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hbmg
13.05.2007, 16:17
Achtung, es wird mit Sicherheit sehr lang und wohl etwas "verworren"...

Stecke ja seit Anfang des Jahres in einer Krise, naja nein schon länger, aber da ist es dann so richtig "akut" geworden.

Sind seit 18 Jahren ein Paar, seit 14 Jahren verheiratet und haben mehrere gemeinsame Kinder. Wir sind jung "zusammengekommen", aber haben uns, aber vorher ausgetobt - habe also eigentlich nicht das "hab was versäumt-Gefühl".

Eigentlich ist unsere Ehe harmonisch, nach außen hin sowieso perfekt (bis voriges Jahr sah ich es auch selbst so), viele beneiden uns.... Wir haben viel gemeinsam, haben uns viel gemeinsam geschaffen, eigentlich sollte man meinen, alles super..., nur seit mein Mann einen beruflichen Traum vor über einem Jahr verwirklicht hat der ihm viel abverlangte sprich er musste gewzungenermaßen seine ganze Energie dahinein investieren..., hat sich viel verändert.

Ich hab es wohl zu lange, als "gegeben" hingenommen, musste ihm ja den Rücken freihalten, wollte ihn unterstützen, trotzdem war ich plötzlich nicht mehr Nr. 1, es baute sich eine Distanz auf... V.a. emotional. Ich war mir fast sicher, er liebt micht mehr so (richtig)... und ich vermute mal auch aus Selbstschutz, hab ich mich zurückgezogen, anstatt mich damit wirklich auseinandersetzen (was sonst so gar nicht meine Art ist )´.

Hab es immer wieder verdrängt, weil mir ja eigentlich von Anfang beim Schritt in die Selbständigkeit bewusst war, was auf uns zukommen wird, daß er seine Energie dort hineinstecken muß und ich hab ja versprochen "in guten wie in schlechten Zeiten"....

Wir haben nach wie vor Sex miteinander, allerdings nicht mehr so häufig. Meist geht/ging die Initiative von mir aus und das gibt/gab mir auch schon zu denken und seit ich mich eben "zuücknehme", weil ich schon fast das Gefühl hatte ich überfordere ihn und naja er macht mit, quasi weil, was weiß ich "Pflicherfülllung"?!?

Abgesehen, daß es halt nicht mehr so toll ist von wegen Begehren und die Leidenschaft haben sich auch fast zeitgleich verändert (mit mir..) - aber am schlimmsten ist für mich, daß ich dabei nicht mehr die selben Gefühle habe... (sprich "technisch" gut, aber für´s Herz nicht mehr das selbe), wir können miteinander reden, lachen, weinen ... sind einfach sehr, sehr gute vertraute Freunde, die sich in und auswendig kennen/kannten.... ich möchte ihn auch nicht wirklich missen, alles passt theoretisch soweit, aber die Gefühle sind "plötzlich" nicht mehr so stark, er ist so viel weiter weg....

Zuerst hab ich wohl vermehrt die Schuld bei ihm gesucht (im Endeffekt sind wir sicher beide schuld... außerdem letztendlich egal), wir haben viel geredet, hatte während der "schweren" Zeit auch eine kurze wirklich heftige Krise in der ich ihm u.a. auch "heftige "Dinge gesagt habe, daß ich nicht mehr "ich liebe Dich" sagen könnte und es auch wirklich ehrlich und aus tiefster Überzeugung so meinen könnte - DAS hat ihn sehr, sehr getroffen. Er war dann sehr verzweifelt, hat sich viele Vorwürfe gemacht, daß er nicht mal mitbekommen hat, was mit uns/mir?? passiert... (ein Satz den ich wohl nie vergessen werde von ihm: Ich kann vergessen Dir zu sagen/zeigen, daß ich die Liebe, aber niemals es zu tun...." ) Wir v.a. er haben dann erkannt, daß wir uns fast verlieren mussten um zu merken, daß wir uns doch noch was bedeuten, daß es eben nicht selbstverständlich ist - soweit so gut -seitdem bemühen wir uns wieder mehr umeinander, ABER trotzallem bin ich immer noch nicht wieder wirklich "glücklich und zufrieden", aber wäre es so gerne wieder ...

Alles war/ist so selbstverständlich, so gewohnt, so langweilig, das Bedürfnis des "Ausbrechens" wuchs in mir - desto größer die "Distanz" zwischen uns wurde. Ich wollte wieder mehr Unbeschwertheit fühlen, wollte raus dem goldenen Käfig (in dem ich ja alles habe, eigentlich eben ein "perfektes" Leben in jeder Hinsicht) nicht nur mehr Mutter/Ehefrau sein... und v.a. nicht selbstverständlich. Hab mein Selbstbewusstsein aufpoliert, bin wieder mehr alleine weggegangen, hab mir wieder mehr Freiräume geschaffen (er hat es unterstützt bzw. unterstützt es, hat wohl gemerkt ich brauch das jetzt.... was ich auch ganz toll finde, daß er quasi wirklich ohne jegliche Vorwürfe "losgelassen" hat...) hab es genossen zu flirten und zu merken, hey da gibts ja andere, die finden mich immer noch attraktiv, die interessieren sich für mich usw... "Die" waren wohl immer da, nur ich hab sie nicht wahrgenommen.

Es kam wie es kommen musste, ich hab mich auch in einen anderen ein bisschen verliebt - er auch in mich, aber ist auch in einer festen Beziehung - ja bin auch fremdgegangen.. - davon weiß mein Mann aber nichts, nur daß ich gefährdet bin?/war, hab ich ihm gestanden. Allerdings haben wir auch vereinbart, sollte einem von uns mal sowas passieren, dann sagen wir es dem anderen nicht...

Inzwischen bin ich nicht mehr sicher, wie verliebt ich (noch) bin, ist mir momentan einfach auch nicht so wichtig. "Er" ist ein sehr sehr guter Freund geworden, wir haben halt tlw. auch ein körperliches Naheverhältnis, aber die Schmetterlinge uw. sind *GsD* nicht lange "stark" geflogen - wir haben schon mehrmals einen endgütligen Schlußstrich gezogen, aber so ganz kommen wir nicht voneinander los (aufgrund gemeinsamer Arbeit verbringen wir viel Zeit miteinander). Klingt zwar brutal, aber ist ja so: Ich hab mit ihm meine Bedürfnisse befriedigt (nein, nicht die sexuellen), hab Gefühle gespürt, die ich nach so langer Beziehung eben wohl nicht mehr erwarten kann ... es ist schön .... ich bereue es nicht mal wirklich (sicher hin und wieder hab ich ein schlechtes Gewissen) ..... aber für mich ist "das" zweitrangig, also "er" hat quasi eine Nebenrolle. Ich investiere da quasi nix hinein, wozu auch?!? Es war von Anfang klar, es ist nur "Spaß", auch wenn die Gefühle tlw. viel, viel ernster wurden, als "geplant" - ich hab ihn sicher auch lieb (und umgekehrt) genauso, er ist mir auch irgendwie wichtig geworden, als Freund... - aber es war und ist klar, da ist keine Perspektive auf eine gemeinsame Zukunft, hab also nie wirklich ernsthaft überlegt meine Ehe dafür aufzugeben. "Er" war halt "da", als es mir wirklich schlecht ging, hat vor!! meinem Mann gemerkt, daß ich unglücklich bin usw... naja, eh klassisch und ich bin voll hineingetappt

Ich hab das wohl alles gebraucht, weiß nicht, wie ich das erklären soll, aber irgendwie hab ich erkannt für weitere Treue (die in den ganzen Jahren vorher nicht mal ansatzweise wackelig war und vor einigen Monaten, hätt ich auch noch die Hand ins Feuer gelegt für mich ) brauch ich auch ein Stück weit wieder mehr Freiheit...

Ich hab meinen Mann doch 17 Jahre lang aus tiefstem Herzen geliebt, es war für mich immer klar er ist DIE einzige, ganz große Liebe (ja ich glaub(t?)e dran) für mich und jetzt weiß nicht, jetzt seh ich ihn, denk an ihn usw. und es ist eben quasi nur mehr ein "viel liebhaben". Oder vielleicht eh auch noch "Liebe", aber nicht die selbe...

Momentan wünsch ich mir nix mehr, als daß alles wieder so wird, wie vor seiner Selbständigkeit (inzwischen läuft beruflich alles sehr gut, er hat tlw. fast mehr Zeit, wie vor der Firmengründung usw.) - es macht mich fertig, daß ich nicht mehr "mehr" fühlen kann...

Trennung ist ja auch keine Lösung, da es ja irgendwie einerseits jar gar keinen Grund dafür gibt (und dafür viele die dagegen sprechen, okay, die haben auch viel mit "Vernunft" zu tun..) - nur ich glaube ich kann mich nicht auf Dauer mit dieser "Art" von Beziehung anfreunden... Ist die Frage, muß ich das denn?? Ist vielleicht eh ganz normal nach so langer Zeit, immerhin hab ich schon deutlich mehr als die Hälfte meines Lebens mit ihm verbracht... werden wir wohl auch bald nur mehr "Mama" und "Papa" zu einander sagen... bzw. sind wir auf dem Weg dorthin wisst Ihr was ich meine?!?

Darüber, daß sich mein Gefühl für meinen Mann nicht deutlich verbessert hat, haben wir nie wieder gesprochen, er hat *GsD* nie wieder danach gefragt, ich möchte es ihm auch nicht (nochmals) sagen, es würd ihn wohl erneut ziemlich verzweifeln lassen. Ich weiß auch nicht ganz genau, wie´s ihm mit uns jetzt geht, glaube schon, daß er tlw. mir zumind. anmerkt, daß ich nicht ganz 100%ig zufrieden bin, so wie es ist.

Ich weiß einfach nicht, was wir noch machen könnten/sollten, wir nehmen uns wieder bewusst "Qualitätszeit" für uns beide, eben auch immer wieder ohne Kinder, sogar Kurzurlaub ohne Kinder haben wir heuer Anfang des Jahres versucht ... einfach damit wir wieder mehr "Paar", als Eltern und Freunde werden, aber irgendwie funktioniert es einfach nicht (genug?!?) - bei mir zumindest. Wir gingen wieder "bewusster" und "aufmerksamer" miteinander um, es gibt wieder mehr Zärtlichkeiten, auch während des ganz normalen Alltagstrott ... also lauter Dinge, die ich u.a. auch vermisst habe (und ihm auch gesagt habe, also eben auch "konkrete" Dinge) und trotzdem "erfüllt" es mich einfach nicht mehr ganz - va. da es deutlich wieder recht bald abgeebt ist .... muß ich jetzt alle paar Wochen konkret einfordern was ich mir wünsche bzw. was ich brauche?? Kann´s doch auch nicht sein?!

Ich hab das Gefühl er hat total zugemacht - deshalb geht auch diese Distanz vielleicht nicht weg??? Es ist mein Problem und ich soll es auch selbst lösen (so in etwa hat er es mal gesagt). Ich will versuchen die Beziehung irgendwie neu zu definieren, keine Ahnung warum es so ist, aber ich hab einfach das Gefühl ich brauch momentan einfach "mehr" und bekomm grade mal nur das allernotwendigste.. :-(

Da sind auch so Dinge/Gefühle, also ich empfinde es so, er tätschelt mich wie unseren Hund, daß ist es einfach nicht was ich brauche/suche... und er meint eben er tut eh alles...


Herzlichen Dank an alle, die es geschafft haben, sich diesen Roman durchzulesen und vielleicht irgendwas dazu beisteuern können/wollen/tun

Brombeerkatze1
20.05.2007, 17:25
Liebe hbmg,

traurige Geschichte... vielleicht kann man wirklich den Zeitpunkt verpassen sich um die Liebe zu kümmern und sie in den Mittelpunkt zu stellen?
Ich weiß es ehrlich gesagt nicht.
Ich denke ihr solltet eine Paarberatung machen, vielleicht gehst du auch erstmal alleine.
Könnte eine Möglichkeit sein klarer zu sehen ob du mit deinem Mann noch eine Zukunft hast.
Alles Gute!
Brombeerkatze

schoko74
25.05.2007, 20:30
Hallo hbmg,

ich finde mich in Deinem Beitrag ganz extrem wider. Es ist zwar wirklich eine lange, verworrene Geschichte, aber ich habe sie gerne gelesen und ich bin auch sehr traurig geworden, weil Du mir so aus dem Herzen gesprochen hast.
Ich weiß ehrlich gesagt auch nicht, wie es dazu kommen kann, dass man die Liebe wegziehen lässt? Da hat Du so viele Jahre Deinen Mann aus tiefstem Herzen geliebt, bei mir waren es ca. 6 Jahre und dann passiert so viel, dass die Liebe dann weg ist, obwohl Du sie Dir wahrscheinlich sehnlichst zurücksehnst. Aber Liebe kann man nunmal nicht erzwingen.
Ich finde den Vorschlag mit der Paartherapie gut. Ich mache gerade selbst eine mit meinem Mann und jedesmal wenn wir da waren, sind wir uns näher gekommen. Leider verfliegt dieses Gefühl im Alltag sehr schnell wieder. Aber das muss ja bei Euch nicht der Fall sein.
Ich finde an Deiner Geschichte besonders schlimm, dass Du feststellst, dass nach außen hin, alles super aussieht und eigentlich rein objektiv betrachtet ist ja auch alles gut. Nur fühlst Du Dich nicht erfüllt, es fehlt das gewisse Etwas, was eine Beziehung und eine Liebe ausmacht. Eine Liebe sollte auch Freundschaft, Vertrautheit etc sein, aber es muss ein tiefgehendes Gefühl da sein. Und Knistern, nicht jeden Tag, aber wenigstens ab und zu mal.
Du schreibst, dass Ihr
sehr, sehr gute vertraute Freunde, die sich in und auswendig kennen/kannten.... ich möchte ihn auch nicht wirklich missen, alles passt theoretisch soweit, aber die Gefühle sind "plötzlich" nicht mehr so stark, er ist so viel weiter weg....
Das kann ich blind unterschreiben. Wir sind auch seit ca. 2 Jahren voneinander weggedriftet, bei uns war es aber noch verworrener und komplizierter. Betrug, Auszug jetzt getrennte Wohnungen etc. aber ich habe genau DAS Gefühl. Ich zwinge mich immer, mir Zeit zu geben, weil das richtige Gefühl wieder wachsen muss. Aber oft denke ich, dass ich mich selbst belüge und man dieses "Wunder Liebe" nicht mehr sich herbeiwünschen kann. Entweder sie ist da oder nicht..
Ich wünsche Dir alles Gute..
Schoko74

joleni
25.05.2007, 21:09
Hallo hbmg,
Deine Geschichte finde ich sehr interessant und ich bin mir sicher, dass sich hier schon viele mit dem Gedanken beschaeftigt haben, wo ist nur die richtige Liebe hingekommen.
Ich habe mich ziemlich gewundert, dass Du auf Deinen Beitrag so wenige Antworten bekommen hast, obwohl es doch ein ernsthafter und reflektierter Beitrag ist.

Inzwischen glaube ich, dass sich die meisten von uns nur sehr ungern mit dem Gedanken beschaeftigen, dass die Liebe, wie sie einmal war, durch welche Umstaende auch immer, vielleicht tatsaechlich "verhungern" kann. Die meisten von uns, die sich hier herumtreiben, versuchen eben, mehr oder weniger verzweifelt an ihren Partnern, die sie lieben, festzuhalten und ihre Liebe wiederzuerringen.

Sich mit dem Gedanken beschaeftigen zu muessen, dass trotz aller Bemuehungen von beiden Seiten (vielleicht) diese Liebe nie mehr so gelebt werden kann, wie man sich das wuenscht, ist beaengstigend. Wie Schoko74 eben sagt : "Liebe kann man nicht erzwingen."

Du schreibst, Dein Mann hat ziemlich dicht gemacht und meint, das ganze sei Dein Problem. Und das dadurch eine Distanz zwischen Euch zu spueren ist. Ich kann auch verstehen, dass Du dieses "taetscheln wie einen Hund" als wenig befriedigebd empfindest.
Du wirfst Dir vor, nicht mehr als laue Gefuehle fuer Deinen Mann empfinden zu koennen. Aber von ihm kommt anscheinend auch keine Leidenschaft, die Eure Beziehung wieder in andere Bahnen lenken koennte.

Und trotzdem hoert es sich fuer mich so an, als sei die Liebe noch da, nur einfach verschuettet. Ruettel doch mal an Eurer Beziehung, versuch, die Distanz zu durchbrechen, ihm zu sagen, dass Dir Leidenschaft und wirkliche Waerme fehlt.

Tut mir leid, dass ich nicht wirklich Rat geben kann, Vielleicht koennte Euch da tatsaechlich eine Paartherapie helfen, ich habe keine Erfahrung damit.

Alles Liebe und nicht aufgeben, joleni

tabbi
26.06.2007, 12:28
Hallo!

Ich meine, "die Liebe" verträgt eines am wenigsten: wenn man sie herbeidrängen, unbedingt haben, empfinden will.

Nimm den Druck raus. Ängstige nicht, dass du sie nicht ("richtig") empfindest. du scheinst dich ständig selbst zu "monitoren" (was empfinde ich jetzt? Wie stark ist das?) - dadurch unterminierst du womöglich eher, dass die Liebe wieder wächst.

Liebe kennt auch verschiedene Phasen und Amplituden, Krisen.

Es gibt keine "richtige" Liebe. Schmidbauer schrieb mal: "Unrichtige" Beziehungen haben den Vorteil, möglich zu sein.

Begünstigt durch Werbespots und Romantikromane - glauben die meisten Menschen, Liebe sei ständige Erfüllung und Glück. Ist sie nicht. Sie ist mehr und weniger.

Wenn du aber den Partner verlassen willst, weil er dir deine wichtigsten Entwicklungsmöglichkeiten nicht beantwortet - wirst du das auch spüren.

LG,
tabbi

PS: Paartherapie scheint ein günstiger Weg; mir wurde er genommen, da meine Partnerin sich trennte - recht schnell mit den Worten, nichts mehr zu empfinden, - eine eigene Analyse begann und zum Thema Paartherapie sagte, dafür sei es jetzt zu spät, das hätten wir früher machen müssen (schöne Aussage!).

astrolog
26.06.2007, 15:59
Ich denke, eines kann man konstatieren, die Liebe ist ein zartes Pflänzchen, welches ständig begossen werden möchte!
Ein Nachlassen in den Bemühungen, bekommt der Liebe überhaupt nicht. Leider ist es im Alltag so, dass, vor allem Männer sich im laufe der Beziehungsjahre meistens zurückziehen bzw. verschließen. Rüdiger Dahlke hat in einem Vortrag einmal plakativ gesagt: "Vor der Ehe rennt der Mann der Frau hinterher, nach der Eheschließung die Frau dem Mann". Als Lösung schlug er vor, die Frau solle einfach einmal stehen bleiben, dann müsste der Mann auch nicht mehr weglaufen. Um die Gunst des Mannes wiederzugewinnen, bzw. den Zustand, dass der Mann einem hinterherläuft herzustellen, müsste man sich z.B. einfach einmal selbst einen Strauß Blumen kaufen und wenn der Mann dann fragt woher die Blumen kommen, sagen, ein anderer Mann hätte ihr den geschenkt! Derart angestachelt, würden die meisten Männer wieder ihre Frau in einem anderen Licht sehen (und anfangen um sie zu kämpfen).
Das mag sehr klischeehaft geschildert sein, aber ein Körnchen Wahrheit ist da sicher dran. Nichts ist für eine Beziehung gefährlicher als Eintönigkeit, Alltag und Kommunikationsmangel. Auch ich bin in diese Spirale hineingeraten und bei meiner Frau und mir sind die Gefühle so ziemlich erloschen gewesen (bei meiner Frau noch mehr als bei mir). Irgendwann, als der Leidensdruck zu groß wurde, kam es zur Aussprache und die Beziehung schien am Ende. Mit Hilfe einer Paartherapeutin kamen wir wieder in einen Dialog, und mit der Kommunikation kamen auch wieder die Gefühle. Heute merke ich, wenn der Alltagstrott wieder hereinzubrechen droht, wie ich mich innerlich von meiner Frau entferne. Meist tu ich dann etwas für die Partnerschaft um dem entgegenzuwirken. Und es hilft! Kaufe ich z.B. meiner Frau eine oder mehrere Rosen, bin ich innerlich wieder aufgeregt. Über das Tun kommt auch das Bauchgrimmen wieder. Liebe ist nicht nur ein passiver Vorgang, sondern will aktiv gelebt werden. Sicher wird es nicht mehr so, wie es in der Anfangsphase einmal war (nach zwölf Jahren ist man einfach zu vertraut), aber die Beziehung bekommt dafür eine andere Qualität, die nicht unbedingt schlechter ist. Man sollte also nicht nur passiv darauf warten, dass sich die Liebe wieder einstellt, sondern man muss schon selbst etwas dafür tun. Ein Seitensprung ist da aber eher Kontraproduktiv, der Focus sollte schon ganz klar auf den eigenen Partner gerichtet sein. Viele behauten zwar, man könne auch zwei Menschen (oder noch mehr) lieben, aber ich denke einmal, wer die Liebe aufteilt, bekommt auch nur die Hälfte zurück!

tabbi
26.06.2007, 18:11
und bei meiner Frau und mir sind die Gefühle so ziemlich erloschen gewesen (bei meiner Frau noch mehr als bei mir). Irgendwann, als der Leidensdruck zu groß wurde, kam es zur Aussprache und die Beziehung schien am Ende. Mit Hilfe einer Paartherapeutin kamen wir wieder in einen Dialog, und mit der Kommunikation kamen auch wieder die Gefühle

Bei dir/euch waren die "erloschenen Gefühle" also ein Anfang. Bei meiner ambivalenten Freundin waren sie der Grund, sofort auszusteigen aus der Beziehung und eine Therapie zu beginnen.

Dabei war sehr viel bei uns noch "gut"; zum Beispiel alles, was mit Intimität zu tun hatte: Kuscheln, Sex, Berührung, Gespräche.

Nun meine Frage: Wie fühlen sich denn "erloschene Gefühle" an?
Ich kann mir das nur schwer vorstellen, dass diese positiven Gefühle wie ein Rudel Wildschweine einfach im Wald verschwinden können... innerhalb weniger Wochen. Bei uns gab es keinen Alltagstrott, wir lebten ja noch nicht mal zusammen.

Ich denke, die erste "Enttäuschungsphase" nach 1,5 Jahren hat bereits Panik bei ihr ausgelöst. Ich bin sehr geschockt.

astrolog
27.06.2007, 11:10
Nun meine Frage: Wie fühlen sich denn "erloschene Gefühle" an?
Ich kann mir das nur schwer vorstellen, dass diese positiven Gefühle wie ein Rudel Wildschweine einfach im Wald verschwinden können... innerhalb weniger Wochen.
Nein, nein, das war ein Prozess von vielen Jahren (nicht Wochen)!
Wie sich das anfühlt? Da gibt es erst einmal die äußern Zeichen. Wir hatten seit fast neun Jahren keinen Sex mehr. Überhaupt sind die Zärtlichkeiten nach und nach komplett verschwunden. Auch die Kommunikation wurde immer weniger und oberflächlicher (bis zum kompl. versiegen). Ob bei mir selbst die Gefühle ganz weg waren, kann ich gar nicht mehr mit Bestimmtheit sagen, bei meiner Frau war es wohl aber so. Sie war es auch, die letztlich die Beziehung beenden wollte. Sie meinte, es wären keinerlei Gefühle mehr vorhanden und sie glaube auch nicht mehr, dass diese wieder zu beleben wären. Der Kinder zuliebe, hätte sie es so lange ausgehalten, jetzt ginge es nicht mehr.
Das war erst einmal ein Schock für mich und ich war mit der Welt am Ende. Ich überredete mit Engelszungen meine Frau dazu, mit zu einer Paartherapeutin zu gehen. Sie sah darin aber keinen Sinn mehr. Sie ist dann wohl nur deshalb mit hingegangen, weil sie sich erhoffte, dass dadurch die Trennung vielleicht weniger traumatisch (vor allem für die Kid´s) wird. In dieser Sitzung kam dann der nächste Tiefschlag für mich. Von der Therapeutin gefragt, weshalb sie denn noch mit mir zusammen wäre, antwortete sie, aus Mitleid!
Das war erst einmal der absolute Tiefpunkt für mich. An diesem Tag sah ich keinerlei Perspektive mehr für unsere Ehe.
Die Therapeutin sah dies nicht ganz so negativ. Sie lenkte mich auf den einzigen pos. Aspekt dieser Therapiestunde. Nämlich, dass meine Frau sich bereit erklärte, noch für eine gewisse Zeit weiterhin mit in die Therapie zu gehen.
Als für mich die erste Weltuntergangsstimmung vorbei war und ich wieder halbwegs klar denken konnte, habe ich erst einmal versucht, selbst zu reflektieren, was ich eigentlich will. Ist mir eine weitere Beziehung, unter diesen Vorzeichen möglich? Will ich das überhaupt? Kann ich mit jemanden zusammenleben, der nur noch Mitleid empfindet? Aber da waren ja noch vier Kinder, für die es sich vielleicht lohnte zu kämpfen. Ich beschloss also, obwohl ich nicht viel Hoffnung hatte, um den Erhalt der Familie und somit um meine Frau zu kämpfen. Nun bin ich jemand, der, wenn er sich etwas vornimmt (ganz der männliche Macher), einen enormen Energieschub bekommt (zumindest eine gewisse Zeit). Also warb ich um meine Frau mit allem was mir an Ideen und Kraft zur Verfügung stand. Über dieses werben, erwachten auch meine Gefühle für meine Frau auf´s neue. Ich kaufte fast alles was der Buchmarkt an Eheratgebern hergab und ging in die Offensive. All das, was jahrelang brach gelegen hatte, holte ich jetzt alles nach. Ich entlastete sie mehr im Haushalt, organisierte mehr (Freizeit der Kid´s etc.). Ich setzte "Gesprächstermine" an und redete und redete (sie hörte anfangs nur zu), machte ihr Komplimente dabei, streichelte, massierte sie (was sie mehr oder weniger nur über sich ergehen ließ) und hörte zugleich dabei in mich selbst hinein, um zu sehen wie sich das für mich anfühlte. Anfangs fühlte sich meine Frau massiv bedrängt (verständlich), als ich dann aber für drei Tage beruflich auf ein Seminar musste, schienen die "Aktionen" Wirkung zu zeigen. Jetzt, wo wir beide Abstand hatten und sie Luft holen konnte, merkte sie, was eigentlich geschah. Am dritten Seminartag rief ich sie, wie jeden Abend, wieder an. Ich erklärte ihr, wie es aus meiner Sicht dazu kam, dass wir uns auseinandergelebt hätten und ich so Gefühllos geworden bin. Am Ende meines Vortrages fing ich dann an, ihr zu sagen, was ich besonders erotisch an ihr finde usw. Und als ich sie anschließend fragte, wie die "Offenbarung" für sie gewesen sei, sagte sie "ganz nett"!
Dies war dann das erste pos. Zeichen, welches mir Mut machte und es leitete auch eine (ganz langsame) Wende ein.
Ich möchte nicht, dass jetzt der Eindruck entsteht, das dieser Weg leicht bzw. einfach war. Im Gegenteil, war dies ein sehr schmerzhafter Kraftakt. Aber, es hat mir einmal mehr gezeigt, dass die Liebe kein passives Gefühl ist, sondern man muss dafür (ständig) etwas tun. Darf nie nachlassen in seinen Bemühungen um den anderen. Wichtig ist aus meiner Sicht in einer sog. Beziehungskrise, der Gedanke, es kann wieder etwas werden!
Es darf dann kein Taktieren mehr geben, sondern es muss eine klare und ehrliche Kommunikation darüber stattfinden, was ich vom anderen erwarte und wie ich mir die Beziehung in Zukunft vorstelle. Das reine Analysieren, was ist warum schief gelaufen, reicht alleine sicher nicht aus (zumindest nicht auf dauer), sondern es muss auch zu Verhaltensänderungen führen. Liebe ist etwas aktives. Sich auf ihr auszuruhen, führt zum verschwinden der Gefühle. Aber es ist nie zu spät für einen Neuanfang, auch nach Jahren nicht (wie in meinem Fall).
Wie sagte einmal unsere Therapeutin: Alles ist möglich!

kleinemaus65
27.06.2007, 11:26
was tut man aber, wenn einem gesagt wird, ich hab dich noch unheimlich gerne aber für eine Partnerschaft reicht es nicht mehr.
Für eine andere Frau hab ich Schmetterlinge im Bauch.
Wenn sich der Partner nach dieser Eröffnung zurückzieht und kein Kontakt mehr besteht. Man hat doch dann überhaupt keine Chance noch etwas für die Beziehung zu tun, vorallem wenn das ganze aus heiterem Himmel passiert und man bis dahin meinte eine gute Beziehung zu führen.

astrolog
27.06.2007, 13:56
was tut man aber, wenn einem gesagt wird, ich hab dich noch unheimlich gerne aber für eine Partnerschaft reicht es nicht mehr.

Das ist dann in der Tat bitter! I.d.R. sagt man so etwas zu seinem Partner, wenn man den Schlussstrich etwas abmildern möchte. Letztlich macht man es sich ja leichter, wenn man bei einer Krise gleich nach einem neuen Partner ausschau hält und dann von einer Beziehung in die nächste hüpft. Von Entwicklung ist da dann nicht viel zu sehen. Sicher, in jungen Jahren sammelt man erst einmal Erfahrungen (ich habe es ja nicht anders gemacht), aber irgendwann sollte man in seiner Entwicklung doch so weit sein, zu merken, dass eine neue Partnerschaft auch nicht die erhoffte Glückseligkeit bringt, bzw. wenn die "Schmetterlingszeit" vorbei ist, man genau wieder da steht, vor dem man in den letzten Beziehungen geflüchtet ist.
Theoretisch kann man immer auf der Suche sein, denn es gibt immer einen schöneren, reicheren, intelligenteren, umgänglicheren, zärtlicheren usw. Partner auf der Welt. Diese Erkenntnis lernt einer früher, der andere später.
Aber man kann einen Menschen zu nichts zwingen. Man kann nur auf die eigene Entwicklung schauen und hoffen der Partner sieht dies ähnlich. Auch meine Frau wollte ja die Ehe beenden und ich konnte nur hoffen, dass sie irgendwann wieder Gefühle hegt. Es hätte alles auch anders ausgehen können. Kann es ja immer noch, da unsere Krise noch gar nicht lange her ist und aus meiner Sicht auch noch nicht überstanden. Ich weiß nur, dass ich weiterhin für die Beziehung alles tun werde und wenn sie irgendwann sagt, es ist nicht mehr, muss ich dies akzeptieren. Aber ich habe es versucht und bin auch der Meinung, es hat mich in der eigenen Entwicklung ein Stück weitergebracht. Bei der nächsten Beziehung werde ich gewisse Fehler nicht mehr machen (ich habe sie ja nicht absichtlich gemacht - insofern achte ich da jetzt bewußter drauf). Ich sehe es auch eigentlich so, dass man durch das gemeinsame Meistern solcher Krisen, gefestigter wird in seiner Partnerschaft und das einem ein solches gemeinsames Durchleiden noch enger zusammenschweißt. Vielleicht macht es für die Zukunft auch resistender. Man öffnet sich nach so einer Krise immer weiter, gewinnt ein neues Stück Beziehungsqualität dazu und eigentlich wird es dadurch nur schöner.
Nun zum Thema Fremdgehen. Eigentlich gibt es nur zwei Lösungsmöglichkeiten (aus meiner Sicht): Die erste Möglichkeit besteht in einer Steigerung der Liebe, also in dem Versuch, den Kampf gegen die Geliebte aufzunehmen, sich wieder liebenswert zu machen, die Beziehung wieder zu kultivieren, quasi um den Partner zu kämpfen. Diese Versuche sind häufig erfolgreich, da man sich dabei die intimen Kentnisse des Partners zunutze machen kann. Man weiß was er mag, nicht mag, liebt, schätzt, braucht, was sein Lieblingsessen ist, welche Musik, Literatur, Kunst oder Freizeitveranstaltungen bevorzugt werden. Eine solche Strategie ist besonders dann erfolgreich, wenn damit Zeit gewonnen wird, denn je länger die Geliebte im Warteraum der Liebe gehalten wird, desto mehr schwindet der Glorienschein der großen Liebe, desto mehr kehrt auch der Alltag in die neue Verliebtheit ein.
Die zweite Lösung besteht in der Versöhnung, dazu muss die Partnerschaft aber auf eine solide basis stehen. Eventl. Kinder vorhanden sein, die sich als Stabilisatoren erweisen. Aber eine Versöhnung im Sinne des Verzeihens, gelingt nur, wenn die Hintergründe der Liebesaffäre in Bezug auf die Defizite der eigenen Paarbeziehung besprochen und geändert werden.
Es kann letztlich immer einen Neuanfang geben, aber es müssen ihn natürlich beide wollen!

kleinemaus65
27.06.2007, 14:37
Hallo,
ich bin ganz deiner Meinung, es wird immer irgendwo einer geben, der toller schöner usw. ist als mein Partner, aber ob ich deshalb mit diesem Menschen glücklicher werde ist eine andere Frage. Wahres Glück muss man sich selber erarbeiten.
Auch was das Fremdgehen anbetrifft, sehe ich diese zwei Lösungsansätze aber was, wenn der Partner nach dem er per Mail Schluss gemacht hat nicht mehr präsent ist und somit auch keine Gespräche stattfinden oder irgendetwas das man Auseinandersetzung nennen könnte stattfindet. Man fühlt sich so chanchenlos und machtlos. Wenn einem der Partner noch eine Woche vor der Trennung erzählt wie glücklich er ist und noch Zukunftspläne macht, hat man doch nicht wirklich eine Chance bekommen und auf einmal soll die Liebe nicht mehr reichen. Hat er sich selber in die Tasche gelogen oder wie soll man das verstehen.

tabbi
27.06.2007, 14:45
Hallo Astrolog,


das finde ich stark, wie du das angehen konntest; zeugt von viel innerer Stärke in einer solchen Situation nicht "um sich zu schlagen" und noch mehr kaputt zu hauen.

Neun Jahre ohne Sex hören sich schon extrem an.

Bei uns war das alles ganz anders - alles Intime, Kuscheln, Gespräche - waren gut bis zum Schluss (sogar bis zum Trennungstag); und dennoch sagte sie, für "Paartherapie sei es zu spät". Sie hat allerdings eine eigene Analyse begonnen.

Sie sagte "sie habe keine Gefühle mehr". Wir waren nur 1,5 Jahre zusammen, lebten nicht mal zusammen, insofern ist das mit deiner Geschichte überhaupt nicht vergleichbar.

Wir haben jetzt seit fünf Wochen keinen Kontakt mehr, aber ich kann eben einfach nicht glauben, was sie sagte. Vielleicht misst man oft WORTEN zu viel Bedeutung bei? Ich weiß nicht ob ich und was ich jetzt tun könnte....


LG,
tabbi

astrolog
27.06.2007, 15:38
Werbe um sie! Zeige ihr dass Du liebenswert bist. Lade Sie zum Essen ein (um der alten Zeiten willen). Überrasche sie mit Blumen, oder was sie sonst so mag bei dem Treffen. Mach ihr Komplimente, wie toll sie aussieht und was Dir immer schon an ihr gefallen hat usw.
Wahrscheinlich ist sie sich ihrer Gefühle lange Zeit nicht sicher gewesen und hat Dir, um Dir nicht weh zu tun, das Gefühl gegeben, es wäre alles in Ordnung. Als sie sich (scheinbar) sicher war, hat sie die Beziehung beendet.
Wenn Du sie wirklich noch liebst, zeige ihr das. Es gibt keinerlei Garantie, dass dies von Erfolg sein wird! Und trotzdem halte ich es für wichtig. Für Dich wichtig! Selbst wenn es nicht erfolgreich ist, hast Du dann zumindest nicht das Gefühl, nicht alles mögliche getan zu haben.
Aber Du hast sie schon einmal erobert und da hast Du sie nicht gekannt. Insofern hast Du jetzt die bessere Ausgangsposition!
Gib nicht auf, es sei denn, es kommt ganz klar das Signal, sie möchte Dich nicht mehr sehen. Hört sich aber für mich im Moment nicht so an...

kleinemaus65
27.06.2007, 16:12
klingt nicht gerade, wie wenn du viel von einer Kontaktsperre halten würdest.
Deine Beispiele sind sicher richtig, wenn man eine Frau zurück erobern will, aber wie sieht es bei einem Mann aus? Die Kontaktsperre aufheben und dann?

tabbi
27.06.2007, 16:30
Hallo Astrolog,


danke für die rasche Antwort!

Bis jetzt haben mir fast alle geraten, sie einfach in Ruhe zu lassen und nicht zu bedrängen. Ich frage mich auch, ob sie glauben kann, dass ich sie nicht mehr liebe. Vielleicht... dass ich sie nicht "genug" liebe...

Der Grund für ihre Trennung: erst ambivalente, dann "keine" Gefühle mehr von ihr.

Zuvor (sie hatte auch nicht so viele gute Beziehungen) schien sie sehr glücklich - "dich geb ich nicht mehr her" - alles was mit Intimität und Nähe zu tun hatte, mit Zusammensein, war sehr schön. Gemeinsame Interessen + Freunde. Leider war ich aber auch oft distanziert, sagte treffen ab, wenn ich erschöpft war. Und beim Thema Zusammenziehen trat ich auch (nach einer sehr neagtiven Erfahrung drei Jahre zuvor) auf die Bremse. Mein Job quälte mich zuletzt ziemlich, landete mit Hörsturz in einer Klinik, da brauchte ich sie - nud sie begann sich zu entziehen. Beleidigte Reaktionen auf ihre Rückzugsaktionen machten das Ganze nicht besser.

Dann starb auch noch ihr Vater im Februar, zu dem sie ein sehr schwieriges Verhältnis hatte.

Immer mehr reagierte ich nun ich verletzt, anklammernd, panisch - schlug zurück, suchte dann wieder Nähe, hielt es nicht aus. Zuvor war ich z.T. sehr dominant geworden, was ich aus früheren Beziehungen so nicht kenne.

Im April (nach einer unserer Szenen) machte sie zum ersten Mal Schluss, nahm es aber gleich weider zurück, denn es "könnte der größte Fehler ihres Lebens sein." Dennoch wiederholten sich fünf Wochen diese Szenen. Astrid sprach davon, nicht mehr zu wissen, ob sie mich noch liebe, und ich agierte noch mehr in Panik -.
Sie sagte, sie könne mir das nicht weiter antun, sie kenne das schon von früher, damals habe man ihr zu einer Psychoanalyse geraten und die werde sie jetzt machen (hat inzwischen auch damit angefangen).

Ich begriff, dass es wohl in diesem Schema keinen Ausweg gab; Ich schlug ihr brieflich eine Auszeit vor - hatte lange überlegt. Sie nahm das sofort an, am Telefon. Sprach von "Erleichterung und Trauer". Vier Tage später trafen wir uns, am Pfingstsonntag. Sie trennte sich von mir, sagte "es sei zu spät"; auch Schadenfreude klang durch (ich sei mir ihrer wohl "zu sicher gewesen"); die Distanzierungen meinerseits früher hätten sie oft verletzt. Für Paartherapie sei es "zu spät".

Gleichzeitig kamen wir uns körperlich noch mal sehr nahe, küssten uns viel (sie wollte immer mehr Küsse) - und wären wahrscheinlich im Bett gelandet, wenn wir nicht einem Cafe gesessen und Sekt getrunken hätten. (Alles "Intime" zwischen uns... Kuscheln, Sex, Händchenhalten, sich-oft-berühren, umarmt-einschlafen --- war die ganze Zeit über gut zwischen uns , auch bis zum Schluss) Kaum zu glauben, sie könne "keine Gefühle" mehr haben. Kommt aber wohl vor...

Sie sagte selbst, wenn wir so weitermachten, würde sie wieder kippen. Aber das wollte ich ja auch nicht (und sagte das auch). Ich wünschte mir nur, wir könnten nach der "Aufklammerung" unserer seltsamen Verstrickungen - noch mal anfangen; es war so viel Gutes, und sie fehlt mir jetzt schrecklich. Nach vier Stunden umarmten wir uns und trennten uns. Ausgemacht war, sich dann brieflich wieder zu melden, wenn man Kontakt wollte, keine Telefonate, sms, Emails usw.

Viereinhalb Wochen lang hatten jetzt wir keinerlei Kontakt, vor eineinhalb Wochen habe ich einen Brief geschrieben - nicht mit Beziehungssachen überladen, einfach ich hätte viel nachgedacht, ein paar Sachen, die mich in der Beziehung nervten, auch welche, die mich an mir selbst nervten und ein zwei Sachen, die ich an ihr toll fand - als Zeichen, dass sie noch Teil ist meines Lebens. Keine Antwort bislang. Keinerlei Kontakt.

Überschneidend kam allerdings auch von ihr was. Die Rücksendung eines Buches, beigelegt ein Zettel mit dem Schluss: "Machs gut, bis irgendwann eben. A."

Ich weiß aber eben nicht, was tun. Mich lösen? Sie in Ruhe lassen, zu sich selbst kommen lassen? Alles scheint zu früh aufgegeben. Zumindest für mich...

Ich würde gerne was von ihr wissen. Oder ein Zeichen erhalten, dass sie sich vorstellen kann, mir neu zu begegnen.
------

Ich weiß nicht ob es eine bessere Ausgangsposition ist, wenn davon die Rede ist, ich hätte sie oft verletzt. Ich weiß auch nicht, woher du schließt, sie würde mich sehen wollen.

LG,
tabbi

Inaktiver User
27.06.2007, 16:57
Eigentlich ist unsere Ehe harmonisch, nach außen hin sowieso perfekt (bis voriges Jahr sah ich es auch selbst so), viele beneiden uns.... Wir haben viel gemeinsam, haben uns viel gemeinsam geschaffen, eigentlich sollte man meinen, alles super..., nur seit mein Mann einen beruflichen Traum vor über einem Jahr verwirklicht hat der ihm viel abverlangte sprich er musste gewzungenermaßen seine ganze Energie dahinein investieren..., hat sich viel verändert.

das klingt alles ziemlich oberflächlich und als ob die Beziehung zwar langjährig, aber eben nicht reif und belastbar geworden ist.
Und deshalb fällt mir als erstes die Harmoniefalle (http://www.brigitte.de/foren/showthread.html?t=60770) ein.



Momentan wünsch ich mir nix mehr, als daß alles wieder so wird, wie vor seiner Selbständigkeit ...

Und deshalb sollte das auch keinesfalls das Ziel sein - sondern Weiterentwicklung, Erwachsen-Werden der Beziehung.

Und wer nimmt Dir Freiräume?
Vermutlich doch Du selbst mit Deinem Beziehungsideal und Harmoniebedürfnis, oder?

Gruß, Leonie

astrolog
28.06.2007, 09:36
klingt nicht gerade, wie wenn du viel von einer Kontaktsperre halten würdest.
Deine Beispiele sind sicher richtig, wenn man eine Frau zurück erobern will, aber wie sieht es bei einem Mann aus? Die Kontaktsperre aufheben und dann?
Was soll denn eine Kontaktsperre bringen? Auch die häufig geäußerten Vorschläge zur zeitweisen, räumlichen Trennung, halte ich i.d.R. für sinnlos (natürlich gibt es immer Außnahmen!). Meist ist es doch so, wenn man mal eine Weile auseinander gelebt hat, merkt man doch, dass es auch ohne den anderen geht (und es geht ab einem gewissen Zeitpunkt immer ohne den anderen) und das erschwert dann ein neuerliches Annähern, weil man sich wieder neu kennenlernen muss. Letztlich kommt es natürlich immer auf die Vorgeschichte an, bei körperlicher Gewalt z.B. ist eine räumliche Trennung sicher sinnvoll und notwendig. Ich würde auch nicht so weit gehen und meinen, dass man jede Beziehung retten kann und soll. Aber wenn eine Beziehung am kippeln ist und beide sind sich unsicher über ihre Gefühle, ist eine Aufarbeitung und vor allem Änderung in der Beziehung das Mittel der Wahl! Jede Beziehung kommt einmal in eine Krise und nur durch diese Krisen entwickeln wir uns ja als Paar weiter. Die ewig Friede-Freude-Eierkuchen-Beziehungen gibt es nur in der Literatur. In einer "lebendigen" Beziehung treten ständig neue Krisen auf und testen uns immer wieder auf´s neue. Mit jedem Durschschreiten einer Krise, wird die Beziehung aber auch leichter und vor allem intensiver!
Wenn Dein Freund sich nur momentan unsicher ist und ihr euch beide eine Kontaktsperre auferlegt habt, weil ihr (oder er) der Gefühle nicht mehr sicher seid, würde ich mich jetzt einfach nicht an diese Sperre halten! Und einen Mann zurück zu erobern halte ich (als Mann) eigentlich für leichter als umgekehrt :-).
Es gibt so einen Beziehungsspruch: Um mit einer Frau ins Bett zu gehen, muss man ihre Gefühle wecken und um die Gefühle eines Mannes zu wecken, muss man erst mit ihm ins Bett! Das ist natürlich sehr klischeehaft skiziert, aber ein Körnchen Wahrheit steckt da sicher drin. Heißt, um Deinen Freund wieder gefühlsmäßig zu aktivieren, würde ich ihn nach allen Regeln der Kunst verführen! Und das dürfte Dir eigentlich nicht schwer fallen, da Du ihn ja besser kennen solltest, als alle anderen Frauen dieser Welt! Letztlich ist es aber mit einer "Verführung" alleine nicht getan. Jede Krise hat ja ihren Grund und der gilt aufzudecken und "muss" in einer Beziehungsänderung münden. Wer im alten Trott weiterfährt, rutscht ganz schnell wieder in die nächste Krise. Und mit jeder neuerlichen Krise, die immer den gleichen Hintergrund beinhaltet, ist zumindest ein Partner immer weniger bereit, die Beziehung aufrechtzuerhalten und weiterzuführen.
Ich habe jetzt keine Ahnung, wie eure Kontaktsperre zustande kam. Wenn er sie aufgestellt hatte, weil er Dich keinesfalls mehr sehen möchte, kannst Du allerdings wenig dagegen tun. Es gibt immer einen Punkt, an dem nichts mehr geht. Aber diesen Punkt kennen wir nicht und so lange uns unser Partner diesen Punkt nicht deutlich mitteilt, gibt es auch immer noch Hoffnung! Von kleineren Zurückweisungen sollte man sich nicht unbedingt abhalten lassen, denn es könnte sein, dass diese nur geäußert wurden, weil der Partner (eventl. Unbewußt) sehen will, wieviel Energie man wirklich in eine Wiedergutmachung steckt. So sinngemäß: "Wenn er bei so einer kleinen Hürde schon aufgibt, kann seine Liebe ja nicht so groß sein"!
Hier werden oftmals Grenzen einfach ausgetestet. man sollte aber so sensibel sein, um zu merken, wann diese Grenze wirklich erreicht ist und nicht mehr überschritten werden kann. Es gibt also keine wirklichen pauschalen Tip´s, sondern immer nur individuelle Einzelschicksale. Trotzdem stehe ich zu meiner Kernaussage, es wird heute viel zu schnell die Flinte ins Korn geworfen!

Ypnowoman2
28.06.2007, 10:46
astrolog :allesok:

Nur eine kleine Bemerkung: nicht mit verführen, sondern mit sachlichem Reden kommt man weiter. Als Mann genauso wie als Frau. Weil es gut sein kann dass der Mann (und manchmal auch die Frau) sich zwar in die Horizontale bringen lässt, aber genauso schnell danach wieder verschwunden ist. Und dann hast du nichts erreicht.

astrolog
28.06.2007, 11:51
Bis jetzt haben mir fast alle geraten, sie einfach in Ruhe zu lassen und nicht zu bedrängen. Ich frage mich auch, ob sie glauben kann, dass ich sie nicht mehr liebe. Vielleicht... dass ich sie nicht "genug" liebe...
Genau! Wer weiß denn, ob sie nicht (unbewußt) einfach austestet, wie groß Deine Liebe wirklich ist? Du gibst dann jetzt im Vorfeld schon auf, was ihr sagen würde, dass Deine Liebe wirklich nicht so groß sein kann! Es ist sicher sehr schwer, die richtige Balance zw. Nähe und Distanz zu wahren, also zw. Bedrängung und Zuneigung zeigen, aber den Kontakt ganz abbrechen, halte ich nicht für sonderlich zielführend!

Zuvor (sie hatte auch nicht so viele gute Beziehungen) schien sie sehr glücklich - "dich geb ich nicht mehr her" - alles was mit Intimität und Nähe zu tun hatte, mit Zusammensein, war sehr schön. Gemeinsame Interessen + Freunde. Leider war ich aber auch oft distanziert, sagte treffen ab, wenn ich erschöpft war. Und beim Thema Zusammenziehen trat ich auch (nach einer sehr neagtiven Erfahrung drei Jahre zuvor) auf die Bremse.

In all den Beziehungsratgebern kam eine Sache klar heraus: Wir Männer ziehen uns zu sehr zurück, sind zu distanziert, zu Gefühlsarm und verschlossen. Was dazu führt, dass Frauen irgendwann die Reissleine ziehen. Trennungen gehen heute meist von Frauen aus, leider wachen die meisten männer erst dann auf, wenn es oftmals zu spät ist (bei mir war es ja ähnlich).
Dein Fall ist also eher die Regel als die Ausnahme, die man aber dazu nutzen sollte, es in seiner eigenen Beziehung besser zu machen. Stell Dir die Situation Deiner Partnerin vor: Da ist ein Mann, der sich ständig distanziert hatte, der nicht einmal mit Dir zusammen ziehen wollte und der in einer unsicheren Phase (Krise) auch noch Distanz hällt. Was für ein Eindruck würdest Du gewinnen? Vielleicht, dass er immer noch distanziert ist? Dass er mich gar nicht richtig liebt(e)? Ich weiß nicht, ob es jetzt nicht vielleicht zu spät ist, aber es ist sicher allerhöchste Zeit, aktiv zu werden!

Ich begriff, dass es wohl in diesem Schema keinen Ausweg gab; Ich schlug ihr brieflich eine Auszeit vor - hatte lange überlegt. Sie nahm das sofort an, am Telefon. Sprach von "Erleichterung und Trauer". Vier Tage später trafen wir uns, am Pfingstsonntag. Sie trennte sich von mir, sagte "es sei zu spät"; auch Schadenfreude klang durch (ich sei mir ihrer wohl "zu sicher gewesen"); die Distanzierungen meinerseits früher hätten sie oft verletzt. Für Paartherapie sei es "zu spät".
Sehr schwer zu beurteilen, wie ernst sie es damit meinte, dass es für eine Paartherapie zu spät sei. I.d.R. wird so etwas ja erst geäußert, wenn man an eine Änderung nicht mehr glaubt, oder wenn innerlich alles abgestorben ist. Auf jeden Fall hast Du mit Deinem Vorschlag nach einer Auszeit, ihr bestätigt, dass sie mit der Trennung auf dem richtigen Weg war! Um sie zurückzugewinnen, musst Du sie aber verunsichern. Das zumindest ist der erste Schritt. Sie darf sich der Trennung nicht mehr sicher sein und in dieser Phase, kannst Du ihr dann zeigen, dass Du das Potenzial zur Änderung in dir hast und dies auch umsetzen wirst. Da darf es keinerlei Zweifel geben!

Sie sagte selbst, wenn wir so weitermachten, würde sie wieder kippen. Aber das wollte ich ja auch nicht (und sagte das auch).
Da hast Du den nächsten großen Fehler gemacht! Sie hat sich Dir noch einmal geöffnet und Du hast nicht zugegriffen. Wieder muss sie das gefühl bekommen haben, dass Deine Liebe nicht ausreicht!
Wieso wolltest Du das Nicht? Warst Du Dir selbst Deiner Gefühle unsicher? Auf jeden Fall wäre hier der Ansatzpunkt gewesen!

Nach vier Stunden umarmten wir uns und trennten uns. Ausgemacht war, sich dann brieflich wieder zu melden, wenn man Kontakt wollte, keine Telefonate, sms, Emails usw.

Eventl. hat sie hier noch einmal (ziemlich enttäuscht) gewartet, dass Du Dich gleich meldest.

Ich weiß aber eben nicht, was tun. Mich lösen? Sie in Ruhe lassen, zu sich selbst kommen lassen? Alles scheint zu früh aufgegeben. Zumindest für mich...
Auf jeden Fall, musst Du Dir ganz klar werden, was "Du" möchtest. Solange Du selbst unsicher bist, kannst Du ihr ggü. auch keine Sicherheit ausstrahlen. Und diese Sicherheit muss bei ihr ankommen. Sie muss das Gefühl bekommen, egal was passiert, er hällt jetzt bedingungslos zu mir!

Ich würde gerne was von ihr wissen. Oder ein Zeichen erhalten, dass sie sich vorstellen kann, mir neu zu begegnen.
Dieses Zeichen wirst Du nicht bekommen und darst es auch nicht erwarten! "Du" musst das Zeichen setzen! Es gibt keinerlei Garantie, dass Deine Bemühungen zum Erfolg führen werden und dass solltest Du ihr auch so vermitteln. Du musst ihr das Gefühl geben, nichts von ihr zu erwarten und trotzdem bereit sein, ihr alles, Deine ganze Gefühlswelt, zu Füßen zu legen. Wenn bei ihr noch irgendwelche verschüttete Gefühle für Dich da sind, wird sie irgendwann nachgeben. Derart geliebt zu werden, "bedingungslos" geliebt zu werden, dem kann man nicht lange wiederstehen. Aber es wird auf jeden Fall länger dauern, bis ihr wieder eine tragfähige Beziehung habt. Das ist aber Zukunftsmusik und so solltest Du jetzt noch nicht denken. Wichtig ist, sie bedingungslos anzunehmen, ihr Deine Liebe zu zeigen und vor allem auch Dich zu ändern!

Ich weiß nicht ob es eine bessere Ausgangsposition ist, wenn davon die Rede ist, ich hätte sie oft verletzt. Ich weiß auch nicht, woher du schließt, sie würde mich sehen wollen.
Ich sage gar nicht, das sie Dich sehen will, denn ich kann es gar nicht wissen! Du weißt es aber auch nicht, bis Du nicht einen Vorstoß gewagt hast! Und dieser Versuch sollte nicht halbherzig stattfinden, sondern aus der vollen Überzeugung heraus, dass Du eine Partnerschaft mir ihr möchtest! Dass Du sie oft verletzt hast, ist überhaupt keine gute Ausgangsposition (wie könnte es auch), aber die Erkenntnis, dass Du erkannt hast Fehler gemacht zu haben, würde ich ihr schon mitteilen. Nur so, kann sie ersehen, ob Du bereit bist hier etwas zu verändern. Das Gefühl, dass Du bereit bist etwas zu ändern, muss bei ihr zweifesfrei ankommen. Da darf für sie nicht der Hauch von Zweifel aufkommen! Unsicherheit mit Dir, hat sie jetzt lange genug gehabt. Rede mit ihr auch über solche Dinge, denn über die Kommunikation, wird es Dir die Umsetzung auch leichter (denn schwer genug ist das alles schon genug). Und nochmal: Es gibt keine Garantie, dass es einen Neubeginn geben wird, aber Du hast zumindest die Chance dazu. Wenn Du aber weiterhin still verharrst, hast Du nicht einmal diese!

astrolog
28.06.2007, 11:58
Nur eine kleine Bemerkung: nicht mit verführen, sondern mit sachlichem Reden kommt man weiter. Als Mann genauso wie als Frau. Weil es gut sein kann dass der Mann (und manchmal auch die Frau) sich zwar in die Horizontale bringen lässt, aber genauso schnell danach wieder verschwunden ist. Und dann hast du nichts erreicht.

Ja natürlich, die Verführung ist ja auch mehr ein Mittel, um den anderen zu öffnen. Sicher kann man sich auch sachlich zusammensetzen, eine Tasse Kaffee dabei schlürfen und distanziert über seine Beziehung reden. Auf der anderen Seite aber, wenn schon wieder etwas Nähe aufgebaut wurde und man redet "dann sachlich" über die Beziehung, hat das schon eine ganz andere Ebene. Es geht ja nicht darum, den anderen ins Bett zu bekommen, sondern darum die Beziehung weiterzuführen und einen Neuanfang zu beginnen. Und um ganz deutlich zu sein, wer meint, im alten Trott ansetzen zu können, kann sich die Mühe sparen. Es endet dann wieder dort, wo man jetzt schon ist!

tabbi
28.06.2007, 17:12
(Ich glaub ich krieg ne Krise, alles was jetzt kommt, hatte ich schon mal geschrieben, das System hat mich ausgeloggt - und alles war im Nirvana)

Hallo Astrolog,

vielen Dank für deine detaillierten Anmerkungen - finde ich überwältigend!! Wie ist denn dein Honorar? Flasche Wein?


Genau! Wer weiß denn, ob sie nicht (unbewußt) einfach austestet, wie groß Deine Liebe wirklich ist? Du gibst dann jetzt im Vorfeld schon auf, was ihr sagen würde, dass Deine Liebe wirklich nicht so groß sein kann! Es ist sicher sehr schwer, die richtige Balance zw. Nähe und Distanz zu wahren, also zw. Bedrängung und Zuneigung zeigen, aber den Kontakt ganz abbrechen, halte ich nicht für sonderlich zielführend!

Ah ja, unbewusst - vielleicht.

Ich habe den Kontakt alledings nicht ganz abgebrochen. Vor drei Wochen erhielt ich von ihr ein Buch zurück per Paket (war so ausgemacht) - wo sie einen Zettel beilegte mit den Worten "Hier endlich dein Buch. Machs gut, bis irgendwann eben, A."

Zeitgleich hatte ich einen Brief an sie geschickt. Ich hatte zwei Sachen, die ich an ihr nervig fand, angesprochen, allerdings "mit viel Verständnis" und zwei Dinge, die an mir mies waren - und habe eingeräumt, dass sie da immer recht gehabt hatte. Am Schluss habe ich ihr zwei ehrliche Komplimente gemacht. Als ich schon nicht mehr glaubte, darauf Antwort zu bekommen (gestern, fast zwei Wochen später) - kam ein Brief von ihr.

Darin schreibt sie, das Fehlen einer gemeinsamen Lebensperspektive (Pläne schmieden, sich-Zukunft-ausmalen) sei schlimm für sie gewesen; noch gravierender empfand sie mein Problem mit Nähe. Die Härte, mit der ich sie oft abgeblockt hätte, mein Unverständnis, wenn sie darüber reden wollte ... diese Dinge hätten „tiefe Wunden geschlagen“ letztes Jahr. (Ich empfinde diese Härte jetzt auch als ... schlimm).

Sie schreibt weiter, vielleicht sei es schon im Dezember zu spät gewesen (da hatte sie erstmals Trennungsgedanken geäußert) – vielleicht aber habe das Problem auch erst begonnen als ich [!!!] ab Januar meinen „Widerstand gegen Zusammenziehen langsam aufgegeben habe“. Deshalb mache sie jetzt Therapie. Was letztlich der Beziehung „das Genick gebrochen habe“, könne sie nicht genau sagen. Es würde wohl lange dauern, bis sich etwas bei ihr bewegen werde. Sie bedankt sich für meine Liebe und meine Fairness „gerade in unseren letzten Wochen und Monaten“ und sagt, sie habe sich „sicher und geborgen“ bei mir gefühlt; egal bei welchen Problemen (*wunder*), wir „konnten und können miteinander reden“ – es sei ihr nicht leicht gefallen, das aufzugeben. Und sie findet zu einer liebevollen Schlussformel: Liebe Grüße.



Da ist ein Mann, der sich ständig distanziert hatte, der nicht einmal mit Dir zusammen ziehen wollte und der in einer unsicheren Phase (Krise) auch noch Distanz hällt. Was für ein Eindruck würdest Du gewinnen? Vielleicht, dass er immer noch distanziert ist?

Schon, Astrolog, aber wir haben keine Krise, sondern sie hat sich getrennt von mir. Irgendwo muss ich das doch ernst nehmen. Vielleicht kann es schon sein, dass ich "gesprochenem Wort" zu viel Gewicht gebe. Aber zumindest in diesem war sie schon deutlich.


Sehr schwer zu beurteilen, wie ernst sie es damit meinte, dass es für eine Paartherapie zu spät sei. I.d.R. wird so etwas ja erst geäußert, wenn man an eine Änderung nicht mehr glaubt, oder wenn innerlich alles abgestorben ist.

Ich denke mal, so ähnlich muss sie sich auch gefühlt haben/fühlt sie sich.


Auf jeden Fall hast Du mit Deinem Vorschlag nach einer Auszeit, ihr bestätigt, dass sie mit der Trennung auf dem richtigen Weg war! Um sie zurückzugewinnen, musst Du sie aber verunsichern. Das zumindest ist der erste Schritt. Sie darf sich der Trennung nicht mehr sicher sein und in dieser Phase, kannst Du ihr dann zeigen, dass Du das Potenzial zur Änderung in dir hast und dies auch umsetzen wirst.

Das mit der Auszeit habe ich auch schon mal überlegt. Es war von mir aber als Rettungsversuch gedacht. Erst hat sie dem zugestimmt, es dann ein paar Tage später - in die Trennung verwandelt. Sie hat sehr wohl bemerkt, wie mich das traf. Wir haben beide geweint.


Sie sagte selbst, wenn wir so weitermachten, würde sie wieder kippen. Aber das wollte ich ja auch nicht (und sagte das auch).

Da hast Du den nächsten großen Fehler gemacht! Sie hat sich Dir noch einmal geöffnet und Du hast nicht zugegriffen. Wieder muss sie das gefühl bekommen haben, dass Deine Liebe nicht ausreicht!
Wieso wolltest Du das Nicht? Warst Du Dir selbst Deiner Gefühle unsicher?

Sie ist wohl auch wankelmütig. Sie hatte sechs Wochen vorher schon mal die Trennung ausgesprochen und zwei Tage später zurückgenommen - an den Problemen hat das nichts geändert.

Ich wollte auch tatsächlich nicht, dass sie kippt. Klar hätten wir im Bett landen können (ich hatte sogar Lust drauf). Aber dann wären wir doch später wieder bei den kritischen Punkten gelandet.

Die Trennung war ein Schock, von dem ich jetzt sage, dass er kommen musste. Jetzt spüre ich meine "Härte", mein Problem.

Vielleicht sollte ich noch erwähnen, dass ich vor ihr mit einer Frau zusammengezogen war. Von München nach Hessen. Meinen Beruf aufgab. Wir verloren ein ungeborenes Kind und aufgrund weiterer innerer und äußerer sehr schlechter Bedingungen (ich nur gering beschäftigt, sie mit psychischen Probleme, auch im Haus ihrer toten Mutter) - ging das innerhalb weniger Monate total in die Brüche. Ich musste ausziehen, Job und Wohnung und Stadt wechseln - keine Zeit und Lust auf Aufarbeitung. DAS saß in der jetzigen Beziehung noch mit drin, und DAS hat wohl meine Härte ausgemacht. Da hat A. abbekommen, was nicht an sie hätte adressiert werden dürfen, ich Idiot.

Wobei es zusätzlich ja auch ihren Anteil gibt; ihr Nähebedürfnis ist ja durchaus ambivalent, wie sie im Brief andeutet. Wenn sie schreibt, möglicherweise wäre der Anfang des Problems auch entstanden, als ich meinen Widerstand gegen Zusammenziehen langsam [!] aufgab. Deshalb macht sie Therapie, sogar Analyse.


Nach vier Stunden umarmten wir uns und trennten uns. Ausgemacht war, sich dann brieflich wieder zu melden, wenn man Kontakt wollte, keine Telefonate, sms, Emails usw.

Eventl. hat sie hier noch einmal (ziemlich enttäuscht) gewartet, dass Du Dich gleich meldest.

Glaubst du das wirklich?? Sie hatte sich von mir getrennt. Mir rieten die meisten, sie in Ruhe zu lassen, sie nicht zu bedrängen, vielleicht damit in all den negativen Gefühlen auch was Positives auch wieder wahrgenommen werden könne; etwas wie "vermissen".


Auf jeden Fall, musst Du Dir ganz klar werden, was "Du" möchtest. Solange Du selbst unsicher bist, kannst Du ihr ggü. auch keine Sicherheit ausstrahlen. Und diese Sicherheit muss bei ihr ankommen.

Diese Sicherheit kann ich nicht geben; nur das positive Gefühl, wir hätten eine Chance, weil ja jeder von uns jetzt was unternimmt für sich. Ich werde ebenfalls einen Therapeuten zu Hilfe holen, um mein "Näheproblem" anzugehen. Denn ich habe auch Sehnsucht genau mit dieser Frau zusammenzuleben. Durch Gespräche jetzt könnten wir Klärung betreiben, aber die Probleme verschwinden ja nicht durch bloße Willensbkundung.

Leider teilt sie diese optimistische Ansicht nicht. Sie sagte, es sei zu spät.


Ich würde gerne was von ihr wissen. Oder ein Zeichen erhalten, dass sie sich vorstellen kann, mir neu zu begegnen.

Dieses Zeichen wirst Du nicht bekommen und darst es auch nicht erwarten! "Du" musst das Zeichen setzen! Es gibt keinerlei Garantie, dass Deine Bemühungen zum Erfolg führen werden und dass solltest Du ihr auch so vermitteln. Du musst ihr das Gefühl geben, nichts von ihr zu erwarten und trotzdem bereit sein, ihr alles, Deine ganze Gefühlswelt, zu Füßen zu legen. Wenn bei ihr noch irgendwelche verschüttete Gefühle für Dich da sind, wird sie irgendwann nachgeben. Derart geliebt zu werden, "bedingungslos" geliebt zu werden, dem kann man nicht lange wiederstehen. Aber es wird auf jeden Fall länger dauern, bis ihr wieder eine tragfähige Beziehung habt.

Nun, ich werde ihren Brief beantworten und ihr mitteilen, sie habe alle Zeit die sie braucht. Sagen, dass ich durch den Schock aufgewacht bin und ernsthaft was dagegen tun werde. Weiß nicht, ob das reichen kann, wenigstens durch einen vorsichtigen Dialog im Kontakt zu bleiben. Tragfähigeres kann ich tatsächlich nicht bieten, nur die Absicht, etwas am Fundament zu machen.

Noch mal vielen Dank!

LG,
tabbi

astrolog
29.06.2007, 12:32
Schon, Astrolog, aber wir haben keine Krise, sondern sie hat sich getrennt von mir. Irgendwo muss ich das doch ernst nehmen. Vielleicht kann es schon sein, dass ich "gesprochenem Wort" zu viel Gewicht gebe. Aber zumindest in diesem war sie schon deutlich.

Oh, das hatte ich wohl übersehen! Ich dachte Ihr hättet euch erst einmal nur eine zeitlang getrennt. Dass sie klar und deutlich Schluss gemacht hatte, war mir wohl verborgen geblieben. Aber auch hier besteht ja immer noch Hoffnung. Denn was man sagt, muss nicht immer das sein, was man wirklich will! Als meine Frau mit mir gebrochen hatte, war für sie ganz klar und sicher, dass es keinen Zweck mehr hätte, die Ehe fortzusetzen. Meine Frau ist jemand, der unendlich lange braucht, bis sie überhaupt einmal solch eine schwere Entscheidung fällt. Wahrscheinlich hatte sie vorher schon tausend Mal innerlich Schluss gemacht, bevor sie es aussprach. Wenn sie dann aber soweit ist, es zu kommunizieren, ist es i.d.R. endgültig (Sternzeichen Stier)!
Als ich halbwegs den Schock verdaute hatte, fragte ich mich, was ich wirklich will. Ob eine Trennung für mich in Frage kommt, oder ob ich meine Frau noch genug liebe um den "Kampf" aufzunehmen. In so einer Situation ist es verständlicherweise sehr schwer einen klaren Gedanken zu fassen. Verlusstängste (ich habe immerhin vier Kinder) und die emotionale Aufgewühltheit, lassen da kaum einen klaren Gedanken zu. Trotzdem hatte ich mich dafür entschieden, alles dafür zu tun, diese Ehe zu retten!
Ich kaufte/las dann so ziemlich jeden Beziehungsratgebe, den ich in die Hände bekam und überlegte mir, wo ich mich ändern müsste. Schrieb mir die einzelnen Punkte auf und versuchte meine Frau zurück zu erobern. Dies war anfangs sehr schwer, da sie keinerlei Umarmungen und Gespräche mehr zuließ. Wenn ich versuchte sie in den Arm zu nehmen, erstarrte sie zur Säule und strahlte eine Kälte aus, dass ich nicht mehr glaubte, die gleiche Frau wie ehedem in dem Arm zu halten.
Ich blieb aber beharrlich!

Glaubst du das wirklich?? Sie hatte sich von mir getrennt. Mir rieten die meisten, sie in Ruhe zu lassen, sie nicht zu bedrängen, vielleicht damit in all den negativen Gefühlen auch was Positives auch wieder wahrgenommen werden könne; etwas wie "vermissen".
Hier einmal einen Auszug v. einem anerkannten Familienpsychologen (Wolfgang Hantel-Quitmann):

So wie in der Verliebtheit eine Idealisierung des Partners weit über dessen reales maß hinaus stattfindet als innere Überbewertung, so wird derselbe Partner bei einer Trennung einer harten Abwertung ausgesetzt. Aus dem ehemaligen Ideal wird ein peinliches Missverständnis, aus der Überbewertung wird eine Abwertung. So falsch und realitätsfern das eine war, so ungerecht und falsch ist das andere.
Diese Neu- oder besser Umwertung bezieht sich aber nicht nur auf die einzelne Person des Partners mit all seinen Fehlern, Macken und sonstigen Unerträglichkeiten, sondern auch auf die gesamte Geschichte der Partnerschaft. War sie nicht von Anfang an ungleich, ungerecht, unvernünftig und unerträglich? Die Geschichte wird neu geschrieben. Und so, wie auf alten Fotos der Zeitgeschichte Personen wegretuschiert werden können, so werden die positiven Erlebnisse vergessen, die negativen hervorgehoben und eine andere Bilanz erstellt.

Dieser Prozess geschieht ja mehr oder weniger (unbewußt) aus Selbstschutz. Würde man sich nur die pos. Dinge einer Partnerschaft anschauen, wäre die Trennung ja umso schwieriger und schmerzhafter.
Ich war früher sogar der Überzeugung, dass es eine gute Scheidung/Trennung nicht geben kann. Die Psychologie weiß heute, dass Liebe ein Bindemittel der Aggression ist. Wenn die Liebe schwindet, treten diese Aggressionen zutage, die zuvor in der Liebesbeziehung gebunden waren und es kommt zu den unschönen Szenen. Insofern halte ich nichts von in Ruhe lassen und Zeit geben. Denn es passiert dann genau der umgedrehte Effekt, den Du oben schilderst: Man nimmt in all den neg. Gefühlen nicht irgendwann etwas positives wahr, sondern die Seele schützt sich dadurch, dass sie mit der Zeit mehr auf die neg. Dinge schaut und sich damit den Abschied leichter macht.
Sicher gibt es Partner, die nach Jahren wieder zusammenfinden. Aber der Anteil ist doch rel. gering. In der akuten Phase ist ein Neuanfang viel wahrscheinlicher und einfacher. Ausnahmen bestätigen hier die Regel!

Diese Sicherheit kann ich nicht geben; nur das positive Gefühl, wir hätten eine Chance, weil ja jeder von uns jetzt was unternimmt für sich. Ich werde ebenfalls einen Therapeuten zu Hilfe holen, um mein "Näheproblem" anzugehen. Denn ich habe auch Sehnsucht genau mit dieser Frau zusammenzuleben. Durch Gespräche jetzt könnten wir Klärung betreiben, aber die Probleme verschwinden ja nicht durch bloße Willensbkundung.
Leider teilt sie diese optimistische Ansicht nicht. Sie sagte, es sei zu spät.
Das Du Dich selbst einer Psychotherapie unterziehst, finde ich schon einmal sehr gut! Du schreibst, Du kannst keine Sicherheit geben, aber Du weißt sicher, dass Du sie zurückhaben möchtest! Das ist Sicherheit und das kannst Du ihr auch mitteilen! Natürlich muss man auch die Probleme angehen. Für jedes Problem gibt es aber eine Lösung, oder zumindest einen Kompromiss. Es wäre wichtig, ihr auch dieses Gefühl zu vermitteln.

Nun, ich werde ihren Brief beantworten und ihr mitteilen, sie habe alle Zeit die sie braucht.
Das ist zumindest ein Anfang! Wenn ich persönlich auch weiter gehen würde. Warum nicht um ein unverbindliches Treffen bitten? :-)
Du liebst sie noch und was gibt es schöneres, als diese Liebe täglich und immer wieder aus´s neue zu zeigen?

tabbi
29.06.2007, 13:25
Denn was man sagt, muss nicht immer das sein, was man wirklich will!

Das ist tatsächlich meine einzige Hoffnung!


Als meine Frau mit mir gebrochen hatte, war für sie ganz klar und sicher, dass es keinen Zweck mehr hätte, die Ehe fortzusetzen.

Aus welchem Grund? Waren es auch abhanden-gekommene Gefühle? Wenn du später schreibst, sie habe auch keine Umarmungen mehr zugelassen, klingt das schon äußerst rigoros; und du musst durch die Hölle gegangen sein.

Da hört sich ja das, was meine Ex in ihrem Brief schrieb - richtiggehend liebevoll an...


Insofern halte ich nichts von in Ruhe lassen und Zeit geben. Denn es passiert dann genau der umgedrehte Effekt, den Du oben schilderst: Man nimmt in all den neg. Gefühlen nicht irgendwann etwas positives wahr, sondern die Seele schützt sich dadurch, dass sie mit der Zeit mehr auf die neg. Dinge schaut und sich damit den Abschied leichter macht.

Wie gesagt, in ihrem Brief steht noch sehr viel Positives drin. Ich würde auch einem Treffen zustimmen, wenn sie das vorschlagen würde. Ich werde ihren Brief beantworten, meinen Anteil darlegen und was ich zu tun gedenke. Ich war ja schon erleichtert, wie nett ihre Antwort im Grunde war. also, diesen Brief versuche ich in den nächsten Tagen hinzubekommen.

Was deinen Auszug des Familientherapeuten betriff: Irgendwo klingt das logisch. Ist mir selber aus großer Entfernung auch schon passiert. Aber A. ist schon eine sehr differenziert denkende Frau, ich hoffe, sie hat diesen Abwertungsmist nicht nötig. Ich jedenfalls verzichte auf ihn.

Vielen Dank noch mal!


LG,
tabbi

teresia
03.07.2007, 17:19
.hallo, leider hast du dich gar nicht mehr an der diskussion beteiligt. Als ich deinen beitrag las, ist es mir kalt den rücken runter gelaufen, so sehr konnte ich mitfühlen. Magst du nicht schreiben, wie es bei dir weitergeht?
Würde mich freuen.
lg teresia

tabbi
03.07.2007, 22:40
Teresia,

wen sprichst du an?


LG,
tabbi

teresia
04.07.2007, 07:58
die strangeröffnerin

hbmg
07.05.2008, 11:36
Hi!

Darf und soll ich diesen inzwischen ja "Uralt-Thread" wieder rauskramen?!? Interessiert es nun auch noch irgend jemanden?!?

Witzig, daß ich nun ziemlich genau nach einem Jahr wieder dran dachte (und mir sogar meine Benutzerkennung doch wieder eingefallen ist :zwinker: )...

Wird aber sicher nicht kürzer und weniger verworren, jetzt ein ganzes Jahr wiederzugeben :freches grinsen: .

Also ein Jahr liegt nun schon wieder fast hinter uns und es war kein einfaches, aber sagen wir seit Herbst/Winter 07/08 hab ich wieder deutlich das Gefühl es geht zumind. deutlich aufwärts. UND EINS IST INZWISCHEN FÜR MICH WIEDER GANZ SICHER: Ich liebe meinen Mann sehr, sehr, sehr ... - bis heute verstehe ich nicht, wie passieren konnte, daß ich mir meiner Gefühle nicht mehr sicher war :wie?:

Der Sommer 07 war noch sehr, sehr beschwerlich für mich, ich war sehr durcheinander. Va. die Geschichte mit dem Kollegen, wurde dann doch "mühsamer", als ich beim Erstellen dieses Threads gedacht hätte. Er hat sich dann wohl etwas mehr in mich verliebt (ich glaube er empfindet bis heute mehr, als nur "Freundschaft"), als gut ist/war, es war ganz schön schwierig, aus dem Schlamassel, welches ich mir ja selbst eingebrockt habe (ich weiß das!!!), wieder rauszufinden.

Wir, naja, viel mehr ich (ging immer von mir aus), haben x-mal versucht diese Affäre zu beenden, möglichst so, daß wir beide gut damit umgehen können (vereinbart war ja nur "Spaß" und mit dem Ziel auch danach wieder weiter gut zusammenarbeiten zu können etc.), aber es war für mich dann auch sehr schwierig, ihn wirklich weinen usw. zu sehen und ich tat mir dann leider viel zu oft schwer konsequent zu bleiben und wir sind uns wieder in den Armen gelegen und ....

Geholfen hat mir dann sehr ein Buch, dessen Titel mir jetzt gerade nicht einfällt (ging halt um Affäre/Seitensprung..) :peinlich: , aber in dem stand z.B. sowas in die Richtung, man soll aufhören, ein sofortiges Ende zu erzwingen, sondern sich Zeit lassen, es gab ja eine emotionale Bindung und die kann man auch bei "nur einer Affäre" nicht von jetzt auf gleich "abbrechen", die verschwindet nicht sofort usw... und als ich das dann wirklich alles etwas gelassener gesehen habe und "Rückfälle" akzeptiert habe, hat es wirklich funktioniert!!!

Im August hab ich dann für mich!!! endlich sowas wie einen wirklich endgültigen Abschied von meinem Freund/Seelentröster, dem Kollegen, in den ich mich ein wenig verliebt hatte :zwinker: gezogen - er hat dann im September geheiratet :ooooh: . Mehrmals hat er mir zuvor gesagt, daß er sich ein Leben mit mir vorstellen könnte, aber gleichzeitig keine Familie zerstören möchte, sprich es läge an mir ... - ER hätte wohl wirklich alles aufgegeben, hätt ich ja gesagt (aber stand für mich nicht mal ansatzweise zur Diskussion, weil ich mag ihn zwar gerne, aber als Freund/Kumpel und sicher nicht zum Leben - und selbst wenn ich festgestellt hätte, ich sehe in meiner Ehe kein Zukunft mehr, wär nicht mehr draus geworden...) ... fast gleichzeitig, hat er dann doch geheiratet, weil sooo schlecht ist ja seine Beziehung nicht :knatsch:

Ich weiß bis heute nicht so genau, wie und warum mir das passiert ist, daß ich eine so klassische Falle getappt bin, also Frau geht´s gerade schlecht und poliert in jeder Hinsicht, ihr Ego mit einem Mann, der halt gerade wirklich viel "greifbarer" ist, auf (muß allerdings dazusagen, es war nicht so, daß er meine Situation ausgenützt hätte, oder so, es war schon auch meine Initiative auch) - ich hab einfach wie "umgeschalten", sobald ich im Büro war, war ich in einer anderen Welt... das tat einerseits total gut, trieb mich andererseits oft in totale Verzweiflung.

Theoretisch wusste ich also, es ist das Falscheste was ich machen kann, genau zu dem Zeitpunkt (aber zu einem anderen hätt ich es ja gar nicht getan :zwinker: ) eine Affäre anzufangen, aber naja so viel zur Theorie ... es war einfach zu verlockend... und auch wen es arg klingt, so richtig, als "Fehler" seh ich es trotz allem bis heute nicht - irgendwie hab ich das nun, als gar nicht so unwichtige Erfahrung für mich "abgelegt" - nicht die Affäre direkt - sondern einfach diese ganze Zeit...

"Er" hängt immer noch den Erinnerungen sehr nach, tut sich nicht einfach damit, es als "abgehakt" zu sehen, würd sich offenbar weniger Distanz wünschen, wie er mir erst kürzlich wieder gestanden hat, aber das geht nicht mehr, für mich ist vorbei wirklich vorbei und ich hab ja auch keinerlei Bedürfnis mehr dies zu ändern. Mir tut er zwar irgendwie auch leid, weil genaugenommen, hab ich ihn wohl ausgenutzt und nun wo ich ihn nicht mehr "brauche"....

Ich glaube, er hat nämlich eines nicht getan, trotz dieser "Affäre" an seiner Beziehung weiterzuarbeiten (obwohl wir oft und viel drüber gesprochen haben...) - sondern er hat genauso auch mit mir ausgeglichen, was ihm fehlt und hat sonst alles beim alten gelassen ... und möchte nun am liebsten "das", aber wieder dazu zurück....

Gut, das ist, aber eigentlich ein anderes Thema - aber war/wurde eben dann doch ganz wesentlich für mich in meinem "Chaos" :smirksmile: .

Ich hab wieder da, wo es hingehört, gefunden was ich gesucht oder viel mehr fast verloren geglaubt habe, wenn gleich es nicht ganz so perfekt ist, wie es mal war, aber ich bin glücklich nun wieder wirklich zu wissen, wo ich hingehöre :liebe:

Es gab Phasen, da war ich nicht nur wieder sicher, meinen Mann sehr zu lieben, sondern ich war wieder so richtig verliebt in meinem Mann und überglücklich, daß es wieder passt. Die kinder- und v.a. firmenlosen (seiner Firma) Tage, in denen wir uns nur auf uns konzentriert haben, haben letztendlich, da sehr geholfen, uns endlich wieder wirklich näher zu kommen, ging auch nicht von heute auf morgen, aber nahm stetig zu ;) - wir haben uns fest vorgenommen, es nicht mehr soweit kommen zu lassen ...

Mit/im Alltag kämpfen wir immer wieder ganz schön, also in 1. Linie ich. Da manches immer wieder ganz schön ins Ungleichgewicht gerät, z.B. hab ich habe nach wie vor das Verlangen nach mehr "Zuwendung" - in jeder Hinsicht :zwinker: - ich hab oft das Gefühl ich gebe und gebe und es kommt nicht ganz so viel (genug?) zurück. Manchmal macht mich das richtig wütend und traurig, da ich oft das Gefühl habe ich muß "betteln" .. und ich frag mich dann immer noch oft, was ist passiert, daß sich das so verändert hat.

Diesbezüglich hat sich mein Mann nämlich ziemlich verändert, er ist oft viel "unnahbarer" als früher, verschließt sich und zieht sich zurück .... einer der Gründe, die er dafür angibt, ist daß es ihm oft gesundheitlich nicht so gut geht, er aber damit niemanden "belasten", also jammern mag... (kämpft schon ganz eine Weile immer wieder mit massiven Verspannungen im Rücken und schmerzhaften Ganglionen an den Händen).

Versteh ich grundsätzlich natürlich auch alles, aber es ist oft schwer für mich zu akzeptieren, sprich immer, naja oft zurückzustecken und es wären ja nur Kleinigkeiten... aber er ist sich offenbar dessen immer noch nicht bewusst, daß wenn wir solche "Zustände" zu lange wieder "anstehen" lassen, vielleicht wieder dort sind, wo wir erst kürzlich waren... Wir haben schon hin und wieder drübergesprochen und er meint immer, jetzt weißt Du wie es mir ging, als die Kinder kamen, insbesondere beim 1. Kind, hatte er sicher auch eine längere "Durststrecke" :zwinker: - aber vielleicht konnte er das besser aushalten?!?

Also zusammenfassend: Ich bin froh, daß ich mich weiter gequält habe durch das letzte Jahr, es hoffentlich wirklich geschafft habe aus meiner/unserer? Krise rauszufinden.

Ach ja, ein anderes "Phänomen" ist fast zeitgleich gekommen, wo ich wieder "zurückgefunden" habe, nun hab ich nämlich immer wieder ziemliche Verlustängste, gar nicht so bewusst eigentlich :wie?: Sondern v.a. im Unterbewusstsein, z.B. einen immer wiederkehrenden Albtraum, in dem er mich plötzlich von einer Sekunde auf die andere verlässt und zwar ist immer quasi die ganze Familie dabei, also immer bei sowas wie größeren "Familienfeiern" - taucht er auf einmal mit einer anderen FFrau auf und erklärt vor allen, daß das nun seine neue Liebe ist... :ooooh: :ooooh: