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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Eine eigene Fotovoltaikanlage



Mechthild73
01.06.2007, 17:31
Hallo,
eigentlich wollte ich in der Kategorie "Selbermachen" etwas schreiben, aber ich glaube, hier finde ich mehr Fachleute.

Folgendes:
Habe mir ein kleines Häuschen in Südfrankreich gekauft (bzw. plane es zu kaufen). Von der Lage liegt es fantastisch, nur ist es leider nicht (mehr) am Stromnetz angeschlossen. :peinlich:

Frage:
Kann ich meinen Strom nicht auch selber erzeugen mit Hilfe einer Solaranlage? Oder reicht das für den alltäglichen Gebrauch nicht aus?
Ist so eine Anschaffung teuer?
Kann man das selber (bzw. mit Unterstützung von Bekannten :zwinker: ) installieren?
Ich müsste mir die Anlage dann wohl in Deutschland kaufen, sie nach Frankreich transportieren und montieren...
Fragen über Fragen. Aber vielleicht hat ja schon jemand Erfahrung damit.
Den Postings nach zu urteilen scheinen sich einige ja ganz gut damit auszukennen.
Auf Tipps und Tricks freut sich
Mechthild

Inaktiver User
01.06.2007, 17:51
Eine Solarstromanlage lohnt sich normalerweise nur mit der Subventionierung für den ins Netz eingespeisten Strom.

Das ist natürlich weniger relevant, wenn es darum geht überhaupt Strom zu haben. Allerdings solltest du dann auch überlegen, wie du Energie für die Nacht speichern willst - du brauchst wahrscheinlich zusätzlich z.B. einen Dieselgenerator. Batterien sind wahrscheinlich zu teuer und haben, wenn sie bezahlbar sind, nur sehr begrenzte Kapazität.

Wenn du das Haus nur gelegentlich nutzt (Urlaub) dann solltest du genau rechnen ob sich eine Solaranlage, für die du eine Reservekapazität (Batterien, Dieselgenerator, ..) brauchst, jemals rechnet und ob nicht ein ganz konventioneller Dieselgenerator sinnvoller ist - unabhängig von Umweltaspekten.

djgm

Inaktiver User
02.06.2007, 22:15
Ich finde es eine gute Idee, das (Ferien?)Haus mit Solarstrom zu versorgen.

Gib doch mal bei google die Schlagworte "solarstrom inselanlage" ein, da wirst du einiges finden können.

Allerdings solltest du beachten, dass die Stromversorgung dann nur mit einer Spannung von 12 V betrieben wird - wie bei einer Autobatterie bzw. beim Camping.
Aber auch dafür gibt es eigens ausgelegte Elektrogeräte und Lampen.

Ich erinnere mich noch mit viel Freude an einen Ferienhausurlaub als Kind in der Bretagne. Da war die Stromversorgung durch einen alten Strommasten, einen noch älteren Flugzeugpropeller und eine LKW-Lichtmaschine gewährleistet.
Als Sturm aufkam, musste mein Vater raus und den Propeller arretieren - danach saßen wir dann im Kerzenschein, um den Batteriestrom für den Kühlschrank zu sparen.
Das war klasse!

Einen Dieselgenerator würde ich als aller-aller-letzte Möglichkeit in Betracht ziehen. Evtl. einen für absolute Notfälle vorhalten.
Aber die stinken und lärmen so!
Bei uns im Viertel "beglückt" so ein "berufenes Team engagierter Leute" auch jeden Mittwoch die Kinder mit biblischen Geschichten - für die sie natürlich eine Verstärkeranlage benötigen, die sie mit einem Dieselgenerator speisen.
Ende vom Lied: Jeden Mittwoch ist hier die Luft zum Schneiden und es dröhnt und dröhnt und dröhnt.

Ich würde mir die wunderbar reine provencalische Luft nicht mit Dieselruß verderben!

Viel Vergnügen in deinem Haus, du Glückliche!

Carlogo
04.06.2007, 09:11
Eine Solarstromanlage lohnt sich normalerweise nur mit der Subventionierung für den ins Netz eingespeisten Strom.


Hast Du dir das auch durchgerechnet?

Nehme wir mal an, dass jemand 20 Jahre den Strom für sein Wochenendhaus über einen Anbieter bezieht. Und sagen wir weiter, dass er jeden Monat 20 Euro zahlt. Dann kommt man locker auf 5000 Euro nach 20 Jahren.

Eine Solaranlage kostet ungefähr 3000-4000 Euro. Hier muß man sehen, dass man nach ca. 10 Jahren die Solarbatterien und eventuell den Laderegler austauschen muß.

Ansonsten hat man zusätzlich den Vorteil unabhängig von Netz zu sein.

Hier ein Mögliches Beispiel für Deine kleine Anlage:


Tagesverbrauch 1,4 kW/Tag

-Kühlschrank
-10 Lampen
-TV, Radio

Der Herd kann auch mit rein, wenn er nur kurz benutzt wird.

dann brauchst Du

- 3 Solarmodule von je 360 W
- Wechselrichter (Laderegler), wenn Du nicht 12 Verbraucher anschließen möchtest
- 4 Batterien mit je 320 AH

Man braucht schon Ahnung von Elektrik. Sonst gibt es auch schnell Unfälle.

Die Aussage kann noch spezifischer getroffen werden, wenn man die genauen Strahlungswerte von Deinem Ort haben würde.

Ansonsten kannst Du mit der Anlage das ganze Jahr über klar.

Kann man das Haus auch mal sehen?

Grüße

Mechthild73
08.06.2007, 11:55
Hier ein Mögliches Beispiel für Deine kleine Anlage:
Tagesverbrauch 1,4 kW/Tag

-Kühlschrank
-10 Lampen
-TV, Radio

Der Herd kann auch mit rein, wenn er nur kurz benutzt wird.

dann brauchst Du

- 3 Solarmodule von je 360 W
- Wechselrichter (Laderegler), wenn Du nicht 12 Verbraucher anschließen möchtest
- 4 Batterien mit je 320 AH

Vielen Dank für die Info.


Man braucht schon Ahnung von Elektrik. Sonst gibt es auch schnell Unfälle.

:knatsch: Ist es aufwändig, wenn du mir das Wichtigste erklärst, worauf ich beim Kauf und bei der Installation zu achten habe?


Kann man das Haus auch mal sehen?


Ma maison (http://freenet-homepage.de/tangofever/haus.jpg)

Carlogo
11.06.2007, 12:52
Hi,

Ist es aufwändig, wenn du mir das Wichtigste erklärst, worauf ich beim Kauf und bei der Installation zu achten habe?


Das Haus sieht ja sehr mondän aus;)

Das Dach ist sehr gut geeignet, da es gleich die richtige Schräge mitbringt- für den Sommer. Im Winter natürlich steiler.

Wenn Du so etwas zum erstenmal installierst, solltest Du Dir die richtige Lektüre besorgen.

Die Module kannst Du mit den richtigen Befestigern leicht installieren- sollten nicht wegfliegen.
Hier mußt Du schauen wieviel Spannung du brauchst.
Schaltest Du die Module in Reihe verdoppelt sich die Spannung.
Hier wird es schon ein wenig kompliziert.

Die Kabel mußt Du von den Modulen bis zu den Batterien ziehen- wahrscheinlich Keller

Dan brauchst Du natürlich noch einen Verteilerkasten. Hier treffen die Verbraucher auf die Batterien.

Also die Module kannst Du bestimmt anbringen. Beim Rest brauch man schon etwas Erfahrung oder einen Elektriker. Der macht das ganz schnell.

Hast Du noch Fragen- würde mich wundern, wenn nicht;)

Mechthild73
11.06.2007, 16:32
Hallo Carlogo,


Wenn Du so etwas zum erstenmal installierst, solltest Du Dir die richtige Lektüre besorgen.

? Da brauche ich Tipps.


Die Module kannst Du mit den richtigen Befestigern leicht installieren- sollten nicht wegfliegen.

Also ich klettere aufs Dach und montiere. Hört sich leicht an, ich werde es mir zutrauen, aber... hast du vielleicht Fotos von den Teilen, die ich mir aufs Dach montieren muss?


Hier mußt Du schauen wieviel Spannung du brauchst.
Schaltest Du die Module in Reihe verdoppelt sich die Spannung.
Hier wird es schon ein wenig kompliziert.

In der Tat, hier wird es kompliziert. Wie viel Spannung brauche ich denn?:wie?: Und soll ich die Module in Reihe schalten, oder nicht? :wie?:


Die Kabel mußt Du von den Modulen bis zu den Batterien ziehen- wahrscheinlich Keller

Habe ich einen Keller?


Dan brauchst Du natürlich noch einen Verteilerkasten. Hier treffen die Verbraucher auf die Batterien.

Welche Verbraucher? :wie?:


Also die Module kannst Du bestimmt anbringen. Beim Rest brauch man schon etwas Erfahrung oder einen Elektriker. Der macht das ganz schnell.

Ich bin lernfähig. :zwinker:

Also jetzt bist du dran mit Fotos. :smirksmile:

Grüße von Mechthild

Carlogo
13.06.2007, 12:30
OK , nur für Dich eine kleine Zusammenfassung wie man Solaranlagen auslegt.

Planung und Auslegung von Inselanlagen

Wichtigste Aufgabe bei der Planung einer Inselanlage ist die Abstimmung zwischen Energieverbrauch und Energieangebot. Da Sonnenenergie eine begrenzte und schwankende Ressource ist, müssen täglicher Stromverbrauch, tägliches Strahlungsangebot und Akkukapazität realistisch kalkuliert und aufeinander abgestimmt werden. Schwierig wird die Situation, wenn eine ganzjährige Versorgung angestrebt wird.
In unseren Breiten ist die verfügbare Strahlungsmenge im Sommer etwa 6 mal so groß wie im Winter.
Der Strombedarf ist aber in der Regel im Winter höher als im Sommer. Eine Auslegung des PV-Generators für den Winterbedarf kann daher in der übrigen Jahreszeit zu erheblichen ungenutzten Überschüssen führen.
Im Folgenden soll der Auslegungsgang für eine Inselanlage in einzelnen Schritten am Beispiel eines kleinen Ferienhauses dargestellt werden, bei dem trotz der starken Sommer-Winter-Schwankungen eine ganzjährige Versorgung mit Solarstrom angestrebt wird.

Eine Inselanlage besteht zu meist aus folgenden Komponenten:

Solarzellen, Laderegler, Akku, Verbraucher (Licht, Fernseher...


Erfassung des Stromverbrauchs

Wichtigster und aufwendigster Schritt bei der Dimensionierung einer PV-Anlage, die im Inselbetrieb arbeiten soll, ist die sorgfältige Aufstellung über den täglichen Stromverbrauch. Aufgrund der starken Strahlungsschwankungen im Jahresverlauf ist es bei der Verbrauchsbilanz oft erforderlich, nach Monaten, Jahreszeiten oder zumindest zwischen den Extremfällen Sommer und Winter zu unterscheiden. Für die Berechnung der Strahlungsmengen wird dann jeweils der schwächste Monat zugrunde gelegt: Im Frühling bis Herbst ist es der Oktober, im Winter der Dez.

Hier wird das Beispiel „Ferienhaus“ näher erläutert:

Folgender Verbrauch wird angenommen:

Es ist hier ein hochwertiger energiesparender Kühlschrank vorgesehen. Moderne Kühlgeräte sind immer mit Angaben über den täglichen Normverbrauch versehen. Da dieser Zahlenwert interessiert, ist eine Angabe über die tägliche Laufzeit des Kühlaggregats für unsere Berechnung nicht erforderlich.
Der Kühlschrank soll im Winter aus Energiespargründen nicht benutzt werden. Ein Winterbetrieb des Kühlschranks zu einer beträchtlichen Vergrößerung des Generators und damit zu erheblich höheren Systemkosten führen.
Im Sommer ist eine Bewässerung des Gartens mit eingeplant, ca. 2000 l/d. Im Winter nur Brauchwasserbedarf, ca. 200 l/d. Die Pumpe fördert ca. 600 l/h, daraus ergeben sich die angesetzten Laufzeiten von 3,33 bzw. 0,33 h.

Wie man sieht, gibt es 3 "Großverbraucher": Kühlschrank, Wasserpumpe und Fernseher. Am meisten benötigt der Kühlschrank. Da wir ihn im Winter außer Betrieb setzen, wird eine ganzjährige Solarversorgung erst einigermaßen realistisch. Anderenfalls hätten wir einen Winterverbrauch, der die Größe des Solargenerators mehr als verdoppeln würde. Es ist aber auch durchaus vertretbar, im Winter ohne Kühlschrank zu leben, vor allem dann, wenn dadurch erhebliche Kosten eingespart werden können. Die Wasserpumpe ist ein idealer Verbraucher für ein Solarsystem, weil sie im Winter nur 1/10 des Sommerverbrauchs benötigt. Ihr Verbrauch verläuft sozusagen synchron mit dem Strahlungsangebot der Sonne.
Zu beachten ist, dass nur hochwertige energiesparende Verbraucher zum Einsatz gelangen sollten. Ihre höheren Anschaffungskosten lohnen sich in jedem Fall, weil dadurch Modulkosten eingespart werden können, die wesentlich höher liegen würden als die Mehrkosten für hochwertige Energiespargeräte.


Ich hoffe das hilft dir weiter

Mechthild73
15.06.2007, 10:53
Ich hoffe das hilft dir weiter

Nicht wirklich :knatsch:

Pia_bln
27.06.2007, 10:51
Hallo Carlogo,

du musst Mechthild wohl nicht mehr überzeugen, DASS sie eine Fotovoltaikanlage braucht, sie braucht vielmehr eine Bastelanweisung. :zwinker: