PDA

Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Kindermund



djinny
31.05.2007, 23:53
Während einer Unterhaltung mit meiner Freundin kamen wir auch auf das Thema Kinder, Tod und Beerdigungen.

Sie erzählte mir folgende Anekdote aus ihrer Kinderzeit. Ein entfernter Onkel von ihr war verstorben. Ihre Mutter fuhr mit ihr zu einem Kondolenzbesuch zur Tante.

Meine Freundin war damals 7 oder 8 Jahre, sie kann sich nicht mehr genau erinnern. Auf jeden Fall wusste sie noch das der Onkel, die Tante zu Lebzeiten wohl nicht sehr gut behandelt hatte.Er hat oft geschimpft, da konnte sie sich auch noch dran erinnern.

Während eines Gesprächs zwischen Mutter und Tante hörte sie dann folgendes...jetzt liegt er da auf dem Friedhof und kommt nicht wieder. Da guckte sie ihre Tante treuherzig an und sagte..."jetzt bist aber froh,was?" :ooooh:

Wir mussten beide herzlich darüber lachen, und meine Freundin meinte, ich war so erstaunt als meine Mutter mich böse angeschaut hat. Jetzt hatte Tante doch endlich Ruhe.

Ich hoffe es ist ok auch mal was zum lachen hier zu posten.
lg
Djinny

Ricarda44
01.06.2007, 07:32
Wenn ein Kind das schon so empfindet, dass ein Mensch ständig Negatives von sich gibt, dann kann man dem Kind das ganz sicher nicht übel nehmen. Kinder haben so feine Antennen für Missstimmungen, da hat Deine Freundin dann nur einfach das von sich gegeben, was sie so gefühlt hat. Ist doch o. k. Kann ich mir vorstellen, dass ihre Mutter pikiert geschaut hat nach dem Motto "Sowas darf man doch nicht sagen!!!!" Aber wieso darf man nicht das sagen, was man denkt? Da sieht man doch wie wunderbar unkompliziert Kinder sind.

Inaktiver User
01.06.2007, 07:53
Ich hoffe es ist ok auch mal was zum lachen hier zu posten.
lg
Djinny



Nicht nur "okay", sondern aus meiner persönlichen und Moderatoren-Sicht

absolut erwünscht ! :Sonne:


So ein Lächeln zwischendurch hebt die Schwere der Trauer für einen köstlichen Moment auf.
Und ein kleiner Sonnenstrahl erhellt das Dunkel der Seele.
Balsam und Medizin pur !

Karla48
01.06.2007, 08:33
Nette Geschichte! Da fällt mir auch gleich eine ein:

Wir (ich mit kleiner Nichte) trafen mal auf der Straße eine alte Dame. Sie käme vom Friedhof, ihr Mann sei letztes Jahr verstorben.

Sagt die Kleine: "Und wann kommst DU auf den Friedhof?".

Zum Glück war die Dame nicht beleidigt, sondern konnte auch schmunzeln.

Gruß Karla

Atis
01.06.2007, 22:11
Mein Vater ist schwer krebskrank und wird sterben. :heul: Da wir das unserer Tochter nicht verschweigen wollten, sprachen wir mit ihr darüber (sie hätte es sonst womöglich mal nebenbei in einem Gespräch mitbekommen, und 'aus heiterem Himmel' so etwas zu erfahren, finden wir noch erschreckender). Wir hatten uns viele Gedanken darum gemacht und überlegt, wie wir es möglichst behutsam erklären können.
Und was sagt das Tochterkind, nachdem wir es ihr gesagt hatten?
"Ich fände es aber gut, wenn sich die Oma dann einen neuen Mann sucht!"
:ooooh: :knatsch: :freches grinsen: :knatsch:

(Trotzdem - sie ist sehr traurig, dass es ihrem Opa nicht gut geht. :heul: Aber wir waren auch irgendwie froh, dass sie nicht völlig niedergeschmettert war unmittelbar nach der Nachricht.)

Toffyfee
01.06.2007, 22:38
Wünsche deinem Pa wenigstens wenig Schmerzen und euch viel Kraft:zauberer:
Mein Pa ist vor kurzem gestorben und mein Sohn sagte nach der Beerdigung : Es war ein schöner Tag
Kinder können den Tod gut verarbeiten. -glücklicherweise

Liebe Grüße Toffyfee

Atis
01.06.2007, 22:44
Wünsche deinem Pa wenigstens wenig Schmerzen und euch viel Kraft:zauberer:
Mein Pa ist vor kurzem gestorben und mein Sohn sagte nach der Beerdigung : Es war ein schöner Tag
Kinder können den Tod gut verarbeiten. -glücklicherweise

Liebe Grüße ToffyfeeDanke für Deine lieben Wünsche, Toffyfee! :blumengabe:

djinny
01.06.2007, 23:56
Auf der Beerdigung von meiner Mama war meine jüngere Tochter 8 Jahre alt.

Der Weg von der Kapelle zur Grabstätte war sehr lang.Ich hielt sie an der Hand während wir hinter den Sargträgern hergingen.

Irgendwann kamen wir an einem sehr großen Brunnen vorbei, sie drückte meine Hand und fragte dann..Mama, müssen wir Oma da jetzt reinschmeißen?

Ich merkte wie mir ein lachen hochkam, weil ich genau wusste wie meine Mutter sich darüber amüsiert hätte. Hab mich natürlich nicht getraut zu lachen, die Leute hätten mich bestimmt für verrückt erklärt.

Aber danach haben wir oft darüber gelacht, jedesmal wenn wir auf dem Friedhof waren, sagte sie weisst du noch wie ich Oma hier reinwerfen wollte?
lg
Djinny

Ricarda44
02.06.2007, 00:09
Da waren Mutter und Tochter sich dann einig. Du hast genau gewusst, wie Deine Mutter reagieren würde. Ist das nicht wunderbar, wenn man das im Herzen fühlt. Solche Menschen sterben nie wirklich.

Inaktiver User
02.06.2007, 11:34
Danke für das schöne Thema, Djinny.:Sonne:

Als ich die Nachricht vom Tode meines Freundes erhielt, hat meine Schwester mich erstmal "aufgenommen". Nach der ersten Nacht sass ich tränenkullernd am Frühstückstisch. Mein damals 5-jähriger Neffe nahm mich in den Arm und meinte: "Warum bist Du denn immer noch traurig. Du kannst doch jetzt sowieso nichts mehr ändern."

Wie war und wie gesund aus Kinderaugen - das Unveränderliche akzeptieren und sich auf die Zukunft konzentrieren. Natürlich konnte ich das nicht so schnell, aber bei den alltäglichen kleineren und größeren Sorgen denke ich immer noch daran: Abschütteln und sich um die Zukunft kümmern. Und nach mittlerweile über 5 Jahren "Training" klappt es auch ganz gut.

Inaktiver User
13.06.2007, 09:03
*Den Strang finde ich auch so wohltuend - also ein sanfter Schubs nach oben*
:blumengabe: :Sonne:

Inaktiver User
13.06.2007, 09:14
Mein Stiefvater starb vor vielen Jahren.

Die Beerdigung fand an dem Tag statt, an dem mein Bruder (damals 3 kleine Kinder) auch Geburtstag hatte.

Morgens also in der Familie meines Bruders am Frühstückstisch Geschenke überreichen, Geburtstagsbussi etc.

Eine meiner kleinen Nichten meinte freudestrahlend:

"Wir feiern heute Opa Fritz´ Beerdigung!"

rotes_sefchen
14.06.2007, 15:43
Mein Opa ist im Dezember 2001 verstorben. Es war eine Feuerbestattung und als wir nach der kirchlichen Trauerfeier in der Leichenhalle vor der aufgebahrten Urne standen, meinte meine Patentochter, damals gerade 7, "Warum ist Onkel A. denn so klein geworden?".

Bei aller Trauer konnte auch ich mir ein Lachen fast nicht verkneifen....

:blumengabe: für alle starken Menschen hier im Thread!

Ricarda44
14.06.2007, 19:20
@ rotes sefchen:

Schwache Leuts wird man hier kaum finden.
Aus solchen schweren Lebenslagen kann man nur gestärkt hervor gehen. Eine andere Wahl bleibt uns gar nicht.

Louette
18.06.2007, 22:39
Mein Bruder ist 13 Jahre jünger als ich. Als unsere Großtante starb, die für meine Schwester und mich wie eine Oma war, war er 4. Auf dem Weg zum Friedhof fragte er unseren Vater dann: "Papa, warum weint die X so? Nur weil die Tante Y gestorben ist?"

So traurig wie wir waren, mussten wir doch lachen.

djinny
21.01.2008, 00:21
Hallo Ihr Lieben,ich möchte diesen Thread noch mal hoch holen weil ich heute so herzlich über meine kleine 3 jährige Nichte gelacht habe.
Die Todestage meiner Lieben haben sich gerade mal wieder gejährt,und meine Schwester war mit ihren Kindern auf dem Friedhof.
Die kleine war das erste mal dabei. Auf dem Stein meines einen Bruders ist ein Porträt seines Gesicht eingraviert.
Die kleine fragte, wer ist das? Meine Schwester,das ist dein Onkel Mulle.
Die kleine, der ist im Himmel,ne? Meine Schwester..ja!
Die Lütte guckt sich das Geburts und Sterbedatum an und sagt....
Und DAS ist seine handynummer, ne?
lg
Djinny, die sich so eine direktleitung nach oben wünschen würde . ;-)

Atis
21.01.2008, 00:44
Und DAS ist seine handynummer, ne?
:lachen:

gruentee
24.01.2008, 00:28
Eine meiner Grundschulfreundinnen hat, als die Mama ihr erzählte, dass der Opa gestorben sei, direkt gefragt: "Und wer macht mir jetzt meine Kartoffelpuffer?"

Die hat sie nämlich immer gegessen, wenn sie bei ihm zu Besuch war und die Mama konnte/wollte die nicht zubereiten.