PDA

Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Mein Freund will ein Kind - Und ich?



Sally_brown
09.05.2007, 15:57
Hallo, Ihr Lieben,
ich habe gerade mal ganz kurz ins Babywunsch-Forum reingekuckt, und es hat mich spontan geschüttelt (Nichts für ungut! :blumengabe:). (Sie nennen es 'üben', wenn sie ein Kind zu zeugen versuchen - glaube ich). Da passe ich nicht hin, daher poste ich hier, in der Hoffnung, die ein oder andere Anregung zu bekommen oder vielleicht auch nur verstanden zu werden.

Mein Freund wünscht sich Kinder, er möchte gern eine Familie gründen. Er hat mir das gleich zu Beginn unserer Beziehung mitgeteilt, hat quasi 'abgeklopft', wie ich dazu stehe. Ich habe ihm - wahrheitsgemäß - gesagt, dass ich keinen unbändigen Kinderwunsch in mir trage, aber nichts gegen Kinder habe; dass ich mich mit der Sache bisher noch nicht so wirklich beschäftigt habe, weil der geeignete Mann fehlte, mit dem ich mir ein solches Unterfangen hätte vorstellen können; dass ich es aber nicht ausschließen möchte, wenn es mit uns beiden gut passt.

Seither habe ich mich mit Kindern, aber vor allem mit Eltern beschäftigt. Ich habe Bolz, Hermann, von der Leyen und all den anderen einen Teil meiner Aufmerksamkeit geschenkt, habe im Geiste - zum Teil gemeinsam mit meinem Freund - Modelle davon entwickelt, wie es wäre wenn, und so weiter. Ich muss sagen, ich bin noch nicht wirklich weiter gekommen: Manche Gespräche mit Müttern von Babys waren ernüchternd, andere ermutigend; unsere finanzielle Situation im Moment gibt es nicht wirklich her, finde ich, denn mein Freund macht sich gerade selbständig und hat kein Einkommen; und von meinem Gehalt könnten wir zu dritt nicht leben. Abgesehen davon hätte mein Freund keine Zeit, sich um das Kind zu kümmern, während ich das nicht ausreichende Geld ranschaffe. Das ist also alles noch nicht so ausgegoren, da winke ich aber auch erstmal nur ab, denn alle diese Argumente werden von einem in den Schatten gestellt, das mir wirklich unter den Nägeln brennt:

Mein Freund kommt immer wieder mit dem Thema an. Meine biologische Uhr tickt, sagt er, und er hat recht, ich bin vor zwei Wochen 37 geworden. Wenn wir Wohnungen besichtigen, werden sie auf ihre Kindertauglichkeit untersucht, mein Auto wird mit einem Naserümpfen quittiert, weil nur zwei Menschen darin Platz finden, wenn wir wandern gehen, kuckt er sich die Wege daraufhin an, ob man auf ihnen einen Kinderwagen schieben könnte, und so weiter.

Mein Problem: Ich habe mehr und mehr das Gefühl, mein Freund hat seinen Lebensplan und möchte ihn auf Teufel komm raus verwirklichen - komme was wolle. Und ich habe das Gefühl, dass ich dazu auersehen wurde, diesen Plan zu erfüllen. Ich bin nicht sicher, ob das mein persönlicher Film ist, aber es kommt mir manchmal vor, als würde er mich gar nicht wirklich sehen, sondern nur - mal sehr hart formuliert - mein Gebärpotential und meine mütterlichen und partnerschaftlichen Fähigkeiten. Wir kennen uns ein gutes halbes Jahr, und ich finde, wir sollten uns erstmal kennen lernen. Ich möchte gut hinsehen und prüfen, wenn ich mich derart an einen Menschen binde, und ich wünsche mir, dass auch er das tut. Paradoxerweise steht ein Lebensplan dem im Wege, finde ich: Wäre ich jetzt total scharf darauf, geheiratet zu werden und Kinder zu kriegen, bestünde die Gefahr, dass ich mich an einen Mann binde, der nicht zu mir passt.

Eine andere Sache: Ich bin ziemlich sicher, dass mein Freund mich verlassen würde, wenn ich keine Kinder wollen würde. Er hat ziemlich kategorisch klar gemacht, dass er Kinder möchte - ziehe ich da nicht mit, werde ich ausgetauscht. Hat er so nicht gesagt, kommt aber zum Ausdruck. Vielleicht bin ich hoffnungslos romantisch, aber ich wünsche mir einen Partner, der mich so sehr mag, dass er es nicht von solchen Wünschen abhängig macht, ob er bei mir bleibt oder nicht. Ich gehe noch den Schritt weiter: Nur mit einem solchen Partner kann ich mir vorstellen, eine Familie zu gründen. Weltfremd? Naiv? Romantisch?

Ich habe meinem Freund von meinem Gefühl erzählt. Ich weiß nicht, ob er mich verstanden hat. Er ist generell sehr pragmatisch veranlagt und kann mir da eventuell nicht so richtig folgen. Er meinte nur, ich solle mir keine Sorgen machen, er kuckt schon hin, ob eine Frau zu seinem Lebensplan passt; so naiv ist er nicht mehr. Er würde nie mit einer Frau zusammen ziehen etc., wenn er nicht das Gefühl hat, es passt. Ich habe aber Angst, dass er nicht klar sieht, wenn er mich nur immer mit der imaginären Frau seines Lebensplans abgleicht statt einfach mal so zu kucken, wer ich bin.

Er sagt, die biologische Uhr tickt. - Sage ich: Es ist aber meine Uhr, die tickt, nicht Deine. Du kannst noch ewige Zeiten Kinder in die Welt setzen. - Er: Aber nicht mit Dir.

Hat er nun auch wieder recht. Knifflige Lage!! Was tun?

Versteht mich nicht falsch: Ich halte es gar nicht für ausgeschlossen, dass ich Kinder kriege. Und ich mag diesen Mann. Und ich weiß, dass ich voller Unsicherheiten bin und hin und wieder ganz allein und ohne objektiven Anlass... am Rad drehe. Deswegen schildere ich Euch hier die Situation.

Kann das einer verstehen? Kennt einer diese Situation? Wie seid Ihr damit umgegangen?

Wäre für Reaktionen enorm dankbar!!:blumengabe:

Liebe Grüße,
Sally

Philipa
09.05.2007, 16:09
Um ehrlich zu sein ist mir bei deinem Posting nicht ganz klar was das Problem ist.

Ist das Problem nun, dass du keinen Kinderwunsch verspürst und dein Freun schon oder
ist das Problem, dass dich dein Freund nur als "Gebärmaschine" sehen könnte oder
dass es finanziell nicht passt?

Vom Prinzip her kann ich deinen Freund verstehen. Das Gefühl der tickenden Uhr haben aber wohl eher meistens die Frauen. Bei euch scheint es umgehrt.

Bis du dir sicher, dass er der richtige ist? Gerade am Anfang einer Beziehung ist man doch himmelhochjauchzend und man kann sich alles miteinander vorstellen. Deswegen macht mich dein Zweifeln da auch etwas stutzig.

Also wie gesagt, ich hab das Problem nicht ganz verstanden.

Grüße

Sally_brown
09.05.2007, 16:24
Ist das Problem nun, dass du keinen Kinderwunsch verspürst und dein Freun schon oder
ist das Problem, dass dich dein Freund nur als "Gebärmaschine" sehen könnte oder
dass es finanziell nicht passt?
Das mit der Geburtsmaschine. Ich weiß noch nicht, ob ich ein Kind möchte. Dass ich keinen Wunsch nach einem Kind verspüre, heißt nicht, dass ich auf keinen Fall eines haben möchte. Ich weiß es eben nicht. Und ich weiß nicht, ob ich mit IHM eines möchte. Gerade weil er so zielstrebig seine Vorstellungen vom Leben durchsetzen möchte, habe ich Zweifel, ob er der Richtige ist.


Bis du dir sicher, dass er der richtige ist? Gerade am Anfang einer Beziehung ist man doch himmelhochjauchzend und man kann sich alles miteinander vorstellen. Deswegen macht mich dein Zweifeln da auch etwas stutzig.

Also in Bezug auf alles andere stimme ich Dir ja zu. Urlaub planen, zusammen ziehen, Möbel kaufen - dazu ist man in der Anfsangsphase eher bereit, und ich bin es auch! Aber ein Kind aus einer himmelhochjauchzenden Stimmung heraus in die Welt setzen: Das ist nicht mein Ding. So viel Pragmatismus bringe ich dann auch noch mit.

Die himmelhochjauchzende Stimmung lässt aber auch eben nach, und wir kommen in eine Phase, in der wir - was ich auch gut finde - uns etwas kritischer beäugen. Zumindest ich beäuge ihn kritischer. Und: Nein, ich bin nicht sicher, ob er der Richtige ist. Mich törnt seine pragmatische Art etwas ab - sie macht mir Angst. Siehe oben.

Ist es jetzt klarer geworden?

Danke!
Sally

HansDampf
09.05.2007, 16:51
Hallo Sally,

nach dem Lesen deines Eingangstextes sagt mir mein Bauch: Ihr passt nicht zusammen.

Wenn Du mit 37 nicht weißt ob Du Kinder willst oder nicht, glaube ich auch nicht daß Du es mit 40 weißt.

Daß Ihr Euch erst 6 Monate kennt, ist nicht die richtige Basis, eine solche Entscheidung zu treffen.

Seine Zielgerichtetheit wirkt unsensibel und rücksichtslos. Du empfindest sein Drängen als Zumutung. Wenn Du ihm den Kinderwunsch verweigerst, wird er es Dir übelnehmen. Wenn Du ihm zuliebe ein Kind bekommst, wirst Du es ihm übelnehmen.

Und seine biologische Uhr tickt auch. Viele Männer überlegen sich auch, bis zu welchem Alter sie Vater werden wollen.



Vielleicht bin ich hoffnungslos romantisch, aber ich wünsche mir einen Partner, der mich so sehr mag, dass er es nicht von solchen Wünschen abhängig macht, ob er bei mir bleibt oder nicht. Ich gehe noch den Schritt weiter: Nur mit einem solchen Partner kann ich mir vorstellen, eine Familie zu gründen. Weltfremd? Naiv? Romantisch?


Das ist eine gefährliche Einstellung, denn sie mißt Liebe an Wunscherfüllung und Wunschverzicht. Ich höre schon die Vorwürfe in 20 Jahren, egal wie ihr Euch entscheidet.
Der Kinderwunsch ist mindest so existenziell wie die Liebe selbst. Er wird dich nur lieben können, wenn Du ihm den Kinderwunsch erfüllst. Und das kann Deine Liebe zu ihm zerstören.

Ich denke, ihr habt da ein echtes Problem. Da kann man nur raten, sehr vorsichtig mit Tatsachen zu sein, die sich nicht mehr aus der Welt schaffen lassen.

Du hast zu recht ein ungutes Gefühl.

Nur eine Lösung habe ich für Euch nicht - außer Trennung.

Gruß

Hans

Flash-Finchen
09.05.2007, 16:58
Also an Deiner Stelle würde ich mich nicht von ihm unter Druck setzen lassen. Hast Du ihn denn schon mal direkt gefragt, was er macht, wenn Du keine Kinder willst? Oder einfach - warum auch immer - keine bekommen kannst? Lässt er Dich dann sitzen, weil Du ihm kein Kind gebärst?
Ich bin in einer ähnlichen Lage. Ich bin 35 Jahre alt, stehe kurz vor einem Jobwechsel (hoffentlich:freches grinsen: ) und habe zurzeit keinen Kinderwunsch. Mein Mann möchte zurzeit viel lieber ein Kind als ich. Ich bekomme aber kein Kind nur ihmzuliebe oder "weil es dazu gehört". Jetzt möchte ich erstmal den neuen Job und da dann auch einige Zeit drin arbeiten. Ob ich dann bereit für ein Kind bin oder nicht, kann ich jetzt - genau so wie Du - noch nicht sagen! Einerseits kann ich mir ein Leben mit Kind gut vorstellen, andererseits finde ich mein jetziges Leben ohne Kind ziemlich perfekt. Es muss ein Herzenswunsch sein, das ist meine Meinung.

Ironwoman2006
09.05.2007, 18:22
Das klingt kompliziert, aber ich kann es nachvollziehen. Als ich meinen Mann (mit knapp 30) kennengelernt habe, wollte ich auch keine Kinder. Er hat aber immer von einer großen Familie geträumt und seine Beziehung mit der Ex ist nach 10 Jahren nicht zuletzt daran gescheitert, dass sie einen Kinderwunsch kategorisch ausgeschlossen hat.

Ich war von Anfang an ehrlich und hab ihm klipp und klar gesagt, dass ich mir (zum damaligen Zeitpunkt) nicht vorstellen kann, ein Kind zu bekommen und auch keine fixen Zusagen für die Zukunft machen kann. Wenn er sich kein Leben ohne Kinder vorstellen könne, dann wäre es besser, er sucht eine andere Frau. Hat er aber nicht:freches grinsen: und in den folgenden Jahren setzte dann bei mir ein Umdenkprozess ein, sehr langsam, aber doch und letzten Sommer war ich dann soweit, "es" zu probieren. Naja unverhofft kommt oft, wir werden in den nächsten zwei Wochen unsere Tochter bekommen:Sonne:

Wenn Du jetzt kein Kind willst, dann halte ich es für sehr vernünftig, jetzt kein Kind zu bekommen, auch nicht "für ihn". Allerdings solltest Du ihm Deine Gedanken und Wünsche offenlegen, es ist nur fair ihm gegenüber, damit auch er die Möglichkeit hat, zu entscheiden kann, was ihm wichtiger ist: Du (allein) oder oder die Chance auf eine potenzielle Familie.

Ich wünsche Dir ein happy End (wie auch immer es ausgehen mag)!!

Nocturna
09.05.2007, 18:39
Hallo Sally

Normalerweise posten meist Frauen, die ihre biologische Uhr ticken hören, bei denen aber die Männer bezüglich des Kinderwunsches nicht mitziehen. Normalerweise wird den Frauen geraten, einen klaren Schnitt zu machen, auch wenn sie sehr an ihrem Partner hängen. Der Tenor war meist, dass ein Kinderwunsch dermaßen existenziell ist, dass man ihn dem Partner zuliebe nicht unterdrücken kann.

Der Gerechtigkeit halber müsste man deinem Freund also zumindest die Trennung nahe legen. Allerdings finde ich ein halbes Jahr Beziehung schon etwas knapp für die Entscheidung, ob man mit diesem Partner ein Kind möchte.

Ich habe eine Schwägerin, die heuer 39 (er knapp über 40) wird und auch erst vor gut sechs Monaten einen Partner gefunden hat, der zu ihr passt. Obwohl sich die beiden wohl global einig sind, dass sie Kinder wollen, bricht da keineswegs die Panik aus, soweit ich das beurteilen kann. Im anstehenden Urlaub wollen sie erstmal Pläne für den Kauf eines Hauses machen und ich könnte mir vorstellen, dass sie danach zum Üben beginnen.

Frau sollte nicht gegen ihr Gefühl handeln und nichts überstürzen, auch wenn die biologische Uhr tickt. Du solltest aber in dich gehen und feststellen, ob es wirklich an dir liegt, dass du kein Kind haben möchtest ob es vielleicht unbewusst mit dem Partner zu tun haben könnte oder ob es einfach noch zu früh dafür ist.

Reffre
10.05.2007, 11:35
Hat er so nicht gesagt, kommt aber zum Ausdruck. Vielleicht bin ich hoffnungslos romantisch, aber ich wünsche mir einen Partner, der mich so sehr mag, dass er es nicht von solchen Wünschen abhängig macht, ob er bei mir bleibt oder nicht. Ich gehe noch den Schritt weiter: Nur mit einem solchen Partner kann ich mir vorstellen, eine Familie zu gründen. Weltfremd? Naiv? Romantisch?

Nein, ich finde du denkst egoistisch. Du forderst als Liebesbeweis, dass dein Partner erst ein riesiges Opfer bringt und allen seinen Träumen entsagt, damit du dich dann doch herablassen kannst ihm den Wunsch zu erfüllen.
Es gibt aber Dinge im Leben, da gibt es keine Kompromisse. Verzicht würde zu einem unglücklichen, nicht erfüllten Leben führen und auch Liebe kann das dann nicht mehr ausgleichen oder das Loch stopfen.

Ich finde, dass du deinen Freund (ob bewusst oder unbewusst) hinhälst. Mit 37 sollte man sich schon Gedanken gemacht haben, welche Lebensform man sich so vorstellen könnte. Und ob er der Richtige ist oder zumindest was Dauerhaftes, sollte man nach ein paar Beziehungen - und ich gehe davon aus, dass du diese hattest - nach einem halben Jahr einschätzen können.

Du wertest sehr vieles, was dein Freund möchte ab, z.Bsp. dass er einen Lebensplan hat. Dabei ist es doch positiv, dass er nicht vor sich hindümpelt und dass er stattdessen ein Ziel vor Augen hat. Wärs dir lieber, er würde ohne Plan in den Tag hineinleben? Das Leben kann kurz sein, mit Mitte 30 hat man mit hoher Wahrscheinlichkeit schon die Hälfte vertan. Worauf soll dein Freund noch warten? Es ist nunmal das Alter in dem man sich naturgemäß für oder gegen Kinder entscheidet (als Frau entscheiden muss), auch als Mann will man ja noch seine Kinder aufwachsen sehen und nicht nur um seine Gene weiterzugeben schnell mit 60 eines zeugen.

Du hast den Verdacht, dass dich dein Freund als Gebärmaschine betrachtet. Nun wenn das so wäre, dass er nur die Mutter seiner Kinder sucht, würde er wohl kaum an einer unschlüssigen 37 jährigen festhalten, sondern hätte sich eher auf eine Frau Ende 20 konzentriert, bei der die Chance auf mehrere Kinder deutlich höher ist.

Dein Freund hat ja nun ganz klar eine Ansage gemacht und um fair zu bleiben solltest du ihm auch deinen Standpunkt mitteilen. Sich hinter Ausreden flüchten wie "ich weiß es noch nicht" lässt ihn in einem Zustand von ständiger Hoffnung.
Aus eigener Erfahrung kann ich dir sagen, dass solch eine Hinhaltetaktik sehr schmerzhaft ist. Mein Freund wusste es auch nicht, dann sollten wir erst zusammenziehen, dann wollte er einen besseren Job, dann hatte er Bedenken, weil ich keine feste Stelle hatte. Es war total zermürbend und nach 3 Jahren konnte ich für ihn keine Gefühle mehr aufbringen, obwohl diese über einen langen Zeitraum sehr stark waren. Ich hatte ihn übrigens zu keinen Zeitpunkt als Befruchter betrachtet.

Inaktiver User
10.05.2007, 16:39
Hallo Sally,

ich sehe es ganz anders als Reffre.

Es ist eine Tatsache, daß es 2 Gruppen von Menschen gibt: der einen Gruppe ist der Kinderwunsch ein wichtiges Lebensthema, der anderen eben nicht. Deshalb finde ich nicht, daß Du "in Deinem Alter" Dir schon längst hättest Gedanken über einen Kinderwunsch machen sollen - warum denn, wenn es für Dich kein wichtiges Thema war?

Nun gehören Du und Dein Freund anscheinend leider nicht der gleichen Gruppe an, sprich, ihm ist der Kinderwunsch wichtig, Dir nicht.

Mein Vorschlag wäre: nimm Dir ein halbes Jahr Zeit zum Nachdenken und lerne ihn als Mann besser kennen. Dann teilst Du ihm Deine Entscheidung mit. Bei einem Nein Deinerseits kann er sich ja dann von Dir trennen, das Recht mußt Du ihm zugestehen.

Im übrigen finde ich seinen Anspruch bezüglich des Kinderwunsches an Dich völlig überzogen. Er selbst kann einem Kind keine finanzielle Basis bieten, aber er fordert es von Dir? Soll er doch selbst sein Leben erst mal kinderfreundlich gestalten, bevor er Dir dann die finanzielle und körperliche Hauptlast aufbürdet.

Inaktiver User
11.05.2007, 10:41
Ich sehe es ähnlich wie Kassandra13.

Ich finde es auch eher schwierig, bei soviel Druck, sich darüber klar zu werden was man selbst wirklich will. Das hört sich bei Deinem Freund ja schon wie eine "fixe Idee" an. Denkt er auch noch über andere Dinge nach?

Obwohl:


Hallo, Ihr Lieben,
Abgesehen davon hätte mein Freund keine Zeit, sich um das Kind zu kümmern


Wie stellt er sich das vor? Dann kann er´s doch auch bleiben lassen, wenn er sich dann eh nicht darum kümmern kann.

Von daher halte ich den Vorschlag von Kassandra13 für vernünftig.

Gruß
Fritzi

Sally_brown
11.05.2007, 14:10
Vielen Dank für Eure Antworten!

Leider komme ich grad gar nicht dazu, ausführlich zu antworten, lese aber ständig mit und bin sehr froh, dass Ihr mir Eure Gedanken mitteilt, denn ich merke, dass ich schon etwas klarer sehe, zumindest wo das Problem liegt bzw. welcher Natur es ist.

Ich werde am Wochenende versuchen, Zeit zu finden.

Bis dahin erstmal: :blumengabe::blumengabe::blumengabe:

Liebe Grüße,
Sally

Plueschtier
11.05.2007, 16:21
.
Eine andere Sache: Ich bin ziemlich sicher, dass mein Freund mich verlassen würde, wenn ich keine Kinder wollen würde. Er hat ziemlich kategorisch klar gemacht, dass er Kinder möchte - ziehe ich da nicht mit, werde ich ausgetauscht. Hat er so nicht gesagt, kommt aber zum Ausdruck. Hmmmm, womit kommt es zum Ausdruck? Und: ändert das etwas für dich? Würdest du ihn deshalb zappeln lassen, um ihn zu halten? Kann das nur aus der Position des anderen beurteilen, aber das fühlt sich schlimm an, das kann ich dir versichern..

Ich habe meinem Freund von meinem Gefühl erzählt. Ich weiß nicht, ob er mich verstanden hat. Er ist generell sehr pragmatisch veranlagt und kann mir da eventuell nicht so richtig folgen. Er meinte nur, ich solle mir keine Sorgen machen, er kuckt schon hin, ob eine Frau zu seinem Lebensplan passt; so naiv ist er nicht mehr. Er würde nie mit einer Frau zusammen ziehen etc., wenn er nicht das Gefühl hat, es passt. Ich habe aber Angst, dass er nicht klar sieht, wenn er mich nur immer mit der imaginären Frau seines Lebensplans abgleicht statt einfach mal so zu kucken, wer ich bin. Er ist ein erwachsener Mann - er wird schon wissen, was er will! Aber gut, dass du mit ihm geredet hst. WEnn er allerdings auch nur halb so versessen auf Kinder ist, wie du schreibst, ist es wohl nötig, ihm immer wieder zu sagen, dass es DERZEIT für dich nicht in Frage kommt.

Versteht mich nicht falsch: Ich halte es gar nicht für ausgeschlossen, dass ich Kinder kriege. Und ich mag diesen Mann. Und ich weiß, dass ich voller Unsicherheiten bin und hin und wieder ganz allein und ohne objektiven Anlass... am Rad drehe. Deswegen schildere ich Euch hier die Situation.
Gib euch Zeit. Das Problem ist gar nicht, dass er ein Kind will, eher, dass du dich scheinbar total unter Druck gesetzt fühlst. Setzt dir selber einen Punkt, in einem halben Jahr oder wann auch immer. Dann überleg dir, wie sich die BEziehung entwickelt und was du willst. Nicht, was er will, ob er dich verlässt oder so. Nur, was du selber willst. Und dann redet darüber!!!!

Sally

ICh hoffe, du findest eine gute Lösung für dich!
Plüsch

Salima
13.05.2007, 12:51
Hallo Sally,

ich kann Deine Bedenken sehr gut nachvollziehen. Nach einem halben Jahr Beziehung ist es einfach noch zu früh um konkret über Familienplanung zu sprechen. Zwar kann man abklopfen ob es für beide Seiten vorstellbar wäre Kinder zu bekommen, aber noch keine wirklichen Pläne schmieden. Das Kennenlernen braucht Zeit.

An Deiner Stelle würde ich ihm ganz konkret sagen, dass Du Dir Kinder grundsätzlich vorstellen kannst, aber es Dir nach nur einem halben Jahr noch zu früh ist mit einer echten Planung anzufangen. Sag ihm einfach, dass Du ihn liebst und schätzt, aber Du einfach noch mehr Zeit benötigst ihn besser kennen zu lernen. Außerdem würde ich ihm sagen, dass Du Dich durch seinen ständigen Kommentare bezüglich der biologischen Uhr unter Druck gesetzt fühlst.

Auch Deine Angst nur als potentielle Mutter seiner Kinder gesehen werden, kann ich verstehen. Man möchte doch als Mensch wahrgenommen werden und nicht nur auf Grund der biologischen Attribute. Auch das würde ich ihm sagen. Wenn er dann die Flucht ergreift ist er sowieso nicht der Richtige. Denn dann geht es ihm nur um die egoistische Realisierung seines ganz privaten Lebensplanes und nicht um Dich als Person. Wie schon gesagt, was passiert, wenn es mit dem Kinder kriegen auf dem normalen Weg nicht klappt. Will er Dich dann unter Druck setzen Hormone zu nehmen oder Dich künstlich befruchten zu lassen?

Für mich käme ein Kind mit so einem Menschen nicht in Frage. Den Partner oder die Partnerin unter Druck setzen ist für mich sowieso das Letzte. Wenn ich jemanden liebe setze ich ihn nicht unter Druck.

Sally_brown
13.05.2007, 22:01
Hallo Sally,

nach dem Lesen deines Eingangstextes sagt mir mein Bauch: Ihr passt nicht zusammen.

Wenn Du mit 37 nicht weißt ob Du Kinder willst oder nicht, glaube ich auch nicht daß Du es mit 40 weißt.

Daß Ihr Euch erst 6 Monate kennt, ist nicht die richtige Basis, eine solche Entscheidung zu treffen.

Seine Zielgerichtetheit wirkt unsensibel und rücksichtslos. Du empfindest sein Drängen als Zumutung. Wenn Du ihm den Kinderwunsch verweigerst, wird er es Dir übelnehmen. Wenn Du ihm zuliebe ein Kind bekommst, wirst Du es ihm übelnehmen.

Und seine biologische Uhr tickt auch. Viele Männer überlegen sich auch, bis zu welchem Alter sie Vater werden wollen.



Das ist eine gefährliche Einstellung, denn sie mißt Liebe an Wunscherfüllung und Wunschverzicht. Ich höre schon die Vorwürfe in 20 Jahren, egal wie ihr Euch entscheidet.
Der Kinderwunsch ist mindest so existenziell wie die Liebe selbst. Er wird dich nur lieben können, wenn Du ihm den Kinderwunsch erfüllst. Und das kann Deine Liebe zu ihm zerstören.

Ich denke, ihr habt da ein echtes Problem. Da kann man nur raten, sehr vorsichtig mit Tatsachen zu sein, die sich nicht mehr aus der Welt schaffen lassen.

Du hast zu recht ein ungutes Gefühl.

Nur eine Lösung habe ich für Euch nicht - außer Trennung.

Gruß

Hans
Danke, HansDampf, für Deine direkten Worte.
Sie haben mir wehgetan - das heißt sie haben gesessen. Ich habe höchst ungern gelesen, dass ich und mein Freund nicht zusammenpassen und dass es keine Lösung für uns gibt. Vielleicht hast Du ausgesprochen, was ich nicht wahrhaben möchte.

Ob mein Freund und ich zusammen passen, ist die Frage, die ich mir beantworten muss, bevor ich mich schwängern lasse. Oder, mal etwas netter ausgedrückt: Ein Kinderwunsch wird sich bei mir vermutlich nur dann einstellen, wenn die Beziehung / der Mann meinen Segen hat. Ich kann mir unabhängig vom in Frage stehenden Vater kein Urteil darüber bilden, ob ich ein Kind haben möchte. Ich weiß es einfach nicht.

Mir wird während des Lesens zunehmend klar, dass ich einen existentiellen Kinderwunsch, wie Du ihn beschreibst, gar nicht nachvollziehen kann. In Hinblick auf die Arterhaltung ist das eine sehr sinnvolle Einrichtung, und wenn wirklich so etwas dahinter steckt, kann man die Intensität vielleicht erahnen. Ich akzeptiere diesen Wunsch ganz und gar und will meinen Freund auch nicht davon abbringen. Ich habe nur Schwierigkeiten, ihn zu verstehen, und ich fühle mich entsprechend oft etwas befremdet.

Die Art meines Freundes generell, sein Leben recht rigoros zu planen, finde ich befremdlich. Mir fehlt da die Leichtigkeit und die Offenheit für das, was jenseits des Wunschzettels ist. Es läuft doch sowieso immer alles etwas anders, als man es sich vorgestellt hat. Das ist im ersten Moment zwar irritierend, aber im Nachhinein erweist es sich doch auch immer als gut.

Wie dem auch sei: Zunächst mal muss niemand jemand anderem zuliebe auf etwas verzichten, und niemand wird gar jemand anderem zuliebe ein Kind bekommen. Ich schätze, wir werden uns erstmal weiter kennenlernen, die Frage wird weiter offen bleiben, und ich werde genau hinkucken, ob das der Vater meiner Kinder ist.

Liebe Grüße,
Sally

Sally_brown
13.05.2007, 22:23
Also an Deiner Stelle würde ich mich nicht von ihm unter Druck setzen lassen. Hast Du ihn denn schon mal direkt gefragt, was er macht, wenn Du keine Kinder willst? Oder einfach - warum auch immer - keine bekommen kannst? Lässt er Dich dann sitzen, weil Du ihm kein Kind gebärst?

Liebes Flash-Finchen :blumengabe:,
wenn ich nicht gebären könnte, wäre das komischerweise kein Grund für ihn, mich zu verlassen. Das wäre ja wohl das allerletzte, hat er damals gesagt, als ich ihn fragte. Und: Man könnte ja Kinder adoptieren.

Was er macht, wenn ich keine Kinder will - die Frage habe ich so noch nicht gestellt. Das macht mich nachdenklich. Ich sollte ihn das vielleicht mal fragen. Allerdings sollte ich mit dann wohl auch überlegen, was meine Konsequenzen wären, wenn er sagt: Dann verlasse ich Dich.

Schwierig!!

Danke für Deine ermutigenden Worte!
Sally

Sally_brown
13.05.2007, 22:38
Das klingt kompliziert, aber ich kann es nachvollziehen. Als ich meinen Mann (mit knapp 30) kennengelernt habe, wollte ich auch keine Kinder. Er hat aber immer von einer großen Familie geträumt und seine Beziehung mit der Ex ist nach 10 Jahren nicht zuletzt daran gescheitert, dass sie einen Kinderwunsch kategorisch ausgeschlossen hat.

Ich war von Anfang an ehrlich und hab ihm klipp und klar gesagt, dass ich mir (zum damaligen Zeitpunkt) nicht vorstellen kann, ein Kind zu bekommen und auch keine fixen Zusagen für die Zukunft machen kann. Wenn er sich kein Leben ohne Kinder vorstellen könne, dann wäre es besser, er sucht eine andere Frau. Hat er aber nicht:freches grinsen: und in den folgenden Jahren setzte dann bei mir ein Umdenkprozess ein, sehr langsam, aber doch und letzten Sommer war ich dann soweit, "es" zu probieren. Naja unverhofft kommt oft, wir werden in den nächsten zwei Wochen unsere Tochter bekommen:Sonne:

Wenn Du jetzt kein Kind willst, dann halte ich es für sehr vernünftig, jetzt kein Kind zu bekommen, auch nicht "für ihn". Allerdings solltest Du ihm Deine Gedanken und Wünsche offenlegen, es ist nur fair ihm gegenüber, damit auch er die Möglichkeit hat, zu entscheiden kann, was ihm wichtiger ist: Du (allein) oder oder die Chance auf eine potenzielle Familie.

Ich wünsche Dir ein happy End (wie auch immer es ausgehen mag)!!
Liebe Ironwoman,
erstmal alles Gute und Glückwünsche zur bevorstehenden (?) Geburt!! Ich drück Euch alle Daumen!:blumengabe::blumengabe::blumengabe:

Ich finde, bei Dir ist es schön gelaufen, und Deine Geschichte entspricht ziemlich genau dem, was ich mir für mich auch vorstellen könnte als Weg zum Mutter werden. Leider habe ich nicht ganz so viel Zeit, aber ich möchte mich in diese Entscheidung nicht drängen lassen. Und leider habe ich mich nicht ganz so klar wie Du geäußert am Anfang. Ich war verliebt und stand der Kinderfrage tatsächlich offener gegenüber als jetzt, wo langsam eine Art Ernüchterung einsetzt. Ich habe ihm damals gesagt, ja, ich könnte mir Kinder vorstellen, später, wenn es gut klappt mit uns. Aber letztlich, und das wird mir immer klarer, liegt da auch das wahre Problem.

Inwiefern hat Dein Vertrauen in die Beziehung zu Deinem Mann beim Erwachen Deines Kinderwunsches eine Rolle gespielt? Das würde mich interessieren, falls Du noch dazu kommst zu antworten... Falls nicht, hast Du sicher Wichtigeres zu tun. :freches grinsen: Das ist dann wirklich wichtiger.

Ganz liebe Grüße,
Sally

Sally_brown
13.05.2007, 22:47
Hallo Sally

Normalerweise posten meist Frauen, die ihre biologische Uhr ticken hören, bei denen aber die Männer bezüglich des Kinderwunsches nicht mitziehen. Normalerweise wird den Frauen geraten, einen klaren Schnitt zu machen, auch wenn sie sehr an ihrem Partner hängen. Der Tenor war meist, dass ein Kinderwunsch dermaßen existenziell ist, dass man ihn dem Partner zuliebe nicht unterdrücken kann.

Der Gerechtigkeit halber müsste man deinem Freund also zumindest die Trennung nahe legen. Allerdings finde ich ein halbes Jahr Beziehung schon etwas knapp für die Entscheidung, ob man mit diesem Partner ein Kind möchte.

Ich habe eine Schwägerin, die heuer 39 (er knapp über 40) wird und auch erst vor gut sechs Monaten einen Partner gefunden hat, der zu ihr passt. Obwohl sich die beiden wohl global einig sind, dass sie Kinder wollen, bricht da keineswegs die Panik aus, soweit ich das beurteilen kann. Im anstehenden Urlaub wollen sie erstmal Pläne für den Kauf eines Hauses machen und ich könnte mir vorstellen, dass sie danach zum Üben beginnen.

Frau sollte nicht gegen ihr Gefühl handeln und nichts überstürzen, auch wenn die biologische Uhr tickt. Du solltest aber in dich gehen und feststellen, ob es wirklich an dir liegt, dass du kein Kind haben möchtest ob es vielleicht unbewusst mit dem Partner zu tun haben könnte oder ob es einfach noch zu früh dafür ist.
Hallo Nocturna :blumengabe:,
ich denke manchmal: Wie gut, dass es bei mir und meinem Freund so herum ist! Wenn ich jetzt partout ein Kind wollte und er nicht - dann wäre die Lage verschärft. So kann ich mir sagen: Ich nehme mir die Zeit, die ich brauche und die ich habe und vermassele ihm nicht seine Pläne. Er kann immer noch ein Kind mit einer anderen Frau haben, sollte ich mich innerhalb der nächsten Jahre dagegen entscheiden. Natürlich ist mir klar, dass er mich auch verlassen kann, um JETZT ein Kind mit einer anderen Frau zu haben. Aber daran könnte ich ihn nicht hindern. Ein Kind zu bekommen, um den Partner zu halten ist übel.

Liebe Grüße,
Sally

Sally_brown
13.05.2007, 23:45
Liebe Reffre,
danke für Deine Meinung!


Ich finde, dass du deinen Freund (ob bewusst oder unbewusst) hinhälst. Mit 37 sollte man sich schon Gedanken gemacht haben, welche Lebensform man sich so vorstellen könnte. Und ob er der Richtige ist oder zumindest was Dauerhaftes, sollte man nach ein paar Beziehungen - und ich gehe davon aus, dass du diese hattest - nach einem halben Jahr einschätzen können. Meine Mutter wurde von meinem Vater schwanger, als sich die beiden erst wenige Monate kannten. Meine Geburt ist der Grund, warum diese Leute über all die Jahre aneinandergekettet waren, die sie zum großen Teil streitend verbracht haben. Ich mag meine Eltern, und ich bin froh, auf der Welt zu sein, aber ich möchte diesen Fehler nicht wiederholen.

Ich glaube, gerade in den ersten 6 Monaten einer Beziehung ist man nicht in der Lage, klar zu sehen. Man ist verliebt, man zeigt sich vorwiegend von den besten Seiten und sieht auch meist nur die besten Seiten des Partners. Das sagt mir meine Erfahrung aus den Beziehungen, die ich hatte. Und auch in dieser Beziehung stelle ich fest, dass ich nach einem enthusiastischen Start gerade in eine gefühlsmäßige Holperphase komme. Ich bin noch lange nicht so weit, eine so weitreichende Entscheidung zu fällen. Ich finde, wenn schon Kinder, dann aber mit voller Verantwortung.


Du wertest sehr vieles, was dein Freund möchte ab, z.Bsp. dass er einen Lebensplan hat. Dabei ist es doch positiv, dass er nicht vor sich hindümpelt und dass er stattdessen ein Ziel vor Augen hat. Wärs dir lieber, er würde ohne Plan in den Tag hineinleben? Das Leben kann kurz sein, mit Mitte 30 hat man mit hoher Wahrscheinlichkeit schon die Hälfte vertan. Worauf soll dein Freund noch warten? Es ist nunmal das Alter in dem man sich naturgemäß für oder gegen Kinder entscheidet (als Frau entscheiden muss), auch als Mann will man ja noch seine Kinder aufwachsen sehen und nicht nur um seine Gene weiterzugeben schnell mit 60 eines zeugen. Vielleicht hast Du es überlesen: Mein Freund macht sich gerade selbstständig und hat kein Einkommen. Er lebt von Erspartem. Wenn seine Firma sich gut macht, wird sie in einem Jahr vielleicht genug Geld abwerfen, dass sie ihn ernähren kann. Dann wird sie aber auch so viel Arbeit verusachen, dass er keine Zeit haben wird, sich um sein Kind zu kümmern. Ich habe ihm neulich gesagt, dass er doch erstmal sein Baby bekommen soll, bevor wir über Familiengründung reden.

Mein Freund plant sein Leben, und er stellt sich vor, wie es mal sein soll, bis ins kleinste Detail. Ich respektiere seine Pläne, ich bin sogar manchmal neidisch, weil ich keine konkreten Pläne habe. Aber ich bin noch nicht in der Lage abzuschätzen, wie realistisch sie sind und ob sie tragfähig sind. Außerdem habe ich wie gesagt manchmal den Eindruck, dass bei ihm die Gegenwart gegenüber der Zukunft den Kürzeren zieht, was nicht gerade zu einem Gefühl der Stabilität beiträgt.


Dein Freund hat ja nun ganz klar eine Ansage gemacht und um fair zu bleiben solltest du ihm auch deinen Standpunkt mitteilen. Sich hinter Ausreden flüchten wie "ich weiß es noch nicht" lässt ihn in einem Zustand von ständiger Hoffnung. Du hast recht damit, dass Offenheit hier unbedingt notwendig ist! 'Ich weiß es noch nicht' ist aber nunmal gerade mein Standpunkt: Den habe ich klar vertreten. Mein Freund kann auch noch hoffen, denn bisher habe ich mich nicht gegen Kinder mit ihm entschieden. Ich kann ihm aber nicht die Entscheidung abnehmen, ob er trotz all dieser Unwägbarkeiten bei mir bleibt oder lieber eine Frau sucht, die ganz sicher Kinder haben möchte. Darüber muss er sich den Kopf zerbrechen. Soll ich ihm etwa sagen, dass ich keine Kinder haben will, obwohl ich es gar nicht weiß??


Du hast den Verdacht, dass dich dein Freund als Gebärmaschine betrachtet. Nun wenn das so wäre, dass er nur die Mutter seiner Kinder sucht, würde er wohl kaum an einer unschlüssigen 37 jährigen festhalten, sondern hätte sich eher auf eine Frau Ende 20 konzentriert, bei der die Chance auf mehrere Kinder deutlich höher ist. :allesok:

Liebe Grüße,
Sally

Sally_brown
13.05.2007, 23:49
Hallo Sally,

ich sehe es ganz anders als Reffre.

Es ist eine Tatsache, daß es 2 Gruppen von Menschen gibt: der einen Gruppe ist der Kinderwunsch ein wichtiges Lebensthema, der anderen eben nicht. Deshalb finde ich nicht, daß Du "in Deinem Alter" Dir schon längst hättest Gedanken über einen Kinderwunsch machen sollen - warum denn, wenn es für Dich kein wichtiges Thema war?

Nun gehören Du und Dein Freund anscheinend leider nicht der gleichen Gruppe an, sprich, ihm ist der Kinderwunsch wichtig, Dir nicht.

Mein Vorschlag wäre: nimm Dir ein halbes Jahr Zeit zum Nachdenken und lerne ihn als Mann besser kennen. Dann teilst Du ihm Deine Entscheidung mit. Bei einem Nein Deinerseits kann er sich ja dann von Dir trennen, das Recht mußt Du ihm zugestehen.

Im übrigen finde ich seinen Anspruch bezüglich des Kinderwunsches an Dich völlig überzogen. Er selbst kann einem Kind keine finanzielle Basis bieten, aber er fordert es von Dir? Soll er doch selbst sein Leben erst mal kinderfreundlich gestalten, bevor er Dir dann die finanzielle und körperliche Hauptlast aufbürdet.
Danke, Kassandra! Guter Tipp.

:blumengabe: Sally

Sally_brown
13.05.2007, 23:55
Ich sehe es ähnlich wie Kassandra13.

Ich finde es auch eher schwierig, bei soviel Druck, sich darüber klar zu werden was man selbst wirklich will. Das hört sich bei Deinem Freund ja schon wie eine "fixe Idee" an. Denkt er auch noch über andere Dinge nach?
Hallo Fritzi,
fixe Idee - ganz so schlimm ist es nicht, er denkt schon auch manchmal an was anderes! Das Schlimme ist ja, wenn der Druck einmal da ist, verstärkt man ihn ja auch schonmal gern selber. Wir reden gar nicht sooo oft über das Thema, zumal ich in letzter Zeit wohl etwas genervt reagiert habe. Aber ich nehme an, dass er viel daran denkt... Ob das stimmt, weiß ich nicht, aber unter Druck setzt es mich auch so. :gegen die wand:

Liebe Grüße,
Sally

Inaktiver User
14.05.2007, 09:03
Das Schlimme ist ja, wenn der Druck einmal da ist, verstärkt man ihn ja auch schonmal gern selber. Wir reden gar nicht sooo oft über das Thema, zumal ich in letzter Zeit wohl etwas genervt reagiert habe. Aber ich nehme an, dass er viel daran denkt... Ob das stimmt, weiß ich nicht, aber unter Druck setzt es mich auch so. :gegen die wand:

Sally, ich kann das gut nachvollziehen, mir ist es vor einigen Jahren sehr ähnlich ergangen. Damit sich der Druck nicht noch mehr aufbaut und die Angelegenheit immer krampfiger wird, hilft allerdings wirklich nur eins: Reden!

Familienplanung ist ein Thema, das sehr entscheidend für eine glückliche Beziehung ist, da es wirklich einen Punkt darstellt, in dem Kompromisse auf Dauer sehr schwierig werden. Es wurde hier ja schon geschrieben: Mach ihm Deine Position klar, denn er sollte wissen, woran er ist. Dass muss ja zum jetztigen Zeitpunkt noch keine endgültige Entscheidung sein, aber zumindest sollte Dein Freund wissen, dass Du Dich sehr unter Druck gesetzt fühlst und Dir da einfach noch eine gewisses Zeitfenster offenhalten möchtest, bevor Du eine konkrete Aussage treffen kannst.

Das sollte nicht in ein ewiges Hinhalten ausarten, aber nach einem halben Jahr Beziehung ist es nur recht und billig, dass Du Dir noch Zeit für eine endgültige Entscheidung nimmst.

Wenn der Kinderwunsch Deines Freundes so stark vorhanden ist und Du Dich ggf. gegen Kinder entscheidest, wird das für Eure Beziehung früher oder später sowieso Konsequenzen haben. Und von daher halte ich es nur für fair, diese Frage zum richtigen Zeitpunkt offen und ehrlich zu klären. Einfach, damit beide Seiten wissen, was Scahe ist. Unter Druck lassen sich solche Entscheidungen allerdings nicht vernünftig treffen. Dass sollte Dein Freund wissen.

Gruß, Spellbound

Felina
15.05.2007, 12:08
Hallo Sally,

ich kann Dich ganz gut verstehen, bzw. habe schon bei Deinem ersten Posting verstanden, wo für Dich das Problem liegt.
Ich habe vor ein paar Jahren einen Mann kennen gelernt, den ich einfach toll fand. Er mich auch und so haben wir uns getroffen und kamen uns näher. Er hat mir sehr viel aus seinem Leben erzählt, was ich toll fand.
Nach sehr wenigen Wochen hat er mir dann eröffnet, dass er sich als nächstes eine Familie wünscht. Am nächsten Morgen hat er mich gefragt, ob ich mit ihm zusammen bleiben möchte.
Und irgendwie hatte ich das Gefühl, dieser Wunsch, jetzt eine Familie zu gründen hat einfach nicht so richtig was mit mir zu tun, sondern eher ich mit dem Wunsch.
Nach so kurzer Zeit kann man sowas einfach noch nicht sagen, auch nicht nach 6 Monaten.
Mich hat das damals sehr verunsichert, ich habe ehrlich gesagt, dass ich noch nicht weiß, ob ich mit ihm zusammenbleiben und Familie haben will, was ihn dann wiederum sehr verunsichert hat. Wir haben die Kurve nicht gekriegt und ich denke, das war auch ganz gut so. Wir hätten einfach nicht zusammen gepasst wie ich heute weiß.
Versuche Deinem Freund zu vermitteln, dass er Dir, sich und Euch einfach Zeit lassen soll. Auch wenn ihr jetzt "spät dran" seid, dann könnte ihr nicht einfach einige Schritte überspringen. So wie er an die Sache ran geht erstickt er ja jede Entwicklung im Keim.

Mein jetziger Freund liebt micht sehr und ich ihn auch. Aber wenn ich ihm sagen würde, dass ich keine Kinder will, dann würden wir Probleme bekommen. Er will unbedingt welche und ich Gott sei Dank eigentlich auch, nur jetzt noch nicht (und wir sind schon 2 Jahre zusammen ).
Ich würde als also nicht per se als lieblos ansehen, dass er unbedingt eine Frau haben möchte, die mit ihm Kinder will. Den umgekehrten Fall kann man ja hier auch oft genug lesen.

Kommt Zeit, kommt Rat.

Viele Grüße

Felina

Castella
18.05.2007, 15:20
Was ich jetzt schreibe, hat auf den ersten Blick nicht wirklich etwas mit dem Dilemma zu tun, in dem Du Dich befindest. Auf den zweiten Blick aber doch. Es geht mir um Folgendes.

Du bist 37 Jahre alt und hast seit 6 Monaten einen Freund, mit dem eigentlich alles paßt - nur bist Du Dir nicht ganz sicher, ob es bei dem "Passen" bleibt, weshalb Du jetzt noch nicht bereit für eine "endgültige Bindung" (für viele heute ist das nicht mehr die Hochzeit, sondern eben ein gemeinsames Kind, das einen faktischen, lebenslangen Zusammenhang zwischen Mann und Frau herstellt) bist. Ich stimme all den Beiträgen zu, die Dir raten, auf Deine innere Stimme zu hören und nicht "Deinem Freund zuliebe" ein Kind zu bekommen.

Aber zwei Punkte möchte ich Dir aus eigener Erfahrung zu bedenken geben:

1)
DIE "ÄUSSERLICH PERFEKTE" SITUATION FÜR EIN KIND KOMMT NIE.

Es gibt immer irgendeinen Unsicherheitsfaktor, mit dem man leben muß. Wir wollten zwar immer Kinder, aber wollten erst den perfekten Zeitpunkt abwarten, also ein "Nest gebaut" haben. Also Studium abschließen, erste Berufserfahrung sammeln, in materiell und räumlich langfristig gesicherten Umständen leben. Irgendwann merkten wir, daß das Leben nicht wie auf dem Reißbrett planbar ist. Es gab immer irgendeinen Grund, das Kinderkriegen noch zu verschieben.

Bis wir gesagt haben: wir gehen auf Mitte Dreißig zu, wann wollen wir denn die Kinder kriegen? Wenn wir ihre Großeltern sein könnten? Jetzt erwarten wir unser erstes Baby, und die äußeren Umstände sind alles andere als "perfekt" - dennoch ist es für uns richtig. Die absolute Sicherheit gibt es nicht, gibt es nie, bei der heutigen Arbeitsmarktlage (befristete Verträge, Flexibilität, ...) ohnehin nicht.

2)
DEN ZEITPUNKT, ZU DEM EIN KIND KOMMT, BESTIMMT DIE NATUR.

Wenn sich ein Paar für ein Kind entschieden hat und nicht mehr verhütet, dauert es häufig mehrere Zyklen, bis es tatsächlich "klappt" - insbesondere, wenn die Mutter schon in den Dreißigern ist. Wir haben im Herbst 2005 die Entscheidung getroffen, ein Kind willkommen zu heißen (da war ich 32) - schwanger (unmanipuliert, auf natürlichem Weg) wurde ich erst Anfang 2007 (bin jetzt 34). Diese Erfahrung ist kein Einzelfall; niemand kann Dir garantieren, daß Du zu der Gruppe gehörst, die die Pille nur abzusetzen braucht, um im nächsten Monat schwanger zu werden.

Was ich damit sagen will? Frage Dich, ob Du es eines Tages bedauern würdest, kein Kind zu haben. Denn angenommen, Du bist Dir erst mit 38 oder 39 Jahren ganz sicher, daß Dein Partner auch Vater Deines/r Kindes/r werden soll, Ihr laßt die Verhütung weg - dann kann es Monate dauern, bis Du tatsächlich schwanger bist (über 50% der Frauen über 35 brauchen dafür länger als ein Jahr, noch länger dauert es, wenn der Partner über 40 Jahre alt ist) - und Du wärest beim ersten Kind mindestens 40 Jahre alt.

Diese zwei Punkte wollte ich Dir zu bedenken geben. Nochmal kurz: 1) Auf äußere Umstände kann man irgendwann keine Rücksicht mehr nehmen, die sind ohnehin nie perfekt. 2) Man wird nicht auf Bestellung schwanger.

Der erste Punkt ist ein Rat zu Gelassenheit, dazu, nicht alles durchorganisieren zu wollen, damit wird man ohnehin nie fertig und es gäbe gar keine Kinder.

Der zweite Punkt soll Dich nicht zusätzlich unter Druck setzen, sondern ebenfalls zum Loslassen anregen: wenn Du für Dich persönlich sicher bist, daß Du grundsätzlich nicht auf Kinder verzichten möchtest, dann gib Deinem Körper Zeit für diesen natürlichen Vorgang. Lass es einfach zu. Der Rest wird sich von allein klären.

So weitermachen, wie bisher würde ich an Deiner Stelle nur, wenn ich mich ganz sicher wäre, ein Leben ohne Kinder (wenn sich das am Ende so ergäbe) nicht zu bedauern. Wenn Du keine Kinder bekommen können solltest, wäre es eine Sache. Eine ganz andere, wenn Du Dir eines Tages vorwürfest, die von der Natur dafür vorgesehene Zeit nicht genutzt oder den Versuch zu weit nach hinten geschoben zu haben.

Inaktiver User
19.05.2007, 13:22
Hallo,

ich würde gerne auch ein paar Zeilen zu dem Thema schreiben:
Ich bin 33 und seit fast zwei Jahren verheiratet.
Mit meinem Mann bin ich insgesamt seit über acht Jahren zusammen. Schon zum Anfang unserer Beziehung redete mein Mann von Kindern und Familie.
Ich muss sagen, ich war noch nie der Typ der alle Babys "süß" findet. So blöd wie es klingt ich kann mit älternen Kindern mehr anfangen (so 6 Jahre aufwärts). Kleinkinder nerven mich.

Jetzt zu meinem Problem: Da mein Mann und ich getrennt wohnen und am WE pendeln, hoffe ich in diesem Jahr bei meinem Mann eine Arbeit zu finden. So jetzt redet mein Mann so nach dem Motto wir werden nie Kinder haben, weil ich das Thema aufschiebe etc.
Aber was soll ich tun? Ich brauche eine neue Arbeit und ich würde auch mit Kind nicht aufhören zu arbeiten.
In meine neue Arbeit muss ich mich (wenn ich sie dann habe) einarbeiten und zack ist man 35. Dann wird es schwieriger schwanger zu werden, denke ich.
Schwieriger ist die Frage will ich ein Kind oder nicht? Mein Mann hat ein Problem damit wenn wir kein Kind/er haben? Ich weiss nicht mehr vor und zurück.....

Gruß,
Moonstone

sirix
20.05.2007, 11:38
Moonstone,
wenn du kein Kind möchtest, sag ihm das klar. Meine Frau wollte auch keine kinder, hat mir das aber nie klar gesagt. Sie sagte: Ich will unser Leben nicht aufgeben, ich weiß nicht, ob ich auf so vieles verzichten möchte, ich weiß nicht, ob ich soviel Zeit für ein Kind aufbringen kann/will...
Für mich war das so selbstverständlich das Frauen, die ihr Leben nicht auf eine Karriere ausgerichtet haben, irgendwann Kinder wollen, dass ich das nein nicht herausgehört habe.
Dabei hätte ich eins akzeptiert!

Mir war auch klar, dass sie nicht der mütterliche Typ ist, aber ich dachte, dass das von allein kommt, durch das Mutterwerden. Kam es auch bei vielen Bekannten, die durch ihre Mutterschaft zu ganz anderen Menschen geworden sind. Meine Frau ist keine schlechte Mutter, hat sich auch sehr bemüht, aber es hat sie nicht glücklich gemacht.

vielleicht...
21.05.2007, 12:14
Zu den beiden Punkten von Castella würd ich gern meinen Senf dazugeben:
1. Es ist nie der richtige Zeitpunkt, die Umstände sind nie perfekt.
Zwischen nicht perfekt und einem Vater ohne Einkommen, der gerade den Schritt in die Selbstständigkeit wagt (was ja auch nach hint losgehen könnte) und daher auch kaum Zeit für ein kind haben wird besteht meiner Meinung nach ein Unterschied...

2. Man wird nicht auf Bestellung schwanger.
Ja nun sind wir aber eine der ersten Generationen die das mit dem Kinder kriegen zu sagen wir mal 80% in der Hand haben. Und für mich bedeutet das Weglassen der Verhütung die eindeutige Entscheidung für ein Kind. Ob und wann es dann klappt, steht auf einem anderen Blatt, das ist richtig, aber eben mal nicht mehr verhüten, mal sehen was geht, nee, die Kopfarbeit muss dann abgeschlossen sein, finde ich.

Sandrose
21.05.2007, 15:08
aber eben mal nicht mehr verhüten, mal sehen was geht, nee, die Kopfarbeit muss dann abgeschlossen sein, finde ich.

Ochnaja... Also ich hab es eigentlich genauso gemacht... Richtig verhütet habe ich schon seit 5-6 Jahren nicht mehr. Das hatte aber nichts mit einem Kinderwunsch zu tun, sondern damit, daß ich herausgefunden habe, wie fett ich nur durch die Pille geworden war. Mein damaliger Partner war weg, ich hab die Pille abgesetzt und dadurch schlagartig 10 Kilo verloren.
Von da an kam hormonelle Verhütung für mich nicht mehr in Frage. Irgendwann hatte ich dann auch einen neuen Partner. Ich hab halt aufgepaßt, Temperatur gemessen und mich dann doch nicht sklavisch daran gehalten. Aber daß ichs jetzt auf ein Kind angelegt hätte, kann ich auch nicht sagen.
Als die Jahre so ins Land gingen und nichts passierte, bin ich allmählich zu dem Schluß gekommen, daß wohl einer von uns beiden unfruchtbar sein müßte. Aber daß ich jetzt deswegen in die Reproduktionsmühle gestiegen wär um doch noch irgendwie zu einem Kind zu kommen, kam für mich auch nicht in Frage.
Tja - und nun bin ich mit 38 doch noch ganz ohne Nachhilfe und ohne es zu planen schwanger geworden. Und bin glücklich damit. Und vor allem bin ich glücklich damit, daß es völlig von allein und ohne Krampf gegangen ist. Und wenn es nichts geworden wäre, wäre ich darüber auch nicht depressiv geworden.

sandrose

vielleicht...
21.05.2007, 15:22
In dem Fall hast du eben einen sehr offenen Lebensentwurf, Sandrose. Auch irgendwie bewundernswert.
Ich als Kopfmensch sag mir aber: Konsequent verhüten, wenn ein Krümel im Moment nicht drin ist (es geht ja auch noch anders als hormonell). Ansonsten eben drauf ankommen lassen, aber dann eben in dem Bewußtsein dass dabei ein Kind entstehen kann, und zwar bitteschön ein wilkommenes.
Dass es trotzdem noch Unfälle gibt, ist klar und dass man nicht alles kopfsteuern kann auch...

Ironwoman2006
28.05.2007, 10:17
Inwiefern hat Dein Vertrauen in die Beziehung zu Deinem Mann beim Erwachen Deines Kinderwunsches eine Rolle gespielt? Das würde mich interessieren, falls Du noch dazu kommst zu antworten... Falls nicht, hast Du sicher Wichtigeres zu tun. :freches grinsen: Das ist dann wirklich wichtiger.

Ganz liebe Grüße,
Sally

Hallo Sally!

Eine sehr große Rolle, wenn ich mir nicht (subjektiv:smirksmile: ) 100% sicher wäre, dass unsere Beziehung gaaaaanz hange glücklich und mein Mann der perfekte Vater sein wird, hätte ich mich nie auf das Abenteuer "Kind" eingelassen.

Unsere Kleine ist heute 2 Wochen alt und unser absoluter Sonnenschein:Sonne: , mein Mann kümmert sich ganz rührend um sie und hat mein Vertrauen (bis jetzt) voll bestätigt. Der Blick, mit dem er die Kleine und mich anschaut, sagt mir, dass wir ein tolles Leben vor uns haben :Sonne:

Ich wünsch Dir alles, alles Gute und dass Deine Wünsche/Träume ebenfalls wahr werden!!!!

Inaktiver User
29.05.2007, 11:05
ich möchte dir zu deinem problem zwei situationen erzählen...

1.
ich persönlich hatte es nicht dringend mit dem kinderkriegen, mein mann wurde im winter 40 und wurde nun etwas energischer. ich war da 36, hatte einige unterleibsoperationen hinter mir, er machte sich gerade selbständig, ich verdiene also allein - naja. im ersten ungeschützen zyklus war ich schwanger. ich bin jetzt nicht durchgehend rosa glücklich, und aber auch nicht traurig oder verzagt.
ich bin im gegenteil auf einmal sehr ruhig, und lasse das chaos in ruhe auf mich zurollen. mutterschutz und babypause werden fremdworte für mich bleiben und meine schwangerschaft war sehr beschwerlich. mein mann unterstützt mich, wo er kann, und steht unerschütterlich hinter unserer entscheidung. das ist ein gutes gefühl! in 9 wochen sind wir eltern. das wird schon alles gut werden.


2.
eine freundin von mir hatte es nicht eilig, ihr neuer freund aber sehr. er heiratete sie vom fleck weg, suchte geradezu hektisch ein haus, baute es fanatisch ein dreiviertel jahr um. beide waren in sehr guten führungspositionen und meine freundin glücklich im job und 34 jahre alt. kurzum, sie wurde auf sein drängen hin schwanger. während dieser zeit baute er weiter um, arbeitete sauviel und fuchtelte blind und ehrgeizig an seinem lebensentwurf herum. er bestätigte allen, wie unfassbar glücklich er sei, fand kein warmes wort für ihre schwangerschaft oder die geburt , sondern wollte sofort ein zweites kind. er hätte ja nun zwei kinderzimmer!

6 wochen nach der geburt hat er sie für seine sekretärin verlassen. und das ist kein schlechter scherz, sondern bittere wahrheit. er hätte nachgedacht, sein lebensentwurf sei doch nicht so toll. (ich kenne diesen mann 35 jahre, das ist kein vollgestörter - aber er war mehr mit siegen denn mit haben beschäftigt.)

sie sitzt nun da als alleinerziehende mutter mit halbtagsjob und riesenschuldenhaus - und war bis vor zwei jahren eine glückliche aktive unabhängige anwältin. sie hadert! und muss alles alleine schaffen.



egal, was du tust - du musst es dir auch allein vorstellen können. das habe ich durch die situation dieser freundin gelernt. und ich täte sowas niemals nur "aus liebe".


alles gute


lilly

Inaktiver User
05.07.2007, 21:22
Hallo Sally
der letzte Beitrag ist zwar schon ne weile her, poste aber trotzdem mal. Also ich bin z.T. in einer sehr sehr ähnlichen Situation, allerdings gibt dann doch "kleine aber feine" Unterschiede :smile:
Ich habe im gegensatz zu dir schon eine Tochter im alter von fast 3 Jahren. Ich selbst bin 23, NOCH verheiratet, seit 6 Monaten einen neuen Freund, er ist 29. Somit habe ich den Druck mit der "inneren Uhr" nicht und kann abwägen, wie anstrengend und/oder schön es mit einem Kind ist.
Mein Problem was ich momentan habe ist einerseits natürlich die sehr kurze Zeit, die wir zusammen sind und dann das, dass ich sehr früh meine Tochter bekommen habe, denn:
Nach meiner Ausbildung inna Modebranche, habe ich nur etwa ein Jahr in dem Beruf gearbeitet und da ich nur einen befristeten Arbeitsvertrag hatte, haben die mich nach meiner Elternzeit (1 Jahr) auch nicht wieder eingestellt. Seit dem an bin ich auf arbeitssuche, was mit Kind wahnsinnig schwierig ist, vor allem in der Modebranche, da du in "heißen Phasen" sehr Flexibel sein mußt, Überstunden etc. Nun gut, vor kuzem habe ich einen 2. Ausbildungsplatz bekommen (Start im September :freches grinsen: JUHU). Und (ich denke) verständlicher Weise, möchte ich diese vernünftig abschließen und dann erstmal paar Jahre Berufserfahrungen sammeln und eben halt nen festen Arbeitsplatz haben. Also vor 5 Jahren iss der Gedanke ein zweites Kind zu bekommen natürlich NICHT da. Für meinen Freund leuchten da aber alle Alarmleuchten auf, er, mit 29 :knatsch: fühlt sich schon fast zu alt noch 5 oder lass es 7 Jahre werden um ein Kind zu bekommen. Seine Uhr tickt langsam ab sagt er:wie?:
Er hat zudem die Einstellung, der Mann geht arbeiten und die Frau kümmert sich um die Erziehung, was absolut nicht meine Welt ist. Ich möchte unabhängig von jeglichen Leuten und Ländern *schmunzel:smirksmile: sein. Er ist übrigens auch selbstständig und von morgens 8 bis spät abends weg.
Der absolute hammer war, als ich ihn fragte ob ihm das eigentlich total egal wäre mit was für einer Frau er ein Kind bekommen würde (hat ich ihn gefragt, da er doch nach nem halben Jahr Beziehung, meiner meinung nach nicht wissen kann, ob ich die richtige dafür bin) da antwortete er mir, im Prinzip schon, natürlich müssten die Gene irgendwo passen, hauptsache wäre aber, seine Gene leben weiter :ooooh: ... auch wenn er dies mit nem fretten lachen gesagt hat, war das knallhart wie nen schlag ins gesicht. Bekanntlicher Weise: "Hinter jedem Satz steckt ein funke Wahrheit".
Was ich nu mache?! Ihn nochmals zur rede stellen und meinen Punkt nochmals klar äußern, auch das mir der Druck den er macht und seine Kommentare verdammt weh tun. Wenn er mich dann verlässt, pech, dann sollt es net sein.:heul:

Vielleicht hat dir mein Posting in soweit geholfen, dass du weißt, net ganz allein mit diesem doch recht ähnlichen Problem zu sein :smile: :ahoi:
ganz lieben gruß und alles gute