine professionelle Zahnreinigung. Dies ist neu in der GKV. Die Techniker KK hat Verträge geschlossen mit einzelnen Praxen. Auch dies ist neu.
Die Unterschiede zwischen GKV und PKV werden geringer. Und jede/-r muss sich selbst überlegen, welchen Tarif man für sich selbst haben möchte. Eine GKV mit einer (kleinen) Zusatzversicherung für den Notfall ist m.E. eine optimale Versorgung.

VG

falsch! die unterschiede werden nicht geringer! uns wird vorgegaukelt, daß die unterschiede geringer werden.
werde hier keinen vortrag halten, bringt auch an dieser stelle nichts. können uns gerne in 2010 darüber wieder unterhalten und schauen, wer die tendenz richtig erkannt hat :-).
verträge mit einzelnen praxen ist nicht zwingend gut. es wird versorhgungszentren geben. da steht dann "tkk-versorgungszentrum" mit angestellten ärzten durch die tkk. zudem wird es einzelverträge mit den ärzten geben, die eine behandlung am günstigsten machen (damit wird dann geld gespart, und das an deiner gesundheit). der arzt mit dem niedrigsten angebot erhält den zuschlag, daß alle tkk-versicherten seines einzugsgebiets dorthin geschickt werden. ich möchte nicht zum "billigheimer".
übrigens ist es völlig egal ob zahnprophylaxe teils übernommen wird oder nicht. schließlich ist dies kein existenzielles risiko.

auch falsch: die angleichung des abrechnungfaktors. da werden die gkv-versicherten übers ohr gehauen und die merken das nicht einmal. aber lass gutsein. we will see ;-)).

beste grüße,

DerExperte

Inaktiver User
18.06.2007, 10:05
im febraur 2007 ist ein gesetzt beschlossen worden.
lies nach, dann weißt du was ich meine.

beste grüße,
DerExperte

Ich weiß, was Du meinst.
Das bezieht sich aber nicht auf das, was ich oben geschrieben habe.
Zahlreiche Leute liegen immer noch weit über dem Basisbetrag, bei dem man wechseln kann. Und das seit Jahren/Jahrzehnten.

fiorina
18.06.2007, 20:11
@lorelei

so ist es. ich liege seit jahren darüber und habe trotzdem nie gewechselt. stattdessen habe ich seit einigen jahren eine private zusatzversicherung, die für meinen zwerg und mich mit schwerpunkt zahnersatz/ 2-bett zimmer/ krankenhauswahl und kleinkram 37 euro im monat kostet.
und mittlerweile denke ich dass ich es auch dabei belasse. vor allem auch weil alle pkv vertreter mit denen ich telefoniert habe keine aussagen in bezug auf "altersbeiträge" machen wollten.
"da müsste man dann mal schauen" - ja ähem.

lg, fio.

Inaktiver User
18.06.2007, 22:17
@lorelei

so ist es. ich liege seit jahren darüber und habe trotzdem nie gewechselt. stattdessen habe ich seit einigen jahren eine private zusatzversicherung, die für meinen zwerg und mich mit schwerpunkt zahnersatz/ 2-bett zimmer/ krankenhauswahl und kleinkram 37 euro im monat kostet.
und mittlerweile denke ich dass ich es auch dabei belasse. vor allem auch weil alle pkv vertreter mit denen ich telefoniert habe keine aussagen in bezug auf "altersbeiträge" machen wollten.
"da müsste man dann mal schauen" - ja ähem.

lg, fio.

Ich denke, das ist nicht die schlechteste Lösung für Dich:
GKV (wie bisher) und Zusatzversicherung.

Es gibt zwar in der PKV auch die Möglichkeit zusätzlich einen Baustein "Beitragssicherung für das Alter" einzubezahlen, dies wirkt sich aber nur effektiv aus, wenn man bereits in jungen Jahren wechselt. Eine andere Aussage dürfte provisionsorientierte Augenwischerei sein. Ebenso wie die Aussage: "da müsse man mal schauen". Altersrückstellungen, die den Beitrag im Alter in Grenzen halten, können nur mit einer entsprechenden Laufzeit gebildet werden, die bei Dir aufgrund des Lebensalters (sorry) nicht mehr möglich ist. Wenig Laufzeit = niedrige Rückstellungen = hohe Beiträge im Alter...

Es werden zwar auch von der PKV abgespeckte Tarife für das Alter angeboten, die "nur" GKV-Leistungen beinhalten und dann wieder günstiger sind. Aber was wäre damit gewonnen? Nichts...

Man braucht kein Zahlenkünstler sein und auch kein Hellseher, daß ein Wechsel mit 46 Jahren nur mehr in ganz wenigen Fällen sinnvoll sein dürften (mir fällt im Moment allerdings kein solcher ein...). Zumal das Beitragsniveau bei Frauen in der PKV deutlich höher ausfällt als das der Männer. Wo vielleicht ein 46jähriger Mann noch einen geringen Vorteil herausschlagen könnte, geht dieser spätestens aufgrund der höheren Frauen-Beiträge verloren.

Ich gratuliere also zu Deiner Entscheidung, die Dich auf den, meiner Meinung nach, richtigen Weg geführt hat.

Schöne Grüße

justii

Utetiki
19.06.2007, 07:42
Es werden zwar auch von der PKV abgespeckte Tarife für das Alter angeboten, die "nur" GKV-Leistungen beinhalten und dann wieder günstiger sind. Aber was wäre damit gewonnen? Nichts...

Man braucht kein Zahlenkünstler sein und auch kein Hellseher, daß ein Wechsel mit 46 Jahren nur mehr in ganz wenigen Fällen sinnvoll sein dürften (mir fällt im Moment allerdings kein solcher ein...).


Guten Morgen zusammen,

seit diese neue Gesundheitsreform in aller Munde ist, schwebt mir ein Grund für den Wechsel vor. Weiß aber nicht, ob meine Überlegungen richtig sind, deshalb meine Frage an Euch.

Mein Mann ist als Geschäftsführer seiner Firma freiwillig in der GKV versichert. Wenn in einigen Jahren seine Pensionszusage fällig wird, muss er dafür auch KV-Beiträge zahlen. Nur nicht, wenn er PKV-versichert ist. Meine Überlegung geht jetzt dahin, dass er 2009 in diesen PKV-Basistarif wechselt um dem zu entgehen. Oder gibt es da Fallstricke, die der Gesetzgeber ausgelegt hat, damit man der Solidargemeinschaft nicht entfleucht :zwinker: .

Liebe Grüße
Ute

Inaktiver User
19.06.2007, 08:44
Guten Morgen zusammen,

seit diese neue Gesundheitsreform in aller Munde ist, schwebt mir ein Grund für den Wechsel vor. Weiß aber nicht, ob meine Überlegungen richtig sind, deshalb meine Frage an Euch.

Mein Mann ist als Geschäftsführer seiner Firma freiwillig in der GKV versichert. Wenn in einigen Jahren seine Pensionszusage fällig wird, muss er dafür auch KV-Beiträge zahlen. Nur nicht, wenn er PKV-versichert ist. Meine Überlegung geht jetzt dahin, dass er 2009 in diesen PKV-Basistarif wechselt um dem zu entgehen. Oder gibt es da Fallstricke, die der Gesetzgeber ausgelegt hat, damit man der Solidargemeinschaft nicht entfleucht :zwinker: .

Liebe Grüße
Ute

Ein ganz neuer Fall also, der wohl mit dem obigen weder vergleichbar noch im selben Zug beantwortbar ist. Und...

für dessen Beantwortung sehr viel fehlt. So zum Beispiel das Alter der betroffenen Personen. Ist nur Dein Mann berufstätig oder auch Du? Bist Du derzeit mitversichert oder selbst versichert? Gegebenenfalls: Bist Du auch in der GKV (pflicht- oder freiwillig?) oder in der PKV?

Für die Zukunft gilt wie heute: Ob Gesetzlich oder Privat, die Ausgaben der Versicherung/Kasse müssen über die Beiträge finanziert werden.

Auch hier ist es also eine Individualermittlung, welcher Weg der Bessere ist. Eine Garantie für zukünftige Beiträge (und politisch beschlossene oder noch zu beschießende Einnahmequellen der Kassen und Versicherungen) bedeutet eine solche Entscheidung jedoch nicht.

Schöne Grüße

justii

Utetiki
19.06.2007, 10:17
Hallo Justii,

hast Recht, hat mit dem ursprünglichen Thema nix zu tun. Mir fiel nur meine Frage ein, weil Du meintest, der Wechsel in die PKV nur in ganz wenigen Fällen sinnvoll sein könnte.
Daher die Frage, ob das in meinem Fall gegeben sein könnte.

Würde halt ganz gerne die Abgabe der 15 % KV-Beitrag umgehen, wenn denn dieser Basistarif wirklich so hoch sein wird wie dann der Freiwilligen-Beitrag. Erschwerend kommt allerdings dazu, dass ab 2009 noch mindestens 1 Kind versichert werden muss. Ich selbst bin pflichtversichert in der GKV.

Na ja, warten wir´s ab, wie sich die Tarife gestalten werden. Ich denke, erst dann kann ich Berechnungen anstellen.

Danke erstmal
Ute

Inaktiver User
19.06.2007, 10:48
.....
Na ja, warten wir´s ab, wie sich die Tarife gestalten werden. Ich denke, erst dann kann ich Berechnungen anstellen.

Danke erstmal
Ute

Ich denke auch, daß dies der Beste Weg ist...

Einen schönen Tag.

justii

Suresnes24
25.06.2007, 00:20
Ich sehe hier eine ganze Menge zu Zahlen - aber nichts zur Realität in der praktischen Versorgung und darin im Unterschied zu GKV + PKV.

DAS ist für mich aber eines der schlagendsten Argumente - nicht, ob ich € xy pro Monat spare.

Und dabei rede ich nicht von Kinkerlitzchen wie extra Wartezimmer oder sonstigen Lächerlichkeiten.

Sondern von medizinischer Versorgung.

Ein Schelm wer Böses dabei denkt, dass zB bei einem Bekannten (GKV) die nötige Herzoperation von Quartal 3 auf das neue Quartal 1 verschoben wurde....

Oder weitaus gravierender, wenn ich derzeit mitbekomme, dass ADS-verdächtige Kinder (gkv-versichert) 12-24 Monate (!!) auf einen reinen Testtermin warten müssen, danach nochmal 12 Monate oder mehr auf einen Therapieplatz, dabei oft weder von Kinderärzten zur Nachverfolgung + Behandlung angenommen werden oder oft alle Therapieplätze für GKV einfach dicht sind.

Das Leid der Kinder + Eltern ist fast nicht vorstellbar und macht mich so wütend.

Nur - ändern werden wir das System nicht. Wer mit Ärzten spricht, weiß, daß die auch nur Leidtragende sind und wir auf UK-ähnliche Zustände zusteuern.

Inaktiver User
25.06.2007, 05:57
Ich sehe hier eine ganze Menge zu Zahlen - aber nichts zur Realität in der praktischen Versorgung und darin im Unterschied zu GKV + PKV.

DAS ist für mich aber eines der schlagendsten Argumente - nicht, ob ich € xy pro Monat spare.

......

Hallo Sureness24.

Du wirst nicht wirklich glauben, daß hier in einem Forum
die Leistungsunterschiede von rund 120 GKV'n (mit nur allzu unterschiedlichen Leistungen) zu über 300 PKV-Tarifen (mit noch unterschiedlicheren Tarifen) herausgearbeitet werden können oder? ...und dazu dann auch noch die Unterschiede in der praktischen Versorgung vor Ort, die jeweils von Arzt zu Arzt, von Klinik zu Klinik unterschiedlich gehandhabt wird.

Die von Dir geschilderten Einzelfälle sich sicherlich schlimm. Für jeden Einzelnen. Allerdings gibt es auch hier regionale Unterschiede. In manchen Regionen klappt die Versorgung noch wirklich gut - in anderen wieder überhaupt nicht. Es stellt sich natürlich die Frage warum dies so ist...

Zu guter Letzt greifen ja auch noch die politischen Regularien und Budget-Reglementierungen, die trotz aller von der Politik behaupteten und angeblich gewünschten Gleichmacherei nach wie vor existieren. Die Lösung für letzteres Problem ist die Private dennoch nicht. Denn hierzu müsste man vorher wissen, welche Erkrankungen man selbst oder die Kinder später bekommen.

Außerdem arbeitet die Politik ja daran, die PKV zukünftig auch an der verschlechterten medizinischen Versorgung teilhaben zu lassen, damit der Unterschied nicht mehr so stark auffällt. Dies ist ein Erfolg der Lobby-Arbeit vor allem der AOK'n.

Sich am schwächsten Glied zu orientieren ist eine Leidenschaft der Deutschen, anstatt daß jeder für sich sagt: "Ich orientiere mich an den Besten, lerne daraus und versuche auch selbst mein Bestes". Sowohl bei der Gesundheitsversorgung, bei der Schulpolitik, bei der Ausbildung, bei der Rentenpolitik, bei der Steuergesetzgebung, beim Willen zum Sprachenlernen.... und bei noch so vielen weiteren Bereichen.

Anstatt daran interessiert zu sein, wie man selbst auch besser werden kann sind alle bloß daran interessiert den Besseren möglichst gleich (schlecht) zu machen. Diese Eigenschaft finden wir nicht nur bei den Krankenkassen sondern oft genug auch bei Privatpersonen...

Das mußte ich loswerden... Sorry.
Wie Du so schön sagst, werden wir dieses Problem hier jedenfalls nicht lösen. Wie auch die anderen o.g. Probleme, da diese für ein Forum auch einfach zu umfangreich und komplex sind. Generell jedoch (und für die Leistungsunterschiede) empfehle ich eine persönliche Beratung bei jemandem, der sowohl gesetzliche Krankenkassen als auch private Krankenversicherungen zu beraten in der Lage ist.

Schöne Grüße

justii

Suresnes24
25.06.2007, 09:38
Guten Morgen Justii,

Du hast ganz recht und verstehen werde ich sowieso nie, wieso man allgemein in Deutschland auf Besitz jeder Form oder Privilegien immer negativ reagiert statt sich zu sagen "wow, wenn der das schafft, dann schaffe ich das auch!".

Aber das ist natürlich noch mal eine ganz andere Debatte...;-)...greift nur, wie Du schon angeführt hast, in jeden Bereich unseres Lebens mit ein, also sogar in die KV - man glaubt es kaum.

Ich war gestern etwas müde und genervt, vielleicht kam es daher undeutlich.

Für mich als Privatperson ist es bei der Frage GKV (freiwillig) oder PKV eben noch wichtiger, die medizinische Versorgung zu sehen und die REALITÄT in diesem Lande als auf den Monatsbeitrag zu starren.

Das ist nun meine ganz persönliche Meinung, die braucht niemand hier zu teilen, nur ich habe zuviel gesehen und ich möchte mich niemals niemals niemals nach einem Unfall oder bei einer schweren Krankheit unterhalten müssen, ob ich oder mein Kind von diesem oder jenen Spezialarzt behandelt wird oder in diese oder jene Spezialklinik geflogen wird oder diese oder jene Therapie bekommt.

In sofern kommt für mich unser Beitrag für die PKV noch vor Ausgaben für Urlaub, Restaurants oder sonstigem, der ist heilig.

Dafür bekomme ich unsere Termine überall sofort und kann zu jedem Arzt gehen.

So, jetzt kann man natürlich wieder schreien, dass das abgeschafft gehört. Ich hör´s schon wieder...

Oder sich überlegen, das will ich auch.

Justii, Deine Beiträge als Fachmann schätze ich ganz enorm und natürlich hast Du da eine (vielleicht) ganz andere Einstellung oder zumindest hier im Forum erwarten hoffen Menschen natürlich eben auf eine sachliche Beratung/Antwort.

Ich als Laie und Nutznießer darf aber auch mal auf die emotionalen Seiten hinweisen und total unobjektiv sein (Hurra!!!).

LG und schönen Tag
Suresnes

PS: Die KK1 hatte ich für meinen Sohn natürlich nicht gezielt abgeschlossen - ich hatte mehr an "läuft mal unters Auto oder so" gedacht.

Inaktiver User
25.06.2007, 10:41
Guten Morgen Justii,

......

Justii, Deine Beiträge als Fachmann schätze ich ganz enorm und natürlich hast Du da eine (vielleicht) ganz andere Einstellung oder zumindest hier im Forum erwarten hoffen Menschen natürlich eben auf eine sachliche Beratung/Antwort.

Ich als Laie und Nutznießer darf aber auch mal auf die emotionalen Seiten hinweisen und total unobjektiv sein (Hurra!!!).

LG und schönen Tag
Suresnes

.....

Dankeschön :-) *freuganzdoll*

Ja, ich stimme Deinen Aussagen auch in weiten Teilen zu.
Wie Du gesehen hast, läßt mich das Thema auch nicht kalt *lächel* und dann muß ich auch mal ein wenig emotional werden.

Wendet sich auch ganz und gar nicht gegen Dich sondern vorwiegend an die, welche diese Situation zu verschulden haben.
Und natürlich an die, welche sich den Gleichmachungs-Quatsch der Politiker ohne zu reflektieren auf ihre Fahnen schreiben.

Liebe Grüße und einen schönen Sonnentag (bei mir hier scheint sie nämlich grad wunderschön).

justii

Suresnes24
25.06.2007, 13:05
Hab ich auch ganz ernst gemeint - finde es toll, dass Du Dir hier soviel Zeit nimmst und immer sehr differenziert auf die Fragen eingehst und Dein Wissen her einfach so teilst!

Nochmal ganz vielen Dank dafür.

Und nur damit das klar ist: ich finde die Zweiteilung unserer Gesellschaft in medizinischer Versorgung auch skandalös und untragbar. Nur privat bin ich eben ganz pragmatisch - wenn ich`s nicht ändern kann, versuche ich wenigstens auf der besseren Hälfte zu sein....

Der einzige Grund meines postings war eben der, dass man nicht nur an die Monatsbeiträge denken darf, sondern auch, was man dafür real bekommt...schließlich ist Gesundheit unser wichtigstes Gut.

Und m.M.n. gehört dieses Argument dann genauso in die letztendliche Entscheidung wie alle anderen Sachargumente (EZ, Zähne, Brille...), nach denen man sich für einen speziellen Tarif entscheidet.

Hier sheint auch die Sonne...Hurra!

Wünsche Dir auch noch einen schönen Tag.

LG
Suresnes
(der die Gleichmacherei/Runterzieherei auch tüchtig auf die Nerven geht und die sich lieber nach oben streckt..)