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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Therapie sinnvoll?



miolina
10.05.2007, 13:25
Wer kann mir dabei helfen einzuschätzen, ob meine Therapie sinnvoll ist, d.h. "anschlägt" oder nicht?

Ich mache seit gut zwei Jahren eine tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie. Diese Therapieform wurde mir von der Psychologin im Beratungsinstitut empfohlen. Das war auch das, was ich mir gewünscht hatte, weil einerseits nach den Problemen in der Gegenwart gekuckt wird, man andererseits aber auch versucht herauszufinden, wie sich die problematischen Verhaltensweisen in der Vergangenheit entwickelt haben.

Jetzt läuft die Therapie so ab, dass ich erzähle und erzähle, sie schreibt und schreibt. Hin und wieder stellt sie Fragen. Was mir aber völlig fehlt, ist auch mal ein konkreter Ratschlag oder eine Beurteilung.

Im Großen und Ganzen habe ich aber vor allem das Gefühl, dass sich bisher nicht viel geändert/verbessert hat. Ich hab ihr das auch schon gesagt, aber sie meinte, sie findet schon. Das ist ja aber wahrscheinlich mit Vorsicht zu genießen, schließlich will sie weiterhin Geld an mir verdienen. Ursprünglich war ich aber davon ausgegangen, dass diese Therapieform im Unterschied zu einer Psychoanalyse sich über einen überschaubaren Zeitraum erstreckt, d.h. nach 2 Jahren sollte man schon was "merken", oder?

Jetzt hätt ich mal gern gewusst, ob einerseits jemand überhaupt was dazu sagen kann (vielleicht sind meine Angaben auch zu ungenau?). Und andererseits, wo ich ansonsten mal fragen könnte. Wer kann sowas gescheit beurteilen?

Ich möchte halt wissen, ob es lohnt weiterzumachen, oder ob ich mir eine anderen Therapeuten bzw. eine andere Therapieform suchen sollte.

Danke schon mal für hilfreiche Tipps! :blumengabe:

Inaktiver User
10.05.2007, 13:56
Konkrete Ratschläge hast Du in einer tiefenpsychologisch fundierten Therapie nicht zu erwarten, eher in der Verhaltenstherapie. Was meinst Du mit Beurteilungen?

Dass Deine Therapeutin schreibt und schreibt, finde ich außergewöhnlich. Was meint sie denn, was sich verändert/gebessert hat? Natürlich solltest Du als Patientin das Gefühl haben, es hat sich etwas zum Positiven verändert. Kommst Du denn sonst mit Deiner Therapeutin klar? Hast Du das Gefühl, sie kann Dir hilfreich sein? Wie ist das mit den Therapiezielen, bist Du denen schon nähergekommen?

miolina
10.05.2007, 14:31
Was meinst Du mit Beurteilungen? Na dass sie z.B. sagt, dieses Verhalten ist nicht ungewöhnlich oder jenes Verhalten ist hierauf oder darauf zurückzuführen.


Was meint sie denn, was sich verändert/gebessert hat?
Da hat sie sich leider auch nicht konkret geäußert. Sie meinte nur, wenn sie mich erzählen hört, hätte sich was geändert, und darum ist sie der Meinung, eine Fortsetzung der Therapie lohnt.


Wie ist das mit den Therapiezielen, bist Du denen schon nähergekommen?
Na eben nicht. Deshalb hab ich ja jetzt diese Frage.

Ich weiß halt nicht, ob sie unfähig ist, ob die Therapieform die falsche ist, ob ich nicht therapierbar bin... oder ob alles völlig normal verläuft und eben nur noch etwas dauert, ich zu ungeduldig bin und zu viel erwarte.

Hab auch schon überlegt, ob ich mir mal die Gutachten zeigen lasse. Fürchte aber, da wird gerne etwas übertrieben, damit die Krankenkasse weiter zahlt. Deshalb weiß ich auch nicht, inwieweit man sich darauf verlassen kann.

Wo kann ich eine Beurteilung bekommen? Bei der Krankenkasse? Bei 'nem anderen Therapeuten? :wie?:

londongirl2000
10.05.2007, 15:45
Hallo,

ich finde die Idee gut, dich an die Krankenkasse zu wenden. Schließlich soll denen ja daran gelegen sein, dass dir geholfen wird. Denn sie zahlen ja dafür... und je schneller es dir besser geht, desto weniger müssen sie ausgeben.
Ich würde das mal versuchen.

Wenn du aber selbst das Gefühl hast, dass sich nix verbessert hat... frag doch mal die Therapeutin was sie konkret damit meint, wenn sie sagt, sie hat das Gefühl, es ginge dir besser.

Alles Gute,

londongirl2000

Fruechtchen33
15.05.2007, 21:11
hallo miolina,
ich hatte vor 6 jahren meine erste therapie und behauptete ich habe wärend dieser zeit nicht viel gelernt. doch wenn ich genauer hinsehe, merke ich das ich in dieser zeit viele entscheidungen getroffen habe. ich habe mich sehr wohl entwickelt, vielleicht ja auch nur weil mir jemand zugehört hat. wer weiß?
nun mache ich seit drei jahren eine therapie bei einer anderen frau.sie spiegelt mich und kitzelt aus mir antworten herraus. sie fordert mich immer wieder neu.doch ich musste erst mal dahin kommen diese art behandlung zu verkraften!

eine therapie ist ein langer weg.er dauert jahre!!!
ich hatte mich mit meiner vergangenheit schon alleine auseinander gesetzt und schon viel vorarbeit geleistet und bin trotzdem schon 5 jahre dabei!

wenn du allerdings der meinung bist mit der methode nicht weiter zu kommen musst du wechseln, fragt sich nur ob das tatsächlich nötig ist oder ob du jetzt an einen punkt kommst an dem es schwierig wird und du gründe suchst um abzubrechen!
hinterfrage dich selber und entscheide!
liebe grüße
fruechtchen