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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Angstmachende Gedanken



silli1973
10.05.2007, 13:21
Hallo Ihr LIeben,

ich leide nunmehr schon seit Jahren immer mal wieder im laufe einer Depression an angstmachenden Gedanken. Das heißt, wenn ich verzweifelt bin und ratlos, denke ich immer ich würde mir die Pulsadern durchschneiden. Tsss. Ich weiß das ich das nicht will, denn eigentlich habe ich tierische Angst vor dem Tod. Doch diese Angst steigert sich manchmal hoch bis in Panikattacken in denen ich dann Glaube die Kontrolle zu verlieren.

Seit einem halben Jahr bin ich nun in einer guten Therapie.

Kennt ihr sowas auch??????

Inaktiver User
11.05.2007, 17:28
Hallo Ihr LIeben,

ich leide nunmehr schon seit Jahren immer mal wieder im laufe einer Depression an angstmachenden Gedanken. Das heißt, wenn ich verzweifelt bin und ratlos, denke ich immer ich würde mir die Pulsadern durchschneiden. Tsss. Ich weiß das ich das nicht will, denn eigentlich habe ich tierische Angst vor dem Tod. Doch diese Angst steigert sich manchmal hoch bis in Panikattacken in denen ich dann Glaube die Kontrolle zu verlieren.

Seit einem halben Jahr bin ich nun in einer guten Therapie.

Kennt ihr sowas auch??????

hallo silli,

ich weiss nicht, ob dir das hilft. aber ich erzähle dir mal kurz eine geschichte von mir, weil ich leider nicht weiss, wie ich auf dein problem eingehen soll. heisst das wirklich, du kannst nichtmehr steuern, ob du einen gegenstand in die hand nimmst und dir damit in den arm schneidest?
was hat sich bei deiner therapie ergeben? vielleicht gibst du mal ein paar hinweise ? :smirksmile: dinge, die ein anhaltspunkt für deine leser sein könnten.

ich habe ein etwas gewalttätiges elternhaus gehabt und habe immer schon sehr viel angst vor gewalt und stress in irgendeiner form gehabt. mir geht es auch heute noch so.

im gegenzug dazu habe ich als pubertierende eine aussergewöhnlich hohe aggressionslast in mir aufgesammelt, die mir selbst entsetzlich angst machte. die äusserte sich so, dass ich viele jahre lang die zwangsvorstellung hatte, ich könnte im affekt die kontrolle verlieren und jemanden umbringen (z.Bsp auf einem gipfel stehen und meinen gegenüber in einem unachtsamen moment wütend hinunterstossen)

diese angst habe ich überwunden durch ein schockerlebniss und eine schockhandlung meinerseits. allerdings ist diese geschichte wirklich nicht zur nachahmung angetan.

ich hatte mich sehr verliebt. mein freund war ein sonderling und etwas seltsam. er hat mir einmal verbal sehr weh getan. (dieser mensch ist - bis auf mein elternhaus, dem ich den gleichen vorwurf machen muss wie ihm - derjenige, der mich am allermeissten gequält, gedehmütigt und beleidigt hat) mich hat nicht die beleidigung an sich verletzt dabei, sondern die meinung, von der ich glaubte, dass er sie von mir hatte. ich habe im affekt ein brotmesser gegrriffen, dass gerade griffbereit lag und habe es mir ohne zu zögern selbst tief in den arm gerammt. ich hatte dabei allerdings nicht ganz ohne kontrolle gehandelt. es war eine seltsame mischung aus verzweiflung und kontrollverlust ohne dabei ganz die kontrolle zu verlieren. mein arm hatte wirklich eine grauenvolle tiefe wunde. seltsamerweise war ich nicht im mindesten entsetzt darüber. es tat nur etwas weh. mir war blitzartig klargeworden, dass ich das messer nicht mir in den arm, sondern wahrscheinlich ihm sonstwohinein gerammt hätte, hätte ich nicht sofort und wie ohne kontrolle gehandelt.

ich bin heute geheilt von meiner angst, im affekt jemanden töten
zu können. aber ich habe eine längliche nahtnarbe am arm.

leider weiss ich nicht, wie ich dir helfen soll. ich würde es sehr gerne. bitte erzähl doch mehr von dir.

deine lady_julia

silli1973
15.05.2007, 12:59
Hallo Lady Julia,

also wenn ich ganz ehrlich bin, macht mir dein Beitrag sogar noch mehr agnst. Du du hattest dich nicht unter Kontrolle. Genau das ist ja meine Angst. Wenn ich es also tun würde, wüßte ich ich kann mir selbst nicht mehr trauen. Von daher wäre es für mich genau das Gegenteil.

Ich habe diese Gedanken nur wenn ich Depressiv bin, oder etwas bearbeiten muß. Gott sei dank nicht immer. Und eigentlich bin ich auch ein lebensfroher Mensch.

Würde ich mir nämlich vorstellen, Tabletten oder was zu nehmen, um mich umzubringen oder so, würde ich eh die Panik kriegen. Denn hilfe, die könnten ja anschlagen ;-)

Verstehst du? Meine Gedanken sind selbstläufer die aber mit der Realität nicht wirklich viel zu tun haben. Nur machen sie einem trotzdem Angst.

Ist schon komisch, aber irgendwie auch schwer zu erklären. :-)

Inaktiver User
16.05.2007, 09:45
hallo silli,

das habe ich befürchtet. nein, angst machen wollte ich dir nicht...
eigentlich war es ja klar, dass dich die geschichte eher nicht aufbaut. wollte dir letztendlich zeigen, dass es auch andere menschen gibt, die unter der angst vor kontrollverlust leiden und das solche erscheinungen ihre ursachen haben. :heul:

hast du mal darüber nachgedacht, ob du strategien entwickeln kannst, die der schlimmeren angssituation vorbeugen?

sobald du depressionsschübe hast, kommt die angst, nicht wahr? sobald du merkst, dass deine befindlichkeit umzuschlagen droht, solltest du etwas unternehmen, nicht, um solche befindlichkeiten zu verdrängen, sondern, um ihre negative wirkung etwas abzufangen, zu puffern sozusagen, damit es nicht dermassen weit in den keller mit dir geht, wie du es befürchtest.

das muss nicht heissen, dass du dich in aktionissmus stürzen sollst. es gibt andere hilfreiche strategien, die sogar so einfach sein können, dass man garnicht auf sie kommt. mir täte dabei besonder musik und wandern gut. mach ich immer, wenn es mir seelenmässig besonders schlecht geht. das ist sicher mit den vorlieben eine sehr subjektive angelegenheit, aber hast du mal mit deiner psychologin darüber gesprochen?

beispielsweise kann ich oft abends nicht einschlafen, weil die gedanken in meinem kopf kreisen bzw. ich angst vor der arbeit habe. in der letzten zeit bin ich auf folgendes mittel gestossen: vor dem einschlafen lege ich eine cd auf, mit einer musik, die mir einerseits nahe geht, die ich aber andererseits so romantisch finde, dass ich sie schon seit jahren jeden tag hören könnte, ohne dass sie mir je langweilig wurde (nicht zu anstrengend und nicht zu seicht, meinem melancholischem grundwesenszug entgegenkommend - ich bin dabei auch lebensfroh - und beruhigend). gestern abend bin ich dabei eingeschlafen. heute früh hat meine mini-nachtlampe, deren licht beständig in den farben wechselt und die dabei an sein muss, noch geleuchtet. mir geht es automatisch morgens um vieles besser.

strategien dieser art muss man regelrecht suchen und finden. ich war schon oftmals auf entdeckungsreise. mir fällt sporadisch immer etwas neues ein. ich kann diese art von aktionsissmus wiederum schon als mein persönliches wohlfühlprogramm bezeichnen. das läuft rund um die uhr ab, oft sogar auf arbeit (dabei geht es aber meisst nur, um das, was ich während der pausen esse oder trinke, worüber ich auch genau nachdenke).

ich glaube jeder mensch braucht so eine art persönliches wohlfühlprogramm. konstruktives gegensteuern gegen das sich-gehen- bzw. runterreissen-lassen. es passiert sowieso. verhindern kann man soetwas nicht wirklich.


lieben gruss
l_j

silli1973
16.05.2007, 16:04
Hallo Julia,

wie gesagt eigentlich hab ich das im Augenblick nur so schlimm, weil ich meine Depressive Phase habe. Diesmal wird sie wohl länger dauern als sonst. Denn ich bearbeite grad seit ca. 2 MOnaten mit meinem Doc meine Kindheit. Und die war wirklich übel. Da kommen dann Gedanken wie: Warum mußte ich erst jahrzehntelang leiden und es jetzt nochmal durchmachen? Und dann kommt die Verzweiflung. Das ist manchmal echt hart. Aber es gehört wohl auch dazu es zu verarbeiten.

Das einzige was mich im MOment ein bißchen schafft ist die Tatsache, das es diesmal länger dauern wird. Ich werde des öfteren abstürzen und ich hoffe das daraus keine chronische Sache wird. (wenn sie es nicht insgeheim schon ist).

Im Augenblick kann ich mich irgendwie nicht richtig entspannen. Normalerweise ist es ja so, das Depressive den Hintern nicht hoch bekommen. Ich bin da eher ein anderer Typ. Ich kriege den Hintern nicht ruhig ;-)

Ich bin aber eine KÄmpferin und werde auch das irgendwie in den Griff bekommen. Ich setze mich manchmal einfach hin und löse Kreuzworträtsel o.ä.

Heute ist mein Freund zu einer Feier und mein Sohn bei seiner Oma. Natürlich war ich heute auch noch bei meinem Psychologen. Klasse Mischung. :-) Er sagt es gibt wirklich eine Menge aufzuarbeiten. Aber er denkt auch das wir das schaffen, das macht mir Mut.

Ich habe mich für heute abend mit einer Freundin zum Kochen verabredet. Freue mich sogar schon ein bißchen drauf.

Denn wenn ich jetzt (16.00 Uhr) bis heute abend, was weiß ich 21.00 Uhr allein wäre, würde ich wahrscheinlich meine WOhnung (mit 140qm) auf Hochglanz bringen.

Ich muß lernen mich wieder mit mir selbst zu beschäftigen und mehr Spaß am Leben zu finden.

Ach es ist alles sooooooo umfangreich, das ich das hier alles gar nicht schreiben kann. Gleichzeitig zur Bewältigung soll ich mich von meiner Mutter lösen. Klar nix ist einfacher als das.

Trotzdem bin ich froh, das ich einen sehr süßen Sohn habe (vor dem ich das natürlich alles fernhalte) und einen Lieben Freund mit dem ich über alles reden kann. Das hilft mir diesmal sehr.

SO meine LIebe, jetzt werde ich mich fertig machen, treffe mich um 17 UHr mit meiner Freundin.

Siehste, wieder HUmmeln in der Futt ;-))))))


Bis bald :kuss:

Inaktiver User
16.05.2007, 17:30
hallo silli,

ich habe irgendwie das gefühl, wir haben einiges gemeinsam, möglicherweise auch einiges in unserer vergangenheit gemeinsam gehabt. :wangenkuss:

trotzdem scheinst du als temperamentstyp das genaue gegenteil von mir zu sein. ich gehöre eher zu den depressiven - wenn ich es denn mal sein sollte, aber es kommt wirklich vor - die tatsächlich dann den arsch nicht hochkriegen. das ärgert mich, da ich dafür einfach immer zuviel vorhabe und einfallsreich genug bin, mittel und wege zu finden, das alles in die tat umzusetzen.
immer getreu dem motto: der eine hat's, der andere nicht. aber der, der es hat, weiss auch nicht damit umzugehen." :knatsch:


sich mit sich selbst zu beschäftigen, ist für jeden menschen schwer. ich glaube, keiner kann von sich behaupten, dass er darin gut ist. es gibt nur die jeweils grössere oder kleinere verdrängung.

mir fällt es sehr schwer, mich mit mir selbst zu beschäftigen, obwohl ich - was wahrscheinlich dem eindruck meiner postings i.a. widerspricht - eher dazu neige, mich in mein kämmerchen zu verziehen, besonders, wenn ich ängste habe und mich nicht wohl fühle. ich bin kein typ, der sich dann ablenkung suchen geht. "seufz" wahrscheinlich völlig anders als du. hoffentlich gelingt euch euer kochabend gut. :allesok:

ursache dafür, dass es schwer ist, sich mit sich selbst zu beschäftigen, ist z.Bsp. dass unser verstand diesbezüglich falsch programmiert ist. wir denken, wenn wir es versuchen, immer mit einem hang in die gewohnte falsche orientierungsrichtung über uns und unsere vergangenheit nach. das habe ich gerade erst wieder an mir selbst festgestellt. sollten wir mal gerecht zu uns selber sein, so geht das fast nie, ohne dass man sich vorher gedanklich völlig umgepoolt oder umpoolen lassen hat. mich persönlich betrifft dabei das verhältniss zu meinen geschwistern. ich verfalle einfach immer wieder falschen strategiemustern...:wie?: das führt dazu, dass ich mein verhältniss zu ihnen einfach nichtmehr ändern kann. das ist auch nur eins von vielen beispielen.

man ist gefangen im kreise, egal wie man es anstellt. :heul: :regen:

eine tiefenanalyse zu machen, habe ich schon lange vor. eigentlich brauche ich mir nur bei meinem hausarzt ein rezept zu holen. bis jetzt habe ich zwei verhaltenstherapien gemacht.
sollte man aber seine kindheit aufarbeiten wollen, bedarf es einer mehrjährigen psychoanalyse, nicht? schreibst du von so einer ? ich habe mir sagen lassen, dass soetwas bis zu fünf jahren dauern kann. (da bin ich ja schon fast 'ne oma, wenn ich damit fertig bin. :smirksmile: ) ich habe es immer wieder hinausgeschoben.

vielleicht solltest du ein wenig stärker werden. gefestigter in dir selbst? menschen mit einer schwierigen kindheit erleben heikle situationen wohl eher als situation am abgrund als andere, weil ihnen das gefühl der inneren sicherheit leichter abhanden kommt als den menschen, die sich als kinder geborgener vorgekommen sind. oder weil sie das gefühl der inneren sicherheit nie kannten.
soetwas lässt sich aber trainieren...

ich weiss, du wirst jetzt nicht antworten können...:smirksmile: ich bin auch erst am montag wieder da.

ein schönes we
gruss
lady_julia

Massashi
22.05.2007, 15:48
Hallo, Silli und Julia!

Ich kenne solche Angst oder auch Scham auslösenden Gedanken auch. Ist absurd: Ich stelle mir etwas vor, das mir wirklich peinlich wäre oder mich ängstlich machen würde und fange dann real an, mich zu schämen oder zu fürchten; wie gesagt, absurd.
Was mir geholfen hat: Mir hat jemand, von dem ich sehr viel halte, mal gesagt: "Du darfst alles denken". Seither amüsiere ich mich sogar mitunter über meine Vorstellungen. Diese Erlaubnis hatte etwas sehr Entspannendes für mich.

Massashi

silli1973
22.05.2007, 17:14
Hallo Ihr Beiden,

tja was soll ich sagen. Die letzten Tage ging es mir wieder etwas besser. Kaum geht es mir besser, hab ich die Gedanken wieder nicht. Typisch!!! Das war das was ich meinte als ich schrieb, ich hab es während der Depri-Phasen.

Es ist immer das gleiche. Das einzige was mir bei solchen Gedanken hilft, ist mir zu sagen, hey GEdanke du bist zwar da, ok, im ersten Moment jagst du mir nen schrecken ein, aber du bist NUR ein Gedanke, mehr nicht.

Na ja und so weiter. Habe mir auch bücher darüber geholt. Zwangsgedanken usw. Das hilft mir ungemein.

Ich bin im moment eh in einer Umbruchphase, dank meiner Therapie. Befinde mich mitten im Drehkreisel glaube ich. Ich habe das GEfühl wenn ich es jetzt packe, packe ich es für immer. Und das macht mir Mut.!!!!

Massashi
22.05.2007, 17:43
Silli!

Das sind gute Nachrichten! Bleib dran! Und lass uns wissen, wie´s Dir geht!

Massashi

Inaktiver User
23.05.2007, 17:26
Ich bin im moment eh in einer Umbruchphase, dank meiner Therapie. Befinde mich mitten im Drehkreisel glaube ich. Ich habe das GEfühl wenn ich es jetzt packe, packe ich es für immer. Und das macht mir Mut.!!!!

hallo silli,

du musst dich nur ganz auf dieses gefühl verlassen. dann klappt das bestimmt auch. hab nur mut!!! wenigstens darfst du ja bei der therapie alles aussprechen und das hilft, auch wenn man es nicht sofort merkt. :smirksmile: :allesok: :blume: :blume:

gruss
lady_julia