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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : familie nervt meinen mann nur noch



Inaktiver User
27.05.2007, 18:05
als fast nur stille mitleserin habe ich schon viel von euch bekommen:blumengabe:
heute aber brauch ich eure meinung:

mein mann ist absoluter familienverweigerer, und ich fast das gegenteil, an feiertagen wie jetzt lähmen wir uns dadurch gegenseitig, wir sind beide froh, wenn der alltag einkehrt.

kurz die "harten fakten":mein mann ist ein ein einzelgänger, er hat keinen freund, die wenigen freunde der familie sind meine freundinnen mit anhang, die er durchaus schätzt, aber nicht braucht, so wie ich.
seine herkunftsfamilie ist m.e. total zerbrochen,seit seine mutter vor 11 jahren starb hat er den kontakt zu seinem vater abgebrochen (sein vater ist tatsächlich ein wenig liebenswerter kerl, der seine frau und seine kinder fast gequält hat). seine ältere schwester lebt seit 15 jahren in amerika (mein mann sagt, daß sie ihm mit jedem kilometer , den sie sich entfernt, lieber wird...), die jüngere schwester ist vor 2 jahren nach holland gezogen, zu ihrem 3.mann, den sie nach 6 wochen heiratete und ihre 16jährige tochter allein in der heimat zurückließ, entfernung 1100 km. die tochter kennt ihren leiblichen vater nicht, lebt allein ohne job und ohne familiäre bindungen...auch zu uns nicht,s.o.).
mein mann mag das so.

zu mir:ich liebe meine eltern,der kontakt ist eher spärlich, weil mein mann familie nicht erträgt, nur wohl dosiert.
mein bruder hat keine eigene familie, mein mann mag ihn nicht sehr, konsequenz siehe oben.
mein kleiner bruder ist leider seit 10 jahren tot.

ich leide immer mehr darunter ,fühle mich trotz freundeskreis und familie eher einsam, alles was an familie oder freunde stattfindet wird von mir häppchenweise "serviert", damit es meinem göga nicht zu viel wird.
dazu kommt, daß er mich immer um sich haben will, sonst könnte ich ja allein etwas familiäres unternehmen, aber er unternimmt nichts mit mir, er will eher seine ruhe nach anstrengender arbeit.

gestern waren wir eingeladen. kommt nicht oft vor, tolle atmosphäre, eine großfamilie in bestform führte mir vor augen, was mir fehlt.statt freude schluckte ich tränen hinunter.

so,was kann ich tun, ich fühle mich in einer sackgasse.

übrigens haben wir 2 kinder, 20 und 17, die sind flügge und haben eigene interessen .
:blume:
was soll ich tun, damit ich mehr unter menschen komme, meine familie den platz bei mir bekommt, den sie in meinem herzen schon hat...und meinen mann nicht zu sehr nervt.?????:Sonne: :wie?:

Kappuziner
27.05.2007, 18:17
Ist es denn wichtig für dich, dass dein Mann immer dabei ist?

Du könntest doch einfach dich öfter bei deinen Geschwistern einladen. Erklär denen die Sachlage - dass es nicht an ihnen liegt, dass dein Mann ein Eigenbrötler ist und auch einer traurigen Familie kommt - und dann mach dein Familiending mit deinen Geschwistern!

Wenn er dich um sich rum haben will, dann muss er halt mit. So viel Mumm musst du schon haben, das durchzusetzen. Wenn das tatsächlich nicht geht, also dein Mann ernsthaft Stress macht, weil du ohne ihn etwas Schönes machst, was er dir verweigert, dann weißt du, wo WIRKLICH das Problem ist.
das wäre dann ein neues Thema (aber kein unlösbares...)

Inaktiver User
27.05.2007, 20:59
liebe Kappuziner,
danke für die antwort,

du hast recht, das weiß ich, aber ehrlich gesagt, ich wollte die verwandtschaft nie so richtig aufklären, stattdessen wähle ich lauwarme ausreden von der qualität " mein mann muß arbeiten"...

aber es muß wohl auf den tisch.
ich weiß, daß er so aufgewachsen ist, er hat es so gelernt.
und eigentlich bin ich froh, daß ich seinen vater nicht um mich haben muß.

aber ich hätte meinen mann gern dabei, ich würde ihm gerne zeigen, daß familie schön sein kann.
er ist aber störrisch...doch ich weiß, es ist seine entscheidung.

ich fürchte auch ein wenig, daß diese familien-verweigerung sich auf unsere kinder auswirken könnte, aber das ist ein anderes ding.

es macht mich traurig, weil einer meiner brüder nicht mehr lebt, der andere hat keine familie,die familie meines mannes fällt weg...schade.

aber,danke...morgen gehe ich in die kirche, höre mir die krönungsmesse an, das hasst mein mann auch, und ich gehe jetzt
trotzdem mal hin.
alles liebe

Inaktiver User
27.05.2007, 21:40
Ich würde auch den Verwandten gegenüber keine "lauwarmen Ausreden" mehr bringen, sondern Fakten nennen. Dass er eben am liebsten allein (oder nur mit Dir zusammen) ist, traurige Kindheit hin oder her. Spätestens im Rentenalter fiele die Ausrede "viel Arbeit" eh weg :zwinker: .

Ob Du ihm nach 20+ Jahren Eures Zusammenlebens noch Familie schmackhaft machen kannst, bezweifle ich. Du solltest Dir aber nicht den Genuss nehmen lassen, wenn Du selbst ein Familienmensch bist, und Deine Herkunftsfamilie und Freunde so oft treffen, wie es Dir behagt. Ignorier sein Gejammer, dann muss er es eben so lang mit sich selber aushalten.

Aber mal eine blöde Frage: wenn Deinen Mann Familie nervt - er lebt doch selbst in einer, seit 20 Jahren.

Kappuziner
27.05.2007, 23:59
Ich würde auch dazu stehen. Ist doch kein Beinbruch - Du verbindest schöne Dinge mit Familie (bzw. der erweiterten Familie), Dein Mann nicht. Ihr habt beide euer Leben, eure Narben, so ist das halt, wenn ihr euch sonst liebt, ist das doch nicht schlimm.
Du solltest da auch zu deinem Mann stehen - es ist gar nicht "peinlich", wenn du einfach so dazu stehst, wie du es uns hier erzählst.
Mach Du halt mehr für Dich mit deiner Familie, wie auch immer du die für dich definierst. Wichtig ist, dass du deine Kontakte haben kannst und darin aufgehen kannst.

Deine Kinder werden schon auch ihren eigenen Umgang damit finden. Schön, wenn du ihnen da etwas mit auf den Weg geben kannst.
Aber sieh es einfach entspannter. Versuch, es so zu machen, wie Du denkst, und schau, ob dein Mann dich lässt....
Alles Gute! und morgen einen schönen Tag in Deiner Gemeinde :blumengabe:

Inaktiver User
28.05.2007, 13:03
Ich würde auch den Verwandten gegenüber keine "lauwarmen Ausreden" mehr bringen, sondern Fakten nennen. Dass er eben am liebsten allein (oder nur mit Dir zusammen) ist, traurige Kindheit hin oder her. Spätestens im Rentenalter fiele die Ausrede "viel Arbeit" eh weg :zwinker: .

Ob Du ihm nach 20+ Jahren Eures Zusammenlebens noch Familie schmackhaft machen kannst, bezweifle ich. Du solltest Dir aber nicht den Genuss nehmen lassen, wenn Du selbst ein Familienmensch bist, und Deine Herkunftsfamilie und Freunde so oft treffen, wie es Dir behagt. Ignorier sein Gejammer, dann muss er es eben so lang mit sich selber aushalten.

Aber mal eine blöde Frage: wenn Deinen Mann Familie nervt - er lebt doch selbst in einer, seit 20 Jahren.
liebe graupapagei,
diese familien-abneigung hat sich bei meinem mann mit der zeit entwickelt, früher, auch als die kinder noch kleiner waren, hat er das beinahe "gemocht"...war froh, wenn es vorüber war, ist aber durchaus gern mitgegangen.
ich glaube, daß dies das erbe seiner familie ist.
in unserer eigenen kleinen familie ist er richtiggehend aufgegangen,nichts schöneres für ihn ,als mit den kleinen kindern etwas gemeinsam zu machen- er hat lange gebraucht, sich daran zu gewöhnen, daß sie selbständig werden, und papa nicht mehr der "größte" ist.
alle anderen sind ihm immer unwichtiger geworden.

aber du hast recht, ich muß die lauwarmen ausreden lassen, dann kann ich leichter damit umgehen, wenn ich allein auftauche.

danke dir

Inaktiver User
28.05.2007, 13:11
Ich würde auch dazu stehen. Ist doch kein Beinbruch - Du verbindest schöne Dinge mit Familie (bzw. der erweiterten Familie), Dein Mann nicht. Ihr habt beide euer Leben, eure Narben, so ist das halt, wenn ihr euch sonst liebt, ist das doch nicht schlimm.
Du solltest da auch zu deinem Mann stehen - es ist gar nicht "peinlich", wenn du einfach so dazu stehst, wie du es uns hier erzählst.
Mach Du halt mehr für Dich mit deiner Familie, wie auch immer du die für dich definierst. Wichtig ist, dass du deine Kontakte haben kannst und darin aufgehen kannst.

Deine Kinder werden schon auch ihren eigenen Umgang damit finden. Schön, wenn du ihnen da etwas mit auf den Weg geben kannst.
Aber sieh es einfach entspannter. Versuch, es so zu machen, wie Du denkst, und schau, ob dein Mann dich lässt....
Alles Gute! und morgen einen schönen Tag in Deiner Gemeinde :blumengabe:
liebe kappuziner,"entspannter" damit umgehen ist ja nicht gerade meine stärke, da dieses thema dauernd nervfaktor bei uns ist...wir arbeiten seit 11 jahren zunächst mit im betrieb meiner eltern, seit 7 jahren ohne meine eltern in dem betrieb, den sie aufgebaut haben-zunächst für meinen kleinen bruder, als der starb dann notgedrungen mit uns--komplizierte sache, auch für meinen mann.

schön daß du mir mut machst, daß die kinder ihren eigenen umgang damit finden werden, der nicht zwangsläufig der familienverweigerung meines mannes entsprechen muß.

aber trotz vieler narben auf beiden seiten-wir lieben uns.

danke nochmal und der morgen war schön, allerdings habe ich kirchenkonzert sausen lassen, da mein mann mir zuliebe einen langen spaziergang (bei noch sehr schönem wetter) vorschlug. da er das meistens auch nicht gerne macht....