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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Meine große Liebe



Inaktiver User
11.06.2007, 22:50
Hallo,
ich habe mich eigentlich wegen einer anderen Sache hier angemeldet und habe beim Stöbern dieses Forum gefunden. Ich glaube ja nicht an Zufälle. Ich habe so oft nach Trauergruppen, Forn im Internet gesucht, aber nichts hat mir so wirklich gefallen- als ich hier eben so rumstöberte, gefiel mir alles recht gut, eure schönen Gedichte haben mich wieder zum Weinen gebracht. Im August letzten Jahres ist meine Freundin, meine Lebensgefährtin gestorben. Wir waren sechs Jahre zusammen und wir waren einander die große Liebe. Wir haben gekämpft dafür, dass wir zusammen sein können (sie war damals noch verheiratet...) und waren 6 Jahre lang unendlich glücklich. Es war so, wie ich es mir immer gewünscht hatte, so viel Herzklopfen, so viel Verständnis , so viel Lachen und Glück- trotz ihrer Brustkrebserkrankung, die sie mir letztes Jahr dann doch plötzlich ganz schnell einfach wegnahm.
Vielleicht mag ja mal jemand schreiben, dem / der auch seinen Lebenspartner verloren hat. Ich würde mich sehr freuen!
Ich sende allen hier einen ganz herzlichen Gruß und hoffe, dass ihr die Sonnenstrahlen genießen könnt.
Jessi
Ich wünsche mir so oft einen Austausch mit Menschen, die ähnliches erlebt haben- vielleicht gibt es ihn hier ja. Hat

Inaktiver User
12.06.2007, 11:52
Hallo Jessl,

ist doch schön, dass Du so zufällig den Weg hierher gefunden hast. Hier triffst Du garantiert Menschen, die ähnliches erlebt haben. Ich selbst habe meinen Partner erst vor knapp 2 Monaten durch einen Motorradunfall verloren. Momentan geht es mir gar nicht gut, ich habe sehr damit zu kämpfen, dass ich nach über 9 Jahren Beziehung nun alleine bin und nun auch auf einmal alleine in dieser großen Wohnung sitze und mich immer noch frage - Warum musste das passieren? Er fehlt mir so unendlich und es ist unbegreiflich für mich, dass er nie wieder zurück kommen wird. Ich bin auch sehr auf der Suche nach Leuten, die ähnliches erlebt haben, mit denen man sich austauschen kann. Ich merke, wie gut es mir tut, wenn ich hier dann immer mal wieder ein paar liebe Worte höre oder Erfahrungen von anderen lesen kann.

Im Bekanntenkreis sagen sie meist "Du bist ja noch so jung, Du schaffst das schon und Du findest auch wieder eine neue Liebe". Ich bin 33 Jahre alt, mein Freund war 38. Wenn ich das so aufschreibe, dann denke ich, so sollte das in diesem Alter nicht laufen. Wir hatten gerade einiges geklärt und besprochen, Pläne gemacht was Kinder angeht, uns dafür entschieden bald Nachwuchs zu bekommen. Nun soll das alles nicht mehr sein. Und all meine Bekannten und Freunde um mich rum werden gerade Eltern. Das ist sehr schwer zu ertragen, muss ich ganz ehrlich sagen.

Also schreib ruhig, wenn Du magst. Kannst mir auch eine persönliche Nachricht schreiben, wenn Dir das lieber ist.

Liebe Grüße,
Vonna

Inaktiver User
12.06.2007, 14:05
Hallo, liebe Vonna,
nachdem ich meine Anfrage gestern abgeschickt habe, habe ich deine Geschichte gelesen und wollte dir eiegtnlich schnell noch schreiben, aber es war schon so spät und ich musste schlafen gehen :smile: . Ich bin 35, d.h., ich verstehe gut, was du meinst. Es ist so komisch, alleine der Gedanke, dass man irgendwie nochmal von vorne anfangen muss. Ich habe einem Pastor in einer Trauergruppe gesagt, es ist leichter, wenn man den Partner in einem späteren Alter verliert und selbst schon älter ist, dann hat man nicht das Gefühl, man müsse sich wieder "berappeln", sondern bleibt für sich in seiner Trauer und der Liebe zu dem Partner. Er hat mich nicht verstanden - und in der Gruppe war ich auch nur einmal....ich hab unendlich viel geweint, als ich es erzählte und seine Antwort war "auf welcher Seite spüren Sie den Schmerz, links oder rechts"- da wusste ich, er versteht mich wirklich nicht.
Ich würde mich gerne mit dir austauschen, obwohl ich finde, dass es auch immer untershciedliche Schicksale sind. Bei dir war es plötzlich, völlig unvorbereitet. Bei uns nicht. Ich war lange mit meiner Freundin im Krankenhaus, ich war bei ihr als sie starb. Das ist manchmal mein einziger Trost, das alles klar war zwischen uns, dass sie erlöst wurde von undenkbarem Dahinsiechen und dass sie am Ende nicht mehr wollte.
Aber auch ich habe oft IMMER NOCH das Gefühl, das ist alles ein fieser Albtraum und ich glaube, das schrieebst du auch, so ein Gefühl wie "Jetzt habe ich bewiesen, dass ich das packe, jetzt kannst du auch zurückkommen." Sowas passiert immer nur Anderen irgednwie, denkst du das auch?Selbst als meine Freundin krank wurde, dachten wir immer, klar Krebs, aber sie wird das schon schaffen, sie wird nicht sterben. Und nun ist sie weg. Ich habe sie unendlich geleibt und liebe sie unendlich und ich weiß jetzt shcon, dass ich sowas nie wieder für einen Menschen empfinden werde und auch so eine Qualität der Beziehung. Es ist schwer, wenn man wirklich sehr glücklich war miteinander. Fast kaum auszuhalten.
Vonna, es ist letzten Jahr im August passiert bei mir und auch ich habe NIEMANDEM gegelaubt, der sagte, es wird besser mit der Zeit. "Besser" nicht, anders wird es und man hat nicht mehr so diese existentiellen Kämpfe, dass man gar nicht aufstehen kann und nichts essen mag. Ich lebe wieder und ich habe sogar Tage, an denen ich mit meinen Freunden Spaß haben kann und dafür bin ich sehr dankbar udn weiß, dass meine Freundin sich freut, wenn sie mich dann so sieht. Auch das hilft mir, dass sie gesagt hat, sie will, dass ich wieder glücklich werde. Damals fand ich die Worte nur schrecklich, aber jetzt bin ich dankbar dafür, denn sie erinnern mich daran, dass sie mich nicht so wahnsinnig fertig sehen wollen würde. Das würde sie nicht ertragen. Und dein Mann auch nicht, Vonna, er hätte dasselbe gesagt. Von glücklich bin ich weit entfernt, aber ich lebe wieder, ich lebe manchmal ganz bewusst und ich kann tanzen gehen und die Musik spüren.
Ich kann dir nur raten, dass du GENAU auf das hörst, was dir gut tut und was du willst. Das habe ich gelernt. Und ich spüre mich wieder. Das alleine tut gut. Manchmal sind es Kleinigkeiten, kelien Energiequellen. Ich kenne sie inzwischen ganz genau- meine Katzen, mein Sport, mein Instrument und es zu spielen (für sie), bestimmte Menschen, ein Eis...und meine tolle Therapeutin und die Beständigkeit meiner Arbeit....
ich würde mich sehr über einen Austausch freune, auch gerne per PN.
Wünsche dir einen schönen Tag!!!
Lieben Gruß von J.

Inaktiver User
12.06.2007, 16:33
Hallo Jessl,

es ist sicherlich gut, dass Du uns gefunden hast. Hier sind viele Menschen, die einen Partner/-in, Kinder, Eltern oder einen sehr nahestehenden Menschen verloren haben. Ich selbst war 43, als mein Partner sich nach 15 Jahren Beziehung vor 6 Jahren das Leben genommen hat.

Wir schreiben hier unseren Kummer und unsere Sorgen auf, trösten uns gegenseitig und reichen uns die Hände. Hier ist immer jemand, dem es etwas besser oder auch wieder gut geht, und der in den Arm nimmt. Wir haben hier auch immer wieder darüber "geredet", was die schlimmste Trauer ist, bzw. um wen. Ist der Tod des Partners nicht so schlimm wie der eines Kindes? Ist es schlimmer ein Geschwisterteil zu verlieren als Eltern. Ist es - wie Du fragst - schlimmer in jungen Jahren zu trauern als wenn man schon älter ist.

Ich glaube, Trauer kann man nicht werten. Es gibt keinen Massstab, es gibt keine Richtlinie. Es ist für die meisten von uns etwas Ein- oder Erstmaliges. Und wir sind alle gleichermassen entsetzt und hilflos. Und keiner will den Rest seines Lebens - und sei es auch nur noch ein paar Jahre - in einem derartigen Ausnahmezustand verbringen.

Jessl, es ist einfach entsetzlich, dass Du Deine Freundin verloren hast, nachdem Ihr Euch nach so langer Zeit gefunden habt. Ich fühle mit Dir und tröste Dich mal ganz vorsichtig. Ich weiß aus eigener Erfahrung, wie unendlich traurig man sein kann, und dass einfach nichts hilft. Den eigenen Weg finden, den eigenen Rythmus zum Weiterleben zu entdecken - nichts anderes ist am Anfang zu tun.

Kranich

Inaktiver User
13.06.2007, 09:54
Hallo Jessl,

da hast Du gestern aber schnell wieder geschrieben, das freut mich. Und vor allem hast Du so viele Dinge gesagt, bei denen ich einfach nur dasitzen und nicken kann - stimmt, denke ich mir dann. Vor allem dieser Satz "jetzt habe ich es bewiesen, dass ich es packe, nun komm endlich wieder zurück". Der bestimmt zur Zeit leider absolut mein Leben. Das denke ich jede Minute und ich warte und warte und nichts passiert. Natürlich nicht, wie auch, aber alles andere kann und will ich nicht akzeptieren. Zumindest kann ich das noch nicht. Ich stecke gerade in einem sehr tiefen Loch. Ich könnte an einem Stück weinen. Es ist jetzt Mittwoch und mir fällt es jeden Tag diese Woche schwerer zur Arbeit zu gehen. Wie soll ich das morgen nur schaffen? Ich denke ja meist nur einen Tag weiter, vielleicht noch ans nächste Wochenende, da muss man ja auch schauen, dass man da vielleicht nicht die ganze Zeit alleine ist. Das tut nicht gut. Ich habe die letzten Tage so oft das Gefühl, ich packe das nicht mehr, ich will nicht mehr, es soll endlich ein Ende haben mit diesen Schmerzen. Ich hätte mir nie vorstellen können, dass Gefühle solche Schmerzen auslösen können. Ich bin auch körperlich ganz erledigt. Und trotz allem schaffe ich so Dinge wie gestern... einfach aufs Rad setzen und quer durch die Stadt fahren, um einmal den anderen Trimm-Dich-Pfad zu suchen und zu schauen, ob ich da mal joggen gehen könnte. Dabei habe ich dort dann einige wildfremde Leute einfach angesprochen. Erst habe ich nach dem Weg gefragt und der wurde mir sehr nett erklärt. Dann hatte ich den Pfad gefunden und ich habe eine Frau gefragt, die da gerade fertig war mir joggen, wie sie den Weg so findet, ob Routen ausgeschrieben sind und so weiter. Und sie hat mir gleich ganz nett erzählt wie man da laufen kann, wie sie meistens läuft und wie schön es dort im Wald ist. Ich fand das super nett und habe mich auch über mich selbst gefreut, dass ich das einfach gemacht habe. Dass ich da einfach hingefahren bin und dass ich die Menschen einfach anspreche. Eigentlich fällt mir das leichter als früher - was habe ich auch zu verlieren, die können mich nicht wirklich erschrecken oder schocken mit irgendwelchen dummen Antworten - meinen Schock fürs Leben habe ich gerade gehabt und verloren habe ich auch gerade alles, also was solls?! Und dann... dann denke ich... Mensch, das muss ich gleich Rainer erzählen, er wird sich aber freuen, dass ich heute so unternehmungsfreudig war und mutig. Ja scheiße... falsch gedacht. Dann ist auch gleich meine Freude über mich selbst dahin, denn ich definiere mich leider noch sehr darüber, was er denken und meinen würde. Ich muss das erst lernen mit selbst zu genügen, es mir selbst recht zu machen, einfach nur auf mich selbst stolz zu sein. Dadurch, dass ich gerade aber trotz Weltuntergangsstimmung so viel hin bekomme, das ist das was ich auch Bekannten erzähle oder was sie sehen und mitbekommen, wirke ich wohl ziemlich stark. Langsam wird mir das zum Verhängnis, denn ich ziehe mich zum traurig sein immer mehr zurück und fühle mich dadurch nur noch einsamer. Bald werde ich denken, dass mich niemand mehr versteht. So wie Du geschrieben hast, dass dieser Pastor Dich nicht verstehen konnte.

Auch ich habe mir eine Therapeutin gesucht. Es ist nicht meine erste Therapie. Vor einigen Jahren habe ich schonmal 2 Jahre lang eine Therapie gemacht. Rainer war damals so stolz auf mich, dass ich es gemacht habe, mir endlich Hilfe gesucht hatte. Er war schon sehr verzweifelt, weil er mir gerne geholfen hätte, es aber einfach nicht konnte. Manchmal sagte er nur, er würde vielleicht auch eher mal ein paar Gespräche mit einem Therapeuten brauchen und da soll er mir helfen und Ratschläge geben. Na ja, so war das ja auch nicht gedacht. Auf jeden Fall fand er toll, dass ich das gemacht habe. Ich hatte zwischendurch ein bisschen Angst, dass unsere Beziehung daran zerbrechen könnte, denn ich hatte das Gefühl, dass ich Fortschritte mache und er feststeckt und vielleicht auch denkt, ich werde irgendwie anders, er kann nicht mehr mit mir umgehen. Denn ich habe mich damals schon verändert. Aber so kam es nicht, ich glaube, ich konnte ihm viel von dem was ich auf diesem Weg gelernt habe für sich mitgeben und er hat auch angefangen sich etwas zu verändern. In die Richtung, in die auch er gehen wollte und wir passten wieder besser zusammen. Wir wuchsen zusammen, so habe ich es zumindest empfunden. Ich denke, deshalb fehlt er mir gleich noch 1000 Mal mehr. Und ich hätte nie gedacht, dass er und sein tragischer Tod der Grund sein würden, dass ich wieder zu einer Therapeutin gehe. Aber nun ist es so... und heute Nachmittag werde ich da wieder sitzen und hoffen, dass ich ihr endlich auch ehrlich was erzählen kann. Ich kenne sie noch nicht so gut und spiele auch da noch ein bisschen die Starke. Ich hoffe, ich kann das bald ablegen, denn irgendwo muss ich es doch auch rauslassen können. Zum Glück kann ich das auch hier und ich hoffe, ich habe Dich jetzt nicht zu sehr zugetextet. Aber es hat gut getan. Schreib ruhig auch, was Dich bewegt, manchmal ist einfach schon das Schreiben befreiend. Und wenn man dann noch weiß, es gibt jemand, der das liest und der mitfühlt und der vielleicht auch den einen oder anderen Kommentar dazu hat, dann hilft es gleich noch mehr.

Ich wünsche Dir und allen anderen einen wunderprächtigen Tag!
Liebe Grüße,
Vonna

Inaktiver User
13.06.2007, 12:43
Hallo, liebe Vonna,
schön, dass du dich wieder gemeldet hast und auch ich kann mich in Vielem wiederfinden, was du sagst. Bei mir war es VON ANFANG AN ein Problem, dass ich "die Starke spiele" bzw. ich bin recht stark und so kannten mich eben alle und waren dann sehr überfordert mich plötzlich so schwach und am Boden zu sehen. Es war schockierend zu sehen, dass Viele damit überfordert waren. Ich habe wirklich Freunde verloren, von denen ich dachte, sie seien gute! Aber ich habe dafür auch Viele gewonnen. Und genau wie du fühle ich mich stark in Kleinigkeiten, nichts schockt mich mehr und das ist auch teilweise ein gutes Gefühl, wenig regt mich auf und ich bin gelassener geworden. Durch die Krebserkrankung von Regi war das oft schon vorher so, jetzt aber noch mehr. Es kann mir niemand groß was vormachen, was soll noch Schlimmeres passieren?!
Ich bin gerade sehr zufrieden mit mir, habe ich grad erst vor ein paar Tagen gemerkt und werde das nachher auch meiner Therapeutin sagen. Mir geht es eigentlich ganz gut, ich bin sehr bei mir (zurückziehen hat auch was Gutes) und lebe sehr bewusst und danach, was mir gut tut und was nicht. Ich habe zum ersten Mal eine längere Phase, in der ich nicht mehr geweint habe (ich spreche hier von 2-3 Tagen). Du siehst, es geht und ich möchte dir ganz dolle Hoffnungen machen, denn ich hätte NIE gedacht, dass ich so etwas mal schreiben würde.
Vonna, ich würde genauso leben- wenn dich die Arbeit mit ihren Anforderungen überfordert, melde dich krank. Bitte deine Hausarzt dich jederzeit krank zu schreiben, wenn es geht. Das hat mir sehr viel Druck genommen und ich habe es am Anfang auch in Anspruch genommen. Später habe ich gemerkt, dass mir die Arbeit sehr viel gibt- Halt, Energie und Stabilität. Außerdem bin ich Lehrerin und meine eigene Klasse, eine 5., ist so erfrischend, dass die Kleinen auch sehr viel dazu beigetragen haben, dass es mir jetzt so geht, wie es mir geht. Irgendwann werde ich mich bei ihnen auch dafür bedanken. :smile:
Es ist aber komisch, dass man so "die Starke" spielt, ich habe auch erst lernen müssen, zu äußern, was ich will und brauche, habe immer gedacht, dass die Anderen das doch wissen müssen und war enttäuscht, wenn wenig Unterstützung kam. Aber nach Außen wirkte ich eben stabil. Jetzt erzähle ich allen immer, wenn sie mich fragen, wie es mir geht oder sagen, dass ich ja recht gut aussehe, dass das eben nur meine äußere Hülle ist und dass ich alleine für mich weine. Meine Therapeutin hat gesagt, ich soll mich nicht zusammenreißen und auch öffentlich weinen- fiel mir recht schwer, aber es half, plötzlich wurde ich in den Arm genommen. Und das habe ich so gebraucht.
Liest und schreibst du gerne?
Wenn ich daran zurückdenke, was mir in der ersten, ganz schlimmen Zeit geholfen hat, so könnte ich dir drei Bücher empfehlen. Ich weiß nicht, ob du das magst, aber das war für mich das Einzige, was ich konnte- mich in mein Bett verkriechen und lesen, egal, was.
Wenn du nicht magst, dann ignorier meine Tipps:

1.) Doris Wolf, Einen geliebten Menschen verlieren
Nicht uneingeschränkt empfehlenswert, aber in der ersten Zeit genau das Richtige, denn ich habe viel gelesen und mich selbst in meinem Verhalten und Schmerz wiedererkannt. Sie schreibt sehr sensibel, wie ich finde. Das hat mir sehr gut getan in der allerersten Zeit.

2.) Jo Eckardt, Ich will dich nicht vergessen
Das war für mich genau das Richtige. Ein wunderschönes Buch mit schönen Versen über das Sterben und den Tod versehen- ABER es ist so aufgebaut, dass es Fragen stellt, die man schriftlich in dieses Buch beantworten und eintragen soll. Damit hält man alles fest und hat letztlich ein wertvolles Andenken an den Menschen und die Gefühle, aber auch ganz "sachliche" Dinge wie die Beschreibung der Trauerfeier, wenn man mag. Man hat dazu Platz um Dinge einzukleben etc. Es gibt Fragen zur Person wie "Was haben Sie ganz besonders an der verstorbenen Person geliebt und was machte das Einzigartige an ihr aus?" / "Wie sah die geliebte Person aus. Beschreiben Sie mit Worten, wie Sie die Person sehen" oder "Umreißen Sie die wichtigsten Lebensstationen der verstorbenen Person"....darberhinaus "Gemeinsames" wie "Wie und wann haben Sie die verstorbene Person kennen gelernt?Wie hat sich Ihre Beziehung im Laufe der Zeit entwickelt" / Hatten Sie Kosenamen füreinander?" / Was haben Sie einander bedeutet, was fehlt Ihenn am Meisten" etc. etc....Ich hab manchmal Angst so vieles zu "vergessen", wie kostbar unsere Beziehung war und alles festzuhalten, hat mir so sehr geholfen und war schön.

3.) Bei Doris Wolf (oben) kam ich immer zu ihren "Abschiedsritualen", in denen man von der verstorbenen Person Abschied nehmen soll und die sagten mir so gar nicht zu. Ich wollte mich nicht von Regi verabschieden, ich hab mir gewünscht, dass sie immer bei mir ist. Und so bin ich auf das Buch von Roland Kachler gestoßen, "Meine Trauer wird dich finden".
Dieses Buch hat mich so sehr fasziniert, der Autor hat selbst seinen Sohn verloren und sagt eben auch im Vorwort, dass er ihn immer bei sich haben möchte. So hat er einnen neuen Weg in der Trauerarbeit entwickelt, nämlich, wie man die geliebte Person nicht loslässt, sondern eine "innere Beziehung" aufbaut und bei sich behält. Es ist wunderschön und tut so gut und war für mich unendlich wichtig.

Vielleicht magst du ein bischen lesen und stöbern und mir dann erzählen, wie sie dir gefallen haben. Kannst alle bei AMAZON bestellen, finde ich ja immer sehr bequem :-).

....und weißt du, was ich auch so gut verstehen kann, dieses Gefühl "das muss ich R (gleicher Anfangsbuchstabe:-)) erzählen"- das geht mir auch so oft so und war am Anfang das Schwerste....so oft habe ich mir gleich mein Handy nach der Arbeit geschnappt und habe sie angerufen um ihr das Neueste zu erzählen und so viel haben wir geteilt.
Ich denke aber, dass du schon tolle Dinge leistest, wenn du Laufen gehst durch den Wald und nette Gespräche führst. Du merkst ja auch, dass es dir gut tut. Toll!Ich habe mir praktisch immer jeden Tag überlegt, was mir gut tun würde und hab es versucht zu realisieren. Aber da es eh meistens sehr kleine Dinge waren, hat es auch immer funktioniert.
So, leider holt mich jetzt wieder der Alltag ein, denn ich muss ein wenig arbeiten bevor ich nachher meine Therapiesitzung habe.
Ich wünsche dir einen guten Tag mit einem kleinen Highlight, was auch immer es sein wird (kannst es mir ja dann erzählen?!). Ich werde nachher Regi auf dem Friedhof besuchen. Ihr Grab ist wunderschön und es leuchtet in ihrer Lieblingsfarbe pink von all den Blumen und ich genieße es immer ihr Blumen zu kaufen.
Wie ist das bei dir?

Ich drücke dich und freue mich wieder von dir zu hören!
Jessi :kuss:

Inaktiver User
13.06.2007, 13:37
Hallo Jessl,

das ist so nett, wenn man so schnell wieder Antwort bekommt. Ich bin Informatikerin und arbeite an der Uni. Deshalb bin ich die ganze Zeit online und sehe gleich, wenn Mails da sind und freue mich dann, wenn ich eine Mail habe, dass wieder was im Forum geschrieben wurde.

Wenn Du nachher auf den Friedhof gehst, dann stell doch unbekannterweise ein Blümchen :blume: von mir mit dazu. Ich kann Rainers Grab nicht allzu oft besuchen, denn er ist nicht hier begraben. Sein Grab ist dort, wo seine Eltern leben und das ist ca. 100 km von hier weg. Da ich aber auch ein "Blumenkind" bin und immer etwas Grünes und Blühendes um mich rum brauche, und ich auch gemerkt habe, wie wichtig mir das gerade in Bezug auf Rainer und sein Grab oder seine Gedenkstätte ist, habe ich mir auf meinem (ich sage schon meinem... nicht mehr unserem, auch wenn ich das erst gedacht habe...) Balkon einen großen Topf mit Rosen und Jasmin gestellt, den ich stattdessen hegen und pflegen kann.

Ansonsten bin ich auch eine Leseratte und ich brauche zu allen Dingen, mit denen ich auf einmal zu tun habe, erst einmal die richtige Literatur. Selbst in diesem Fall war das nicht anders. Das Buch von Doris Wolf kenne ich jetzt noch nicht. Das Buch "Meine Trauer wird dich finden" war eines der ersten, die ich mir gekauft habe. Ich habe angefangen es zu lesen und konnte gar nichts damit anfangen. Erst fand ich die Idee gut, aber irgendwie hat es mich doch nicht angesprochen. Ich habe es aber auch nicht fertig gelesen. Schnell hatte ich die Bücher, in denen es so theoretisch um Trauer geht über und ich habe dann Bücher gelesen wie "Dienstags bei Morrie", ich glaube von Mitch Albom, von dem ist auch "Die 5 Menschen, die dir im Himmel begegnen". Das werde ich als nächstes lesen. Das Buch "Ich will dich nicht vergessen" habe ich auch erst neulich gekauft (bei Amazon bestellt :zwinker: ) und finde die Idee ebenfalls ganz toll. Nur habe ich bisher durchgeblättert, quer gelesen und gefühlt, dass das noch nicht so ganz das ist, was ich machen kann. Ich muss mir da noch einiges gründlich überlegen, dazu fehlt mir oft auch die Zeit und es ist sehr schmerzlich das zu tun. Aber ich will es noch tun. Außerdem habe ich in der Bücherei ein wunderschönes Buch ausgeliehen: "Trauern und leben - Begleitung durch die Landschaft der Trauer" von Antje Uffmann. Leider gibt es das irgendwie nicht mehr zu kaufen und irgendwann muss ich es ja der Bücherei zurück geben. Ich hätte es so gerne selbst. Sie setzt in dem Buch wirklich alle Phasen der Trauer mit der Wanderung durch bestimmte Landschaften gleich und beschreibt das recht bildlich. Ich habe mich in fast allem sofort wieder gefunden und hatte sofort das Bedürfnis diese Landschaften zu malen, weil ich es mir selbst genau vorstellen konnte, wie es da aussieht. Ich hoffe, ich schaffe das auch irgendwann, denn malen tue ich sowieso sehr gerne. Ich würde ja sagen, schau Dir das Buch mal an, aber ich weiß nicht, ob Du da irgendwo ran kommst. Falls Du es wo zu kaufen findest, dann sag mir gleich Bescheid. Ich wollte es eigentlich auch irgendwann mal hier in den Bücherschrank-Thread stellen, muss ich noch machen.

So, nun muss ich aber auch noch ein bisschen was tun, denn ich habe ja auch nachher einen Termin bei meiner Therapeutin - schon irgendwie nett, dass wir beide heute einen Termin haben. Ich wünsche Dir noch einen schönen Tag, auch Dir ein kleines Highlight, einen warmen Sonnenstrahl.

Liebe Grüße,
Vonna

Inaktiver User
14.06.2007, 16:32
Hallo, liebe Vonna,
ich kann heute nur ganz kurz schreiben- denn so ist es bei mir auch- obwohl der Termin bei emienr Therapeutin gut war gestern (wie war deiner?), hatte ich den ganzen Tag wieder Migräne (habe ich erst seit 2 Monaten, kannte ich sonst nicht) und lag nur im Bett, war nicht mal auf dem Freidhof und hab abends zu allem Überfluss furchtbar viel geweint, alte emails gelesen von Regi, die Erinnerungskiste aufgemacht.... Also, ein ständiges Auf und Ab. Habe nachts nur ca. 3 Std geschlafen und war dann bei der Arbeit und hänge jetzt nur auf der Couch rum . Wollte aber hier schnell reinschauen und dir kurz schreiben.
Das mit den Büchern ist schon lustig, das Buch von den Landschaften der Trauer war das ALLERERSTE, das ich gelesen habe und ich hatte es von meiner Therapeutin ausgeliehen. Fand es auch ganz toll, aber hatte es fast schon wieder vergessen.
Un so unterschielich ist es halt- das andere, das ich dir empfohlen habe, war FÜR MICH genau das Richtige. Aber so tickt halt jeder anders. Ich fand die Idee des Verbundenseins sehr schön und so habe ich gleich nach Reginas Tod auch empfunden, dass sie trotzdem ganz nah bei mir ist.
"Morrie" hingegen wurde mir auch empfohlen, allerdings "Weisheit des Lebens", und das wiederum habe ich nicht zu Ende gelesen. :zwinker: Das war mir irgendwie zu platt. Aber vielleicht ist das Andere auch besser?!
Nicht gut, dass Rainers Grab so weit weg ist von deinem Wohnort, aber ich denk auch, dass es andere Möglichkeiten des Gedenkens gibt und schließlich ist es ja eure Wohnung, da ist er dir eventuell ja viel näher. Schön, finde ich, bleibst du da wohnen?Ich musste aus unserer gemeinsamen Wohnung gleich raus nach 3 Monaten, denn die Miete wäre für mich zu teuer gewesen und alleine auch viel zu groß (5 Zimmer, 140 qm). Das fühlt sich oft komisch an, auch wenn alle gesagt haben, es ist doch besser, dann werde ich nicht immer an sie erinnert. Aber das wird man doch eh.
Nun führe ich ein ganz anderes Leben, wir haben in einer Altbauwohnung in der Stadt in einem hippen Viertel gewohnt, in dem viel los war und nun wohne ich eher dörflich, am Wasser, viel ruhiger- aber das sollte alles so sein, denke ich. Es ist EIN GANZ ANDERES LEBEN und ich finde es manchmal auch gut, dass es auch äußerlich ganz anders ist. Aber auch eben nur manchmal. Es gibt noch keine Stabilität.
So, mein Kopf brummt leider schon wieder und deshalb mache ich mal für heute Schluss.
Wünsche dir einen angenehmen Tag und hoffe, dass es dir einigermaßen geht. Ich finde es immer schön von dir zu hören!!!!
:blumengabe:
Schicken dir einen ganz lieben Gruß, J.

Inaktiver User
14.06.2007, 23:41
Hallo Jessl,

jetzt muss ich mich auch noch ganz schnell melden. Es ist schon wieder so spät geworden. Heute war alles irgendwie hektisch. Bei der Arbeit einen dummen Job aufs Auge gedrückt bekommen, deshalb später heimgekommen, wollte aber nicht deshalb das Einkaufen schon wieder verschieben. Also noch eingekauft und Wasserkisten geschleppt und spät heimgekommen. Dann erstmal telefoniert und telefoniert und nochmal telefoniert. Eigentlich, fällt mir gerade auf, habe ich noch nichts anderes gemacht heute abend als telefoniert. Ich habe noch nicht einmal was gegessen. Jetzt sollte ich ins Bett... aber ich habe doch all die Dinge, die ich sonst so tue noch nicht gemacht. Das wären beispielsweise noch ein Kerzchen anzünden, an Rainer denken und ihm schreiben. Dann in mein "Positive-Gedanken"-Buch schreiben. Ich versuche jeden Abend mindestens eine Sache aufzuschreiben, wofür es sich heute gelohnt hat zu leben. Das fällt mir manchmal verdammt schwer, da will mir einfach nichts einfallen. Dabei habe ich gar keine so großen Ansprüche, da kann auch so was drin stehen wie "mit einer fremden Frau einen kleinen Plausch über den Trimm-Dich-Pfad gehalten und dabei angelächelt und nett behandelt worden". Das ist mir beispielsweise gestern passiert und ich finde diese kleinen, netten Sachen machen das Leben auch lebenswert. Ich bin da gerade wirklich bescheiden, was das angeht. Aber das muss ich für heute auch noch machen... mein Abend hat noch gar nicht richtig angefangen und dabei ist es schon fast halb zwölf. Mist.

Es ist aber schrecklich, dass Du so einen miesen Tag hattest. Ich weiß, wie das ist mit Migräne. Ich hatte das früher oft, hatte es jetzt eigentlich schon länger nicht mehr. Seltsam... genau anders rum. Ich finde es aber total lieb von Dir, dass Du trotzdem was geschrieben hast. Das freut mich sehr, denn ich lese auch sehr gerne von Dir.

Das mit der Wohnung hier ist so eine Sache. Sie ist schon auch ziemlich teuer, vor allem für mich alleine. Dann kommt noch dazu, dass ich Spätzünder erst Anfang des Jahres mit meinem Studium fertig geworden bin und erst seit März selber Geld verdiene. Somit konnte ich noch nicht groß was ansparen wovon ich jetzt zehren könnte. Mein Freund hatte einiges an Geld, er hat schon länger verdient und das nicht schlecht. Das war bei uns eigentlich nie ein Thema und wenn er jetzt wüsste, dass ich nun ziemlich knabbern muss, dann würde ihm das auch nicht gefallen. Aber das lässt sich leider nicht ändern, denn wir waren nicht verheiratet und seine Eltern erben somit alles. Ich weiß nicht, wie das dann noch ausgehen könnte. Sie sind total nett und verständnisvoll, aber ob sie mir einfach so was abgeben würden... keine Ahnung. Auf jeden Fall kann ich die Wohnung gerade so bezahlen und es bleibt so viel übrig, dass ich davon noch leben kann. Aber im Prinzip halt auch wieder so, wie ich als Student schon gelebt habe. Und dabei dachte ich, das wäre endlich vorbei. Auf der anderen Seite habe ich gerade auch keine Kraft mir was anderes zu suchen und bin auch ziemlich froh, dass ich nicht gleich alles aus- und wegräumen muss. Wenn ich mir vorstelle wie das für Dich gewesen sein muss... schrecklich. Innerhalb von 3 Monaten alle Sachen durchgehen und entscheiden, was behalte ich, was kommt weg. Alles kann man ja nicht aufheben, aber man will doch nicht auch was wegwerfen, was man später vielleicht doch bereut. So kann ich das Stück für Stück entscheiden. Wenn ich es heute nicht schaffe das ein oder andere weg zu räumen, dann mache ich es eben nicht, irgendwann wird das dann schon gehen. Allerdings ist es bei mir auch so, dass meine Job eine befristete Arbeitsstelle ist bis Ende Februar nächstes Jahr. Für die Zeit eine neue Wohnung hier suchen macht auch nicht allzu viel Sinn. Wer weiß, wo ich danach landen werde. Ich muss ja jetzt nicht mehr unbedingt hier einen Job suchen, ich kann ja hin wo ich will. Auch wenn ich gerade gar nichts wirklich will und es mir noch nicht vorstellen kann. Auf jeden Fall wäre es dumm wegen der paar Monate was zu suchen und umzuziehen, da kostet der Umzug mehr, als die teurere Miete, vermute ich. Es ist schon krass, über was man auf einmal nachdenken muss. Sowas kann ich dann aber auch ganz gut, über solche Dinge nachdenken und da auch recht vernüftig sein. Aber dann... dann komme ich wieder abends in die Wohnung und bin alleine, so verdammt alleine. Alles erinnert an ihn, an die gemeinsame Zeit. Es ist auf der einen Seite schön und ich freue mich auch trotz allem, dass ich überhaupt alleine in der Wohnung sein kann, dass ich mich trotzdem zu Hause fühlen kann. Auf der anderen Seite hatte ich jetzt doch auch schon ein paar Mal das Gefühl, ich muss raus hier, weg von hier, von all dem. Aber ich weiß auch nicht genau von was. Ich bin nicht wirklich so weit mir was alleine aufzubauen und einzurichten, das wäre auch viel zu schnell. Von daher kann ich eigentlich auch nur sagen "Hut ab, dass Du das geschafft hast". Klar, wenn man muss, dann muss man halt, aber Du scheinst das ja doch gemeistert zu haben und versuchst Dir auch zu sagen, es ist jetzt alles anders, auch mein Umfeld und die Wohnung und es soll so sein. Ich kann mir schon vorstellen, dass das eventuell helfen kann. Wenn es schon ein anderes Leben sein MUSS, dann soll es auch wirklich anders sein, auch äußerlich, so wie Du schreibst. Ein bisschen beneide ich Dich, dass Du schon "Deine Wohnung" hast. Vor mir liegt da noch ein langer Weg.

Nun ja, aber dennoch ist da der Brummschädel und die Hoch und Tiefs, nicht wahr!? Die verstehe ich nur allzu gut. Heute geht es bei mir, da ich so viel gemacht und telefoniert habe und einfach mal die Ablenkung auch zugelassen habe. Wer weiß wie das morgen aussieht und vor allem am Wochenende. Habe noch fast gar nichts vor am Wochenende. Bekomme keinen Besuch, fahre nirgends hin... oh weia. Ich hoffe, das klappt trotzdem. Nicht, dass es nicht viele Dinge gäbe, mit denen ich mich beschäftigen könnte. Aber es kann genauso gut sein, dass ich mich heulend durch die Wohnung schleppe und gar nichts hin bekomme. Hoffen wir es mal nicht.

Dir wünsche ich erstmal eine gute Besserung und ich hoffe, Du kannst diese Nacht besser schlafen und bist dann morgen, zumindest was Deinen Kopf angeht, wieder fit. Ich freu mich schon darauf wieder von Dir zu hören. Es tut wirklich gut.

Liebe Grüße,
Vonna

Inaktiver User
17.06.2007, 01:58
Hallo, liebe Vonna,
sorry, das sich mich heute nicht gemeldet habe, aber das hatte einen Grund. Heute Nachmitag rief mich eine sehr gute Freundin von Regi an und sagte mir, dass ihr Mann gestern gestorben sei- einfach so, völlig unerwartet, Herzinfarkt, sie haben ihn morgens auf dem Sofa gefunden. Sie hatten drei Kinder, eins davon war das Patenkind meiner Freundin, die ZWillinge sidn 16 und die Große ist 18. Ich bin gleich hingefahren, obwohl es mir die Kehle zugeschnürt hat, aber sie haben keine Familie und auch nur wenig Freunde und ich hatte schon das Gefühl, sie wollten mich, denn ich kann es eben verstehen. Wir haben so viel zusammen geweint und die Kinder haben so viel erzählt. Und ich war ganz lange da. Bin emotional völlig ausgelaugt, alles kam wieder hoch.
Kann jetzt uach nicht mehr. Du sollst aber wissen, dass ich dich nicht vergessen habe.
Hoffe, du schläfts jetzt schion ganz gut!MEldemich wieder, sobald ich Luft habe!
Bussi von J.

Inaktiver User
17.06.2007, 15:05
Liebe Jessl,

das ist ja schrecklich... es nimmt auch nie ein Ende. Ich denke ganz doll an Dich und schicke Dir ein großes Kraftpaket. Schlaf Dich erstmal aus und erhol Dich etwas. Ich freue mich darauf, wenn Du Dich wieder meldest, sobald Du wieder etwas fitter bist.

Bis dahin sei lieb gedrückt.
Vonna

Inaktiver User
17.06.2007, 23:47
Hallo, liebe Vonna,
war heute wieder ganzen TAg da, es ist ganz schlimm, die Kinder beruhigen sich gar nicht mehr und klammern sich total an mich.
Hab momentan wenig Luft für Anderes, Job ist auch stressig gerade und am Do bekomme ich bis So Besuch. Also, nur damit du Bescheid weißt, wie es bei mir derzeit aussieht. Ich bin aber nach wie vor da und freue mich wieder mit dir weiterzuschreiben.
Ich kann nur sagen, die ganze Saceh zieht mich so sehr runter, mich wieder so GNAZ NAH mit dem Tod auseinanderzusetzen....puh....werde jetzt erstmal meine "Stieftochter" anrufen und ein bisschen quatschen.
Wollte dir noch einen guten Start in die Woche wünschen!
Bussi von Jessi

Inaktiver User
18.06.2007, 22:37
Liebe Jessl,
ich finde es ganz lieb von Dir, dass Du Dir trotzdem noch die Zeit nimmst mir einen guten Start in die Woche zu wünschen. Danke schön!

Schrecklich was bei Dir gerade los ist. Vergiss Dich aber nicht bei der ganzen Sache. Wenn Du Dich selber total runter ziehen lässt, dann hilfst Du nachher gar niemanden mehr. Also gönn Dir auch irgendwann eine Auszeit. Ich denke immer wieder mal an Dich, vielleicht spürst Du das ja :smile:

Meine Woche wird auch recht stressig. Morgen muss ich auch schon wieder früher raus - brrr - und das wo ich doch eh gerade immer so spät ins Bett komme und gestern bin ich zur Abwechlsung auch mal schwer eingeschlafen. Das Problem ist jetzt neu, normal schlafe ich gleich ein, wache halt viel zu früh auf. Dafür war ich vorher im Yoga und bin bei der Endentspannung ganz kurz eingenickt. Ist mir auch noch nie passiert. Da sieht man mal, dass ich langsam echt fertig bin. Ich habe keine Ahnung, wie ich diese Woche durchstehen soll und die Woche muss ich auch noch am Samstag arbeiten und das nicht gerade zu kurz (vermutlich von 10 Uhr bis 22 Uhr - ich hoffe schwer, dass es nicht so lange geht abends, aber ich befürchte es). Dabei geht es mir gerade sowieso nicht gut. Ich habe am Wochenende Rainers Kleiderschrank ausgeräumt und alles umgeräumt. Ich nutze den Schrank jetzt für mich und das ist sehr sehr ungewöhnlich. Dauernd laufe ich noch an den falschen Schrank bzw. die falsche Kommode. Dann erinnere ich mich daran wo jetzt meine Klamotten sind, dann daran warum... und es ist vorbei, dann könnte ich einfach nur heulen, wenn ich nicht ganz schnell weiter mache. Einfach anziehen und fertig. Puh... ganz schön anstregend. Aber ich will Dich nicht allzu sehr volljammern, Du hast gerade selbst genug zu knabbern und um die Ohren.

Ich schicke Dir jetzt nochmal ein ganz großes Kraftpaket und ein Blümchen für Dich :blumengabe: , das Dich daran erinnern soll, bei all dem Trubel jetzt Dich selbst nicht zu vernachlässigen.

Liebe Grüße,
Vonna

Inaktiver User
24.06.2007, 19:47
Hallo, liebe Vonna,
ach, bin so kaputt, gestern war die Trauerfeier und seit Do habe ich auch noch Besuch gehabt bis heute. Keine Energie mehr zu schreiben, leider.
Toll, dass du es geschafft hast Rainers Kleiderschrank auszuräumen!!!!!Bin stolz auf dich- ist ein großer Schritt!!
Ich melde mich bald wieder mit mehr Power.
Dicken Kuss von J.

Inaktiver User
24.06.2007, 23:00
Liebe Jessl,
es tut mir leid, dass es bei Dir gerade so stressig ist. Ich hoffe, Du kannst Dich jetzt erstmal ein wenig erholen.

Ich hatte leider auch ein kurzes Wochenende und kann gar nicht glauben, dass ich morgen schon wieder 5 Tage arbeiten vor mir habe. Gestern musste ich nämlich auch arbeiten und das war ganz schön anstregend. Da hat der heutige Tag nicht wirklich gereicht, um mich zu erholen.

Außerdem bin ich gerade in einer ganz seltsamen Stimmung, ich kann es gar nicht richtig beschreiben. Ich fühle mich total alleine gelassen. Ich habe das Gefühl, als würde mich niemand mehr richtig verstehen. Vielleicht ist es auch so, weil ich mich selbst gerade nicht so recht verstehen kann, mir meine Gefühle so fremd sind. Ich weiß es nicht. Aber selbst das Telefonat vorhin mit einem guten Freund war nicht so gut. Ich hatte das Gefühl, er wollte eigentlich gar nicht mit mir reden, er war irgendwie komisch. Sonst hat sich auch niemand gemeldet. Okay, stimmt nicht ganz, ich habe eine ganz liebe E-Mail bekommen von zweien (inzwischen verheiratet), die mit Rainer und mir zu Studienzeiten mal befreundet waren. Sie waren auch auf der Trauerfeier, was mich etwas gewundert hat, denn der Kontakt war eigentlich schon fast eingeschlafen. Ach ich weiß auch nicht... es ändert nichts an der Tatsache, dass ich mich gerade seltsam fühle und so verdammt alleine. Ich bräuchte gerade wirklich ein paar Freunde und ich habe das Gefühl, die fehlen einfach. Die paar guten Freunde, die ich habe sind zu weit weg, das hilft mir auf Dauer nicht weiter. Aber die Kraft und die Idee neue Leute kennenzulernen habe ich gerade auch nicht. Na egal... erstmal schlafen und morgen den Tag mal wieder überstehen. Ach scheiße, ich bin so unglücklich mit allem, ich kann es einfach nicht ändern. :heul:

Ich freu mich schon drauf, wenn Du wieder etwas mehr Power hast und auch wieder zum Schreiben kommst. Aber lass Dir die Zeit dafür, die Du brauchst. Ich schick dir ein liebes Grüßchen :kuss:

Bis bald,
Vonna

Inaktiver User
05.07.2007, 13:19
Hallo, liebe Vonna,
da bin ich wieder, aber leider auch nur ganz kurz. Abgesehen davon, dass ich eh ganz doll im Stress bin- bin fats nie zu Hause, das nervt so, obwohl uach viele nette Sachen dabei sind- hatte ich eine Woche kein Internet und die TELEKOM hat Störung erst heute behoben. Man fühlt sich total abgeschnitten. Wollte dir nur sagen, dass ich nach wie vor da bin. Wollen wir vielleicht mal email Adressen austauschen?Dann muss ich hier nicht immer rein?!(Geht schneller)?!Wollte dir also nur einen kurzen Gruß schicken :blume: und muss jetzt schon wieder losdüsen und ein Gebgeschenk für meine kleine Nichte holen, die 5 wird und irgendein Barbie-Sofa haben will :ooooh: . Halt dir Ohren steif und bis ganz bald wieder. Bussi :kuss: von Jessi

Inaktiver User
05.07.2007, 13:42
Hi Jessi,

hab Dir eine persönliche Nachricht geschickt :zwinker:

Gruß,
Vonna