PDA

Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Alkohol statt Nikotin??? Nein Danke!



mamastigra
23.05.2007, 19:19
Hallo, bin neu hier!

Dank A.C. seit einer Woche rauchfrei und brauche Unterstützung.
Bin wirklich stolz, dass ich soweit gekommen bin und fühle mich fast durchgehend gut. Wenn da dieser fürchterliche Verdacht nicht wäre:

Dass man rauchfrei mehr Appetit hat, ist ja nun hinlänglich bekannt. Aber morgens um 10 Uhr Lust auf ein Bier ist schon peinlich und war nicht beabsichtigt.:schild ...uups:

Hat jemand ähnliche 'Folgesüchte' bzw. Erfahrung mit Ersatzdrogen?

War noch nie ein Kostverächter und habe auch in den 70ern fast alles probiert, was der Drogenmarkt zu bieten hatte. Aber...

Der Status 'Alkoholiker' ist noch deutlich weniger angenehm als 'Raucher'. Habe ich das Pferd von hinten aufgezäumt?

Jeder gute Rat willkommen.

Inaktiver User
25.05.2007, 11:48
Bei mir wars damals nur merh Appetit. Mehr Alkohol wollte ich dadurch nicht. Der überschwengliche Appetit hört aber von alleine wieder auf.:blumengabe:

Inaktiver User
25.05.2007, 11:56
Der Status 'Alkoholiker' ist noch deutlich weniger angenehm als 'Raucher'. Habe ich das Pferd von hinten aufgezäumt?

Jeder gute Rat willkommen.

Ging mir auch mal so, als ich mit dem Rauchen aufhörte. Ich bekam einen tierischen Bock auf Alkohol (allerdings erst abends) und blöderweise habe ich den Alkohol auch noch schlechter vertragen.

Als ich das hier (http://de.wikipedia.org/wiki/Nikotinabhängigkeit) (Mitte bis Ende zum Thema Dopamin / andere Suchtstoffe) durchgelesen hatte, ist mir der Zusammenhang zu anderen Süchten total bewusst geworden.

Deshalb gehört für mich Rauchen aufhören und Reduktion von Alkohol unbedingt zusammen.

Billchen
30.05.2007, 10:16
Also ich gestehe, dass ich in der Anfangszeit meines Nichtraucherdaseins auch mehr getrunken habe als vorher. Aber eigentlich nur auf Parties, wie geraucht wurde. Da habe ich wohl etwas tiefer ins Glas geschaut, um mich von der fehlenden Zigarette etwas abzulenken. Ich fand das aber nicht so dramatisch, da ich den Alkohol in dieser Zeit auch irgendwie besser vertragen habe. Ich habe ihn zwar gemerkt, aber morgens war mir nicht übel. Und es war ja auch nicht jeden Tag eine Feier.

Nach ein paar Monaten hatte ich mich an die Situation ohne Rauchen auf der Party voll gewöhnt und auch mein Alkoholkonsum ist wieder aufs Normalmaß zurückgegangen.

Ich möchte das nicht herunterspielen, aber wenn die Lust auf Alkohol nur ab und an mal zu ungewöhnlichen Zeiten auftritt sehe ich das noch nicht so dramatisch. Das liegt vielleicht auch an der Veränderung, die Du ja durch Nichtrauchen gerade durchmachst. Davon wird man ja nun nicht gleich zum Alkoholiker. Oder kannst Du dem Bier dann nicht widerstehen? Wenn das so wäre, dann solltest Du Dir durchaus darüber ernste Gedanken machen.

Billchen

mamastigra
30.05.2007, 20:01
Wenn ich mir keine ernsten Gedanken machen würde, hätte ich nicht um Rat gebeten.
Habe auch schon das passende Buch von Allen Carr. Wills aber nicht wirklich lesen, da ich nicht glaube, das es der Richtige Zeitpunkt dafür ist. Habe zweimal angefangen und war jedesmal nach 30 Min richtig depressiv. Wollte dann die Nikotinentwöhnung nicht riskieren.
Bestimmt gibts auch einen anderen Weg....? Ich kann ja nicht jeden Tag Blut spenden gehen um meinen Alkoholkonsum zu reduzieren.

Aber es tut schon gut darüber zu reden/zu schreiben.

Vielen Dank

mamastigra

siri13
02.06.2007, 22:19
Sei bloss vorsichtig!!!! Tausche nicht eine Sucht gegen die andere ein, frage lieber einen Arzt deines Vertrauens ob er dir etwas empfehlen kann ( Akupunktur, Medikamente usw)

Inaktiver User
03.06.2007, 09:53
die lust auf alkohol ist mir im zusammenhang mit rauchentwöhnung völlig fremd. ich habe in den ersten 4 monaten überhaupt keinen alkohol getrunken, da der für mich immer eine gefühlte verbindung mit zigaretten einging. alkohol ohne zigaretten? unmöglich.

was ist es denn bei dir jetzt? hast du das eine mal morgens um 10.00 h ein bier getrunken oder machst du das jetzt jeden tag oder was dürfen wir uns da unter "ersatzdroge" vorstellen?

ich persönlich halte zigaretten für sehr arglistig. ist es nicht vorstellbar, dass dir die nikotinsucht diesen unbändigen appetit auf bier quasi nur vorgaukelt, damit du es mit der angst bekommst und lieber wieder mit den zigaretten anfängst? es hat zb schon so manche frau wieder angefangen zu rauchen, weil sie ohne zigaretten völlig aus dem leim ging. m.e. trägt die sucht immer das kleid, welches uns am besten steht und uns daher am leichtesten verführen kann. dem nachzugeben, führt zu gar nichts. du hast gerade erst aufgehört. wundere dich nicht, dass dein körper verrückt spielt oder dir dein gehirn streiche spielt und dir merkwürdige dinge weismachen will. meist spricht da nur die fehlende zigarette....und ihre zahlreichen freunde, die man vorher den ganzen tag weggeraucht hat.

ich wünsche dir viel erfolg! der weg ist hart, aber er lohnt sich sooo sehr. wirklich!

lg
luci

Inaktiver User
04.06.2007, 16:28
Sei bloss vorsichtig!!!! Tausche nicht eine Sucht gegen die andere ein, frage lieber einen Arzt deines Vertrauens ob er dir etwas empfehlen kann ( Akupunktur, Medikamente usw)


Akupunktur ok, mit Medikamenten wäre ich bei Suchtneigungen da auch wieder vorsichtig.

Fussl
13.06.2007, 09:35
Hmh....ich muss ja gestehen, dass ich vor allem jetzt im Sommer rauchfrei mehr zu Allohol greife....grade so abends auf dem Balkon, laue Nacht etc. Da ging frühter gut und gerne an nem Abend ne halbe Schachtel ZUSÄTZLLICH drauf. Und heute??? Da sitzt man "dumm" rum und???? Greift zum Glas.....
Habe mir gestern Abend ernsthaft überlegt, welche Drogen aus meiner frühen Jugend ich mir denn mal wieder vorstellen könnte...:freches grinsen: kleiner Scherz, iss doch klar!!! Bin froh, dass ich "nur" mit ein Glas hier und dort durch´s Leben gehen kann mittlerweile. Hab gestern mal ne kleine Zigarre zum Glas probiert....bäh, echt, mein Mund hat sich wie ein Aschenbecher angefühlt und - ehrlich, unter uns - es hat mir nüscht gebracht oder gegeben. Fazit? In Zukunft einfach bleiben lassen...Und das Thema Rauchen ist für mich jetzt endgültig durch!

Grüße
Fussl

Inaktiver User
14.06.2007, 14:57
Hmh....ich muss ja gestehen, dass ich vor allem jetzt im Sommer rauchfrei mehr zu Allohol greife...Grüße
Fussl

Okay, kommt dein Nick auch daher?

Inaktiver User
14.06.2007, 16:15
Okay, kommt dein Nick auch daher?


:freches grinsen: :freches grinsen:

Heißt das nicht Fusel?

Billchen
22.06.2007, 13:57
Ich habe vorgestern mit einem befreundeten Psychologen über das Thema Ersatzdrogen gesprochen. Er meinte ganz häufig würden Menschen von einer in die nächste Sucht fallen, ohne, dass ihnen das wirklich bewusst wurde.

Das hat mich wirklich erschreckt, denn ich dachte immer, dass diese Gefahr recht gering ist. Mein Bekannter meinte aber, dass ein Mensch nicht grundlos süchtig wird. Rauchen ist eine recht unauffällige Sucht, da man ja im normalen Alltag problemlos funktioniert. Dennoch ist das Rauchenaufhören deshalb nicht leichter, weil es eben bedeutet, dass ich dieser Sucht nicht mehr nachgeben kann. Das Suchtbedürfnis aber besteht weiterhin und das ist auch der Grund, warum man sich händeringend nach einer Ersatzdroge umschaut. Der Alkohol sei da recht naheliegend, weil sehr einfach verfügbar. Eben ähnlich wie die Zigaretten.

Aus dieser Perspektive betrachtet kann man das Thema gar nicht ernst genug nehmen. Da muss ich wohl meine ursprüngliche Meinung revidieren.

Billchen

Inaktiver User
23.06.2007, 10:31
Das Suchtbedürfnis aber besteht weiterhin und das ist auch der Grund, warum man sich händeringend nach einer Ersatzdroge umschaut. Der Alkohol sei da recht naheliegend, weil sehr einfach verfügbar.

am dienstag hatte ich einen sehr schlechten tag. nun sind zwar die ganzen letzten wochen schon mies, aber DER tag hat mich echt umgehauen. am abend dann noch ein telefongespräch, welches es m.e. gerechtfertigt hätte, mir -in ermangelung an zigaretten- wenigstens alkohol reinzukippen. es war schon schockierend, denn so schnell habe ich meinem ganzen leben noch kein weinflasche entkorkt. man muss dazu sagen, dass ich eher selten alkohol trinke. jedoch hatte ich vor, a) die ganze flasche zu leeren und b) das erste glas auf ex zu trinken. der wein schmeckte jedoch so ekelhaft, dass ich ihn sofort ausspucken bzw die ganze flasche sofort im spülbecken entsorgen musste. könnte mich jetzt noch schütteln.

schockierend war für mich, dass ich mir in dem moment einfach nur irgendwas betäubendes zuführen wollte. natürlich hätte ich lieber geraucht, hatte aber gehofft, dass mir in dem moment wenigstens der alkohol darüber hinweghelfen würde. wie schon geschrieben, ich trinke eher selten und dann auch nicht viel.

völlig frustriert ging ich dann zur nächsten tankstelle und habe mir eine packung zigaretten gekauft :knatsch:. nun habe ich den satz "ein mal philip morris, bitte" ja schon x-mal in meinem leben gesagt, hätte aber -nach über einem jahr abstinenz- nicht gedacht, dass es noch so locker über meine lippen kommt. auch die zellophanhülle abzureißen, war ein ganz gewohnter vorgang. zack, fertig.

geraucht habe ich dann doch nicht mehr. ich ging mit der packung in der tasche lediglich einmal um den block und habe sie dann vor meiner haustür in den mülleimer geworfen. wahrscheinlich scheiterte es überwiegend daran, dass ich nicht wusste, wo ich hätte rauchen sollen. bei mir zuhause wollte ich nicht. in dem park nebenan hätte ich es unpassend gefunden (so in der natur, hm nee) und einfach so auf der straße empfinde ich mittlerweile als asozial (sorry an die nochraucher, ist einfach so). in dem zusammenhang fiel mir dann auch wieder ein, was ich an rauchen/rauchern alles sch**** finde.

egal, soviel wollte ich dazu eigentlich gar nicht schreiben. ich wollte nur erzählen, wie ich den drang nach alkohol (in dem fall wein) in der situation empfunden habe. ich war in dem moment so gierig darauf, wie ich es vll in den ersten wochen des nikotinentzugs in stressigen situationen immer empfunden habe. so gesehen also tatsächlich eine verschiebung des suchtmittels, auch wenn ich dem nicht wirklich nachgeben konnte.

luci