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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Angst,in eine andere Stadt zu ziehen



Whattodo85
22.05.2007, 08:35
Hallo,

ich habe folgendes Problem. Ich weiß,dass mein Partner eine Angststörung hat jedoch kann ich mich manchmal nicht wirklich in ihn hineinversetzen, weil ich diese Krankheit nun mal nicht habe.Trotzdem versuche ich,Verständnis vür ih aufzubringen,auch,wenn es schwierig ist.

Es geht um folgendes Problem:wir wohnen ca. 400 km voneinander entfernt und sehen uns nur an den Wochenenden, wie eine typische Fernbeziehung nun mal aussieht.

Wir haben schon etliche Male darüber gesprochen, wie wir uns ein eventuelles Zusammenziehen in 1-2 Jahren vorstellen.
Er hat mir erklärt, dass es aufgrund seiner Angststörung unmöglich für ihn wäre, weiter weg zu ziehen, weil er sein gewohntes Umfeld braucht. Es hätte aber nichts damit zu tun, dass er mich nicht lieben würde o.ä..

Leider hört es sich für mich so an,dass er mich nicht genug liebt, weil es in unserer Situation viel unkomplizierter wäre,wenn er zB. zu mir ziehen würde. Ich kann es mir nicht vorstellen,dass einen Angst so lähmen kann,dass man sogar auf seinen Partner verzichten würde. Ich kann ihn natürlich zu nichts zwingen.

Für mich wäre es insofern schwierig in seine Nähe zu ziehen, dass ich schon ein paar Jahre in meiner Traumstadt/Traumuni studiere und nur sehr ungern wieder wegziehen würde.Ich bin davor schon etliche Male umgezogen.Und auch der finanzielle Aspekt spielt eine große Rolle,weswegen ein Umzug nicht für mich in Frage kommt.
Für ihn wäre das alles viel einfacher....in ein paar Monaten muss er einen neuen Job suchen und möchte (in seiner Stadt) sowieso umziehen und ist nicht an Uni etc. gebunden...wenn da nur diese Angst nicht wäre.

In diesem Punkt habe ich Zweifel,ob er mich wirklich liebt, auch wenn bei uns sonst alles prima klappt und mir zeigt,dass er mich liebt und ich eigentlich nicht zweifeln sollte,wenn diese Sache nicht wäre.

Ich habe Angst,dass unsere Beziehung keine Zukunft hat,auch wenn sonst alles stimmt,wenn sich diese Frage nicht klären lässt.

Vielleicht könnt ihr mir ja einen Rat geben...

lg

Lizzie64
22.05.2007, 18:32
hallo whattodo,

ohne deinen partner genau zu kennen, kann ich ganz sicher eines sagen: seine zurückhaltung, in deine stadt zu ziehen, hat wirklich ziemlich sicher nichts damit zu tun, dass er dich nicht genug liebt. bitte bitte, setz ihn nicht damit unter druck.

für angstpatienten ist es wirklich sehr wichtig, dass sie sich in ihrer umgebung wohlfühlen, dass ihnen ihre umgebung vertraut ist. das hat noch nicht mal etwas mit mangelnder flexibilität zu tun, sondern eben mit dem wesen der angsterkrankung. es hat mit ihm zu tun, nicht mit dir, oder eurer beziehung.

und dieses wiederum darfst du nicht in die richtung missverstehen, dass er nicht auch an dich oder an euch denkt. das tut er sicher, setze ich einfach mal voraus.

das argument, alles wäre unkomplizierter, wenn er in deine stadt zieht, ist objektiv sehr verständlich. auf dem hintergrund der angsterkrankung aber ist es kein für ihn annehmbares argument. wenn er seine liebgewonne, vertraute umgebung verlässt, kann es eben sein, dass sich die angst verstärkt ... und angst ist schon in einer vertrauten umgebung etwas ganz schreckliches.

also mein dringender rat: setze ihn nicht mit vorwürfen unter druck, er würde dich nicht genug lieben. das eine hat mit dem anderen einfach nichts zu tun; du würdest ihn erpressen, und das wäre das falscheste, was du tun kannst.

die situation IST schwierig, ihr müsst da ausführlich drüber reden, immer unter berücksichtigung seiner erkrankung. ist er denn eigentlich in behandlung?

silli1973
22.05.2007, 19:19
Hallo!

Ich kann das was Lizzie schreibt wirklich nur unterschreiben.

Wir als Angstpatienten müssen das ja wissen ;-)

Im ernst, ich glaube wirklich das er dich liebt. Und es ist wirklich so, dass Angst einen dermaßen hemmen kann.

Ich versuche es immer anhand einer anderen Angst zu erklären.

Hast du ANgst vor Bienen, Spinnen?? Oder irgendetwas? Wenn ja, das GEfühl was du dann hast, wäre ungefähr mit dem zu vergleichen, als würdest du in einem Raum verschlossen mit millionen von Spinnen sitzen. Verstehst du was ich meine??

Angst kann einen schützen, soll sie ja auch, aber wenn man eine Störung hat, hat Angst grausam sein!!

Wichtig ist eigentlich das er eine Therapie macht. Und sollte das in 1-2 Jahren eh erst zur Sprache kommen, dann hat er die Therapie bis dahin vielleicht schon durch und alles erledigt sich von selbst.

Egal was auch immer ist. Natürlich ist es für dich schlecht damit umzugehen, aber es gibt auch zahlreiche Tipps für angehörige, wie sie damit umgehen können im Internet.

Wünsche euch beiden alles alles Gute und gaaaaaaaaaaaaaaannnnz viel Kraft!!!!!!!!!!!!

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