PDA

Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Er ist weg...



Seiten : [1] 2

Inaktiver User
03.05.2007, 14:12
Eigentlich weiß ich gar nicht, wie ich hier anfangen soll. Auch der Titel für die Nachricht... keine Ahnung, ich kann es nicht ausdrücken, keine Worte passen wirklich. Ich habe jetzt eine Weile hier diverse Stränge und Beiträge gelesen, hatte nun aber das Bedürfnis einen neuen aufzumachen.

Mein Freund ist am 15.4. von seinem Wochenendausflug nicht mehr zu mir zurück gekommen. Statt dessen standen um 15:45 Uhr zwei Polizisten vor meiner Tür und meinte, sie hätten eine traurige Nachricht. Ich konnte es nicht glauben, ich will es teiweilse immer noch nicht glauben. Sie erzählten mir, dass mein Freund einen Motorradunfall hatte. Ausgerechnet er, der vernüftigste Motorradfahrer, den ich je gesehen habe. Er hatte auch keinerlei Schuld an dem Unfall, was hätte er tun sollen, wenn auf seiner Fahrbahn plötzlich ein anderer Motorradfahrer entgegen kommt. Mein Freund war 38 Jahre alt, ich bin 33. Für uns hätte es noch so viel geben können, wir hatten uns gerade richtig zusammen gefunden. Das letzte Jahr war so schön, ich war so glücklich, wir waren glücklich. Wir hatten uns entschieden, das wir demnächst Kinder haben wollen. Und jetzt... jetzt ist alles vorbei.

Irgendwie funktioniere ich gerade nur. Ich gehe durch die Höhen und Tiefen die sonst auch schon in anderen Beiträgen beschrieben werden. Sicherlich, es ist noch kaum Zeit vergangen, seit es passiert ist, aber selbst jetzt gibt es die reinsten auf und ab Stimmungen. Ich habe gute Freunde, alle bieten sie Hilfe an, laden mich zu ihnen ein - "wenn du mal raus musst, dann komm vorbei, ruf an..." und so weiter. Das ist auch ganz lieb und einiges davon hilft mir auch, aber irgendwie ist es doch was anderes, wenn man mit Leuten reden kann, die sowas auch durchgemacht haben. Deshalb schreibe ich jetzt hier. Zuerst wollte ich nach einer Selbsthilfegruppe schauen, aber dazu fehlt mir etwas die Kraft. Deshalb hier der erste Schritt.

Ich fühle mich so schrecklich einsam, als hätte man einen großen Teil von mir herausgerissen und weggeworfen. Ich kehre abends in die gemeinsame Wohnung zurück und weiß gar nichts mit mir anzufangen. Überall sehe ich ihn und doch ist er nicht mehr da. Es ist auch noch unbegreiflich, dass das nun wirklich für immer ist. Ich weine mich abends in den Schlaf und frage mich morgens wofür ich aufstehen soll. Kämpfe mich dann aber hoch und gehe arbeiten - zumindest tue ich so, denn da bekomme ich nicht wirklich viel hin. Ich mache Pläne, bin mir meiner Situation schon irgendwie bewusst, habe tolle Ideen, was ich nun tun könnte um mich abzulenken, aber ob ich das dann wirklich tun kann. Ich weiß es nicht. Das wollte ich doch alles mit ihm zusammen tun und nicht alleine!!!

Ich glaube, ich könnte jetzt noch ewig so weiter schreiben, lasse es für den Moment aber gut sein. Vielleicht antwortet mir ja jemand. Was, das weiß ich auch nicht so genau, vielleicht jemand der das auch schon durchgemacht hat und mir erzählen kann, wie er oder sie damit umgegangen ist.

Liebe Grüße,
Vonna

Inaktiver User
03.05.2007, 15:10
Hallo Vonna,

mein Beileid - wirklich es tut mir unendlich leid für Dich

Ich bin nicht gut im Trösten, mir fehlen die Worte weil mich so etwas ganz furchtbar traurig macht.

Ich habe das noch nicht erlebt - wenn man mal von der Uroma, Tanten, Onkel etc. absieht...

Ich hoffe Du kommst eines Tages darüber hinweg

Lilie

Buffy
03.05.2007, 15:33
Hallo Vonna!

Auch mir tut es unendlich leid für Dich!!!

Ich will mir gar nicht richtig ausmalen, wie Du Dich fühlst. Es muss schrecklich sein!
Ich habe vor fast 4 Jahren meinen Papa verloren. Das war auch sehr schlimm für mich, zumal ich sehr an meinem Papa gehongen habe.
Ich wünsche Dir von ganzem Herzen für die nächste Zeit ganz viel Kraft und vor allen Dingen ganz viele Menschen, die Dir in dieser schweren Zeit helfen! Das hat mir damals sehr geholfen.
Und was noch wichtiger ist....nimm Dir die Zeit zum Trauern! Laß Dir von niemandem einreden, dass man nach vorne schauen muss! Das Leben geht weiter! Ja, das stimmt, und glaub mir, der Schmerz wird auch irgendwann mal weniger! Aber er wird wohl nie ganz weg gehen!

Wie gesagt, ich wünsche Dir viel Kraft!
Laß Dich von mir gedrückt fühlen (wenn Du magst!)

Ciao,
Buffy

Inaktiver User
03.05.2007, 15:57
Hallo Vonna,
nimm es als kleines Lichtlein, dass Du den Weg hierher gefunden hast. Hier sind sehr viele, die verstehen können, wie unendlich traurig Du derzeit bist. Und sei sicher, egal, was Du schreibst, wie Du es schreibst, Du erhältst fast rund um die Uhr Antwort von Menschen, die wie Du und ich auch vor einigen Jahren den Weg plötzlich alleine weitergehen müssen.

Im Moment geht es bei Dir nur darum, irgendwie von einem zum anderen Tag zu kommen. Das wirst Du schaffen, auch wenn Du es im Moment Dir kaum vorstellen kannst. Jeder hat das seine eigenen Methoden gefunden, um diese ersten Wochen zu überstehen - manche durch viel Aktivität, begleitet von Familie und Freunden, andere - ich z. B. duch Einigeln, Abkapseln und alleine mit sich und dem Kumer kämpfen. Egal wie Du es machst, Du wirst Deinen Weg finden, mit dieser verdammten Einsamkeit und Traurigkeit umzugehen.

Es ist schwer, es tut weh, es ist zum Verzweifeln. Aber wir haben es alle geschafft - und deswegen helfen wir uns hier auch gegenseitig. Wir wissen alle, dass niemand so gut die Hand reichen kann, wie diejenigen, die selbst schon dieses Entsetzen erlebt haben.

Schreib weiter, Vonna, es tut gut.
Liebe Grüße von Kranich

Lillian2207
03.05.2007, 16:11
Liebe Vonna,

ich habe so etwas schon erlebt und ich weiß genau wie es Dir jetzt geht! Mein Verlobter ist gestern vor einem Jahr bei einem Autounfall tötlich verunglückt. Es war auch nicht seine Schuld, schuld waren die Strassenverhältnisse, die Bodenrillen auf der A3. Wenn ich heute zurückschaue, kann ich Dir viele Erfahrungen mitteilen. Aber die wichtigste: lass die Zeit Dir helfen. Es dauert so lange wie es dauern muß, jeder braucht so viel Zeit wie es für Ihn richtig ist. Bei dem einem dauert es ein Jahr, bei dem anderen fünf. Ich weiß noch wie heute, wie es mir vor einem Jahr ging: ich war vier Wochen wie in einem Schockzustand. Ich habe mich am selben Tag in ärztliche Behandlung begeben und war drei Wochen krank geschrieben. Als ich danach wieder zur Arbeit ging habe ich auch nur funktioniert. Manchmal (so wie heute) ist es immer noch so. Man kann sich auf nichts konzentrieren, alles geht an einem vorbei. Ich habe eigentlich nur versucht zu "überleben", an "leben" war nicht zu denken. Ich habe viel Zuwendung bekommen, aber gleichzeitig gab es auch Menschen die sich von mir abwendeten. All das ist die Trauer.

Schlimm ist die Sehnsucht, die Einsamkeit. Ich wünsche mir nichts sehnlicher als eine Umarmung, einen Kuss, eine weitere Stunde mit meinem Schatz. Das Wort "endgültig" ergibt so langsam einen Sinn. Wir hatten vor zu heiraten, wir wollten Kinder, wir hatten eine gemeinsame Wohnung in München gefunden und ich wollte zu Ihm ziehen. Jetzt ist nichts mehr übrig. Alles ist weg!

Aber ich kann sagen, dass die Zeit die Wunden heilt. Ein abgedroschener Spruch, aber wahr! Es gibt keinen Tag an dem ich nicht an meinen Schatz denke, und leider weine ich immer noch sehr viel. Ich freue mich aber auf den Tag, an dem ich an André denken kann und über ihn und unsere schöne Zeit lächeln kann. Ich denke und hoffe es wird bald soweit sein!

Ich habe hier im Forum seit über 9 Monaten geschrieben: Erfahrungen, Briefe an André und Antworten auf Beiträge. Ich habe Freunde gefunden, die das gleiche erlebt haben und ich kann mich mitteilen. Wenn Du möchtest, dann schreib mir. Wenn Du auf meinen Namen links neben meinen Beitrag klickst, gibt es die Möglichkeit mir eine private Email zu schreiben, eine PN. Leider bin ich ab Samstag für zwei Wochen im Urlaub, aber ich werde sofort antworten wenn ich zurück bin. Natürlich nur wenn Du willst!

André war erst 30 Jahre als er letztes Jahr verunglückte, ich bin jetzt 34 Jahre. Als ich Deinen Beitrag laß, fühlte ich mich sehr verbunden mit Deinem Leid! Liebe Vonna, versuche zu überleben! Später wirst Du auch wieder leben können, aber es brauch Zeit! Ich bin bei einer Trauerbegleitung der Kirche und bei einer Therapeutin die sich auf Trauma spezialisiert hat, das hat mir auch geholfen! Also vielleicht läßt Du Dir auch helfen, zwei Wochen ist noch nichts. Es ist der Anfang! Melde Dich, ich stehe Dir bei! Fühl Dich feste gedrückt! Ganz lieben Gruß aus dem Rheinland!

Lillian2207

Inaktiver User
03.05.2007, 16:37
Hallo ihr Lieben,

ich hatte nicht damit gerechnet so schnell schon einige Antworten zu bekommen. Vielen lieben Dank dafür. Vielen Dank fürs virtuelle Umarmen, das nehme ich gerne an und drücke Euch zurück.

Schreiben tue ich momentan sowieso sehr viel. Ich habe inzwischen diverse Notizbüchlein, Dateien und einen Ordner mit meinem schönsten Briefpapier, in dem ich jeden Abend einen Brief an meinen Rainer schreibe. Das tut sehr weh und meistens kann ich vor lauter Tränen meine eigene Schrift gar nicht mehr entziffern, aber danach kann ich etwas beruhigter ins Bett gehen und muss mich nicht da noch weinend herumwälzen.

Liebe Lillian2207, ich hatte vorher in dem anderen Strang auch schon Deine Geschichte gelesen und als ich auf die letzte Seite gesprungen bin festgestellt, dass es gerade ein Jahr her ist, dass für Dich die Welt wie sie bisher war zusammengebrochen ist. Ich habe mich auch gleich sehr verbunden gefühlt. Es ist schon seltsam, wie man nach Menschen sucht, die mit den eigenen Erlebnissen möglichst nahe an der eigenen Situation dran sind. Ich werde mich bestimmt noch persönlich bei Dir melden. Aber erstmal danke, dass Du geschrieben hast.

Ansonsten frage ich mich schon, ob ich eigentlich ganz normal bin. Ich bin schon wieder beim Arbeiten, ich arbeite nicht wirklich, da ich mich nicht so richtig konzentrieren kann, aber ich bin zumindest da. Ich sehe die Kollegen und hin und wieder kommt auch jemand vorbei und kümmert sich ein wenig um mich. Krankgeschrieben war ich nur eine Woche. In der Zeit war ich bei meinen Eltern, die sich auch sehr sehr lieb um mich gekümmert haben und noch kümmern.

Auf der einen Seite bin ich natürlich todtraurig und mag es gar nicht wahr haben, was da passiert ist und auf der anderen Seite erschrecke ich, wenn ich lese wie lange die Menschen brauchen, um mit ihrer Trauer fertig zu werden. Ich bin ein schrecklich ungeduldiger Mensch, glaube ich. Ich mag mir gar nicht vorstellen, dass es mir nun so lange so schlecht gehen soll. Sicher, es geht mir gerade schlecht und mit so Sätzen wie "Rainer hätte doch nicht gewollte, dass es dir so schlecht geht", kann ich eigentlich auch gar nichts anfangen. Natürlich hätte er das nicht gewollt, aber seien wir doch ehrlich, darüber wird er nie groß nachgedacht haben, denn wer denkt in dem Alter schon daran, dass er den morgigen Tag nicht mehr erlebt?

Oho... ich merke gerade wie schwierig es ist einen Gedanken irgendwie zu Ende zu denken. Was ich nur damit sagen wollte, ich komme mir, wenn ich viele Einträge hier lese, etwas abnormal vor. Wie kann ich jetzt schon wieder arbeiten gehen? Ich war letztes Wochenende im Kino - wie konnte ich nur? Nicht, dass das jetzt alles Spaß machen würde, aber ich tue es halt, denn daheim sitzen und Trübsal blasen und mir die Augen aus dem Kopf weinen, anscheinend bin ich dazu nicht der Typ. Natürlich weine ich mich in den Schlaf und auch in den neuen, sinnlos erscheinenden Tag. Ich weine auch einfach so einmal los, weil mir wieder irgendeine Kleinigkeit einfällt, die ich von nun an alleine machen muss. Oder einfach weil er mir so unendlich fehlt und ich mir gar nicht vorstellen kann wie ich ohne seine Umarmungen auskommen soll. Ich habe jetzt nicht das Gefühl die Trauer nicht zuzulassen, aber ich mache trotzdem schon Pläne für die Zukunft. Ist das normal? Mir ist auch bewusst, dass die Pläne vielleicht einfach für den Müll sind, weil im Moment hauptsächlich das Machen zählt und es an der Umsetzung womöglich scheitert.

Mein Gehirn verknotet sich langsam wieder über dem vielen Nachdenken. Ich lege mal eine Pause ein. Aber ich merke, dass es gut tut nicht nur im Stillen alles für mich aufzuschreiben, sondern es auch jemandem zugänglich zu machen, so dass man Feedback darauf bekommen kann. Also sei allen schonmal für jegliches Feedback gedankt. Ich werde es gerne lesen.

Ganz liebe Grüße,
Vonna

fuechsine
03.05.2007, 21:15
Versuch jetzt erstmal Du zu sein und es zu beschreiben. Es ist egal, wie verknotet es ist.Du kannst Dich an uns und bei uns orientieren, aber Du wirst Deinen eigenen Weg durch die Trauer gehen (müßen).
Einen Engel für die Nacht wünscht Dir fuechsine

Bloodyzicke
03.05.2007, 23:53
Hallo Vonna,

ich kann gar nicht beschreiben, was ich beim lesen deines Threads empfinde...

Kenne das alles nur zu gut. Auch bei meinem Freund wars das Motorrad, auch er war die Vernunft in Person. Ein einziges Mal hat er nicht an die Dummheit der anderen gedacht. Ein einziges Mal zu viel.
Das ist jetzt fast ein Jahr her.
Immer noch habe ich Tiefen, immer noch träume ich schlecht und immernoch bin ich in Therapie.

Weißt Du, ich war auch unterwegs, recht schnell danach. Wenn ich merkte es geht nicht, bin ich wieder gegangen. Aber ich denke das ist gut, was du machst. Achte nur auf deine innere Stimme, wenn dir etwas zu viel wird, dann geh einfach nach Hause, sei nicht stark wenn du schwach bist und lache nicht wenn du doch eigentlich weinen willst. Aber wenn du lachen möchtest dann tu das ruhig und wenn es noch so irrsinnig und abnormal wirkt!!! Tu genau das, was dir gut tut!!!
Weißt du, du wirst wahrscheinlich noch lange trauern, doch wird sich die Trauer verändern.
Irgendwann ist es hauptsächlich ein Gefühl, von immerwährender Verbundenheit, von immernoch starker Liebe. Aber auch Trauer muss nicht immer weh tun. Die Tränen werden irgendwann weniger. Ich denke täglich an meinen Schatz, vermisse ihn auch immernoch so sehr. Aber wenn ich abends in die Sterne schaue, dann fühle ich einfach dass er mich nicht alleine lässt. Er ist und bleibt ein Teil von mir, egal was noch kommen mag.
Entschuldige wenn ich etwas konfus schreibe, aber dein Beitrag hat mich einfach sehr berührt. Eben weil es sich so gleicht.
Auch du wirst merken, dass dein Rainer bei dir ist und dich nicht alleine lässt, aber erst muss der Schleier ein wenig weichen. Der Knoten im Herzen muss sich wieder lösen. Dann wirst du ihn spüren.
Du wirst mit kleinen Schritten vorwärts kommen, versprochen, vielleicht machst du auch größere, aber du wirst sehen, es wird besser mit der Zeit und du wirst dich mit deiner Trauer arangieren, sie wird dich nicht mehr erdrücken, und dein Handeln wird dir nicht mehr abnormal vorkommen.

Ich drücke dich ganz fest und wünsche dir, dass du dir nicht mehr soviel Gedanken um das machst, was du tust oder eben nicht tust. Denn das brauchst du nicht, dein Verhalten ist vollkommen ok!!!

Liebe Güße

Bloody

Inaktiver User
04.05.2007, 09:29
Liebe Bloody,
vielen Dank für diese lieben Worte. Du sprichst mir wirklich aus dem Herzen, denn genau so empfinde ich es auch. Ich möchte weinen wenn ich traurig bin und lachen, wenn ich trotz allem etwas zu lachen habe. Und ich tue das auch. Du bist allerdings die erste, die das auch mal ausspricht, dass das okay ist und dafür vielen Dank. Zwar sagen mir das meine Freunde und Bekannten, dass sowas okay ist und auch sonst habe ich gelesen, dass es eigentlich nichts gibt, was man falsch machen kann, wenn man das tut, was einem selbst gut tut. Aber in allen Foren, die ich bisher angeschaut und mich ein wenig durchgelesen habe, hatte ich den Eindruck, es gibt nur die Möglichkeit durch und durch traurig zu sein und das möchte ich nicht. Damit mache ich Rainer nicht wieder lebendig und mich stürze ich nur weiter in die Tiefen der Traurigkeit. Wenn ich ihn vor mir sehe, dann wie er lacht und Spaß an etwas hat. Dummerweise hatte er verdammt viel Spaß am Motorradfahren. Sein Gesicht, die Vorfreude darin, wenn er sich auf gemacht hat zu einer Motorradtour werde ich nie vergessen. Es hat mich gefreut, dass es etwas gibt, was ihn so glücklich macht, dass er sich diesen Traum erfüllt hat. Das nun genau dieser Traum das Ende gebracht hat ist natürlich umso tragischer. Wenigstens gibt es mir ein bisschen Trost, dass ich weiß, das er in dem Moment glücklich war, als er das letzte Mal mit dem Motorrad unterwegs war. Und er wollte ja auch nicht, dass er von dieser Fahrt nicht mehr zu mir zurück kommt. Manche nennen das jetzt Schicksal, ich kann damit nichts anfangen. Für mich ist es der Lauf der Dinge, der Lauf der Natur. Auch wenn ich es noch nicht wirklich mit jeder Faser meines Herzens so sehen kann. Dafür ist es aber auch einfach noch zu früh, das ist okay. Ich bin schon froh und über mich erstaunt, dass ich überhaupt daran denke es so sehen zu können und auch jetzt schon nicht total in der Bodenlosigkeit verschwinde.

Ach und Dir, liebe Fuechsine noch lieben Dank für den Engel in der Nacht. Vielleicht lag es an Deinem Wunsch oder dem Engel selbst, dass ich heute Nacht ganz gut schlafen konnte.

Ich sehe schon, ich werde hier wahrscheinlich noch viel zu schreiben haben und möchte das auch. Euch lieben Dank fürs Zulesen und Trost spenden.

Liebe Grüße,
Vonna

prinzessin01979
04.05.2007, 21:27
Liebe Vonna,

auch mir tut es unendlich leid für dich... Es tut mir jedesmal auf`s neue weh, wenn wieder ein mensch, solch einen schweren verlust erleiden musste.

Ganz viele Kraft- :kerze: :kerze: :kerze: für dich!

Liebe Grüße,
Melissa

Inaktiver User
04.05.2007, 23:20
Liebe Melissa,
danke für die vielen Lichtlein in der so dunklen Nacht. Und meine Nacht bzw. mein Abend ist gerade sehr sehr dunkel. Wieder einmal bin ich in die einsame Wohnung gekommen. Ich hatte mich gerade mit einer Bekannten getroffen. Eigentlich super lieb, denn ich kenne sie noch gar nicht gut, wir haben uns gerade 3 mal gesehen gehabt und erst vor kurzem kennengelernt. Da Rainer und ich aber erst vor einem guten Jahr hierher gezogen sind, kenne ich nicht allzuviele Leute hier. Eigentlich bin ich auch noch in erster Linie wegen ihm hierher gezogen, weil er hier gearbeitet hat und ich dann hier glücklicherweise eine Diplomarbeit gefunden habe, die ich machen konnte. Wir waren über 9 Jahre zusammen. Erst haben wir in einer WG gewohnt... 5 Jahre lang Tür an Tür, bis es auf einmal gefunkt hat. Dann sind wir gleich zusammen gezogen, wir kannten uns ja schon lange. Dann wurde er mit dem Studium fertig, ich aber noch nicht. Also wurde daraus eine Wochenendbeziehung, da er in einer anderen Stadt einen Job gefunden hat. Als ich vor einem guten Jahr dann endlich so weit war und wir wieder zusammen ziehen konnten, schien endlich alles perfekt zu sein. Das letzte Jahr war auch das glücklichste in meinem Leben. Warum musste es nur das letzte glückliche mit ihm sein? Auf jeden Fall hatte ich mich gerade mit der Bekannten getroffen und was unternommen. Wir haben über dies und das geredet, es war okay. Es hat abgelenkt, aber es war auch okay über Rainer zu reden, wenn mir danach war. Tja und danach bin ich alleine im dunkeln heimspaziert und habe ihn einfach nur unendlich vermisst. Da dachte ich, ich schaue hier noch rein und fand Melissas Kerzen vor. Nun sitze ich hier und weine mir die Augen aus dem Kopf. Die Schrift verschwimmt vor meinen Augen. Wieder einmal eine schreckliche Nacht ohne ihn und der noch schauerlichere Morgen, wenn ich aufwache und er ist einfach nicht mehr da. Dieses Wochenende werde ich zum ersten Mal alleine hier in der Wohnung sein. In dem Bewusstsein, dass das nun immer so sein wird, dass er nie wieder kommt. Es tut so weh...

Ich werde jetzt noch eine Tasse Malzkaffee aus seiner Tasse trinken. Ich weiß noch wie wir die Tasse gemeinsam ausgesucht haben. Sie ist ein bisschen schief, hat aber wunderschöne Farben. Wir haben sie auf einem Töpfermarkt gekauft. Ich kann da nie an Tassen vorbei gehen und habe ihn zu einer Tasse für die Arbeit überredet. Damit er da seinen Kaffee auch mal aus eine schönen Tasse trinken kann. Ich hatte sie schon fast vergessen, erst als ich von seinem Chef die Kiste mit seinen persönlichen Sachen vom Arbeitsplatz bekommen habe, sah ich die Tasse wieder. Seitdem ist sie mein abendlicher Begleiter. Ich trinke noch was Warmes daraus und schreibe nebenbei Rainer einen Brief.

Genau das werde ich auch jetzt machen und mich danach in den Schlaf weinen. Ich hoffe, morgen geht es mir wieder ein wenig besser. Ich mag es gar nicht, wenn ich so arg traurig bin, aber heute Abend ist es wohl nötig.

Ganz liebe Grüße und eine gute Nacht Euch allen,
Vonna

Bloodyzicke
05.05.2007, 14:20
Liebe Vonna,

dieses Gefühl von Trost, weil er glücklich war in diesem Moment, kenne ich zu gut. Ich hätte meinem Schatz jedoch gewünscht, dass es auch sein Motorrad gewesen wäre (es passierte nämlich während der Arbeit bei einer Probefahrt).
Ich verspreche Dir, Du wirst noch lange Zeit Dinge in die Hände bekommen, an die Du schon gar nicht mehr gedacht hast. Am Anfang wird es noch weh tun, aber irgendwann dann findest Du etwas und wirst lächeln weil es Dich an etwas schönes erinnert, an etwas das euch villeicht verbindet. Und es wird Dir gut dabei gehen.

Liebe Grüße

Yasmin

Inaktiver User
07.05.2007, 17:18
Hallo Ihr Lieben,

das erste Wochenende komplett alleine ist überstanden. Allerdings war es sehr sehr schwer. Eigentlich ging es mir tagsüber ganz gut, ich hatte auch Ablenkung, aber die Abende und Nächte...

Außerdem habe ich gestern ein paar Sachen von ihm durchgesehen, Kleidung, um genau zu sein. Einen Teil habe ich auch schon weggegeben. Vor allem habe ich die Hosen durchgesehen, wir hatten nämlich ähnliche Hosengrößen und ich habe alle durchprobiert. Findet Ihr es komisch, wenn ich die Hosen von ihm anziehe? Die meisten passen mir nämlich und ich fühle mich eigentlich eher gut dabei, wenn ich sie anziehe. Ist wahrscheinlich auch für jeden anders. Ich fühle mich dann so, als ob er mir näher ist. Ich habe inzwischen auch eine Kette von ihm umgehängt. Es ist halt alles nur ein ganz ganz schlechter Ersatz, aber was will man machen.

Ansonsten habe ich das Gefühl, dass es mir gerade eher wieder schlechter geht als noch letzte Woche. Als ob ich langsam immer mehr begreife, dass er wirklich weg ist und nie wieder kommt. Im Moment bin ich einfach nur noch leer und müde. Das ist alles so anstrengend. Ich würde mir mal eine Pause wünschen, aber richtig abschalten ist nicht möglich. Und ich habe Angst vor dieser Woche. Jeden Tag arbeiten. Bisher war noch einiges zu tun und ja auch der Feiertag, so dass die Woche keine 5 Arbeitstage hatte. Diesmal ist es eine richtige "normale" Arbeitswoche. Davor habe ich Angst. Heute konnte ich sogar ein bisschen was produktives bei der Arbeit tun, aber ich habe das Gefühl, das wird noch eine ganze Weile dauern, bis das wieder besser geht. Hoffentlich gibt das mal nicht noch ein Problem mit dem Chef. Ich mache mir da halt gleich um alles Sorgen. Finanziell natürlich auch... wir waren ja nicht verheiratet und nun muss ich die teure Miete erstmal alleine zahlen und von seinem Geld habe ich ja nichts, das erben ja seine Eltern. Dumm, dass man sich über solche Dinge auch noch Sorgen und Gedanken machen muss. Zum Glück weiß ich, dass mir meine Eltern wo es geht unter die Arme greifen werden. Aber das Gefühl dabei ist halt auch nicht so toll.

Na gut, für heute habe ich lange genug bei der Arbeit gesessen und Präsenz demonstriert. Ich werde mal heimgehen, in die einsame leere Wohnung. Zum Glück holt mich heute Abend noch eine Freundin zum Yoga ab. Ich hoffe nur, dass ich dafür schon fit genug bin.

Bis demnächst und liebe Grüße,
Vonna

Inaktiver User
07.05.2007, 22:25
Außerdem habe ich gestern ein paar Sachen von ihm durchgesehen, Kleidung, um genau zu sein.
Findet Ihr es komisch, wenn ich die Hosen von ihm anziehe?
Ich habe inzwischen auch eine Kette von ihm umgehängt. Es ist halt alles nur ein ganz ganz schlechter Ersatz, aber was will man machen Liebe Vonna,

mein Bruder starb 1992 bei einem Motorradunfall. Er war erst 22. Ich habe danach lange Zeit nur seine Jeans und seine Hemden getragen.

Und ich hab nochwas gemacht, was ich kaum je erzähle, weil sich die meisten mit Grausen abwenden. Ich hab allerdings praktisch von Berufs wegen sowas wie ein "gutes Verhältnis" toten Menschen gegenüber.
Wir haben meinen Bruder in seinem Motorradanzug begraben. Am Tag vor der Begräbnis war er aufgebahrt. Ich ging abends nochmal hin, schraubte den Deckel ab und nahm einen seiner Handschuhe an mich. Damit fühlte ich mich irgendwie über Raum und Zeit mit ihm verbunden. Manchmal zog ich den Handschuh an und versuchte mir vorzustellen, was beim Unfall in ihm vorgegangen sein könnte. Hat leider nie geklappt. Den Handschuh hab ich selbstverständlich immer noch.

Die Beziehung zu meinem Freund ist kurz darauf zerbrochen. Er wollte mich nach drei Wochen wieder "ins Leben holen", ich müsse endlich wieder nach vorne schaun, denn immerhin wäre "das" mit meinem Bruder jetzt schon sooo lange her...

Vonna, gib Dir Zeit, schrei und weine, wenn Dir danach ist, es gibt so viele Arten zu trauern, alles ist in Ordnung.

Ich umarme Dich lieb,
Kampfkobo

Inaktiver User
08.05.2007, 15:02
Liebe Kampfkobo,

Danke! Einmal für die Umarmung, die kann ich gerade ganz gut gebrauchen und zum anderen für Deine Worte bezüglich der Jeans und Hemden. Ich habe heute auch wieder eine Hose von ihm an. Auch das mit dem Handschuh kann ich sehr gut verstehen und ich finde es eigentlich nicht schlimm oder gar grausig. Und das obwohl ich kein "gutes Verhältnis" toten Menschen gegenüber habe, wie Du es ausgedrückt hast. Ich habe mich auch schon gefragt, was in Rainer bei dem Unfall noch vorgegangen sein könnte. Ich glaube, das ist ganz normal, dass man sich so was fragt. Leider wird man darauf nie eine Antwort finden, außer vielleicht in dem Moment in dem man selbst stirbt - weiß ja nicht. Ich denke - und hoffe - dass es eigentlich so gut wie nichts mehr war was in ihm vorgegangen sein könnte, denn es ging den Aussagen zur Folge ganz schnell. Aber man fragt sich ja auch irgendwie: War das alles?

Dein Freund, der Dich schon drei Wochen danach "ins Leben zurück holen" wollte, hat da wohl auch irgendwas nicht so richtig verstanden. "Sooo lange her" ist gut. Ich habe das Gefühl, bei mir fängt es jetzt erst so richtig an. Auf der anderen Seite kann ich die Menschen um mich herum aber auch verstehen (also Familie, Freunde, Bekannte...), denen wäre es bestimmt auch am liebsten, dass es mir ganz schnell und bald wieder gut geht. Aber so ist das eben nicht.

Übrigens... gestern abend habe ich geschrien (na ja, laut gejammert) und geweint und ich werde das bestimmt auch wieder tun. Anders ist es für mich nicht auszuhalten, wenn ich es nicht immer wieder so raus lassen kann. Wenigstens geht es mir dafür heute etwas besser, vielleicht hat das gestern ja dazu beigetragen. Kann sich aber ja auch von einem Moment auf den anderen wieder ändern.

Seid alle lieb gegrüßt,
Vonna

Inaktiver User
08.05.2007, 21:40
Liebe Vonna,

ich möchte Dich ganz doll drücken!!!! Ich weiss sehr gut, wie Du Dich im Moment fühlst, auch ich habe meinen Mann ganz plötzlich verloren, er ist einfach so gestorben, und keiner kann mir sagen, wieso, dabei war er doch erst 36 Jahre. Das ist jetzt ein Jahr und 10 Monate her, aber der Schmerz sitzt immer noch tief. Glaub mir, ich erkenne mich in vielen Deiner Beschreibungen wieder, ich habe auch angefangen, seine Sachen zu tragen, schlafe in seinen Bett, sitze abends auf seinen Lieblingssessel, fahre sein Auto und das hat sich bis heute nicht geändert... Habe nichts verändert, alles ist so, wie er es verlassen hat. Im Schrank sind seine Sachen, im Bad seine Utensilien, in unserem Büro seine Unterlagen, im Flur seine Schuhe, sogar seine Arbeitstasche habe ich nicht ausgeräumt. Ich weiss, es wäre besser los zu lassen, aber ich lasse mir die Zeit, die ich brauche und auch Du solltest Dir die Zeit nehmen, die Du brauchst. Egal was andere sagen, wenn Du weinen willst, weine, schreie wenn es hilft! Aber vor allem, mache das, was Dir spass macht, egal was andere sagen, denn nur wer erlebt hat, was wir erleben mußten, der kann begreifen, wie wir uns wirklich fühlen.
Vonna, ich wünsche Dir, dass Du auf Menschen triffst, die Dich sein lassen, wie Du bist, die mit Dir weinen können, aber auch lachen und vor allem, die Dich verstehen. Ich drücke Dich ganz fest und schicke Dir einen Engel :fg engel: für die Nacht

Viele Liebe Grüße und das beste für Dich

Manuela

Inaktiver User
09.05.2007, 06:52
Liebe Vonna,
das mit der Kleidung ist völlig okay. Ich habe einige Winter lang die Jacke meines Sohnes getragen, ich fühlte mich darin geborgen und beschützt.

prinzessin01979
09.05.2007, 16:17
Liebe Vonna,

ich finde es überhaupt nicht komisch, die Sachen von Deinem Liebsten zu tragen. Ich hatte kurz nachdem mein Brüderchen gestorben ist, immermal sein Basecape auf, welches er noch die letzten Tage getragen hatte.

Ein paar :blume: :blume: :blume: für Dich!

Sei ganz lieb gegrüßt,
Melissa

Maloumey
09.05.2007, 16:48
Liebe Vonna,

Ich habe mir nach dem Tode meines Vaters ( Sept. o5) eine von meiner Mutter für ihn gestrickte Mütze mitgenommen. Ich habe sie momentan unter meinem Kopfkissen liegen und habe sie dann nachts bei mir, wenn es mir nicht so gut geht, ich ihn vermisse
Ich denke dann intensiv an ihn, stelle mir vor, dass er mir die Hand auf meine legt und mir so Kraft gibt.

Liebe Umarmung und viel Kraft für dich

Inaktiver User
11.05.2007, 10:11
Hallo Ihr Lieben,

vielen Dank für Eure aufmunternden Worte. Da bin ich ja beruhigt, dass ich nicht die einzige bin, die daran denkt, die Kleidung von ihrem Schatz anzuziehen und sich damit auch gut fühlt. Die Kette von ihm trage ich nun Tag und Nacht. Es hängt ein kleiner Delphin dran und immer, wenn ich besonders traurig werde, fasse ich den Delphin an und spüre die Wärme dieses Steins in meinen Händen.

Gestern hatte ich einen recht guten Tag. Bei der Arbeit ging doch endlich wieder ein bisschen was, ich kann mich auch wieder etwas besser konzentrieren. Die Kollegen scheinen auch so ein bisschen ihre Hemmungen zu verlieren, von wegen wie sie mit mir umgehen sollen. Na ja, bis jetzt ist noch keiner in mein Büro gekommen, als ich hier bei der Arbeit dann doch mal einen kleinen Heulkrampf hatte. Kommt schon vor, mir wäre es jetzt auch nicht so super peinlich, wenn dann jemand rein kommt. Ich weiß nur, dass derjenige ziemlich belämmert da stehen würde und nicht wüsste was tun. Das ist das dumme. Ich nehme mal an, dass Ihr auch recht große Veränderungen in Eurem Umfeld bemerkt habt. Leute, die auf einmal nicht mehr wissen, wie sie mit einem umgehen sollen und sich dann womöglich erst gar nicht mehr melden. Aber auch Leute, die sich auf einmal wieder melden und für einen da sein wollen. Sowie auch ganz neue Bekannte, die sich mehr Zeit für einen nehmen, als manch alter Freund. Ist schon seltsam. Aber wahrscheinlich relativ normal. Ich finde es in dem ein oder anderen Fall halt schade und ich hoffe, dass sich das vielleicht auch noch geben wird.

Etwas Angst habe ich jetzt wieder vor dem Wochenende. Auf der einen Seite freue ich mich darauf, etwas Schlaf nachholen, mal zwei Tage nicht zur Arbeit, auf der anderen Seite... er wird nicht da sein, er kann nicht da sein... nie wieder. Ich kann nichts mehr mit ihm unternehmen. Ich werde in der einsamen Wohnung sein und überall Dinge von ihm sehen. Wenigstens habe ich schon ein recht großes Ablenkungsprogramm für das Wochenende. Wahrscheinlich bleibt nur der Sonntag Abend, um überhaupt alleine zu sein. Hoffentlich ist das dann wieder nicht zu wenig. Ach herrjeh... ist es Euch auch so schwer gefallen festzustellen, was Ihr eigentlich wolltet? Will ich, dass mich jemand besucht am Wochenende? Möche ich weggehen? Oder möchte ich daheim in Erinnerungen schwelgen (hart aber vielleicht heilsam)? Und dann, was will ich nächste Woche machen? Da fragen mich die Leute schon nach dem langen Wochenende (DO ist ja Feiertag und FR habe ich frei). Dummerweise wollte ich an diesem Wochenende mit meinem Schatz nach Berlin fliegen. Flug und alles war schon gebucht. Deshalb bin ich gar nicht so scharf drauf, dass das Wochenende kommt, denn dann muss ich nur daran denken, wie es hätte sein können. Den Leuten sag ich dann nur immer, ich denke gerade maximal drei Tage nach vorne, vielleicht bis zum nächsten Wochenende, auf keinen Fall weiter und da wollt ihr wissen, was ich an dem und dem Wochenende mache. Irre. Früher konnte ich nicht früh genug planen und jetzt...

Auf jeden Fall wünsche ich Euch allen ein schönes Wochenende und umarme Euch kräftig zurück.

Liebe Grüße,
Vonna

Inaktiver User
14.05.2007, 11:53
Hallo Ihr Lieben,

mein Wochenende war zunächst erstaunlich gut. Ich hatte zwei Freunde, die für viel Ablenkung gesorgt haben um mich. Dafür hat es mich gestern Abend dann so runter gerissen. Mir geht es aber auch gerade sehr komisch... dauernd denke ich "ja nun ist aber gut, nun kommst du gefälligst mal wieder zurück, Rainer". Ich könnte die ganze Zeit nur nach ihm rufen und schreien, habe so oft das Gefühl, na jetzt muss er aber endlich wieder zurück kommen, dieser Alptraum ein Ende haben, das Verstecken spielen ist nicht mehr lustig. Wenn dann die Erkenntnis wie ein Hammer kommt - doch das passiert gerade alles wirklich, ich bin jetzt tatsächlich diejenige, die vor über 4 Wochen ihren liebsten Menschen verloren hat, dann weiß ich gar nicht mehr weiter. Das Gefühl lässt sich gar nicht beschreiben. Es sind so viele Gefühle auf einmal, ein bodenloses Fallen, ein Unglücklich sein ins unermessliche, die absolute Verzweiflung. Irgendwie alles auf einmal. Dann scheint auf einmal echt alles keinen Sinn mehr zu machen und all die "Warum"-Fragen stehen wieder im Raum, auf die man nie eine Antwort finden wird. Es ist schrecklich, ich frage mich, wie ich es schaffe trotzdem irgendwie ins Bett zu kommen, zu schlafen und am nächsten Morgen aufzuwachen und zur Arbeit zu gehen.

Vorhin habe ich bei einer Therapeutin angerufen, da ich denke, dass es mir doch auch helfen würde noch zusätzlich Hilfe in Anspruch zu nehmen. Vor allem muss man sich bei einer Therapeutin keine Gedanken machen, dass man sie jetzt mit den eigenen Problemen belastet, schließlich ist es ihr Job. Das ist bei Freunden und Familie das Problem, meist denkt man, man belastet sie mit diesen Probleme zu sehr. Selbst geht es ihnen ja auch nahe und sie würden einem gerne helfen, können aber nicht, fühlen sich hilflos. Also doch eine Therapeutin suchen... leider hatte die gerade Urlaub. Aber ich versuche es weiter.

Aber dieses Gefühl: Es muss doch jetzt mal vorbei sein, das Schreckliche ein Ende haben und gleichzeitig zu wissen, das geht nicht, es wird kein Ende haben (zumindest kann ich mir das momentan nicht vorstellen), das zerreisst mich beinahe.

Liebe Grüße,
Vonna

prinzessin01979
14.05.2007, 12:11
Liebe Vonna,

ich kenne solche gedanken auch, " jetzt komm mal langsam wieder zurück " usw... Auch heute noch. Erst heut früh bin ich aufgewacht und hatte wieder das Gefühl, von: " Das kann doch nicht wirklich passiert sein, dass Dein Brüderchen gestorben ist " Es kam mir aufeinmal alles wieder so unwirklich vor. Ich schaute vorsichtig in mein Bücherregal von meinem Bettchen aus und da sah ich sie, die Bücher über Trauer usw... und da drang es wieder tief in mein Bewusstsein, ja, er ist gestorben und ja, unserer Familie ist das so Schreckliche wirklich passiert. Unfassbar für mich, auch heute noch nach über 8 Monaten.

Ich finde es gut, dass Du zu einer Therapeutin gehen möchtest.

Das Gefühl, das Schreckliche muss doch jetzt mal eine Ende haben, kenn ich nur zu gut...

Um Dir vielleicht etwas Hoffnung wieder zu geben ( was schier nach 4 Wochen ziemlich schwer vorzustellen ist ), es wird irgendwann wieder " besser " - anders. Die Zeitspanne wird größer, zwischen den absoluten Tiefpunkten, den ganz großen, tiefen, dunklen Löchern.

Trauer braucht Zeit, ganz viel Zeit... haben wir doch etwas so Kostbares verloren...

Ganz viele :blume: :blume: :blume: für Dich!

Fühl Dich umarmt,
Melissa

Inaktiver User
15.05.2007, 12:02
Hallo Melissa,

danke für Deine Worte und die Blümchen. Ich habe das Gefühl, davon kann ich gerade recht viel gebrauchen. Irgendwie geht es mir von Tag zu Tag eher schlechter als besser. Ich wünschte echt, die Therapeutin wäre nicht gerade diese Woche in Urlaub und ich hätte sie schon erreicht und was ausmachen können. Ich habe keine Ahnung, wie ich es immer noch schaffe jeden Tag aufzustehen und die alltäglichen Dinge des Lebens irgendwie durchzuziehen. Ich habe es gestern abend sogar in den Yoga-Kurs geschafft, bei dem ich mich neu angemeldet habe. Bin durch eine Freundin noch mitten drin reingekommen. Das Yoga tut mir voll gut, aber sie macht viel mit Entspannung und Atmung und ein bisschen mit Vorstellungskraft. Da bin ich dann gestern selbst dort total traurig geworden und hätte am liebsten los geweint. Wenn sie auch was von "loslassen" redet. War zwar in einem anderen Zusammenhang, aber das reichte schon. Schlimm ist gerade wirklich, dass ich das Gefühl habe, es wird eher schlechter als besser. Es ist jetzt genau einen Monat her, dass ich ohne ihn sein muss und ich will einfach nicht mehr. Ich will nicht mehr ohne ihn sein - so unvernüftig dieser Wunsch auch ist, ich weiß ja, dass ich nichts daran ändern kann. Das ist das andere... ich bin so hilflos, so machtlos. Ich wünsche mir etwas so sehr und kann überhaupt nichts tun, damit dieser Wunsch in Erfüllung geht, denn ich kann Rainer nicht wieder lebendig machen. Und ansonsten weiß ich gerade auch gar nicht, wie ich ohne ihn weiterleben soll, wie ich ohne ihn je wieder glücklich sein kann. Ich hoffe wirklich auf die Zeit, die Zeit die es braucht, um es erträglicher werden zu lassen. Vorstellen kann ich es mir noch nicht. Ich kann nur versuchen weiter zu funktionieren, bis etwas mehr Zeit vergangen ist. Ich hoffe wirklich, dass ich das überhaupt schaffe und mir nicht doch irgendwann die Kraft dafür ausgeht.

Und... ich bin zudem von einigen Freunden inzwischen etwas enttäuscht. Es meldet sich kaum jemand bei mir, wenn, dann sind es immer die selben Leute, die mal anrufen. Ich weiß, dass es vielleicht einfach auch schwer für die Leute ist im Moment mit mir umzugehen. Aber ich hatte doch gesagt, meldet euch, ich weiß nicht, ob ich die Kraft dazu haben werde, werde es aber bestimmt brauchen. Tja... kam wohl nicht so an. Ich weiß auch nicht. Fühle mich schon etwas im Stich gelassen, alleine und einsam fühle ich mich ja eh schon.

Also nochmal danke für die Antwort, kann ich gerade echt brauchen!!!

Liebe Grüße,
Vonna

Inaktiver User
16.05.2007, 12:32
hallo liebe vonna,
zuersteinmal möchte auch ich dir sagen wie sehr mir dein verlust leid tut - obwohl wir uns gar nicht kennen, habe aber deine geschichte verfolgt.

ich selber habe große angst auch einmal in eine solche situation zu kommen und beschäftige mich viel mit dem thema tod/ trauer.

ich schreibe dir weil du enttäuscht bist von den menschen um dich herum...das kann ich sehr gut nachvollziehen aber laß dir gesagt sein - die menschen sind alle total verunsichert und wissen bestimmt nicht wie sie auf dich zugehen sollen - haben große angst etwas falsches zu sagen....bestimmt würden einuge in deinem bekanntenkreis dir gerne helfen/ zur seite stehen aber man ist in solchen situationen wie gelähmt.

ich weiß - du hast eigentlich den größten verlust erlitten und es wäre an den anderen auf dich zu zu gehen - aber menschen sind oft so schwach.

warte nicht darauf - melde dich bei freunden, ermuntere sie zum umgang mit dir...ich denke das der ein oder andere sich dadurch "trauen" wird auf dich zu zu gehen, ich wünsche es dir das du die kraft dazu hast.

Hier noch ein spruch für dich der mir persönlich sehr gut gefällt und es vielleicht ein ganz, ganz kleines bisschen verständlich macht für dich warum ein wunderbarer mensch nicht mehr bei dir sein darf:

"Gott ruft seine Engel früh zurück"

lg. und ein ganz großes kraftpaket für dich - betty:blumengabe:

Inaktiver User
20.05.2007, 21:35
Hallöchen,

erst einmal noch danke Betty, für Deine lieben Worte. Das mit den Bekannten ist natürlich so eine Sache. Ich weiß schon, dass es für die meisten nicht leicht ist, dass sie nicht wissen, wie sie mit mir umgehen oder was sie sagen sollen. Gerade vor ein paar Minuten habe ich eine solche Mail von einer Bekannten erhalten, in der genau das steht. Leider ist es nur so, dass ich nicht auch noch die Kraft habe auf alle zuzugehen und ihnen auch noch zu sagen, wie sie am besten mit mir umgehen sollen. Das klappt manchmal vielleicht und ändert dann aber auch nichts an der Enttäuschung, die ich verspüre, wenn sie sich nicht von sich aus melden. Ist schon eine vertrackt Situation und ich finde es insgesamt inzwischen ein bisschen schade, wie mit Trauer allgemein in unserer Gesellschaft umgegangen wird. Denn nur weil es irgendwie so was fürs "stille Kämmerlein" ist und man nicht drüber nachdenkt, außer man ist jetzt wirklich mal direkt betroffen, kommt es überhaupt so weit, dass niemand so recht damit umzugehen weiß. Na ja, aber vielleicht wird es ja besser. Heute hatte ich ja mal einen recht überraschenden Besuch und inzwischen ja auch eine Mail, vielleicht traut sich der eine oder andere ja jetzt doch.

Ansonsten wieder ein Wochenende geschafft. Zudem war es ein langes Wochenende. Und es war das Wochenende an dem ich eigentlich mit meinem Schatz nach Berlin fliegen wollte. Das ging mir schon immer wieder im Kopf rum dieses Wochenende. Ansonsten war ich viel unterwegs, habe aber geschaut, dass ich wenigstens den Sonntag dann noch daheim bin und auch ein bisschen Zeit für mich habe. Ich brauche trotz allem meine eigenen vier Wände... auch wenn es bisher Rainers und meine vier Wände waren. Zum Glück fühle ich mich trotzdem wohl und zu Hause hier, auch wenn seine Sachen natürlich noch voll integriert sind und hin und wieder zu Weinkrämpfen fühlen. Vielleicht brauche ich diese Weinkrämpfe auch, zumindest im Moment noch. Es ist nicht so das unmittelbare Gefühl, dass sie helfen, aber ich denke, auf lange Sicht helfen sie schon. In einem Buch habe ich heute gelesen, dass es irgendwo Brauch ist seine Tränen in einem Gefäß zu sammeln und dieses dann über dem Grab des Verstorbenen auszuleeren. Vom Gedanken her irgendwie nicht schlecht, dachte ich, besonders praktisch ist es allerdings nicht. Wie weine ich denn in ein Schälchen rein? Na ja, füllen könnte ich eines wahrscheinlich ohne Probleme, von der Menge her die ich weine, meine ich. Ach, auch egal... ich denke gerade nur so laut vor mich hin.

Mal noch eine ganz andere Frage, wo habt ihr eigentlich immer diese Symbole wie Kerze und Blümchen her? Kann ich hier irgendwie nicht finden. Muss man da auf eine spezielle Art und Weise antworten, damit man die nutzen kann? Oder muss ich generell was in meinem Profil einstellen?

Ich wünsche Euch allen einen schönen Start in die Woche.
Liebe Grüße,
Vonna

Lillian2207
21.05.2007, 14:33
Liebe Vonna,

zuerst zu Deiner Frage: Ja, man muß das im eigenem Profil ändern, um die Blumen und die Smilies nutzen zu können. Wenn Du Dich anmeldest und in die Community gehst, dann kommen dort immer Antworten zu den meist gestellten Fragen und da müsste die Anleitung zur Umstellung stehen. Aber vielleicht kann Dir hier jemand es auch genauer erklären!

Du liebe ich habe Deinen Strang weiter gelesen und habe mich selbst erkannt. Genau das habe ich auch alles durchgemacht. Die Ungläubigkeit am Anfang: er wird schon wieder kommen. Das langsame verstehen der Situation und dann die Erkenntnis: er wird nie wieder kommen. Das war die aller schlimmste Zeit. Als ob mir jemand die Augen geöffnet hätte. Lange hatte ich noch Andrés Telefonnummern in meinem Handy gespeichert. Keine Ahnung warum? Ich hatte immer geglaubt, heute, spätestens morgen wird er mir eine sms schreiben oder mich anrufen und dann möchte ich seinen Namen im Display stehen sehen. Vor kurzem habe ich dann die Nummern gelöscht, fast ein Jahr später erst. Und immer noch nicht alle, seine Handynummer habe ich immer noch! Ja, diese Gedanken die Du beschreibst, "jetzt könnte er doch endlich wiederkommen" oder "jetzt ist das Versteckspiel nicht mehr witzig".... GENAU das hatte ich auch! Es kam mir so vor, als wäre er einfach in Urlaub gefahren, ohne mich, und irgendwann käme er zurück. Ich habe so lange gewartet!

In meinem Urlaub auf Lanzarote, aus dem ich gestern wieder gekommen bin, habe ich Nachts auf dem Balkon gestanden. Ich habe eine geraucht und hab mit André gesprochen, geschriehen und gestritten. Warum um himmels Willen bist Du hier jetzt nicht bei mir? Was soll ich hier alleine? Wen interessiert diese trostlose Insel? Wieso ist das passiert.... Über ein Jahr ist es her und ich bekomme diese Fragen nicht aus meinem Kopf, sie sind immer da!

Liebe Vonna, alle Deine Erfahrungen sind Erfahrungen die ich auch gemacht habe: die besten Freunde, die keine Zeit haben. Nicht so gute Freunde, die sich dafür aber als tolle Trauerbegleiter entpuppten. Ich habe am Anfang auch daran geglaubt, das diese Freunde die sich zurückzogen, vielleicht nicht wußten wie sie mit mir umgehen sollten. Aber jetzt möchte ich es denen nicht mehr so einfach machen! Nein, so ist es nämlich meist eben NICHT! Meist sitzen diese Menschen zu Hause und sind entweder zu faul sich zu melden oder wollen von Ihrer "wertvollen Zeit" nichts abgeben, nicht mit Trauer verschwenden! Denn Trauer ist ja anstrengend und nicht einfach. Ich bin richtig wütend darüber und ich habe mir geschworen ich werde es Ihnen gleich tun, wenn Sie mal meine Hilfe brauchen! Und ich will hier und jetzt auch mal allen was sagen: wenn da draussen jemand ist der trauert, dann seit für Ihn da und nicht immer nur in guten Tagen! Wir brauchen Euch! Wir brauchen Ablenkung oder Anteilnahme und ich bin es leid auch noch für diese Leute Verständnis aufzubringen! Manchmal, und da habe ich auch ein schlechtes Gewissen wegen (!), aber manchmal wünschte ich, das diese Leute, die meinen sie bräuchten sich nicht kümmern und die sich nicht melden, dass die mal wirklich erfahren wie es ist zu trauern. Die sollten auch mal Nachts wach liegen, ein nasses Kissen unter dem Kopf von den Tränen die man vergossen hat, die Angst im Nacken, wie die Zukunft aussehen wird, die Einsamkeit in den Gliedern die einen erdrückt. Die tausend Bilder vor den Augen von schönen Tagen und die Gewissheit das nichts mehr so wird wie es mal war! Manchmal wünsche ich mir das! Und ich bin so sauer, wenn ich bei Dir lese, dass es Dir mit ein paar Freunden genauso ergeht wie es mir erging. Es gibt Tage, da sehe ich eben darüber hinweg. Vielleicht aus Harmoniebedürftigkeit: jetzt bloß nicht noch mit jemanden streiten oder noch mehr Menschen verlieren. Aber an anderen Tagen (wie heute) kann ich das eben nicht verzeihen!

Wenn Du Lust hast, dann schreib mir doch eine PN. Vielleicht mit Deiner Telefonnummer, dann telefonieren wir mal miteinander wenn Du wieder einen schlimmen Abend hast. Vielleicht magst Du mir ja erzählen wo Du wohnst? Ich komme aus dem Rheinland nahe Bonn, vielleicht kann man sich mal treffen? Auf jeden Fall bin ich da für Dich, auch wenn wir uns nicht kennen! Denn ich weiß genau wie es Dir jetzt geht!

Ich drück Dich ganz lieb! Halt die Ohren steif so weit wie es geht! Liebe Grüße

Lillian2207

Inaktiver User
21.05.2007, 16:33
Hallo Lillian,

erstmal danke von wegen der Smilies, Dein Tipp war schon ausreichend, ich hab sie gefunden. Danke schön :blumengabe:
Siehste... geht doch.

Ansonsten scheinst Du heute wirklich einen eher "ich verzeihe nicht so schnell"-Tag zu haben. Ist jetzt nicht böse gemeint, ich kenne das nur zu gut. Hauptsache Du konntest Dir auch ein wenig den Frust darüber von der Seele schreiben, das tut manchmal echt gut.
Bei mir haben sich inzwischen ein paar Leute gemeldet, aber wie das jetzt gelaufen ist, ich weiß nicht, was ich davon halten soll. Ein Freund hat mich besucht, mit dem hatten die anderen Kontakt und zu dem habe ich gesagt, dass ich von den restlichen Freunden teilweise enttäuscht bin. So kam es zu denen und nun haben sich zwei davon gemeldet. Sie haben auch geschrieben, dass es ihnen sehr schwer fällt, dass sie dauernd an mich gedacht hätten, aber sich nicht getraut hätten anzurufen. Tja, das glaube ich denen ja gerne, aber helfen tut es mir nicht wirklich.

Im Moment bin ich noch beim Arbeiten - na ja, ich tue ja eh meist noch eher so als würde ich arbeiten, aber von daher will ich jetzt nicht so lange schreiben. Ich denke, ich werde mich demnächst mal mit einer PN bei Dir melden. Leider wohnst Du nicht gerade in der Nähe (bin aus der Gegend von Stuttgart). Ich hatte Dir auch in Deinem Strang was geschrieben, weiß nicht, ob Du es gesehen hast.

Übermorgen habe ich übrigens einen Termin bei einer Thearpeutin. Bin schon sehr gespannt, muss nur noch ein wenig hin und her rennen, da ich erst noch eine Überweisung brauche. Aber das lenkt dann zum Glück schön ab.

Ach, hasst Ihr Montage eigentlich auch so sehr wie ich? Wieder eine Woche, die ohne ihn anfängt. Wieder ein Wochenende, das man alleine verbracht hat, das aber nicht wirklich erholsam war, weil man ihn die ganze Zeit vermisst hat. Jetzt soll man auf einmal wieder in den Alltag. Die ganze Woche arbeiten und dauernd das Gefühl haben nicht genügend Zeit für sich selbst abzubekommen. Von Tag zu Tag müder werden, weil es sich irgendwann rächt, das man immer so spät ins Bett kommt, weil man ihm noch schreibt oder an ihn denkt oder sich einfach ausheult. Also ich hasse Montage... na ja, vielleicht auch Dienstage und Mittwoche und... egal... aber Montage ganz besonders.

Bis bald Ihr Lieben,
Vonna

Inaktiver User
23.05.2007, 22:55
Hallo Ihr Lieben,

gestern und heute waren eigentlich ganz gute Tage. Dass ich das zwischendurch auch mal sagen kann... und vor allem, was das nun für Dinge sind, die diese Tage auf einmal zu "guten" Tagen machen, so was wäre mir früher nie in den Sinn gekommen gute Tage zu nennen. Na ja, es waren erträglichere Tage, vielleicht trifft es das eher, oder für meinen momentanen Kummer gute Tage. Wie auch immer. Ich hatte viel Arbeit und konnte mich zum Glück wieder einigermaßen dafür motivieren. Die Motivation kam zum Teil von außen (Chef will halt auch mal wissen wie weit man ist...), aber wenn ich dann mal drin bin geht es einigermaßen. Außerdem war ich gestern das erste Mal wieder joggen. Das letzte Mal war ich am 13.4. laufen, 2 Tage vor Rainers Unfall. Ich habe lange mit mir gekämpft und gestern habe endlich ich und nicht der innere Schweinehund gewonnen. So bin ich allerdings noch nie gelaufen. Eigentlich wollte ich langsam tun, meinen Puls nicht zu hoch treiben (ich laufe mit Pulsuhr), aber dann lief ich los und irgendwann habe ich gemerkt, dass ich immer schneller und schneller werde. Es war, als wollte ich all meinem Leid davon laufen. Alle Schmerzen rausschwitzen. Eine ganze Stunde bin ich so gerannt... wahnsinn. Sicher, bin immer noch überholt worden von den anderen, trainierteren Joggern, aber für meine Verhältnisse war es total ungewöhnlich. Vor allem habe ich kaum Muskelkater heute - noch viel ungewöhnlicher. Aber es hat so gut getan... ich war zwar fertig und kaputt, aber es tat gut. Sicherlich bin ich danach abends wieder da gesessen und habe in meinen Briefordner geweint, als ich meinem Schatz seinen abendlichen Brief geschrieben habe. Aber gut getan hat das Laufen trotzdem. Nur dachte ich, fürs schlafen wäre es auch gut. Einschlafen ist auch gar kein Problem - war es noch nie während der Zeit (außer ganz am Anfang). Allerdings wache ich viel zu früh auf und der Schlaf danach ist nicht mehr richtig erholsam. Heute morgen weiß ich gar nicht wie früh es war. Erst als ich das zweite Mal aufgewacht bin, habe ich auf die Uhr gesehen und da war es dann gegen halb sechs oder so. Also muss das erste Mal noch früher gewesen sein. Ich hatte dann so Kopfweh. Das ist mir noch nie passiert, aufwachen und gleich voll Kopfweh haben. Bin aufgestanden, habe eine Tablette genommen und habe mich wieder für eine Stunde hingelegt. Wenn es dann nicht weg gewesen wäre, hätte ich heute einfach krank gemacht. Ich warte ja eh noch auf den Tag an dem ich mal nicht aus dem Bett komme. Allerdings hätte ich gedacht, dass das dann vor Kummer ist und nicht wegen Kopfweh. Egal... es ging dann aber.

Heute Nachmittag war ich dann zum ersten Mal bei der Therapeutin. Eine sehr nette Frau, das hat auch gut getan. Zwar war ich hinterher wieder einmal etwas durch den Wind, aber da es nicht das erste Mal ist, dass ich zu einer Therapeutin gehe, wusste ich ja schon was da auf mich zukommt und es war okay. Ich habe mich dann einfach noch mit einem Mini-Einkaufsbummel belohnt und abgelenkt.

Und heute Abend stand auf einmal das Telefon nicht mehr still. So viele Leute haben sich ausgerechnet den heutigen Tag ausgesucht um anzurufen... ich konnte gar nicht mit allen reden, weil teilweise zwei Leute gleichzeitig angerufen haben. Es war auch jemand dabei der sich schon lange nicht gemeldet hatte. Anscheinend geht es jetzt ja doch... nur die Verteilung der Anrufe wäre noch eine Sache, an der man arbeiten könnte.

Ach je... hört sich alles eigentlich gar nicht so schlecht an und doch weiß ich, ich werde gleich wieder einen Brief an meinen Schatz schreiben. Dabei werde ich versuchen ihm zu erzählen, wie mein Tag war und es wird wieder so enden, dass ich nur davon schreibe, wie sehr er mir fehlt, wie sehr ich ihn vermisse, wie sehr ich mir wünschte ihm das alles von Angesicht zu Angesicht erzählen zu können. Wie wichtig mir seine Reaktion wäre, seine Meinung. Wie schön es wäre dabei in seinen Armen zu liegen, ihn zu spüren. Da... jetzt tut alles wieder weh... so schnell geht es. Diese Höhen und Tiefen sind so schrecklich anstrengend. Ich denke, ich gehe jetzt ins Bett und versuche mich von der heutigen Anstrengung wenigstens etwas zu erholen.

Gute Nacht Euch allen.
Liebe Grüße,
Vonna

Inaktiver User
29.05.2007, 11:20
Mir geht es gar nicht gut. Meine Weinkrämpfe nehmen von Tag zu Tag zu statt ab. Ich habe bald alle Stellen in der Wohnung durch, auf denen ich schon von einem Weinkrampf geschüttelt auf dem Boden gelegen bin. Ich kann es dann gar nicht fassen. Er kommt wirklich nicht wieder. Ich habe ihm doch so viel zu erzählen, zu sagen. Möchte noch zu so vielen Dingen seine Meinung hören. Aber da ist nichts... nur sein leeres Zimmer, das leere Bett neben meinem, in dem nun schon seit über 6 Wochen niemand mehr liegt - und noch viel schlimmer, nie wieder jemand liegen wird. Ich wache morgens auf und wünsche mir so sehr, dass er da drüben eingekuschelt in seine Decke da liegt, aufwachen wird und mir einen schönen Morgen wünscht. Aber da ist nichts. Heute morgen musste ich so kämpfen, beinahe hätte ich den Kampf verloren. Ich kam eine halbe Stunde zu spät zur Arbeit (ist nicht so schlimm, aber für mich sehr ungewöhnlich). Ich wollte nicht aufstehen, ich wollte einfach nur liegen bleiben und gar nichts mehr machen. Vielleicht ist es auch mit das Wetter - wenn die Sonne scheint, fällt mir einiges etwas leichter. Aber daran kann ich ja nichts ändern und es wird immer wieder trübe Tage geben - vom Wetter her, meine ich jetzt. Damit muss ich dann ja auch klar kommen.

Heute ist es ganz seltsam... die Tränen wollen nicht richtig fließen, obwohl mir so sehr danach ist. Es macht sich statt dessen eine "scheiß egal"-Stimmung breit. Mir fällt gerade das richtige Wort nicht ein, um es zu beschreiben. Ich interessiere mich heute für gar nichts. Mir ist so kalt - na und? Ich lebe noch - na und? Ich soll arbeiten - na und? Ist doch alles egal. Am liebsten würde ich mich heute einfach nur vergraben. Ich finde es beänstigend, dass es mir von Tag zu Tag eher schlechter geht. Sicher dachte ich mir, es gibt Hochs und Tiefs, aber zur Zeit scheine ich nur immer tiefer zu sinken. Hatte ich anfangs noch Vorstellungen, was ich machen könnte, was mir gut tun könnte, so interessiert mich davon langsam nichts mehr. Seltsam, dass ich trotz allem immer noch was hin bekomme. Gestern habe ich mich um meine Pflanzen gekümmert. War auf dem Balkon, habe eingetopft, umgetopft und so. Und das obwohl es kalt und nass war. Aber ich habe das dumpfe Gefühl, ich bin nicht mehr weit von dem Morgen weg, an dem ich nicht mehr aufstehen will. Was mache ich dann? Herrjeh... was mache ich bloß? Kann ich einfach krank machen einen Tag? Krank fühlen tue ich mich ja eh. Hilft das dann überhaupt oder mache ich mich an diesem Tag dann nur fertig und fühle mich danach schlimmer als vorher? Ach Mist... ich weiß echt nicht was ich tun soll. Wenn ich morgen früh wieder so aufwache wie heute und mich kaum noch bewegen mag, was dann? Ich mache mir selbst Angst, wie kann einem alles so egal werden? Leider muss ich noch bis Freitag warten, bis ich mit meiner Therapeutin darüber reden kann, dann habe ich den nächsten Termin. Morgens um 8 Uhr - weiß ja auch noch nicht wie das wird. Den Tag dann gleich so anzufangen, könnte anstregend werden. Allerdings muss ich es erst Mal hin schaffen, aus dem Bett kommen. Wie schafft man das Tag für Tag? Hat nicht jemand einen Tipp für mich? Wie macht Ihr das? Womit könnt Ihr Euch genügend Motivation verschaffen, um doch wieder einen Tag zu beginnen? Einen weiteren Tag ohne ihn und womöglich mit der immer realer werdenen Erkenntnis, dass er wirklich nie wieder kommt, dass das wirklich alles passiert ist.

Rainer - ich vermisse Dich so unendlich, wie konntest Du mich nur so alleine lassen?

Vonna

teichmuschel
29.05.2007, 14:55
Hallo Vonna,

lass Dich zuerst einmal ganz lieb drücken. Als meine Mutter letztes Jahr ganz plötzlich gestorben ist wusste ich an vielen Tagen nicht wie ich weiterleben sollte. Auch ich habe mich aus dem Bett gequält, obwohl die Last auf meinen Schultern so schwer wog, dass ich nur noch liegen bleiben wollte. Wie ich es dennoch Tag für Tag geschafft habe ist mir heute noch ein Rätsel. Vielleicht dieser klitzekleine Rest an Lebenswillen?
Jeder Tod und besonders der, der so plötzlich in unser Leben kommt, stellt dieses auf den Kopf, bringt alles durcheinander, Gedanken können nicht mehr geordnet werden und die Tränen sind sowieso kaum zu stoppen. Nie gekannte Gefühle kommen in einem hoch.
So wie Dir haben mir Gespräche bei einem Therapeuten geholfen.
Ich habe mir in dieser Zeit auch in der Woche 1-2 Massagen gegönnt. Während dieser konnte ich gut abschalten. Auch hatte ich das Glück, das die Masseurin sehr einfühlsam war, merkte was mit mir los war und mich manchmal einfach nur in den Arm genommen hat.
Es hat lange gedauert bis es mir besser ging. Aber auch heute falle ich ab und zu in ein tiefes Loch. Doch gelingt es mir mittlerweile etwas leichter aus diesem auch wieder heraus zu krabbeln. Aber es war "Schwerstarbeit".
Vielleicht könnten Dir auch Bücher helfen - schau doch einfach mal in den virtuellen "Bücherschrank".
Ich schicke Dir in diesen trüben Tagen ganz viel :Sonne: und ich denk an Dich.

Liebe Grüße
Teichmuschel

Inaktiver User
30.05.2007, 09:40
Liebe Teichmuschel,

vielen Dank für Deine tröstenden Worte. Der Sonnenschein ist hier angekommen. Im Moment ist der Himmel blau und die Sonne lacht. Man fragt sich natürlich schon, wie sie das so einfach tun kann, wenn einem selbst gar nicht nach lachen zumute ist, aber es tut auf jeden Fall gut und nur das zählt.

Heute morgen ist mir das Aufstehen wieder sehr schwer gefallen, aber es ging etwas besser als gestern. Es erscheint halt alles gerade so sinnlos. Jede Faser von mir will ihn einfach nur zurück haben. Wenn dann die Erkenntnis kommt, dass das nicht geht, dann ist es, als würde einem das Herz rausgerissen. Ich frage mich schon, warum wir Menschen so sehr lieben, wo es doch ganz klar ist, dass wir früher oder später einen lieben Menschen verlieren werden und dann richtig leiden müssen. Warum tun wir uns das an? Schon klar... durch die Liebe gewinnt man auch sehr viel und ich möchte die Zeit mit Rainer auf keinen Fall missen, aber wieso muss sie jetzt schon vorbei sein? Und warum muss es mir dabei so schlecht gehen? Von all diesen vielen Fragen raucht mein Kopf bestimmt bald noch ab. Ich versuche zwar so viel wie möglich davon aufzuschreiben, aber irgendwie scheint immer noch zu viel drin zu sein in meinem Kopf.

Bücher habe ich auch schon gelesen. Gerade habe ich ein Buch aus der Bücherei ausgeliehen "Trauern - und leben" von Antje Uffmann. Das spricht mich sehr an und ich hoffe, ich schaffe es die eine oder andere Übung, die sie vorschlägt zu machen. Ich male sowieso sehr gerne und da spricht es mich eben an, dass sie alles so malerisch beschreibt. Ich kann mir diesen Weg durch die verschiedenen Trauerlandschaften richtig vorstellen. Gleichzeitig denke ich dann aber wieder: Wieso ich? Warum muss mir das passieren? Ich schaue mir selbst über die Schulter und sehe mich wie ein Häufchen Elend da sitzen und das macht mich gleich nochmal trauriger. Ist schon seltsam. Aber ich verstehe jetzt total, warum es Trauer"arbeit" heißt, denn ich komme mir wirklich so vor, wie wenn ich Schwerstarbeit leisten würde.

Die Idee mit den Massagen ist nicht schlecht. Jetzt muss ich nur mal gucken, wo ich das hier machen kann. Und dann ist es natürlich auch eine Preisfrage, allzu große Sprünge kann ich da gerade nicht machen. Schließlich muss ich auf einmal die teure Wohnung alleine bezahlen, da bleibt nicht so viel übrig. Es ist schon hart, womit man sich von einem Tag auf den anderen auf einmal rumschlagen muss. Aber wer denkt mit 33 auch schon daran, dass man vielleicht so etwas erleben könnte und sich zumindest finanziell oder rechtlich absichert? Aber das kommt einfach nur noch dazu, ist ein Tropfen auf dem heißen Stein.

Wie sagte eine Freundin neulich, die vor ein paar Jahren ebenfalls ihren Freund bei einem Unfall verlor: "Einfach immer denken: einatmen, ausatmen, ganz kleine Schritte, einfach am Leben bleiben". Dann werde ich mal weiter einatmen und ausatmen.

Liebe Grüße,
Vonna

Inaktiver User
01.06.2007, 14:26
Wieder steht ein Wochenende bevor. Ich kann mich nicht entscheiden welche Tage die besseren sind. Sind es die Arbeitstage, an denen man Ablenkung hat oder ist es doch das Wochenende, an dem man sich vielleicht ein wenig erholen kann und zur Ruhe kommen? An den Arbeitstagen - sofern sie auch wirklich arbeitsreich sind - wird es mir manchmal sogar schon zu viel und ich wünsche mir, ich könnte ein wenig Zeit für mich selbst finden. Und an den Wochenende habe ich genau vor dieser Zeit mit mir selbst Angst, weiß ich doch, dass ich dann eventuell als ein kleines Häufchen Elend irgendwo heulend in der Ecke sitzen werde.

Diese tausend Kleinigkeiten... die machen mich fertig. Dauernd ist irgendwas, wirklich nichts besonderes nur so eine Winzigkeit, bei der ich denke, das möchte ich Rainer erzählen, was er wohl dazu sagt, ob wir da gemeinsam darüber lachen können, ob er das auch so doof findet usw. Und dann die Erkenntnis... das geht nicht mehr, nie wieder. Das ist der größte Schmerz im Moment und der scheint nicht nachzulassen sondern immer heftiger zu werden.

Ich war heute morgen wieder bei meiner Thearpeutin. Es war ganz gut nur ist eine Stunde viel zu kurz, um das alles auszudrücken und loszuwerden, was mich zur Zeit beschäftigt. Natürlich weiß ich auch, dass sie mir nicht sagen kann "nehmen sie einfach morgens 2 von den blauen Pillen und abends 2 von den roten und alles wird wieder gut". So was würde man sich wünschen, aber so funktioniert das eben nicht. Sie kann mir auch nur zuhören und mich hin und wieder in Dingen bestärken oder mich auf Dinge hinweisen, die ich vielleicht gerade nicht sehen kann. Das ist auch hilfreich und das tut mir auch gut, aber es ist eine langwierige Sache. Ich weiß es ja auch, weil ich schließlich schon mal 2 Jahre lang eine Therapie gemacht habe. Wenn ich mir jetzt aber vorstelle ich brauche wieder Jahre... schrecklich.

Es gab aber auch schon Momente, wenn ich ehrlich bin, da dachte ich, ich werde diese Jahre sowieso nicht mehr alt, werde das sowieso nicht mehr erleben. Einfach weil ich es nicht mehr erleben will. Warum auch? Ich kann mir das Leben ohne ihn einfach nicht vorstellen und mag es auch gar nicht tun.

Und ich bin so müde... ich gehe immer später ins Bett und wache immer früher auf. Schlafen selber geht, aber ich glaube nicht sehr tief und lange. Ich kann mich auch immer noch nicht an meine Träume erinnern. Das ist für mich ganz ungewöhnlich. Früher war es oft mal zu viel Geträume in einer Nacht und jetzt auf einmal gar nichts? Sehr ungewöhnlich. Sicherlich, ich schlafe nicht so lange und gut, also werde ich auch weniger träumen. Auf der einen Seite würde ich mir also wünschen mich mal wieder richtig ausschlafen zu können und mal wieder erholter zu sein, auf der anderen Seite will ich nicht schlafen, denn dann kann ich nicht an ihn denken. Wie heißt es in dem Buch "Schlafes Bruder": "Wer schläft liebt nicht". Und ich dachte mir auch noch so "Wer schläft, denkt nicht nach". Wenn ich schlafe kann ich nicht an Rainer denken, kann ich nicht über das Leben nachdenken. Klar, ich bräuchte auch gerade davon einmal dringend Erholung, aber ich will auch nicht aufhören darüber nachzudenken, denn dann komme ich mir vor wie eine Verräterin. Ich liebe ihn doch so, ich kann doch jetzt nicht aufhören, auch nicht für eine Minute oder die Stunden Schlaf, die ich dringend bräuchte, an ihn zu denken und ihn weiter zu lieben. Ich weiß, dass das nicht gerade logisch klingt und nicht vernüftig, aber ich komme gegen dieses Gefühl nicht an. Mit dem Ergebnis, dass mir die Augen bald mitten im Gehen zufallen werden. Ach herrjeh... was mach ich bloß? Wie kommt man da nur raus?

Mein Samstag ist verplant, da bekomme ich Besuch und bin den ganzen Tag beschäftigt. Mein Sonntag ist komplett frei, ich habe gar nichts vor. Ich habe mir selbst vorgenommen auszuschlafen und joggen zu gehen, aber ich habe keine Ahnung, ob ich das schaffen werde. Womöglich schaffe ich gar nichts an dem Tag oder ich stelle die Wohnung auf den Kopf und putze mich dumm und dusselig. Kann ich mir beides vorstellen. Zufrieden wäre ich eher mit einem Mittelweg. Etwas erholen und etwas tun, alles in Maßen. Etwas trauern und mir etwas gutes tun. Tja... ich werde berichten was dabei rauskam.

Liebe Grüße,
Yvonne

prinzessin01979
03.06.2007, 01:24
Liebe Vonna,

ich kann derzeit nicht viel schreiben, weil es mir derzeit wieder so schlecht geht, wollte aber auch noch etwas für Dich hier lassen.

:Sonne: Sonnenstrahlen, die vielleicht etwas in Dein Herz dringen

:blume: Blumen, die dir vielleicht ein kleines Lächeln über die Lippen zaubern

:kerze: und ganz viele Kerzen, die dir hoffendlich etwas Kraft spenden.

Gute Nacht und liebe Grüße,
Melissa

Inaktiver User
03.06.2007, 22:29
Liebe Melissa,

vielen Dank für Deine lieben Gedanken an mich. Es freut mich immer, wenn auch mal jemand anderes hier was schreibt, dann fühle ich mich nicht mehr so alleine mit meinem Kummer.

Das Wochenende ist ja auch schon wieder vorbei. Heute hatte ich meinen freien Sonntag. Bisher ging es ganz gut, ich konnte mich auch mit mir beschäftigen und bin recht zufrieden mit dem was ich gemacht habe.

Nur der Traum letzte Nacht... ich habe so lange nichts mehr geträumt oder zumindest mich nicht mehr daran erinnern können. Letzte Nacht aber hatte ich einen ganz furchtbaren Traum. Ich möchte ihn hier ein bisschen erzählen, auch damit ich ihn selbst nochmal aufgeschrieben habe. So schwer es mir auch fällt, so abgefahren manches davon auch ist, so sehr ich auch Angst habe seither, möchte ich ihn doch nicht vergessen. Im Traum passierte folgendes: Rainer war wieder da. Wir standen in seinem Arbeitszimmer, er sortierte irgendwelche Papiere. Erste freute ich mich riesig, dass er da ist, dann bekam ich ein komisches Gefühl. Ich sah ihn an und dachte, irgendwas stimmt nicht, er dürfte doch gar nicht hier sein, er ist doch tot. Also fragte ich ihn ganz verwirrt, ob es ihm denn gut gehen würde. Er meinte nur "ja, klar, mir geht es prima". Ich aber war nur noch verwirrter und sagte: "aber das kann nicht sein, du bist doch gestorben". Darauf sah er mich an, sein Gesicht wurde ganz weiß, die Augen verdrehten sich, so dass nur noch das weiße zu sehen war und ich bekam schreckliche Angst. Dann sah er mich aber wieder normal an und sagte "nein nein, mir geht es wirklich gut". Ich aber hatte seitdem Angst vor ihm und lief aus dem Zimmer, wollte weg von ihm. Habe dann auch versucht ihn einzuschließen, was aber nicht ging, die Tür war sofort wieder offen. Dann sagte ich, dass irgendwas nicht stimmen würde, ich würde jetzt einen Notarzt oder sonst wen rufen, wir würden Hilfe brauchen. Das nächste was passierte war, dass ganze viele fremde Leute da waren, die helfen wollte. Alle sagten sie mir, das ist doch prima, Rainer ist wieder da, wieso ich mich nicht freuen würde. Dann saß Rainer auf einmal hinter Glas, wie in einem Schaufenster und sah gar nicht mehr aus wie er selbst. Er hatte eine andere Frisur, sehr seltsame Klamotten an und ganz viele Ringe an den Fingern (er mochte keine Ringe, trug so was nie, weil es ihn störte). Die Leute sagten mir "sehen sie, das ist er doch, wie immer". Ich war total verzweifelt, bekam immer mehr Angst, das war nicht mein Rainer. Ich rief seine Mutter an, die meinte, sie wolle mithören, was diese fremden Leute sagen würden. Also ließ ich sie mithören, nahm heimlich den Telefonhörer mit zu dieser Runde seltsamer Leute, die mir eigentlich helfen wollten. Die sagten dann als nächstes, sie hätte auch noch die Tätowierung an Rainers Fuß gefunden, für seine Liebste. Ich dachte nur, was für ein Schwachsinn, Rainer ist doch nicht tätowiert. Ich wollte wissen, welcher Name da eintätowiert wäre, das müsse irgendein andere Name sein. Sie nannten aber meinen Namen (seltsamerweise komplett, Vor- und Zuname). Da meldete sich seine Mutter per Telefon zu Wort und sagte nur: "Wir kommen sofort, das kann ja nicht sein, diese Leute spinnen doch". Darauf meinten die Leute "wer war das denn?". Und als ich sagte "das war seine Mutter" wurde es schlagartig still im Raum, als ob diese ganzen fremden Leute bei ihrer großen Lüge ertappt worden wären und ich bin aufgewacht. Allerdings mit einer Angst, die ich kaum beschreiben kann. Ich dachte, das darf nicht wahr sein, nun habe ich auf einmal Angst vor dem Menschen, den ich am meisten liebe. Denn ich hatte auf einmal schreckliche Angst vor Rainer. So wie er in dem Traum war, machte er mir einfach nur Angst. Danach konnte ich zum Glück nochmal ein wenig einschlafen, auch wenn der erste Reflex war "ich kann nie wieder schlafen, ich habe zu große Angst, das wieder zu träumen".

Tagsüber ging es jetzt, aber nun rückt die Nacht näher und die Angst kehrt zurück. Wieso muss ich ausgerechnet so was schreckliches und abgefahrenes träumen? Mir fehlt doch eh Schlaf ohne Ende und jetzt muss ich auch noch vor so was Angst haben. Ich weiß nicht, wann ich mich heute ins Bett traue und wie es mir gehen wird, wenn ich da dann darin liege.

Kann der Traum irgendwas sagen wollen? Wie kann ich diese Angst los werden? Ich werde auf jeden Fall meine Therapeutin fragen, aber da muss ich warten bis nächsten Freitag. Und zwischen jetzt und nächsten Freitag liegen noch verdammt viele Nächte...

Ich hoffe, es war okay, dass ich meinen Traum beschrieben habe. Mir war so danach das noch aufzuschreiben und ich dachte, hier passt das auch irgendwie her.

Liebe Grüße,
Yvonne

Bine0369
07.06.2007, 11:41
Liebe Vonna,

ich bin keine Psychologin und habe von sowas keinerlei Ahnung, aber natürlich war es völlig in Ordnung, Deinen Traum mit uns zu teilen. Und wenn es Dir nur hilft, damit fertig zu werden.

Du hast selbst schon geschrieben, dass Du das Gefühl hast, alles fühle sich falsch an, oder dass Du Dir wünschst aufzuwachen und alles ist wieder wie früher. Auch in Deinem Traum war alles ganz falsch. Dein Unterbewusstsein versucht vielleicht, sich ganz langsam damit abzufinden, dass das Leben ohne Rainer nun "richtig" ist und das eine Rückkehr von Rainer (so sehr ich mir das für Dich wünschen würde) "falsch" ist. Das klingt jetzt irgendwie doof, aber ich kann es nicht besser erklären. Aber es ist einfach so, dass Du Dich mit der jetzigen Situation "abfinden" musst. Es akzeptieren musst, was Dir widerfahren ist und dass es wirklich kein Zurück gibt.

Ich weiss nicht, ob Dir das jetzt weiterhilft, aber hab keine Angst vor diesem Traum. Dein Rainer würde Dir nie etwas antun. Er ist nach wie vor in Deinem Herzen bei Dir und wacht über Dich und würde Dich sicher nicht erschrecken wollen. Vermutlich bist Du einfach nur so fertig und Deine Nerven völlig überspannt.

Viele liebe Grüsse und ganz viel Kraft!

Inaktiver User
07.06.2007, 19:46
Hallöchen,

vielen Dank, Bine, für die lieben Worte. Du hast das mit dem "sich falsch anfühlen" und so schon richtig getroffen. Zum Glück hatte der Traum keine langen Nachwirkungen mehr. Morgen habe ich wieder einen Termin bei meiner Therapeutin und da werde ich ihr erstmal noch von dem Traum erzählen. Ich bin schon gespannt, was sie dazu sagt. Seither hatte ich aber wieder keine Träume mehr. Was für mich ja auch eher ungewöhnlich ist, aber vielleicht musste ich mich davon halt irgendwie erholen.

Ansonsten hatte ich gerade, obwohl es mir körperlich gar nicht gut ging, zwei ganz gute Tage. Hört sich schon seltsam an, aber wenn man sich es überlegt, ist es auch ganz logisch. Ich habe mir eine Zerrung oder so am Rücken geholt. Habe was falsch getragen, dabei fuhr es mir heftigst in den unteren Rücken. Montag war ich noch arbeiten, Dienstag konnte ich mich aber kaum noch bewegen und bin zum Arzt gegangen. Der hat mich für Di und Mi krank geschrieben, heute war ja Feiertag, also hatte ich quasi einen kleinen Miniurlaub. Davor hatte ich zum einen Angst, denn einfach so drei Tage daheim und dann auch noch nicht viel machen können... na ja, da wusste ich nicht, wie das wird. Am Dienstag war es auch erstmal gar nicht gut. Ich habe sehr sehr viel geweint und bin traurig, manchmal auch wütend durch die Wohnung gelaufen. So richtig viel habe ich da nicht hin bekommen, bin eine ganze Weile vor dem Fernseher gehangen. Das mag ich eigentlich gar nicht, aber was solls. Am Mittwoch ging es etwas besser, vor allem, weil ich mich auch wieder etwas besser bewegen konnte. Damit ich geschmeidiger werde habe ich erstmal ganz viel Gymnastik und Yoga gemacht, denn je mehr ich gemacht habe umso weniger wurden meine Rückenschmerzen. Und ich war natürlich beschäftigt. Heute war ich dann mit einer Freundin eine Runde radfahren, das hat auch sehr gut getan. Gestern und heute musste ich noch nicht so viel weinen, das ist auf einmal ganz seltsam und mir kommen ganz abwegige Gedanken wie: wie kannst du nach so kurzer Zeit schon einen Tag haben an dem du nicht weinst. Da bekomme ich wirklich ein schlechtes Gewissen, dabei ist das Quatsch... wer sollte denn wollen oder von mir verlangen, dass ich weine. Und ich habe garantiert noch nicht das letzte Mal geweint, ich sollte froh sein über eine Verschnaufpause. Es wird wieder schlimmer werden und dann hoffentlich auch wieder besser. Ich weiß auch nicht... es gibt gerade so vieles, was sich mit Logik und Vernunft nicht machen lässt, es läuft sehr viel einfach auf der Gefühlsebene ab. Dabei ist man sich schon bewusst, was eigentlich "vernüftig" wäre, kann es aber nicht, fühlt einfach anders. Eben wie das mit dem schlechten Gewissen haben. Für mich, als normalerweise recht logisch denkenden Menschen ist das manchmal ein schrecklicher Zustand.

Jetzt werde ich mich wohl lieber noch ein wenig bewegen. Länger sitzen tut meinem Rücken noch nicht allzu gut.

Liebe Grüße,
Yvonne

Inaktiver User
09.06.2007, 00:30
Meinem Rücken geht es besser... also habe ich wieder eine Sache weniger, mit der ich mir Ablenkung verschaffen kann. Auch sonst regelt sich so langsam alles. Zwar gibt es noch ein paar Dinge, die geklärt werden müssen, aber das geht seinen Gang, da habe ich keinen Einfluß mehr drauf. Mein Stromanbieter und mein Telefonanbieter haben endlich auch verstanden was ich von ihnen wollte und so hat sich das Organisatorische langsam geregelt. Zeit, um in das große Loch zu fallen. Und ich falle gerade ins Bodenlose. Ich war heute zwar bei meiner Therapeutin, es war auch ganz okay, aber es hilft mir nicht wirklich. Ich erzähle zwar schon einiges, also auch wirklich Dinge, die mich bewegen, aber irgendwie gebe ich mich nicht wirklich so, wie mir ist. Überhaupt glaube ich, dass bald niemand mehr weiß, wie es mir wirklich geht. Ich verstecke mich und vor allem meine vielen vielen Weinkrämpfe und Heulanfälle. Gerade vorher überkam mich wieder ein solcher. Ich habe fast keine Luft mehr bekommen, so schlimm war es. Jetzt bin ich einfach nur kaputt. Ich bin so kaputt. Ich habe bald keine Kraft mehr für all das. Ich bin müde und alles so leid. Ich will nicht mehr die ganze Zeit diese zentnerschwere Last auf meinen Schultern, diese Leere in meinem Herzen fühlen. In meinen schlimmsten Träumen hätte ich mir so einen Verlust nicht so schlimm vorstellen können. Es ist gerade die Hölle. Und ich glaube, die Leute, die mich verstehen werden immer weniger. Wie sollten sie auch, ich verstecke mich ja daheim, reisse mich sogar bei meiner Therapeutin zusammen und breche dort nicht in Tränen aus. Zu Hause, da erwischt es mich dann, da kommt dann alles raus, so dass es fast zu viel wird auf einmal.

Zum Glück bekomme ich morgen Besuch. Eigentlich habe ich keine Lust drauf, will alleine sein, bin dann aber verdammt alleine... das "alleine" sein hat auf einmal auch eine andere Bedeutung... jetzt wo ich so einsam bin. Wenn ich ganz feste die Augen zu mache und an meinen Rainer denke, dann reicht meine Vorstellungskraft beinahe dafür aus, dass ich fast spüre, wie er mich umarmt. Aber da ist nichts mehr und er wird das nie wieder tun können. Scheiße, das tut so weh.

Ich denke, ich werde mich seit langem mal wieder heulend ins Bett begeben. Heute lässt es nicht mehr nach, da kann ich nicht darauf warten, dass es nachlässt, damit ich im Bett nicht noch weiter weine. Allerdings habe ich noch keine Ahnung, wo ich die Kraft hernehmen soll morgen wieder aufzustehen. Ein weiterer Tag... ich zähle die Tage seit seinem Tod, ich weiß eigentlich nur nicht warum. Ich bin dann ganz ungläubig... am Sonntag sind es 8 Wochen, dass sich die Erde erlaubt hat sich weiter zu drehen, die Sonne weiterhin scheint, obwohl er nicht mehr da ist und mein Leben nicht mehr das selbe ist wie früher. Wie können Erde und Sonne so was nur machen?

Inaktiver User
09.06.2007, 16:26
Liebe Vonna,


Wie können Erde und Sonne so was nur machen?

was sollten Erde und Sonne anderes tun? *leiselächel*

Sie sind ein Versprechen an dich, dass auch du deine Kreise wieder ziehen wirst, wenn deine Zeit gekommen ist.

Jetzt steht die Vonna-Welt still, es ist leer und dunkel und schmerzlich einsam und tränengetränkt.
Das ist eine furchtbare, kräftezehrende Zeit.

Erde trägt dich...
Sonne wärmt dich....
Licht fällt in deine Augen...

Das ist (auch) "Liebe".

Mit der Zeit wirst du erkennen und lernen und wissen (!), dass auch die Liebe zwischen dir und deinem geliebten Rainer weiterhin besteht, von beiden Seiten aus !
Liebe ist nicht zerstörbar, auch nicht das Leben an sich.

Und wenn du an diesem Punkt angekommen bist, dann strahlt auch wieder Licht aus deinen Augen heraus.

Versprochen ! :blumengabe:

Inaktiver User
11.06.2007, 22:35
Hallo zusammen,

danke an Lavendelmond für das Blümchen und die tröstenden Worte. Wenn ich mir diesen Punkt nur wenigstens schon ein kleines bisschen vorstellen könnte. Im Moment habe ich eher wieder das Gefühl mich rückwärts zu bewegen. Ich komme gerade in eine Phase, in der ich ganz trotzig mit dem Fuss aufstampfen möchte und sagen "nein, er ist nicht tot, er kommt wieder und dann kann ich ihm all die Dinge, die in mir sind, die ich ihm normalerweise erzählen würde, endlich erzählen". Das tut so unglaublich weh all das nicht mehr los zu werden. Es hilft auch nichts, wenn ich das aufschreibe, ich kann mich selbst nicht so gut "beschummeln", dass das wirklich was bringt. Vor allem fehlt ja auch seine Reaktion, seine Meinung, die mir immer so wichtig war. Es gab noch so viele Dinge über die wir hätten reden können, über die ich gerne gewusst hätte, wie er darüber denkt. Diese Gedanken oder Dinge fallen mir natürlich auch gerade ein, weil ich in dieser Situation bin, sicher, aber ich war eigentlich schon immer ein recht nachdenklicher Mensch und ärgere mich jetzt, dass wir nicht öfters Mal Dinge diskutiert haben. Seine Ansichten waren oft so erfrischend klar und logisch, das habe ich so an ihm geliebt.

Gerade ertappe ich mich immer wieder dabei, wie ich ihn denke, das muss ich ihn nachher aber gleich fragen wie das ist... und dann brauche ich inzwischen ein paar Sekunden, bis ich überhaupt merke, was ich da gerade gedacht habe und dass das nie mehr gehen wird. Es wird immer unglaublicher.

Ein Freund ist vor ein paar Tagen an der Unfallstelle vorbeigefahren und hat Fotos gemacht. Ich habe eh auch das Gefühl, ich muss da irgendwann mal hin, aber im Moment könnte ich das noch nicht. Die Fotos waren aber gut, so konnte ich mir schon mal ein Bild machen. Es war schwer sie anzuschauen... und dann war es so unspektakulär. Auf den Bildern wirkt diese Kurve in der es passiert ist so lächerlich, sie macht kaum eine richtige Biegung. Ich hatte mir da voll die gefährliche Kurve vorgestellt und nun kommt es mir so popelig vor. Warum... was ist da nur passiert? Aber es ist mühselig, ich werde es nie erfahren und vor allem es wird auch nichts ändern. Viel wichtiger ist gerade... warum scheine ich mich rückwärts zu bewegen? Warum fange ich auf einmal damit an, dauernd zu denken, ich kann ja wieder irgendwann mit ihm reden. Ich komme heim, habe Nachrichten auf dem Anrufbeantworter und denke "na endlich meldet er sich mal, ich hätte es vor Sehnsucht auch nicht mehr länger ausgehalten". Und dann das Erwachen... er kann es nicht sein, nie mehr und alles zieht sich zusammen und tut weh. Manchmal denke ich, an so einem Gefühl werde ich noch einmal ersticken.

Zum Glück habe ich es wenigstens geschafft mich heute in der Arbeit zum ersten Mal gescheit abzulenken. Ist vielleicht nicht genau das, was ich gerade arbeiten sollte, hat aber auch damit zu tun. Somit habe ich kein schlechtes Gewissen, dass ich nichts auf die Reihe bekomme beim Arbeiten und zwischendurch hatte ich sogar richtig Spaß daran, als was funktioniert hat und ich sah, wie leicht es ging.

Diese beiden Seiten... ich kann mich freuen, ich kann mich auch freuen, wenn mir der Wind beim radfahren um die Nase weht und mich die Sonne anstrahlt. Dann kommt wieder ein dummer Gedanke... wie zum Beispiel, wenn ich diesen Moment nur mit Rainer teilen könnte oder... wenn er mich jetzt nur daheim erwarten würde und ich ihm von meinen Erkenntnissen bei der Arbeit erzählen könnte... und ich falle in das nächste Loch. Dieses Auf und Ab ist so was von kräftezehrend. Ich habe das Gefühl, dass das auch körperlich richtig an mir zehrt. Richtig schlafen wäre nämlich auch mal wieder nicht schlecht. Es ist nicht so, dass ich schlecht schlafe, nur zu kurz. Ich will nicht ins Bett, also wird es deutlich nach Mitternacht. Dann wache ich meist gegen 5 Uhr wieder auf, das heißt, ich habe maximal 5 Stunden Schlaf. Das reicht mir einfach nicht. Selbst wenn ich dann nochmal schlafen kann, ist es nur ein dösen und macht eher müder als fitter. Und da ist dann natürlich dieses einsame, leere Bett neben mir.

Manchmal denke ich, ich will nicht mehr und dann gibt es wieder Momente voller Hoffnung, in denen ich mir sage, ich schaffe das, ich mache vor allem auch jetzt was aus meinem Leben. Denn ich habe auch auf einmal das Gefühl, dass mir das immer wichtiger wird, weil ich zur Zeit auch sehr viel über meine eigene Sterblichkeit nachdenke und mir überlege, was will ich eigentlich? Was erwarte ich vom Leben? Wie will ich leben, gelebt haben? Und... ich habe wahnsinnige Angst vor dem Sterben. So plastisch wie gerade habe ich mir das Sterben auch noch nie vorgestellt. Ich hatte schon immer Angst davor, aber ich habe mich noch nie so lange und intensiv damit befasst. Wie geht ihr damit um? Denkt ihr viel über euer eigenes Leben nach? Wie ihr es leben wollt? Wie ihr mal sterben "wollt"? Ob ihr dabei, genau in diesem Moment auch so angsterfüllt sein werdet, wie vielleicht jetzt, wenn ihr nur daran denkt? Oder habt ihr gar keine Angst mehr davor? Oh weh... mir schwirrt der Kopf... hoffentlich drehe ich nicht noch irgendwann durch. Aber es tat gut das mal rauszulassen. Ich hoffe, ich habe euch nicht zu sehr verwirrt.

Dann hoffe ich jetzt mal, dass ich bald ins Bett komme, dass ich nicht wieder sage "ach, sch...egal, ist eh alles egal, dann geh ich eben spät ins Bett und bin wieder einen Tag hundemüde, was macht das schon aus". Irgendwann macht es mal was aus, fürchte ich. In dem Sinne wünsche ich eine gute Nacht.
Eure Yvonne

Inaktiver User
15.06.2007, 16:45
Heute sind es zwei Monate... ich weiß, zwei Monate sind noch gar nichts, werden jetzt viele von Euch sagen oder denken. Ich kann diesen Satz nicht mehr hören. Selbst meine Therapeutin sagt immer "Sie stehen ja noch ganz am Anfang ihrer Trauer". Ich will nicht am Anfang stehen, ich will, dass es nie passiert ist, ich will doch gar nicht in Trauer sein. Oder ich will, dass es vorbei ist, dass es mir wieder besser geht, dass ich wieder schlafen kann, dass ich nicht ständig diese Schmerzen habe und traurig bin.

Es liegt mal wieder ein Wochenende vor mir, an dem ich kaum etwas vor habe. Ich werde nicht wegfahren und es wird mich auch niemand besuchen kommen. Ich habe Angst vor dem Wochenende. Vor allem in der momentanen Stimmung. Es regnet schon den ganzen Tag, das macht mich noch trübsinniger. Eigentlich wollte ich heute abend joggen gehen, aber es ist so nass und unfreundlich da draußen. Ich weiß gar nicht mehr wohin mit meinen Tränen... es nimmt kein Ende, es wird nicht besser. In einem Buch habe ich von einem Ritual gelesen, dass irgendso ein Stamm oder so hat, nämlich, dass die Tränen in irgendwelchen Gefäßen gesammelt werden. Jessas, ich bräuchte da eine riesen Tonne dafür, so viel weine ich zur Zeit. Ich laufe durch die Wohnung, weiß nicht wohin, will nirgends wirklich sein. Meist gebe ich dann auf, hole mir ein Stofftier aus Rainers Zimmer, das ich fast zerquetsche und lege mich mitten auf den Boden, auf den Teppich und weine und weine und weine. Ich mag nicht mehr.

Ich merke schon immer öfter, dass ich mein eigenes Leben in Frage stelle. Warum sollte ich noch leben? So will ich nicht leben. Es geht nicht in meinen Kopf... ich will ihn einfach wieder haben und das geht nicht... also was mache ich nur?

Gestern war ich von morgens bis abends voll beschäftigt, also gut abgelenkt. Es war mir schon fast zu viel. Heute ging es gerade so weiter, bis eben, nun ist dieser dumme Job erledigt und ich merke selbst bei der Arbeit noch, wie ich in ein Loch falle. Zudem ist also so viel passiert, was ich ihm erzählen möchte. Scheiße... ich kann es anderen Leuten erzählen, mache ich auch, aber das ist nicht dasselbe.

Vorgestern habe ich mir seine Stimme angehört. Ich habe extra die Anrufbeantworteransage nicht gelöscht. Zum Glück kann ich bei dem Telefon eine neue Ansage draufsprechen und ablaufen lassen und dabei die alte behalten. Die hat er nämlich drauf gesprochen. Es sind nur ein paar Worte, so wenig, was ich noch von ihm habe, wo ich ihn nochmal hören kann. Ich ärgere mich so, dass ich die kleinen dummen per Digikam gedrehten Filmchen alle mal gelöscht habe, weil sie mir so popelig vorkamen. Jetzt wäre ich froh, wenn ich sie noch hätte.

Leute, wie komme ich nur durch die Tage? Was mache ich jetzt nur? Es käst mich an, dass ich Tag für Tag dasselbe mache. Irgendwie aufstehen - mehr schlecht als recht. Zur Arbeit gehen - ohne Lust, aber froh um die Ablenkung, gleichzeitig das Wissen darum, dass die Arbeit meine Zeit für mich auf so wenige Stunden zusammenschrumpfen lässt. Von der Arbeit heimgehen - auf der einen Seite froh es wieder für einen Tag geschafft zu haben, auf der anderen Seite unglücklich, weil mich nur wieder ein trauriger Abend erwartet. Also hetze ich vielleicht noch zum Einkaufen, telefoniere wie wild, nur um dann festzustellen, der Tag ist schon vorbei ich sollte ins Bett, will aber nicht, habe noch nichts für mich, noch nichts "für ihn" getan. Damit meine ich meinen abendlichen Brief an ihn geschrieben. Also wird es Mitternacht... 1 Uhr... ich schleppe mich ins Bett, um gegen 5 Uhr wieder aufzuwachen, total übermüdet zu sein und zu wissen, so nun das Ganze wieder von vorne. Es ist ätzend! Mache ich zu viel neben her? Zu wenig? Wie hätte ich es denn wirklich gerne, was bräuchte ich? Ich weiß es bald nicht mehr. Kann nicht einfach mal jemand kommen und mir hin und wieder sagen, was ich tun soll? Es ist so anstrengend alles selber zu denken und tun. Ich bin so alleine, niemand sorgt sich mehr für mich mit. Damit meine ich jetzt nicht meine Eltern, die sich bestimmt auch Sorgen um micht machen, ich meine einen Menschen, der bei mir ist, der mich auch mal schubst, wenn ich mich nicht aufraffen kann oder mir sagt "lass mal, geh es ruhig an", wenn ich mich nicht bremsen kann.

Könnte bitte jemand für das Wochenende die Sonne wieder richtig einschalten? Ihre Sonnenstrahlen machen mir das was mir gerade vom Leben bleibt doch etwas leichter...

prinzessin01979
15.06.2007, 20:23
Liebe Vonna,

dieselbe frage stelle ich mir auch nur zu oft: wie komme ich durch die nächsten tage?.. Du hast auch geschrieben, dass du immer mehr dein ganzes leben in frage stellst.. auch mir geht es so.

Immer mehr und häufiger sehe ich keinen sinn mehr- an dem ganzes leben, mich kann keine zukunft erfreuen, weil ich eh weiss, es wird noch so unendlich lange dauern , bis es mir mal wieder " richtig " gut geht...

Manchmal würde ich am liebsten alles hinschmeissen- für was denn noch das ganze? ...

Auch ich will diesen ganzen sch... nicht mehr. Ich habe keine lust, mehr darauf das mein herz mir immer so sehr weh tut, dass meine gedanken nur noch, gedankenspiralen sind, ich drehe mich im kreis, mit allem...

Die welt da draußen ist mir teilweise, so fremd geworden.
Ich bin nicht mehr ich, ich bestehe eigendlich auch nur noch aus schmerz und tränen und auch teilweise hoffnungslosigkeit...

Es wird nie wieder gut werden, wegen dem suizid meines brüderchen. Er wird mir mein ganzes leben fehlen, ich werde nie all die fragen beantwortet bekommen, die noch offen sind.

Ach, liebe Vonna, ich kann dich so gut verstehen...

Ich habe leider auch kein patentrezept gegen den schmerz, die trauer , den tränen usw.. :heul:

Ich schicke dir denoch ein paar sonnenstrahlen :Sonne: aus meiner heimat und hoffe das sie dich ein wenig erreichen können..

Und ein lebbares wochenende, liebe Vonna.

Liebe Grüße,
Melissa

Bine0369
15.06.2007, 21:27
Liebe Vonna,

leider war ich die letzten Tage abends viel unterwegs und konnte nicht schreiben.

Hier erstmal ganz viel Sonnenschein :Sonne: :Sonne: :Sonne: :Sonne:

Sicherlich, Dein Leben ist im Moment anstregend. Und die Trauer zehrt Dich aus und wiegt tonnenschwer auf Deinen Schultern. Und leider kann Dir das auch niemand abnehmen. Sonst würde ich das tun und wenn auch nur für einen Tag.

Aber bitte: wirf Dein Leben nicht weg! Es mag Dir im Moment nicht lebenswert vorkommen. Aber unser Leben ist ein langer Weg. Der geht nicht immer gerade. Es kommen Kreuzungen, Windungen, Berge und manchmal liegt der Weg im Dunklen oder - wie bei Dir - ist der Weg sehr mühsam und unschön. Aber sei Dir sicher, er ist noch nicht zu Ende! Es werden neue Kreuzungen kommen und es gibt neue Kurven und neue Biegungen und es geht nicht nur bergab, es geht auch wieder bergauf. Und wer weiß, was Dich dort noch alles erwartet? Gib die Hoffnung nicht auf. Und hab doch bitte etwas mehr Geduld mit Dir. Es sind erst so wenige Tage vergangen. Dein Verlust war riesengroß und deshalb ist auch Deine Trauer so groß. Die kann man in so kurzer Zeit nicht verarbeiten. Du bist noch nicht im Tal angekommen. Aber das wirst Du, Schritt für Schritt, jeden Tag ein Schrittchen mehr. Und dann geht es wieder nach oben. Anfangs wirst Du das vielleicht nicht bemerken, aber irgendwann kannst Du es sehen.

Eins noch: die Therapeutin ist gerade dafür da, dass Du Dich dort nicht verstellen musst. Sag genau das, was Du gerade fühlst und sagen willst. Es wird Dir helfen!

Ich wünsche Dir für das Wochenende viel Kraft! :blumengabe:

Inaktiver User
16.06.2007, 11:29
Hallo ihr Lieben,

das mit dem Sonnenschein finde ich ja prima, es hat wirklich funktioniert. Hier scheint gerade die Sonne. Also vielen Dank :smile: !

Liebe Melissa,
irgendwie hatte ich eh schon das Gefühl, dass es dir gerade auch nicht so toll geht. Warst du eigentlich inzwischen bei einer Therapeutin? Du wolltest das doch eventuell machen, oder nicht. Heute habe ich ein bisschen länger schlafen können und die Sonne hat beim Aufstehen gescheint. Außerdem bekomme ich nachher nun doch noch Besuch. Der Tag heute scheint also besser zu werden. Was nicht unbedingt heißt, dass ich heute Abend immer noch so empfinden werde. Das ist ja auch oft das anstrengende, dass man sich in einem Moment noch halbswegs okay fühlt und vielleicht etwas hoffnungsvoller in die Zukunft blicken kann und im nächsten Moment stürzt wieder alles über einem zusammen. Aber lass uns einfach hier jammern, wenn uns danach ist, ich glaube das tut gut. Mir zumindest tut es das. Vor allem, wenn ich dann auch so nette mitfühlende Antworten bekomme und auch sehe, andere Menschen habe ähnliche Gedanken, ich bin damit nicht alleine.
Ich hoffe sehr, dass für dich heute auch ein wenig die Sonne scheint und dass du auch mal wieder einen Tag hast, an dem es besser geht und nicht so schlimm ist.

Liebe Bine,
danke für den vielen Sonnenschein, wie du bestimmt schon gelesen hast, er ist angekommen. Zwar quetschen sich noch ein paar Wolken dazwischen, aber für eine etwas bessere Laune reicht es zumindest schon mal.

Keine Angst... ich denke nicht, dass ich mein Leben aufgeben werde. Manchmal ist es nur so hart, dass ich mich schon frage, ob das nicht einfacher wäre. Aber letztendlich könnte ich das doch nicht. Es gibt halt so ganz schwarze Augenblicke, in denen ich einen ziemlichen Tunnelblick habe und dann muss ich auch einfach jammern können. Ich denke auch, so lange ich noch die Kraft habe hier zu schreiben und zu jammern, schaffe ich es auch irgendwie wieder raus. Angst würde ich vor mir selbst bekommen, wenn das mal nicht mehr gehen würde. Denn dann würde ich womöglich stecken bleiben, mich aufgeben. Du schreibst, dass ich bitte mit mir Geduld haben soll. Du weißt gar nicht, wie schwer mir das fällt. Auch auch dein Satz, dass ich noch nicht im Tal angekommen bin - das verstehe ich jetzt so, dass es mir noch nicht "am schlechtesten" ging - und diese Vorstellung finde ich grässlich. Ich stelle es mir eher so vor:
Ich wurde am 15.4. von meinem schönen, gemütlichen Weg, den ich ganz gerne gegangen bin (vor allem ein breiter Weg, auf dem auch Rainer mit mir unterwegs war), von diesem Weg wurde ich abgedrängt, bin in ein riesen Loch gestoßen worden, der alte Weg ist nun weg, nicht mehr erreichbar, endete aprupt. Seither rappel ich mich auf, gehe hierhin und dahin, weiß nicht so richtig wohin. Mal ein Stückchen hinauf, um dann wieder irgendwo abzurutschen und wieder weiter unten anzufangen. Dieses Auf und Ab... wann das enden wird, oder zumindest wann es mehr Auf als Ab wird, die Abstürze in längeren Abständen kommen, die Landschaft, der Weg wieder etwas beherrschbarer und überschaubarer wird. Das ist die große Frage und da kommt meine Ungeduld ins Spiel. Da versuche ich vielleicht gerade mit einem Bagger mir den Weg zu ebnen, damit es schneller geht und bin enttäuscht, dass ich selbst mit einem Bagger in dem unwegsamen Gelände nicht weiter komme. Hei, war jetzt alles mal wieder sehr bildlich, aber so was gefällt mir, wenn ich irgendwelche Bilder finde, die meine Situation beschreiben. Wie kann man nur geduldiger mit sich sein? Ich war schon immer so (was auch immer schon ein Problem war), dass ich an mich selbst sehr hohe Erwartungen stelle. Das ist auch jetzt so. Schnell mit dieser Situation fertig werden, am besten dann alles auf einmal. Leben komplett umkrempeln. Also um mit dem Bild von oben zu sprechen... nicht mühsam hochrappeln müssen, sondern einen Aufzug finden, der mich gleich auf einen neuen Weg bringt, der zwar anders, aber auch schön ist. Ich arbeite daran, aber ich setze mich gleichzeitig wieder unter Druck, sage mir: Such dir schnell einen neuen Job, zieh in eine andere Stadt, such dir eine schöne Wohnung, richte sie so ein, wie du es gerne hättest usw. Dann sitze ich daheim und schaffe es nicht einmal meine Bewerbungsunterlagen auf den neuesten Stand zu bekommen. Sitze bei der Arbeit und schaffe es da nicht einmal mich einen Tag richtig zu konzentrieren und da viel hinzubekommen. Es sind zwei Extreme, entweder es geht gar nichts oder ich will alles. Meinen Zwischenweg muss ich noch finden und das fällt mir so unendlich schwer. Wie lange darf ich es akzeptieren, dass ich gerade halt keine Bewerbungsunterlagen zusammen bekomme? Ab wann sollte ich da wirklich aktiv werden, womöglich Panik bekommen, dass ich noch nichts gemacht habe? Dazu muss ich sagen, dass mein Job auch befristet ist und ich also früher oder später mich eh bewerben muss, da den richtigen Zeitpunkt zu finden ist schon nicht leicht, wenn es einem eigentlich sonst recht gut geht, finde ich.

Na gut, aber heute ist erst einmal Samstag. Ich habe es gestern geschafft meine Eltern anzurufen und zu sagen, dass ich mich freuen würde, wenn sie mich besuchen kommen, da ich nicht so lange am Wochenende alleine sein möchte. Also kommen sie nachher und wir machen uns einen schönen Bummel-Samstag. Heute Abend bekomme ich meinen neuen Herd eingebaut - manche Vermieter sind schon von der Sorte "echt klasse und unkompliziert". Und morgen... morgen scheint ja vielleicht auch wieder ein bisschen Sonne für mich. Aber das sehe ich dann morgen...

Ich wünsche euch allen einen schönen Tag. Und vielleicht macht ja der eine oder die andere mit: heute einfach an den kleinen, schönen Dingen freuen... eine Blume, die im Sonnenschein blüht... Menschen, die sich einfach mal anlächeln... eine Träne weniger, eine die man heute vielleicht mal nicht geweint hat... ich weiß auch nicht, irgendwas in der Art.

Liebe Grüße,
Vonna

Inaktiver User
17.06.2007, 22:01
Ich habe gerade wieder einen der traurigen Momente... Es geht wieder auf das ins Bett gehen zu und ich habe dann immer das Gefühl ich müsste noch so viel tun und kann noch nicht ins Bett gehen. Ich muss doch noch an Rainer denken, um ihn weinen, all meine Gedanken in Worte fassen, damit ich sie nicht vergesse. Und die Zeit rast dann einfach so dahin. Dann wird es wieder Mitternacht und ich bin wieder nicht im Bett und morgen und übermorgen muss ich auch noch eine Stunde früher raus als sonst. Dazu kommt noch, dass ich gestern und heute etwas getan habe, was mir unendlich schwer gefallen ist und wo die Auswirkungen bestimmt erst die nächsten Tage richtig zu spüren sind. Ich habe gestern seine Kleidung aussortiert und das meiste weg getan. Nun war sein Kleiderschrank fast leer. Wir hatten getrennte Kleiderschränke, da wir früher mal jeder für sich ja gewohnt hatten und dann wieder zusammen gezogen sind. Sein Kleiderschrank ist neuer und schöner, also wollte ich diesen jetzt selbst benutzen. Somit habe ich heute dann alles umgeräumt. Ich werde morgen meine Kleidung nicht mehr finden, erst an den falschen Schrank gehen, mich dann daran erinnern, dass ich umgeräumt habe und dann wird mir der Grund dafür bewusst und ich werde in Tränen ausbrechen. So war es vorher schon, als ich nach dem Duschen an den Schrank bin.

Immer wieder diese Frage: Warum nur, warum musste das passieren? Womit haben wir das denn verdient? Was soll ich jetzt ohne ihn anfangen? Die Gedanken drehen sich dauernd im Kreis.

Ansonsten war das Wochenende in Ordnung. Auch heute, wo ich alleine war. Ich habe ein paar mal telefoniert, habe das mit dem Kleiderschrank gemacht. War vorher sogar eine kurze Runde laufen (in den Wald hier sollte man gerade nicht, wegen dieser Eichenprozzessionsspinner Sache - zu dumm). Musste mir also eine neue Runde suchen und die war dann halt nur 40 min. lang. Ist mir eigentlich zu wenig, aber was solls, besser als nichts. Ich habe mir sogar was gekocht. Wollte unbedingt den neuen Herd einweihen. Wenn das nicht gewesen wäre, hätte ich wahrscheinlich nicht gekocht, wäre zu faul gewesen. Es ist schön, dass ich all das geschafft habe und gleichzeitig macht es mich wahnsinnig, denn ich kann es ihm nicht mehr erzählen. Er erlebt das nicht mehr.

Rainer - wo immer Du auch jetzt bist, ich versuche wirklich stark zu sein, ich weiß jetzt auch, was damit gemeint ist, ich solle versuchen für Dich stark zu sein - aber Du fehlst mir so unendlich! Ich wünsche mir nichts sehnlicher als Dich wieder in meine Armen zu halten. Ich liebe Dich so sehr!

Gute Nacht an alle da draussen,
Vonna

_Beate_
17.06.2007, 22:13
Gute Nacht, Vonna! :kerze: :blumengabe:

Inaktiver User
18.06.2007, 23:05
Hallo ihr Lieben,

liebe Beate - danke für Deine "Gute-Nacht-Kerze" gestern. Ich finde es sehr nett, ein Lichtlein für die Nacht zu haben.

Ich bin heute wieder einmal sehr traurig. Ich wollte eigentlich rechtzeitig von der Arbeit heim, wollte noch ein bisschen Zeit haben etwas einzukaufen bevor ich meinen Yoga-Kurs hatte. Dann kam aber die S-Bahn dazwischen die auf einmal nicht mehr fuhr. Mittendrin hieß es, alles aussteigen, die Bahn kann nicht weiter fahren. Ich dachte schon - oh nein, nicht wieder "Personenschaden". Am Bahnsteig stand dann etwas von wegen "Bahn kann zwischen x und y nicht verkehren aufgrund von Notarzteinsatz". Irgendwas in der Art auf jeden Fall. Alles um mich rum hat sich aufgeregt. Ich hörte Sätze wie "kann sich derjenige nicht einfach an einer Endhaltestelle vor den Zug werfen, muss es immer mitten drin sein". Ich dachte mir nur, was ist los mit diesen Menschen? Mein erster Gedanke war, oh nein, bitte lass nicht jemand gestorben sein, welche Schicksale da wohl damit verbunden sind, wer wohl in dem Fall so furchtbar traurig sein wird, wie ich jetzt. Und die Menschen um mich rum regen sich nur auf, dass sie nicht rechtzeitig heimkommen. Da denke ich wieder... na toll, ihr habt wenigstens noch jemanden zu dem ihr heimkommen könnt. Wie sagte diese eine Autorin in dem Buch: "In der Welt der Glücklichen wandeln" oder so was in der Art. Jaja... kann ich absolut nachvollziehen. Da ist man voller Neid, aber auch voller Unverständnis. Ich blieb eigentlich ganz ruhig. Ich war noch etliche Kilometer von daheim entfernt, dachte mir aber, irgendwann werde ich schon heim kommen, irgendwann geht es weiter oder sie schicken Busse, um uns weiter zu bringen. Was solls... viel wichtiger ist doch dieser Mensch, für den der Notarzteinsatz überhaupt nötig war. Mal schauen, ob morgen was in der Zeitung steht... ich hoffe nur, es ist nicht jemand gestorben.

Ansonsten, wie gesagt, geht es mir eh auch nicht so toll. Die Sache mit dem Kleiderschrank umräumen hat mich doch ziemlich mitgenommen. Und dauernd ist doch was, was ich ihm erzählen möchte. Als alle am Bahnsteig standen konnte man fast nur noch Menschen am Handy sehen. "Hallo Engel, ich komme etwas später", sagte der eine und mir krampfte sich alles zusammen - ich habe keinen "Engel" mehr (hätte ihn zwar nie so genannt, aber ihr wisst was ich meine). "Schatz, wollte nur sagen..." waren die nächsten Worte, die ich hörte. Jeder hatte auf einmal jemanden, den er anrufen konnte, dem er sagte, dass es später wird. Ich hatte niemanden. Ich hätte gar nicht gewusst, wem ich das hätte sagen können. Beinahe hätte ich einfach einer Freundin eine SMS geschrieben, dass ich befürchte zu spät zum Yoga zu kommen. Einfach um auch jemanden sagen zu können, was da gerade los ist und "dass ich später komme". Ich fühlte mich so alleine, obwohl ich in einem Pulk vom Menschen stand (bestimmt mittlerweile 3 S-Bahnen voll Menschen). Normal hätte ich Rainer angerufen, auch wenn es nicht so wichtig gewesen wäre, weil ich mir ja dachte, dass ich schon weiter kommen werde (das hätte ich so oder so gedacht, ist ja nicht das erste Mal, dass mir so was passiert ist). Aber vielleicht wäre er schon daheim gewesen und hätte mich dann einfach mit dem Auto abgeholt. Wir wären dann bestimmt noch spontan essen gegangen oder so. Für so was war er immer zu haben. Ich weiß noch, wie ich einen miesen Tag bei der Arbeit hatte, zu spät raus kam. Ich wusste, dass er eigentlich noch in die Stadt wollte ein Buch abholen. Also rief ich an, zeitlich hätte es passen müssen. Er meinte, er hätte das Buch schon geholt, wäre gerade heim gekommen. Ich jammerte ein wenig rum, wie dumm mein Tag war und so und er meinte nur, na dann komm ich wieder in die Stadt und wir essen irgendwo draußen in einem Cafe was, das Wetter ist so schön. Und er kam dann einfach nochmal in die Stadt. So wurde der Abend für mich doch noch gerettet und der miese Tag war vergessen. Jetzt... jetzt laufe ich ständig an diesem Cafe vorbei, sehe den Tisch da stehen, an dem wir gesessen haben und vermisse ihn so unendlich.

Oh Leute, ich muss mich zusammen reißen, sonst schaffe ich das morgen nicht. Ich sollte ins Bett, habe noch nichts gegessen, bin eigentlich noch nicht so weit ins Bett gehen zu können und dennoch ist es schon wieder so spät.

Ich wünsche Euch allen eine gute Nacht - schlaft schön :schlaf gut: und vor allem auch gut.

Liebe Grüße,
Vonna

Inaktiver User
20.06.2007, 14:31
Mein Tag gestern war voll mit lauter kleinen Erlebnissen, die ich so gerne mit meinem Rainer teilen würde. Auf der einen Seite war es ein recht guter Tag (wenn man bedenkt, wie gut ein Tag gerade überhaupt sein kann), auf der anderen Seite macht mich so ein Tag auch gleich wieder traurig, denn wie kann ein Tag ohne ihn gut sein? Und vor allem, er erfährt es ja nicht mehr, ich kann ihm nichts mehr erzählen. Ach herrjeh... es ist wirklich verdammt hart damit zurecht zu kommen. Diese Achterbahnfahrt der Gefühle, dieses mühsame hochrappeln mit anschließendem abstürzen.

Heute habe ich wieder Therapiestunde. Irgendwie weiß ich gar nicht so recht, was ich meiner Therapeutin heute erzählen will. Ich könnte von all den kleinen Erlebnissen berichten und was sie in mir ausgelöst haben. Das kommt mir nur auch schon wieder so banal vor. Außerdem... brauche ich dafür eine Therapeutin? Das konnte ich auch meinem besten Freund und meiner besten Freundin erzählen. Ich fühle mich gerade so leer. Ich schaffe es nicht einmal 5 min. über etwas bestimmtes nachzudenken. Mein Hirn scheint einfach abzuschalten. Ist es vielleicht inzwischen etwas überhitzt? War das in letzter Zeit einfach zu viel? Heute verspüre ich so einen Drang einfach Zeit für mich zu haben und voller Muse etwas zu tun. Zu malen beispielsweise... etwas zu machen wo ich nicht nachdenken muss, wobei es in Ordnung ist, dass mein Hirn gerade nicht richtig funktioniert. Kennt ihr so Phasen auch? Für mich ist das ganz neu. Normalerweise arbeitet mein Kopf auf Hochtouren. Es ist nicht alles sinnvoll was ich dabei so denke und es ist mir auch oftmals zu viel... aber wenn das auf einmal ganz weg ist, ist es doch sehr ungewöhnlich. Ich mache mir keine Sorgen, dass es nicht wieder kommt, wahrscheinlich kommt es früher wieder als es mir lieb ist, aber ich weiß nicht so recht wie damit umgehen. Und... ich habe keine Lust so in diese Therapiestunde zu gehen. Bei mir muss immer alles effektiv sein, wenn ich so was mache, sonst ist es ja "rausgeworfenes Geld". Ich könnte ihr natürlich genau das sagen, was ich hier jetzt geschrieben habe und vermutlich werde ich das auch tun. Dann muss ich einfach schauen, was sie dazu sagt und wohin sich das dann entwickelt. Geduld ist doch eh nicht meine Stärke... wobei ich bei manchen Dingen inzwischen geduldiger zu werden scheine. Es gab jetzt schon Momente, in denen ich gesagt habe: Nein, über diese Sache rege ich mich frühestens am Freitag wieder auf, wenn bis dahin wirklich nichts passiert ist, vorher ist es verschwendete Zeit. Es hat tatsächlich funktioniert. Und... die Sache hat sich Dienstag geregelt... gut, dass ich mich nicht aufgeregt habe.

Ups... ich muss los... so ist das, wenn man sich bei der Arbeit für so was Zeit nimmt.

Bis später...
Vonna

wolfsmond
20.06.2007, 16:15
Hallo Vonna,

ich hatte gestern so einen "leeren" Tag.

Kann Dich sehr gut verstehen. Habe meinen geliebten Mann vor
3 Monaten hergeben müssen. Gestern wurde sein Grabstein gesetzt und ich konnte den ganzen Tag an nichts anderes denken. Total versunken im tiefsten tränenreichen Tal.
Bin auch früher aus dem Büro nach Hause. Zum Glück gibt es deshalb keine Probleme. Habe einen sehr verständnisvollen Vorgesetzten und liebe Kollegen.

Wünsche Dir eine effektive Therapiestunde.

wolfsmond

Inaktiver User
20.06.2007, 23:35
Oh weh... die Vorstellung mit dem Grabstein ist ja auch ganz fürchterlich. Ich kann es gut verstehen, dass Du im Tränental versunken bist. Schön, dass wenigstens bei der Arbeit so viel Verständnis da ist und es für Dich da nicht auch noch Probleme gibt. Ich habe auch schon eine ziemliche Angst vor diesem Moment. Leider kann ich ja nicht gerade oft an Rainers Grab gehen, da es einfach zu weit weg ist. Von daher habe ich sowieso so meine Probleme. Ich konnte mich noch nicht einmal an den Namen auf diesem Holzkreuz "gewöhnen" (weiß nicht, ob man sich da je daran gewöhnen kann), wie wird das dann erst, wenn da ein Grabstein gesetzt wird? Und vor allem, werde ich den Grabstein mit aussuchen können, lassen mich seine Eltern da mit entscheiden? Wenn ja, finden wir auch einen, mit dem alle zufrieden sein werden. Ich habe mittlerweile eine genauere Vorstellung davon, meine Therapeutin hat mich darauf gebracht mal etwas darüber nachzudenken, aber was wird in dem Moment sein, in dem er dann wirklich dort auf diesem Grab steht. Wieder ein Ort mehr, an dem sein Name steht, deswegen da steht, weil er gestorben ist. Es stehen da zwei Daten darauf... Geburtstag und Todestag. Da sollten einfach keine zwei Daten stehen, diese Daten liegen doch viel zu nahe beieinander. 38 Jahre... was ist das schon? Fast 14 Jahre davon durfte ich ihn kennen mehr als 9 davon durfte ich seine Partnerin sein. Ich habe mir immer vorgestellt, wie wir einmal alt und runzlig werden und trotzdem noch Händchen halten. Ich fand es immer so tröstlich, dass er bei mir sein wird, wenn einmal die harte Zeit kommt und meine Eltern diese Welt verlassen müssen (davor hatte ich schon immer Angst und diese Angst ist jetzt natürlich noch viel größer). Er würde dann für mich da sein, dachte ich mir. Nie dachte ich doch, dass er der nächste sein würde, der sterben müsste.

Trotz allem war die Therapiestunde recht gut, vielleicht lag es ja auch mit an Deinem Wunsch zur einer effektiven Therapiestunde, wolfsmond - dafür danke :blumengabe: .
Ich habe gleich am Anfang gesagt, dass ich heute so leer war. Damit meinte ich übrigens wirklich leer... ich konnte kaum etwas denken. Auch nicht an Rainer... an irgendwie gar nichts. Sonst denke ich, so fühlt es sich zumindest an, von morgens bis abends über Rainer, meinen Verlust, das Leben nach und bekomme schon Kopfschmerzen von all den gedanklichen Verknotungen. Ich versuche zu begreifen, dass er wirklich nie wieder kommt. Ich versuche mir vorzustellen, was ich von meinem Leben erwarte, wie ich einmal sterben werde. Solche Gedanken habe ich jetzt sehr oft. Sie machen mir Angst, sie machen mich fertig. Selbst wenn ich jetzt darüber schreibe, habe ich diese Gedanken heute nicht wirklich so richtig. Ich weiß nicht, wie ich es beschreiben soll. Es dringt nichts richtig durch zu mir. Sicher, geweint habe ich eben trotzdem. Ich lese hier in dem Forum so die anderen Geschichten, lese wie traurig andere sind und muss auch gleich wieder mit weinen. Einmal weine ich dabei für die anderen mit, schnell weine ich dann aber auch wegen meinem eigenen Verlust. Mir wird schmerzlich bewusst, dass ich auch "so eine bin", die nun in diesen "Bund der Trauernden" gehört, in dem eigentlich niemand Mitglied sein will, sich aber nicht dagegen wehren kann, keinen Einfluß darauf hat.

Auf jeden Fall war der Tag heute seltsam. Bei der Therapeutin war es aber okay. Sie fand es vollkommen in Ordnung, dass ich auch mal "leer" bin. Sie sah das so, wie ich übrigens auch, dass sich mein Kopf da vielleicht auch einfach mal eine Pause nimmt, die er dringend braucht. Zudem habe ich ja akuten Schlafmangel - den ich gerade dadurch, dass ich schon wieder so spät schreibe und noch später ins Bett kommen werde nicht gerade auszumerzen versuche.

Und wieder laufen mir die Tränen in kleinen Bächen die Backen runter während ich schreibe... er fehlt mir so.

Jetzt bin ich wieder leer... diesmal leergeweint. Vielleicht sollte ich so einfach ins Bett gehen und den leeren Kopf dafür nutzen ohne weitere Tränen vergießen zu müssen ins Bett zu können. Ich glaube, hier wird es auch gerade sehr wirr.

Deshalb Euch allen eine gute Nacht. Schlaft so gut Ihr könnt, erholt Euch so gut Ihr könnt und träumt die schönsten Träume, die Ihr Euch gerade vorstellen könnt.

Alles Liebe,
Vonna

Inaktiver User
21.06.2007, 22:38
Rainer - ich vermisse Dich so unendlich. Hier fängt gerade der Sommer am See wieder an und ich kann nur daran denken, wie es letztes Jahr war, wie wir das alles gemeinsam erlebt haben. Dieses Jahr hätte ich es am liebsten, wenn das alles gar nicht stattfinden würde. Vermutlich werde ich zu irgendwas irgendwann hingehen, ich glaube nicht, dass ich es ganz sein lassen werde. Aber es wird weh tun, Du wirst in Gedanken immer bei mir sein. Ich werde dann daran denken, wie wir das große Feuerwerk zusammen angeschaut haben, Arm in Arm aneinander gekuschelt. Und diesmal... falls ich es anschaue... ich werde alleine sein. Ich kann nie mehr Deine Arme spüren, mich an Dich schmiegen. Wie soll je alles wieder gut werden ohne Dich? Wie soll ich leben ohne Dich? Du hast mir geholfen zu dem Menschen zu werden, der ich heute bin. Du hast immer an mich geglaubt, viel mehr als ich selbst. Wer glaubt denn jetzt so an mich? Du warst sicher, dass ich mein Studium doch irgendwann noch schaffen würde, trotz all meiner Problem und meiner eigenen Zweifel daran. Und selbst wenn es anders gekommen wäre und ich gesagt hätte, ich gebe es auf, Du hättest zu mir gehalten, egal was ich getan hätte. Du warst immer für mich da, Du warst der einzige Mensch, bei dem ich das Gefühl hatte, er versteht mich wirklich. Ich glaube, Du warst Dir dessen gar nicht bewusst wie viel Du mir gegeben hast, Du hast Dich nur immer gefragt, wie Du mir helfen könntest und wusstes gar nicht, dass Du es bereits getan hattest. Ich wünschte so, ich könnte Dir das alles noch sagen. Ich habe es nie in der Form getan. Wir hatten ja noch alle Zeit der Welt - dachten wir zumindest. Und nun bist Du fort, bist nicht mehr für mich da. Ich kann Dir nicht mehr sagen, wie gut Du mir getan hast, wie sehr Du mir geholfen hast, wie sehr ich Dich geliebt habe. Wie sehr ich Dich immer noch liebe und wohl auch immer lieben werde.

Inaktiver User
23.06.2007, 23:54
Mein geliebter Rainer,

gerade war das besagte Feuerwerk... ich habe vom Küchenfenster aus doch ein wenig zugesehen, musste daran denken, wie es letztes Jahr war. Ich habe Angst vor der nächsten Zeit, vor all diesen Ereignissen, die auf mich zukommen, denen ich das erste Mal alleine begegnen werden muss und mich nur noch daran erinnern kann, wie es mit Dir zusammen war. Heute war ein so anstrengender Tag. Ich bin um 9 Uhr morgens zum Arbeiten aus dem Haus gegangen und um 21 Uhr abends heim gekommen. Es waren so viele Leute da am Tag der Wissenschaft und vor allem waren so viele Familien da. All die Kinder und ihre Eltern. Wir hatten ein Quiz angeboten. Die Kinder (und auch die Eltern) konnten Fragen beantworten und haben dann kleine Geschenkchen bekommen. Ich habe die Eltern beobachtet wie sie mit ihren Kindern umgegangen sind und musste mich immer fragen, wie es geworden wäre, wenn wir endlich Kinder gehabt hätten. Ich konnte mir so gut vorstellen, wie Du als Papa da mit unserem Kind ebenfalls durch die einzelnen Stände läufst, Dinge erklärst, wie Du sie auch mir immer schon so toll erklärt hast. Und das darf jetzt nicht mehr sein. So wird es nun nie werden.
Die ganze Zeit musste ich freundlich sein, dauernd lächeln und schön nett mit den Leuten reden, ihnen Sachen erklären und zeigen. Zwischendurch habe ich mal eine kleine Pause gemacht, musste mich unbedingt zurück ziehen. Da war ich dann auf dem Klo und konnte nur noch weinen, es ging nicht mehr anders. Es war alles zu viel. Die vielen Menschen... die glücklichen Menschen, die vielleicht gar nicht wissen, was für ein Glück sie haben. Sicher, ich habe auch mitgelacht und als alles überstanden war, habe ich mich auch noch eine Weile mit den Kollegen zusammen gesetzt und wir haben uns unterhalten und sehr viel gelacht. Ich bin froh, dass ich noch so lachen kann. Aber mittlerweil kann auf das schönste Lachen und Freuen innerhalb einer Minute das große Heulen kommen. Und das kam dann auch... dann nämlich, als ich mich auf den Weg nach Haus gemacht habe. Eigentlich hundemüde, total kaputt, aber voll mit Erlebnissen, kleinen Geschichten, Dingen die passiert sind, die ich erzählen will... aber die ich nur Dir erzählen will. Ich wusste, ich gehe jetzt heim in diese leere Wohnung, Du wirst nicht da sein, Du wirst nie wieder da sein und ich kann Dir all das nicht erzählen. Wo soll ich hin damit? Kann ich jemand anderen anrufen und es erzählen, habe ich mich gefragt. Aber ich konnte nicht - wen auch? Mir ist niemand eingefallen. Für heute gilt - Du oder eben niemand. Morgen kann ich vielleicht anderen davon erzählen wie es war, aber dann auch nie in dem Maß wie ich es Dir erzählt hätte. Das macht so fertig. Vor allem der Gedanke, dass das nun immer so sein wird. Ich kann es nicht ändern, ich kann nichts tun. Ich muss irgendwie damit fertig werden und weiß manchmal wirklich nicht mehr wie.

Gestern hatte ich auch eine sehr sehr schlechte Stimmung abends... ich habe zum ersten Mal wirklich daran gedacht, wie es wäre, wenn ich nicht mehr aufwachen müsste, wenn auch für mich alles vorbei wäre. Es erschien mir so verlockend, endlich nicht mehr diese Schmerzen spüren zu müssen, diese dunkle Traurigkeit. Ich könnte es nicht, ich meine, irgendwas tun, damit ich nicht mehr aufwache und nicht weiter leben muss. Aber es macht mir Angst so zu fühlen, zu merken, dass ich es mir manchmal schon wünsche ich könnte es doch. Langsam zerreisst es mich... diese Gefühle machen mich alle. Alles auf einmal, das volle Programm. Weinen, Heulkrämpfe bekommen, wieder beruhigen, hoffnungsvolle Gedanken bekommen, kreisende Gedanken ohne Lösung oder Ende, dann doch mal wieder fröhlich sein, lauthals lachen könne, im nächsten Moment am Boden zerstört sein. Ich weiß gar nicht, wie ich das beschreiben soll. Es kommt mir vor wie Schwerstarbeit.

Ich bin so müde... ich habe jetzt diese Woche so wenig geschlafen, ein paar Mal war ich mitten am Tag so müde, dass ich einfach dort wo ich war hätte einschlafen können, mir die Augen zugefallen sind. Und jetzt geht es wieder so und es ist bald Mitternacht und ich mag schon wieder nicht ins Bett. Morgen früh bin ich zum Frühstück verabredet, also wird wieder der Wecker klingeln. Zwar nicht so früh wie sonst, aber immerhin. Es ist okay, dass ich was vor habe, jemanden zum reden haben werde. Heute Abend war ich auf die Kollegen ganz neidisch, die jetzt noch was vor hatten. Die entweder heim zu ihrem oder ihrer Liebsten gehen konnten oder zu irgendeinem Fest zu irgendwelchen Freunden. Ich habe hier keine Freunde... ich wohne hier noch nicht so lange, dass ich viele Freundschaften hätte schließen können. Und im Moment ist es natürlich sehr schwer für mich welche zu finden. Immerhin... das Frühstück morgen, eine neu gefundene Freundin... die einzige hier am Ort. Eigentlich auch traurig... aber was soll ich machen?

Ich sollte erstmal ins Bett gehen... schon wieder alleine. Es ist Samstag... Kuscheltag... Kuschelwochenende. Was unter der Woche oft mal zu kurz kam, haben wir immer am Wochenende nachgeholt. Da hatten wir Zeit morgens länger im Bett zu bleiben und aneinandergekuschelt noch etwas weiter zu dösen. Jetzt muss ich schon seit Wochen jeden Samstag und Sonntag einsam und alleine aufstehen und raus in die kalte Welt. So kommt es mir zumindest vor. Wieder niemand da... kein Küsschen vor dem Schlafen gehen... keins beim Aufwachen zum Start in den Tag. Niemand der auch mal Frühstück macht, mich damit überrascht mit der Aussage, dass er Brötchen holen geht. Bei all diesen Dingen auf einmal alleine zu sein, das ist so die Hölle.

Ach Schatz... ich könnte jetzt noch ewig weiter jammern, es wird nie ein Ende nehmen. Ich vermisse Dich nunmal so unendlich und ich bin so machtlos. Aber auch so kaputt... so erledigt... ich kann jetzt nicht mehr.

Inaktiver User
24.06.2007, 23:11
Hallo zusammen,

der Sonntag ist vorbei und ich habe nicht das Gefühl, als ob ich schon gewappnet bin, um in eine neue Woche zu ziehen. Nur den Sonntag zum Erholen zu haben ist schon wenig. Vor allem, wenn der Samstag gar so anstrengend war. Das würde alles schon gehen, wenn es mir halt nicht gerade so mies gehen würde. Ich habe akuten Schlafmangel und das wird so natürlich wieder nicht besser. Wenigstens habe ich es heute Nachmittag geschafft mal ein halbes Stündchen auf dem Sofa zu schlafen. Immerhin etwas.

Ich bin so alleine, so verdammt alleine. Meine Tage laufen alle gleich ab, ich werde noch wahnsinnig. Und ich habe nicht die Kraft selbst etwas daran zu ändern. Wenn mir nur jemand dabei helfen würde. Aber wer sollte das schon tun? Inzwischen fragt keiner mehr so richtig, wie es mir eigentlich geht, ob er etwas für mich tun kann. Ich glaube, langsam wird von mir erwartet, dass einfach "alles wieder gut ist". Zumindest von den Leuten, die nicht allzu eng mit mir befreundet sind. Ach, es ist so hart, dass ich hier kaum Freunde habe. Niemand in nächster Nähe, der sich vielleicht auch mal um mich kümmern könnte, wenn ich für nichts mehr Kraft habe. Ich habe echt das Gefühl total alleine gelassen zu sein. Ich weiß nicht, wie lange ich das noch aushalte.

Vielleicht sollte ich mich wirklich irgendwo bewerben, schauen, dass ich von hier weg komme. Aber ich fürchte, dazu fehlt mir die Kraft. Das schaffe ich einfach noch nicht. Aber wenn ich hier immer nur noch unglücklicher werde?

Jetzt sollte ich wieder einmal ins Bett und will nicht. Manchmal habe ich auch das Gefühl, dass ich mich selbst kasteien will. Ich will immer müder und kaputter werden, ich will nicht ausgeschlafen sein, will nicht, dass es mir einigermaßen gut geht. Mir muss es gerade einfach schlecht gehen, ich wünsche mir, dass ich irgendwann voll zusammen breche. Ist das nicht total krank? Bin ich noch normal? Und vor allem, wie komm ich da wieder raus?

Verzweifelte Grüße von Vonna

Lisbet
25.06.2007, 13:28
Liebe Vonna,

habe gerade Deine Geschichte gelesen und sie ist mir wirklich unter die Haut gegangen. Ich habe selber - gott sei dank - zwar noch nie einen geliebten Mesnchen für immer verloren, aber ich kann trotzdem gut nachvollziehen wie es Dir geht. Es ist natürlich nicht vergleichbar, aber als sich mein langjähriger Freund nach sieben Jahren von mir getrennt hat, bin ich auch in ein tiefes schwarzes Loch gefallen. Er war zwar nicht von der Welt, aber es war für mich wie ein kleiner Tod, denn ich wusste, die Trennung war für immer. Ich musste ohne ihn leben, obwohl ich das überhaupt nicht geplant hatte. Alle meine Träume von einem gemeinsamen Leben sind in sich zusammen gefallen.

Ich kann Dir nur sagen, dass es irgendwann besser wird. Momentan geht es Dir unendlich schlecht, aber irgendwann von jedem Tag an ein kleines bisschen besser. Ansonsten kann ich Dir nur raten, den Schmerz und die Trauer ruhig zuzulassen und auch das Weinen hilft. Unterdrücke es nicht, sondern lass es ruhig raus. Auch das ist ein Mittel, seine Trauer zu verarbeiten.

Ich denke an Dich und schicke Dir ganz viel Kraft!!!!

Sei gedrückt!
Lisbet

prinzessin01979
25.06.2007, 17:03
Ich kann Dir nur sagen, dass es irgendwann besser wird. Momentan geht es Dir unendlich schlecht, aber irgendwann von jedem Tag an ein kleines bisschen besser. Ansonsten kann ich Dir nur raten, den Schmerz und die Trauer ruhig zuzulassen und auch das Weinen hilft. Unterdrücke es nicht, sondern lass es ruhig raus. Auch das ist ein Mittel, seine Trauer zu verarbeiten.


Sei gedrückt!
Lisbet


Liebe Vonna,

ich brauch Lisbet`s Zeilen nichts mehr hinzuzufügen.

Ich denke an Dich und schicke Dir ein rießengroßes Kraftpaket!

Sei lieb gegrüßt,
Melissa :blume:

Inaktiver User
25.06.2007, 17:15
Liebe Lisbet, liebe Melissa,

vielen Dank für Eure Kraftpakete, die Ihr mir geschickt habt. Es ist schön, wenigstens noch hier tröstende Worte zu finden.

Ansonsten kam es heute genau so wie ich es vermutet habe. Ich bin in einem großen, schwarzen Loch. Das Wochenende war zu kurz, die Enttäuschung und der Frust über vermeindliche Freunde zu groß. Irgendwie scheint gerade niemand mehr da zu sein. Ich steigere mich da natürlich schon auch rein, das weiß ich, aber ich habe keine Kraft etwas anderes zu tun. Ich weiß wirklich langsam nicht mehr, wie ich damit umgehen soll. Ich lasse es ja auch raus, aber ich kann hier bei der Arbeit auch nicht die ganze Zeit heulend rumlaufen. Ich weiß gar nicht, was ich morgen machen soll. Ich fange wieder an darüber nachzudenken einen Tag krank zu machen und mich etwas zu erholen. Aber wird es dann besser? Dann bin ich alleine daheim und spüre erst recht wie alleine ich bin. Hey Leute, ich habe nicht einmal mehr jemanden, den ich anrufen könnte. Zumindest habe ich das Gefühl, dass da keiner mehr übrig ist, der mich noch aushalten kann, dem ich mal mein Leid klagen kann. Von einmal in den Arm nehmen ganz zu schweigen, denn die wenigen Leute, die ich kenne, sind ja auch nicht gerade in der Nähe.

Also habt vielen Dank für Eure Umarmungen, die Kraft scheint leider noch nicht so ganz bei mir angekommen zu sein und die Verzweiflung wächst eher, als dass sie besser wird. Ich weiß... geduldig sein. Ich will ja auch gar nicht so viel, nur wenigstens wieder ein bisschen das Gefühl haben, dass es noch irgendwo wen gibt, der sich für mich interessiert, der mir mal zuhört, jemand von meinen Freunden. Dass Ihr hier das tut, das weiß ich ja und darüber bin ich auch froh. Ein ganz kleiner, grüner Grashalm in der schwarzen Wüste, in der ich gerade bin.

Liebe Grüße,
Vonna

wolfsmond
25.06.2007, 18:01
Liebe Vonna,

ich verstehe Dich sehr gut!
Fühle mich im Moment auch unverstanden und teilweise im Stich gelassen.

Heute hat ein Kollege von mir einen saublöden Spruch abgelassen.
Natürlich ohne vorher das Hirn einzuschalten.
"Sie haben es ja gut Frau ...!"
Ich hätte ihm am liebsten eine geknallt. Stattdessen bin ich in
mein Büro und hab' erst mal losgeheult.
Wie unsensibel kann man denn sein???

Fühl Dich ganz doll gedrückt!

wolfsmond

Inaktiver User
25.06.2007, 23:06
Vielen Dank liebe wolfsmond,

ich habe Deine Geschichte hier auch schon mitverfolgt und es tut mir auch so leid für Dich. Du hattest ja auch schon mal die Sache mit dem Grabstein setzen geschrieben. Da denke ich ja auch noch mit Furcht daran, dass das noch vor mir liegt. Und ich fand Dich sehr tapfer, wie Du davon erzählt hast.

Zu dem Thema "die Anrufe lassen nach" hast Du ja sogar einen eigenen Strang angefangen. Ich kann es nicht ganz bestätigen, das sind so Wellen mit den Anrufen. Allerdings musste ich indirekt nachhelfen. Zunächst hat sich kaum jemand gemeldet, irgendwie hat sich wohl keiner getraut, nur die besten Freunde und die Familie eben. Dann gelangte meine Enttäuschung darüber, dass sich so wenig melden von einem sehr guten Freund zu den anderen und darauf hin haben sie sich bei mir gemeldet. Da wurde es mir mit einem Schlag beinahe zu viel. Jetzt ist das wohl wieder vergessen und diese Phase vorbei. Gerade ist wieder eher Funkstille. Heute war es eben ganz schlimm. Da hatten nicht mal die guten Freunde für mich Zeit. Ich habe sie ja auch nur am Telefon zur Verfügung. Das ist auch saublöd.

Sehr dämlich ist aber echt auch der Spruch beim Arbeiten bei Dir. Ich kann es mir gar nicht vorstellen - wie meinte er das denn, dass Du es gut hättest? Sowas kann man doch nicht einfach sagen. Na gut... ich weiß, Hirn einschalten ist manchmal echt schwierig, kennt man von sich selbst ja auch, aber trotzdem. Ich zucke bei der Arbeit auch jedes Mal zusammen, wenn jemand so komische Witze macht oder Sprüche ablässt, bei denen von irgendwas mit "tot" die Rede ist. Die gehen dann nicht direkt an mich, das ist nur so ein Gerede und Sprüche reißen. Aber wenn einem so was passiert ist, dann wird man viel hellhöriger. Ich benutze selbst manchmal Ausdrücke, die mir eigentlich gar nicht mehr gefallen. Wie zum Beispiel, "das ist zum totlachen" oder "ich bin todunglücklich". Eigentlich schon komische Worte, oder nicht?
Auf jeden Fall kann ich gut verstehen, dass Du Dich erstmal in Dein Büro verzogen hast. Ich kenne es auch zu gut, wie man sich da mal zurück ziehen muss und einfach mal losheult. Manchmal hoffe ich, dass es niemand merkt und manchmal wünsche ich mir, dass es doch endlich mal jemand mitbekommt, wie mies es mir geht und sich vielleicht auch mal um mich kümmert. Es ist nicht leicht damit umzugehen. Nur ist es das weder für einen selbst, noch für die anderen. Dabei würde es so viel helfen, wenn man sich nicht darum auch noch Gedanken machen müsste.

Vorhin war ich beim Yoga, erst wollte ich gar nicht hingehen, ich dachte mir, das hilft mir heute auch nicht, das wird womöglich gar nicht recht funktionieren. Dann hat aber besagter guter Freund angerufen und wir haben uns kurz ausgesprochen (von wegen komisches letztes Gespräch und keine Zeit haben oder so) und ich bin dann doch ins Yoga gegangen. Hat auch wieder ganz gut getan. Dann kam ich heim... in die leere Wohnung. Ehe ich mich versah lag ich im Schlafzimmer auf dem Boden und habe mal wieder geweint wie ein Schlosshund. Es geht einfach nicht in meinen Kopf, dass er nie wieder kommt. Dieses Gefühl "was ich ihm alles zu erzählen habe, wenn er erst wieder da ist" ist noch so stark. Und auch dieses Gefühl "wenn ich nur ganz viel weine und jammere, muss er doch irgendwann sehen und merken wie schlecht es mir geht und mich endlich erlösen". Irgendwer oder -was muss das doch endlich mal sehen und irgendwas tun. Tja, keine Ahnung wer, keine Ahnung was und erst recht keine Ahnung was tun.

Ach Ihr Lieben, ich zünde jetzt noch eine Kerze für meinen Rainer an :kerze: und dann noch eine, für alle die ebenfalls mal wieder eine dunkle Nacht vor sich haben, weil sie traurig sind :kerze: . Ich umarme Euch ebenfalls und wünsche allen eine so weit es geht erholsame Nacht.

Liebe Grüße von Vonna

teichmuschel
27.06.2007, 10:55
Liebe Vonna,

als meine Mutter vor 14 Monaten gestorben ist habe ich das ganze Ausmaß der Worte "plötzlich und unerwartet" erfahren. Bis zu diesem Zeitpunkt waren dies nur Worte die ich nicht nachempfinden konnte. Ich dachte immer, wenn die Eltern sterben dann bin ich traurig. Das Ausmaß dieser Traurigkeit mit allen Gefühlen, wie Hoffnungslosigkeit, Angst, Einsamkeit (obwohl ich einen Partner habe), das Leben in Frage stellen, sich selbst nicht mehr kennen, hat mein Leben aus den Fugen gebracht und bis heute bin ich noch nicht auf der "Reihe". Es geht mir besser, aber noch lange nicht gut. Ich hatte und habe 3 Menschen die wirklich versuchen mir zu helfen und mich zu verstehen. Aber wie sollen sie, wenn ich mich selbst nicht verstehe. In den ersten Wochen war es schön und hilfreich, dass sie mir zugehört haben, auch wenn ich zum xten Male das Gleiche erzählt habe. Aber wie soll ich jetzt erklären, dass der Druck auf meiner Brust nicht weichen will und ich auch mit noch so viel Anstrengungen nicht dahinter komme, warum das so ist. Ich habe, glaube ich, bis heute nicht gelernt mich und meine Trauer so anzunehmen wie sie ist. Geduld mit mir zu haben und gut zu mir selbst zu sein. Nicht immer wieder zu mir selbst sagen: "Es muss jetzt aber besser sein. Du musst jetzt aber wieder so richtig funktionieren".
Liebe Vonna, sei gut zu Dir selbst und habe Geduld mit Dir. Behandle Dich so wie Du einen Freund behandeln würdest dem das gleiche Schicksal widerfahren wäre. Auch mit dem hättest Du Geduld.
Ich weiß, es ist Schwerstarbeit sich immer und immer wieder aus dem tiefen Loch herauszuarbeiten. Aber irgendwann wird es leichter.
Lass Dich mal ganz vorsichtig drücken und ich wünsche Dir für jeden Tag einen kleinen Lichtblick.
"Schatten, die auf unser Leben fallen, sind nichts anderes als ein sicheres Zeichen dafür, dass es irgendwo ein Licht geben muss, das es sicht lohnt zu suchen". (Wenn nicht heute oder morgen, dann vielleicht nächste Woche oder nächsten Monat).

Liebe Grüße
Teichmuschel

Inaktiver User
27.06.2007, 13:45
Liebe Teichmuschel,

danke für Deine Worte. Das mit Deiner Mutter tut mir leid und dass Du auch heute noch damit kämpfen musste geduldig mit Dir zu sein ist natürlich auch nicht einfach. Das mit dem plötzlich und unerwartet kann ich sehr sehr gut nachvollziehen. Was ist plötzlicher und unerwarteter als zwei Polizisten, die bei einem vor der Tür stehen und einem sagen, dass der geliebte Partner tot ist? Ich habe auch eine wahnsinnige Angst davor, wenn einmal meine Eltern sterben. Bis vor kurzem dachte ich dann dabei immer, ich habe dann ja wenigstens meinen Rainer, er wird mir eine Stütze sein. Nun ist er selber weg und ich habe niemand mehr, der mich da einmal stützen wird. Zumindest im Moment nicht und ich kann wirklich nur hoffen, dass sich das eines Tages (wenn möglich rechtzeitig) ändern wird.

Gut zu mir selbst bin ich, glaube ich schon. Geduldig, das ist ein großes Problem bei mir, das bin ich nicht. Aber nicht im Sinne von "ich muss jetzt einfach wieder funktionieren", das kann ich akzeptieren, dass das nicht so schnell gehen wird oder einfach auch meine Sache ist, wann das bei mir wieder geht. Außerdem, ich will doch gar nicht funktionieren, ich will leben. Ungeduldig bin ich was das alleine sein angeht. Ich will nicht alleine sein, ich hätte gerne irgendeinen Halt. Gerade heute ist das allerdings wieder kein sehr gutes Thema, denn ich habe das Gefühl, dass keiner mehr übrig ist. Du hast geschrieben, dass Du 3 Menschen hattest, die wirklich für Dich da waren und Dir geholfen haben (oder es zumindest wollten). Ich glaube, bei mir ist da allerhöchstens noch eine übrig und die ist 100 km weit weg und eigentlich auch eher damit beschäftigt wie sie als frischgebackene Mutter zurecht kommen kann. Ich fühle mich sehr einsam. Natürlich weil ich Rainer vermisse, aber auch, weil niemand mehr da ist, den ich gerne anrufen will, mit dem ich etwas unternehmen möchte. Ich überlege schon seit 1-2 Tagen was ich nächstes Wochenende tun kann, ich habe noch nichts vor. Ich bin hin und hergerissen zwischen mal Zeit für mich und meine Projekte haben und Zeit mit ein paar netten Menschen verbringen. Meine Liste mit Dingen, die ich mal gerne tun möchte von Malen über Fotoalbum machen zu Homepage gestalten oder Bewerbungsunterlagen fertig machen wächst und wächst. Aber gleichzeitig ist da auch das Bedürfnis nach Aussprache, nach jemandem der mal für mich da ist, mit dem ich mich gemeinsam ablenken kann oder einfach nur was unternehmen kann. Eigentlich ist mir die Wahl schon abgenommen worden, denn für den zweiten Punkt habe ich einfach niemanden mehr, der dafür in Frage kommt. Auf Dauer wird das so sehr sehr schwer. Wenn ich gerade so richtig schwarz sehe, dann sehe ich mich, wie ich einmal (vielleicht alt und runzelig) alleine sterben werde und niemand mehr da ist, den das kümmert. Das ist bei all meiner Trauer um Rainer im Moment mein größter Frust... ich habe das Gefühl niemanden mehr zu haben. Dass ich ihn nicht mehr habe ist schlimm genug, aber nun scheine ich auch keine Freunde mehr zu haben, die mal für mich da sind. Ich habe es versucht... aber im Moment ertrage ich Abweisungen nicht so besonders gut und vor allem kann ich dann nicht darüber diskutieren, dazu fehlt mir die Kraft. Entweder jemand kann jetzt für mich da sein oder er kann es nicht. Wenn er mal kann und mal nicht, ich ihn erst überzeugen muss, jetzt brauch ich Dich aber wirklich also bitte sei da, dann ist das zu anstrengend für mich. Wenn ich höre "du kannst jeder Zeit bei mir anrufen... aber bitte nicht nach 21 Uhr", dann bin ich nur verwirrter, als wenn gar keine Zusagen gemacht worden wären. Ach herrje... es ist gerade echt scheiße.

Wie lerne ich neue Leute kennen? Kann mir nicht jemand einen Rat geben? Wie finde ich, ausgerechnet auch in dieser Situation, ein paar Leute, die zu Freunden werden könnten? Wenn ich mich wenigstens mal trauen würde den einen oder anderen Kollegen zu fragen, ob man nicht abends mal was unternehmen könnte, vielleicht wäre das ein Anfang. Oder wenn ich es in einen Sportverein oder so schaffen würde... aber wann soll ich dafür denn Zeit haben?

Und dann beschäftigt mich gerade noch was sehr... ist es okay, wenn ich jetzt schon Gedanken habe, dass ich wieder einen Partner will? Versteht mich nicht falsch... am liebsten hätte ich einfach Rainer wieder, das ist klar. Es ist auch nicht so, dass ich jetzt sofort eine neue Beziehung will. Aber es ist dennoch so, dass ich daran denke, mir Männer anschaue und mich vor allem frage, wie soll ich je wieder einen finden, es sind doch eh alle verheiratet, haben Kinder... Familie... was bleibt da irgendwann für mich noch übrig? Ist es schlimm, dass ich solche Gedanken habe? Oder ist es eher gut solche Gedanken zu haben? Vielleicht kann mich das ja auch "am Leben" halten. Wenn ich nicht am Leben hängen würde und meinen Weg finden wollte, dann würde ich ja an so was gar nicht denken können. Oder ist es womöglich eine Flucht vor der Realität? Am besten schnell in jemand anders verlieben, schnell was neues aufbauen, alles vergessen? Oh Gott... ich will doch nichts vergessen was mit Rainer zu tun hat... nie und nimmer. Ich bin total verwirrt... mein kleiner Kopf schwillt langsam auf ungeahnte Größen an. Ich sollte versuchen ihn mal wieder mit etwas Arbeit abzulenken - mal schauen, ob er drauf reinfällt.

Ah... unglaublich... es gibt sie doch noch die kleinen Wunder und Lichtblicke. Gerade erhalte ich eine Mail von einer neu gewonnenen Freundin (wir kennen uns noch nicht so gut, deshalb zähle ich sie nicht zu diesen "ich kann Tag und Nacht anrufen"-Freunden), die auf einmal doch am Samstag Zeit hat und mich fragt, ob wir was machen sollen. Ein kleiner Sonnenstrahl macht sich breit :Sonne: . Das sollte ich wirklich nutzen, dann komme ich auf jeden Fall am Wochenende ein bisschen raus.

Liebe Grüße,
Vonna

teichmuschel
27.06.2007, 20:20
Liebe Vonna,

es freut mich, dass ein kleiner Lichtblick in Form einer evtl. neuen Freundin Dich erreicht.
Als meine Mama gestorben ist hatte mein Partner große Probleme mich zu verstehen. Und nach ca. 3 Monaten ist er selbt in ein großes "Loch" gefallen. Vielleicht lag es daran, dass er nie den frühen Tod seines Vaters (er war damals 9 Jahre alt), dann 1990 den Tod seiner Mutter und 1993 den Tod seines Bruders verarbeitet hat. Dann ist da meine Freundin aus der Schulzeit. Seit 35 Jahren sind wir befreundet. Auch sie hatte große Probleme mit mir, da sie nie jemanden kannte der in einer ähnlichen Situation war. Erst durch meine Erfahrung hat sie sich mit diesem Thema auseinander gesetzt und war dadurch für mich da. Die 3. Person ist eigentlich eine frühere Freundin meines LG. Sie hatte durch einen Anruf bei uns mitbekommen,dass meine Mutter gestorben ist und es mir so schlecht geht. Alle anderen die sich meine Freunde nennen haben sich "hintenrum" nach mir erkundigt, aber nie angerufen oder sind vorbeigekommen. Vielleicht dachten sie, dass dies ja andre tun? Ich weiß es auch nicht so genau. Über dieses Forum habe ich eine nette und verständnisvolle Freundin kennen gelernt, deren Mutter ebenfalls gestorben ist.
Aber Du siehst - es tun sich manchmal ganz andere neue Wege auf.
"Früher" dachte ich immer, dass es schon einen Unterschied macht, ob der Partner oder die Eltern sterben. Die Eltern sind ja in der Regel vor ihren Kindern dran. Aber ich denke beides ist schwer zu verarbeiten. Mit dem Partner verliert man die Zukunft, die man geplant hat und mit den Eltern die Vergangenheit, die gesamte Kindheit. Keiner ist mehr da, der einen so ohne Vorbehalte liebt, wie es die Eltern getan haben.
Dein - "Ich möchte wieder leben" kann ich gut nachvollziehen. Aber ich denke das dauert noch eine ganze Weile, bis sich das Gefühls des "lebendig seins" wieder einstellt.
An einen neuen Partner zu denken finde ich völlig normal. Keiner möchte gerne alleine sein. Die Gedanken, wo soll ich denn wieder einen Partner finden, der zu mir passt. Die Auswahl ist in einem gewissen Alter nicht mehr so groß, als wenn man 20 Jahre alt ist.
Aber ich habe in meinem Bekanntenkreis eine Frau, deren Mann vor 4 Jahren gestorben ist - sie war damals Ende 40. Und jetzt hat sie einen neuen Partner kennengelernt. Alles kann kommen, wenn Du wieder dazu bereit bist.

Ich war lange der Meinung, dass die Einzige die mich über den Tod meiner Mutter trösten könnte meine Mutter wäre und sie mir diesen Halt geben könnte. (Kling verrückt ich weiß). Aber in meiner Vorstellung war nicht vorhanden, dass sie einmal sterben könnte. Sie hat mich 46 Jahre meines Lebens begleitet (mein Vater starb als ich 13 Jahre alt war).
Freunde können einen vielleicht stützen. Aber ich bin mittlerweile der Meinung, dass ich nur Halt an mir selber finden kann, um vielleicht weitere Tiefschläge des Lebens ertragen zu können. Und daran arbeite ich, mein Selbstvertrauen, das mir abhanden gekommen ist wieder zu erlangen. Ich glaube auch dann kann ich mich erst wieder den Menschen so richtig zuwenden.

Ich weiß, dass dies alles ein wenig abgedreht klingt aber ich bin nicht so die große Meisterin der Schreibkunst.

Warte ab, das Leben wird DICH schon wieder finden und bis dahin brauchst Du viel Geduld.

Liebe Grüße
Teichmuschel

Inaktiver User
28.06.2007, 09:47
Liebe Teichmuschel,



"Früher" dachte ich immer, dass es schon einen Unterschied macht, ob der Partner oder die Eltern sterben. Die Eltern sind ja in der Regel vor ihren Kindern dran. Aber ich denke beides ist schwer zu verarbeiten. Mit dem Partner verliert man die Zukunft, die man geplant hat und mit den Eltern die Vergangenheit, die gesamte Kindheit. Keiner ist mehr da, der einen so ohne Vorbehalte liebt, wie es die Eltern getan haben.

Da hast Du absolut recht. Wahrscheinlich kann man das auch einfach nicht miteinander vergleichen. Viel wichtiger ist wahrscheinlich einfach wie die Beziehung zu dem Menschen ausgesehen hat, den man verloren hat. Habe ich eine Mutter, mit der ich mich so gut verstehe und die mir so viel Liebe gibt, wie es bei Deiner Mutter der Fall gewesen sein muss, und verliere diese, ist das einfach schlimm für mich. Da spielt es keine Rolle, ob es der "natürliche Lauf der Dinge" ist. Habe ich einen Partner, von dem ich mich so verstanden fühle, wie sonst von noch niemandem auf dieser Welt (so war es bei mir), dann ist das genau so schlimm. Man kann es nicht miteinander vergleichen und das muss man auch nicht, finde ich.



An einen neuen Partner zu denken finde ich völlig normal. Keiner möchte gerne alleine sein. Die Gedanken, wo soll ich denn wieder einen Partner finden, der zu mir passt. Die Auswahl ist in einem gewissen Alter nicht mehr so groß, als wenn man 20 Jahre alt ist.
Aber ich habe in meinem Bekanntenkreis eine Frau, deren Mann vor 4 Jahren gestorben ist - sie war damals Ende 40. Und jetzt hat sie einen neuen Partner kennengelernt. Alles kann kommen, wenn Du wieder dazu bereit bist.

Das klingt tröstliche. Ich lese so kurze "Erfolgsgeschichten" gerade jetzt sehr gerne. Wenn ich von anderen höre, dass auch sie nach einer solche schweren Zeit wieder jemanden gefunden haben, dann gibt mir das schon Trost. Ich neige nur leider dazu mich dahingehend unter Druck zu setzen. Ich hätte doch so gerne einmal eine Familie - Mann und Kinder. Aber als Frau bin ich eben irgendwann zu alt, um noch Kinder zu bekommen. Das setzt mich gerade unter Druck. Ich kann nichts dagegen machen. Jetzt muss ich wieder von vorne anfangen und bin doch eh schon "so alt". Ich muss daran arbeiten, das nicht so verbissen zu sehen und vor allem mir auch selbst zu genügen. Erstmal mit mir selber zufrieden sein. Ich glaube, das geht auch etwas in die Richtung, die Du beschreibst, wenn Du sagst, dass Du daran arbeiten musst, Dein Selbstvertrauen wieder aufzubauen.


Ich war lange der Meinung, dass die Einzige die mich über den Tod meiner Mutter trösten könnte meine Mutter wäre und sie mir diesen Halt geben könnte. (Kling verrückt ich weiß).

(...)

Ich weiß, dass dies alles ein wenig abgedreht klingt aber ich bin nicht so die große Meisterin der Schreibkunst.

Liebe Teichmuschel, ich finde, das klingt gar nicht abgedreht, ich finde das klingt absolut normal und ich finde mich darin sofort wieder. Ich denke auch oft, der einzige, der mich jetzt trösten könnte, der mich jetzt verstehen würde, das ist mein Rainer. Wir haben nun mal jeder einen Mensch verloren, der uns geliebt hat, den wir geliebt haben und der uns verstanden hat und so angenommen hat, wie wir eben waren. Da ist es doch normal, dass genau dieser Mensch der geeignete wäre uns zu trösten. Ist schon ein wenig eine verzwickte Sache. Die Kunst ist wohl hier eine Alternative zu finden. Das was dieser Mensch an einem leisten würde, um uns zu trösten, wo anders zu finden. Am besten in sich selbst. Und eigentlich, so denke und hoffe ich, steckt es auch in uns drin, denn diese lieben Menschen sind in uns drin, "leben" in uns weiter. Sie haben uns das Handwerkszeug mit solchen Problemen umzugehen mitgegeben, wir müssen nur in uns danach graben, um es hervorzuholen. Ich hoffe wirklich, dass das so ist und ich hoffe für uns, dass wir Stück für Stück diese Hilfe in uns finden werden.

Liebe Grüße,
Vonna

Inaktiver User
29.06.2007, 22:58
Wieder ist es Wochenende. Und ich habe das Wochenende ganz dringend nötig, muss mich etwas erholen. Ich habe wieder sehr wenig geschlafen diese Woche. Letzte Nacht habe ich auf einmal einen Krampf in der Wade bekommen, sehr heftig. So was hatte ich noch nie. Ich glaube, ich sollte dringend ein bisschen mehr auf meine Ernähung achten. Es überfordert mich eigentlich momentan auch noch darauf zu achten. Dabei bin ich was das angeht eher ein pingeliger Mensch. Normalerweise fand man bei mir lauter gute und gesunde Sachen im Kühlschrank. Jetzt findet man kaum mal was und wenn was gesundes drin war, ist es inzwischen vergammelt, muss ich zu meiner Schande gestehen. Ich habe so gerne gekocht, wenn ich wusste, es ist nicht nur für mich alleine, Rainer wird sich auch darüber freuen und gerne mitessen.

Auch der Sport kommt zu kurz. Immer wieder nehme ich es mir vor, will laufen gehen. Heute war es wieder nichts, weil meine Wade immer noch weh tut. Und inzwischen bin ich auch schneller dabei zu sagen "na dann heute halt nicht, ich bin zu müde". Vielleicht stimmt das auch einfach, ich bin meistens sehr sehr müde, aber ich weiß eigentlich auch wie gut mir die Bewegung tun würde. Und was noch viel mehr zählt, ich weiß, wie Rainer sich immer gefreut hat, wenn ich es geschafft habe laufen zu gehen, was für mich zu tun. Er war dann stolz auf mich, hat sich mit mir mitgefreut, dass ich meinen Allerwertesten hoch bekommen habe. Gerne würde ich wieder laufen... damit ich mir weiterhin vorstellen kann, dass er stolz auf mich wäre.

Oh mein lieber rainer... du fehlst mir so unendlich. Diese Woche habe ich weniger geweint als davor, aber wenn ich weinen musste, dann umso heftiger. Ich kann doch nichts dafür... gerade würde ich mir immer wieder wünschen, dass du zurück kommst und ich dir endlich sagen könnte "ich habe es dir doch gesagt... das mit dem Motorradfahren ist zu gefährlich, siehst du nun, was du davon hast und vor allem, was du mir damit angetan hast". Das geht mir immer wieder durch den Kopf und die Gedanken sind wirklich so, als ob er irgendwann ja wieder kommt und ich ihm das sagen kann. Dabei weiß ich, dass das nicht geht und ich weiß, dass ich ihm eigentlich keine Vorwürfe machen kann. Vorsichtiger als er hätte man nicht fahren können. Aber man hätte es auch sein lassen können, weil es einfach generell ein größeres Risiko ist. Ach Rainer... du bist dieses Risiko eingegangen... hast du eigentlich mal einen Moment an mich gedacht? Ich weiß, ich bin nicht fair. Natürlich hast du das. Du hast es nicht gern gesehen, wenn ich mir solche Sorgen gemacht habe. Ich habe mich zurück gehalten, weil ich das Leuchten in deinen Augen sah, wenn du wusstest, du wirst gleich Motorrad fahren. Es hat dir so gefallen. Ach scheiße... warum konnte dir nicht einfach... ich weiß nicht, irgendwas weniger gefährliches gefallen? Immer wieder die gleichen Gedanken... immer noch... warum ausgerechnet du? Es kann doch einfach nicht wahr sein... ich muss doch mal aufwachen.

Oh weh... so wollte ich eigentlich gar nicht schreiben, als ich hier heute angefangen habe, aber es floß mal wieder so aus mir raus, genauso wie meine Tränen.

Ach ihr Lieben, ich wünsche euch allen ein schönes Wochenende, ein paar Sonnenstrahlen :Sonne: und ganz viel Entspannung :entspann: von der anstrengenden Woche. Irgendwann müssen wir uns doch auch mal erholen können...

Alles Liebe,
Vonna

Inaktiver User
01.07.2007, 11:51
Ich habe es getan... ich kann es noch gar nicht fassen. Seit ein paar Tagen schon habe ich mir überlegt, was ich mit Rainers Bett machen soll. Bei meinem wäre mal wieder ein neuer Bezug fällig gewesen. Das letzte Mal hatte ich seins dann einfach gelassen, es roch noch so nach ihm. Inzwischen roch es nicht mehr nach ihm, vor allem auch sein Schlafanzug, in den ich mich oft reingekuschelt habe, der roch nur etwas muffelig und einfach nicht mehr nach meinem Rainer. Also habe ich jetzt schweren Herzens beschlossen beide Betten frisch zu beziehen und seinen Schlafanzug zu waschen. Ich werde ihn einfach selbst anziehen, denke ich, dann ist er mir auf andere Weise nahe. Klingt vielleicht komisch, aber ich empfinde es nun mal so. Ich stand also in unserem Schlafzimmer... fragte mich, ob ich es fertig bringen würde, ob ich es womöglich bereuen würde, wenn ich das jetzt tue. Ich vernichte damit die letzten dunklen Haare von ihm, die auf dem Kopfkissen zu finden waren. Aber was sind schon ein paar Haare? Die bringen ihn mir auch nicht wieder zurück. Jetzt dreht die Bettwäsche gerade ihre Runde in der Waschmaschine, ich habe es getan. Ich habe dabei geheult wie ein Schlosshund und mich gleich wieder beruhigt, nur um wieder anzufangen zu heulen. Ich glaube, eine Sirene wäre eine passende Beschreibung für dieses auf und ab.

Es ist schon seltsam... auf der einen Seite möchte ich gerade Neues um mich herum haben - ich musste zum Beispiel auch seine Tagesdecke, die immer noch auf der Bettdecke lag, wegtun und in den Schrank legen. Auch meine habe ich nicht mehr genommen, ich habe eine ganz andere darüber gelegt. Am liebsten hätte ich jetzt aber eine ganz neue, die nur ich aussuche und die ganz andere Farben hat, die mir gerade viel eher entsprechen. Klingt das seltsam? - Auf der anderen Seite will ich alles erhalten wie es ist, weil er doch bald zurück kommen wird - wie, das wird er nicht? Ich weiß, ich weiß... aber es fühlt sich doch so an... was soll ich machen? Immer öfter überwiegt jetzt das "etwas neues muss her", es muss etwas umgestaltet werden. Und so bewege ich mich Schritt für Schritt durch die Wohnung. Gestern gab es einen neuen Duschvorhang. Das Sofa im Wohnzimmer habe ich schon vor ein paar Wochen umgestellt. Aber in seinem Zimmer sieht immer noch alles genau so aus wie vorher. Ich habe zwar alles durchgesehen, aber nichts aussortiert oder umgeräumt. Ich habe mir zwei schöne Kisten gekauft in die einmal all der Krimskrams, der mir wichtig ist rein soll. Briefe, Zettelchen, kleine Mitbringsel aus dem Urlaub usw. Aber dafür habe ich gerade keine Energie... dann eben nicht, es muss ja nicht jetzt sein, dann bleibt es erstmal so. Nur das Gefühl, dass die Energie eher weniger wird das zu tun ist etwas seltsam. Ich bin so ein Mensch, wenn ich einmal dem Aufräumwahn verfallen bin, dann kann ich nicht mehr aufhören. Ich glaube aber, in diesem Fall wäre das auch fatal, denn dann würde ich bestimmt etwas wegräumen, was ich später bereuen würde. Also versuche ich es mal so - ist ganz neu für mich. Aber zur Zeit ist ja eh alles neu für mich. Ach Leute... manchmal verwirre ich mich selbst ich hoffe, ich habe euch jetzt nicht auch verwirrt. :smirksmile:

Heute sind es 11 Wochen. Wenn ich so durch dieses Forum lese werden jetzt einige sagen, das ist doch noch gar nichts. Mir kommt es aber schon unendlich lange vor. Schließlich hat es auch schon für Sturzbäche voller Tränen gereicht. Oft rauschen diese Bäche immer noch abends durch die Wohnung, aber es ist seltener geworden und kürzer. Vielleicht dafür einmal recht heftig, aber ich kann mich danach schneller wieder etwas anderem zuwenden. Meine Ängste drehen sich mittlerweile um Fragen wie: Wann bekomme ich womöglich Ärger im Job, weil ich jetzt natürlich nicht so schnell voran gekommen bin wie ich sollte? Ich bin nur für ein Jahr eingestellt und nun ist ein drittel der Zeit vorbei. Das was ich in diesem Jahr tun sollte, ist aber noch nicht einmal ansatzweise absehbar. Dabei bin ich sowieso nicht gerade die schnellste und habe jetzt wirklich Angst das nicht zu schaffen. Rainer wäre mir da jetzt eine Stütze, denn ich weiß, selbst wenn dieser Unfall nicht passiert wäre, würde es mir trotzdem beim Job ein Stück weit so gehen. Nun... er ist nicht mehr da, aber in meinem Kopf höre ich ihn oft, was er dazu sagen würde. Aber ob ich das wirklich hin bekomme... das hätte auch er nicht zu sagen vermocht. Dann muss ich mich ja auch demnächst mal anfangen zu bewerben. Keine Ahnung wieviel vorher ich das tun sollte, aber ich will einfach auch mal "üben". Ich habe keine Ahnung wo und wie und mit welcher Kraft ich das tun soll. Ich habe aber Angst davor, dass dieses Jahr schneller vorbei ist als mir lieb ist und ich auf einmal mit nichts da stehe. Vorher wäre das nicht so schlimm gewesen, da wäre Rainer als Halt dagewesen, vor allem auch finanziell. Und wer weiß, vielleicht wäre ich dann eh erstmal Mutter geworden - was ich mir sehr gewünscht hätte. Aber jetzt... jetzt muss ich ganz auf eigenen Füßen stehen. Das ist auf der einen Seite sowieso erstrebenswert, aber auf der anderen Seite verdammt hart, vor allem, wenn man gerade gar nicht so richtig weiß, wo man im Leben steht. Und dann diese Wohnung... ich bin gerne hier, und dann auch wieder nicht. Das ist so wie ich oben schon geschrieben habe... ich will was neues, aber das alte nicht aufgeben. Ich weiß... geduldig sein ist hier das Schlüsselwort. Aber wenn man das Gefühl hat einem läuft die Zeit davon, was macht man dann? Wenn man von außen einem gewissen Druck ausgesetzt ist (damit meine ich jetzt meine Jobsituation), was soll ich dann machen? Da kann ich nicht ewig geduldig sein, da muss ich mir früher oder später was überlegen. In meinen Träumen funktioniert das auch sehr gut, aber umgesetzt bekomme ich nichts davon. Tja und nun ist wieder so ein Sonntag... ich könnte meine Bewerbungsunterlagen endlich mal auf den neusten Stand bringen - aber ich schaffe es wohl wieder nicht. Auf der anderen Seite will ich mich ja auch etwas entspannen und ausruhen. Morgen ist wieder Montag und die Arbeit wird mir genug abverlangen, vor allem, wenn ich jetzt auch anfange mir ein schlechtes Gewissen zu machen, weil ich so wenig leiste und mir denke, irgendwann wird mich der Chef zu sich rufen und fragen wie weit ich bin und womöglich aus allen Wolken fallen, wenn ich nichts vorzuweisen habe. Ach... keine Ahnung. Ich bin da eine Schwarzseherin, ich kenne mich, aber auf der anderen Seite, vielleicht bewahrheitet sich das schwarzsehen ja auch irgendwann. :knatsch:

Na gut, hoffen wir es einfach mal nicht, dass es das tut oder dass ich vorher die Kraft finde dem entgegen zu wirken. Mal ein bisschen weiter zu kommen und dann einfach auch was zu haben, was ich sagen kann, was ich geleistet habe. Es erwartet von mir da bestimmt keiner gerade eine Höchstleistung. Aber ich weiß gar nicht, ob dem Chef und den Kollegen bewusst ist, dass es selbst nach 11 Wochen nicht unbedingt leichter ist und man immer noch Tage hat, an denen man im Büro sitzt und eigentlich gar nicht weiß, was man da gerade macht. Zumindest mir geht es so, ich weiß ja nicht, was ihr da für Erfahrungen gemacht habt. Vielleicht mögt ihr mir davon erzählen, es hilft immer zu lesen, wie andere damit umgehen.

Nun werde ich aber in den "Alltag" zurück kehren und Wäsche aufhängen. Haltet mir mal die Däumchen, dass ich es heute endlich schaffe mein Vorhaben joggen zu gehen, wieder in die Tat umzusetzen, das würde mir ein wenig Antrieb geben.

Liebe Grüße,
Vonna

wolfsmond
01.07.2007, 15:08
Liebe Vonna,

mein Mann ist am nächsten Dienstag 15 Wochen tot.
Manchmal habe ich immer noch das Gefühl es wäre gestern gewesen. Ich vermisse ihn schrecklich.
Ich hatte sein Bett (zusammen mit meinem) überzogen, als er im Krankenhaus war. Natürlich in der Meinung er würde nach seinem Krankenhausaufenthalt wieder darin liegen. Leider war dies nicht so. Mein Bett habe ich in der Zwischenzeit schon mehrmals bezogen, aber sein Bettzeug habe ich bis jetzt so gelassen, obwohl er ja gar nicht mehr darin geschlafen hat. Jetzt habe ich halt immer zwei unterschiedliche Bezüge in unserem Bett. Na und! Ich hab's eben einfach nicht geschafft es anders zu beziehen.
Manche Außenstehende werden das für bescheuert halten, aber ich bin mir sicher jede/jeder von uns Trauernden hat so seine individuelle Art mit Dingen umzugehen.

Meine Arbeitsleistung im Büro ist an den meisten Tagen ganz normal. An manchen anderen Tagen kann ich mich überhaupt nicht konzentrieren bzw. mit dem Heulen aufhören. Bin sehr froh, dass ich (bis jetzt noch) überwiegend verständnisvolle Kollegen und Kolleginnen und einen sehr menschlichen Vorgesetzten habe.
Allerdings frage ich mich auch manchmal wie lange dieses Verständnis noch aufgebracht werden wird. Für einige in der Firma ist die "Schonzeit" nämlich schon vorbei. Habe ich gerade letzte Woche schmerzlich spüren müssen.

Wünsche Dir, dass Du Dich zum Joggen aufraffen konntest.
Dein Rainer wäre stolz auf Dich!

Viel, viel Kraft für die kommende Arbeitswoche:blume: :blumengabe: :Sonne:

wolfsmond

Inaktiver User
01.07.2007, 23:30
Hallo liebe wolfsmond,

vielen Dank für Deine Worte.

Ja das mit der "Schonzeit" bei der Arbeit ist so eine Sache. Vor allem ist es ja voll blöd, wenn Du das "Ende der Schonzeit" schon zu spüren bekommen hast. Ich hoffe, es war nichts allzu schlimmes bzw. hoffe ich, dass Du Dich davon nicht allzu sehr runterziehen lässt. Aber ich kann Dich sehr gut verstehen, wenn das schmerzlich ist. Vor allem, zumindest ginge es mir so, ist man viel dünnhäutiger geworden, wenn einem so was passiert. Schon komisch... manche Sachen können mich gar nicht mehr so sehr aufregen oder schockieren und andere Dinge sind dafür total tragisch und ich könnte gleich in Tränen ausbrechen oder wütend werden. Es ist einfach ein Gefühlschaos in dem wir uns befinden. Für andere ist es bestimmt auch nicht leicht damit umzugehen. Ich habe eine ziemliche Angst vor dem "Ende der Schonzeit", frage mich aber mittlerweile auch, ob ich das deutlich mitbekomme oder ob es vielleicht schon eingetreten ist und ich es nur noch nicht direkt zu spüren bekomme. Ich kann ja in meinen Chef auch nicht rein sehen. Und besonders nahe steht der seinen Mitarbeitern nun nicht gerade - ist eher eine, der sich schon auf ein etwas höheres Podest gestellt hat. Es wird zwar alles immer super korrekt gemacht, aber irgendwie geht die Menschlichkeit dabei flöten. Aber das ist ein anderes Thema. Vielleicht aber auch der Grund, warum ich mich so davor fürchte, dass er mal was entsprechendes sagt.

Auf jeden Fall wollte ich Dir auf diesem Weg auch einen schönen Start in die neue Woche wünschen und ganz viel Kraft sämtlichen Leuten entgegentreten zu können, die der Meinung sind, Du wärst nun genug geschont worden. Irgendwie fehlt hier ein smiley für "Kraft"... einer mit einem dicken Muskelpaket oder mit einer Hantel in der Hand. So bekommst Du ein Blümchen von mir :blumengabe:

Und nun wünsche ich allen wieder einmal eine gute Nacht. Ich werde mich jetzt in das Bett begeben, das ich heute morgen bezogen habe und hoffen, dass ich das jetzt nicht als Fehler empfinde.

Schlaft gut ihr Lieben :schlaf gut:
Vonna

wolfsmond
02.07.2007, 20:43
Liebe Vonna,

danke für Dein Blümchen!

Der Arbeitstag ist vollbracht. War wieder hart heute. Hoffe Dir ging es besser.

Ja, mit der Dünnhäutigkeit hast Du vollkommen recht. Sachen über die ich mich früher aufgeregt habe, prallen jetzt auch an mir ab. Aber die feinen Details, zwischen den Zeilen, falls Du verstehst was ich meine, ich kann das irgendwie nicht anders ausdrücken, die bringen mich sehr oft zum Heulen. Aber da müssen wir wohl alle durch. Auch unsere Mitmenschen. So ein einschneidendes, das Leben auf den Kopf stellende Erlebnis braucht Zeit zur Verarbeitung und es hat mich bestimmt auch verändert.

Ganz viel :Sonne: und eine :blume: für Dich!

wolfsmond

Inaktiver User
02.07.2007, 22:44
Hallo wolfsmond,

schade, dass Dein Tag nicht so toll war, aber es wird wieder bessere geben, ganz bestimmt. Ich hätte nämlich gestern auch nicht gedacht, dass mein Tag heute so nett werden wird. Die Zeit bei der Arbeit verging wie im Flug, ich habe einiges geschafft (für mich immer noch nicht genug, aber wollen wir mal nicht gleich alles auf einmal haben :zwinker: ) und auch mal ein paar Mitarbeiter dezent daran erinnert, dass wir was diskutieren wollten, was mit meiner Arbeit zu tun hat. Dann hatten wir noch einen besonderen Event bei der Arbeit, ein Tischkickerturnier, bei dem ich richtig Spaß hatte. Ich habe so viel gelacht wie schon lange nicht mehr. Darüber bin ich echt froh, dass ich das trotz aller Trauer immer noch kann, das ging mir so gut wie gar nicht abhanden. Jetzt liegen Gefühle viel enger beieinander, auf das größte Lachen kann innerhalb von ein paar Sekunden ein richtiger Weinkrampf folgen, aber heute hat das Lachen einfach gut getan. Okay... das Weinen folgte dann auf dem Weg heim und dann zu Hause, weil da eben niemand mehr ist, mit dem ich meinen tollen Tag teilen kann. Aber stimmt so ja eigentlich nicht ganz... ich erzähle nun Dir und auch allen anderen die hier mitlesen davon und vielleicht könnt ihr euch einfach ein bisschen mitfreuen. Also ein breites Lachen an alle und besonders an Dich, wolfsmond: :freches grinsen:

Dann hoffe ich einfach mal, dass meine Besprechung morgen früh auch gut verläuft (und nicht das ängstlich erwartete "nun sollten sie aber endlich mal was tun und vorweisen können" vom Chef kommt) und dass ich den Elan habe meine Kollegen ein wenig in den Hintern zu treten, wenn sie mich mit den gewünschten Diskussionen schon wieder hängen lassen. :schild genau: So nicht mit mir.

Übrigens, wolfsmond, das mit den feinen Details zwischen den Zeilen: ich weiß genau was Du meinst, genauso empfinde ich es auch. Jetzt wünsche ich Dir, dass morgen bei Dir ein besserer Tag vor der Tür steht und dass für Dich auch ein wenig die Sonne scheint: :Sonne:

Eine gute Nacht euch allen,
Vonna

wolfsmond
03.07.2007, 20:44
Liebe Vonna,

Deine Sonnenstrahlen haben geholfen. Heute war ein besserer Tag. Danke.

Freue mich richtig mit Dir, dass Du gestern soviel Spass hattest. Ich sitze gerade hier und grinse vor mich hin. Schön das es auch solche Momente gibt.

Unsere Tränen gehören aber auch dazu!

Genau, Du kannst uns jetzt ein bisschen an Deinem Leben teilhaben lassen, indem Du hier schreibst.
Okay, machen wir uns nichts vor. Es ist natürlich kein Vergleich, aber immerhin haben wir unser Forum. Mir tut das sehr gut, weil man euch nichts groß und breit erklären muss. (z.B. die feinen Details).

Hoffentlich ist Deine heutige Besprechnung erfolgreich und in Deinem Sinne verlaufen!

Wünsche eine erholsame Nacht
und einen guten Mittwoch!

wolfsmond

Inaktiver User
05.07.2007, 09:52
Liebe wolfsmond,

gestern hatte ich schon mal angesetzt, um zu antworten, bin dann aber durch anstehende Arbeit unterbrochen worden und dann wurde der Tag so hektisch, dass ich gar nicht mehr dazu gekommen bin.

Erst einmal hoffe ich, dass Dein gestriger Tag auch ein paar Sonnenstrahlen aufzuweisen hatte. Mir ging es eigentlich wieder recht gut. Wie gesagt, es war bisher irgendwie die ganze Woche schon hektisch und viel los (für meine Verhältnisse auf jeden Fall), ich bin gar nicht dazu gekommen allzu traurig zu sein. Bisher war es auch okay, es hat sogar gut getan, weil ich auf einmal das Gefühl hatte, dass ich so "mitten im Leben stehe". Ich wurde gebraucht, Kollegen haben sich auf mich verlassen, einen Bekannten habe ich spontan bei mir übernachten lassen, was für ihn sehr hilfreich war, das tut schon gut. Der besagte Bekannte ist sowieso eine riesen Überraschung. Wir kennen uns nicht so gut, haben mal eine zeitlang zusammen Sport gemacht, waren dann aber über mehrere 100 km getrennt und haben hin und wieder mails geschrieben (so alle 2-3 Monate). Ich fand es nett, man hat noch voneinander gehört, so ging das über Jahre und es ist nicht eingeschlafen. Nun kommt die Überraschung, er hat einen Job in der gleichen Stadt angenommen, in der ich wohne. War Zufall, aber manchmal gibt es schon komische Zufälle und vor allem zu komischen Zeiten. Da ich ja selbst noch nicht so lange da wohne, finde ich es nett, wenn ich dann noch einen Bekannten mehr hier habe. Das schadet nicht. Und... was noch viel besser ist, er kannte Rainer zwar nur sehr wenig, ist aber sehr, wie soll ich sagen, umgänglich mit dem Thema. Er hat mich gestern direkt darauf angesprochen, wie es mir geht, wie ich nun nach fast 12 Wochen damit klar komme usw. Er nahm kein Blatt vor den Mund, meinte aber auch gleich, ich könne auch sagen, dass ich nicht darüber reden wolle. Es war so herrlich einfach, kein rumgedruckse oder überlegen, erzähl ich was oder nicht. Manchmal entdeckt man in seiner Trauer wohl wirklich Freunde, mit denen man nicht gerechnet hat. Simmt schon irgendwie und ich freue mich darüber.

Auch meine Therapiestunden wurden von der Krankenkasse bewilligt und ich habe eben den nächsten Termin ausgemacht. Ach je... wenn dieser Unfall nicht gewesen wäre, es würde gerade richtig gut laufen. Aber ich bin froh, dass es wenigstens so ist, noch mehr "Unglücke" oder das Gefühl zu haben vom Pech verfolgt zu sein, würde mich jetzt auch total fertig machen.

Die Besprechung am Dienstag war übrigens insgesamt anstrengend, aber für mich vollkommen okay. Es wurde nichts gesagt was mich betraf. Ich konnte dann dem Chef am nächsten Tag ein bisschen was abliefern, was ich gemacht habe und er hat es für okay befunden, so dass ich zumindest wieder ein bisschen aufatmen kann. Außerdem habe ich nachher eine kleine Besprechung mit einem Kollegen - muss doch nicht in den Hintern treten, er kam ganz von alleine. Läuft also auch.

Nur diese stressige Woche... jeden Abend war jetzt was. Am Dienstag stand ich so unter Strom, dass ich wirklich heimgekommen bin, Telefon hat geklingelt, während ich die Post aufgemacht habe, habe ich telefoniert, dann habe ich mich umgezogen, bin laufen gegangen - wahnsinn! Bin ich auch super stolz drauf.:smile: Dann bin ich wieder daheim gewesen, habe noch am Rechner ein paar Dinge erledigt und um 23 Uhr sogar noch angefangen zu bügeln - okay, das war vielleicht etwas übertrieben, aber da ich am nächsten Abend Übernachtungsbesuch bekommen sollte, wollte ich die Bügelwäsche da weg haben. Und, kennt ihr das, wenn man einmal unter Strom steht, schafft man voll viel. Allerdings habe ich jetzt das Gefühl, nun ist auch mal gut. Heute Abend noch eine Doktorfeier und morgen will ich dann abends meine Ruhe haben. Als meine Mutter nämlich vorschlug, ich solle Freitag Abend zu ihnen kommen (wir wollen am Samstag gemeinsam zu meiner Absolventenfeier gehen) und wir könnten am Samstag dann gemeinsam zur Feier fahren, meinte ich zunächst okay. Dann habe ich nochmal darüber nachgedacht, was das für ein Stress wäre und habe sie angerufen und gemeint, dass ich das einfach nicht schaffe und wir uns bei der Feier treffen, wie ursprünglich ausgemacht. Ich fürchte, sie war ein wenig enttäuscht, hat es aber verstanden.

Ich habe schon gemerkt, dass ich jetzt öfters einfach sage, was ich will und was mir gerade nicht passt. Auch gestern... mein Übernachtungsgast wollte sich natürlich erkenntlich zeigen, meinte er könne Brötchen holen gehen fürs Frühstück. Ich habe dann nur so gesagt, wegen mir müsse das nicht sein, sonst fühle ich mich etwas unter Stress, weil ich dann noch früher aufstehen muss, weil wir dann ja schön frühstücken wollen und ich aber trotzdem zur gleichen Zeit zur Arbeit aus dem Haus muss. Er soll erstmal eine Wohnung finden und herziehen und dann holen wir das einfach nach. Er war ein wenig überrascht, dass ich da so offen war und meinte nur, wäre super, das wäre ihm auch viel lieber und er findet es toll, dass ich das so direkt sage. Ist doch prima, wenn man dann auch gleich so bestätigt wird.

Na gut, liebe wolfsmond, liebe restliche Forumsgemeinde, liebe Mitlesenden - danke fürs zulesen (mal wieder) und ich wünsche euch einen wunderprächtigen Tag. Ein bisschen Sonnenschein :Sonne: (hier hat sich die Sonne wirklich schon kurz gezeigt heute morgen) und das ein oder andere Lächeln auf euren Gesichtern :smile: am heutigen Tag.

Liebe Grüße,
Vonna :blumengabe:

wolfsmond
05.07.2007, 20:22
Liebe Vonna,

schön wieder von Dir zu lesen.

Freut mich das die Besprechung gut verlaufen ist und das Du Dir das mit in den Hintern treten sparen konntest.
Siehst Du: Es geht doch!!!

Auch mit Deinem Sport, kannst Du stolz sein. Bist ja wirklich in Hochform gewesen, was Du alles geschafft hast.
Bügeln um 23h00! Da bin ich meistens schon auf der Couch eingedöst!

Habe meine restliche Arbeitswoche gut hinter mich bringen können. Freitags habe ich immer meinen freien Tag. Werde ich beibehalten, auch wenn ich jetzt Alleinverdienerin bin. Meine Tochter hat im Juni ausgelernt und einen unbefristeten Vertrag bekommen, so daß die Finanzspritze in ihre Richtung nicht mehr nötig ist.

Morgen werde ich meinem Schatz einen schönen Blumenstrauss auf's Grab stellen. Unser Kennenlerntag!

Habe eben meine Kamera rausgekramt und gesehen, das noch sehr viele Bilder auf der Karte sind.
Muss mal versuchen, ob ich die irgendwie in den Computer übertragen kann. War auch so eine Aufgabe die mir mein Mann immer abgenommen hat.

Kannst Du mal sehen, da hat man über Jahre nur lockeren e-mail Kontakt und der Bekannte entpuppt sich als guter Zuhörer und Freund. Schön, das er Rainer auch gekannt hat und so umgänglich mit dem Thema umgeht. Da muss man sich wenigstens nicht verbiegen und groß überlegen, was und wie man etwas sagt.

Wünsche Dir Spaß auf der heutigen Doktorfeier, einen ruhigen Abend morgen und eine schöne Absolventenfeier am Samstag.

Liebe Grüße
wolfsmond

Inaktiver User
05.07.2007, 23:48
Liebe wolfsmond,

also auf Dich ist ja wirklich Verlass, es ist immer eine nette Nachricht da, wenn ich hier wieder reinschaue. Das ist so lieb. Danke schön :blumengabe:

Die Doktorfeier heute Abend war eigentlich sehr nett. Es war ein bisschen komisch, weil ich den frischgebackenen Doktor gar nicht kannte. Es ist halt so üblich, dass alle aus dem Institut eingeladen werden, bei dem er promoviert hat. Trotzdem hatte ich viel Spaß und eine gute Unterhaltung zudem auch noch. Also eigentlich könnte alles bestens sein... wenn ich jetzt nicht etwas aufgekratzt wäre und noch nicht ins Bett will und so in der einsamen Wohnung sitze. Ich hatte gerade wieder einen kleineren Heulanfall. Es war so viel los diese Woche und ich weiß, morgen noch und dann habe ich einen Abend erstmal Ruhe. Ich hoffe, ich gehe wieder laufen, habe es ganz feste vor. Denn inzwischen habe ich schon fast das Gefühl, es tut mir gar nicht mehr gut, wenn ich nichts vorhabe. Hmm, aber auf der anderen Seite bräuchte ich ein wenig Ruhe. Die werde ich am Wochenende aber auch nicht haben, werde ja die ganze Zeit unterwegs sein und ich weiß jetzt nicht, freu ich mich darüber oder ärgere ich mich? Was für eine Zwickmühle :wie?:
Ich denke, ich sollte einfach nicht weiter darüber nachdenken, sondern erstmal ins Bett gehen und den Tag morgen auf mich zukommen lassen. Und dann eben den nächsten Tag und wieder den nächsten usw.

Was Deine Kamera angeht... ich würde Dir ja liebend gerne helfen, kenne mich damit schon aus, aber so auf die Ferne ist das wahrscheinlich schlecht. Hast Du nicht jemanden in der Nähe, der Dir da mal eine kleine Einweisung geben kann? Bei einigen solchen Dingen hänge ich hier auch etwas in der Luft. Rainers Rechner... tja, das Passwort weiß ich leider nicht. Ich kann nichts anderes tun, als den Rechner irgendwann einfach neu zu installieren, wenn ich ihn nutzen will. Was ich eigentlich wollte. Dann hat er noch so ein Mini-Notebook, das hat nicht einmal ein Laufwerk... wie installiere ich das bloß? Wenigstens habe ich von dem die Bedienungsanleitung gefunden. Es ist schon heftig, was da auf einmal alles so zu Tage tritt, was man erstmal denkt, das bekomme ich nie hin. Aber mit der ein oder anderen Sache hatte ich schon Erfolg und habe es hinbekommen. Ich habe mit kleineren Dingen angefangen und werde mich langsam hocharbeiten. Und Du schaffst das bestimmt auch!

Oh weh... es ist schon wieder spät. Ich wünsche Dir einen schönen freien Tag morgen. Grüße Deinen Mann unbekannterweise von mir :blumengabe: , wenn das für Dich okay ist.

Ansonsten wünsche ich Dir - und auch sonst allen - ein schönes Wochenende.

Liebe Grüße,
Vonna

wolfsmond
06.07.2007, 18:47
Liebe Vonna,

auf Dich ist doch auch Verlass. Ich finde auch immer eine nette Nachricht von Dir zum Lesen.

Schön, dass Du Dich auf der Doktorfeier gut unterhalten hast.
Ich denke auch, dass uns etwas Abwechslung in dieser harten Zeit nichts schadet. Aber wenn es zu stressig wird, musst Du auf die Bremse treten. Die Auszeiten sind auch wichtig. Mir geht es zumindest so.

Da ich heute früh schon bei meinem Mann war, um ihm einen lieben Blumengruß zu bringen, werde ich ihn morgen erst von Dir grüßen. Mach ich sehr gerne.

Das ist lieb, das Du Dir Gedanken wegen dem Computer gemacht hast. Stell Dir vor, ich habe in der Zwischenzeit das passende Kabel gefunden. War in seiner Laptop Tasche. Werde ich morgen einmal ausprobieren. Heute mag ich die Fotos irgendwie nicht anschauen.
Habe schon mit meiner Schwester telefonisch geheult! Ging um die Hochzeit meiner Nichte.
Sie versteht es ja, dass ich nicht mit zur Feier kommen möchte. Ich schaffe das einfach nicht. Er würde mir nur noch mehr fehlen, als er es sowieso schon tut. Außerdem würde ich ständig an die letzte gemeinsame, wundervolle Hochzeitsfeier einer Kollegin im letzten August denken müssen. Es war einfach traumhaft. Wir hatten so einen Spass.
Deshalb werde ich mit meiner Tochter nur in die Kirche gehen (da heulen immer viele bei Hochzeiten) und nach der Trauung werden wir gehen. Das ist bestimmt das Beste für uns.

Auch Dir ein schönes Wochenende!
Den Mitleser/innen natürlich auch!
:Sonne:

wolfsmond

Inaktiver User
06.07.2007, 19:20
Hallo Vonna,

wie geht es dir momntan?. Das wochenende steht wieder vor der Tür. Sicher nicht einfach für dich.
Alles gute wünscht

Dakani

Inaktiver User
09.07.2007, 11:29
Hallo wolfsmond (und auch alle anderen),

wie war das Wochenende? Meines war sehr anstrengend und ich bin ein bisschen traurig, dass jetzt Montag ist und ich irgendwie gar nicht richtig entspannen konnte. Die Absolventenfeier war... na ja... einerseits schön, andererseits sehr traurig. Ich hatte mich eigentlich mal so darauf gefreut da mit meinem Rainer zusammen hingehen zu können, hatte im Geiste vor mir gesehen, wie stolz er auf mich wäre. Und nun saß ich da alleine... meine Eltern waren zwar dabei, die hatten es an diesem Tag allerdings nicht sehr leicht mit mir, weil ich doch auch recht komisch drauf war. Solange meine Eltern dabei waren an dem Tag habe ich mich zusammen gerissen und nicht geweint. Als sie aber gegangen sind, konnte ich nicht mehr... ich bin in dem Moment zwar mit einer Bekannten zusammen vor der Uni gestanden (an der Uni war an dem Tag auch noch 40 Jahr Feier der Uni) und ich glaube, sie war etwas verdutzt, als ich angefangen habe zu weinen, kaum dass meine Eltern weg waren, aber sie hat mich dann einfach in den Arm genommen. Dann ging es mir etwas besser und ich bin schließlich nochmal durch die Uni gelaufen - ohne meine Eltern. Dann konnte ich mich auch auf die Leute konzentrieren, die ich so getroffen und gekannt habe. Es hat mir dann gut getan, wie einige auf mich zukamen. Einer war besonders nett, hat mich gleich in den Arm genommen, sich erkundigt usw. Bevor er sich verabschiedet hat, meinte er "Lass Dich nochmal ganz fest drücken, Du brauchst das jetzt". Fand ich sehr nett.

Am Sonntag war ich dann noch einmal in der Strasse, in der ich damals gewohnt habe und bin von dort aus meine alte Joggingstrecke gelaufen. Habe es endlich geschafft. Das wollte ich schon lange einmal machen, meine alte Joggingstrecke nochmal laufen und schauen, wie es mir dabei jetzt geht. Es war sehr schön. Es fehlt mir, nicht mehr an der Donau entlang laufen zu können, aber, dachte ich mir, meine neue Strecken durch den Wald sind anders, aber auch sehr schön. Es kam mir sowieso so vor, wie wenn ich mich an dem Wochenende von vielem verabschiedet habe. Von der Uni (noch einmal dort gewesen, das "Diplom" bekommen), von der Stadt (noch ein letztes Mal dort entlang gejoggt) und am Ende... ich weiß nicht, mir kam es so vor, wie wenn ich da einen Schlussstrich ziehen müsste. Ich habe zwar erfahren, dass es von einem Bekannten inzwischen eine Firma dort gibt, die für mich sehr interessant wäre als Arbeitgeber, aber mittlerweile zweifle ich daran, ob ich dorthin zurück möchte. Manchmal habe ich das Bedürfnis "die Brücken dorthin abzubrechen". Ganz so krass sollte ich es natürlich nicht machen, aber vielleicht brauche ich es ein stückweit schon. Das war die Stadt in der ich lange Zeit mit Rainer glücklich war, in der ich ihn kennenlernen durfte, die mehr oder weniger seine Heimatstadt war. Irgendwie passt das jetzt nicht mehr für mich, ich brauche etwas neues. Vielleicht wird es hier liegen, wo ich jetzt bin, vielleicht ganz wo anders, ich weiß es nicht. Im Moment fühle ich mich aber so, als würde ich hier langsam Fuß fassen und dazu gehören. Ich hoffe, das bleibt so oder wird noch stärker. Und wenn nicht, dann soll es vielleicht doch nicht sein und ich muss mir nochmal was neues suchen. Keine Ahnung.

Am Sonntag war ich dann auch auf dem Friedhof. Ich kann ja nicht so oft hin, sind ja ca. 100 km für mich zu fahren. Aber wenn ich dann schonmal dort bin, dann fahre ich natürlich auch beim Friedhof vorbei. Ich war zum ersten Mal ganz alleine an Rainers Grab. Ich habe geweint wie ein Schloßhund und auch heute noch, geht es mir nicht besonders gut. Den ganzen gestrigen Abend musste ich noch weinen.

Ich weiß ja gar nicht, ob ich es erzählen soll, aber ich bin so was von hin und her gerissen und manchmal total verwirrt. Kann man sich nach so kurzer Zeit schon wieder "verlieben"? Sich für jemand anders interessieren? Fändet Ihr das arg krass? Ich muss mir wohl eingestehen, dass das geht, zumindest bei mir und ich habe nicht einmal ein schlechte Gewissen (nur wenn ich daran denke, was andere dann vielleicht von mir denken könnten - "ah, sie hat ihn wohl doch nicht so geliebt, wie sie immer sagt", "wie kann sie sich nach so kurzer Zeit schon für jemand anders interessieren?"). Für mich sind es zwei Welten - wie der alte Studienort und der neue Wohnort. Es lässt sich relativ einfach trennen und eins hat mit dem anderen nichts zu tun. Es macht es natürlich nicht einfacher und ich habe total Angst, dass ich mich gerade in etwas verrenne, was mir nicht gut tun wird. Ich könnte ja gleich wieder verletzt und enttäuscht werden. Man könnte natürlich sagen, was soll mich jetzt noch erschüttern, aber ich weiß, dass auch das ziemlich weh tun kann. Ach herrjeh... man gebe mir ein Patentrezept, wie ich damit umgehen soll. Wieso jetzt? Ich bin so was von verwirrt. Und dann an solchen Tagen wie heute... ich könnte die ganze Zeit um Rainer weinen und doch kann ich mich freuen, wenn ich einen bestimmten anderen Mann sehe. Ist das noch auszuhalten? Ist das noch "normal"? Jetzt überlege ich gerade, ob ich den Teil nicht lieber wieder lösche, was werdet Ihr von mir denken? Was werden vielleicht für Antworten kommen? "Du machst Dir da bestimmt was vor, das kann jetzt noch gar nicht sein, Du bist nicht verliebt, sondern versuchst verzweifelt eine Ersatzliebe zu finden, weil Du so einsam bist" oder "Wie kannst Du nur, hast Du Rainer denn gar nicht geliebt?". Ich weiß es nicht, was sonst noch kommen könnte. Klar, eigentlich spiegeln diese Gedanken jetzt meine eigenen Ängste wieder, das was ich vielleicht selbst tief in mir drin denke - woher sollte es sonst kommen?

Egal, ich lasse das jetzt einfach mal so stehen und alles auf mich zukommen. Ich hoffe, dass ich mich jetzt dann wieder auf die Arbeit konzentrieren kann (was unter den gegebenen Umständen wieder etwas schwieriger geworden ist...).

Liebe wolfsmond, erzähle mir doch etwas von Deinem Wochenende. Hast Du Deinen Mann inzwischen von mir gegrüßt? Ich habe Rainer Blümchen mitgebracht, die die lange Fahrt eigentlich nicht so recht überlebt haben. Aber ich hatte noch was anderes dabei, ein schönes, kleines Glasherz. Die habe ich neulich beim Einkaufen gefunden und sie haben mir so gefallen, dass ich gleich zwei kaufen musste. Eines liegt nun in dem Rosenbüschen, das von mir auf Rainers Grab gesetzt wurde und das andere liegt bei mir daheim. So fühle ich mich mit ihm irgendwie verbunden. Vor allem hat dieses Glasherz eine schöne Größe und fühlt sich so gut an, ich nehme es gerne in die Hand, wie so eine Art Handschmeichler. Ach Mist... schon wieder könnte ich heulen.

Ich versuche jetzt einfach mal was zu arbeiten und wünsche Dir, liebe wolfmond und allen anderen auch, einen guten Start in die neue Woche. Ein bissche Sonnenschein könnten wir an diesem trüben Tag wohl alle brauchen, also hier, eine große Portion davon: :Sonne: :Sonne: :Sonne:

Liebe Grüße,
Vonna:blumengabe:

wolfsmond
09.07.2007, 17:32
Hallo Vonna,

mein Wochenende war eigentlich ganz schön.

Hatte am Freitag fast alle anstehenden Hausarbeiten erledigt, außer dem Bügeln, das war am Samstag ganz früh dran.
Danach habe ich mich mit dem Computer beschäftigt. Die Bilder vom Foto erfolgreich runtergeladen. Wieder mal ein kleines Erfolgserlebnis.
Nachmittags war ich mit meiner Tochter einkaufen. Sie hat endlich etwas gefunden, was ich ihr zu ihrer bestandenen Abschlussprüfung schenken kann.
Ein kleiner Engel für's Grab ist uns auch "zugeflogen". Den mussten wir einfach "einfangen". Hat uns sehr an unseren geliebten Papa/Mann erinnert.
Anschließend waren wir lecker Essen und haben es uns zum Abschluß noch in einem Straßencafe gemütlich gemacht.

Am Sonntag Vormittag kam lieber Überraschungsbesuch und anschließend habe ich einige Sonnenstunden im Garten genossen.

Der Arbeitstag heute war auch okay. Mal sehen wie es diese Woche noch weitergeht.

Nun zu Dir:
Der Absatz über Dein Verliebtsein hat mich doch etwas überrascht, muss ich sagen.
Aber ich finde es gut, dass Du das Geschriebene nicht wieder gelöscht hast, obwohl Du anscheinend kurz davor warst.
Für mich persönlich kann ich mir dies zwar (zur Zeit) absolut nicht vorstellen, aber ich würde Dich deswegen mit Sicherheit nicht verurteilen.
Ein Patentrezept kann ich Dir dafür leider auch nicht geben. Bin etwas ratlos.
Es könnte natürlich gut sein, dass Du Dich da in etwas hinsteigerst. Andererseits auch nicht.
Wie reagiert denn der männliche Part auf Dich?
Sind denn auch Gefühle für Dich da, oder ist die Geschichte eher einseitig?
Bin schon sehr gespannt auf Deine nächste Nachricht.

vlg
auch an die anderen Mitleser/innen
und eine angenehme Woche!
:blume: :Sonne: :blume:
wolfsmond

teichmuschel
09.07.2007, 18:52
Hallo Vonna,

denke nicht daran, was die anderen denken. Das ist völlig unerheblich. Und was ist schon normal?
Verlass Dich auf Dich und Dein Gefühl. Egal was aus dieser Bekanntschaft wird. Ob es was wird und wie lange diese vielleicht hält. Es kann natürlich schon sein, dass Du Dich gerne in eine neue Beziehung "flüchten" möchtest. Aber wenn Du Dir jetzt vielleicht irgendwelche "Regungen" verkneifst, nur weil Du denkst es ist nicht richtig, dann wirst Du später unweigerlich darüber nachdenken ob Du hier etwas versäumt hast.
Und wir können immer im Leben verletzt werden. Davor können wir uns nicht schützen. Außer wir lassen niemanden mehr an unserem Leben teilhaben.
Ich kann ich Dir meine Gedanken leider nicht etwas "strukturierter" vermitteln aber ich denke Du verstehst mich.

Liebe Grüße
Teichmuschel

fuechsine
09.07.2007, 20:11
Hallo Vonna, ich lese auch bei Dir mit und ich bin froh, daß Du es geschafft hast, den Text so stehen zu lassen.
Mir ist ähnliches passiert - aber nach Wochen voller Zweifel, Schuldgefühlen und innerlichem Aufgewühltsein habe ich es beendet.
Ich weiß für mich, daß ich mich wieder anlehnen wollte, mich sicher fühlen wollte mit männlichem Schutz und ich wollte auch die Gewißheit, daß ich für einen anderen Mann noch attraktiv bin.
(Bin schon älter und war in einer laaangen Beziehung)
Aber nach dem ich die Schuldgefühle weglassen konnte, habe ich meine Gründe dahinter entdeckt. Und da war ich ärgerlich über mich. Vielleicht schaust Du Dir in Ruhe und ohne Schere im Kopf an, was da gerade so an Gefühlen bei Dir umgeht.
Lieben Gruß

Inaktiver User
09.07.2007, 22:38
Hallo zusammen,

na da kamen ja gleich mehrere Antworten auf einmal. Das ist ja nett. Vor allem ist es auch nett, dass sehr liebe Antworten kamen. Ich hatte schon Angst, dass ich nur Unverständnis ernte. Aber nun eins nach dem anderen:

liebe wolfsmond,
es freut mich, dass Du ein ganz schönes Wochenende hattest. Auch der zugeflogene Engel... kommt mir so ähnlich vor, wie mein Glasherz. :smirksmile:

Dass Dich das mit dem "Verliebt sein" verwundert, verwundert mich jetzt nicht. Ich weiß auch gar nicht, ob ich wirklich verliebt bin, aber diese Gefühle... tja... ich kann nichts dagegen machen. Vielleicht liegt es auch einfach an seinem Verhalten mir gegenüber. Ich weiß nicht, ob er generell so nett ist und jeden so anschaut, eigentlich habe ich nicht das Gefühl, dass er das tut. Und ich kann es auch nicht abschalten, dass ich das schön finde und mein Herz anfängt zu klopfen. Es gab, so irre das im Moment auch klingen mag, auch schon den ein oder anderen Augenblick, in dem ich Schmetterlinge im Bauch hatte. Dieses Gefühl kannte ich gar nicht mehr. Ich komme mir manchmal auch vor, wie so ein verliebter Teenager, total bescheuert. Ich bin auch echt verwirrt, denn genauso gut kann ich voller Liebe an Rainer denken und ihn bis in die letzte Faser meines Körpers vermissen. Ich habe keine Ahnung, wie das zusammen gehen kann. Hmmm, damit habe ich jetzt auch eigentlich gleich die andere Frage von Dir beantwortet, mir kommt die Geschichte nicht einseitig vor, im Gegenteil, ohne die andere Seite wäre ich vielleicht gar nie auf die Idee gekommen. Okay... stimmt vielleicht nicht ganz, denn sympathisch fand ich ihn schon immer, aber das alleine reicht ja nun nicht aus. Ich bin allerdings sehr unbeholfen und über den Zeitpunkt gar nicht glücklich. Ich kann es nur nicht ändern, ich sollte einfach mal abwarten was passiert, man kann sich ja erstmal etwas kennenlernen, das schadet ja so oder so nicht, egal was dann daraus wird oder auch nicht. Es ist so krass... was anderes fällt mir dazu nicht ein. Ich kann Dich voll verstehen, wenn Du es nicht verstehst, ich könnte es selbst nicht, wenn ich nicht einfach so fühlen würde. Natürlich bin ich gerade sehr empfänglich für Gefühle aller Art, schließlich kann die Stimmung minütlich wechseln.

Ich finde es auf jeden Fall sehr schön, dass Du darauf eingegangen bist und dass Du mich bestätigt hast, dass es okay ist davon zu schreiben. :blumengabe: Danke schön! :blumengabe:

Dann wünsche ich Dir auf jeden Fall, dass diese Woche gut weiter geht, mit Arbeitstagen, die zumindest okay sind, wenn nicht sogar besser werden.

liebe teichmuschel,
danke für Deine lieben Worte. Ich denke, ich verstehe sie sehr gut. Genau das habe ich jetzt eigentlich auch vor. Egal was daraus wird und was das ist, es gibt mir hin und wieder Kraft. Manchmal stehe ich gerade deshalb morgens auf und sehe dem Tag hoffnungsvoller entgegen, warum sollte ich also dies nicht nutzen und das beste daraus machen. Ich bin sowieso dabei zu versuchen nicht mehr alles so eng und so verbissen zu sehen. Mehr auf mich und meine Gefühle bzw. Bedürfnisse zu hören. Was anderes kann ich zur Zeit auch gar nicht tun, will ich diese Sache irgendwie überstehen. Sicher gehe ich so das Risiko ein verletzt zu werden, aber ich will ja auch leben und dazu muss ich solche Risiken eingehen. Dumm, dass das so schnell der Fall ist, aber ich kann es eh nicht ändern. Ich komme mit meinem Verstand da nicht ran. Das geht zur Zeit ganz und gar nicht. Ich war schon immer ein Gefühlsmensch und kein Vernunftsmensch und gerade jetzt geht beides schon gleich gar nicht zusammen. Aber was soll ich mich damit abkämpfen. Wenn es mir jetzt den ein oder anderen Lichtblick verschafft, die ein oder andere Freude bringt, ein gutes Gefühl, warum eigentlich nicht. Weinen und traurig sein und Schmerzen fühlen, werde ich die nächste Zeit noch genug. Auch jetzt laufen mir gerade wieder die Tränen über die Wangen. Es ist schon heftig... aber im Moment... einfach zulassen. Wehren kostet auch viel zu viel Kraft. Also vielen lieben Dank, dass Du mir gesagt hast, ich soll nicht daran denken, was andere denken. Es tut gut das zu hören. :blumengabe:

liebe fuechsine,
auch Dir lieben Dank für Deine ehrliche Antwort. Wer weiß, wie es mir in ein paar Wochen gehen wird. Momentan ist da ja noch gar nichts. Ich warte eigentlich eher drauf, dass das passiert, was ich von früher eigentlich eher gewohnt bin, dass ich mich getäuscht habe und er sich gar nicht für mich interessiert, einfach so nett ist, womöglich sogar eine Partnerin hat, keine Ahnung, irgendwas in der Richtung erwarte ich die ganze Zeit. Dass der Dämpfer eh kommt. Zur Zeit passiert das noch nicht und da ich mich, wie ich oben schon teichmuschel geschrieben habe, eh nicht mehr wehren kann, genieße ich die guten Gefühle solange ich kann. Vielleicht kommen schlechte, aber um die kümmere ich mich dann halt wenn sie da sind. Schlechter als die Wochen jetzt davor kann es eigentlich gar nicht werden.
Ansonsten kann ich mich bisher nicht in Deinen Erzählungen wieder finden. Will ich mich wieder anlehnen, sicher fühlen? Klar, wer will das nicht... aber ich weiß nicht, die Worte treffen es nicht unbedingt. Zum anlehnen und sicher fühlen bräuchte ich meinen Rainer wieder und selbst bei ihm konnte ich nicht 100%ig sicher sein. Könnte jetzt etwas wirr klingen, aber ich meine damit, dass es auch in unserer Beziehung ein paar dunkle Stunden gab und wir das ein oder andere Mal kurz vor einer Trennung waren. In den letzten Jahren zwar nicht mehr, aber das bleibt an einem kleben, da löst man sich nicht so leicht wieder davon.
Natürlich will ich das Gefühl haben attraktiv zu sein und es ist auch sehr nett, wenn man denkt, andere Männer sehen einen auch und nehmen einen als attraktiv wahr. Bei meinem doch eher weniger ausgerägten Selbstbewusstsein könnte das schon eine Rolle spielen. Eigentlich, wenn ich ehrlich bin, passt es mir gerade wirklich nicht, dass ich so fühle. Am liebsten würde ich erstmal lernen wollen mir selbst zu genügen, mir selbst etwas aufbauen, ohne Mann, mir zeigen, dass ich das auch alles kann. Aber eigentlich habe ich keine Zweifel daran, dass ich das alles kann. Ich kann alleine klar kommen, warum auch nicht. Ich wollte es jetzt nur auch erstmal tun. Aber wie gesagt... abstellen lässt sich das jetzt nicht so einfach, ich fühle nunmal so, ob ich will oder nicht. Ob was daraus wird oder nicht. Ob das dann gut ist oder nicht. Keine Ahnung... :wie?:
Was meintest Du denn mit "Du hast es beendet", das war dann schon was engeres, oder wie? Ich könnte es ja gar nicht "beenden", ich könnte ihm aus dem Weg gehen (was auch schon sehr schwierig werden würde, aber das lasse ich an der Stelle jetzt mal einfach so stehen, führt jetzt zu weit), das ist das einzigste.

Also gut Ihr Lieben, ich werde schauen, dass ich mich in Geduld mit mir selber übe, versuche meine Gedanken zu sortieren. Das Schreiben hier hilft dabei eigentlich meist schonmal ganz gut weiter. Ach, wisst Ihr übrigens was auch sehr seltsam ist, fällt mir gerade bei Schuldgefühlen ein. Einer der ersten, dem ich davon erzählt habe war Rainer... ich schreibe ihm doch Briefe (na ja, wie man das halt jetzt noch kann, ihr wißt schon) und da habe ich ihm eigentlich als erstem davon erzählt. Ist das nicht seltsam? Na gut, mal schauen, wo ich in ein paar Wochen oder Monaten stehe. Wie gesagt... ich übe mich im geduldig sein, muss ich noch lernen, denn wenn ich das schreibe "mal sehen wo ich in ein paar Wochen bin", dann würde ich am liebsten gleich Mäuschen in die Zukunft spielen. Furchtbar.

Ich wünsche Euch eine schöne Nacht und ein paar Sonnenstrahlen für morgen. :Sonne:

Liebe Grüße,
Vonna

wolfsmond
10.07.2007, 20:15
Liebe Vonna,

hoffe Du hattest einen schönen Tag.

Lass doch einfach mal alles auf Dich zu kommen. Entweder es entwickelt sich etwas, oder auch nicht.
Das Du alleine zurecht kommen kannst, hast Du in den letzten Wochen ja bewiesen.
Deinen Rainer wirst Du sowieso nie vergessen. Er wird immer einen Platz in Deinem Herzen haben!

Der heutige Arbeitstag war auch ganz in Ordnung. Nichts außergewöhnliches. Gut so!

Als ich zu Hause ankam, hat noch die Sonne geblinzelt, deshalb sofort in die Gartenschuhe und den Rasen gemäht. Puh! Etwa fünf Minuten nachdem ich den Rasenmäher weggeräumt hatte, ging es los! Ein Gewitter mit Hagelschauer und allem drum und dran. Bin echt froh, dass ich mich sofort an die Arbeit gestürzt habe.

Meinem Mann habe ich übrigens einen schönen Gruß von Dir ausgerichtet.
Mensch Vonna, heute sind es schon 16 Wochen her. Ich kann es manchmal immer noch nicht glauben, wo die Zeit geblieben ist.
Wieviel Entscheidungen ich schon ohne und für ihn treffen musste.
Es erschreckt mich teilweise, wie ich so einfach weiter funktioniere.

Werde es mir jetzt auf meiner Couch gemütlich machen.
Meine Tochter ist auch gerade gekommen.

Wünsche Dir und allen anderen eine gute Nacht und einen angenehmen morgigen Tag!
:blume: :Sonne: :blume:

vlg
wolfsmond

Inaktiver User
10.07.2007, 22:52
Hallo liebe wolfsmond,

schön wieder von Dir zu lesen. Und gut, dass Du wieder einen ganz guten Arbeitstag hattest. Bei mir war es eigentlich auch okay. War heute schon früh beim Arbeiten, weil ich ausnahmsweise mit dem Auto gefahren bin aufgrund des Bahnstreiks. Allerdings war ich auch recht lange dann beim Arbeiten, aufgrund der Staus, da wollte ich nicht reinfahren. Brrr... wie es ist, ist es nichts. Bin dann einfach ein bisschen anders heimgefahren, dann war es auch okay. Und ich habe es wieder geschafft einiges zu erledigen. Ich war auf dem Heimweg einkaufen,bin dann heimgekommen, habe die Einkäufe schnell ausgepacken, mich in die Joggingklamotten geworfen und bin laufen gegangen. Ich bin so stolz auf mich. Und das beste ist, das Laufen war heute super klasse. Das Wetter war prima, ein bisschen kühl hin und wieder ein paar Tropfen (nicht den Kopf schütteln, zum Laufen finde ich das voll angenehm) und es lief sich fast wie von selbst. Dann kam ich heim und habe noch eine Ladung Wäsche gewaschen. Gerade ist mir allerdings aufgefallen, dass ich das Abendessen habe ausfallen lassen und jetzt einfach keine Lust mehr habe was zu essen. Allerdings macht mein Kreislauf langsam etwas schlapp... beim Wäsche aufhängen wurde mir hin und wieder ganz schwummrig, ich habe lauter bunte Flecken gesehen - seltsam. Ich denke, wenn ich hier fertig geschrieben habe werde ich gleich ins Bett gehen. Und ansonsten sollte ich vielleicht schauen mal ein bisschen kürzer zu treten. Ich stresse mich gerade total gerne. Morgen wird es wieder so werden. Da kommt eine Freundin abends vorbei und wir kochen zusammen. Ich will aber vorher unbedingt noch putzen und am besten noch die zweite Ladung Wäsche waschen (bin voll hinten dran). Also werde ich mich heimstressen und das noch machen bevor sie kommt. Ich kenn mich doch... Mist... ich weiß nicht, ob das lange gut geht. Es ist, als ob ich mir selbst keine Ruhe gönnen wollte. Ich bekomme fast schon Panik davor, wenn ich mir mal keinen Stress mehr machen kann, wenn auf einmal das Wochenende da ist und ich nichts vor habe. Wäre zwar eigentlich mal ganz gut, aber wie gesagt, bei dem Gedanken kommt Panik auf. Was mache ich da nur?

Oh wolfsmond, ich weiß genau was Du meinst... bei mir sind es 12 Wochen, dass Rainer nicht mehr da ist. Dauernd ertappe ich mich bei dem Gedanken "wenn er erst wieder zurück ist, dann...". Ich kann nichts dagegen tun, ich glaube so 100%ig ist es noch nicht wirklich bei mir angekommen, was es heißt, dass er tot ist, wirklich nie mehr wieder kommen kann. Es geht nicht... unglaublich. Und so schmerzhaft. Und trotzdem rast die Zeit vorbei. Ich glaube, das ist überhaupt das seltsamste an der Sache. Irgendwie sollte die Welt ja eh stehen bleiben bei so was (ich weiß, der ein oder die andere grinst jetzt wieder) und dann geht die Zeit sogar schnell vorbei. Es ist ja auch so viel neu und anders, da kommt es einem immer so vor, wie wenn die Zeit verfliegt. Und ich will das doch gar nicht. Am liebsten würde ich eh die Uhr zurück drehen und zwar ganz gewaltig, bis zum 14.4. am besten und Rainer nicht auf das Motorrad steigen lassen. Ach... keine Ahnung.

Ich denke, ich werde jetzt ins Bett gehen. Das wird wohl das beste sein, bevor ich hier noch ganz aus den Latschen kippe. Ach, hattest Du übrigens schonmal im Nacken Muskelkater? Fühlt sich sehr seltsam an - habe ich aber vom Yoga gestern (Kopfstand üben). Ziemlich heftig, hoffentlich ist das morgen besser. :zwinker:

Okay, dann wünsche ich wieder einen guten Arbeitstag für morgen :blumengabe: und jetzt erstmal eine erholsame Nacht an alle! :schlaf gut:

Liebe Grüße,
Vonna

wolfsmond
11.07.2007, 20:21
Liebe Vonna,

na Du hast aber auch eine Power! Pass nur auf, das Du nicht zusammenklappst. Vielleicht solltest Du Dir einige Hausarbeiten für das Wochenende aufheben.

Dein Abendessen für heute ist ja, dank Deiner Freundin und dem gemeinsamen Kochen, nicht ausgefallen.
Hoffentlich habt ihr einen schönen Abend.

Mein heutiger Arbeitstag war auch ohne besondere Vorkommnisse.
Bin zufrieden. Habe einiges wegarbeiten können.
Morgen habe ich schon wieder meinen letzten Arbeitstag für diese Woche. Am Freitag werde ich etwas einkaufen gehen und die anstehenden Hausarbeiten erledigen.
Und am Wochenende meinen Garten geniessen, falls die Wettervorhersage recht behält!
Habe auch fest geplant mich wieder auf meinen Ergometer zu schwingen. Das hat mir auch immer gut getan, mich da so richtig auszupowern. Konnte mich nur noch nicht wieder dazu aufraffen, aber wie gesagt ist in Planung.

Wünsche Dir und allen anderen eine gute Nacht und einen schönen Tag morgen!

vlg
wolfsmond

Inaktiver User
11.07.2007, 23:14
Liebe wolfsmond,

schön, dass Deine Arbeit ohne besondere Vorkommnisse war und Dich das zufrieden macht. Ich habe heute endlich mal ein bisschen weniger Zeit bei der Arbeit verbracht, da ich wieder Rad und Bahn gefahren bin und mich somit nicht nach der Verkehrslage auf der Strasse richten musste. Außerdem wollte ich ja rechtzeitig daheim sein. Und ich habe wieder alles geschafft, was ich vor hatte. Konnte noch meine letzte Ladung Wäsche waschen und die Wohnung putzen bevor meine Freundin zum Kochen gekommen ist. Also keine Hausarbeit mehr fürs Wochenende übrig :zwinker: , aber was solls. Dafür wächst die Panik, weil ich für das Wochenende noch gar nichts vor habe und eigentlich gerade so unter Dampf stehe. Allerdings war meine Abend heute sehr nett. Das Essen war lecker, wir haben super quatschen können. Ich bin wirklich froh, dass ich so schnell und einfach hier jemand gefunden haben und wir uns so gut verstehen. Eine Freundin vor Ort ist schon was wert. So gesehen war der Abend eigentlich um einiges entspannter als die vorangegangenen.

Eigentlich wäre ja Laufen wieder erst für Freitag vorgesehen... ich war heute schon unruhig, weil ich nicht dazu gekommen bin. Hätte nie gedacht, dass es mir mal so gehen könnte. Vielleicht laufe ich dann einfach statt Freitag morgen schon. Mal schauen. Und Wochenende... ich habe keinen Garten, den ich genießen kann, aber ich hätte ja einen Balkon. Und wenn am Wochenende wirklich genug Sonne kommt, müsste ich bald nochmal Erdbeeren ernten können. Ich habe einen Balkonkasten mit Erdbeeren und die haben gerade ganz viele Blüten bzw. schon grüne Beeren, die jetzt verzweifelt auf Sonne warten. Es ist sowieso irre, was bei mir gerade alles wächst. Mein Ingwerexperiment hat auch die nächste Phase eingeläutet. Und wenn ich an Zeichen glaube würde, dann hätte ich ja gesagt, dass Rainer mir eines geben wollte, indem mein Kaktus auf einmal ein paar Tage nach seinem Tod angefangen hat zu blühen. Was mich so überrascht hat, dass es schon fast unheimlich war. :smirksmile:

Ich wünsche Dir morgen einen schönen letzten Arbeitstag für diese Woche und einen guten Start in Dein frühes Wochenende. Ansonsten... packt die Sonnenbrillen aus, Leute, der Sommer soll ja am Wochenende wieder kommen. Also fangt Euch ein paar Sonnenstrahlen :Sonne: , wir haben sie uns verdient :schild genau:

Und jetzt wünsche ich allen eine gute Nacht und viel Erholung darin :schlaf gut:

Liebe Grüße,
Vonna

Inaktiver User
12.07.2007, 18:58
Tja... es kam wie es kommen musste... ich wusste, es tut mir nicht gut, ich hätte nur nicht gedacht, dass der Dämpfer so schnell kommt. Aber er kam, heute Nachmittag. Ich fühle mich gerade sehr sehr scheiße (sorry, ein anderes Wort will mir nicht dafür einfallen). Ich ärgere mich über mich selbst, sehe keinen Sinn mehr in irgendwas, bin gerade am Boden zerstört. Wieso muss ich mich immer gleich in alles so reinsteigern, wieso kann ich nicht alles etwas lockerer sehen und leichter angehen? Warum hängt immer gleich alles von irgendwas ab? Ich komme mir so dämlich vor, ich wünschte mir jetzt echt, ich hätte hier auch nie was davon erzählt. Wie konnte ich nur denken, ich hätte mich verliebt... okay... Mist, so wie ich mich jetzt fühle, wo ich weiß, dass er bereits vergeben ist, vielleicht war das mit dem verliebt sein (oder wie auch immer man das in der Situation nennen soll, Interesse wäre vielleicht passender) doch nicht ganz falsch. Sonst würde es mich jetzt nicht so fertig machen. Ach Mist, was erzähle ich hier eigentlich?

Ich schmeiß mich jetzt erstmal in meine Laufklamotten und gehe eine Runde laufen. Vielleicht klappe ich ja diesmal zusammen und alles hat endlich mal ein Ende. Ich bin wohl einfach viel zu extrem in solchen Dingen, hänge gleich mit Leib und Seele bei allem. Warum kann ich nicht mal an einer sinnvollen Sache hängen - an mir? Wäre eigentlich praktischer. Ich habe nur momentan das Gefühl, dass ich mit dieser Lebensart nicht weit kommen werde. Aber ich weiß auch gar nicht wo ich überhaupt hin will. Im Moment eigentlich nirgends hin. Meine Zukunft ist ein großes schwarzes Loch und ich lasse mich einfach davon einsaugen und lande im Nichts. Hört sich seltsam an, trifft aber irgendwie gerade meine Stimmung - ich bin leer, da ist gerade nichts mehr übrig auf oder an dem ich mir vorstellen kann mich je wieder zu freuen. Tja... extrem ich weiß... ist ja genau mein Problem.

Egal... ich geh jetzt laufen.

wolfsmond
12.07.2007, 20:10
Liebe Vonna,

hoffentlich hast Du Dir Deinen Kopf etwas freilaufen können!!!

Und was soll denn das von wegen, vielleicht klappe ich ja diesmal beim Laufen zusammen und alles hat endlich ein Ende.
Hoffe das Du, trotz solcher Gedanken, wieder gut zu Hause angekommen bist. Du würdest mir nämlich fehlen!
Und Deiner neugewonnen Freundin bestimmt auch, nachdem ihr doch gestern einen so schönen Abend hattet.

Ärgere Dich nicht über Dich selbst, sei froh, daß das jetzt geklärt ist und Du nicht noch mehr Gefühle (?) investiert / Intersse gezeigt hast. Und Du musst Dir auch überhaupt nicht blöd vorkommen, hier darüber geschrieben zu haben. Dafür ist so ein Forum schließlich da.

Jetzt mach Dir bitte nicht zuviele trüben Gedanken über Deine Zukunft. Ich bin auch planlos im Moment. Wir sollten versuchen einen Schritt nach dem anderen zu gehen, soll heißen, einen Tag nach dem anderen zu leben. Wer kann jetzt schon wissen was in einer Woche oder zwei Monaten ist und wie wir uns dann fühlen werden.

Ich drück' Dich ganz fest (wenn ich darf) und hoffe das Du Dich Morgen wieder besser fühlst!
:blume: :Sonne: :blume:

Wünsche Euch allen eine erholsame Nacht und einen angenehmen Freitag!!!

Grübel nicht soviel Vonna!!!
:blumengabe:

vlg
wolfsmond

Inaktiver User
12.07.2007, 21:49
Liebe wolfsmond,

:wangenkuss: Danke danke danke! Deine Nachricht hat mir so gut getan. Ich bin leider oft gleich so extrem mit meinen Gefühlen. Von daher bin ich gerade wirklich froh, dass ich das Laufen wieder entdeckt habe (oder überhaupt das erste Mal so richtig, wer weiß). Ich habe mir jetzt echt den Frust von der Seele gelaufen. Es hat wirklich gut getan und mit jedem Schritt wurde es ein klein wenig besser. Traurig bin ich natürlich immer noch, aber nicht mehr ganz so verzweifelt. Ich sollte wirklich daran arbeiten nicht so extrem zu reagieren auf alles mögliche. Aber es ist schon besser geworden. Denn früher wäre ich nicht laufen gewesen und hätte mich hinterher etwas besser gefühlt, sondern hätte mich noch länger reingesteigert.

Ach ja... planlos sein, von einem Tag zum nächsten leben... ich hasse es, ich muss es doch mal ganz deutlich sagen. :grmpf: Aber wahrscheinlich hast Du recht und ich sollte das einfach mal für eine Weile akzeptieren. Es fällt mir verdammt schwer... wenn ich wenigstens einen festen Job hätte und da nicht noch im Nacken, dass ja mein Vertrag nicht so lange läuft. Sprich allzu lange kann ich da nicht von Tag zu Tag leben, was das angeht. Aber ich könnte eigentlich zumindest mal den Juli und den August noch ins Land ziehen lassen und mir dann im September anfangen dazu Gedanken zu machen. Das müsste auf jeden Fall noch reichen.

Bleibt gerade noch ein ganz anderes Problem... Urlaub... Rainer und ich wollten dieses Jahr endlich mal wieder richtig Urlaub machen. Tja... was mache ich nun alleine? Ich habe schon ein paar Stunden mit nach Urlaub surfen verbracht und hätte jetzt eigentlich was tolles gefunden. Zu lange will ich auch nicht weg, eigentlich nur eine Woche. Dann davor und danach noch jeweils 1-2 Erholungstage daheim. Das wäre eigentlich ein prima Urlaub. Aber, jetzt kommts, trau ich mich so alleine in den Urlaub? Wird es dann auch so, wie ich es mir vorstelle? Oh weh... billig ist es ja auch nicht gerade, zum Glück ist das jetzt nicht mehr ganz so tragisch, da Rainers Eltern an mich gedacht haben und ich was von seinem Geld abbekommen habe. Ich könnte mir also den Urlaub auf jeden Fall leisten. Ich hätte ihn auch bestimmt bitter nötig, ist eh schon ein paar Jahre her und nach den Wochen jetzt fühle ich mich eh jeden Tag urlaubsreif. Und totzdem fehlt mir noch der letzte Kick es durchzuziehen. Ich habe noch nie so richtig alleine Urlaub gemacht. Na ja, so ganz stimmt das eigentlich nicht... Urlaub schon, aber ich war auch schon mal 2 Wochen alleine weg, allerdings dann auf Workshops etc. wo man ja auf jeden Fall Leute trifft. Aber ich habe mir eigentlich auch extra so einen Urlaub ausgesucht, in dem man an bestimmten Kursen dort teilnehmen kann (Pilates oder Malen etc.). Es klingt eigentlich wie für mich gemacht, dieses Urlaubsangebot und ich wäre dumm, wenn ich es nicht einfach mal ausprobieren würde. Aber ich schaffe es noch nicht mich aufzuraffen... und auch da tickt natürlich ein wenig die Uhr. Ich würde eigentlich gerne gegen Mitte/Ende August gehen, das sind ja nur noch 5 Wochen bis dahin. :wie?: Was tun?

Wie schaut es bei Dir eigentlich mit Urlaub aus? Hast Du schon was geplant? Kannst Du es Dir überhaupt so vorstellen? Oder all die anderen, die vielleicht mitlesen... jetzt in Urlaub? Wie geht es einem dabei denn? Ich habe ja schon Probleme mich mal ein Wochenende daheim zu entspannen (da wären wir dann auch gleich beim richtigen Thema... ich habe immer noch keine Pläne fürs Wochenende... Panik!), wie soll das dann im Urlaub gehen? Oder geht es da eher besser? Oder werde ich Rainer noch viel viel mehr nachweinen? Na ja... Pilates und Malen wäre nicht sein Ding, ich weiß nicht, ob das ein Urlaub wäre, den wir gemeinsam gemacht hätten, zumindest das wäre dann schon mal nur meine Sache, aber wer weiß, ob das reicht. Irgendwelche Erfahrungen?

Also Leute... ich finde es schon super, dass ich hier einfach alles schreiben kann und immer auf Verständnis stoße und eine liebe Antwort bekomme. Manchmal komme ich mir so bescheuert vor mit meinen Gedanken und ihr seid trotzdem da. :blumengabe: Danke dafür!

So und nun Dir liebe wolfsmond einen schönen, freien Freitag, bereite Dich auf den großen Sonnenschein am Wochenende vor :Sonne: .
Und allen anderen eine gute Nacht! Und natürlich auch einen schönen Tag morgen.

Liebe Grüße,
Vonna

wolfsmond
13.07.2007, 12:31
Liebe Vonna,

habe mal eine Pause von meiner Putzorgie gebraucht. Und siehe da, eine Nachricht von Dir.
Freut mich, das Dir das Laufen geholfen hat, Dich wieder ein bisschen einzuloten!

Ja, mit dem Urlaub ist das so eine Sache. Habe, zumindest als erwachsender Mensch, noch nie alleine Urlaub gemacht.
Allein bei der Vorstellung, beim Sonnenuntergang am Strand, die ganzen verliebten Paare Arm in Arm zu sehen, könnte ich kotzen. Entschuldigung, aber das ist nun mal so.
Vielleicht im nächsten Jahr eine Gruppenreise, oder so etwas.

Außerdem hatten wir für dieses Jahr sowieso keine große Reise geplant. Wir wollten unser Schlafzimmer renovieren. Jetzt bin ich die ganze Zeit schon am Grübeln, ob ich das alleine durchziehen will/kann. Habe mich noch nicht entschieden. Aber ich kann mir auch noch etwas Zeit lassen, da ich erst ab 27. August Urlaub habe. Wir werden sehen.

Werde jetzt mal weiter meine Hausarbeit erledigen.
Wünsche Dir, und allen Anderen natürlich auch, einen schönen Tag!!!
:blume: :Sonne: :blume:

vlg
wolfsmond

Stina2270
13.07.2007, 12:54
Hallo Vonna,
hallo Wolfsmond,

auch ich bin eine stille Mitleserin Eurer Dialoge und ich möchte Euch sagen, dass ich das grossartig finde, wie ihr schreibt, wie ihr lebt, versucht weiter zu leben! Ich habe allerhöchsten Respekt vor Euch! :blumengabe:

Vonna, ich kann mir gut vorstellen, dass es eine große Überwindung für Dich bedeutet alleine in den Urlaub zu fahren. Ich war so oft alleine unterwegs, aus anderen Gründen als der deinige, aber eben halt auch alleine. Und ich hatte unterschiedliche Urlaube. Mal war es doof alleine, mal waren es super schöne Urlaube.
Das Du dich für einen Urlaub mit "Animation" entscheidest ist schon mal ein guter Anfang.
Ich weiß nicht, ob man das hier schreiben darf, aber sieh doch mal im net nach Adiana Urlauben nach.
Sollte das jetzt gelöscht werden, dann schreibe mir gerne eine PN.
Dort kannst du auch alleine super Urlaub machen und je nach Hotel und Urlaubsort werden unterschiedlich Kursangebote gemacht.... Vielleicht wirst Du dort ja fündig...

Ich wünsche Euch ein schönes und erholsames Wochenende mit viel Sonne. :Sonne:

Mit respektvollen Grüssen

Stina

Jytte1982
13.07.2007, 13:04
Liebe Vonna!

Ich bin leider ganz schlecht im trösten, aber möchte dir mein Beileid aussprechen, lass dich gedrückt sein und verstanden fühlen.
Schreiben und deine wirren Gedanken in Worte fassen- glaub mir das hilft dir mit der Zeit!
Alles Liebe!

Inaktiver User
13.07.2007, 23:15
Liebe wolfsmond,

Deine frühe Nachricht heute hat mich auch ganz überrascht gehabt. Ich hatte Zeit sie zu lesen, zum Antworten bin ich tagsüber nicht gekommen.

Hey... Putzorgie... magst Du nicht mal vorbei kommen? :smirksmile:
Eigentlich bin ich eine ziemlich "saubere" und habe es mit dem Putzen immer sehr genau genommen. Seit einigen Wochen ist das nicht mehr ganz so wild. Erstens sage ich mir, ich alleine mache ja nicht so viel Dreck, zumal ich ja auch den ganzen Tag nicht da bin und ansonsten... was solls, wenn mal ein paar Fussel rumliegen. Eigentlich hoffe ich, dass ich diese Einstellung beibehalten kann, das andere war schon fast ein bisschen zu extrem putzig (huch... seltsame Wortwahl :freches grinsen: ). Ich hoffe aber, Du hattest noch einen netten Tag und hast Dich auch schön für das fleissige Saubermachen belohnt. Hast es Dir verdient!!

Ich war heute Abend schon wieder laufen. Langsam werde ich mir unheimlich. Allerdings lief es heute ein bisschen schleppend. Ich hatte auch einfach zu großen Hunger während dem Laufen. Aber dann habe ich halt langsamer gemacht, war dann auch okay. Mal schauen, ich denke, morgen werde ich mal pausieren. Wenn ich dieses Wochenende ganz mutig bin, dann mache ich mein Mountainbike wieder startklar (zum Radeln in die Stadt nehme ich mein altes Rad, deshalb wurde das Mountainbike nicht viel bewegt die letzte Zeit) und drehe morgen oder am Sonntag eine kleine Runde. Hier gäbe es ja eine ausgeschriebene Strecke um die Stadt rum, vielleicht probiere ich die mal aus. Was kann schon passieren? Ich nehme was zu trinken mit, ein bisschen Geld, mein Handy und dann kann eigentlich nichts mehr schief gehen, auch wenn ich mich mutterseelen alleine auf den Weg mache. Du merkst schon, ich bin das nicht gewohnt. Und alleine die Feststellung, dass ich mit dem Gedanken spiele, verwundert mich ein bisschen. Bin das noch ich? Na ja, noch habe ich es nicht gemacht. Ich werde dann berichten, ob es was wurde.

Ansonsten steht ja jetzt das Wochenende ohne irgendeinen Plan vor der Tür. Na ja, außer zum kleinen Käffschen mit einer Freundin treffen morgen Nachmittag und eventuell radeln gehen. Ein bisschen graut mir davor, wenn es nun wirklich so heiß werden sollte... mag ich gar nicht, wenn es über 30 Grad hat :knatsch:
Ich darf das sagen, ich habe mich bisher noch nicht über einen verregneten und kalten Sommer beschwert!

Ich wünsche Dir auf jeden Fall ein schönes Wochenende. Da ich im Prinzip ja daheim bin, werde ich bestimmt mal zwischendurch hier rein schauen. Genieße die Sonne, aber vergiss die Sonnencreme nicht! :Sonne:

Liebe Stina,

vielen lieben Dank für Deine Worte. Ich hatte sogar ein Tränchen im Auge, als ich das gelesen habe. Ich bin so dankbar, wenn jemand schreibt, dass er oder sie es gut findet, wie ich gerade mit allem umgehe und dass ich hier schreibe. Es tut so gut sowas zu hören. Danke :blumengabe:

Meintest Du Aldiana? Das habe ich jetzt nämlich im Internet gefunden. Ich werde es mir mal anschauen, danke für den Tipp. Eigentlich habe ich ja schon was gefunden, was mir zusagen würde und Plätze gäbe es wohl bis jetzt auch noch. Aber anschauen schadet nicht, vielleicht gibt es da ja noch was günstigeres oder noch ansprechenderes. :zwinker:
Allerdings ist das Hauptproblem wirklich das Durchziehen der ganzen Sache. Also den Ruck durch mich durchgehen lassen "ja, jetzt buche ich einfach und zieh das durch". Das fehlt noch. Vielleicht hilft ja nächste Woche der Termin bei meiner Therapeutin weiter. Ich war jetzt dann über 3 Wochen nicht mehr da, bin schon sehr gespannt wie es wird. Jetzt wo wir auch wissen, dass wir 25 Stunden Zeit haben, weil die Krankenkasse zahlen wird. Vielleicht kann sie mich ja dann noch ein wenig schubsen, mal schauen, ob das dann wirkt. Ich hoffe es ja eigentlich schon.

Ich wünsche Dir auch ein prächtiges Wochenende!

Liebe Jytte,

auch Dir lieben Dank. Mach Dich nicht schlecht... alleine, dass Du einfach doch was schreibst zeigt doch, dass Du trösten kannst. Wer weiß wieviele Leute mitlesen und dazu nicht den Mut finden. Dabei ist es so schön, wenn man einfach mal ein paar solche Zeilen wie Deine bekommt.

Tja liebe Leute... jetzt frage ich mich gerade, schreibe ich noch weiter oder lasse ich es für heute gut sein. Ich bin gerade noch so wach. Dabei ist es schon wieder nach 23 Uhr. Irgendwie weiß ich auch gerade gar nicht, wie es mir eigentlich geht. Vorhin hatte ich wieder einen kleinen Heulanfall, aber der ist zum Glück wieder weg. Meine Augen könnten auch mal etwas Pause vertragen. Aber diese Wochenenden... auf die ich mich immer so gefreut habe. Zeit mit Rainer verbringen. Das tut so weh. Jetzt, wo er nicht mehr da ist, aber ich schon mehr unternommen habe, als wir es immer gemeinsam geschafft haben. Musste ich neulich so denken. Wir wollten immer mehr raus kommen, mehr unternehmen. Nicht, dass wir uns gelangweilt hätten, aber wir kamen uns ein wenig trantütig vor. Jetzt habe ich auf einmal Wochen, an denen ich keinen Abend daheim bin und am Wochenende auch noch unterwegs. Klar, ist gerade viel zur Ablenkung, aber trotzdem. Irgendwie bin ich auch stolz drauf. Aber es macht mich gleich wieder traurig... ich tue es ein bisschen auch deshalb, um Rainer irgendwann sagen zu können "schau mal, was ich alles gemacht und geschafft habe". Dann kommt aber wieder der Durchblick, dass das ja nienienienienie mehr geht. Das ist so hart, ich kann es gar nicht in Worte fassen. Wenn ich dieses Wochenende wirklich einfach so mal radfahren gehe... wow... das wäre auch wieder so ein Moment. Wann dieses Gefühl wohl anders wird? Und wie es dann wird? Oh weh... jetzt werde ich wieder ungeduldig, möchte Mäuslein in die Zukunft spielen.

Na gut, ich glaube, ich lasse es für heute dann doch gut sein. Morgen ist ein neuer Tag, mal schauen, was er bringt. Zumindest ausschlafen werde ich, habe ich dringend nötig und eigentlich spricht rein gar nichts dagegen, warum ich das nicht auch tun sollte. Ich hoffe, dass ich es tun werde. Ich könnte mir schon noch selbst in die Quere kommen. Wenn ich früh aufwache und nicht so gut drauf bin, dann werde ich mich rausquälen, alleine weil es quält. Manchmal bin ich schon ein bisschen selbstzerstörerisch drauf. Verstehen tue ich das auch nicht wirklich. Aber hoffen wir einfach mal, dass es morgen nicht so ist.

Von daher wünsche ich Euch allen eine schöne Nacht und einen guten Start in ein erholsames Wochenende!!! :blumengabe:

Liebe Grüße,
Vonna

Lyanna
14.07.2007, 11:41
Liebe Vonna

ich lese hier schon seit ein paar Tagen mit und es hilft mir sehr,
mich in vielem, was du schreibst, wiederzufinden.
Ich danke dir, dass du über deine Gefühle schreibst und deine Gedanken, Zweifel und Bedenken mit einfliessen lässt.

Mir geht es gefühlsmässig ähnlich wie dir,
ich habe meinen Mann von jetzt auf gleich durch einen schweren Schlaganfall verloren, und er war weg, er ist nicht mehr da!!!!
Er kommt nicht mehr!
Er kommt niemals mehr wieder als der, den ich kannte,fühlte, liebte, mit dem ich bedingungslos den Rest meines Lebens verbringen wollte ...so hatten wir es beide jedenfalls geplant!
Wir hatten seit längerer Zeit erkannt, dass "planen" im Grunde zwecklos ist, es kommt sowieso, wie es kommt.
Doch DAMIT hatte ich absolut nicht gerechnet.
DAMIT haben wir beide nicht gerechnet, obwohl wir wussten:
der TOD ist unberechenbar ...er gehört zum Leben.
Doch wenn es dann soweit ist, ist es völlig anders, anders, ALLES, was ich mir je daranter hätte vorstellen können!!

Manchmal bin ich völlig im Reinen mit mir und der jetzigen Situation.
So ist es halt: das Leben.
Aber dann überfällt mich "aus heiterem Himmel" ein so tiefer Schmerz, eine so tiefe Verzweiflung, dass ich meine, es nicht aushalten zu können.

Jedenfalls bin ich sehr froh, dass meine Tochter mich auf dieses Forum aufmerksam gemacht hat, HIER finde ich mich in vielen Threads wieder und das hilft mir irgendwie, die nächsten Stunden zu überstehen.
Bis ich dann wieder eigenständig ein Stück des Weges klarkomme ...
bis zum nächstenmal ...

Ich danke euch, ich danke dir, liebe Vonna, dass ihr so offen miteinander umgeht und euch so liebevoll unterstützt.
Das, was ihr für euch tut, tut ihr auch für mich und viele andere!

Ich wundere mich über mich, dass ich den Mut habe, hier einfach loszuschreiben.
Vielleicht ist etwas von eurer Kraft auf mich übergesprungen?

Danke für eure Offenheit und danke für euer Teilen.

Alles Liebe für dich, liebe Vonna und für euch alle.

Lyanna

wolfsmond
14.07.2007, 14:36
Liebe Vonna,

mein Schmutz reicht mir völlig, somit wird das mit dem Vorbeikommen nichts werden.:zwinker:

Wünsche Dir viel Spass bei Deiner Fahrradtour! Bei dieser Hitze!!! Puh! Ich gehöre übrigens auch zu den Leuten die keine 30 Grad brauchen und habe mich über unser bisheriges Wetter auch noch nicht beschwert! Nur bei heftigen Gewittern wird's mir manchmal ein bisschen bange.:peinlich:

Muss jetzt mal was loswerden:
Habe mich mal wieder sehr über einen äußerst geschmacklosen Blumenstrauss auf dem Grab meines Mannes aufgeregt. Zumal ein Engel auch noch verrückt worden ist. Ich finde, das gehört sich einfach nicht!!!
Können die es nicht endlich mal sein lassen. Wochenlag war jetzt Ruhe und nun geht es anscheinend wieder los. Zu Lebzeiten war über Jahrzehnte kaum, bis überhaupt kein Kontakt, da können sie sich die geschmacklosen Blumensträusse und Umräumaktionen auf dem Grab auch sparen. Er hätte das nicht gewollt!!!
Mit Sicherheit hat meine Schatz Applaus geklatscht, als ich den Strauss postwendend auf den Kompost geworfen habe. Bevor ich mich tagelang darüber ärgere, habe ich mir das nämlich vor Wochen vorgenommen und prompt in die Tat umgesetzt.
So, das musste jetzt mal raus.

Wünsche allen Mitschreiberinnen und -leserinnen ein erholsames Wochenende! Passt gut auf Euch auf!
:blume: :blume: :blume:

Eine ganz besondere :blumengabe: an Stina! Danke!

vlg
wolfsmond

Inaktiver User
14.07.2007, 20:29
Ein sonniges Hallöchen,

Liebe Lyanna,

es freut mich, dass Du den Mut gefunden hast auch was zu schreiben. Und es gibt mir zusätzliche Kraft, wenn ich weiß, es liest sonst noch jemand mit, dem es tatsächlich was bringt, wenn ich hier "laut denke". Vielen herzlichen :liebe: Dank! Ich kann so gut nachvollziehen wie es Dir jetzt geht und ich finde mich ebenfalls in Deinen Worten wieder. Ich wünsche Dir auch alles Gute und ganz viel Kraft.

Liebe Wolfsmond,



mein Schmutz reicht mir völlig, somit wird das mit dem Vorbeikommen nichts werden.:zwinker:

Ja schade eigentlich, dann muss ich das halt doch wieder selber machen :grmpf: . Aber egal... dieses Wochenende bleibt putzfrei!




Wünsche Dir viel Spass bei Deiner Fahrradtour! Bei dieser Hitze!!! Puh! Ich gehöre übrigens auch zu den Leuten die keine 30 Grad brauchen und habe mich über unser bisheriges Wetter auch noch nicht beschwert! Nur bei heftigen Gewittern wird's mir manchmal ein bisschen bange.:peinlich:

Noch habe ich die Radtour nicht gemacht, ich lasse das morgen mal auf mich zukommen. Aber ich habe mir heute die Radwanderkarte, die vom ADFC für die Gegend hier empfohlen wird gekauft. Bin also schon ganz nah dran. Und wenn es morgen nicht klappt, dann lasse ich mich wirklich höchstens von der Hitze abschrecken. Ist nämlich gar nicht meine Welt das mit den über 30 Grad. Dann fahr ich lieber abends noch eine kleine Runde mit dem Rad oder gehe wieder laufen. Heute ist allerdings sportfrei, muss auch mal sein. Ich habe mich mit meiner Freundin hier in ein Cafe in den Schatten gesetzt, einen Milchkaffee geschlürft :tassenkasper: und mich sehr gut unterhalten. Ratzfatz waren 2 1/2 Stunden vorbei. War eigentlich sehr schön.

Vormittags war ich ein bisschen einkaufen - wie gesagt, die Karte zum radeln gekauft und sogar ein paar günstige und total schöne Sommerschuhe gefunden. Die fand ich schon im Frühjahr schön, da waren sie mir noch zu teuer und jetzt war noch ein Paar da, fast um die Hälfte reduziert. Ha... das ist doch schön :lachen:


Muss jetzt mal was loswerden:
Habe mich mal wieder sehr über einen äußerst geschmacklosen Blumenstrauss auf dem Grab meines Mannes aufgeregt. Zumal ein Engel auch noch verrückt worden ist. Ich finde, das gehört sich einfach nicht!!!
Können die es nicht endlich mal sein lassen. Wochenlag war jetzt Ruhe und nun geht es anscheinend wieder los. Zu Lebzeiten war über Jahrzehnte kaum, bis überhaupt kein Kontakt, da können sie sich die geschmacklosen Blumensträusse und Umräumaktionen auf dem Grab auch sparen. Er hätte das nicht gewollt!!!
Mit Sicherheit hat meine Schatz Applaus geklatscht, als ich den Strauss postwendend auf den Kompost geworfen habe. Bevor ich mich tagelang darüber ärgere, habe ich mir das nämlich vor Wochen vorgenommen und prompt in die Tat umgesetzt.
So, das musste jetzt mal raus.

Ja holla... was war das denn? Ich meine, lass es ruhig raus, kein Problem. Falls Du mal ein extra Nudelholz brauchst, bitte schön: :nudelholz:
Irgendwie bin ich nur, glaube ich, nicht ganz mitgekommen von wem Du geredet hast. Dunkel erinnere ich mich, dass Du mal was geschrieben hast in der Richtung, aber ich komm gerade nicht drauf. Ich finde es aber okay. Schmeiß die Blumen weg, wenn es so nervt. Du hast das Recht an Dich zu denken und das zu tun, was Dir jetzt gut tut. Ich fand es auch sehr nett, als ein Kollege von mir neulich meinte: "denk jetzt in erster Linie an dich selbst und daran was dir gut tut." Wir hatten es da gerade von ein bzw. zwei "vermeindlich" besten Freunden, die gerade so anstrengend sein können, dass es mir im Moment nicht wirklich hilft mit ihnen zu reden. Es ist schade, dass ausgerechnet diese Freunde nun wohl nicht so für mich da sein können wie ich es bräuchte, aber was soll ich mich damit auch noch rumschlagen? Solange überraschend andere diesen Platz einnehmen können und für mich da sind, ist das für mich okay.

So und nun... was mache ich mit dem angebrochenen Abend? Ich wollte erstmal noch bügeln - sehr erquickend. Und dann sollte ich mir vielleicht noch was zu essen machen - das bleibt bei mir in letzter Zeit etwas auf der Strecke, das Essen. Es ist erschreckend, was bei mir gerade alles kaputt geht, weil ich es nicht esse. Musste heute morgen schon wieder ein halbes Brot wegwerfen. Sowas mag ich ja gar nicht. Aber ich kann das doch nicht einfach nicht kaufen... ein bisschen was sollte ich schon essen. Ist gerade seltsam. Na ja, ein paar Kilos habe ich ja noch von denen ich zehren kann :smirksmile: .

Also Ihr Lieben, noch ein schönes restliches Wochenende... und liebe wolfsmond, das Blümchen jetzt aber nicht wegwerfen!! :blumengabe: :zwinker:

Liebe Grüße,
Vonna

Stina2270
15.07.2007, 11:43
Liebe Vonna,

Du hattest meinetwegen ein Tränchen im Auge? Das wollte ich nicht. Mich berührt es sehr, wie ihr, Du und Wolfsmond, mit eurem Leid umgeht. Ich weiß nicht, ob ich soviel Kraft hätte wie ihr...

Vor allen Dingen habe ich grössten Respekt, wie sportlich du jetzt bist....
Ich liebe dieses Wetter und alles was unter 25 Grad ist, ist kalt, aber Rad fahren? Heute? Nee nee...nach dem ich Unkraut gezuppelt habe und mir der Schweiß ins Auge tropfte, habe ich den Schatten nun vorgezogen und beobachte meine kleine Katze, wie sie versucht mit Grashalmen zu kämpfen.

Aber weisst du, was mir eben beim Lesen aufgefallen ist, dein Schreibstil hat sich verändert. Vielleicht merkst du es selber nicht, aber er klingt ein wenig fröhlicher und zuversichtlicher. Das hat mich eben sehr gefreut.
Das deine KK die Therapiestunde bezahlt ist klasse. Nun hast du etwas Zeit und ich denke, die Idee mit dem Urlaub mit deiner Therapeutin zu beschnackeln ist auch gut. Ich meinte natürlich Aldiana- es soll da wirklich schön sein. Du musst ja nicht gleich nach Gambia fliegen...obwohl....ach wenn ich nur daran denke.....Afrika.....ich wäre sofort weg....

Ich hoffe, deine Radtour war schön und dir liebe Wolfsmond ist heute nicht allzu sehr warm geworden... (die Sache mit dem Blumenstrauß hast du souverän gemeistert. Ich hätte es nicht anders gemacht!!)

Für euch beide und allen die mitlesen einen dicken Strauß an :blumengabe: und einen sonnigen Sonntag!:Sonne:

Stina

wolfsmond
15.07.2007, 14:42
Liebe Vonna,

es geht um die Familie meines Mannes. Wir hatten wirklich in den letzen Jahren sehr, sehr wenig bis gar keinen Kontakt. Seine Eltern, später nur noch seine Mutter, haben wir meist nur an Weihnachten besucht. So etwa eine Stunde, dann wurde mein Mann schon unruhig und wollte nach Hause.
Ein Anruf am Geburtstag, das war's dann auch.

Seine Schwester ist vom "Staate Nimm", wie man so schön sagt. Also, immer wenn sie Probleme hatte und seine Hilfe brauchte, wusste sie unsere Adresse und Telefonnummer. Ansonsten hörten wir jahrelang nichts von ihr.
Mit seinem Bruder hat er sich überhaupt nicht verstanden. Da war irgendwie gar kein Verhältnis.

Als mein Mann ins Krankenhaus eingeliefert wurde, habe ich ihn dann gefragt, ob ich nicht seiner Mutter Bescheid geben soll. "Von mir aus", hat er gesagt, "aber die soll ja nicht kommen. Ich will keinen von denen hier sehen. Ihr Beide (meine Tochter und ich) seid meine Familie."
So haben wir das gehalten. Auch als ich die Todesnachricht erhielt, habe ich weiter im Sinne meines Mannes gehandelt und nicht seine Mutter verständigt, dass sie ihn im Krankenhaus noch mal sehen kann. Manche (Mütter) werden das nicht verstehen können, aber es wäre mir wie ein Verrat an meinem Mann vorgekommen, wenn ich seine Mutter in der Nacht aufgefordert hätte zu kommen. Manchmal frage ich mich, ob sie überhaupt gekommen wäre?! Aber egal!

In der ganzen Zeit danach hat meine Schwiegermutter mich nur ein einziges Mal angerufen: "Na, wie geht es Dir?"
"Beschissen, das kannst Du Dir doch denken."
"Na, es muss doch weitergehen!"
... und das war's!

Seine Schwester hatte es nicht einmal für nötig bei der Urnenbeisetzung mitzukommen. Noch nicht mal ein kurzer Anruf, dass sie nicht kommen kann, warum auch immer.
Ein einziges Mal, ein paar Tage nach seinem Tod, hat sie mich angerufen und mir gesagt, das es ihr leid tut und sie mich doch über alles liebt! Ein Hohn in meinen Augen.

Deshalb bin ich so sauer, und möchte nicht, dass diese Leute jetzt die Engel auf seinem Grab verrücken, um für ihre geschmacklosen Blumensträusse Platz zu schaffen.

Werde das auch in Zukunft so handhaben (DANKE FÜR DEINE ZUSTIMMUNG STINA!!!) und diese "Gaben" sofort entsorgen. Meine Tochter sieht das übrigens genauso.

Versteht mich nicht falsch, ich habe wirklich in keinster Weise etwas dagegen, wenn gute Freunde, unser Patenkind oder andere liebe Menschen, eine kleine Blumengabe für meinen Schatz hinterlassen. Mit dem Unterschied, dass diese Menschen vorher fragen, ob es okay ist, wenn sie etwas hinstellen. Außerdem würden sie, selbst in 1000 Jahren nicht auf die Idee kommen, irgendeine Kleinigkeit an dem Grab zu verändern.

So, jetzt habe ich Euch hoffentlich alles etwas besser erklären können.

@Vonna,
danke für die Blümchen, die werde ich natürlich nicht auf den Kompost werfen. Erst wenn sie verblüht sind, aber Gefahr besteht bei dieser Sorte glaube ich nicht. :zwinker:
Viel Spass bei Deiner Sonntagsradtour!!! Sorry, muss ich irgendwie durcheinander gebracht haben, dachte Du wolltest Samstags schon losstrampeln.

@Stina
im Schatten lies es sich gestern ganz gut aushalten. Heute ist es ja genauso, wenn man sich nicht zuviel bewegt und die Gartendusche in der Nähe ist, kann man es aushalten.

Wünsche Euch allen noch einen schönen restlichen Sonntag, eine ruhige und erholsame Nacht und einen guten Start in die neue Woche!
:blume: :blume: :blume:

vlg
wolfsmond

Inaktiver User
15.07.2007, 23:26
Hallo liebe wolfsmond,

ich hoffe, Du hast das sonnige Wochenende ohne Schäden (Sonnenbrand) überstanden. Es will gerade gar nicht abkühlen, habe ich so das Gefühl. Zu was ich die Fenster offen habe, weiß ich auch nicht so recht.

Ich muss ja zu meiner Schande gestehen, dass ich nicht radeln war. Es war mir schlichtweg zu heiß. Eine so lange Tour wie ich sie machen wollte hätte ich in der Sonne einfach nicht geschafft. Also habt ihr mich alle für etwas zu sportlich gehalten. :peinlich:
Um euch aber nicht ganz zu enttäuschen... ich war wenigstens noch eine Stunde Laufen am Abend. Wobei es da immer noch 30 Grad hatte... bäh. Es ging aber dann doch, nachdem ich mich etwas aklimatisiert hatte und dann auch endlich im Wald war. Also vielleicht ja doch noch wett gemacht.

Die Geschichte mit der Familie Deines Mannes ist ja heftig. Ich glaube, Du hast das so ganz richtig gemacht. Ich finde es auch sehr seltsam, wie jemand überhaupt auf die Idee kommen kann einen Engel auf einem Grab zu verrücken. Blumen hinlegen oder so was okay... aber "umorganisieren". Also nee. Aber gut, abhaken. Du hast die Situation gemeistert und das ist doch prima.:allesok:

Heute ist wieder einmal Sonntag und dazu noch der 15.! Das heißt, es sind genau drei Monate, dass Rainer mich verlassen hat. Ich musste schon daran denken, habe mich daran erinnert wie es vor 3 Monaten jeweils zu der Uhrzeit gerade war. Oh weh... da fällt mir gerade auf, in genau einem Monat habe ich ja Geburtstag. Das ist ja auch ein 15. Dass mir das noch gar nicht aufgefallen ist (ich hab ja nicht zum ersten Mal am 15. Geburtstag :ooooh: ). Na ja, aber auf Geburtstag feiern, werde ich dieses Jahr sowieso keine Lust haben. Ansonsten fallen mir irgendwelche "Gedenktage" nicht so schwer, habe ich das Gefühl. Okay, waren ja auch noch nicht viele. Aber auch wenn ich es mir so vorstelle, es lässt mich nicht erschauern. Nur Weihnachten und Silvester (was zum Glück ja noch eine ganze Weile weg ist), daran mag ich gar nicht denken. Da wird mir jetzt schon Angst und Bang davor. Aber erstmal langsam... jetzt ist Sommer (und was für einer im Moment), da denke ich jetzt mal noch nicht an Weihnachten.

Allzu viel habe ich eigentlich dieses Wochenende nicht hin bekommen, aber ich war dafür, dass ich erst gar nichts vor hatte viel unterwegs. Auch heute war ich mich noch mal mit einem Freund im Biergarten treffen. Es ist so schön, dass es jetzt zumindest mal 2-3 Leute hier gibt, mit denen ich mich fast jederzeit treffen kann. Ich weiß, ist nicht so viel, aber es ist gar nicht einfach Leute kennenzulernen und irgendwie ist mir die Stadt teilweise schon noch fremd. Arbeiten tue ich nicht direkt hier, sondern 15 km weiter weg, das macht auch nochmal was aus. Also immerhin etwas.

Nun sollte ich aber langsam mal ins Bett. Gleich wieder die neue Woche mit einem Schlafdefizit anfangen wäre nicht so toll. Aber vermutlich wird es mir eh zu warm zum Schlafen sein. Also, hier was für kalte Gedanken, falls euch auch zu warm sein sollte zum Schlafen: :schneemann: :zwinker:
Eine schöne Gute Nacht und einen guten Start in die Woche.

Liebe Grüße,
Vonna

frangipani
16.07.2007, 08:58
Hallo Vonna, Wolfsmond, Lyanna und alle anderen

Ich lese hier auch ab und an mit, finde es so ermutigend, wie ihr Euren Weg angeht, selbst mit Rueckschlaegen - die sind doch normal. Genauso wie hektische Anfaelle, sich vor dem WE , vor Urlaub gruseln, etc.

Wenn jemand so jung und so ploetzlich stirbt, ist es einfach unfassbar - mein Bruder ist vor ein paar Jahren mit 37 gestorben. Obwohl er eine kurze Zeit krank war, war es doch ein Schock. Er war erst 4 Jahre verheiratet.

Ich habe damals jede Menge gelesen und geschrieben - diesen Text habe ich damals hier gefunden, vielleicht kennt ihr ihn ja noch nicht.
Ich finde ihn sehr troestlich, weil ich weiss, dass mein Bruder genau das Gleiche gesagt haette:

-----

Ich möchte so leben,
dass wenn ich sterbe
keiner den Sinn am Leben verliert.

Trauer – O.K.
Aber die Menschen,
die ich liebte,
sollen mit ihrer
Erinnerung
glücklich weiterleben.
Ich wünsche mir,
dass die Menschen,
die ich liebte,
sich vielleicht an meinen Rat erinnern
oder sich an meinen Gedichten freuen
und an allem, was ich gab.

Ich möchte so leben,
dass den Menschen,
die ich liebe,
das Leben lebenswert ist.
Auch wenn ich einmal sterbe.
Wenn jemand
Nach meinem Tode
Keinen Lebenssinn mehr hat
Dann habe ich falsch gelebt
Dann war mein Leben
wertlos.

Ich möchte in den Herzen
der Menschen,
die ich liebte,
weiterleben
und sie bis zu ihrem Tode begleiten,
ihnen helfen und sie glücklich machen.

Wenn der letzte von denen,
die ich liebte,
die Welt verlässt,
dann werde auch ich gehen.
Ohne Schmerz oder Bitterkeit –
Ich werde solange
weiterleben,
bis alle,
die mich kannten und mochten
die Welt verlassen.
Dann hat sie auch für mich keinen Reiz mehr.
Erst dann werde ich wirklich gehen.

----


liebe gruesse
frangipani

Lyanna
16.07.2007, 14:04
Liebe Frangipani

Das Gedicht gibt mir in diesem Moment so viel Kraft,
es ist das Berührendste, was ich in der letzten Zeit für mich annehmen kann.
Ich danke dir!

Eigentlich komme ich gar nicht aus meinem "Loch" heraus,
ich stürze immer wieder in tiefe Lethargie,
fühle unendlichen Schmerz
und verstehe vieles nicht mehr, obwohl ich mich zwischendurch auch schon mal "gefestigt" fühle.
Es ist aber immer nur sporadisch, wie ich an mir feststelle.

Dieses Gedicht hilft mir im Moment, den plötzlichen Tod meines geliebten Mannes aus "seiner" Perspektive zu fühlen ...
Vielleicht macht sein plötzliches Weggehen keinen Sinn,
für mich derzeit sicher nicht ...
dennoch schöpfe ich Kraft aus Dingen, auf die ich niemals vorher mein Augenmerk gelegt habe.

Es entwickelt sich etwas ganz "Neues" in mir, etwas, was ich so noch nie gefühlt habe.
Unendliche Dankbarkeit für die Zeit, die wir gemeinsam hatten, tiefe Gefühle ihm gegenüber,
die ich zwar schon zu Lebzeiten empfand und über die wir uns auch austauschten,
die jetzt aber dermassen stark sind, dass ich sie nicht in Worte fassen kann.
Er wusste um meine Gefühle zu ihm und meine Liebe war grenzenlos wie auch seine Liebe zu mir!
Er ist für mich ein Geschenk des Himmels ...immer noch!
Ich wünschte, er wäre hier!

Heute Nacht und auch bis eben gerade war ich in einem abgrundtiefen Loch ...
dieses wunderschöne Gedicht regt mich dazu an,
etwas anderes zu fühlen,
und ein zaghaftes Lächeln erscheint auf meinem tränennassen Gesicht und hinter meinen brennenden Augen.
Es macht mir Mut!
Mut zum Weitermachen, Mut zum Teilen, Mut zum Leben, wie immer es sich nun ent-wickelt.
Und es gibt mir Hoffnung auf (m)ein Weiterleben Hier und Jetzt!
Ich lebe weiter - nur anders, und dazu brauche ich MUT und Unterstützung.

Ich danke dir sehr für's Teilen!
Darf ich dieses Gedicht weitergeben, liebe Frangipani?

Danke, dass ich hier schreiben darf, liebe Vonna.
Ich hoffe, ich sprenge nicht den Rahmen dieses Threads mit meinen Gefühlen,
die grad im Moment übersprudeln und sich tatsächlich aufbauend anfühlen?

Alles Liebe euch allen
Lyanna

frangipani
16.07.2007, 14:24
Liebe Lyanna

natuerlich "darfst" du das weitergeben - ich hab es doch damals auch geschenkt bekommen.

Und es freut mich so sehr, dass es dir geholfen hat - diese kleinen Lichtblicke oder kurzen Sonennstrahlen im Regen, die kenne ich auch - es ist ein schoenes Gefuehl, wenn man auf einmal etwas vom Verstorbenen Zurueckgelassenes in sich selbst wiederfindet.
Ich empfinde es manchmal wie eine Decke, in die ich mich einwickeln kann (oder einen Zaubermantel).

Alles Liebe

frangipani

Inaktiver User
16.07.2007, 16:12
Lieby Lyanna,

also erstmal, Du sprengst hier gar nichts und wenn Du nicht hier mit Deinen Gefühlen raus kannst, wo denn dann. Also schreibe einfach alles auf, was Du denkst und fühlst, hier gehört es her, hier darf es sein. Das ist vollkommen in Ordnung. Ich mache es auch nicht anders und nur weil ich den Thread gestartet habe, sehe ich ihn nicht als "meinen" an. Im Gegenteil, ich finde es schön, wenn Du Dich inzwischen auch ein bisschen mitteilen kannst und hier etwas liest, das Dich so anspricht wie dieses Gedicht und Du vor allem dann auch den Mut findest was dazu zu schreiben. Also... schreib ruhig. :blumengabe:

Liebe frangipani,
danke für das Gedicht. Leider geht es mir damit nicht ganz so gut wie Lyanna. Versteh mich nicht falsch... das Gedicht ist eigentlich sehr schön und irgendwann wünsche ich mir, dass ich es lesen kann ohne in Tränen auszubrechen. Das Problem ist, dass es so verdammt nah an der Wahrheit ist. Ich höre Rainer förmlich bei dem ein oder anderen Satz. Im Moment tut das dann einfach nur unendlich weh. Es macht mir gerade nur schmerzlich bewusst, dass er wirklich nicht mehr da ist. Ich bin noch nicht so weit, dass ich in Dankbarkeit auf die Zeit die wir hatten zurück sehen kann. Das geht noch nicht, ich hoffe, dass es irgendwann gehen wird, aber im Moment.

Ach Leute... gerade heute... ich weiß nicht was los ist. Vor ein paar Minuten noch habe ich mal wieder in alten Mails gelesen. Leider habe ich nicht so viele, ich räume zu oft meine Mails auf. Da geht es dann um alltägliche Dinge. Aber diese Sachen zu lesen... von ihm, wie er geschrieben hat, wie lebendig er war. Ach Scheiße... das tut so weh. Ich dachte eigentlich heute wäre es zu heiß zum weinen. Nicht noch mehr Flüssigkeit durch Tränen verlieren, rausschwitzen tut man ja eh schon genug, aber ich kann es nicht ändern.

Na gut, dann schwitze ich mal weiter bei der Arbeit und hoffe, ich bekomme noch was hin. Ich glaube, meine Gehirnwindungen lösen sich eh gerade in eine Suppe auf.

Liebe Grüße,
Vonna :blumengabe:

wolfsmond
16.07.2007, 21:05
Liebe Frangipani,

Dein Gedicht hat mich zum Heulen gebracht. Es ist, als ob mein Mann neben sitzt und sagt: "Siehst' Du ich bin immer bei Dir! Du musst keine Angst haben." Fast ist mir so, als würde er meine Hand berühren ...
Ich sehe fast nichts mehr vor lauter Tränen.
Muss erstmal Nase putzen.

Gerade gestern hat er uns, besonders meiner Tochter, wieder ganz schmerzlich gefehlt. Sie hatte am Abend einen kleinen Unfall beim Ausparken. Seit sie ihren Führerschein hat, ist das der Dritte. Allerdings zum Glück immer nur Blechschaden, aber jetzt eben der erste Unfall, ohne ihren Papa. Das Kind war völlig aufgelöst, als ich sie mit einem Freund der Familie abgeholt habe. Sie hat gesagt, das schlimmste an dem Unfall war, das sie ihren Papa nicht anrufen konnte. Sie war völlig am Boden! Heute am Grab hat sie ihm erstmal alles erzählt. Er hat auch gar nicht geschimpft. Klingt vielleicht albern, aber es hilft uns.

Habe Dein Gedicht für meine Tochter ausgedruckt. Werde es ihr nachher geben. Ich hoffe das ist in Ordnung für Dich.
Vielen lieben Dank.


Liebe Vonna,

Mensch laufen, bei 30 Grad! Entschuldige, aber das ist schon ein bisschen verrückt. Zum Glück bist Du nicht aus den Latschen gekippt.
Mir war im Garten beim Nichtstun schon alles zuviel!

Konnte die vergangene Nacht überhaupt nicht gut schlafen. Bin bis 1 h 30 hier in der Wohnung rumgetigert. Diese Affenhitze! Immerhin hat es hier unterm Dach schon 32 Grad gehabt. Und dann kam wahrscheinlich noch die Aufregung wegen des Auffahrunfalles meiner Tochter dazu.
Heute war ich auch erst eine Stunde später im Büro. Hatte meinen Wecker verfrüht ausgeschaltet! Zum Glück habe ich Gleitzeit.

Morgen habe ich wieder so einen Tag. Es ist mal wieder Dienstag. Ich male mir dann auch immer aus. Um diese Uhrzeit, vor 17 Wochen hat er noch gelebt. Da waren wir noch bei ihm usw. usw. ... Es ist einfach nur schlimm!

Darum bin ich so froh, dass ich mich mit Euch, besonders mit Dir liebe Vonna, hier im Forum austauschen kann. Vielen, vielen Dank!!!

Euch allen, die hier Mitschreiben und -lesen eine erholsame Nacht und einen angenehmen Tag.

vlg
wolfsmond

Inaktiver User
16.07.2007, 22:30
Liebe Wolfsmond,

was für ein aufregender Tag für Dich, heieiei, ich hoffe, Deiner Tochter geht es wieder besser. Ich kann das so verstehen, wenn was passiert, wo man gar nicht richtig nachdenkt, sondern einfach - in dem Fall dem Papa - Bescheid sagen will, erzählen will und dann kann man nicht. Ein kleines "Schreck-lass-nach"-Blümchen für Deine Tochter :blumengabe: bitte weiter geben.

Ja das mit der Hitze... aber das Laufen ging eigentlich. Ich habe langsam gemacht und bin erstmal losgetuckelt bis ich mich ein wenig dran gewöhnt hatte und im Wald war. Da ging es dann. Aber ich verblüffe mich zur Zeit damit auch etwas. Bin jetzt echt schon am Überlegen im September an einem 10 km Lauf teilzunehmen. Was meinst Du, soll ich? Hmmm... mal schauen, wie es so weiter läuft und bis wann man sich da anmelden müsste. Eigentlich hatte ich mir letztes Jahr schon vorgenommen, dass es dieses Jahr endlich mal klappt. Tja... ist so ähnlich wie mit dem Urlaub - den ich übrigens auch noch nicht gebucht oder beantragt habe. Wird langsam Zeit. Vielleicht kann ich mich nächstes Wochenende ja überwinden. Nochmal ein bisschen drüber nachdenken, das für und wider abwägen und dann einfach entscheiden und dazu stehen.

Gerade hatte ich meine letzte Yoga Stunde für einige Wochen. Der nächste Kurs geht dann erst wieder Ende September los. Ein bisschen schade ist das ja schon. Ich bin nach dem Yoga immer so super durchgedehnt und gestreckt und außerdem sehr entspannt. Ich hoffe, ich schaffe es trotzdem Yoga zu machen in der Pause. Ich hatte ein ganz seltsames Gefühl heute im Yoga, ich weiß gar nicht, ob ich es hinbekomme das zu beschreiben. Manchmal fällt es mir ein bisschen schwer in den Entspannungsphasen im Yoga, da die Yogalehrerin dann viel von "loslassen" und "Leben spüren" und was weiß ich nicht noch alles redet. Da denke ich natürlich pausenlos an Rainer, der nun kein Leben mehr hat, das er spüren kann. Irgendwas sagte sie heute, weiß nicht mehr genau was, den Kopf frei werden lassen, das Gehirn entspannen (hört sich komisch an, wenn man es so schreibt). In dem Moment hatte ich ein eigenartiges Gefühl, als ob ich "Rainer zu mir in den Kopf reingelassen hätte". Er war auf einmal ganz nah, fast wären mir die Tränen gekommen. Als ob seine Gedanken zu meinen wurden. Es hört sich abgefahren an, ich wusste ja dass ich es nicht so recht beschreiben kann, es geht echt nicht besser. Vielleicht versteht mich ja irgendwer ansatzweise. Keine Ahnung. Ich war so unendlich traurig und gleichzeitig so... wie soll ich sagen, verblüfft, dass er so "bei mir ist".

:liebe: :liebe: :liebe: :liebe: :liebe: :liebe: :liebe: :liebe: :liebe: :liebe: :liebe:
Oh Rainer... ich liebe Dich so und vermisse Dich so schrecklich
:liebe: :liebe: :liebe: :liebe: :liebe: :liebe: :liebe: :liebe: :liebe: :liebe: :liebe:

Tschuldigung, das musste jetzt kurz raus.

Also dann liebe wolfsmond und alle anderen. Ich kann Dir und Euch auch nur immer wieder fürs "zulesen" danken :blumengabe: .
Es verschafft wirklich ein wenig Erleichterung und ich freue mich schon immer darauf, was die liebe wolfsmond abends wohl wieder geschrieben hat. Das ist echt nett, danke schön :wangenkuss:

Ich wünsche allen eine gute Nacht, was angesichts der Temperaturen gar nicht so einfach sein wird. Machen wir das beste draus und entspannen uns so gut es geht. Brr, muss morgen eine Stunde früher raus als sonst.

Liebe Grüße,
Vonna

frangipani
17.07.2007, 02:08
Hallo Vonna

natuerlich verstehe ich das nicht falsch - ich denke, es ist normal, dass jeder anders empfindet oder an einem anderen Punkt im Trauerprozess ist.

Ich finde euch alle hier sowieso sehr tapfer, mein Bruder ist nun schon 3 Jahre tot und ich habe immer noch ab und an das Gefuehl, es ist alles nicht wahr. Wobei wohl erschwerend dazu kommt, dass ich am anderen Ende der Welt lebe. Er war nie zu Besuch und deshalb gibt es auch keine fuehlbare Luecke in meiner Alltags-Welt hier unten ... aber trotzdem in meinem Leben. Auch kein eben mal Anrufen mehr, deshalb kann ich auch nur in Gedanken mit ihm sprechen.

Ich hab auch nur 2 Emails von ihm, mehr blabla, aber wenigstens etwas - er war nie der grosse Briefeschreiber.
Als ich hier runterzog, hat meine Familie mir ein Buch gebunden, mit Fotos und guten Wuenschen von Freunden und Verwandten - da habe ich einen Spruch von ihm drin, handschriftlich, das ist mit das einzig Persoenliche, was ich hier von ihm habe. Und seinen Schluesselanhaenger, den seine Frau mir schickte...


Hallo Wolfsmond
na klar hab ich nichts dagegen, dass du das Gedicht deiner Tochter weitergibst. Ueberhaupt nicht.
Ich hoffe, die Traenen taten dir gut, irgendwie - und dass es deiner Tochter auch wieder besser geht.


Liebe Gruesse an euch alle
frangipani

wolfsmond
17.07.2007, 21:40
Hallo liebe Vonna,
liebe Frangpani,

meine Tochter hat sich von dem Schreck erholt. Die Aufregung hat sich wieder etwas gelegt. Danke Vonna, für das "Schreck lass nach" Blümchen!
Wir müssen den Schaden über die Versicherung abwickeln, da es es mich beim Anblick des Kostenvoranschlags der Werkstatt fast umgehauen hat. Über EUR 3.500,- ... sah gar nicht danach aus!!! Selbst unser Freund und "PKW-Zuständiger" hat mit einem Schaden von maximal EUR 2.000,- gerechnet. (???)
Habe heute früh sofort alles an unsere Versicherung weitergeleitet, die kümmern sich jetzt darum. Hoffentlich steigen wir nicht allzu hoch mit den Prozenten. Mal sehen, unser Versicherungsvertreter meinte, dass er tut was in seiner Macht steht. Wir kennen ihn schon jahrelang und auch mein Mann hat ihm immer voll vertraut. Das beruhigt mich sehr.
Der Schaden an unserem Auto ist überschaubar. Unser guter Freund und "PKW-Zuständiger" wird das nach seinem Urlaub regeln.
Wieder etwas (fast) A L L E I N E gemeistert. Ihr wisst schon wie ich das meine, ohne meinen Mann, ohne Papa anrufen zu können...

Es geht mir heute, wie schon vermutet, nicht so gut. Habe schon ein paar Mal heulen müssen. Aber es muss halt raus. Irgendwie mag ich die Dienstage nicht mehr besonders. 17 Wochen ist es her!!! Er fehlt mir so. Manchmal ist er so in meinen Gedanken, dass es mich fast erschreckt ... Deswegen glaube ich, dass ich weiß, was Du gemeint hast, Vonna.

Wir haben uns manchmal nur angesehen und wussten einfach alles. Ohne Worte verstehen eben. Und dann mal wieder war er ein riesiges Fragezeichen für mich (und umgekehrt bestimmt genauso)! Es war einfach faszinierend mit diesem Menschen zusammen zu sein. Ich bin so traurig. Und dann aber auch wieder froh, das Glück gehabt zu haben, mit ihm lange, lange Jahre glücklich gewesen zu sein. Meine Tochter hat vor ein paar Wochen gesagt: "Ihr seid schon ein ganz besonderes Paar gewesen! Hoffentlich finde ich auch einmal so einen Mann, der mich so über alles liebt, wie Papa Dich."
Diesem Wunsch kann ich mich nur anschließen!!!

Jetzt zu Dir Vonna:
Habe zwar keine Ahnung, wieviele Kilometer Du zur Zeit läufst, aber wenn Du Dir das mit dem 10 km Lauf zutraust, dann ran an die Startlinie. Nur Mut, ich drück Dir auf alle Fälle die Daumen und feuer Dich hier an!!!:zwinker:
Aber KEIN DOPING, versprochen?:zwinker:

Ja der Urlaub, ich kann Dir da leider weder zu- noch abraten! Höre einfach nochmal ganz genau in Dich hinein und entscheide dann einfach aus dem Bauch heraus.
Überstürze aber nichts und setz' Dich nicht unter Druck. Denn wenn Du dann tieftraurig am Urlaubsort abhängst, hast Du nur eine schlechte Zeit vor Dir und dazu noch unnötig Geld verplempert.
Wie auch immer Du Dich entscheidest, es muss meiner Meinung nach aus innerer Überzeugung heraus geschehen!

An Frangipani nochmal vielen herzlichen Dank für das wunderschöne Gedicht. Habe es heute auch schon wieder heulend durchgelesen. Aber wie ich oben schon geschrieben habe, sie müssen eben raus.

Wünsche Euch Beiden und den anderen Mitleserinnen natürlich auch, eine geruhsame Nacht und einen angenehmen Mittwoch!

Bin auch so froh Euch zu haben!:blumengabe:

vlg
wolfsmond

Inaktiver User
17.07.2007, 22:41
Liebe wolfsmond,

heieiei, jeden Abend nehme ich mir vor früher zu schreiben und nun wird es wieder nichts. Das bedeutet nämlich auch, dass ich wieder spät ins Bett kommen werde. Dabei muss ich morgen nun doch nochmal eine Stunde früher raus als sonst. Ich dachte, das muss ich nur heute, aber nun kommt ein Termin dazwischen. Tja, Pech gehabt.

Allerdings wollte ich mir trotz Wasserhahnprobleme und Stress, das Joggen nicht vermiesen lassen und bin eben etwas später losgekommen. Aber ich war dafür wieder laufen. Ich glaube, das mit dem 10 km Lauf wäre echt zu überlegen. Aber auch da werde ich nichts übereilen, mal noch ein Weilchen beobachten wie es so läuft. Im wahrsten Sinne des Wortes :zwinker: .

Also das mit der Versicherung und dem Auto hört sich ja gar nicht so toll an. Ich hoffe, ihr bekommt das einigermaßen geregelt. Ich meinte jetzt, ohne dass zu viel an euch hängen bleibt. Aber... ich bin stolz auf Dich, toll gemacht. Man kann die Dinge auch alleine meistern. Ich mein das jetzt wirklich so. War nämlich heute auch in einer ähnlichen Situation - nicht so teuer, aber typisch männliches Handwerkszeugs. Ich habe mir auch eigentlich Rainer herbeigewünscht, der das in die Hand nimmt, aber nun gut, selbst ist die Frau. Ich habe halt den freundlichen Nachbarn geholt, der sich schon so oft angeboten hat mal auszuhelfen. Der hat sich wirklich Mühe gegeben, konnte meinem Wasserhahn nun aber leider auch nicht viel mehr als ein paar Tropfen entlocken. Mit vereinten Kräften haben wir es nun zu einem halbwegs vernüftigen Strahl geschafft und ich habe dann meinen Vermieter angerufen, der gleich übermorgen kommen wird und sich diesen vermaledeiten Wasserhahn anschaut. Ich hoffe, es gibt einen neuen, wäre aus meiner Sicht die beste Lösung. Mal gucken... aber ich habe mir auch zu helfen gewusst. Finde ich eigentlich prima.:schild genau:

Ach ja wolfsmond... bei Dir sind es Dienstage, bei mir sind es die Sonntage. Aber eigentlich geht es eingermaßen. Dieses "jetzt sind es genau soundso viel Tage und Stunden..." das bringt eigentlich gar nichts. Jede Stunde ist eigentlich eine Stunde zu viel, aber ändern kann man es ja doch nicht. Dafür bin ich eine Stunde weiter, habe eine Stunde länger durchgehalten, vielleicht auch etwas dazu gelernt. Ich glaube nämlich, dass ich mich gerade ziemlich verändere. Ich sehe viele Dinge anders als früher. Ich weiß noch nicht, wohin mich das bringen wird, ich kann nur hoffen, dass es was Gutes ist, was dabei rauskommt. Allerdings gibt es auch immer Rückschläge. Wie heute beispielsweise eine Situation bei der Arbeit bei der ich mich überfordert fühle und dann sehr schnell nicht weiter weiß. Die Situation selbst meistere ich meistens zum Glück noch irgendwie (was auch schon deutlich besser geht als früher), aber danach bin ich dann total erledigt. Ich habe heute kaum was geschafft bekommen. Ich hoffe wirklich, dass ich morgen mehr hin bekomme. Vor allem hoffe ich, dass ich endlich mal mehr Zutrauen zu mir selber fasse, damit ich in dem Job vielleicht doch weiter komme. Vielleicht ließe sich nämlich was machen, dass ich eine Verlängerung zu meinem bisherigen Vertrag bekomme. Aber da muss ich halt auch endlich mal mit Ideen und Leistungen ankommen. Zumindest male ich mir das so aus. Egal... kommt Zeit kommt Rat und vor September wollte ich mich ja noch nicht damit befassen, außer es kommt von der anderen Seite auf mich zu. Deshalb... erstes Ziel: morgen mehr hin bekommen als heute, mich nicht so ablenken lassen bzw. mehr Mut und Zutrauen zu mir selbst haben. PUNKT. Genau.

So und damit das auch was wird, sollte ich echt ins Bett. Ich dachte immer vom Laufen wird man vielleicht müde, aber ich habe das Gefühl, ich werde da eher nochmal fitter, als ich vorher schon war. Na ja, ein bisschen Hörbuch hören und ich werde ratzfatz einschlafen.

Ich wünsche euch allen mal wieder eine schöne und erholsame Nacht.

Liebe Grüße,
Vonna:blumengabe:

wolfsmond
18.07.2007, 16:58
Liebe Vonna,

hoffentlich hast Du heute auf der Arbeit einen "produktiveren" Tag gehabt. Aber ich bin ganz sicher, dass es so war!

Dein Vermieter "spendiert" Dir bestimmt einen neuen Wasserhahn! Wird ihm kaum etwas anderes überig bleiben, wenn das alte Teil kaputt ist. Ja, frau sollte vielleicht öfter die angebote Hilfe in Anspruch nehmen. Finde ich toll, das Du einen hilfsbereiten Nachbarn hast.

Ja, mit unserer Versicherung müssen wir halt mal abwarten. Auf alle Fälle haben sie einen Gutachter beauftragt und dieser wird sich das Auto am Donnerstag anschauen. Also ABWARTEN!

Heute hatte ich seit langem wieder mal einen Brief für meinen Mann in der Post. Bin erstmal zusammengezuckt beim Lesen des Namens.
Doofes Gefühl. Habe gleich dort angerufen und um Änderung gebeten. Hört das denn nie auf! Immer wenn ich denke, jetzt müsste aber alles geregelt sein, passiert so etwas.

Ich glaube bei uns braut sich gerade ein Gewitter zusammen.:knatsch:

Hoffentlich ist es bei Dir besser, ansonsten muss Dein heutiges Lauftraining wohl ausfallen! Im Wald joggen, bei Gewitter ... nee!

Wünsche Dir und allen anderen einen geruhsamen Abend, eine gute Nacht und einen angenehmen Donnerstag!

vlg
wolfsmond

Inaktiver User
18.07.2007, 23:04
Hallo liebe wolfsmond,

hmm, leider hatte ich keinen produktiven Tag bei der Arbeit. Im Gegenteil, ich hatte einen ganz schlechten Tag heute. Abends ging es wieder etwas besser, aber der Tag hat schlecht angefangen. Ich musste heute wieder sehr viel weinen und das auch beim Arbeiten. So dass ich zur gemeinsamen Kaffeepause einfach nicht hin gegangen bin, weil ich nicht so verheult hin wollte. Beim Mittagessen habe ich kaum was runter gebracht und sehr wenig geredet. Ich denke, dass meine Kollegen schon mitbekommen haben, dass es mir heute nicht so gut ging. Gesagt hat keiner was, aber sich zum Glück wohl auch nicht groß gewundert. Egal... ein bisschen was habe ich trotzdem hin bekommen und das ist schon fast ein Wunder. Allerdings geht mir gerade die Kraft für solche Tage aus. Bei der Arbeit zu sitzen und zu heulen und sich nicht konzentrieren zu können, ich mag das nicht mehr. Heute habe ich mir allen ernstes überlegt, ob ich nicht mitten am Tag heimgehe mit der Begründung, dass ich krank bin. Leider war abends noch ein Termin - klar, wenn ich krank wäre, wäre ich einfach krank. Aber ich habe mir dann halt überlegt "Was machst du dann daheim? Rumhocken, heulen, verzweifeln?". Also habe ich es gelassen und habe durchgehalten. Mir geht es aber immer noch scheiße. Ich kann gar nicht genau beschreiben warum, weil ich es selbst kaum begreifen kann. Einmal natürlich wegen Rainer und zum anderen wegen diesem anderen Mann, von dem ich schon mal geschrieben habe. Es ist einfach alles etwas viel im Moment. Noch dazu habe ich letzte Nacht nur 3-4 Stunden geschlafen und bin langsam mal wieder hundemüde. Will aber nicht ins Bett und eigentlich auch nichts essen. Eigentlich will ich gerade nur vor mich hin weinen und leiden und am besten "vor die Hunde gehen". So trüb sieht es mal wieder aus. Oh Mann, es ist so anstrengend.

Oh shit... gerade höre ich das Feuerwerk. Ich weiß noch genau wo ich da letztes Jahr mit Rainer zusammen am See gestanden bin und wir uns das Feuerwerk angeschaut haben - er hatte mich so von hinten in den Armen gehalten und ich kam mir so beschützt und sicher vor. Wann werde ich wohl je wieder so in den Armen gehalten werden? Werde ich das überhaupt jemals wieder? Im Moment kann ich mir es nicht vorstellen und das macht mich fertig. Denn so ein Leben will ich lieber gar nicht erst haben. Nimmt es denn nie ein Ende, dass ich mich frage, wie wird dies oder das nun ohne ihn sein? Oder mich voller Schmerzen daran erinnere, wie schön es war und nun nie wieder sein wird? Oh Mann... das ist echt nicht mein Tag... oder nicht meine Woche... keine Ahnung.

Übel ist auch, dass ich übermorgen einen Termin bei meiner Therapeutin habe. Ich war jetzt über 3 Wochen nicht mehr dort. Und ich habe keine Lust darauf. Ich werde bestimmt wieder nur so bla Zeug reden, erzählen was so alles los war, aber nicht, was mich wirklich bewegt hat oder mich so fertig macht. Ich schaffe das bei ihr einfach nicht... hoffentlich nur "noch" nicht, denn sonst hat das ja keinen Sinn. Wie gesagt, ich habe im Moment gar keine Lust da überhaupt hin zu gehen. Sie kann mir eh auch nicht helfen. Wozu also? Ich komme mir sowieso gerade mit allem total alleine gelassen vor. Kaum noch jemand der anruft und wenn sie anrufen, erzählen sie entweder doch nur von sich oder ich bringe es nicht fertig zu erzählen wie es mir wirklich geht, da man ja nur so selten miteinander redet, dass man da auch nicht gleich mit rausplatzen will. Oder die Freundschaft hat schon so einen Riss bekommen, den man meint nicht mehr kitten zu können bzw. durch den man nicht mehr das Vertrauen und das Bedürfnis hat diesem Mensch mehr von sich preiszugeben. Ach je... ich rede wirres Zeug.

Ach wolfsmond... das mit der Post ging mir diese Woche schon genau so. Schon seltsam, wie ähnlich sich manche Dinge bei uns sind und dass sie dann auch noch fast zur gleichen Zeit passieren. Ich habe einen großen DIN A4 Umschlag für Rainer aus dem Briefkasten geholt. Das war eine Nebenkostenabrechnung von vor 2 Jahren von seiner alten Wohnung. Erst dachte ich, was mach ich denn nun damit schon wieder. Er müsste was nachzahlen. Wir waren ja aber nicht verheiratet also sind die bei mir jetzt an der falschen Adresse. Ich habe es aber auch irgendwie nicht eingesehen schon wieder der Bote zu sein und seinen Eltern das einfach zu sagen und weiterzuleiten. Da komme ich mir auch immer ganz bescheuert vor. Also habe ich kurzerhand drauf geschrieben "zurück an Absender da Empfänger verstorben" und habe es wieder in den Briefkasten geworfen. Bin ja gespannt, ob und was da jetzt passiert. Erstmal nicht mehr mein Problem... ich war schon oft genug besorgt, gutmütig und bemüht... ich habe keine Lust mehr.

Joggen war ich heute übrigens nicht, da ich erst nach 21 Uhr quasi von der Arbeit kam - wie gesagt, war noch ein besonderer Event heute Abend. Morgen dann wieder... entweder Laufen oder endlich mal wieder aufs Rad schwingen und mal radeln. Mal schauen. Gestern und heute wäre ich am liebsten einfach bei der Arbeit zwischen drin eine Runde gelaufen. Ist schon krass, ist irgendwie ein Fluchtgedanke... nur weg hier, also laufe ich. Anstrengen... Schmerzen "rausschwitzen"... also laufen. Ich hätte nicht gedacht, dass ich einmal so reagieren könnte. Daheim aufs Sofa legen, auf den Boden schmeißen und heulen, sich eingraben, das hätte ich mir vorstellen können. Aber heimkommen und unbedingt erstmal laufen wollen - unglaublich. Aber vielleicht ist das so, weil einfach alles gerade unglaublich ist.

So, heute habe ich aber wieder einmal ganz schön viel rausgelassen. Außerdem merke ich daran, dass ich keine Lust habe irgendwelche von diesen Smilies zu verwenden, dass es mir nicht gut geht. Und der einzige, der mir heute einfällt ist der hier: :heul:

Ich hoffe mal, dass der Tag morgen endlich ein wenig besser wird. Ich würde mir so wünschen, dass ich mich einfach mal auf die Arbeit konzentrieren könnte, einfach auch um mich mal damit abzulenken, wäre doch auch nicht schlecht. Ich wäre abgelenkt und es käme noch was Produktives dabei raus. Na mal schauen.

Ich wünsche Euch allen eine gute Nacht und hoffe, ich habe morgen wieder mehr Grund einen netten Smily zu verwenden.

Liebe Grüße,
Vonna

Inaktiver User
19.07.2007, 10:10
Lieb Vonna und all die anderen,

ich les schon ne ganze Zeit hier mit.
Ich hoffe liebe Vonna,das es Dir heut besser geht wie gestern.

Es ist erschreckend zu lesen,wie es Euch nach so ein tragischen Verlust geht.

Nun zu mir.Ich habe mein Papa vor 13 Jahren bei einen Autounfall verlorenEr war damals 43.Es ist auch nicht mehr so ein Problem,denn ich hab es nach dieser Zeit akzeptiert und kann damit umgehen.

Inzwischen ist aber von meiner besten Freundin der Mann vor fast 2 Jahren bei einen Autounfall ums Leben gekommen.Wir haben uns im Jahr öfters besucht,denn wir wohnen sehr weit weg voneinander.Es war nicht nur Ihr Mann,sondern auch ein sehr guter Freund von uns.Was mir natürlich auch sehr viel Traurigkeit bereitet.

Nun habe ich meine Freundin seitdem Ereignis nie sehen können,Ihr fehlt die Kraft.Sie ist am Ende und ich weiß nicht was ich tun kann.

Mal denk ich Sie will Abstand,dann denk ich ich muß für sie da sein.

Genau deswegen habe ich in diese Forum geschaut,um die Gedanken und Gefühle verstehen zu können.Was ich hier lese,macht mich sehr betroffen und ich hoffe nie in so eine Situation zu kommen.

Ich hab meiner Freundin den Rat gegeben doch mal in dieses Forum zu schauen,ob Sie es macht ich weiß nicht.
Vielleicht habe ich das Glück und sie kommt im September zum Schulanfang zu meiner Tochter,dann werde ich Ihr dieses Forum nahe bringen.

Ich freu mich auf Sie und ich weiß das es allés anders ist ,wie vor 2 Jahren.Sie wird alleine kommen und der gedanke macht mich traurig.

Liebe Vonna,liebe Wolfsmond und all die anderen hier ...ich wünsche Euch viel Kraft und bewunder Euch für diese Offenheit.
Vielleicht könnt Ihr mir paar Tips geben,was Ihr Euch von Eurer besten Freundin wünschen würdet,was kann ich tun???Damit es meiner Fraundin besser geht.

Liebe Grüße Wolke.7:blumengabe:

Inaktiver User
19.07.2007, 23:11
Liebe Wolke.7,

ahh, noch jemand der mitliest :smirksmile:
Danke für Deine Worte und ja, mir geht es heute ein wenig besser als gestern. Hoffen wir einfach, dass die Tendenz mal für eine Weile zumindest anhält.

Mit Deiner Frage allerdings tue ich mich echt schwer. Ich habe mich auch schon gefragt, was ich von meiner "besten" Freunden, von meinem "besten" Freund jetzt eigentlich erwarte oder was mir helfen würde. Ich weiß es leider gar nicht so genau. Erstmal auf jeden Fall das Gefühl mich jederzeit melden zu können und über mich und meine Trauer reden zu können. Ohne was von wegen "schon so spät" oder was in der Art zu hören. Dann ertrage ich nur sehr schwer gerade irgendwelche Vorwürfe der Art "Du sagst gar nichts zu meinen Problemen oder Dingen". Hmmm, ich merke gerade, dass ich eher meinen Frust über meine Freunde auslasse, denn genau so ging es mir mit ihnen jetzt. Ich glaube, man braucht einfach als Freundin einer Trauernden mal für eine Weile ein dickes Fell, darf nicht alles auf die Goldwaage legen, was gesagt wird und muss vielleicht auch mal über das eine oder andere hinwegsehen können. Man darf gerne dazu was sagen, dass man das jetzt nicht so toll fand oder so, aber dass man auf "Dickes-Fell-Modus" schalten wird, weil man weiß, dass das die Dünnhäutigkeit der Trauernden ist. So fühle ich mich zumindest. Sehr sehr Dünnhäutig. Ich kann sofort in Tränen ausbrechen, wenn was nicht so passt, wenn auch nur ein kleines, in meinen Augen ungerechtes Wort fällt. Ich kann aber auch über ganz einfach Dinge einmal schmunzeln oder einfache Dinge sehr schön finden. Kleine Gesten, Nettigkeiten, liebe Worte.

Bei Dir ist es natürlich auch nicht ganz einfach, ihr habt euch jetzt lange nicht gesehen und es ist auch schon eine Weile her, dass ihr Mann gestorben ist. Ich weiß nicht wie das nach 2 Jahren ist. Aber Du schreibst ja eigentlich, dass ihr die Kraft ausgeht. Selbst nach zwei Jahren... puh... das macht mir wiederum etwas Angst. Aber ich denke, Du kannst nicht mehr machen als für sie da zu sein und sie vielleicht auch hin und wieder einfach zu fragen, was sie sich gerade wünscht, was sie gerade brauchen würde. Ich denke, dass Du das schon richtig machen wirst. Alleine, dass Du Dir solche Gedanken machst und hier um Rat fragst zeigt doch schon, dass Du das Herz am rechten Fleck hast, wie man so schön sagt und wirklich bemüht bist. Ich finde das sehr lieb von Dir. :blumengabe:

Liebe Wolfsmond,

wo bist Du? Schon im freien Freitag? Ich hoffe, es geht Dir gut und Du hast einfach nur was ganz tolles vor gehabt und deshalb keine Zeit zu schreiben :zwinker:

Mein Tag war heute etwas besser als gestern. Ich weiß eigentlich gar nicht genau warum. Mir ist immer noch alles sehr schwer gefallen und ich habe nicht so sonderlich viel gearbeitet, aber es war besser. Man muss sich eben auch über kleine Schritte freuen. Ach und ich bin kurz davor den Urlaub zu buchen. Nachdem heute die Urlaubsblätter verteilt wurden bei der Arbeit, nach dem Motto, wenn ihr im Sommer Urlaub wollt, dann beantragt den endlich mal. Also muss ich mir nochmal Gedanken dazu machen und ich denke, ich werde es einfach tun. Ich habe ganz spontan dort mal eine Mail hin geschrieben und wollte noch zusätzliche Infos und die habe ich sofort bekommen und auch sehr nett bekommen und sie sind auch noch so ausgefallen, dass es für mich gut klang. Außerdem weiß ich, ich will Urlaub machen, ich brauche eine Pause und ich will nicht daheim sein im Urlaub, sonst wird es kein richtiger Urlaub. Sonst erledige ich da nur Sachen für die ich sonst keine Zeit habe. Ist auch nicht schlecht und mal vielleicht ganz wichtig, ist aber gerade nicht das was ich brauchen würde. Mal schauen... ich werde berichten, wenn ich es wirklich getan habe. Gerade dachte ich, ich buche einfach gleich noch, aber es ist ja schon wieder nach 23 Uhr. Wahnsinn... das muss doch endlich mal besser werden mit dem so spät ins Bett gehen. Und das Wochenende steht auch schon wieder vor der Tür. Heute morgen habe ich noch gejammert, dass ich wieder einmal nichts vor habe und mich so alleine fühle und mittlerweile habe ich drei Verabredungen, an einem Abend hätte ich nun sogar zwei haben können (aber wer zu spät kommt... :freches grinsen: ). Und dann hoffe ich ja immer noch darauf, dass ich mich am Sonntag dann endlich aufs Rad schwinge. Es soll ja nicht mehr so heiß werden. Laufen war ich heute schon, will ich morgen und/oder am Samstag nochmal und dann passt radeln am Sonntag prima rein, zumal ich Sonntag Abend eh verabredet bin.

Nun muss ich nur noch schauen, wie mein Termin bei der Therapeutin morgen wird. Ich lass das jetzt einfach mal auf mich zukommen. Lust habe ich immer noch keine, aber darüber nachzugrübeln ist nun wirklich total verkehrt.

Also dann Ihr Lieben, schlaft mal wieder gut :schlaf gut:

Liebe Grüße,
Vonna

Inaktiver User
20.07.2007, 09:40
Hallo zusammen,

ich habe es getan. Der Urlaub ist gebucht. Nachher werde ich noch meine Urlaubskarte beim Chef reinlegen und überhaupt in der Zeit Urlaub nehmen, aber das geht bestimmt in Ordnung. Wow... ich werde Ende August nach Andalusien fliegen, ganz alleine. Manchmal überrasche ich mich echt selbst. Aber ich freu mich gerade richtig. Erstens, dass ich das jetzt durchziehe und zweitens freue ich mich auf den Urlaub. :lachen:

Ansonsten bin ich im Moment sowieso ganz gut drauf. Bin gestern endlich mal wieder ohne Tränen in mein Bett gekommen (wenn auch zu spät - gähn :grmpf: Ein Gähn-Smily fehlt hier leider noch. Dafür gibt es ja jetzt einen netten Umarm-Smily, finde ich sehr nett - ich schweife ab). Heute Abend werde ich mich mit einem ehemaligen Klassenkameraden treffen. Wir wohnen jetzt seit 1 1/2 Jahren in der gleichen Stadt und haben es noch nicht geschafft uns zu treffen. Wird also schon mal Zeit. Morgen bekomme ich dann Besuch und wollte außerdem auf eine Veranstaltung vom Sportverein. Der Verein stellt sich vor und ich dachte, vielleicht bekomme ich da zu einer Abteilung (z.B. Badminton) Kontakt und kann mich mal auf ein Probetraining einladen. Am Sonntag Abend bin ich inzwischen auch nochmal verabredet und wenn das Wetter mitspielt mache ich irgendwann im Verlauf des Sonntags nun echt meine Radtour.

Ich hatte gestern noch vergessen zu erwähnen, dass ich einen neuen Wasserhahn bekommen habe. Hattest also vollkommen recht, wolfsmond, der Vermieter spendierte einen neuen Wasserhahn und hat ihn mir auch gleich gestern Abend eingebaut. Jetzt fließt das Wasser wieder. Irgendwie habe ich das Gefühl, dass manche Männer sehr bemüht sind einer "armen, alleinstehenden" Frau zu helfen. Vor allem in unserer besonderen Situation. Warum also sollte man sich da nicht helfen lassen? Eigentlich fühle ich mich gar nicht so unbedarft und schusselig, was so handwerkliche Sachen angeht und ich stelle gerade fest, dass ich mir auf einmal was das angeht auch viel mehr zutraue. Gestern ging mein Fahrrad kaputt, die Gangschaltung geht nicht mehr. Ich habe den Fehler allerdings identifiziert, ist glaube ich etwas schwerwiegenderes. Aber ich dachte mir, vielleicht frage ich mal jemand, der sich mit so was auskennt, wie schwer das zu reparieren ist und wenn der sagt, dass man das schon selbst machen kann, dann kann ich mich ja mal daran versuchen. Ist ein altes Rad, kaputt machen kann ich es nicht mehr, also was solls.

Okay, genug ausgetobt, dafür, dass gerade Arbeitszeit ist :freches grinsen: Wenigstens geht es mir gerade deutlich besser. Das sollte ich genießen. Wer weiß, wann das nächste Loch kommt. :knatsch: . Aber daran wird jetzt noch nicht gedacht.

Ich wünsche Euch einen schönen Tag und falls ich es am Wochenende nicht hierher schaffen sollte auch gleich noch ein schönes Wochenende. :blumengabe:

Liebe Grüße,
Vonna

Inaktiver User
20.07.2007, 11:22
Liebe Vonna und all die anderen,

vielen Dank für deine schnelle Antwort.

Ich bin echt erstaunt,wieviel Elan und Energie u ausprühst.
(Wie bekomm ich den bei Direkt antwort den Smily dahin?) :-)

Toll das Du den Urlaub gebucht hast nach Andalusien.Vielleicht ist es ja jetzt wichtig Dinge zu schaffen oder zu erleben,die man allein gemeistert hat,um sich auch an was schönes später zu erinnern,was nicht unbedingt mit der Trauer zu tun hat.Ich find Du meisterst Dein leben so gut es geht und vor allem Du gehst unter Leute.



Wie es bei Dir und deiner Trauer nach 2 Jahren aussieht weiß ich nicht und ich wollt Dir keine Angst machen,weil meine Fraundin immer noch im Tal der Trauer ist.
Im Prinzip versteh ich meine Freundin sehr gut,denn ich weiß nicht wie mir es gehn würde,wenn mein Partner nicht mehr wär.Die Vorstellung dazu tut schon genug weh.
Außerdem habe ich eigentlich auch Angst vor dem 1 Wiedersehn,obwohl ich mir eigentlich wünsch,Sie endlich in die Arme zu schließen.
Aber die Realität zu sehen,das es so ist,wie es ist macht mir Angst.Ich wohn halt weit weg und kann den Verlust sehr gut weg radieren.Bitte nicht falsch verstehen.Ich mein damit das ich nicht tagtäglich daran erinnert werde und mir so das alles verdrängen kann.Ich weiß,wenn sie dann hier ist,bin ich auch sehr traurig und ich will eigentlich vor meinen Kindern nicht weinen,weil meine Tochter den Mann meiner Freundin auch sehr lieb hatte.

Ach egal ich laß es auf mich zukommen und wir werden das beste daraus machen,hauptsache Sie kommt mal.

Liebe Vonna,wenn ich Deine Zeilen lese,bewundere ich Dich,wie stark Du bist.Ich hoffe meine Freundin geht es irgendwann auch besser,stark ist sie ja auch.Sie schrieb mir letztens eine Sms mit den Worten "Ich versuchs ja ...ich kämpfe jeden Tag neu"

So nun wünsch ich Dir das Du gut übers Woe kommst,aber Du hast Dir ja genug vorgenommen.

Allen anderen auch ein schönes Woe und liebe Grüße

Wolke.7+Blümchen(Smily)

teichmuschel
20.07.2007, 11:57
Hallo Wolke.7,

ich denke, wenn Deine Freundin erst eínmal da ist, dann machst Du auch alles richtig.
Wieso möchtest Du vor Deinen Kindern nicht weinen? Du bist traurig und vermisst ja auch den Mann Deiner Freundin. Und Kinder kennen das Gefühl von Traurigkeit.
Als mein Vater starb (da war ich 13 Jahre alt) hat meine Mutter nie vor uns Kindern geweint (kann mich zumindest nicht daran erinnern). Jeder sprach dann davon wie stark doch diese Frau ist. Ich sehe das heute etwas anders. Mir hat es gefehlt, dass meine Mama damals geweint hat. Ohne diese Tränen und die Traurigkeit hat man das Gefühl das der Verlust einfach nicht "existent" ist. Wenn andere nicht traurig sind verdrängt man auch die eigene Traurigkeit.
Und als nun vor etwas mehr als einem Jahr meine Mutter gestorben ist habe ich monatelang, Tag für Tag, nur geweint. Ich hätte einen ganzen See füllen können. Vielleicht sind dies die nicht geweinten Tränen aus meiner Kindheit um den Vater und die nicht geweinten Tränen meiner Mutter um ihren Mann.
Kürzlich ist der Mann einer Bekannten ganz plötzlich an einem Herzinfarkt gestorben. Auch sie will stark sein und ihren Kindern ihr "Leid nicht zumuten" (Anders kann ich es momentan nicht ausdrücken). Aber ist das wirklich richtig??? Ich weiß es nicht.:wie?:

Liebe Grüße
Teichmuschel

wolfsmond
20.07.2007, 12:59
Hallo Liebe Vonna,

na, da gratuliere ich Dir zu Deiner Entscheidung alleine nach Andalusien durchzustarten. Mutig, mutig! Hut Ab! Bin stolz auf Dich und hoffe, dass der Urlaub genau so wird, wie Du ihn Dir vorgestellt!

Hoffentlich funktioniert der neue Wasserhahn einwandfrei!:smile:

Hatte gestern leider keine Zeit hier reinzuschauen, musste länger arbeiten und danach noch die Hochzeitsgeschenke für meine Nichte einpacken. Meine Mutter hat mir ihr Geschenk auch gegeben. Sie meinte, sie hätte ja nicht so das Geschick, na ja was soll's. Was tut frau nicht alles.
Außerdem noch ein Geschenk für das Baby der Cousine meiner Nichte nett verpackt und ein Gedicht für die Kleine geschrieben.
Das braucht alles seine Zeit! Danach war ich ausgepowert.
Bin auf der Couch eingeschlafen und erst heute morgen um 4h30 in mein Bett.
Heute früh habe ich die Wohnung auf Vordermann gebracht und jetzt habe ich endlich etwas Zeit mich an den Computer zu setzen.
Meine Mutter ist zur standesamtlichen Trauung mitgegangen und anschließendem Essen im kleinsten Familienkreis.

Meine Tochter und ich haben heute Abend unsere lieben Freunde und deren Kinder zu einem Abschlußprüfungsessen beim Italiener eingeladen. Wir freuen uns darauf, obwohl der Abend mit Sicherheit nicht ohne Tränen sein wird. Es wird einer am Tisch fehlen!!! Heute sind es 4 Monate her!!! Habe beim Putzen auch schon rumgeheult, aber jetzt geht es mir wieder etwas besser.

Morgen ist am Nachmittag die kirchliche Trauung meiner Nichte und ich werde mit meiner Tochter in die Kirche gehen und anschließend nach Hause. Die Hochzeitsfeier sparen wir uns.
Das würde ich auch nicht durchstehen! Das Brautpaar versteht das auch. Einige andere Leute nicht. Ist mir aber auch egal!

Freue mich das es Dir wieder besser geht und Du voller Tatendrang bist. Gut so!

Wünsche Dir viel Spaß bei Deinem ereignisreichen Wochenende!
vlg
wolfsmond


Nun zu Dir liebe Wolke,
was ich nicht so ganz verstehe, wieso ihr Euch, als beste Freundinnen, so lange nicht gesehen habt?
Sind wirklich nur die vielen Kilometer, die zwischen Euch liegen daran schuld? Oder hat es auch noch andere Gründe?

Du hast gefragt was wir von unserer besten Freundin erwarten. Ganz einfach: Das sie für mich da ist. Das sie nicht lange rumfragt, sondern einfach macht. Mich in den Arm nimmt, mit mir redet, mit mir weint und lacht, mich bei schwierigen Entscheidungen unterstützt, mich bekocht, mich abschirmt usw. usw.
Meine beste Freundin hat dies und noch vieles mehr für mich und meine Tochter in der ersten Zeit danach gemacht und ich würde dasselbe für sie tun. Sie ist die Mutter meines Patenkindes und ich kann mich total auf sie verlassen.
Sie war da als ich sie gebraucht habe. That's it!

Das ihr Beide Euch jetzt, nach so langer Zeit, erst wiedersehen werdet ist bestimmt etwas befremdlich, für beide Seiten. Ich hoffe ganz stark das Euer Freundschaftsband diese Bewährungsprobe schadlos überstehen wird!
Nimm sie ganz einfach fest in die Arme!!!
Wünsche Euch alles Gute!

Nun noch eins: (mit einem HALLO an Teichmuschel)
Du möchtest vor Deiner Tochter nicht weinen??? Die Kleine ist jetzt 6 Jahre alt, vermute ich mal, weil sie ja eingeschult werden soll.
Meine Tochter (heute 20 Jahre) war, als mein Vater starb 5 Jahre alt. Wir haben damals alle, vor und besonders mit dem Kind geweint. Sie hat ihren Opa über alles geliebt und eine sehr innige Beziehung zu ihm gehabt! Warum soll man denn seine Tränen vor Kindern verstecken? Damit suggeriert man ihnen, meiner Meinung, nur ein, das Tränen nicht in Ordnung sind. Mama weint nicht, da darf ich auch nicht weinen?!
Hoffentlich bin ich Dir jetzt mit meiner offenen Art nicht zu nahe getreten, das täte mir nämlich leid!

Wünsche Dir und allen anderen Mitleserinnen ein erholsames Wochenende.

vlg
wolfsmond

Inaktiver User
20.07.2007, 22:35
Hallo liebe Wolfsmond und auch liebe Teichmuschel,

Ihr seid mir sicher nicht zu nahe getreten.
Ich möcht Euch nur mal sagen,das der Mann meiner Freundin fast 2 Jahre tod ist.Ich hab viel geweint,vor meiner Tochter,mit meiner Tochter ,aber auch alleine.
Meine Tochter ist vom seelischen langsam so weit ,das ich weniger Angst vor der Schule haben muß.
Ich habe mich im vergangenen Jahr nach 16 Jahren von dem Papa meiner Kinder getrennt.
Der Tod des lieben Freundes,die Trennung,3 Kindergartenwechsel und Umzug ...ich glaube deswegen muß und sollte ich das Aufwühlen vor Ihr ersparen.
Das heißt nicht,das ich nicht mit meiner Freundin weinen werde.
Ich bin ein Mensch,der seine Tränen nicht zurück halten kann und ich zeige offen meine Gefühle.

Zu meiner Freundin..es liegt daran das Sie so weit weg ist...900 kilometer ist schon ne Strecke.Sie wollte nicht zu mir kommen.Die alten Erinnerungen(da wir viel zusammen den Urlaub bei uns gemacht haben) hätten Sie wieder eingeholt.Sie ist noch nicht so weit,also warte ich bis Sie ja sagt.
Zur Ihr konnte ich auch nicht,die Trennung,2 mal umziehen mit 2 kleinen Kindern auch nicht so einfach.
Sie ist meine beste Freundin,ich hatte Sie bei der Geburt meines Sohnes im Sommer 2003 an meiner Seite und ich fand es toll,das sie dabei war.
Ihr Mann spielte Babysitter bei meiner damaligen 3 jähr. Tochter.

Aber ich bin optimistisch,denn sie will im Herbst kommen.Ich wohne nun etwas entfernt von der alten Gegend,vielleicht hilft Ihr das.Sie schrieb mir heut,das sie sich riesig auf uns freut.

Sie empfindet Freude...das ist toll.
Ich werde Sie fest in meine Arme schließen,auch wenn es ein anderes Wiedersehen wird.

Ich danke Euch für die Antworten.Es ist nicht so einfach hier zu schreiben,man möchte wohl niemanden verletzen.

Wünsche allen ein schönes Wochenende.

Liebe Grüße Wolke.7

wolfsmond
21.07.2007, 22:13
Hallo liebe Wolke,

da bin ich ja froh, dass ich Dir nicht zu nahe getreten bin!
Ja, es ist wirklich nicht einfach zu einem bestimmten Thema etwas zu schreiben, weil man ganz einfach zu wenig Hintergrundwissen hat.
Nachdem Du jetzt etwas ausführlicher Deine Situation geschildert hast, Du hast ja auch schon einiges hinter Dir, verstehe ich Deine Bedenken natürlich wesentlich besser.

Versucht einfach das Beste daraus zu machen. Ich denke die veränderte Umgebung wird für Deine Freundin auch hilfreich sein.

Wünsche Dir auf alle Fälle ein wunderschönes Wiedersehen mit Deiner Freundin.

Fühl Dich gedrückt!

vlg
wolfsmond

wolfsmond
21.07.2007, 22:36
... hab' ich ganz vergessen:

Wir waren auf der kirchlichen Hochzeit meiner Nichte. Meine Tochter und ich haben uns etwas im Hintergrund gehalten. Meine Mutter konnte das wieder mal gar nicht verstehen, dass wir nicht mit ihr zusammen in der zweiten Bank ganz vorne Platz genommen haben. Da ich aber nicht genau wusste wie wir reagieren werden, hielt ich es so für besser. Und ich hatte recht.
Schon als das Brautpaar einlief musste ich das erste mal heulen.

Die Predigt hat mich zum Glück nicht berührt. Der Pfarrer sprach von einem reichen Bäckermeister und einem armern Bäckergesellen, der sich in dessen Tochter verliebt hatte. Als Bedingung, um sie zur Frau zu bekommen, musste der Geselle ein Brot backen worin man die Sonne dreifach sehen konnte. So entstand die Brezel. Das war jetzt die Ultra-Kurzform!

Die letzte Fürbitte, hat uns getroffen wie ein Schlag.
...für alle, die heute leider nicht mehr mit uns diesen Tag feiern können!...
Bautz! Da war es vorbei!

Zum Schluss dann noch das Ave Maria (Trompete). Bei unserer Hochzeit hatten wir eine Sängerin für dieses Lied. Das war dann zuviel für mich. Ich musste mir das Taschentuch fest auf den Mund drücken, damit ich nicht laut losschluchzte. Meine Tochter hat mir dann ganz fest die Hand gehalten, das hat mich irgendwie beruhigt. Mein Kind kennt mich eben!:kuss: :liebe:

Da wir, wie gesagt weit hinten saßen, waren wir als einige der ersten draußen und sind erstmal eine Runde im Park gelaufen, bevor wir dem Brautpaar gratuliert haben.
Mein Schwager hat mich dann nochmal gefragt, ob wir mit zur Feier kommen. Ich habe nur den Kopf geschüttelt und er hat mich ganz fest in den Arm genommen.

Ich hoffe die Beiden haben eine wunderschöne Hochzeitsfeier!
Wir hätten uns reichlich deplatziert unter all den ganzen gutgelaunten, fröhlichen Menschen gefühlt.
Und hätten einigen Leuten vielleicht noch die gute Laune verdorben. Das wollten wir auf gar keinen Fall!

Werde mich jetzt wieder meiner Stricksucht widmen!:zwinker:

Wünsche Euch allen noch einen ruhigen Abend, eine geruhsame Nacht und einen schönen Sonntag!!!

vlg
wolfsmond

Inaktiver User
22.07.2007, 00:21
Liebe wolfsmond,

ich muss mich jetzt doch noch kurz melden und Dich erstmal kräftig drücken :in den arm nehmen: . Hast Du trotz allem gut gemacht mit der Hochzeit. Es war teilweise hart, aber Du hast es gepackt und hast genau gewusst, was Dir noch gut tut und was nicht. Das ist doch schonmal was. Ich finde es auf jeden Fall gut, so wie Du es gemacht hast. Bin stolz auf Dich :blumengabe:

Mein Wochenende war bis jetzt eigentlich ganz in Ordnung. Gestern habe ich mich ja mit einem alten Schulfreund getroffen. Das war auf der einen Seite recht schön, aber auf der anderen Seite haben wir natürlich auch darüber geredet, was passiert ist und wie mein Leben nun auf einmal kopfsteht. Mir fällt es immer noch nicht leicht darüber zu reden. Manche Dinge kann ich recht sachlich erzählen, wie ich von dem Unfall erfahren habe beispielsweise, und dann gibt es wieder Dinge, da merke ich schon beim ersten Wort, dass es mir gleich die Kehle zuschnüren wird und ich kurz davor bin loszuweinen. Auch solche Momente gab es dann gestern. Er hat aber ganz ehrlich gesagt, dass er gar nicht weiß was er sagen soll und wie er damit umgehen soll. Als er aber gemerkt hat, dass ich kurz vorm Weinen war, hat er mich auch einfach mal in den Arm genommen. Das ist dann immer der Moment, bei dem es um mich geschehen ist und ich endgültig losweinen muss. Aber schließlich kennen wir uns eigentlich schon so lange, nicht besonders gut, aber wir haben die ganze Zeit im Gymnasium zusammen "durchgestanden", also was solls. Es hat auch wieder etwas gut getan jemand zu haben. Schließlich hat sich das mit den sogenannten besten Freunden bei mir nicht geändert. Ein bisschen habe ich diese "alten" Ort abgehakt. Als ich das letzte Mal dort war (bei meiner Absolventenfeier), habe ich mich, glaube ich, etwas von dem Ort verabschiedet. Dort habe ich Rainer kennengelernt, wir haben die meiste Zeit unserer Freundschaft und Beziehung dort verbracht, seine Wurzeln liegen bzw. lagen dort, wenn ich in meinem Leben weiter blicken will, dann muss ich mich einfach von diesem Ort verabschieden. Zumindest fühle ich mich gerade so. Ich frage mich nur, ob das gleichzeitig ein Abschied von den Freunden dort wird. :wie?:

Heute habe ich ziemlich lange geschlafen und bin dann nur noch ganz schnell zum Einkaufen gehetzt bevor meine Eltern zu Besuch kamen. Der Tag war dann ganz okay. Leider konnte ich abends dann nicht mehr joggen gehen, weil es bei uns genau da angefangen hat zu gewittern und das war mir dann doch etwas zu heftig. Also auf morgen verschoben, was dann mit dem radeln wollen kollidiert. Nun muss ich also mal schauen, was ich dann mache, beides geht nunmal nicht. Dafür habe ich gerade zufällig entdeckt, dass das Volkshochschulprogramm ab September schon online ist und man sich schon anmelden kann. Da ich es letzte Mal nicht mehr in den Thai Bo Kurs geschafft habe, habe ich gleich nachgeschaut und prompt einen Kurs gefunden, der zeitlich prima liegt und noch freie Plätze hatte. Also habe ich mich kurzer Hand einfach angemeldet. Wow... mal wieder so ein wow. Ende September geht das zwar erst los, aber ich freu mich schon drauf.


Liebe Wolke,

wollte Dir auch noch kurz ein paar Zeilen hinterlassen. Wie Du oben vielleicht gelesen hast, habe auch ich so meine Probleme mit dem "alten Ort". Fällt mir jetzt nur so ein, weil Du das bezüglich Deiner Feundin geschrieben hast. Ich kann das also sehr gut verstehen. Ich hoffe aber für Euch beide, dass es mit dem Treffen klappt und dass Ihr beide genug Kraft dafür haben werdet und dass Du Deine Freundin dann stützen kannst. Ich finde es auch sehr schön, dass sie sich darauf freuen kann, das ist doch ein kleiner Lichtblick :smile: .

So, nun ist es aber spät genug geworden. Ich sollte mal langsam ins Bettchen gehen. Habe morgen viel vor zu erledigen (Putzen und so Schnickschnack) und für abends habe ich dann ja wieder eine Verabredung.

Ich wünsche Euch allen eine gute Nacht und wunderbare Träume.

Liebe Grüße,
Vonna :blumengabe:

Stina2270
22.07.2007, 13:18
Hallo!

Urlaub? Vonna ich ziehe meinen Hut vor Dir!!!! Ich finde das richtig klasse!!!! Hast Du jetzt einen Animationsurlaub? Oder so einen, der besondere Themen hat? Für was hast du dich entschieden? Bei Andalusien fällt mir als erstes ein Reiturlaub ein...:smirksmile:

Hallo Wolfsmond,
auch dir zolle ich meinen höchsten Respekt, ebenso deiner Tochter, dass ihr die Hochzeit durchgestanden habt, finde ich grossartig. Ich finde, ihr habt euch mehr als tapfer gehalten!!!!

Ein schönes Wochenende für euch alle,

Ihr seid alle grossartige Frauen!!!!

Stina

wolfsmond
22.07.2007, 13:47
Hallo Stina,

danke für Deine lieben Worte.
:blumengabe:

vlg
wolfsmond


Hallo liebe Vonna,

danke auch für Dein Lob! Puh, wir haben wieder etwas geschafft.
Habe mich noch nicht getraut, das frisch Vermählte Paar zu stören, aber ich nehme an, sie hatten eine super Hochzeitsfeier.
Meine Mutter habe ich heute auch noch nicht gesehen, aber sie wird mir bestimmt nachher Bericht erstatten.

Hatte ich ganz vergessen zu schreiben:
Meine Tochter hat sich gestern früh tätowieren lassen. Am rechten Fuß, außen. Auf arabisch: Papa ich liebe Dich. Das hat sie sich selbst zur Prüfung geschenkt. Jetzt ist er noch mehr bei mir als vorher, hat sie gesagt. Sie ist wirklich ein Schatz und ich bin sehr, sehr froh ihre Mama zu sein!!!
:liebe::kuss: :liebe: :kuss: :liebe:

Habe heute schon gebügelt und einige andere kleinere Hausarbeiten erledigt und wollte jetzt eigentlich in den Garten. Aber, es hat gerade angefangen zu regnen. Dann eben nicht!

Dachte mir, dann gehe ich eben jetzt schon ein bisschen an den Computer. Anschließend auf mein Ergometer.

Schön das Du dieses Wochenende so liebe Menschen um Dich hattest. Es tut ganz einfach gut, sich mal anlehnen zu können!

Bin gespannt wie Du Dich entschieden hast. Fahrrad oder Laufen?

Volkshochschule? Könnte ich ja auch mal nachschauen, ob für mich etwas interessantes dabei ist. Danke, dass Du mich auf die Idee gebracht hast! :blumengabe:

Wünsche Dir und allen anderen Mitleserinnen, noch einen schönen Sonntag und einen angenehmen Start in die neue Woche!
Haltet Euch tapfer!!!

vlg
wolfsmond

Inaktiver User
22.07.2007, 23:01
Hallo Stina,



Urlaub? Vonna ich ziehe meinen Hut vor Dir!!!! Ich finde das richtig klasse!!!! Hast Du jetzt einen Animationsurlaub? Oder so einen, der besondere Themen hat? Für was hast du dich entschieden? Bei Andalusien fällt mir als erstes ein Reiturlaub ein...:smirksmile:


Hehe... danke schön, ich glaube, ich habe mich da wirklich selbst etwas verblüfft. Aber ich freue mich immer noch darauf und denke, dass es richtig war. Es ist kein Animationsurlaub, sondern Urlaub auf einer Bio-Finca. Da gibt es von Haus aus nur vegetarisches Essen. Für mich als Vegetarierin eh schon das halbe Paradies :lachen: . Außerdem kann man dort diverse Kurse machen, ganz spontan. Beispielsweise Pilates oder Fitnessgymnastik, aber auch das Malatelier entweder frei benutzen oder an einem Kurs teilnehmen. Reiten kann man wohl auch und das will ich auch unbedingt einmal machen. Ich bin schon so lange nicht mehr geritten. Ich hoffe nur, ich traue mich dort dann auch wirklich alles auszuprobieren und kenn da dann keine Hemmungen. Die paar Euro zusätzlich müssen dann echt auch drin sein, da will ich dann nicht an dem Eck sparen. Ich würde es mir wahrscheinlich ewig vorwerfen, wenn ich da zu knausrig und zu schüchtern wäre. Also hoffen wir mal, dass dem nicht so sein wird. :zwinker:



Ihr seid alle grossartige Frauen!!!!


Wow... da kann ich nur sagen, vielen lieben Dank :knicks:

Hallöchen wolfsmond,

und... warst Du auf dem Ergometer? Ich habe mich doch wieder fürs Laufen entschieden. Heute war ich allerdings 1 1/2 Stunden unterwegs. Bin jetzt doch ganz schön groggy, aber es war echt gut. Radgefahren bin ich nur zu meiner Verabredung heute Abend :smirksmile:

Freut mich, dass ich Dir mit der Volkshochschule eine Idee geben konnte. Ich hoffe, Du findest was schönes für Dich. Auf meinen Kurs freue ich mich auch schon, dumm, dass ich noch bis Ende September warten muss, bis es los geht. Vielleicht lerne ich da ja mal noch ein paar Leute kennen. Was mir aufgefallen ist... der Kurs ist nicht direkt in der Stadt in der ich wohne, sondern in einem "Nebenkaff". Früher hätte mich das schon alleine gehindert mich dafür anzumelden. Da muss ich dann ja jetzt mit dem Auto hinfahren und ich kenne mich doch nicht aus und weiß nicht wo das ist. Ha, aber ich weiß doch nur beim ersten Mal nicht wo das ist, danach weiß ich es dann und sooo weit ist es nun auch wieder nicht weg und zu was habe ich denn ein schönes, neues schnuffiges Auto? Meine neuen Gedanken verblüffen mich immer wieder :ooooh: . Das mag sich jetzt ziemlich mickrig anhören, aber ich freue mich auch über solche Kleinigkeiten - jawoll ja.

So, heute muss ich endlich mal vor Mitternacht ins Bett. Ich will die nächste Woche nicht schon wieder mit einem Schlafdefizit anfangen. Außerdem wünsche ich mir, dass ich nächste Woche mal den Mut haben werde mit unserem Personalverantwortlichen über meine Zukunft bei der Arbeit zu reden. Mir geht da so seit einiger Zeit was im Kopf rum, ich bin nur zu feige das mal anzusprechen. Dabei hätte ich nichts zu verlieren - außer, ich spreche es eben nicht an. Oh weh... man gebe mir eine große Porition Mut!! Uffz. Ich werde berichten, ob ich irgendwo Mut finden konnte.

Also Ihr Lieben, ich wünsche mal wieder schöne Träume und einen erholsamen Schlaf sowie einen guten Start in die neue Woche! :blumengabe:

Liebe Grüße,
Vonna

Inaktiver User
23.07.2007, 09:41
Hallo Ihr Lieben,

werde nun erst mal warten,wie das Treffen im September wird.
Ich geh mal positiv an die sache und freue mich darauf.
Werde auf jeden fall davon berichten,wie es gelaufen ist und vielleicht setz ich mich mit meiner Freundin an pC und klick mich hier mal ein.
Meine freundin geht 1 mal im Mont zum Trauertreff in Ihrer Stadt,aber dort sind immer nur alte Leute,was Ihr wohl auch gut tut.
Hier in diesen Forum findet man auch die jüngeren Altersklassen 30-40:freches grinsen: ,wo Sie vielleicht auch Erfahrungen austauschen kann.

Und liebe Vonna...bei so viel Energie,wie Du sie an tag legst,läßz sich wohl der ein oder andere auch positiv mitziehen:smile: .

Genauso bei dir liebe Wolfsmond,war auch ein schwerer schritt bei der Hochtzeit dabei zu sein:smile:

Also laßt es Euch gut gehen und weiter so.Werde immer mal wieder mitlesen:zwinker:
Wenn es was neuse gibt auch mal wieder was schreiben.

Liebe Grüße Wolke.7:blumengabe:

wolfsmond
23.07.2007, 20:05
Hallo liebe Vonna,

ja, ich war auf dem Ergometer, aber nur enttäuschende 7 km geschafft. Aber das wird schon wieder werden. Habe ja ewig nichts gemacht!

Aber Du sprühst ja geradezu vor Tatendrang. Da wirst Du bestimmt auch diese Woche eine Gelegenheit finden, mit dem Personalverantwortlichen zu sprechen. Bin ganz sicher und drücke Dir die Daumen, dass Du ihn von Deiner Idee überzeugen kannst.

Bei unserer VHS kann man sich erst ab 15.08. für die neuen September Kurse anmelden. Habe mir die alten Kurse schon mal angeschaut und einiges gefunden, was mich interessiert. Werde Bericht erstatten für was ich mich letztendlich entschieden habe.

Heute habe ich bei strömenden Regen drei neue Pflänzchen auf's Grab gesetzt. Zwei haben wohl die vergangene Sommerhitze nicht so vertragen und eins hatte vorgetäuscht weiß zu sein, ist aber immer mehr ins lila übergegangen. Hat gar nicht gepasst. Jetzt ist alles wieder okay. Meine Tochter hatte zwar einen Riesenschirm über uns gehalten, aber trotzdem war ich völlig durchnässt. Aber macht ja nichts, bin ja nicht aus Zuckerguss.

So jetzt werde ich es mir mit meinem Strickzeug gemütlich machen.

Schönen Abend und eine gute Nacht.

vlg
wolfsmond

wolfsmond
23.07.2007, 20:16
Mir fällt gerade auf, das die Uhrzeit gar nicht stimmt.
Ist das bei Euch auch so? Tatsächlich ist es jetzt 20h07!
Muss ich das verstehen?

Außerdem habe ich ganz vergessen noch ein paar Zeilen an Wolke zu schreiben: (ich bin in letzter Zeit so vergesslich, das gibt mir doch langsam zu denken!?)

Hallo liebe Wolke,
genau, lass Dich von Eurem Treffen im September einfach mal überraschen und mach Dir vorher nicht zuviele Gedanken.

Lass es Dir auch gut gehen und melde Dich mal wieder. Ich würde mich freuen wieder von Dir zu lesen.

Ja, die Hochzeit war wieder sehr heftig! Wie gerne wäre mein Mann dabei gewesen, es ist alles so ungerecht!
Aber wir werden weiter versuchen müssen damit umzugehen. So schwer es auch fällt. Er hätte nicht gewollt, dass meine Tochter und ich die Köpfe in den Sand stecken.
ALSO: Kopf hoch, Augen zu und durch!

vlg
wolfsmond

Inaktiver User
23.07.2007, 22:23
Hallo liebe "vergessliche" wolfsmond,

das kenne ich aber zur Zeit zur Genüge, dass ich auch vergesslich werde. Ich habe mir ein kleines Notizbüchlein gekauft, dass ich immer bei mir habe und wenn ich Angst habe was Wichtiges zu vergessen, dann schreibe ich es auf. Das alleine hilft meist schon. Ich habe das Gefühl, dass in meinem Kopf gerade so viel drin ist, dass es für manche Dinge einfach nicht mehr reicht. Also was solls, zu was gibt es denn sonst diese kleinen Notizbüchlein. Endlich haben sie ihre Daseinsberechtigung :freches grinsen:

Hey, super... 7 km Ergometer sind doch gar nicht schlecht. Ich habe heute nichts sportliches gemacht. Außer mit dem Rad zum Bahnhof und abends wieder zurück zu fahren. Ich weiß von daher genau, wie nass Du wahrscheinlich auf dem Friedhof warst, denn als ich heim gefahren bin, hat es geschüttet wie aus Eimern. Da war ich ratzfatz patschnass. :regen: . Aber seltsam, dass Du es genau so schreibst, wie ich gerade denke - wir sind ja nicht aus Zucker. Irgendwie macht mir das viel weniger aus als früher. Mein Gott, dann werde ich halt ein bisschen nass, alles Natur, alles prima, stärkt höchstens meine Abwehrkräfte. Wenn ich daheim dann gleich aus den nassen Klamotten schlüpfe und mich warm einmümmel. :smirksmile:

Übrigens... der 15.08. ist ein toller Tag zum an der VH anmelden - ist nämlich mein Geburtstag und da wünsche ich mir dann gleich mal von Dir, dass Du Dir einen schönen Kurs aussuchst und Dich anmeldest. :lachen:

Was strickst Du denn eigentlich schönes? Da bist Du ja kräftig dabei. Bei mir liegt das Häkelzeug schon ewig rum. Ich habe auch schon ewig nicht mehr ferngesehen. Gestern seit langem mal wieder, beim Bügeln ein bisschen Nachrichten geguckt. Das ist das äußerste was ich ertragen kann. Es gibt so viel nettere Dinge zu tun als fernzusehen. Außerdem konnte ich es nicht lassen und habe mir doch den Harry Potter gekauft. Bin mal gespannt, das wird eine ganze Weile brauchen, bis ich den diesmal durch habe. Ich habe einfach kaum Zeit dafür.

Ich finde es übrigens fast unheimlich:


Aber Du sprühst ja geradezu vor Tatendrang. Da wirst Du bestimmt auch diese Woche eine Gelegenheit finden, mit dem Personalverantwortlichen zu sprechen.

Ich habe ihm heute eine Mail geschrieben, dass ich gerne über ein paar Dinge mit ihm reden möchte und ihn um einen "Termin" dafür gebeten. Das mit der Mail hat für mich den Vorteil, dass ich mich das erstmal getraut habe und ihm auch gleich schreiben konnte, über was ich alles mit ihm reden will. So kann er sich auch darauf vorbereiten oder mir auch gleich schon sagen, darüber bräuchte man nicht zu reden, geht eh nicht. Bin also gespannt was passiert, der Ball liegt erstmal in der anderen Hälfte. :zwinker:
Aber wie gesagt, unheimlich, dass Du genau heute davon schreibst und das auch irgendwie passt.

Hey, heute bin ich mal ein bisschen früher dran. Vielleicht schaffe ich es dann auch mal früher ins Bett. Bei mir stimmt die Uhrzeit übrigens. Am Anfang war ich hier mal eine Stunde daneben, aber das war dann die falsche Zeitzone, ein paar Minuten habe ich jetzt noch nicht geschafft.

Also dann Ihr Lieben, wieder einmal wünsche ich Euch eine angenehme Nachtruhe und einen wunderprächtigen Tag morgen. :blumengabe:

Alles Liebe,
Vonna

wolfsmond
24.07.2007, 16:46
Hallo liebe Vonna,

das ist ja wirklich ein bisschen merkwürdig, dass Du ausgerechnet gestern Deinem Chef eine Nachricht geschickt hast. Ich wundere mich schon etwas darüber. Wie ist das Gespräch denn verlaufen?

Werde auf alle Fälle versuchen Dir Deinen Geburtstagswunsch zu erfüllen. :freches grinsen:
Habe meine Schwester gefragt, ob sie eventuell mitkommt, aber da ich ja einen Abendkurs belegen will, hat sie nicht so ein großes Interesse. Ist wahrscheinlich auch besser wenn ich das ALLEINE in Angriff nehme, obwohl ich auch bei allem Neuen zunächst ein bisschen unsicher bin. Aber wie schreibst Du so treffend. Wenn man einmal da war, weiß man den Weg beim nächsten Mal. Und wir haben in den letzten Wochen und Monaten soviel geschafft, da wird mich diese Unsicherheit auch nicht von der Kursteilnahme abhalten. So!
Allerdings haben wir beschlossen ab dem 24.08., einmal pro Woche, ins Schwimmbad zu gehen. Tut uns bestimmt gut!

Habe gerade eine Babydecke und ein Paar Babyschühchen für das Töchterchen der Cousine meiner Nichte genadelt.
Jetzt habe ich einen Pulli für mich auf der Nadel. Vorderteil ist fertig und der Anfang des Rückenteils ist gemacht. Mal sehen wann ich die beiden Teile zusammenfügen kann.
Ansonsten habe ich einige Socken und Schals gestrickt und auch mal eine Decke oder einen Pulli gehäkelt. Aber stricken tue ich lieber.

Heute war es im Büro sehr stressig. Eine Besprechung und anschließend zig Sachen zu klären. Hätte eigentlich länger bleiben müssen, aber irgendwie fehlte mir der Elan und die Konzentration.
Morgen ist auch noch ein Tag, meinte eine meiner Kolleginnen. Recht hat sie!

Außerdem bin ich heute wieder besonders traurig. 18 endlose Wochen ohne meinen Mann. Ich frage mich, wie ich das überhaupt geschafft habe? Es ist immer noch unfassbar für mich, ihn nie mehr in meine Arme nehmen zu können ...
Ein unschreibliches S.....gefühl ist das! Aber Du kennst das ja auch.

Wünsche Dir einen schönen Abend und eine gute Nacht.
Den anderen Mitleserinnen natürlich auch!

vlg
wolfsmond

wolfsmond
24.07.2007, 17:00
Liebe Vonna,

... danke für den Tip mit der Zeitzone. Du hattest recht, bei mir war auch die falsche Zeitzone im Profil hinterlegt!
:blumengabe:
vlg
wolfsmond

Inaktiver User
24.07.2007, 22:58
Liebe wolfsmond,

das Gespräch mit dem Chef hatte ich noch nicht. Ich habe quasi erstmal nach einem Termin gefragt und ihm gleich geschrieben, welche Punkte ich gerne mit ihm besprechen würde. Dann kann er sich auch ein bisschen darauf vorbereiten. Das Gespräch wird aber erst am Freitag sein. Ich werde dann berichten. Oh weh... noch genug Zeit, um sich Sorgen zu machen oder es zu bereuen es angesprochen zu haben... ach je, am besten erstmal nicht daran denken.

Ansonsten habe ich heute auch einen traurigen Abend. Der Tag selbst ging eigentlich sehr gut, aber dann wird meist der Abend schlimm. War mir schon fast klar. Wir hatten bei der Arbeit heute Abend mal wieder einen besonderen Event und ich hatte viel Spaß. Sobald das aber nachlässt und man dann wieder alleine ist und da ist verdammt noch mal niemand mehr, dem man jetzt davon erzählen kann, wie schön es war und wieviel Spaß man hatte, dann ist alles einfach wieder nur Scheiße. Anders kann man es einfach nicht ausdrücken. Wenigstens habe ich es geschafft direkt nach dem Heimkommen noch laufen zu gehen. Somit konnte ich ein bisschen Frust damit schon rauslassen.

Langsam bin ich aber auch wieder an einem "ich bin sooo müde" Punkt. Einmal so müde weil wenig geschlafen (spät ins Bett und früh raus und vor allem der Wecker hat gerade wieder eine Macke und weckt nicht sanft mir Radio sondern schrill mit Weckton - brrr :knatsch: ) und zum anderen müde, weil ich es leid bin. Ich bin es leid immer wieder traurig zu sein. Immer wieder heimzukommen und er ist nicht da. Sachen zu suchen und andere zu finden, die einen an irgendwas erinnern, wobei einem dann die Tränen kommen. Ich bin es so leid alleine ins Bett zu gehen. Niemand zu haben, der neben einem aufwacht morgens. Soll das jetzt mein Leben lang so bleiben? Ach wolfsmond, ich kann Dich so gut verstehen, mir geht es doch genau so und dazu brauche ich keinen Sonntag oder wie bei Dir Dienstag. Das kommt einfach ein irgendeinem Tag. Jetzt habe ich ein bisschen Bammel vor morgen. Ich bin wieder spät dran. Ich habe etwas Kopfweh und bin total kaputt, aber ich werde es bestimmt wieder nicht vor Mitternacht ins Bett schaffen. Dann habe ich morgen bei der Arbeit keine Termine, ausnahmsweise, wahrscheinlich kommt noch einer, aber das ist nichts wildes. Also viel Zeit alleine in meinem Büro zu hocken und traurig zu sein und mich nicht konzentrieren zu können. Hoffentlich kommt es nicht wieder so.

Manchmal denke ich, ich habe es bisher nur geschafft, weil ich mir immer noch sage "er kommt ja wieder". Wie oft ertappe ich mich dabei, dass ich denke "na wenn er dann wieder da ist habe ich ihm aber viel zu erzählen und auf was er alles stolz sein wird, was ich inzwischen getan und geschafft habe". Dieses Gefühl lässt einfach nicht nach. Sicher, es gibt auch Zeiten der Erkenntnis. Er kommt eben nicht wieder - aber wenn man den Gedanken wirklich zulässt tut es einfach nur unendlich weh. Dann habe ich das Gefühl ich drohe zu ersticken an diesem Schmerz, an diesem schrecklichen Gefühl des "nur noch ein halber Mensch seins" und will es einfach nicht zulassen. Oh weh... es ist gerade schlimm... mein Weinkrampf wird immer schlimmer. Wie kann das Leben nur so eine riesen Berg- und Talfahrt sein? Hin- und Hergerissen zwischen Zukunft und Vergangenheit. Zwischen Mut zum Aufbruch in eine neues Leben und Verzweiflung über den Verlust des alten Lebens. Manchmal weiß ich auch nicht, wie ich das noch aushalten soll, warum es mich nicht schon längst zerrissen hat, keine Ahnung. Oh Mann, ich bin gerade in einem Jammertal :heul:

Ich versuche mich mal ins Bett zu begeben. Hoffentlich brauche ich nicht allzu lange dafür und hoffentlich ist dieses Jammertal nicht so weit und tief, sondern ich komme bald wieder raus und der Tag morgen wird nicht gar so schrecklich.

Ich wünsche allen eine gute Nacht. Heute möchte ich mal zum Abschied eine Kerze aufstellen: :kerze: . Für unsere lieben Männer, die uns viel zu früh verlassen haben - wir vermissen Euch so unendlich. Rainer, Du fehlst mir so!!! Und eine :kerze: für uns und alle anderen die so wahnsinnig traurig sind wie wir gerade. Hoffentlich finden wir wieder einen Weg ins Licht, heraus aus diesem Tal der Tränen und Traurigkeit.

Liebe Grüße,
Vonna

frangipani
24.07.2007, 23:13
Hallo Vonna

hier bei uns hat der Tag gerade angefangen - waehrend bei euch tiefe Nacht ist - ich schick dir nur eben mal ein bisschen Sonne und Mut rueber.

:blume: :blume: :blume: :blume: :blumengabe:


Alles Liebe,
frangipani

prinzessin01979
25.07.2007, 00:14
Liebe Vonna,

lass Dich mal :in den arm nehmen: :in den arm nehmen: :in den arm nehmen: .

Ein großes Kraftpaket schicke ich Dir mit. :blume: Ich hoffe es erreicht Dich ganz schnell.

Sei lieb gegrüßt,
Melissa

Inaktiver User
25.07.2007, 08:00
Liebe Vonnan,

auch von mir schicke ich Dir viel Kraft diesen Schmerz zu ertragen.
Laß Dich auch von mir mal in Arm nehmen:in den arm nehmen:

Das mit "Er kommt ja wieder" ging mir genauso,als mein Papa sich vor 13 Jahren das Leben genommen hat.Ich hab immer gedacht"Er ist auf große reise"...er kommt wieder.Irgendwie hat es Kaft gegeben,aber die Realität holt einen ein und gibt zu verstehen,das es anders ist.Wenn man es an sich ran läßt,schwappt die ganze Macht der Traurigkeit über einen.

Ich hoffe Du hast heut ein besseren Start in den Tag und schicke Dir ein:blumengabe:

Liebe Grüße Wolke .7

Inaktiver User
25.07.2007, 08:44
Vielen lieben Dank Euch allen :kuss:
Es ist so nett, hier gleich virtuell in den Arm genommen zu werden, wenn es einem mal wieder schlecht geht.

Leider hat der Tag nicht wirklich gut angefangen und ich weiß noch nicht, wie er weiter verlaufen wird. Wahrscheinlich wird es eher hart werden heute. Ich bin einfach gerade so traurig und fühle mich schrecklich alleine. Hoffentlich finde ich was zu arbeiten, was mich richtig ablenkt. Ein bisschen programmieren wäre nicht schlecht, da kann man schnell die Zeit vergessen - sich aber auch maßlos ärgern :knatsch: . Manchmal finde ich mich selbst schon faszinierend (hehe, klingt jetzt voll bescheiden :freches grinsen: ), selbst wenn ich total traurig und mies drauf bin kann ich immer noch doofe Scherze machen und auch drüber lachen. Ob es das ist, was man mit Galgenhumor bezeichnet?

Ach übrigens... frangipani... wo lebst Du denn, dass Dein Tag genau "verkehrt rum" läuft :smirksmile: .

Wünsche Euch allen einen schönen Tag (oder einen schönen Abend/Nacht :zwinker: ).

Liebe Grüße,
Vonna

wolfsmond
25.07.2007, 21:34
Liebe Vonna,

hoffentlich ist Dein heutiger Tag doch noch besser verlaufen als Du anfangs gedacht hast!
Es tut mir sehr leid, dass es Dir gestern auch nicht gut ging! :in den arm nehmen:

Ich weiß auch nicht woran das liegt, dass an manchen Tagen ganz einfach der Himmel über einem zusammenstürzt und Sturzbäche von Tränen freigibt.
Wahrscheinlich hast Du recht und es ist ganz einfach die Realität die einem einholt. ALLEIN! ALLEIN! ALLEIN! Er kommt nicht wieder!!!
Sprich doch mal über dieses Thema, bei einer Deiner nächsten Therapiestunden. Was meinst Du, schaffst Du das?

Heute war bei mir wieder ein Stresstag im Büro. Habe zwischendurch immer mal Blickkontakt mit dem Foto meines Mannes gehabt. Es ist ein sehr, sehr schönes Foto von ihm. Mit einem sanftem Lächeln, aber über das ganze Gesicht, falls Du verstehst was ich meine. Ich habe immer das Gefühl, dass er mir tief in die Augen schaut und mir sagt: "Mach nur weiter, Schätzelein, Du schaffst das schon." So blöd das jetzt klingen mag, aber wenn ich dieses Foto anschaue, muss ich immer zurücklächeln. Jetzt bin ich schon wieder am rumheulen.
Es ist aber auch alles so verdammt schwer!!!

Mir geht es wie Dir, so lange man abgelenkt ist, sei es durch die Arbeit, Sport, Freunde treffen oder meinetwegen auch Rasenmähen (hab' ich heute übrigens sofort nach dem Büro erledigt!!!) wirkt der Verdrängungsmechanismus anscheinend ganz gut, aber dann ... zack ... hat Dich wieder alles eingeholt.

Aber andererseits mache ich mir ernsthafte Gedanken, wie ich die Renovierung des Schlafzimmers bewerkstellige. Passt doch auch irgendwie nicht zusammen. Trotzdem habe ich schon relativ konkrete Vorstellungen.
Ist das noch normal? Im Vergangenen schwelgen, es schmerzlich vermissen und Zukünftiges planen? Ich verstehe mich einfach selbst nicht.

Werde jetzt in der Küche noch ein bisschen klar Schiff machen und mich dann langsam Richtung Bett begeben.

Wünsche Dir und allen Anderen natürlich auch, eine geruhsame Nacht und einen guten Start in den morgigen Tag!!!
Passt alle gut auf Euch auf!!!

vlg
wolfsmond

Inaktiver User
25.07.2007, 22:52
Hallo liebe wolfsmond,

ach ja, auf dich ist auch einfach Verlass. :blumengabe:
Bin schon immer ganz gespannt, was du schreiben wirst und wie dein Tag war. Dann hoffe ich immer, dass dein Tag gut war und du was nettes erlebt hast - und sei es noch so klein, wir geben uns ja inzwischen mit kleinen Nettigkeiten zufrieden. Habe ich schon erzählt, dass ich ein "Positive Gedanken/Dinge/Geschehnisse Buch" habe? Ich schreibe jeden abend etwas auf, was ich an diesem Tag als positiv empfunden habe. Ich habe mir zum Ziel genommen zumindest eine Sache am Tag zu finden, die ich positiv gefunden habe und für die es sich gelohnt hat diesen Tag zu leben, zu erleben. Klingt jetzt vielleicht etwas seltsam, aber es hilft schon. Manchmal schreibe ich ganz viele Dinge auf, dann weiß ich, es war echt ein guter Tag und manchmal muss ich ganz ganz lange überlegen und finde nur irgendeine Kleinigkeit. Aber bisher habe ich immer was gefunden.



Aber andererseits mache ich mir ernsthafte Gedanken, wie ich die Renovierung des Schlafzimmers bewerkstellige. Passt doch auch irgendwie nicht zusammen. Trotzdem habe ich schon relativ konkrete Vorstellungen.
Ist das noch normal? Im Vergangenen schwelgen, es schmerzlich vermissen und Zukünftiges planen? Ich verstehe mich einfach selbst nicht.


Ich finde das sehr sehr sehr normal. Mir geht es nämlich auch nicht anders. Und ich habe beschlossen, dass ich normal bin :freches grinsen: und deshalb sind deine Gedanken da auch normal. Gibt doch gerade gar nichts falsches. Ich habe ja auch den Schlafzimmerschrank erstmal umgeräumt. Das war zwar innerlich (hört sich auch seltsam an), damit meine ich, man sieht es von außen nicht, aber es war trotzdem hart. Als ich das gemacht habe, hatte ich so Lust das ganze Schlafzimmer zu verändern. Am liebsten hätte ich auf einmal weiße Möbel gehabt und weiß-blaue Decken. Da stand ich ja noch nie drauf. Aber ich habe auch genau ein Bild von einem Schlafzimmer vor mir, wie ich es gerade gerne hätte. Sicherlich habe ich das nicht direkt umgesetzt, aber mich hindert halt zum einen daran, dass eine "Renovierung" nicht nötig ist und es einfach zu viel Geld kosten würde. Aber hattest du nicht mal geschrieben, dass ihr das sowieso vor hattet? Sprich, das war eigentlich schon eingeplant? Auch finanziell, meine ich jetzt. Dann tu es, ich finde es gut. Wenn du zudem eine konkrete Vorstellung hast, wie es sein soll, dann mach es. Ich fände es toll. Tu es einfach für dich, um einen Ort von dir für dich zu haben. Dein Mann ist immer bei dir egal wie das Schlafzimmer aussieht und stell dir mal vor, wie stolz er auf dich wäre, wenn du das machst und wie er sich mit dir mitfreuen würde, wenn du etwas hast, was dir wirklich gefällt. Aus deinen Erzählungen schätze ich ihn da jetzt einfach mal so ein. Ähnlich wie mein Rainer, der sich auch gefreut hat, wenn es mir gut ging, mir was gefallen hat und ich zufrieden mit etwas war. Dann ging es ihm auch gut. Denk doch daran, vielleicht gibt das Mut. Ich will dich jetzt nicht zu etwas überreden, wofür du noch nicht bereit bist. Du entscheidest das letztendlich, ich wollte dir nur meine Sicht mitteilen und vielleicht einen kleinen Anstoß geben.

Ansonsten... mein Tag war noch so lala. Ich war heute gleich schon wieder laufen, das sagt ja vielleicht schon alles. Aber kann man machen nichts. Ich könnte jetzt das gleich schon wieder jammern wie gestern. Es ist halt einfach scheibenhonig... Du hast vollkommen recht... so lange man abgelenkt ist und etwas verdrängen kann geht es, aber wenn es einen einholt. Tja...
Ach, der Hinweis das in der Therapiestunde zu sagen, da bin ich selbst darauf gespannt, ob ich das schaffe. Da fällt mir ein, machst du eigentlich was Richtung Therapie? Würde doch bestimmt auch nicht schaden, oder? Aber vielleicht machst du das ja schon. Wenn ja, erzähl mal, wie es bei dir ist. Morgen muss ich erstmal noch zu meinem Hausarzt und mir eine Überweisung für die Therapeutin holen. Und zur Bank muss ich noch, die ja sehr "kundenfreundliche" Öffnungszeiten hat.

So, ich versuche es mal wieder... vor Mitternacht ins Bett kommen. Ich habe es bisher noch nicht geschafft. Ich werde es euch wissen lassen, wenn es endlich mal klappt.

Wünsche dir, liebe wolfsmond und allen anderen natürlich auch, eine schöne Nacht mit netten Träumen.

:schlaf gut:

Liebe Grüße,
Vonna

frangipani
26.07.2007, 02:22
Hallo Vonna

In Sydney :smirksmile:

lg
frangipani

wolfsmond
27.07.2007, 09:54
Hallo liebe Vonna,

wie ich sehe,hattest Du gestern wohl auch keine Zeit hier reinzuschauen. Ging mir genauso. War wieder länger auf der Arbeit. Das eine Projekt treibt meine Kolleginnen und mich fast in den Wahnsinn. Läuft schon seit Monaten und irgendwie kommen wir nur in Minischritten voran. Aber immerhin nicht rückwärts:zwinker: .

Mit der Therapie ist das bei mir so eine Sache. Ich war Mitte 2004 mit meiner Tochter (sie wurde in ihrer ersten Ausbildungsstelle auf's Übelste gemobbt) bei mehreren Einrichtungen. Wir haben einige dieser Psychologen/innen "durchmachen" müssen, bis wir endlich bei einer gelandet waren, die meiner Tochter helfen konnte. Dafür würde mir im Moment einfach die Kraft fehlen.

Ich bin auch überzeugt, dass mir das (zumindest im Moment) absolut nichts bringen würde. Weil es nichts, aber auch rein gar nichts, an der Tatsache ändert, dass mein Mann tot ist und mir ihn NIEMAND wieder zurückbringen kann.
Das ist nun mal Fakt. Daran können stundenlange, aufreibende Gespräche auch nichts ändern. Und wenn ich mir vorstelle bei irgendeinem, mir völlig fremden Menschen mein Innerstes nach außen zu kehren, wird mir ganz schlecht.

Was natürlich nicht bedeuted, dass ich Therapien grundsätzlich ablehne, auf keinen Fall. Verstehe mich bitte nicht falsch.
Sonst wäre ich mit meiner Tochter nicht diesen Weg gegangen!
Aber für mich, in dieser speziellen Situation. NEIN!
Wenn Dir oder auch Anderen, das gut tut, es Euch hilft Euren Schmerz zu ertragen und ihr für Euch einen Sinn darin seht, dann MACHT AUF ALLE FÄLLE WEITER!!!

Ja, Du hast das richtig in Erinnerung, wir wollten sowieso unser Schlafzimmer renovieren. Aber eben gemeinsam!
Trotzdem habe ich mich schon durchgerungen und unseren Schreiner, der bereits einige Arbeiten hier erledigt hatte, anzurufen und zu fragen, ob er auch Laminat verlegt. Macht er!
Werde ihn (vielleicht heute) nochmal anrufen, und um einen Besichtigungs-Termin, zwecks Kostenvoranschlages bitten.
Einige Möbelprospekte habe ich auch schon neben hingelegt. Mir schwebt ein Schrank mit Eckteil vor. Außerdem möchte ich nur noch ein kleines Bett, was sich anscheinend etwas schwieriger gestaltet, weil bei den Schlafzimmerprogrammen meist nur ein großer Doppelbett mit angeboten wird. Aber das Ganze wird sich wohl Vorort in einem Möbelhaus klären lassen.
Also Du siehst, es ist mir schon ernst mit der Umsetzung.

So genung für den Moment. Ich muss mich mal langsam meiner Hausarbeit widmen.

Wünsche Dir und den Anderen natürlich auch, einen schönen Tag.
Damit Du, liebe Vonna nicht lange überlegen musst, was Du heute in Dein Büchlein einträgst, viele, viele positive Eindrücke!!!

vlg
wolfsmond

Inaktiver User
27.07.2007, 22:37
Hallo liebe wolfsmond - und alle anderen,

jaja, ich war gestern einfach auch zu kaputt und dachte mir, na einmal nicht schreiben schadet jetzt auch nicht. Ulkig, dass wir uns da den gleichen Abend ausgesucht haben.

Im Moment bin ich auch ziemlich erledigt. Ich war mal wieder Laufen, aber das ist ja nichts neues und besonderes mehr. Morgen habe ich auch einiges vor und will trotz Samstag nicht zu spät aufstehen, damit ich das alles erledigen kann. Einige Läden und die Bücherei machen ja schon gegen 14 Uhr zu und auf den Markt würde ich auch gerne, der wird ja noch früher wieder abgebaut. Von daher sollte es mal wieder nicht zu spät werden, aber das ist eh so eine Geschichte. Warum will ich nur jeden Abend aufs Neue gar nicht ins Bett gehen? Ich kann noch so kaputt und müde sein, der letzte Schritt endlich ins Bett zu gehen fällt einfach so schwer. Keine Ahnung warum. Weil ich alleine in dieses verdammte Bett muss? Hmmm, verdammte Bett, vielleicht ist das ein Schlüsselwort... mir gefällt das Bett nicht mehr und das Schlafzimmer auch nicht. Ich halte mich da irgendwie nicht gerne auf. Vielleicht liegt es daran. A propos aufhalten... gestern Abend war ich mal wieder in Rainers Zimmer. Jeder von uns hatte noch ein Arbeitszimmer sozusagen. Ist jetzt natürlich besonders hart... sein Zimmer. Ich dachte so, es wird langsam mal Zeit hier ein wenig Ordnung zu machen. Mein Ordnungssinn und meine Ordnungsliebe kamen durch, aber gleichzeitig konnte ich nicht, es hat sich so falsch angefühlt. Wenn ich anfange da Sachen wegzuräumen, dann gebe ich quasi zu, dass er nie wieder kommt. Sicher, es ist so, aber es ist immer noch nicht wirklich in mir angekommen. Es hat damit geendet, dass ich heulend auf dem Boden lag und die Welt verflucht habe und diesen 16jährigen Rollerfahrer. Ich kann nichts dafür, ist einfach so.

Na gut, für heute lasse ich es mal gut sein. Ich bin zu müde, zu kaputt, um nachher womöglich schon wieder weinend hier zu sitzen. Ich mag nicht mehr. Habe ich schon erwähnt, dass ich dieses Wochenende mal wirklich nichts vor habe. Keine Verabredung - gar nichts. Wie gesagt, einiges erledigen morgen, aber sonst. Bin ja gespannt, ob ich es so endlich mal zum Radeln schaffe.

Ich wünsche Euch allen eine gute Nacht und ein wunderprächtiges Wochenende (falls ich mich hier nicht eh nochmal am WE blicken lasse :zwinker: )

Liebe Grüße,
Vonna :blumengabe:

Inaktiver User
29.07.2007, 20:24
Mein lieber Schnugg,

heute bin ich mal wieder unendlich traurig, unendlich einsam und sehr sehr wehmütig. Wahrscheinlich liegt es mit am Wetter, mit daran, dass ich mir wohl eine Erkältung eingefangen habe und etwas Kratzen im Hals spüre. Wenn du jetzt nur bei mir sein könntest. Ich sass gerade im Wohnzimmer, in deinem Sessel. Endlich hatte der Regen nachgelassen und es blinzelten ein paar Sonnenstrahlen durch die ansonsten schnell vorbeiziehenden, dunklen Wolken. Die Farben sahen wunderschön aus. Ich blickte aus dem Festern, sah dasselbe, was ich schon immer gesehen habe, wenn ich hier aus dem Fenster sehe und doch ist alles so anders. Ich dachte mir, so haben wir uns das nicht vorgestellt, so hätte unser Leben nicht werden sollen. Dass ich hier eines Tages ganz alleine sitze und es dich nicht mehr gibt. So früh ins unserem gemeinsamen Leben lässt du mich alleine hier zurück. Wir können diese Stimmung, diese Farben, die ich gerade gesehen habe, nie mehr gemeinsam sehen.

Ich suche dich... dauernd, ständig, in allem was ich sehe und tue. Aber du bist nicht mehr da. In meinem Herzen, da finde ich dich noch, aber das genügt mir nicht. Ich hoffe, dass es mir eines Tages genügen wird, weil es das ja schließlich muss. Ich frage mich, was hättest du getan, wenn ich gegangen wäre und du zurück geblieben wärst. Ich weiß es nicht wirklich, ich weiß nicht, ob du es geschafft hättest den Schmerz zuzulassen. Aber es ist auch sehr mühselig darüber nachzudenken, denn letztendlich bin doch ich es, die ihr Leben nun alleine, ohne dich, weiter leben muss.

Ich sehe die Wolken hier vorbei ziehen. Alles zieht weiter. Auch ich habe in den letzten 14 Wochen, die du nicht mehr bei mir bist, so viel erlebt. All das kann ich dir nicht mehr erzählen. Bei vielem wärst du stolz auf mich. Tue ich es nur, weil ich weiß, dass du deshalb stolz auf mich wärst, oder tue ich es auch für mich? Im Moment kann ich diese Frage nicht klar beantworten.

Immer wieder finde ich mich in deinem Zimmer wieder. Viel habe ich da noch nicht verändert. Aber ich habe fast alles durchgesehen, kam mir manchmal vor wie einer, der seine Nase in alles stecken muss. Ich habe so viele Kleinigkeiten gefunden, Dinge, die du aufgehoben hast, die mich gerührt haben, dass du sie aufgehoben hast. Aber ich weiß nicht, ob dir das überhaupt bewusst war, oder ob du dir dabei vielleicht auch gar nicht viel gedacht hast. Was werde ich davon aufheben können? Wann werde ich dein Zimmer auf- oder sogar ausräumen können? Ich lasse alles so, weil ich immer noch denke, du kommst eines Tages zurück. Es ist alles nicht wahr, nicht wirklich passiert. Du stehst dann wieder da, kannst mich endlich wieder in die Arme nehmen. Wie würde das denn dann aussehen, wenn ich deine Sachen weggeräumt hätte?

Ich weiß, dass es dich nicht mehr gibt. Dass ich diese Zeilen eigentlich nur für mich schreibe, um mich zu erleichtern, um mir Dinge von der Seele zu reden, um mit meinen Schmerz klar zu kommen. Ich glaube nicht an ein Leben nach dem Tod, eigentlich an gar nichts davon. Es bleibt nichts übrig. Wir entstehen aus der Natur und dahin gehen wir auch wieder zurück. All das, was ich gerade tue, um mit dir in "Kontakt" zu treten tue ich für mich und für meine Trauer um dich. Und doch... ich würde mir so wünschen es gäbe da noch etwas. Ich fühle mich die ganze Zeit von dir beobachtet. Dabei sagt mein Verstand, dass das Blödsinn ist. Aber mein Gefühl... das sagt mir, du schaust mir zu. Es tut dir weh, wie ich leide und du bist immer noch stolz auf mich, wenn ich etwas hin bekomme. Was ist das nur? Wie kann ich nur so viel Einbildungskraft besitzen, dass ich mich dauernd von dir beobachtet fühle? Mir gefällt das auch gar nicht immer. Wer will schon bei allem beobachtet werden - tztztz. Aber als ich eben in deinem Sessel sass und hinaus schaut, da habe ich mit dir zusammen auf mich herunter geschaut. Ich habe mich da sitzen sehen, so einsam, so traurig und konnte es einfach nicht fassen. Ich bin es wirklich, die da in ihrer Trauer ganz alleine in der ehemals gemeinsamen Wohnung sitzt. Ich bin es wirklich, deren Leben sich von einer Sekunde auf die andere total verändert hat. Und du... dich habe ich fast flüstern hören "das wollte ich nicht, so hätte es nicht kommen sollen, bitte hör auf so unglücklich zu sein".

Oh mein Schnugg, es sind erst 14 Wochen die ich ohne dich bin und ich muss es noch für den Rest meines Lebens sein. Einen kurzen Moment sass ich da und dachte, bitte, lass mich einfach einschlafen und nicht mehr aufwachen, lass mich das nicht länger durchstehen müssen. Aber dann, dann bin ich aufgestanden und habe beschlossen, dass ich die Stimmung und die Farben in der Welt da draussen nun eben für zwei aufnehmen muss. Ich erlebe sie für dich mit, schaue sie für dich mit an. Weil ich dich immer noch so unendlich liebe und dich nie vergessen werde. Du bleibst für immer in meinem Herzen - ich hoffe nur, dass du irgendwann dort sein wirst und es nicht mehr so weh tun wird, dass du nur noch dort sein kannst.

Ich liebe dich!

Inaktiver User
30.07.2007, 09:16
Liebe Vonna,

laß Dich wieder mal in :in den arm nehmen: Arm nehmen und Dir neuen Mut und viel Kraft rüberschicken.
Dein Text ist so rührend geschrieben,da laufen einem selbst die Tränen :zwinker: .
Es ist schon komisch,das man sich Gedanken macht,was wäre wenn ich gegangen wäre usw.Genauso mach ich mir Gedanken,wie würde es mir in dieser Lage gehen.Wie würde ich es erleben.
Aber eigentlich will ich solche Gedanken gar nicht erst zulassen,es geht mir ja zum Glück gut.

Aber wichtig ist es mir trotzdem sich damit auseinanderzusetzen,wichtig meine freundin so gut wie möglich zu verstehen und zu unterstützen und auch wichtig für die eigene Beziehung,es alles als wertvoll und Glück anzusehen für jeden Tag,welchen ich mit meinen Kindern und mein Partner erleben darf.

Ich wünsche Dir und all den anderen einen guten Start in die neue Woche.

Liebe Grüße Wolke.7

wolfsmond
30.07.2007, 17:34
Meine liebe Vonna,

Du sprichst mir wieder mal aus der Seele!!!
Fühl Dich ganz herzlich gedrückt!!!

Hoffentlich geht es Dir wieder ein bisschen besser!
Was ist mit der Erkältung???
Die hat Dir wohl einen Strich durch Deine Fahrradtour gemacht, oder das Wetter?

Habe am Wochenende das Nacht/Bettschränkchen meines Mannes ausgeräumt. Ich kam mir wie die übelste Schnüfflerin vor!
Wirklich! Habe sehr viele kleine Schätze gefunden. Aber das Ganze hat mich wieder soviel Kraft gekostet. Ich konnte den Bettkasten anschließend nicht mehr sichten. Das muss warten!

Ansonsten habe ich unter anderem 15 km (am Stück) auf meinem Ergometer gestrampelt!!!

Hätte eigentlich meine Steuersachen für 2006 raussuchen müssen, aber ich konnte mich überhaupt nicht dazu aufraffen!
Verschoben auf kommendes Wochenende.

Heute war im Büro wieder ein blöder Tag.
Eine meiner Kolleginnen hat mich angesprochen, ob mit mir alles in Ordnung sei. Da bin ich sofort in Tränen ausgebrochen! Konnte gestern nämlich sehr schlecht einschlafen und dementsprechend sah ich heute früh auch aus.
Ich kann's nicht ändern und zum Glück war sie sehr verständnisvoll.

Wünsche sehr, dass Du Dich heute etwas besser fühlst!
Und Du einen angenehmen Arbeitstag hattest!

Wünsche Dir und allen Anderen einen schönen Abend, eine erholsame Nacht und einen angenehmen morgigen Tag!!!

vlg
wolfsmond

Inaktiver User
30.07.2007, 21:01
Hallo Ihr Lieben

danke für Eure Umarmungen :blumengabe:
Was meine Traurigkeit angeht, geht es heute ein bisschen besser. Wobei gerade ein Anruf von Rainers Kollegen mich wieder ein bisschen reingerissen hat. Auf der einen Seite freue ich mich, dass er anruft und ich da nicht vergessen bin (gut, ich hatte ihm eine Mail geschrieben, weil ich ihn was fragen wollte, aber er hätte ja auch einfach nur per Mail antworten können) auf der anderen Seite ist es auch sehr seltsam. Zumal sich dann im Gespräch natürlich mal wieder herausgestellt hat - wieder eine Frau mehr schwanger, wieder ein glückliches Pärchen, das bald eine Familie hat - und ich??? Toll. Es ist ja nicht so, dass ich es ihnen nicht gönne, aber für mich ist es schon schwer zu ertragen. Ich wollte das auch und eigentlich auch bald... und nun wird es vielleicht nie was werden. Ob ich je Kinder haben werde? Oh Mann, das tut schon wieder weh. Ich bin halt einfach in einem Alter, in dem alle um mich rum gerade Familie haben oder bekommen und ausgerechnet ich verliere da alles und stehe vor dem Nichts, muss wieder ganz von vorne anfangen. Will das auf der einen Seite, weil ich eine Familie will, aber auf der anderen Seite kann ich es mir auch wieder gar nicht vorstellen. Ach Mist... das Leben ist manchmal echt scheiße. Ich wünschte, es würde jemand geben, der mir einfach sagen kann "es wird alles gut, Du wirst auch noch Dein Glück finden, Du findest wieder jemand und Du wirst auch irgendwann schwanger sein und eine Familie bekommen, Dein Leben bleibt nicht so scheiße wie es Dir jetzt vorkommt". Dumm nur, dass das eben niemand wirklich sagen kann. Themenwechsel... sonst komme ich da heute gar nicht mehr raus.

Tja... ich habe immer noch Halsweh. Habe mich heute super matschig gefühlt und seit Freitag keinen Sport mehr gemacht :heul: . Hoffentlich bessert sich mein Hals bis morgen, ich verabscheue Halsweh, das ist so permanent schauerlich. Jedes schlucken erinnert einen daran, dass da was nicht stimmt. Ansonsten war ich auch eher unfit bei der Arbeit, wie gesagt, sehr matschig. Habe auch nicht viel hin bekommen. Wurde aber von meinem Kollegen bestens umsorgt :zwinker: , das hat dann ja auch was.

Oh wow... wolfsmond... ich kann das so gut verstehen mit dem Bettschränkchen und dass Du hinterher ganz erledigt warst. Ich finde es aber gut, dass Du es gemacht hast. Immer mal wieder ein kleine Stückchen. Ich mache das auch so und hoffe darauf, dass die kleinen Stückchen irgendwann ein Ganzes geben. Wobei ich noch nicht weiß, wie das Ganze dann aussehen wird. Aber kommt Zeit...

Das mit dem Ergometer finde ich auch super :allesok: . Tut schon gut, wenn man sich mal die "Schmerzen von der Seele strampelt", oder?

Ich muss mir jetzt mal noch was zu essen machen. Will vor allem auch was kochen, was ich morgen mitnehmen kann und bei der Arbeit mittags essen kann. Habe keine Lust mehr auf diese dumme Cafeteria, in der es immer das gleiche Zeugs gibt. Muss nur noch schauen, was ich da mache, aber ich werd schon was finden. Und dann gehe ich heute wirklich mal früher ins Bett, in der Hoffnung, dass ich meine Erkältung so wegschlafe, anstatt sie womöglich schlimmer zu machen. Wenn sie das nächste Stadium (viel niesen müssen und verstopfte Nase bekommen) erreichen sollte, dann werde ich etwas frustriert sein. Noch habe ich die Hoffnung, dass das vielleicht an mir vorbei geht und nun einfach das Halsweh langsam abklingt und mir der Rest erspart bleibt. Haltet mir mal die Däumchen, dass es so kommt und nicht anders. Dann kann ich wenigstens bald wieder laufen gehen.

Ich wünsche Euch einen schönen Abend, eine gute Nacht und morgen einen tollen Tag! :blumengabe:

Liebe Grüße,
Vonna

Inaktiver User
31.07.2007, 22:07
Hallöchen... keiner da ;-) ?

Wahrscheinlich (hoffentlich) genießen alle das schöne Wetter. Wie war Dein Tag, wolfsmond?

Mein Tag war eigentlich ganz okay. Die Erkältung ist besser, ich war heute Abend sogar laufen. Wird sich vermutlich morgen rausstellen wie clever das war, aber es hat sehr gut getan während dem Laufen, dann kann es eigentlich nicht allzu schlecht werden. Denke ich mal.

Ich habe es gestern auch um 23 Uhr ins Bett geschafft. Endlich mal vor Mitternacht. Prima. Ich hoffe, das schaffe ich heute auch. Muss morgen wieder einmal früh raus.

Und jetzt... einfach gar nicht weiter nachdenken, noch ein bisschen Harry Potter lesen und gemütlich was warmes trinken und dann ins Bett. Wenn das klappt, dann ist es prima.

Wünsche Euch allen eine gute Nacht und wunderschöne Träume und morgen einen sonnigen Tag :Sonne:

Liebe Grüße,
Vonna

wolfsmond
01.08.2007, 17:10
Hallo liebe Vonna,

habe es gestern irgendwie nicht geschafft. Keine Ahnung, die Zeit ist total gerannt.

Hoffentlich hat das Laufen Dir wirklich nicht geschadet. Wie geht's Dir, was macht die Erkältung?

Ich kann mich, in Bezug auf Deinen Kinderwunsch, schlecht in Dich reinversetzen, aber verstehen kann ich Dich! Würde Dir auch gerne sagen:"Alles wird gut!" Aber das liegt leider nicht in meiner Macht. Versuche nicht soviel darüber nachzugrübeln, was wird, wie es sein wird, was die Zukunft Dir zu bieten hat usw.!
Die Kölner sagen: "Es kütt wie's kütt!"
Ich weiß, noch so ein blöder Spruch, wirst Du jetzt denken, aber es ist doch so, wir haben leider nicht die totale Kontrolle, sonst würden wir nicht in diesem Forum schreiben, sondern hätten alle Unfälle, Selbstmorde und furchtbaren Krankheiten von unseren geliebten Menschen verhindert bzw. fern gehalten!

Themawechsel:
Ja, Du hast völlig recht mit dem Ergometer, tut mir total gut! Hab' mich gestern auch wieder abgestrampelt.

Habe einen Termin mit dem Schreiner ausgemacht. Er kommt am Freitag um 9h00 vorbei. Bin auf den Kostenvoranschlag gespannt.
Wir werden sehen wie die Geschichte ausgeht.

Die Grablampe hat nach 4 Wochen schon Flugrost angesetzt. Stell Dir das mal vor! Habe natürlich sofort reklamiert. Wahrscheinlich irgendein Materialfehler. Die Firma schaut sich das mal an. Als hätten wir nicht schon genug Ärger! BÄH!

Werde mich jetzt mal in die Küche begeben. Nach Obst und Joghurt über den Tag, knurrt mir ein bisschen der Magen.

Wünsche Dir einen ruhigen Abend, eine erholsame Nacht und einen schönen Donnerstag!
Allen Anderen natürlich auch!!!

vlg
wolfsmond

Inaktiver User
01.08.2007, 22:16
Hallo Wolfsmond,

das Laufen hat nicht geschadet, meine Erkältung ist so gut wie weg. War heute sogar gleich wieder laufen. Eigentlich wollte ich dabei ein wenig nachdenken, vor allem, wie ich morgen vorgehe, wenn ich ein Gespräch mit dem Chef habe. Muss mir überlegen, ob ich endlich wegen Job in der Zukunft was sage oder nicht. Aber irgendwie kann ich es mir nicht so recht ausmalen, ich glaube, ich muss es auf mich zukommen lassen. Hoffentlich mache ich mir nicht noch zu viele Gedanken und kann deshalb nachher nicht schlafen. Na ja, mal schauen.

Tja... das mit den Sprüchen ist so eine Sache. Ist meist ja schon was wahres dran, aber ich kann an meinen Gefühlen gerade halt auch nichts ändern. Ich versuche ja etwas gelassener an alles ranzugehen und mir zu sagen, wird schon irgendwas passieren, planen lässt sich sowas eh nicht, also lass es auf dich zukommen. Aber das funktioniert halt nicht immer und ich werde halt auch nicht jünger. Ich glaube, das ist mein Hauptproblem, dass ich Angst vor dem Zeitpunkt habe, an dem ich feststelle "nun ist es zu spät".

Hey, das mit dem Schreiner klingt ja gut. Erzähl dann mal fein, was er gesagt hat und ob es was werden wird. Bin schon sehr gespannt.

So, dann hoffe ich mal, dass es heute mit ins Bett gehen auch ganz gut klappt. Wieder vor Mitternacht wäre schon toll.
Wünsch Euch allen eine gute Nacht und einen schönen Tag morgen. Dir, liebe Wolfsmond, einen schönen letzten Arbeitstag für diese Woche :zwinker:

Liebe Grüße,
Vonna

wolfsmond
02.08.2007, 20:40
Hallo liebe Vonna,

wie ist Dein Gespräch mit Deinem Chef verlaufen???

Freut mich das Du Deine Erkältung losgeworden bist.
Ich bewundere Dich ja für Deine Lauferei. Werde mich sehr wahrscheinlich erst morgen wieder auf meinen Ergometer schwingen. Habe mir 2-3 Mal die Woche verordnet. Muss mich allerdings immer etwas überwinden. Hab' auch keine Ahnung warum das so ist, denn wenn ich erst einmal angefangen habe macht es mir Spass und es tut mir einfach nur gut.

Ja, ich bin auch sehr gespannt was der Schreiner zu meinen Vorschlägen sagen wird. Werde auf alle Fälle Bericht erstatten.
Vielleicht schaue ich mich in einem Möbelhaus in meiner Nähe morgen schon mal etwas um. Kann ja nichts schaden sich einen Eindruck zu verschaffen. :zwinker:

Wünsche Dir auch einen schönen letzten Arbeitstag in der KW31!
Natürlich für alle Anderen auch einen schönen Freitag.

Angenehmen Abend und gute Nacht, Euch allen!!!

vlg
wolfsmond

Inaktiver User
02.08.2007, 23:03
Hallo liebe wolfsmond,

es ist schon wieder sehr spät geworden, aber ich wollte mich auf jeden Fall noch kurz melden.

Das Gespräch mit dem Chef war sehr positiv. Es hat sich herausgestellt, dass er es wohl eh gerne hätte, dass ich länger bleibe. Man muss dazu sagen, dass ich an der Uni arbeite, als wissenschaftliche Mitarbeiterin, allerdings habe ich eben einen Vetrag für ein Jahr... bisher... geändert hat sich das heute natürlich nicht, so schnell geht das nicht. Aber es sieht so aus, als ob er mich sowieso gerne länger behalten würde. Allerdings habe ich mir halt auch Gedanken über eine Promotion gemacht und da ich auf einmal in dem Gespräch doch mutig war (was habe ich gerade schon zu verlieren???), habe ich ihn darauf auch noch angesprochen. Er war ganz und gar nicht abgeneigt, ich soll mir jetzt mal mögliche Themen ausdenken und wenn ich das dann wirklich machen will, dann soll das wohl von seiner Seite aus auch klappen. So habe ich das zumindest mal verstanden. Ich fühle mich auf jeden Fall sehr sehr erleichtert, dass das ausgesprochen ist und dass er so positiv reagiert hat. Es kommt jetzt zwar erstmal ein Berg Arbeit auf mich zu, vor allem Arbeit, mit der ich noch nie zu tun hatte, aber ich versuche einfach nur an die nächste Zeit zu denken, an den nächsten Schritt. Ich versuche zu vermeiden mir gleich alles vorzustellen, was dann jetzt womöglich auf mich zukommt... Veröffentlichungen schreiben, Vorträge halten, Lehre machen etc. Es ist jetzt zwar nichts richtig gewiss, denn es hängt natürlich dabei immer von den Geldern ab, die man auftreiben kann, aber ich weiß, dass man mich haben will und fördern will und dass ich zumindest von Seiten des Instituts da bleiben kann. Fürs erste finde ich das schon ziemlich gut. So postitiv hätte ich mir das für heute nicht erwartet. Was Rainer dazu wohl sagen würde? Ich wüsste es so gerne. Ich kann es mir ein wenig vorstellen, aber ich weiß in dem Punkt könnte ich auch voll daneben liegen. Ich hätte so gerne mit ihm darüber diskutiert. Er hatte immer eine so klare, vernüftige, logische Art an solche Entscheidungen ranzugehen. Selbst hat er sich selten zu Entscheidungen durchringen können, aber zur Entscheidungsfindung anderer konnte er super beitragen. Das fehlt mir so... er fehlt mir so. So liegen halt wirklich Freude und Leid beieinander. Anders kann man es nicht ausdrücken.

Ich warte dann sehnsüchtig auf Deinen Schreinerbericht und hoffe, Du machst einen schönen Bummel durch das Möbelhaus. Ich werde morgen Abend im Kino sein und es wird wahrscheinlich später, weiß nicht, ob es mir reichen wird hier nochmal reinzuschauen. Am Samstag fahre ich dann weg übers Wochenende eine Freundin besuchen. Kann also sein, dass ich es erst Sonntag oder Montag wieder schaffe hier reinzugucken. Ich werde aber bestimmt immer mal wieder an Dich denken und mich fragen was das Ergometer bei Dir so macht :zwinker: und ob Du gut durch die Tage kommst.

Also, ich wünsche Dir - und allen anderen natürlich auch - eine schöne Nacht, einen schönen Freitag und sicherheitshalber auch schonmal ein schönes Wochenende.

Ganz liebe Grüße,
Vonna :blumengabe:

wolfsmond
04.08.2007, 08:32
Hallo liebe Vonna,

na, das hört sich doch alles sehr, sehr positiv an, wie Dein Chef sich geäußert hat. Da sag ich doch: Herzlichen Glückwunsch! Ich freu mich für Dich!:smile:

Hoffentlich hattest Du gestern einen schönen Kinoabend und verbringst ein ebenso schönes Wochenende bei Deiner Freundin.

Nun zum Schreinerbericht:
Ich war um Punkt 9 Uhr bereit, allerdings erschien der gute Mann nicht. Hatte ihm gedanklich bis 10 Uhr eine Frist gesetzt. Man kennt das ja, Handwerker sind nicht immer die pünktlichsten. Es kann ja durchaus auf irgendeiner Baustelle mal was dazwischen gekommen sein. Ist jetzt wirklich nicht ironisch gemeint!
Um 10 Uhr habe ich dann zum Telefon gegriffen und seine Mobilnummer gewählt. Meldete mich und fragte, ob er denn unseren Termin vergessen hätte? Hat sich tausend Mal entschuldigt. Er hatte den Termin nicht in seinem "heiligen Buch" vermerkt, sondern nur auf einem Merkzettel im Büro und hatte vergessen diesen zu übertragen. Er war dann um 10h30 da.
Wir haben über meine Vorstellungen gesprochen und diese können alle in die Tat umgesetzt werden. Sehr erfreulich. Da bin ich mal auf seinen Kostenvoranschlag gespannt. Terminlich könnte die Renovierung während meines Urlaubes stattfinden.
Mal sehen, ob der Preis akzeptabel ist.

Mein "Bummel" im Möbelhaus hat sich gelohnt. In 6-8 Wochen kann ich ein neues Schlafzimmer, mein eigen nennen. Ich freue mich richtig darauf. Allerdings auch mit Wehmut im Herzen und einem Anflug von schlechtem Gewissen, weil ich mich eben so freue! Blöd, oder?

Ergometer ist gestern ausgefallen! Ich schäm mich auch.
Aber heute ist ja auch noch ein Tag! Ich gelobe Besserung.

Wünsche Dir und allen Anderen natürlich auch, ein schönes Wochenende.

vlg
wolfsmond

Inaktiver User
05.08.2007, 23:04
Hallo liebe wolfsmond,

ich bin wieder da. Ziemlich geschafft allerdings. Noch eine kleine Nachricht hier und dann gehe ich ins Bett. Das Wochenende war eigentlich ganz nett - super sonnig, aber das werden ja alle selbst erlebt haben. Meine Schultern sagen auch, dass es sehr sonnig war, die sind nämlich etwas gerötet. Ich war heute mit meiner Freundin, die ich besucht habe radeln und da haben wir doch etwas mehr Sonne abbekommen als uns gut tat. Obwohl wir eingecremt waren. Na ja, ist nicht so super schlimm - geht noch.

Ich bin am Samstag tatsächlich extra früher aufgestanden, damit ich morgens noch laufen gehen konnte, bevor ich losgefahren bin. Wow, sag ich da nur, ich überrasche mich doch immer wieder selbst. Langsam umheimlich... das Laufen ist wichtiger als noch ein bisschen schlafen. Auch als ich heute abend heimgekommen bin, es hätte schon noch gereicht für eine kleine Runde. Aber da ich ja schon einige Kilometer geradelt bin und eigentlich noch putzen musste, habe ich es dann doch gelassen. Morgen mache ich wieder Yoga, also ist Laufen wieder am Dienstag dran. Freu mich schon drauf.

Hey, das mit Deinem Schlafzimmer hört sich ja nach einem größeren Projekt an. Und ein "ober- wow" für Dein neu erstandenes Schlafzimmer. War ja gleich richtig erfolgreich, Dein Möbelhausbummel. Ich glaube, ich muss hier bald auch mal was verändern. Wenn ich nur wüsste, wo ich anfangen soll. Ich glaube, am liebsten würde ich doch einfach irgendwann umziehen. Ich kann mir nicht vorstellen hier umzuräumen. Ach je, ich weiß es nicht. Eigentlich geht es mir gerade ziemlich dreckig. Kaum dass ich daheim war, habe ich mich mit einem Heulkrampf in Rainers Zimmer auf dem Boden wieder gefunden. Es war wieder einer jener Momente in denen ich einfach nur verzweifeln könnte. Er ist nicht mehr da, er kommt nie wieder, diese Zeit ist vorbei, mein bisheriges Leben ist vorbei, so wie ich es kannte und mir wünschte (im Großen und Ganzen). Alles vorbei und das ohne dass ich es wollte, ohne dass ich was dazu getan habe... einfach so. Ich kann es nicht fassen, ich will es nicht glauben. Ich will doch nicht - verdammt noch mal. Hört dieser Schmerz denn nie auf? Es tut so unglaublich weh... wenn ich in Gedanken meinen Rainer in diesem Sarg liegen sehe... es tut so weh. Ich will endlich aus diesem Alptraum aufwachen. Ich fühle mich so verdammt alleine - ich wusste gar nicht, wie alleine man sich fühlen kann. Was mache ich denn jetzt nur? Will ich zu viel auf einmal? Am liebsten ausziehen, alle Sachen weggeben und neue besorgen? Manchmal würde ich hier am liebsten alles anzünden und abhauen, mein bisheriges Leben einfach "verbrennen".

Oh Rainer... du hattest das nicht verdient. Ich habe heute so viele Motorradfahrer gesehen und so viele idiotische Motorradfahrer. Du hättest dich über viele voll aufgeregt, das weiß ich genau. Aber an so einem sonnigen Tag wärst auch du unterwegs gewesen, hättest lächelnd den Fahrtwind genossen. Was hast du daran nur gefunden, dass es das Wert war, dein Leben zu riskieren und letztendlich auch zu lassen. Ich habe mich schon gefragt, ob ich es selbst einmal ausprobieren soll, nur um zu wissen, warum das so wichtig für dich gewesen sein könnte. Ich sass heute im Auto auf der Autobahn und mir schoss durch den Kopf... wenn es jetzt passiert? Vielleicht sind das meine letzten Minuten - du wusstest es doch auch nicht. Und es war so verdammt viel Verkehr und einige Idioten unterwegs. Prompt habe ich auch einmal voll in die Bremse stehen müssen und dachte schon, jetzt reicht es nicht mehr. Wie ist es, so zu sterben? Wie ist es überhaupt zu sterben? Ach, warum komme ich manchmal aus dieser Gedankenmühle nicht mehr raus. Dann kreisen meine Gedanken nur noch um meinen eigenen Tod und wie er sein wird und dass ich Angst davor habe und dass ich gerne wüsste, wie es sich anfühlt, damit ich keine Angst mehr haben muss und um den Tod andere. Um deinen Tod, ob du wohl gelitten hast, ob du es überhaupt mitbekommen hast. Was war dein letzter Gedanke? Wusstest du, dass jetzt alles vorbei ist? Shit, manchmal komme ich echt nicht mehr raus aus diesen schrecklichen Gedanken. Wie kann man nur ohne diese Gedanken leben? Wie kann es Menschen geben, die einfach jeden Tag vor sich hin leben, den Tag als einen von vielen selbstverständlichen Tagen nehmen? Aber auf der anderen Seite, wenn ich nur über so was nachdenke, was bleibt mir dann noch vom Leben? Ich finde gerade kein Gleichgewicht, ich finde meinen Weg nicht mehr. Hatte ich überhaupt schonmal je einen? Braucht man einen? Irgendwie stelle ich gerade echt alles in Frage. Jetzt habe ich so viel verwirrendes geschrieben. Es floss einfach so aus meinen Finger - zum Glück kann ich recht schnell tippen. Ich habe keine Ahnung, ob irgendwer damit was anfangen kann, aber ich möchte es dennoch einfach mal so stehen lassen. Ich hoffe, ich werde da irgendwann Klarheit in meine Gedanken bringen, irgendeine Lösung für mich und das Leben finden.

Ich habe gerade gar keine Lust auf arbeiten morgen bzw. nächste Woche. Hoffentlich bekomme ich überhaupt was hin. Eigentlich hätte ich so viel zu tun, aber ich fühle mich super kraftlos. Egal... jetzt erstmal ins Bett.

Ich wünsche Euch allen eine gute Nacht und einen guten Start in die neue Woche. Dir, liebe wolfsmond, viel Kraft für die Schlafzimmer-Aktion und vor allem halte ich Dir die Däumchen, dass der Kostenvoranschlag im Rahmen liegt.

Liebe Grüße,
Vonna

Inaktiver User
05.08.2007, 23:12
Songtext: "Warum sind wir hier" von Ganz schön feist.

Die Welt auf der wir leben ist vom Weltraum umgeben
Und denkt man drüber nach wie groß der Weltraum ist
Dann sind wir wenn’s hochkommt mal grade so eben
Nicht viel größer als ein Fliegenschiss

Aber Schiss ham’ wir keinen
Wir fliegen mit Raketen in die Umlaufbahn fremder Planeten
Denn wir wollen eine Antwort haben
Auf die Mutter aller Fragen:

Warum sind wir hier?
Warum sind wir hier?
Warum sind wir hier?
Warum sind wir hier?

Warum sind wir hier?
Warum sind wir hier?
Warum sind wir hier?
Warum sind wir hier?

Sind wir hier um in einer Wohnung zu wohnen
Die Schuhe auszuziehn’ und den Teppich zu schonen
Sind wir hier um zum Erhalt der Menschheit beizutragen
Kinder zu zeugen und sie dann zu schlagen

Sind wir hier um mit Sägespänen Tiere auszustopfen
Tiere mit ’nem Hammer an die Wand zu klopfen
Sind wir hier um uns Fett in die Lippen zu spritzen
Das Fett aus dem Arsch, auf dem wir sitzen

Warum sind wir hier?
Warum sind wir hier?
Warum sind wir hier?
Warum sind wir hier?

Warum sind wir hier?
Warum sind wir hier?
Warum sind wir hier?
Warum sind wir hier?


Für manche ist Fragen zu stellen so was wie’n Fetisch
Beine übereinander geschlagen sitzend am Teetisch
Rein philosophisch, das ganze und große
Ist die Erde ein Knödel und wir sind die Soße
Aber was ist der wirkliche Sinn vom Sein
Ist überhaupt einer da oder gibt es gar kein’
Und was wäre wenn und wie käm’ wir damit klar
Wenn wir einfach nur hier sind und irgendwann sind wir nicht mehr da

Warum sind wir hier?
Warum sind wir hier?
Warum sind wir hier?
Warum sind wir hier?
(Sag es mir)

Warum sind wir hier?
Warum sind wir hier?
Warum sind wir hier?
Warum sind wir hier?

---------------------------------------------------

Musste ich auch noch los werden, höre ich mir gerade recht oft an, weil es mich ziemlich anspricht.

wolfsmond
06.08.2007, 17:10
Hallo liebe Vonna,

Dein Wochenende scheint Dir aber nicht gut getan zu haben. Du Ärmste, kaum zu Hause und schon wieder einen Heulkrampf. Ich würde Dir ja zu gerne irgendwie helfen, oder Dich auf andere Gedanken bringen, aber ich habe leider absolut keine Ahnung wie, oder mit was!?!

Vielleicht bist Du von der Lösung gar nicht so weit entfernt, mit Deiner Idee mit dem Umzug? Vielleicht würde ein totaler Tapetenwechsel Dir helfen?

Ich verstehe Dich ja auf einer Seite, aber was nützen denn die ganzen endlosen Gedankenkaruselle??? Du machst Dich nur selbst total fertig!
Die ganzen "W-Fragen" führen doch zu keinem Ergebnis.

Das Wichtigste ist, dass Du diesen Unfall akzeptierst! Genauso wie ich diese S.....krankheit akzeptiert habe.

Denke doch auch mal an die schönen Dinge, die Du gemacht hast bzw. noch machen wirst!
Deine Lauferei, Deine Arbeit im Büro, Deine Besuche bei Deiner Freundin, Dein Yoga, Deine Fahrradtouren, Deine Kinoabende, DEIN BEVORSTEHENDER URLAUB usw. usw.

Hoffentlich sind Deine Gedanken heute etwas positiver und Du hattest einen angenehmen Arbeitstag.

Dein Songtext ist nicht so ganz meine Welt, aber als Antwort würde ich sagen:
Wir sind hier, um die geschlagenen Kinder vor ihren Schlägern zu schützen.
Wir sind hier, um die Menschen zu lieben, die es wert sind geliebt zu werden und für immer einen Platz in unserem Herzen haben.

Wünsche Dir und allen Anderen einen schönen Abend und eine erholsame Nacht.
Entspann Dich schön beim Yoga, Vonna!

vlg
wolfsmond

Inaktiver User
06.08.2007, 22:13
Hallo wolfsmond,

na ja, das Wochenende war so anders, vielleicht hat es mir deshalb nicht so gut getan, weil ich dadurch über vieles ins Grübeln gekommen bin. Meine Freundin hat ein ganz anderes Leben als ich und ich beneide sie ihn einigen Dingen. Sie hat so viele Freunde. Klar, sie wohnt in einer WG, da sind schon mal dauernd Leute um einen rum (hat auch Vor- und Nachteile). Das meine ich aber gar nicht. Viel eher kennt sie einfach dort recht viele Leute. Es kommt immer mal jemand vorbei und fragt sie, ob sie Lust hat was zu unternehmen oder auch einfach nur auf die Terasse zu sitzen und zu quatschen. Ich bin darauf einfach etwas neidisch, denn ich bin hier schon ziemlich alleine, kenne hier gerade mal 3-4 Leute und die nicht gerade besonders gut. Da käme niemand auf die Idee mal vorbei zu kommen oder spontan anzurufen, ob ich Lust hätte was zu machen. Und ich weiß auch einfach nicht, wie ich das ändern soll. Wo soll ich denn Leute kennen lernen und wann? Sind die "w" Fragen wenigstens in Ordnung? Ich weiß doch auch, dass die anderen "w" Fragen einen nicht weiter bringen, weil es auf vieles nie eine Antwort geben wird. Aber die Frage: Wie gehe ich mit all dem um, wie stelle ich mir das alles vor, die kann ich mir doch stellen, oder nicht? Ich will auch nicht pausenlos daran denken und das tue ich auch nicht. Es ist nur gerade wieder so eine Phase und irgendwie scheint sie gerade recht intensiv zu sein. Es ist mir selten passiert, dass ich das Gefühl hatte alles in Frage zu stellen. Ich weiß nicht genau... der Text aus dem Lied spricht mich vor allem in der Zeile an wo es heißt:


Aber was ist der wirkliche Sinn vom Sein
Ist überhaupt einer da oder gibt es gar kein’
Und was wäre wenn und wie käm’ wir damit klar
Wenn wir einfach nur hier sind und irgendwann sind wir nicht mehr da

Ich verstehe unter Sinn vom Sein nicht unbedingt das, dass wir die Kinder, die geschlagen werden vor ihren Schlägern schützen. Das ist irgendwie eh klar - jetzt wird es schwierig mich auszudrücken. Denn wenn wir nicht wären, wären auch die Schläger nicht da. Also kann weder der Sinn des Seins die Schläger sein, noch die, die davor schützen. Das trifft irgendwie nicht das, wonach ich suche. Allerdings denke ich eigentlich, dass es wirklich keinen tieferen Sinn des Seins gibt. Ich glaube auch, dass wir einfach sind und irgendwann nicht mehr sein werden. Es gibt da niemanden, sei es ein göttliches Wesen, das Schicksal oder was auch immer, was sich gedacht hat "Oh prima, Menschen wären doch eine gute Idee und so und so sollen sie sein, dafür sollen sie leben, ich mach heute mal die Menschheit". Irgendwie sehe ich uns rein biologisch, entstanden aus irgendwelchen Einzellern usw. (kenn mich da auch nicht all zu gut aus :knatsch: ). Dass wir so denkende Wesen geworden sind, finde ich faszinierend und ich finde auch faszinierend, dass ich hinter so viele Gedanken nicht komme. Was geht da in meinem Kopf vor, dass ich jemanden so liebe, dass ich so leide, wenn er nicht mehr da ist? Ist eigentlich Wahnsinn, wie komplex das alles ist. Was mich jetzt nicht auf den Gedanken bringt, dass es gerade aufgrund dieser Komplexität vielleicht doch irgendein höheres Wesen oder was weiß ich gibt. All diese Gedanken und diese Sicht auf das Leben bringen mich mit meinen Gefühlen nur gerade nicht weiter. Das bekomme ich noch nicht richtig zusammen. Vor allem, da wir einfach nur "Natur" sind, geboren werden, leben, sterben, kann ich mit diesem Leben salopp gesagt anstellen was ich will. Ich sollte mich irgendwie am Leben halten, das denke ich, liegt einfach in der Natur. Aber wir können denken und das ziemlich komplex und wir können uns eben genau diese Fragen stellen: Wenn ich nun schonmal hier bin und existiere, was will ich denn dann eigentlich von meinem Leben? Was wird mir gut tun, womit werde ich eines Tages zufrieden sein und nichts bedauern müssen, wenn es Zeit ist zu sterben? Darauf hätte ich so gerne wenigstens ansatzweise eine Antwort. Was zum Geier will ich? Ich glaube, das Problem hatte ich schon immer, auch schon vor Rainers Unfall. Ich war noch nie so richtig zufrieden mit dem was ich tue, habe mir selbst noch nie richtig genügt oder war mit mir selbst noch nie richtig zufrieden. Jetzt bin ich aber eben an einem Punkt wo ich mir sage, wenn ich nicht jetzt mal den Anfang mache das rauszufinden, wann dann? Sicher geht das nicht von heute auf morgen und es kann auch sein, dass ich mein Leben lang nichts anderes tun werde. Vielleicht ist hier auch der Weg das Ziel, aber ich habe das Gefühl ich verfalle in alte Muster, ich komme nicht vorwärts, gewinne keine neuen Erkenntnisse. Das ist gerade so deprimierend.

Die Phase in der ich so intensiv darüber nachdenke wird auch wieder vorbei gehen und durch eine andere abgelöst werden. Erst neulich hatte ich den Gedanken "Mensch, am Anfang nach dem Unfall hast du dir voll Gedanken über das Leben gemacht und jetzt ist das alles schon wieder vergessen und du lebst einfach so weiter". Aber das war in dem Moment auch okay, da dachte ich, fein, dann soll das jetzt eben so sein, irgendwann beschäftigt mich das vielleicht wieder und dann kann ich auch wieder nachdenken. Wahrscheinlich sind das echt so Phasen. Ich merke nur, dass diese Phasen des Nachdenkens mehr Kraft haben durchzuschlagen, wenn ich mich besonders einsam fühle. Das könnte nach dem Wochenende eben auch der Auslöser gewesen sein, denn da waren irgendwie dauernd Leute (wie ich schon beschrieben habe) und hier, bin ich wieder ganz alleine. Leider weiß ich nicht, wann und wie sich das jetzt ändern kann, denn wie gesagt... wie lerne ich nur die passenden Leute kennen? Es ist schon doof, wenn sich nach dem Studium alles zerstreut und alle die da Freunde waren, haben jetzt Familie und andere Prioritäten. All meine Schulfreundinnen bekommen jetzt Kindern und haben Männer nur ich... ich bin auf einmal wieder alleine, fange wieder von vorne an und weiß dazu nicht einmal wie das gehen soll. Es ist doch zum Verzweifeln. Ich fühle mich da irgendwie nicht mehr zugehörig. Verdammt, ich fühle mich, als ob ich versagt hätte, dabei kann ich doch gar nichts dafür. Warum fühle ich mich so? Wenn mich das Ganze wenigstens motivieren würde beruflich aktiver zu werden, meine Zeit mit Arbeit auszufüllen. Aber das war heute auch ein ziemlicher Kampf. Ich hoffe, morgen klappt es besser. Ich habe es mir zumindest mal fest vorgenommen, nicht nachdenken, einfach tun.

Und jetzt werde ich mir noch eine Kleinigkeit zu essen machen, sonst gibt es ja schon wieder nichts abends. Dabei war ich gerade auch laufen. Yoga musste nämlich leider ausfallen, weil meine Freundin zu viel Stress bei der Arbeit hat und keine Zeit hatte. Dumm gelaufen.

Hoffentlich habe ich Dich - und alle anderen - jetzt nicht zu sehr zugetextet und verwirrt. Mir hilft es aber, das alles auch hier mal aufzuschreiben. Ich will auch gar nicht sagen, dass ich nicht irgendwann vielleicht mal was schreiben werde, was dem bisherigen widerspricht, es ist nichts in Stein gemeiselt, es sind nur momentane Gedanken. Und ich sortiere sie auch etwas, wenn ich sie aufschreibe.

Ich wünsche Dir eine gute Nacht bzw. einen schönen Tag morgen und hoffe, ich kann morgen mal wieder erfreulicheres, alltäglicheres :zwinker: berichten.

Liebe Grüße,
Vonna

fuechsine
07.08.2007, 16:58
Also, als stille Mitleserin finde ich nicht, daß Du zutextest. Du bist so existentiell erschüttert und es ist völlig logisch, daß Du dich auch jetzt mit den grundsätzlichen Fragen des Lebens herumschlägst. Lt. Jahr um diese Zeit war ich in derselben Situation, nur noch ein bißchen ausgeprägter in die Richtung:will ich überhaupt noch weiter leben, worin könnte der Sinn stecken?
Ich habe noch immer keine Antwort gefunden, aber ich beobachte, daß ich mittlerweile darauf achte, keine Dinge mehr zu tun, die ich nicht wirklich will oder die ich nicht vertreten kann. Du weißt jetzt, wie schnell ein Leben, Träume und Hoffnungen von einem Tag auf den anderen vorbei sein können.
Leb danach und gib gut auf Dich acht.
Liebe Grüße

wolfsmond
07.08.2007, 19:42
Liebe Vonna,

ich stimme Fuechsine voll und ganz zu.
Du textest uns nicht überhaupt nicht zu.


Ich verstehe unter Sinn vom Sein nicht unbedingt das, dass wir die Kinder, die geschlagen werden vor ihren Schlägern schützen. Das ist irgendwie eh klar - jetzt wird es schwierig mich auszudrücken. Denn wenn wir nicht wären, wären auch die Schläger nicht da. Also kann weder der Sinn des Seins die Schläger sein, noch die, die davor schützen.

Ich hatte das Beispiel mit den Schlägern nur aus Deinem Liedtext aufgegriffen. Und ich denke, wenn wir nicht da wären, wären auch keine Kinder da!

Wahrscheinlich hast Du recht und Du bist Dir, nach dem Wochenende mit den vielen Leuten um Dich rum, zu Hause sehr einsam vorgekommen. Aber, was hindert Dich daran auch in einer WG zu leben, wenn Dir das gut tun würde? (Diese "w's" sind übrigens auch in Ordnung.)


Wenn ich nun schonmal hier bin und existiere, was will ich denn dann eigentlich von meinem Leben? Was wird mir gut tun, womit werde ich eines Tages zufrieden sein und nichts bedauern müssen, wenn es Zeit ist zu sterben? Darauf hätte ich so gerne wenigstens ansatzweise eine Antwort. Was zum Geier will ich? Ich glaube, das Problem hatte ich schon immer, auch schon vor Rainers Unfall. Ich war noch nie so richtig zufrieden mit dem was ich tue, habe mir selbst noch nie richtig genügt oder war mit mir selbst noch nie richtig zufrieden.

Du hast Deinen Rainer geliebt und ihn ein Stück seines Lebensweges begleitet! Vielleicht war das schon ein Teil vom Sinn Deines Lebens?
Zufriedenheit ist relativ. Manche Menschen wären schon mit einer Schüssel Reis zufrieden.
Vielleicht hast Du einfach viel zu hohe Anforderungen und Erwartungen an Dich selbst?

Ich hoffe Dein Tag war heute etwas entspannter und Dir geht es wieder etwas besser.

Schönen Abend und eine gute Nacht für Dich und natürlich auch an die anderen Mitleser/innen.

vlg
wolfsmond

Inaktiver User
07.08.2007, 22:54
Hallo liebe wolfsmond,

mein Tag heute war wieder nicht sehr produktiv, aber dennoch besser. Habe nicht so viel gegrübelt, war auch sonst recht abgelenkt. Von daher in Ordnung.

Uhhh... in einer WG leben... das möchte ich eigentlich nicht mehr. Ich weiß auch, dass meine Freundin ein ganz anderer Typ ist, zu ihr passt das viel eher, für mich wäre das nichts mehr. Aber es ruft halt dennoch Neid hervor, wenn man sieht, wie viele Leute sie hat, die mal vorbeischauen, mit denen sie was unternehmen kann usw. Tja, aber ich werde jetzt einfach versuchen auch neue Leute kennen zu lernen. Keine Ahnung, wie ich das anstelle, aber irgendwie wird das ja hoffentlich zu machen sein. Ist halt alles auch so anstregend und zeitaufwendig. Bis man mal jemand kennengelernt hat, der dann auch auf der gleichen Wellenlänge liegt usw. Mal schauen... ich sollte mich echt in Geduld üben. Nicht gerade meine Stärke :knatsch:

Dass ich zu hohe Anforderungen und Erwartungen an mich habe, das weiß ich eigentlich schon seit langem. Ich frage mich, wo das her kommt und noch wichtiger ist die Frage, wie bekomme ich das wieder los? :wie?: Ist ja nicht so, dass ich daran nicht schon länger auch versuche zu arbeiten und das wieder loszubekommen.

So, aber im Moment bin ich es einfach leid, genug nachgedacht für die ganze Woche. Mir schwirrt der Kopf, hab keine Lust mehr, es reicht :nudelholz: - ich droh mir hier mal selbst ein bisschen :zwinker:

Ich bin müde, brauche endlich mal wieder eine gute Mütze voll Schlaf und muss morgen endlich was bei der Arbeit auf die Reihe bekommen und vorwärts kommen. Also ab ins Bettchen.

Wünsche eine gute Nacht und einen schönen Tag, vergesst Eure Schirme nicht :regen: ist angesagt. Brrrr... in dem Fall, einfach eine schöne Tasse Tee machen :tassenkasper: :schild genau:

Alles Liebe
Vonna (die heute mal wieder in Smiley-Laune ist :lachen: )

wolfsmond
08.08.2007, 19:13
Hallo liebe Vonna,

schön das Dein gestriger Tag wieder etwas besser war! Freut mich!

Werde mich jetzt auf mein Fahrrad schwingen und zum Friedhof fahren. Zur Zeit ist nämlich eine kleine Regenpause. Meine Tochter hat gerade angerufen, dass sie noch länger arbeiten muss. Hat noch einiges zu erledigen, sie hat ab nächster Woche Urlaub.

Gestern Abend weit nach 22 Uhr klingelt es hier. Dachte erst, da macht sich irgend jemand einen Spaß und habe gar nicht auf das Klingeln reagiert. Nach ein paar Minuten klingelt es wieder. Ich gehe zur Gegensprechanlage und höre eine männliche Stimme (klang etwas angetrunken): "Hier ist der Klaus!"
Ich frage: "Ja, und weiter." Irgendein zusammenhangloses Gebrabbel und da habe ich einfach wieder eingehängt.

Danach war Ruhe. Meine Tochter hat nur einen PKW wegfahren hören. MERKWÜRDIG, oder?

Ich war dann ganz schön aufgewühlt und etwas ängstlich. Gibt ja genug Idioten auf der Welt. Wer weiß schon was denen alles einfällt.

Hoffentlich bleibe ich heute von soetwas verschont.

Wünsche Dir liebe Vonna, Euch Anderen natürlich auch, einen angenehmen Abend, eine gute Nacht und einen schönen Donnerstag. Trotz angesagtem Dauerregen. Vorsorglich ein paar Sonnenstrahlen!
:Sonne:

vlg
wolfsmond

Inaktiver User
08.08.2007, 23:16
Hallo wolfsmond,

bin erst vor eine halben Stunde heimgekommen. Habe mich mit einer alten (schwangeren :grmpf: ) Schuldfreundin getroffen. Der Abend war aber sehr nett. Unterhaltsam und kurzweilig.

Das mit Deinem "Besuch" gestern hat sich aber echt komisch angehört. Wie wohnst Du denn? Mehrfamilienhaus oder ganz alleine? Bei mir hatte auch mal jemand seltsam geklingelt und klang betrunken. Ich habe auch einfach wieder aufgelegt. Da ich aber noch ein paar Wohnungen und Leute drumrum habe, mache ich mir da nicht allzu viel Kopfzerbrechen. Für sowas ist das dann ganz praktisch. Ich hoffe, das war eine einmalige Angelegenheit und Du hattest heute wieder Ruhe.

Prima Idee übrigens mit den Sonnenstrahlen, ich gebe gleich welche dazu :Sonne: . Lasst uns einfach noch ganz viele davon sammeln, dann kämpfen wir damit morgen gegen den Regen an! Mag nämlich nicht schon wieder nass werden, müde sein, beim Arbeiten das Licht den ganzen Tag eingeschaltet haben müssen - so was:nudelholz: ärgerliches, mag ich ja gar nicht. Also, her mit den Sonnenstrahlen. Dann kann ich auch morgen wieder laufen gehen (hatte jetzt 2 Tage Pause, wird wieder Zeit!). :schild genau:

Also dann, ich wünsche mal wieder einen tollen Tag morgen, Dein letzter Arbeitstag diese Woche. Ich beneide Dich diese Woche besonders darum, weil ich jetzt schon müde genug fürs Wochenende wäre.

Liebe Grüße,
Vonna

wolfsmond
10.08.2007, 10:17
Hallo liebe Vonna,

freut mich, dass Du wieder einen schönen Abend hattest.
War gestern auch bei Freunden! War sehr nett.

Bisher keine weiteren Klingelattacken! Wir haben 3 Wohnungen und ich habe die im 2. Stock. Trotzdem, nur 3 Frauen im Haus, irgendwie nicht sehr beruhigend.
Aber unsere Nachbarn sind sehr hellhörig. Außerdem wohnt meine Nichte mit ihrem Mann ein paar Häuser weiter und hat schon zu mir gesagt, falls nochmal so etwas sein sollte, würde ein Anruf genügen und sie schickt ihren Mann (über 2 m groß, sehr kräftige Statur) zu uns. Das ist beruhigend!:zwinker:

Mit unseren Sonnenstrahlen hat es wohl nicht wirklich funktioniert. Deshalb hier noch ein Versuch!:Sonne: :Sonne: :Sonne:

Werde mich jetzt mal wieder meiner Hausarbeit widmen. Anschließend noch ein paar Klamotten von mir entsorgen und mich auf meine Ergometer schwingen.

Wünsche Dir und den Anderen natürlich auch, ein schönes Wochenende!!!
:Sonne: :Sonne: :Sonne:

vlg
wolfsmond

Inaktiver User
11.08.2007, 23:55
Hallöchen,

melde mich auch mal wieder. Hatte heute eigentlich einen ganz guten Tag. War ein bisschen einkaufen, leider nicht sehr erfolgreich. Aber immerhin habe ich jetzt Sonnencreme für meinen Urlaub. Sind ja nur noch zwei Wochen, dann geht es los. Ich kann es immer noch nicht glauben, dass ich ganz alleine in den Urlaub fliegen werde. Was mache ich nur, wenn ich damit gar nicht klar komme? Ich werde da niemanden haben, muss jeden Tag für mich alleine gestalten - oh weh. Aber wie war das, ich wollte nicht darüber nachdenken, ich wollte es einfach tun.

Später am Tag heute war ich natürlich mal wieder laufen. War ganz gut, es läuft sich eigentlich auch immer besser. Eigentlich wollte ich heute vormittag eine Hose kaufen, weil mir langsam meine Hosen nicht mehr passen. Habe inzwischen ein paar Kilo abgenommen - wenigstens etwas positives. Wollte ich schon lange, so zwar nicht, aber wenn es nun schonmal so ist, dann kann ich mich über diese Tatsache ja auch freuen.

Heute Abend habe ich mich mit einer Freundin getroffen und zum ersten Mal in der Stadt auch noch jemand anders mehr oder weniger zufällig getroffen, den ich kannte. Eigentlich ist das genau das was ich vermisse. Mehr Leute kennen, damit man auch mehr Leute hat mit denen man mal spontan was machen kann. Na mal schauen, ob das noch was wird hier. Bin nämlich auch am Überlegen vielleicht doch bald nach einer neuen Wohnung zu schauen. Aber eins nach dem anderen. Erstmal habe ich nächste Woche Geburtstag und jede Menge zu arbeiten. Dann kommt nochmal eine stressige Woche, weil dann Chef wieder aus dem Urlaub zurück ist und dann geh erstmal ich in den Urlaub. Weiter denke ich jetzt noch nicht. Basta.

Hey wolfsmond, was macht Dein Schlafzimmerprojekt? Wie ist der Kostenvoranschlag ausgefallen? Oder hast Du den noch gar nicht?

Morgen soll es ja endlich wieder einmal einen sonnigen Tag geben. Das haben wir uns aber auch alle mal verdient, würde ich sagen. Also, genießt den Tag morgen, saugt jeden Sonnenstrahl in euch auf - ich jedenfalls habe vor das zu tun.

Alles Liebe,
Vonna

Inaktiver User
12.08.2007, 14:48
Puh... liebe Leute... ich habe gerade einen ziemlichen Aufräum-/Ausmist-/Umräumwahn hinter mir. Hoffentlich bereue ich nichts von dem was ich getan habe. Ich habe das Schlafzimmer komplett umgeräumt. Okay, die Schränke blieben wo sie waren, das hätte ich alleine nicht geschafft und die machen auch woanders keinen Sinn. Aber ich habe das Bett woanders hingestellt und alles was so drum rum war (Nachtischchen und Kommoden etc.) gleich mit. Sieht alles anders aus. Ist zwar ähnlich zu einer Variante, die wir ganz am Anfang hatten, aber eben nur ähnlich. Im Moment bin ich ganz zufrieden damit. Hoffe nur, dass ich morgen nicht mein Kreuz spüre - war schon etwas verrückt mal wieder alles alleine zu machen. Ich hasse meine Matraze, die ist so schwer. Außerdem hoffe ich, dass ich so auch gut schlafen kann. Werde ich ja sehen.

Dann habe ich mit Rainers Zimmer angefangen. Eine Tüte Grümpel habe ich ausgemistet und werde sie nachher gleich zum großen Müll bringen, sonst steht mir das hier nur rum und ich überlege es mir irgendwann anders. Ich dachte, wenn ich in der Stimmung bin und gerade was schaffe, dann mach ich es auch. Eigentlich hatte ich mir den Tag anders vorgestellt, aber was solls. Aber ich hoffe wirklich nur, dass es mir heute Abend und morgen und übermorgen und... immer noch gut geht damit. Auf der einen Seite habe ich es dann geschafft mal ein wenig Ordnung zu machen, mal was weg zu tun und auf der anderen Seite entdecke ich dabei so Kleinigkeiten, die mich gleich wieder in Tränen ausbrechen lassen. Wenn ich die Sachen ausmiste und wegwerfe ist es so endgültig. Er kommt nicht wieder, all das, was ich hier anfasse, ließ er einfach so zurück, einschließlich mich. Wie soll das je wieder "gut" werden? Warum musste er so jung sterben verdammt! Das hat er nicht verdient. Und ich auch nicht... aber ich kann es nicht ändern.

Ich spüre fast, wie er mir immer wieder über die Schulter schaut und mir sagen würde "Schatz, schmeiß das weg, du brauchst das nicht mehr, ich bin immer bei dir, werde immer bei dir bleiben, in deinem Herzen, aber du musst nun auch ohne mich leben können und dir was neues aufbauen. Werde bitte bitte wieder glücklich!"

Oh Mist... jetzt fließen die Tränen wieder. Wenn nur dieser Schmerz endlich mal ein bisschen nachlassen würde. Wenn ich nicht immer gleich das Gefühl hätte, als würde es mir das Herz zerreissen, wenn ich daran denke, was passiert ist und dass mein Schnugg nicht mehr zu mir zurück kommen kann.

Na gut, jetzt mache ich mal noch ein kleines Päuschen, vielleicht rufe ich jemanden an zum reden und danach... entweder ich habe noch weiter Energie und räume weiter oder ich lasse es erstmal gut sein (ein umgeräumtes Schlafzimmer und ein ausgeräumtes Regal in seinem Zimmer sind doch schon einiges).

Liebe Grüße,
Vonna

wolfsmond
12.08.2007, 18:08
Hallo Vonna,

Du legst ja wieder ein Tempo vor. Wahnsinn Deine Umräumaktion. Kannst Stolz auf Dich sein.
Ich kann mir nicht vorstellen, dass Du irgendetwas von den Sachen die Du entsorgt hast vermissen wirst. Wenn sie Dir wichtig gewesen wären hättest Du sie doch aufgehoben, oder?

Leider habe ich den Kostenvoranschlag noch nicht bekommen. Warte die Post von Montag noch ab und frage dann mal nach.

Habe sehr viele meiner Klamotten ausgemistet. Zum Teil meiner Schwester und Nichte gegeben.
Jetzt muss ich noch an die gemeinsamen Schränke, aber da soll meine Tochter dabei sein. Ich möchte nichts weggeben, was ihr vielleicht wichtig ist. Deshalb werden wir das zusammen machen müssen. Wahrscheinlich irgendwann nächste Woche oder am Wochenende. Mal sehen.

Ergometer erfolgreich 15 km hinter mich gebracht.

Grab gestern etwas umgestaltet. Lampe verstellt und neue Pflanze gesetzt.

Heute Nachmittag waren meine Schwester, mein Schwager und meine Nichte zu Besuch. Wir haben lecker selbstgebackenen Kuchen gegessen und uns sehr nett unterhalten. Die Zeit ist total schnell verflogen.

Werde jetzt noch ein bisschen Papierkram erledigen und mich dann auf's Fahrrad schwingen und meinen Schatz besuchen.

Wünsche Dir und allen Anderen, einen schönen Abend, eine ruhige Nacht und einen guten Start in die neue Woche.

vlg
wolfsmond

Inaktiver User
12.08.2007, 19:11
Hallo wolfsmond,

bin wieder zurück. Ich war zur Abwechslung mal radfahren. Habe es endlich geschafft. Lustig... bei mir waren es auch 15 km, allerdings draussen mit dem Mountainbike. Eigentlich ganz nett. War ca. 50 min. unterwegs. Das könnte ich eigentlich als Abwechslung in das Wochen"training" einbauen.

Hey, Dein Nachmittag klang ja nett. Ich wollte eigentlich auch noch einen Kuchen backen. Habe von einer Freundin Mirabellen bekommen und selbst Zwetschgen auf dem Markt eingekauft. Weiß ja gar nicht, wann ich das alles essen soll. Leider ist es nun schon 19 Uhr und um 19:30 Uhr bin ich schon wieder verabredet im Biergarten. Gegessen habe ich auch noch nichts - kann ich dann ja dort machen. Aber ich hatte extra auf dem Markt eingekauft und wollte lecker was kochen, was ich auch morgen zur Arbeit mitnehmen kann. Tja, wird wohl nichts. Mal schauen, vielleicht reicht es ja wenigstens noch dazu für morgen was zu machen, wenn ich wieder heim komme. Auf der anderen Seite... muss ich mir den Stress antun? Allerdings möchte ich auch nicht, dass schon wieder was kaputt geht in meinem Kühlschrank. Das passiert mir zur Zeit leider öfters mal. Ich komme kaum noch dazu mir was zu essen zu machen und wenn, dann muss es doch auf einmal schnell gehen. Ist traurig, so war ich früher nicht. Na ja, aber irgendwoher muss ich ja die 6-7 kg abgenommen haben. Ich würde ja sagen, ich koche diese Woche einfach mal abends was. Aber Montag treffe ich mich eventuell abends zum Yoga mit meiner Freundin. Dienstag muss ich Muffins für Mittwoch backen und Mittwoch hoffe ich, dass das Wetter gut ist, damit wir ins Open Air Kino können. Donnerstag muss ich dann laufen, ich hoffe, ich komme schon vorher noch dazu (huch, wann nur?) und dann ist die Woche schon wieder rum. Sieht schlecht aus für meinen Brokkoli. :knatsch:

So, dann bringe ich jetzt mal noch besagten Müll raus. Ich hoffe echt, dass nichts dabei ist was ich bereue. Ich habe schon ein paar Briefe weggeworfen. Er hat mal an einem Frankreichaustausch zur Schulzeit mitgemacht und von der Austauschschülerin einige Briefe bekommen. Aber was soll ich denn mit sowas? Ne, ich glaube, das werde ich nicht vermissen, davon wusste ich ja bis vor kurzem nicht mal was.

Ansonsten bin ich dann gespannt, wie ich heute Nacht schlafen werde, nachdem das Schlafzimmer nun doch ganz anders ausschaut und ich um 90 Grad gedreht im Zimmer liegen werde. Ich werde morgen berichten. Und ich hoffe, Du kannst dann auch bald Dein Schlafzimmer in Angriff nehmen (lassen) :zwinker: . Genau, trete denen mal auf die Füße, wenn morgen noch nichts da ist.

Nun muss ich mich aber fertig machen und mich dann auch aufs Rad schwingen - schon wieder. Aber ist ja jetzt nur um kurz in die Stadt zu radeln. 5-10 min. hin müsste reichen.

Ich wünsche auch allen noch einen schönen Abend und eine gute Nacht und einen tollen Start in die neue Woche.

Liebe Grüße :blumengabe:
Vonna

wolfsmond
13.08.2007, 15:28
Hallo liebe Vonna,

was ein Zufall mit den 15 km, witzig!
Hoffentlich war Dein Besuch im Biergarten nett.

Wie hast Du in Deinem um 90 Grad gedrehten Bett geschlafen??? Ich hoffe doch gut!

Ich konnte gestern Abend irgendwie gar nicht einschlafen. Das Gedankenkarusell hat sich mal wieder nicht ausschalten lassen. Trotz autogenem Training.
Dementsprechend müde und verpeilt war heute mein Arbeitstag. Ein Lob auf die Gleitzeit. Bin einfach etwas früher weg.

Ich denke auch, dass Du die Briefe von der Austauschschülerin nicht vermissen wirst. Bin mal gespannt, was mir noch so alles in die Hände fallen wird.

Dünste Deinen Brokkoli doch und friere ihn ein. Das geht doch schnell. Wäre doch schade drum!
Und aus den Mirabellen und Zwetschgen schnippelst Du Dir einen leckeren Obstsalat für's Büro, was hälst Du davon?

Habe den Schreiner angerufen und er hat mir versprochen, dass der Kostenvoranschlag heute per Post an mich rausgeht. Müsste dann Morgen spätestens Übermorgen bei mir eintrudeln. Bin gespannt.

Wünsche Dir viel Spass beim Yoga!

Ein schönen Abend und eine ruhige (nicht zu kurze) Nacht.
Den Anderen natürlich auch!!!

vlg
wolfsmond

jeckedoll
13.08.2007, 16:05
hallo vonna,
mir geht es so ähnlich wie dir,
mein lebenspartner ging zur arbeit und kam nicht wieder,
er hatte kurz vor feierabend einen tödlichen arbeitsunfall,
es sind jetzt 9 wochen vergangen und ich leide wie ein hund,
es ist alles so schlimm ich kann es immer noch nicht begreifen das er nicht mehr da sein sol.
seine sachen die er vorher anhatte liegen immer noch auf`m bett und ich kann sie nicht wegräumen, ich sprühe immer wieder sein parfüm drauf und schnuppere jeden abend und morgen daran gebe sienem foto ein kuss und sage guten morgen oder gute nacht, schlafen im bett ist nicht drinn ich schlafe seit dem im wohnzimmer.
unsere gemeinsame wohnung habe ich gekündigt es sind zu viele erinnerungen und es tut alles sooo weh.
ich frag mich nur immer warum warum musste so was schreckliches passieren er war doch noch so jung (43) und wir hatten noch so vieles vor. warum nur? warum...?

liebe grüsse fühl dich von herzen umarmt .

Inaktiver User
13.08.2007, 21:43
Liebe jeckedoll,

es tut mir so leid, dass Du auch so was schreckliches durchmachen musst. Ich umarm Dich auch mal ganz kräftig :in den arm nehmen:

Wow... Du hast die Wohnung schon gekündigt. Wo hast Du denn diese Kraft her genommen? Finde ich ganz schön mutig. Aber wahrscheinlich reagiert jeder anders und braucht was anderes. Wenn es Dein Gefühl ist und Du das so brauchst, dann ist das schon richtig. Ich denke ja jetzt "erst" darüber nach. Wobei ich das erst extra in Anführungszeichen gesetzt habe, denn es sind auch gerade mal 4 Monate vergangen seit dem Unfall. Genauer gesagt werden es übermorgen, an meinem Geburtstag (shit), genau 4 Monate sein. Aber eigentlich zähle ich die Wochen und Tage und Monate nicht so arg. Es gab schon Sonntage wo ich mal nachgerechnet habe, wieviele Wochen das jetzt eigentlich sind, einfach weil ich da nicht so mitzähle. An so einem Tag wie dem eigenen Geburtstag ist es dann wieder was anderes. Mittlerweile will ich gar nicht Geburtstag haben - ich glaube, der Tag wird super ambivalent, so wie gerade alles nur ambivalent ist bei mir.

Tja... diese Warums immer... darauf werden wir nie eine Antwort bekommen. Gerade habe ich auch wieder mit einem Freund telefoniert und hatte einen Moment, es war gar nichts so besonderes, aber da konnte ich wieder ganz kurz erst nicht begreifen was passiert ist - mein Rainer ist nicht mehr da - und dann habe ich es kapiert und es hat mir wieder den Boden unter den Füßen weggezogen. Dieses Gefühl ist so unbeschreiblich. Es ist der reinste Schmerz, man hat das Gefühl als bliebe einem das Herz stehen oder die Luft weg, als müsse man gleich einfach umfallen, weil es nicht mehr zu ertragen ist. Diese Momente sind ganz kurz, aber ich glaube, das müssen sie auch sein, denn sonst würde man das wirklich nicht überstehen.

Oh ich wünsche uns so, dass wir trotz allem ein neues Leben anfangen können, dass wir eine schöne Wohnung für uns finden in der wir uns wieder ein bisschen wohler fühlen können. Ich hoffe, dass all diese Erinnerungen einmal gute Erinnerungen ohne diesen großen Schmerz werden. Ich habe keine Ahnung, wann das so sein kann und ob es jemals ganz ohne Schmerz gehen wird, aber ich hoffe es einfach. Ich will mein Leben so sonst nicht leben.

Schreib wieder, wenn Du magst, ich würde mich freuen. Es tut gut, wenn man sich hier manchen Dinge von der Seele schreibt und Du wirst immer jemand finden, der Dir "zuliest".

Alles Liebe,
Vonna :blumengabe:

Inaktiver User
13.08.2007, 21:53
Liebe wolfsmond,

stell Dir vor, ich habe meinen Brokkoli heute doch noch verarbeitet. Bin vom Arbeiten etwas später heimgekommen als ich wollte und konnte mich nicht mehr zum Laufen durchringen (Yoga musste leider sowieso ausfallen). War heute auch irgendwie nicht so fit - habe auch sehr schlecht geschlafen. Was aber, hoffentlich, nicht an dem 90 Grad verdrehten Bett lag, sondern einfach daran, dass voll das Mistwetter war. Hat irgendwann so doll angefangen zu regnen, dass ich davon aufgewacht bin und dann konnte ich nicht mehr so recht einschlafen. Auf jeden Fall dachte ich mir dann, dann mache ich mir wenigstens jetzt was leckeres zu essen. Das Obst habe ich heute schon zur Hälfte mit zur Arbeit genommen und den Kollegen auch gleich noch was abgegeben. Werde ich morgen mit der zweiten Hälfte auch so machen, dann verkommt nichts. :zwinker:

Im Biergarten gestern war es eigentlich auch noch ganz nett. Die Regenwolken sind zum Glück weiter gezogen, so dass wir nur ein paar wenige Tropfen abbekommen haben.

Heute wurde es beim Arbeiten später, weil ich mich mit einem Kollegen noch länger über mein mögliches Dissertationsthema (und über seins) unterhalten habe. Ich glaube, solche Gespräche sollte ich diese Woche noch recht viele führen. Ich hoffe, ich habe die Kraft dazu. Morgen will ich gleich wieder mit zwei Leuten reden. Muss da jetzt echt voran kommen, sonst wird das nie was. Ich scheue voll davor zurück mich richtig damit zu befassen und weiß eigentlich gar nicht so genau warum überhaupt. Also hoffen wir mal, dass das morgen klappt, was ich mir so vorgenommen habe.

Konntest Du denn dann den Tag wenigstens noch ein wenig zum Entspannen nutzen, wo Du doch extra früher heim bist? Ich hoffe doch...

Wünsch Dir mal eine deutlich bessere Nacht heute, also ganz viel erholsamen Schlaf und damit natürlich auch einen ausgeschlafeneren Tag morgen. Allen anderen natürlich auch eine geruhsame Nacht und einen schönen Tag.

Alles Liebe,
Vonna

wolfsmond
14.08.2007, 18:28
Liebe Vonna,

na siehst Du, da musst Du wenigstens nicht wieder etwas wegwerfen. Habe auch immer ein schlechtes Gewissen, wenn ich Lebensmittel entsorgen muss. Manchmal meine ich einfach ich müsste noch für DREI einkaufen. Zum Glück bremst mich meine Tochter aus, wenn wir zusammen zum Einkaufen gehen.

Hauptsache es war nett im Biergarten und ihr seid vom Regen verschont geblieben.
Hattest Du heute Gelegenheit die Gespräche zu führen?!

Habe es mir gestern mit meinen Stricknadeln und einer neuen Anleitung für einen Sommerpulli gemütlich gemacht.
Trotzdem, oder vielleicht gerade deshalb, erst wieder kurz vor Mitternacht ins Bett. War zwar müde, aber nach dem ersten Espresso im Büro hielt sich die Müdigkeit in Grenzen.

Immer noch kein Angebot vom Schreiner! Morgen muss es aber in der Post sein, sonst weiß ich, dass er mich angeflunkert hat, von wegen am Montag schicke ich es raus. Werde berichten.

Heute ist wieder so ein blöder Dienstag. Vor 21 Wochen um diese Zeit ... geht mir heute ständig wieder im Kopf herum.

Wünsche Dir und allen Anderen noch einen schönen Abend und eine ruhige Nacht!
Hoffentlich ohne störende Regenschauer, Vonna!!!

vlg
wolfsmond

Inaktiver User
14.08.2007, 22:38
Hallo wolfsmond,

ach je, erstmal bekommst Du noch einen Dienstags-Drücker von mir :in den arm nehmen: . Ich hoffe, Du hast den Abend noch gut überstanden.

Ich bin total fertig. Ich hatte gestern Abend einen tiefen tiefen Durchhänger. Zum ersten Mal habe ich wirklich Angst vor mir und meinen Gedanken bekommen. Ich habe keine Ahnung, warum und wie es dazu kam, aber ich habe nur noch geheult und war absolut verzweifelt. Ich konnte mir echt ein weiteres Leben gar nicht vorstellen, stand auf dem Balkon und dachte mir, wie hoch es wohl sein müsste, um... ich weiß auch nicht. Es war einfach schrecklich. Seit Ende Juni habe ich keine Briefe mehr an meinen Schnugg geschrieben, aber gestern Abend habe ich es dann doch wieder getan. Zum Glück konnte ich mich dabei etwas beruhigen. Manchmal weiß ich echt nicht, wie das Leben je wieder gut werden soll. Für wen halte ich hier so durch und kämpfe mich durch die Tage?

Eigentlich würde ich den morgigen Tag doch gerne aus dem Kalender streichen. Ich habe Geburtstag und er ist seit genau 4 Monaten tot. Wie soll man sich da denn fühlen? Scheiße...
Jetzt fängt es schon wieder an. Was mache ich jetzt nur? Ich bin gestern schon erst gegen halb zwei/zwei Uhr ins Bett gekommen. Heute sollte es echt früher sein, am besten jetzt gleich dann. Ich weiß nicht, ob ich das schaffe. Und wenn nicht... dann komme ich morgen ja gar nicht mehr rechtzeitig aus dem Bett. Mir ging es heute schon so mies, weil ich so müde war, total geschwollene Augen hatte, die dazu auch voll lichtempfindlich waren. So habe ich es natürlich auch nicht geschafft meine Gespräche zu führen. War aber trotz allem noch okay, weil ich wenigstens etwas Zeit investiert habe über Themen nachzudenken und vielleicht sogar auf was gekommen bin. Muss das aber diese Woche echt noch in Angriff nehmen.

Da ist es wieder... wie kann ich so was vor haben, an so was denken und gleichzeitig abends immer fast verzweifeln? Abends ist es die Hölle und das geht jetzt schon wieder eine ganze Zeit lang so. Tagsüber kann ich mich mittlerweile sehr gut ablenken, habe ja auch einiges zu tun und viel neues zum Nachdenken usw. Aber abends... wenn ich eigentlich mit ihm zusammen sitzen würde und über genau das diskutieren was am Tag war und er ist nicht mehr da... dann will ich nicht mehr und kann nicht mehr. Und es scheint niemand mehr da zu sein, der weiß wie es mir eigentlich geht und den das kümmert. Ich bin ja schon sehr gespannt, ob sich morgen ein paar Leute melden. Also von denen, die es sonst so gar nicht schaffen vor allem. Ehrlich gesagt bin ich aber gerade so drauf, dass die mir so was von gestohlen bleiben können. Ich glaube, was das angeht bin ich echt nur enttäuscht und wütend. Solche "Freunde" brauche ich nicht. Ich kann nur hoffen, dass ich irgendwann neue, weniger komplizierte finde.

Na gut, ich lass es jetzt mal gut sein für heute und hoffe darauf es recht zügig ins Bett zu schaffen. Ich wünsch Dir, dass morgen ein Kostenvoranschlag ins Haus schneit, der zudem auch noch erträglich ist. Halte die Däumchen!

Einen schönen Abend und eine gute Nacht und vor allem einen noch besseren Tag. Hoffen wir, dass er sonnig wird und bleibt :Sonne:

Liebe Grüße,
Vonna

fuechsine
15.08.2007, 05:44
Liebe Vonna,
ich bin fast ein Jahr lang jeden Abend gegen 20 Uhr aus dem Wohnzimmer geflüchtet, weil wir, wie auch ihr, dieses abendliche Ritual hatten, miteinander zu schwatzen, Fernseh zu gucken und beieinander zu sein. Es ist mir unendlich schwer gefallen, für mich alleine die Abende anders zu verbringen, um mich nicht ständig in dieses Loch zu fallen. Versuche bewußt, irgendetwas anders zu machen, damit die Abende wieder Dein eigenes Ritual werden.

Ich wünsche Dir zu Deinem Geburtstag heute Anteilnahme und gute Freunde, liebevolles Reden und trotzalledem Sonnenstrahlen.:liebe:

teichmuschel
15.08.2007, 10:01
Liebe Vonna,
ich glaube Dir, dass Du enttäuscht von Deinen Freunden bist. Aber ich habe die Erfahrung gemacht, dass es meistens Unsicherheit und natürlich auf Oberflächligkeit ist, dass sie sich nicht melden. Für die Anderen geht das Leben in ihrem gewohnten Gang weiter, die Welt dreht sich weiter - für uns bleibt sie eine Weile stehen.
Ich habe z. B. von einem guten Freund ein 1/2 Jahr lang nichts gehört, nachdem ich bei seinem letzten Anruf nicht gut drauf war und er dies gemerkt hat. Ich habe ihm nun vor 3 Wochen eine mail geschrieben in der ich ihm sagte, dass ich von dieser Freundschaft sehr enttäuscht bin. Ich hätte mir gewünscht, dass er in dieser so schweren Zeit an mich denkt und sich bei mir meldet. Eine Stunde nachdem ich die mail abgeschickt habe hat er mich angerufen. Es hat ihm wirklich sehr leid getan, hat keine Ausreden gesucht. Er hat mir gesagt, dass er im Umgang mit mir sehr hilflos war, weil ich einfach nicht mehr die "Starke" war die er sonst kannte. Gestern abend habe ich mich mit ihm getroffen. Wir haben einen schönen Abend miteinander verbracht und mehr und intensiver geredet als je zuvor.
Die Freundschaft war es mir wert ihn auf die Situation anzusprechen. Hätte er sich nicht gemeldet - dann hätte ich das Ganze für mich abgehakt.
Vielleicht kannst Du gedanklich Deine Freunde nochmals durchgehen. Welche Freundschaft Dir wichtig ist.
Ich weiß - so sollte es eigentlich nicht sein - aber wir haben fast alle verlernt mit dem Thema Tod und Trauer umzugehen. Nur sind wir dazu gezwungen uns damit auseinanderzusetzen. Vielleicht ist es einen Versuch wert.

Liebe Vonna, zu Deinem Geburtstag wünsche ich Dir alles Liebe, Sonnenstrahlen die Dein Herz erreichen und liebe Menschen an Deiner Seite.
Denke heute an Dich :liebe:
Teichmuschel

frangipani
15.08.2007, 10:47
Liebe Vonna

alles, alles Liebe und Gute zum Geburtstag heute. Ich wuensche dir ein neues Jahr mit viel Sonne, viel Hoffnung und ein paar lieben Menschen an deiner Seite.


Viele Gruesse vom anderen Ende der Welt
frangipani

wolfsmond
15.08.2007, 16:38
Liebe Vonna,

zunächst einmal:
HERZLICHEN GLÜCKWUNSCH zu Deinem Geburtstag.
Fühl' Dich gedrückt!
:in den arm nehmen:

Du hast ja einen fürchterlichen Abend hinter Dir. Erschreckend Deine Schilderung auf dem Balkon!

Manchmal weiß ich echt nicht, wie das Leben je wieder gut werden soll. Für wen halte ich hier so durch und kämpfe mich durch die Tage?

Du machst mir richtig Angst! Du lebst doch für Dich!!! Dein Schnugg hätte bestimmt nicht gewollt, dass Du solche Gedanken hast!
Wünsche Dir viel, viel Kraft und eine große Portion Zuversicht in Deine Zukunft!
:Sonne: :blume: :Sonne:

Ich denke ganz fest an Dich!:blumengabe:

vlg
wolfsmond

Inaktiver User
16.08.2007, 00:54
Hallo Ihr Lieben,

wollte mich noch kurz melden bevor ich echt ganz dringend ins Bett muss.

Danke für Eure lieben Geburtstagswünsche :blumengabe: ! Habe mich sehr gefreut darüber.

Das Wetter war ja auch auf meiner Seite und so konnte ich heute Abend mit einer Freundin ins Open Air Kino. War wirklich nett. Als ich davon vor einer Stunde heimgekommen bin, war es aber auf einmal nicht mehr so nett. Das war er also... mein erster Geburtstag ohne Rainer. Es wird nie wieder einen mit ihm zusammen geben. Wie werden die weiteren wohl aussehen?

Ja wolfsmond, ich weiß, es kann einem Angst machen, macht es mir ja selber. Aber was soll ich machen, wenn so ein Moment kommt, wo ich das Gefühl habe es wird alles zu viel, was soll ich denn dann machen?

Überraschenderweise haben sich heute ganz viele Leute bei mir gemeldet. Persönlich hat es nicht gereicht, weil ich ja die ganze Zeit unterwegs war, aber ich hatte einige Anrufe auf den Anrufbeantworter, Karten im Briefkasten und SMS auf dem Handy. War sehr überrascht darüber und weiß noch gar nicht so recht, wie ich jetzt damit umgehe. Ich bin so hin und hergerissen bei den "alten" Bekannten/Freunden. Sie gehören für mich zu einer Welt in der ich irgendwie nicht mehr lebe, vielleicht so auch nicht mehr leben kann. Klingt das zu abgefahren? Ich kann es nicht besser erklären. Auf der einen Seite ärgere ich mich, wenn sich niemand meldet. Melden sie sich dann aber ist es auch nicht recht, weil mancher Kontakt einfach auch gleichzeitig sehr weh tut. Vorgestern hat sich ein sehr guter alter Freund von Rainer bei mir gemeldet. Habe ich heute erst mitbekommen, war eine Nachricht auf meinem alten Handy. Das freut mich, dass er sich meldet, aber gleichzeitig macht es mir bewusst, was es nie wieder geben wird. Nämlich gemeinsame Tischtennissamstage, Pfingsten in Südtirol, Tischtennishütte, Sommerfest am See usw. Das meine ich mit dem Leben, zu dem ich nicht mehr gehöre und auch nicht mehr gehören kann. Nicht mehr gehören kann, wenn ich irgendwie damit fertig werden will.

Oh weh, jetzt ist es doch wieder länger und später geworden. Wie soll ich morgen nur aus dem Bett und zum Arbeiten kommen? Ich gehe wohl besser mal schnell ins Bett. Ach, Mist... da fällt mir schon wieder was ein... auf die Nachricht von fuechsine... neues Ritual für den Abend... ich suche noch, habe wohl noch nicht das Richtige für mich gefunden. Es ist auch sehr anstrengend was zu finden. Bin meistens ja eh schon viel später daheim als ich es früher war. Komme gegen 18-19 Uhr heim und gehe dann meist gleich wieder los zum Laufen. Mit Duschen usw. wird es dann meist fast 21:30 Uhr bis ich mal zum "entspannen" komme. Dann noch mails lesen, hier rein schauen und ruckzuck ist es Mitternacht. Heute ist schon ein bisschen eine Ausnahme. Aber na ja... irgendwie komme ich danach noch immer nicht ins Bett, sondern lasse den Tag Revue passieren, weil ich ja meine eine positive Sache finden will. Ich glaube dabei passiert es dann oft, dass ich dann wieder ganz traurig werde. Also sollte ich das irgendwie anders machen. Oft passiert es aber auch schon, wenn ich einfach nur zur Haustür reinkomme. Deswegen gehe ich ja auch häufig gleich wieder raus zum laufen - da laufe ich dann davor weg. Was macht ihr denn so abends? Vielleicht bringt mich das ja auf Ideen für meine eigenen Abendgestaltung.

Aber jetzt gehe ich wirklich ins Bett. Liebe Grüße,
Vonna

prinzessin01979
16.08.2007, 11:31
Herzlichen Glückwunsch zu Deinem Geburtstag, liebe Vonna!:blumengabe: :blumengabe: :blumengabe:

Was ich mir für Dich wünsche- ganz viel Kraft für die nächste Zeit...

Liebe Grüße,
Melissa:blume:

wolfsmond
16.08.2007, 17:42
Liebe Vonna,

ich hab' doch leider auch keine Ahnung, was man in solchen Verzweiflungsmomenten machen sollte. Wahrscheinlich einfach nur versuchen diese zu überstehen.

Habe gestern übrigens das Angebot bekommen. Akzeptabel! Termin steht zu 90%. Er meldet sich noch einmal. Ja, jetzt wird es ernst!
Gestern Abend haben meine Tochter und ich W's Aktentaschen und diverse andere persönliche Dinge durchgesehen.
War nicht so extrem, wie ich es mir vorher vorgestellt hatte. Natürlich sind Tränen geflossen, aber zwischendurch haben wir auch herzlich über uralte Briefe lachen können. Wir waren fast vier Stunden am kramen. Hatten gar nicht gemerkt wie schnell die Zeit verging. Vielleicht machen wir heute noch ein bisschen weiter. Mal sehen. Meine Tochter hat nämlich gerade Besuch von einer Freundin.

Du wolltest doch wissen, wie wir die Abende verbringen. Das ist bei mir ganz unterschiedlich:
-Ein Besuch bei meinem Schatz gehört auf alle Fälle dazu.
-Diverse Hausarbeiten stehen auch immer an.
-Meine Wolle schreit nach mir. :zwinker:
Der angefangen Sommerpulli ist übrigens am letzten Wochenende fertig geworden.
-Ich liebe es, tiefsinnige Gespräche mit meiner Tochter zu führen

außerdem:
-Ergometer
-Telefon
-Treffen mit Arbeitskollegen oder Besuche bei Freunden
-Lesen, Musik hören (und laut mitsingen oder auch Heulen)
-Fernsehen
-Computer
-Fotos anschauen

Als festes Ritual habe ich aber nur den Gang zum Grab. Ab und zu schreibe ich an einem Gedicht für meinen Schatz. Das fällt mir aber sehr schwer. Danach bin ich immer total traurig.

Die nächsten beiden Wochen werde ich viel um- und wegräumen müssen,wegen der anstehenden Renovierung. Hoffentlich geht alles während meines Urlaubs über die Bühne.
Der Sperrmüll steht auch noch an. Ein paar Teile habe ich schon im Hof untergestellt.

So jetzt muss ich mal weitermachen.

Wünsche Dir und den Anderen natürlich auch, einen schönen Abend und eine gute Nacht.

vlg
wolfsmond

Inaktiver User
17.08.2007, 10:12
Hallo wolfsmond,

ich bin gestern Abend gar nicht mehr dazu gekommen was zu schreiben. Deshalb jetzt eine kurze Nachricht.

Hey, ist ja prima mit dem Kostenvoranschlag, dann geht es jetzt ja los. Lass Dir das Schlafzimmer mal so richtig schön machen :blumengabe: .

Bei dem Durchsehen alter Sachen weiß ich was Du meinst. Auf der einen Seite kann man in Tränen ausbrechen, aber auf der anderen Seite gibt es inzwischen auch so Momente wo man sich lächelnd an was erinnern kann. Diese Momente sind noch recht wenig bei mir, aber es gibt sie langsam. Ich hoffe, dass es mir der Zeit mehr werden. Ich beneide Dich wirklich darum, dass Du das alles gemeinsam mit Deiner Tochter machen kannst. Ich finde es auch toll, wie ihr es gemeinsam macht. Auch, dass es für Dich dazu gehört abends nette und tiefsinnige Gespräche mit Deiner Tochter zu führen finde ich prima. Ich wünschte, ich hätte auch jemanden mit dem ich solche Gespräche führen könnte. Aber darauf muss ich leider verzichten. Manchmal brabbel ich einfach schon leise vor mich selbst hin - ich hoffe das heißt jetzt nicht, dass ich "verrückt" werde. Ich brauche das manchmal einfach. Es ist wie lautes denken oder wie Zwiesprache mit Rainer führen, der ja nun leider nicht mehr antworten kann. Ich kann nichts dagegen tun.

Oh wow... der Pulli ist schon fertig. Nicht schlecht. Kann ich ja mal was bei Dir in Auftrag geben :zwinker: . Ich komme da nämlich gerade gar nicht mehr dazu. Ich weiß nicht, warum ich mit den Abenden so ein Problem habe. Bei Dir hört sich das so einfach an. Außer auf den Friedhof zu gehen hast Du kein Ritual. Erst dachte ich, ein kleines Ritual ist wichtig, um mich erstmal überhaupt über Wasser halten zu können. Jetzt denke ich, es ist zu viel, ich komme nicht mehr raus und vor lauter "ich will das noch aufschreiben, das noch planen, gehört zu meinem Abend dazu" komme ich unter Druck und meist viel zu spät ins Bett. Gestern war es eigentlich auch schon wieder heute :knatsch: , sprich nach Mitternacht. Heute morgen bin ich ganz gerädert mit dem Auto zur Arbeit gefahren. Das ist nicht gut. Ich hoffe, ich bekomme das mal langsam anders hin. Aber es ist ja jetzt dann nicht mehr weit bis zu meinem Urlaub - uhaaa... habe ein lachendes und ein weinendes Auge, was das angeht.

Dieses Wochenende habe ich mal wieder einiges vor. Bekomme gleich doppelt Besuch am Samstag. Dafür habe ich am Sonntag noch nichts vor, ist aber nicht so wild, kann ich schon ein bisschen Urlaub vorbereiten, Sport machen, Putzen etc.

Also dann, werde hier mal wieder weiter machen. Dir wünsche ich noch einen schönen freien Freitag :lachen: und zur Sicherheit schonmal ein schönes Wochenende! Das wünsche ich Euch allen.

Ach und Melissa, vielen Dank noch für die Geburtstagswünsche :kuss:

Liebe Grüße,
Vonna

wolfsmond
18.08.2007, 12:26
Liebe Vonna,

dann wünsche ich Dir viel Spaß mit Deinem Doppel Besuch!

Wir hätten heute unseren Hochzeitstag. Deswegen habe ich heute früh schon Rosen besorgt und werde sie jetzt mit meiner Tochter zum Grab bringen.

Ansonsten war mein Auto gestern zur Inspektion und außer Ölwechsel, alles in Ordnung. Ein Glück!

Meine Nichte hatte uns gestern mit ihren gesammelten Hochzeitsfotos beglückt. Es war ein wunderbarer Nachmittag.

Nachher muss ich noch ein bisschen Gartenarbeit erledigen und vielleicht noch etwas in der Wohnung räumen.

Wünsche Dir und allen Anderen ein schönes Wochenende.

vlg
wolfsmond

Inaktiver User
18.08.2007, 23:59
Liebe wolfsmond,

wie war Dein restlicher Tag heute? Ich hoffe, Du hast ihn gut überstanden und konntest trotz allem noch das machen was Du Dir vorgenommen hast. Wie sieht der Garten aus?

Mein Tag war wieder einmal das reinste Gefühlschaos. Ich bin zur Zeit so hin und hergerissen, ich weiß gar nicht wie ich das beschreiben soll. Mir einem Bein bewege ich mich in Richtung Zukunft und mit dem anderen Bein zieht es mich immer wieder schmerzlich in die Vergangenheit. Manchmal habe ich das Gefühl, ich halte das nicht mehr aus. Zudem fällt es mir immer schwerer mit manchen Leuten umzugehen. Ich weiß natürlich auch, dass man mir gerade eigentlich sowieso nichts recht machen kann. Das ist sehr sehr schwer und für die anderen bestimmt auch nicht leicht. Ach, ich weiß nicht.

Heute waren ja zum einen meine Eltern zu Besuch da. Das war eigentlich sehr nett, viel besser als die letzten Male. Ich konnte zum ersten Mal wieder etwas geduldiger sein. Womit ich sehr große Probleme habe ist, wenn sie mich in den Arm nehmen oder zwischendurch mal ein tröstendes oder einfach nur liebes Wort sagen. Ich fühle mich dann wieder so klein, wie ein Kind und das will ich nicht mehr. Ich bin es auch nicht mehr. Auf jeden Fall war ich danach eigentlich ganz gut drauf. Habe auch gleich einem neu gewonnen Freund hier (wir mailen recht viel) eine richtig fröhliche Mail geschrieben. Dann kam der zweite Besuch und der wurde anstrengend. Nicht weil mich der Besuchende an sich irgendwie aufgeregt hat oder da irgendwas war, sondern weil ich auf ihn nicht mehr eingehen konnte. Wir waren einmal sehr gute Freunde. Es gab jetzt ein paar Dinge, die ich nicht so toll fand und die er wohl als ausdiskutiert sieht und als alles wieder in Ordnung, was ich so aber nicht sehe. Somit wurde der heutige Abend sehr seltsam. Ich hatte keine Lust ihm viel zu erzählen. Ich hatte ihm wenig zu sagen. Früher hätte ich meine Sorgen und Ängste mit ihm geteilt, heute kann ich das nicht mehr. Mir kam es danach irgendwie "unnötig" vor, dass er da war. Es war ein bisschen Pflichtprogramm. Ich fürchte auch, dass er das eventuell gemerkt hat. Er meinte beim Verabschieden "schön, dass wir uns mal wieder gesehen haben" und ich konnte nicht erwidern "ja, schön dass Du da warst". Ich habe dazu angesetzt, ich konnte es nicht sagen. Was mache ich da bloß? Was ist da los? Ich verstehe mich selbst manchmal nicht mehr.

Ich will, dass mein Leben mit einem Schlag ein neues Leben wird, damit ich keine Schmerzen mehr wegen dem alten verspüre. Ich stoße alte Freunde weg und will neue haben. Ich weiß, dass das so nicht funktioniert, aber ich komme nicht dagegen an. Und ich weiß natürlich auch, wie soll es denn ein neues Leben geben können, wenn ich jeden Abend wieder weinend da sitze und es mich beinahe zerreisst vor Trauer um Rainer. Ich glaube, heute war ich wieder besonders verwirrend. Ich bin verwirrt... war ich am frühen Abend noch so gut drauf, bin ich jetzt wieder total am Ende. Finde gerade gar keinen Weg mehr für mich. Nicht einmal den ins Bett. Wie wird der Tag jetzt enden? Ich will mal wieder nicht ins Bett, ich will gar nichts mehr.

Hoffentlich wird der Tag morgen mal nicht so "breitgefächert" was die Gefühle angehen - es zehrt so an den Kräften. Ach und übrigens... je näher der Urlaub rückt, umso mehr Angst bekomme ich davor. Habe heute nach einem Koffer geschaut - es wird also langsam realer und ich werde immer ungläubiger, dass ich das gemacht habe. Es fühlte sich so gut an den Urlaub zu buchen. So wie es sich auch gut angefühlt hat sich für die Promotion zu entscheiden. Aber wenn es daran geht das wirklich durchzuziehen, also das Koffer packen immer näher rückt, oder das Suchen nach einem Thema für die Promotion und dazugehörende Gespräche mit Kollegen und Chef, dann würde ich am liebsten einfach in einem großen, dunklen Loch versinken und mich für alles unsichtbar machen.

Oh wie ich euch alle um eure Töchter und Söhne oder lieben Freunde, Verwandte, Bekannte beneide, die einfach vorbei kommen und mit euch auch mal über euren Kummer sprechen oder euch zuhören. Euch mal in den Arm nehmen oder einfach nur da sind. Damit will ich nicht sagen, dass ich gar niemanden habe in der Richtung - allerdings fast niemand in nächster Nähe - aber ich habe nicht das Gefühl, dass ich mich diesen Menschen gegenüber so zeigen kann wie ich bin, ihnen das zumuten kann was ich gerade wirklich fühle. Ich fühle mich unendlich alleine.

Kraftlose Grüße,
Vonna

fuechsine
19.08.2007, 13:24
Ich will, dass mein Leben mit einem Schlag ein neues Leben wird, damit ich keine Schmerzen mehr wegen dem alten verspüre. Ich stoße alte Freunde weg und will neue haben. Ich weiß, dass das so nicht funktioniert, aber ich komme nicht dagegen an.
Vonna, ich weiß nur zu gut, was Du meinst. Ich tue dasselbe, beobachte mich dabei und kann es ebenfalls nicht stoppen.

aber ich habe nicht das Gefühl, dass ich mich diesen Menschen gegenüber so zeigen kann wie ich bin, ihnen das zumuten kann was ich gerade wirklich fühle. Ich fühle mich unendlich alleine.
Ja, das ist es. Unser Verdacht, es könnte so sein - und dann bekommst Du das auch noch bestätigt: durch die Nicht-Anrufe, durch die Blicke, die über Dich hinweggleiten, die Halb-Sätze, man müßte jetzt aber mal... und täusche Dich nicht, dies gilt auch für die eigenen Kinder ect.

Ich weiß, dass dies nicht für alle anderen Trauernden zutrifft - aber ich muß mich neu "erschaffen", mein altes Ich gibt es nicht mehr. Und das Häuten geht immer noch weiter. Viel Balsam dafür
wünscht Dir füchsine

Inaktiver User
19.08.2007, 22:14
Liebe fuechsine,

danke für die Nachricht. Manchmal tut es einfach gut zu hören, wie es jemand anderem genauso geht bzw. wie gut man doch auch verstanden werden kann. Ich glaube, gerade in unseren Situationen ist das wichtig, weil es eben im Alltagsleben nicht allzu viele Menschen gibt, die einen zu verstehen scheinen. Deshalb bin ich ganz froh, dass es das Forum hier gibt. :blumengabe:

Das mit dem Häuten finde ich ein ganz passendes Bild. Genau so fühle ich mich. Jetzt wäre nur wirklich eine passende Salbe nicht schlecht, um sich hier und da etwas Linderung dabei zu verschaffen. Ich hoffe, dass mein Urlaub so ein bisschen Balsam wird. Nicht, dass es nach hinten losgeht und genau das Gegenteil daraus wird. Immerhin habe ich jetzt mal eine Liste gemacht mit Dingen die ich vorher noch erledigen muss und Dingen die ich mitnehmen will. Das macht es irgendwie realer für mich, ich glaube, das hat ganz gut getan.

Heute war irgendwie ein seltsamer Tag. Zumindest fing er seltsam an. Das Wetter war sehr ähnlich zu dem vor 18 Wochen und ich habe mich kurz zurück versetzt gefühlt zu dem schaurigen Sonntag. Ich dachte kurz, endlich, heute kommt er wieder. Danach ging es mir gar nicht gut. Ich begreife immer mehr, dass er eben nie wieder kommt und doch ist da immer noch das Gefühl, das kann doch gar nicht wahr sein. Das kann nicht wirklich passiert sein. Das ist so unglaublich. Wir haben darüber geredet, dass Motorradfahren gefährlich ist, aber nicht wirklich daran gedacht, dass er kurz darauf dabei ums Leben kommt. Es ist so unfassbar, so ungerecht, er hatte doch noch so viel vor sich, hätte noch so viel tun können und auch sollen. Hätte er anders gelebt, wenn er gewusst hätte, dass er so jung sterben muss? Warum musste mein Rainer so jung sterben - verdammt? Um diese warums kommt man einfach nie herum. Tag für Tag stellt man sich die Frage, ob man will oder nicht.

Oh je... irgendwie bin ich nicht so recht zufrieden mit dem Tag heute. Habe gar nicht viel gemacht, nur rumgetrantütet. Zumindest kommt es mir so vor. Immerhin war ich noch 1 1/2 Stunden laufen. Hat mich doch mehr angemacht als radfahren. Und morgen ist wieder Montag und der Chef wieder aus dem Urlaub zurück. Ich bin nur noch 4 Tage beim Arbeiten und muss noch einiges in der Zeit erledigen. Zum Glück treffe ich mich morgen abend mit einer Freundin zum Yoga machen, da habe ich wenigstens etwas eingeplante Entspannung.

Also ihr Lieben, wünsche euch eine gute Nacht und einen guten Start in die neue Woche.

Liebe Grüße,
Vonna

Stina2270
20.08.2007, 15:01
Hallo Vonna,

dir alles alles Liebe nachträglich zum Geburtstag:blumengabe: und "sorry", dass ich ihn verpasst habe :smirksmile:

Habe ich richtig gelesen, dass Du diese Woche in Deinen wohl verdienten Urlaub fliegst?:Sonne:

Wenn ja, dann wünsche ich Dir alles Gute und viele nette Menschen, schönes Wetter, ein super Hotel und vor allen Dingen: komm gesund wieder!

Alles Liebe :liebe:

Stina

wolfsmond
20.08.2007, 17:12
Liebe Vonna,

leider habe ich gestern keine Zeit gehabt hier reinzuschauen.

Hoffentlich geht es Dir heute wieder besser. Du bist ja wieder total am Boden Du Ärmste. Wenn ich nur wüsste wie ich Dir helfen könnte?! Vielleicht ist Dein bevorstehender Urlaub der Balsam für Deine Seele! Ich wünsche es Dir von Herzen!!!
Wann geht es denn los?

Am Samstag am Grab war es schlimm. Wenn ich überlege, was haben wir uns die Köpfe heißgeredet, wegen dem Ziel unserer Silberhochzeitsreise. Wäre in zwei Jahren soweit gewesen - und jetzt ...

Großeinkauf erledigt.
Garten ist wieder in Ordnung. Rasen gemäht, Hecken geschnitten, welke Blüten gezupft usw. usw.
Ergometer wieder 15 km geschafft und ich war auch mit dem richtigen Fahrrad unterwegs.
Gestern Nachmittag war ich mit meiner Tochter bei unseren Freunden. P. hatte Geburtstag. War sehr nett und ist deshalb etwas später geworden.

Der Start in meine letzte Arbeitswoche war eigentlich auch ganz okay. Bei Dir auch?

Will jetzt noch ein bisschen räumen.
Kriege langsam Angst vor meiner eigenen Courage, wegen der Renovierung.

vlg
wolfsmond

Inaktiver User
20.08.2007, 23:15
Hallo Stina,

vielen Dank für Deine verspäteten Geburtstagsgrüße, haben mich auch jetzt noch sehr gefreut. Und ja, Du hast richtig gelesen, diese Woche, genauer am Sonntag, geht es ab in den Urlaub. Ich werde mein bestes tun, um gesund und erholt wieder zu kommen. Ich hoffe so sehr, dass es mir gut tut, dass ich mit mir was anzufangen weiß, so alleine im Urlaub, dass ich ein paar nette Leute treffen. Tja, aber ich werde es wohl erst erfahren, wenn ich es ausprobiere.

Liebe Wolfsmond,

wow... Du hast ja das volle Gartenprogramm absolviert. Hut ab (dafür gibt es gar keinen Smiley, wie schade...) :lachen:

Mein Start in die Woche war ganz okay. Wenn ich auch gleich mit einer schlechten Stimmung bei Chef gelandet bin. War einfach doof. Ausgerechnet heute vormittag bekam ich eine mail von einem alten Freund von Rainer und das fand ich auf der einen Seite sehr nett, aber auf der anderen Seite hat es so weh getan. Ich saß da und musste weinen. In dem Moment kam der Anruf, dass der Chef mich sprechen will. Wie passend. War echt ein bischen doof, eine Runde richtig zusammen nehmen. Na ja, ging alles gut, bin nur mal wieder mit einer weiteren Aufgabe eingedeckt worden und bei einer anderen Aufgabe etwas gedrängt worden. Ich dachte nur, zum Glück haue ich Ende der Woche in den Urlaub ab, ich brauch echt erstmal eine Pause. Ich hoffe nur, dass ich da auch abschalten kann und nicht die ganze Zeit an die Arbeit denke und an möglichen Promotionsthemen rumgrüble.

Jetzt muss ich aber Schluss machen und ins Bett, sonst schaffe ich den Tag morgen nicht. Muss mal wieder früher raus als sonst und habe eh schon den ganze Tag leichtes Kopfweh. Ich dachte ja, dass das Yoga heute Abend vielleicht Abhilfe schafft, aber die war nur von kurzer Dauer. Gut war es trotzdem.

Ich schick Dir noch ein großes Kraftpaket für die Renovierungsvorbereitungen - ja nicht verzagen, das schaffst Du schon!!! :blumengabe:

Wünsche Euch allen eine gute Nacht und einen schönen Tag morgen.

Liebe Grüße,
Vonna

wolfsmond
21.08.2007, 20:30
Liebe Vonna,

heute habe ich das Gefühl das mir alles über den Kopf wächst.
Im Büro war unheimlich viel zu tun heute. Dann haben wir hier zu Hause noch rumgekramt und rumgeräumt und dabei seine Jacke, die er auch mit im Krankenhaus hatte und immer wenn wir nach draußen sind angezogen hat, in einen Schrank gehängt. Bei mir ist es bei dem Versuch geblieben sie wegzuhängen.
Ich habe ihn sofort wieder im Rollstuhl vor mir gesehen. Nein, habe ihn sogar gespürt! Das war wie ein Schlag ins Gesicht!!! Wenn meine Tochter mir die Jacke nicht fast aus den Armen gerissen hätte, ich würde wahrscheinlich jetzt noch so da stehen und rumheulen.
Das waren heute wieder mindestens 5 Schritte zurück.

Nächste Woche am Mittwoch will meine Schwester und mein Schwager kommen und beim Schränke abschlagen und runterräumen helfen. Bis dahin muss ich die Kraft gefunden haben alles auszuräumen. Heute wird mir bei dem Gedanken alleine daran schon ganz schlecht. Aber es ist ja auch wieder so ein S.....dienstag.

Hoffentlich geht es mir morgen einigermaßen, denn bedingt durch Urlaubszeit und Geschäftsreise, bin ich morgen Nachmittag alleine im Büro. Normalerweise sind wir 6 bis 7 Kollegen/innen. Je nach Wochentag. (2 Teilzeitkräfte)
Werde heute früh ins Bett gehen. Bin irgendwie total fertig.

Das Gespräch mit Deinem Chef hätte auch zu keinem unpassenderen Moment stattfinden können. Aber Du hast Dich ja gut im Griff gehabt. Gratuliere!

Wünsche Dir und den Anderen natürlich auch, eine ruhige Nacht und einen angenehmen Mittwoch.

traurige Grüße
wolfsmond

Inaktiver User
22.08.2007, 00:09
Liebe wolfsmond,

ich hoffe, Du konntest Dich etwas erholen. Ich gehe mal davon aus, dass Du in dem Moment wo ich das schreibe in Deinem Bettchen liegst und schlummerst. Ich hoffe es für Dich. Und ich hoffe, dass ein neuer Tag mit mehr Kraft für Dich angebrochen ist, wenn Du das liest. :in den arm nehmen:

Ich wünschte, ich könnte gerade mehr für Dich tun oder Dir mehr tröstende Worte sagen. Leider versuche ich mich mit dem Schreiben hier gerade selbst wieder etwas aufzurappeln und vielleicht endlich die Kurve zu bekommen, um aus meinem heutigen Jammertal herauszukommen. Ich weiß schon, warum ich so viel laufen gehe und eigentlich nicht gerne fernsehen schaue. Dummerweise hat es heute so geregnet, ich hatte etwas Kopfweh und war so kaputt, dass ich nicht laufen gegangen bin. Stattdessen, dachte ich mir, ich mache mir einen faulen Abend und schaue die DVD an, die ich ausgeliehen habe. Fataler Fehler. Es ist unglaublich. Sobald ich den Fernseher ausgeschalten habe, kamen mir die Tränen. Ich war so alleine in dieser Wohnung. Niemand mit dem ich reden konnte, niemand, den ich in den Arm nehmen konnte. Da traf es mich wie ein Schlag. Die ganzen letzten Wochen habe ich eigentlich nur darauf gewartet, dass er endlich zurück kommt. So abgefahren das klingt, ich habe es einfach nicht wirklich realisiert und akzeptiert was passiert ist. Ich weiß auch nicht, ob ich das jetzt mit einem Abend nun eher habe, aber vielleicht sind solche Abende für diesen Prozess nötig. Ich hoffe nur, dass das bald mal ein Ende hat, denn schon wieder einmal habe ich das Gefühl, dass mir die Kraft ausgeht. Ich habe also realisiert, ich bin alleine, so sehr ich ihn mir auch zurück wünsche, so sehr ich weine und flehe, in Gedanken oder auch manchmal laut mir ihm spreche, er kommt nicht wieder. Es ist so verdammt unglaublich. Er war doch immer da, wenn ich ihn gebraucht habe. Er hat mich doch immer in den Arm genommen, wenn es mir nicht gut ging und ich das gebraucht habe. Jetzt nicht mehr. Ich kann es nicht glauben, es geht einfach nicht in meinen Kopf. Warum geht das da nicht rein? Wäre es besser, wenn es gehen würde? Was ist das nur? Ich stand in seinem Zimmer, vor seinem Schreibtisch. Habe auf seinen Schreibtischstuhl geschaut und mir gesagt, er wird hier nie wieder drauf sitzen. All seine Sachen hier... alles hat er zurück gelassen, einschließlich mir. Ich dachte so komische Dinge wie: "seine Sachen sind doch alle noch da, also kann er nicht gegangen sein, er muss wieder kommen". Es klingt komisch, ich weiß, aber ich kann es nicht abschalten. Er kann doch nicht einfach nie wieder kommen.

Ich schreibe mir hier mal wieder alles von der Seele. Das hilft mir, es vielleicht doch wieder in normalere Bahnen zu schaffen. Dann kann ich danach hoffentlich die Kurve wieder bekommen und ins Bett gehen. Gleich ist es wieder Mitternacht und ich komme somit schon wieder so spät ins Bett und das wo mein Tag doch heute früher anfing als sonst. Ich bin total müde. Ich wünschte, ich könnte so wie Du dann einfach sagen "ich bin kaputt und gehe früher ins Bett". Statt dessen gehe ich gar nicht ins Bett, sondern gebe mich meiner Traurigkeit total hin. Ich bin echt in seinem Zimmer auf dem Boden gelegen und habe mich gewunden, geheult, gejammert und gezetert. Unglaublich. Aber wenn es nötig ist... Es wäre wahrscheinlich nicht so clever das zurück zu halten. Das super dämliche ist nur, dass ich mich dabei ertappt habe, wie ich irgendwann angefangen habe zu denken "warum hilft mir denn keiner, warum ist denn niemand mehr für mich da?". Ich fühle mich mit all dem schon ziemlich alleine gelassen. Sicher, letztendlich muss ich alleine da durch, aber irgendwas... wenigstens einen kleinen Halt... ach Mist. Leute, wann wird das endlich besser? Ist das jetzt die Angst vor dem Urlaub, der immer näher rückt? Könnte ich mir gut vorstellen. Ich schiebe einiges was den Urlaub angeht hinaus. Schauen wann Züge fahren, habe ich pro forma mal gemacht, aber noch nicht wirklich ernsthaft. Als könnte ich es noch nicht wirklich glauben, dass ich am Sonntag in den Zug und dann in den Flieger steige. Ich kann es auch noch nicht glauben. Ich will nicht weg, ich will aber auch nicht hier bleiben. Wo soll ich denn hin? Es wird überall so weh tun und ich bin überall alleine.

Wer bis hierher durchgehalten hat meine traurigen Ergüsse durchzulesen, dem danke ich hiermit :blumengabe: , ich jammere schon ziemlich viel, komm mir dabei auch schon ganz dumm vor. Aber wenn es wenigstens ein bisschen hilft... warum sollte ich mich dann quälen und das auch noch sein lassen.

Aber jetzt werde ich schauen, dass ich die Kurve ins Bett bekomme. Mir fallen gleich die Augen zu, bin jetzt total erledigt.

Ich wünsche uns allen einen sonnigeren Tag morgen, äußerlich wie innerlich :Sonne:

Liebe Grüße,
Vonna

Sternzeit2506
22.08.2007, 09:31
Liebe Vonna,

dein letzter Beitrag hätte Wort für Wort auch von mir stammen können. Mir geht es sehr ähnlich, sobald mein Besuch das Haus verlässt falle ich in ein tiefes Loch und fühle mich so alleine, wie nie zuvor. Mein Fernseher ist seit sieben Wochen aus, Musik höre ich nur sehr leise und natürlich – man muss sich ja selbst quälen – nur traurige Lieder, die vom Tod oder Verlust handeln.

Ich habe wahnsinnige Angst vor der Zukunft und lebe nur von Tag zu Tag. Deine Unentschlossenheit mit dem Urlaub verstehe ich gut. Ich bin mit allem unentschlossen. Unentschlossen, was das Haus angeht, unentschlossen, ob ich nicht doch mal ein paar Dinge weggeben/wegpacken sollte, unentschlossen, ob ich überhaupt noch leben möchte, so alleine. Es gibt zwischendurch ja durchaus mal „gute“ Tage (gestern war so einer), aber ich kann mir sicher sein, dass die schlechten folgen, und zwar mit einer solchen Wucht, dass ich es nicht mehr lange aushalte. Morgen habe ich meinen ersten Termin bei einer Therapeutin und ich hoffe sehr, dass sie mir helfen kann, ein wenig klarer zu sehen und vielleicht auch mal wieder positive Dinge im Leben zu sehen. Denn die gibt es bestimmt – zumindest sagen mir das immer alle.

Genau wie Wolfsmond habe ich Gott sei Dank das Glück, auch gut schlafen zu können. Mich wundert es selber, aber sobald ich zu Bett gehe, schlafe ich auch schon ein. Vielleicht liegt es mit daran, dass ich durch die ganzen Tränen sehr erschöpft bin.

Ich wünsche dir und uns allen viel Kraft und das es uns ganz bald besser geht!
Sternzeit

wolfsmond
22.08.2007, 18:00
Hallo liebe Sternzeit,

das hoffen wir auch alle, dass es uns bald besser geht. Das Licht am Ende des Tunnels war bei mir auf alle Fälle gestern nicht mehr wirklich zu sehen. Schrecklich diese Rückschritte.
Aber ich wünsche uns ALLEN von Herzen, dass es nicht mehr so schrecklich weh tut.
:in den arm nehmen:
wolfsmond


Liebe Vonna,

das war wohl gestern nicht unser Tag?!
War zwar früh im Bett, aber um Mitternacht bin ich durch die Wohnung gewandert. Hatte sogar noch überlegt, hier noch einmal reinzuschauen, diesen Gedanken allerdings wieder verworfen, da um 5 Uhr mein Wecker bereits klingelt.

Ich kann Dich so gut verstehen und Du jammerst überhaupt nicht rum. So ein Quatsch, das darfst Du nicht mal denken! Du schreibst nur wie Du Dich fühlst!
Schicke Dir ein RIESENKRAFTPAKET!!! Fühl' Dich ganz fest gedrückt!!!

Heute war wieder viel los im Büro, war den Nachmittag alleine. Ein Telefonat nach dem Anderen. Und immer schön freundlich bleiben, bäh! Morgen noch ein Tag, dann habe ich es erstmal geschafft!!!

Wünsche Dir und den anderen Mitleser/innen einen schönen Abend, eine ruhige Nacht und einen stressfreien morgigen Donnerstag!!!

vlg
wolfsmond

Inaktiver User
22.08.2007, 21:57
Hallo Sternzeit,

ich habe schon in Deinem Strang von Deiner traurigen Geschichte gelesen. Es tut mir so leid. Ich habe auch gleich denken müssen, wieder jemand, den ich so gut verstehen kann, dem es so ähnlich geht mit den Gedanken zu dieser schrecklichen Zeit. Es ist so hart, so unglaublich. Genauso wie bei Dir... da telefoniert man noch und ein paar Stunden später ist klar, das war das letzte Mal.

Leute, ich bin so froh, dass es Euch gibt, dass ich weiß, es gibt Menschen in dieser Welt, die mich verstehen können, denen es (leider) auch so geht. Ich bin nicht alleine - auch wenn es nur übers Internet ist. Manchmal ist das ein bisschen wenig, aber es ist besser als nichts. Und ich tue mich persönlich leichter über meine Gefühle zu schreiben, als über sie zu reden. Von daher...

Liebe Wolfsmond,

ja, das war wohl nicht unser Tag gestern. Heute geht es etwas besser. Wie ist es bei Dir? Vor allem heute Abend. Ich war wieder laufen. Heute war es einfach super das Laufen. Mein Puls war zwar wieder einmal nicht so recht feierlich, weil total hoch, aber mir ging es super gut dabei. Ich glaube, ich werde langsam auch etwas flotter. Es hat gut getan.

Morgen ist auch mein letzter Arbeitstag für die nächsten 1 1/2 Wochen. Ich habe da gemischte Gefühle. Meine Kollegen sind so nett und ich verstehe mich mit fast allen ganz gut. Wir haben recht viel Spaß zusammen, so komisch das klingt, sie werden mir fehlen. Gerade jetzt natürlich, auf einmal ganz alleine unterwegs sein... ich kann es mir noch gar nicht vorstellen. Ich versuche mir die ganze Zeit zu sagen, dass es ja nicht das erste Mal ist, dass ich alleine woanders hin fahre. Aber bisher war es so, dass ich dann dort wo ich hin bin was bestimmtes vor hatte, bei dem man dann zwangsläufig Leute kennengelernt hat. Diesmal kann ich nur hoffen, dass ich da vielleicht mit einem anderen Urlauber(in) was machen kann bzw. Anschluss finde. Wenn es dumm läuft halt nicht, dann muss ich sehen, wie ich mit mir alleine zurecht komme die ganze Woche. Ich werde wohl mal zur Sicherheit ein paar Packen Tempos mehr mitnehmen.

Wann geht denn jetzt eigentlich Deine Schlafzimmerrenovieraktion genau los? Ich gönne mir Freitag vormittag noch einen Friseurbesuch. Danach wollte ich noch ein paar Kleinigkeiten für die Reise einkaufen und nachmittags habe ich nochmal eine Therapiestunde. Sollte mir mal vorher ein paar Gedanken machen worüber ich mit ihr reden will. Am Samstag werde ich dann schauen, dass ich hier klar Schiff mache und hoffentlich am Sonntag dann nichts vergesse. Puh... das geht alles so schnell. Ich habe doch gerade erst ganz mutig gebucht und nun ist der Tag schon fast da.

Also gut, ich gucke mal, dass ich heute früher ins Bett komme. Das gestern war kräftezehrend genug. Ich wünsche Dir auch einen schönen letzten Arbeitstag morgen, den schaffen wir auch noch... :zwinker:

Allen eine gute Nacht und hoffentlich wieder etwas Sonne morgen.
Liebe Grüße,
Vonna

Sternzeit2506
22.08.2007, 23:20
Guten Abend,
ich habe einen wieder einmal einen schrecklichen Abend hinter mir. Nachdem der Tag eigentlich ganz gut lief (ich war gut abgelenkt durch meine Arbeit für die Hamburger Tafel - ich arbeite in einer Werbeagentur und wir machen ganz viel pro bono für die Tafel) war der Abend umso schrecklicher. Eigentlich wollte ich zum Friedhof, zur Bank und die Beerdigungsrechnung bezahlen, die Ablage auf meinem Schreibtisch erledigen etc, und letztlich habe ich mal wieder gar nichts davon geschafft. Nachdem ich lange im Stau stand dachte ich es wäre besser, gleich zu meinen Katzen nach Hause zu fahren, da es schon 19:30 Uhr war. Zuhause angekommen ist das Abendessen aufgrund vieler Tränen mal wieder ausgefallen; also wieder ein Tag ohne Essen. Von den vorgenommenen Sachen habe ich auch nichts geschafft, aber als ich gerade richtig down war, rief meine Freundin an, die an der Stimme hörte, wie es mir ging und 5 min. später vor meiner Tür stand. Sie ist gerade wieder nach Hause gefahren und jetzt geht es mir etwas besser. Ich bin auch schon etwas müde, so dass ich gleich schlafen gehen werde.

Ich hoffe, euch ging es heute besser und wünsche euch eine gute Nacht.

Sternzeit

wolfsmond
24.08.2007, 10:57
Hallo Sternzeit,

es freut mich sehr, dass Du so eine liebe Freundin hast!!!
Schön das es Dir nach ihrem Besuch besser ginng.
Hoffe der gestrige Tag war auch einigermaßen in Ordnung?

vlg
wolfsmond


Liebe Vonna,

gestern hatten wir wohl keine Zeit hier reinzuschauen? Merkwürdig, es ist schon das zweite Mal, dass wir Beide am gleichen Tag nicht hier waren!?

Bei mir war es gestern sehr stressig im Büro und ich bin erst so gegen 18h00 zu Hause gewesen.
Die Post durchgesehen und festgestellt, dass der Sperrmüll schon am nächsten Dienstag (ab 6 Uhr) geholt wird. Na Klasse! Die ganze Planung wieder umwerfen. Jetzt muss ich über das Wochenende die Schränke komplett leeren. Am Montag rücken meine Schwester und mein Schwager zum Abbau an!
Du siehst also, es geht voran! Wenn auch etwas unfreiwillig.

Hoffentlich hast Dich heute schön verwöhnen lassen, bei Deinem heutigen Friseurtermin!

Schönen restlichen Tag und wir lesen bestimmt noch einmal voneinander, bevor Du in den Urlaub startest!!!

Allen Anderen natürlich auch einen schönen Tag. Bis morgen!

vlg
wolfsmond

Inaktiver User
25.08.2007, 00:05
Hallöchen,

ich wollte nur schnell sagen, dass ich versuche mich morgen nochmal zu melden. Bin jetzt einfach gerade viel zu kaputt und viel zu traurig. Ich geh jetzt ins Bett... hoffe, dass es morgen besser geht.

Gruß,
Vonna

wolfsmond
25.08.2007, 13:04
Liebe Vonna,

ich bin schon seit 7 Uhr am packen und räumen. Im Büro habe ich gerade einen schmalen Pfad zum PC und Ergometer frei gelassen. Ansonsten ist das Chaos ausgebrochen.
Warte jetzt auf meine Tochter, weil ich mich nicht alleine an den
Schrank meines Mannes traue.
Mein Schrank ist leergeräumt und alles verstaut oder verpackt! Puh! Mann glaubt gar nicht was alles in so einen Schrank passt.
Die "neutralen Sachen" wie Bettwäsche, Handtücher usw. sind auch bereits verstaut.
Der Mann einer lieben Kollegin hat mir heute früh noch zwei fahrbare Kleiderständer gebracht. Die sind ebenfalls bereits beladen.
Mal sehen, vielleicht kann ich heute Nachmittag noch ein bisschen im Garten arbeiten, oder aber ich werde ganz einfach die Sonne geniessen!

Wünsche Dir, dass Dein heutiger Tag besser verläuft! Drück' Dich mal ganz fest!!! :in den arm nehmen:
Hast Du Deinen Koffer schon gepackt??? Wünsche Dir einen erholsamen Urlaub! Du kannst wirklich stolz auf Dich sein, dass Du das durchziehst! :blumengabe:
Melde Dich, wenn Du wieder zurück bist! Bis dahin, alles Liebe und pass auf Dich auf!!!

Euch Allen ein schönes Wochenende!!!:Sonne:

vlg
wolfsmond

Inaktiver User
25.08.2007, 13:11
Liebe Sternzeit,

ich habe schon in Deinem Strang gelesen, dass es Dir wieder nicht so gut geht und Du etwas Angst hast vor dem Wochenende, obwohl es schon recht verplant ist. Das tut mir leid. Ich hoffe für Dich, dass Du Dir das Wochenende so angenehm wie möglich machen wirst. Mir persönlich ging es bisher so, dass ich zum einen froh war über Ablenkung (sprich, es ist gut, wenn Du mit Freunden was vor hast und was unternimmst), zum anderen aber auch meine Zeit für mich gebraucht habe. Und wenn das dann heißt, dass ich in der Zeit heulend durch die Wohnung gelaufen bin, dann musste das wohl so sein, dann habe ich das wahrscheinlich gebraucht. Ich kann Dir aus meiner persönlichen Erfahrung nur raten, nutze Möglichkeiten der Ablenkung, wenn Dir wirklich danach ist und Du einfach eine Denk- und Leidenspause brauchst, nimm Dir aber auch Zeit für Dich und heul Dich gegenenfalls aus, wenn Dir danach ist. Immerhin hast Du wirklich beide Möglichkeiten, da Du liebe Freunde hast, die für Ablenkung sorgen können, wenn Du sie brauchst. Sag ihnen aber auch wirklich wonach Dir ist, sie können es nicht erraten. Jaja... es ist leicht da gute Ratschläge zu geben, ich halte mich da selbst nicht immer dran, aber es ist auch nur als Hinweis gemeint.

Ich wünsche Dir auf alle Fälle trotz allem ein sonniges, schönes Wochenende. :in den arm nehmen:

Liebe Wolfsmond,

wie läuft das Leerräumen der Schränke? Ich habe mir gerade versucht vorzustellen wie Du dabei bist alles auszuräumen und schicke Dir dafür erstmal ein großes Kraftpaket!!! :blumengabe:

Mein gesteriger erster Urlaubstag war eigentlich sehr schön. Ich war morgens beim Friseur, was ganz okay war. Die Friseuse hat mir ein bisschen zu viel Small Talk betrieben. Da weiß ich dann manchmal gar nicht mehr, was ich noch sagen soll. Am liebten hätte ich gesagt "nun schneiden sie mal einfach weiter und halten sie ihren Mund." Wir haben von Urlaub gesprochen und sie hat die ganze Zeit dann von sich und ihrem Mann erzählt und dem gemeinsamen Urlaub "wir haben dies... wir haben das...". Sicher, sie kann nicht wissen, dass dieses "wir" für mich gerade der reinste Schlag ins Gesicht ist, aber ich hatte schon gesagt, dass ich alleine in den Urlaub fahre, hätte sie ja auch mal nachfragen können, warum ich alleine fahre. Ich glaube zwar nicht, dass ich ihr die Wahrheit gesagt hätte aber vielleicht hätte das das "wir"-Geschwätz etwas gebremst. Ach ja ich weiß, man kann es mir gerade nicht recht machen. Ich war echt kurz davor zu sagen "Gute Frau, ist ja recht und schön, dass sie alles mit ihrem Mann zusammen machen können... übrigens, ich fahre alleine in den Urlaub, weil mein "Mann" tot ist.". Scheiße... ich weiß oft nicht, wann sag ich was und wann lass ich es. Was wäre so schlimm daran gewesen da auszusprechen? Sicherlich, sie ware geschockt gewesen, hätte vielleicht sogar ein schlechtes Gewissen bekommen, sich mies gefühlt, nicht gewusst was sie dazu sagen soll... aber so ist es eben. Da gibt es nichts zu sagen, da kann man sich nur mies fühlen, warum sollen das auch unbekannte Leute nicht einfach mal erfahren und wissen? Ach je... keine Ahnung, eigentlich wollte ich das jetzt nicht so breittreten.

Auf jeden Fall war ich danach noch etwas shoppen, was auch ganz nett war. Dann war ich noch gemütlich in der Bücherei und danach, da bin ich besonders stolz drauf, war ich ganz alleine bei uns in einem Cafe zum Mittagessen. Sowas habe ich noch so gut wie nie gemacht, ganz alleine essen gehen. Ich hatte ja aus der Bücherei was zu lesen, das Wetter war prima, es gab was leckeres auf der Tageskarte, also habe ich das gemacht. Und ich habe mich keine Minute dabei komisch oder unwohl gefühlt. Ich fand es prima, habe es einfach als Zeichen genommen, dass ich das im Urlaub ja wohl auch schaffen werde, wenn ich es hier schaffe. Dann bin ich heim, habe da noch ein paar Dinge erledigt. Hatte später noch einen Termin bei meiner Therapeutin und war danach dann noch Laufen. Abends habe ich noch telefoniert und dann ein bisschen DVD geguckt. Dann habe ich leider den Fehler gemacht und den rechtzeitigen Absprung ins Bett nicht geschafft, weshalb ich dann leider doch noch das große Heulen bekommen habe und mich eine Stunde lange noch gewunden habe. Wieso Urlaub, wieso ohne ihn, was soll das alles? Das übliche blabla halt. Mich kotzt es mittlerweile etwas an. Ich hatte heute sogar schon ein bisschen eine Wut auf Rainer, ist irrational, aber was solls. Warum musste er unbedingt Motorrad fahren, wie konnte er mich nur alleine lassen, mir das antun, dass ich jetzt durch all das durch muss, wo es gerade so durch geht, dass ich jetzt alleine in einen Urlaub fliege, der eigentlich unser Urlaub hätte werden sollen? Ich weiß, dass er das nicht wirklich vor hatte, wäre ja auch bescheuert. Deshalb kann ich nicht wirklich wütend auf ihn sein, aber irgendwie dann doch schon. Ist schwer zu beschreiben. Vielleicht versteht mich ja jemand von euch, keine Ahnung.

Gerade habe ich noch die letzte Wäsche gebügelt und werde jetzt mal anfangen zu packen. Erstmal alles zusammensuchen was ich mitnehmen will, damit ich mich dann für Koffer x oder y entscheiden kann. Der kleinere oder doch der große??? Mal schauen.

Hey, jetzt wird es mir aber unheimlich... gerade bekomme ich eine Mail von Brigitte, dass Du, wolfsmond, hier geschrieben hast. Und das während ich noch am tippen bin. Was schreibst Du denn...
Ah ja, schon fleissig am räumen. Nun gut, ich werde mich jetzt auch an meinen Koffer machen.

Wünsch Dir eine erfolgreiche Renovierung und ganz viel Kraft. Ich melde mich, wenn ich wieder zurück bin. :blumengabe:

Liebe Grüße,
Vonna

Inaktiver User
03.09.2007, 01:36
Hallöchen,

bin wieder da... aber es ist Mitten in der Nacht und ich werde erst morgen (genauer gesagt heute, aber später :zwinker: ) richtig schreiben. Wollte mich nur kurz zurück melden und da ich eh noch ein bisschen aufgedreht bin von der Reise hat es dafür auch noch gereicht.

Bis morgen ihr Lieben,
Vonna

Stina2270
03.09.2007, 11:07
Liebe Vonna,

schön, dass Du wieder da bist. Ich hoffe Du hattest einen angenehmen Urlaub.
Ich bin gespannt auf Deine Erzählungen...:blumengabe:

Liebe Grüße

Stina

wolfsmond
04.09.2007, 07:57
Hallo Vonna,

bin schon sehr gespannt auf Deinen Bericht. Schön, dass Du wieder da bist.

Bei mir sind gestern 3 Schreiner eingefallen. Die Arbeiten gehen gut voran. Mal sehen wie weit die Jungs heute kommen.
Vielleicht kann der Mann meiner Nichte mir am Mittwoch schon die
neue Matratze besorgen. Endlich mal wieder richtig ausstrecken.
Diese Couchschlaferei ist doch nicht so das Wahre.

Von meinen Möbeln habe ich noch nichts gehört, hoffentlich klappt das mit der Anlieferung noch während meines Urlaubs. Wäre schön. Aber was nicht ist...

Wann musst Du denn wieder zur Arbeit?

Wünsche allen einen schönen Tag!
Heute scheint, zumindest im Moment, die Sonne. Hoffe sie hält sich, denn mein Rasen schreit nach einem Schnitt!

vlg
wolfsmond

Anita66666
04.09.2007, 16:25
Liebe Vonna,

ich kann Dir nicht sagen, was in mir vorgeht wenn ich deinen ersten Beitrag lese. Es tut mir so unendlich Leid was dir passiert ist und ich kann deinen Schmerz voll und ganz nachvollziehen.

Mein Freund, mit dem ich 5 Jahre glücklich zusammen war, ist vor genau 3 Monaten und 6 Tagen bei einem Verkehrsunfall gestorben - ebenfalls unverschuldet. Als ich deinen Beitrag gelesen habe, kam es mir vor als hätte ich ihn selber geschrieben. Genau dasselbe fühle ich und ich weiß nicht mehr weiter. Hört dieser Schmerz denn endlich auf????

Ich wollte dir nur einfach schreiben, den irgendwie fühlte ich mich so verbunden.....jemand mit dem gleichen Schmerz und dem gleichen Verlust.
Wie es Dir geht und wie Du damit zurecht kommst sind wohl die falsche Fragen ........ ich wünsch Dir einfach nur viel Kraft und Zuversicht....auch wenn ich selber weiß, dass das alles nicht so einfach ist und auch nicht wirklich geht.

Ganz liebe Grüße und nochmals mein aufrichtiges Beleid

Anita

Inaktiver User
04.09.2007, 23:01
Liebe Anita,

erstmal vielen Dank für Deine Worte. Auch mir tut es so unendlich leid für Dich, ich weiß genau, was Du durchmachst und ich wünsche es echt niemandem. Aber man hat es eben nicht in der Hand. Ich weiß auch, dass es manchmal einfach auch hilft, wenn man von jemandem was liest, dem es genauso geht, wenn man weiß, es gibt andere, die ziemlich genau das gleiche durchmachen. Deshalb schreibe ich hier auch. Zum einen, weil es mir selbst hilft natürlich und zum anderen, weil ich so andere finden möchte, die mich und meinen Schmerz verstehen, die ähnliches erlebt haben und mit denen man Erfahrungen austauschen kann. Also schreib ruhig wieder, wenn Du möchtest, es tut gut (also mir zumindest).

Liebe Wolfsmond,

puh, bei Dir geht es ja richtig zur Sache. Ich halte Dir ganz feste die Daumen, dass Du morgen schon wieder auf einer richtigen Matratze schlafen kannst. Wie fühlt es sich denn bis jetzt für Dich an, dass das Schlafzimmer so verändert wird? Ich hoffe, es geht Dir noch gut damit.

Leider muss ich morgen schon wieder arbeiten. Aber ich wollte Euch auf jeden Fall endlich ein bisschen von meinem Urlaub erzählen. Ich bin eigentlich super stolz auf mich, fällt mir gerade auf. Ich habe das wirklich durchgezogen und war alleine im Urlaub. Es war eigentlich sehr schön. Das Wetter war toll :Sonne: , mir schon fast zu heiß und als es zweimal etwas wolkiger und windiger war, war ich fast dankbar. Die Finca war auch sehr schön, das Essen gigantisch. Vegetarisches Buffet, was will man mehr :freches grinsen: . Anschluss habe ich auch sehr schnell gefunden, da einige Alleinreisende da waren. Ich habe eigentlich nie was ganz alleine gemacht, es war aber auch nicht "gezwungen gesellschaftlich". War also genau richtig. Die Leute hätten zwar etwas gemischter, was Alter und Geschlecht angeht, sein dürfen, aber dafür waren es nette Menschen. Ich dürfte so ziemlich die jüngste gewesen sein und einige deutlich älter, hätten teilweise meine Mutter sein können. Wie man da schon liest, es war auch sehr frauenlastig. Und wenn ich mit einer Sache nicht klar komme, dann sind es zu viele Frauen auf einem Haufen. Aber für eine Woche geht das schon. :smirksmile:
Ich habe auch einiges unternommen, mir 2 Städte angeschaut, war einmal reiten, habe eine Pilatesstunde mitgemacht und ich war auf dem Meer beim Whale Watching. Das war gigantisch und ich habe super Fotos im Kasten. Es hat sich doch gelohnt die große, schwere Spiegelreflexkamera mitzunehmen. Delphine, Tümmler, Orcas, Grindwale... alles drauf.
Mit meiner Trauer ging es mir auf der Reise fast besser als daheim. Sicher gab es Momente, in denen ich einfach weinen musste, in denen ich dachte "ich würde das so gerne mit Rainer zusammen erleben". Oh Mann, wenn er da mit auf dem Meer gewesen wäre.... das hätte ihm so gefallen. Das tat und tut so weh, dass er das nicht mehr erleben kann. Der Reiseleiter hat gleich am Anfang meinen Anhänger um den Hals gesehen, einen Delphin, worauf er meinte, dass er diesen besagten Ausflug organisieren will und das bestimmt was für mich wäre. Den Anhänger trage ich ja, weil es Rainers Anhänger war. Irgendwie war das schon seltsam, ich dachte, ich mache da was, wofür er sofort zu haben gewesen wäre. Erst hätte ich es aus dem Grund beinahe sein lassen. Jetzt bin ich froh, dass ich es trotzdem gemacht habe.
Dauernd dachte ich auch "Mensch habe ich Rainer viel zu erzählen, wenn ich wieder nach Hause komme". Für mich war es also irgendwie okay alleine im Urlaub zu sein, nur dass ich ihm das alles nicht mehr erzählen kann, das schmerzt so unendlich. Wen interessiert es denn sonst? Er hätte es interessiert angehört und wäre so stolz auf mich gewesen. Geritten bin ich nämlich auch. Immer wieder habe ich gejammert, dass ich das endlich mal wieder machen möchte und nie habe ich mich aufgerafft. Nun habe ich es getan. Ich habe seit seinem Tod so vieles getan, was ich früher nicht geschafft habe. Auf der einen Seite ist es toll, auf der anderen Seite bricht es mir das Herz.

Mist... jetzt sitze ich wieder hier und heule Rotz und Wasser. So schnell erwischt es mich dann wieder. Aber ich kann mich inzwischen meist schneller wieder beruhigen. Ich weine auch nicht mehr ganz so oft. Dafür wird dieses Gefühl immer stärker, dass er dann jetzt doch bald wieder kommt. Kann doch so nicht weiter gehen, ist doch echt lang genug. Ich will ihm alles erzählen. Und die Augenblicke, bis ich dann begreife, das wird nie passieren, dauern irgendwie immer länger. Das macht mir etwas Angst. Fast so, als wäre ich immer überzeugter davon, dass das nicht passiert sein kann, doch alles nur ein böser Traum war. Vielleicht ist das eine Art Schutzmechanismus, ich weiß nicht. Dauernd kann man diesen tiefen Traurigkeitspegel ja nicht aushalten. Da muss man sich dann vielleicht zwischendurch auch etwas selber betrügen. Deshalb vergesse oder verdränge ich es ja jetzt nicht.

Leute, ich habe es geschafft, ich war alleine im Urlaub und es war so, dass ich Lust bekommen habe es auch wieder zu tun und es mir auch vorstellen kann wieder alleine zu tun. Natürlich hoffe ich darauf, dass es eines Tages wieder jemanden geben wird, mit dem ich gemeinsam Urlaub machen kann, aber ich kann es auch alleine. Und ich finde Anschluss, es kann Spass machen. Wir haben auch viel gelacht und uns gut unterhalten. Mir war eigentlich kein einziges Mal langweilig. Und ich habe es geschafft zu tun wonach mir war. Ich habe mich auch zwischendurch einfach mal in den Olivenhain gesetzt und Tagebuch geschrieben, an Rainer gedacht - gut, da habe ich dann auch geweint, aber das darf ja auch so sein. Das Schlimmste, ehrlich gesagt, war das nach Hause kommen. Ich wollte gar nicht nach Hause, ich wollte nicht diese Wohnung aufschließen und wieder alleine hier sein. Ein bisschen hat mir das gezeigt, dass ich wirklich nach einer anderen Wohnung schauen muss. Ich weiß zwar nicht, ob es dann anders wird, aber es wird dann nur meine Wohnung sein, da ist es dann ganz natürlich, dass nur ich heimkomme und da niemand ist, der auf mich wartet. Ich denke, es wäre schon anders. Es würde auch weh tun, weil eben dieser Schritt nötig war, ohne dass ich ihn je tun wollte, aber letztendlich wird es anders sein. Ich hoffe, dass ich die Kraft und Zeit dafür auch bald finde. Im Moment muss ich aber bei der Arbeit erstmal einiges auf die Reihe bekommen. Mein Promotionsthema mit dem Chef besprechen bzw. wirklich eins finden. Wenn das mal etwas klarer ist und sicherer, dass ich da wirklich promovieren kann, dann fühle ich mich bestimmt auch sicher genug, um eine Wohnung zu suchen.

Okay Ihr Lieben, das war jetzt eine lange Nachricht und ich muss dringend ins Bett. Kann mir noch gar nicht vorstellen morgen früh wieder raus zu müssen und arbeiten zu gehen. Brrr.

Wünsche Euch allen eine gute Nacht und freue mich schon darauf wieder was von Euch zu hören. :smile:

Liebe Grüße,
Vonna :blumengabe:

Inaktiver User
04.09.2007, 23:30
Liebe Vonna,

toll das Du so einen schönen Urlaub hattest.Ich war schon ganz gespannt auf Deinen bericht,weil Du ja selbst nicht genau wußtest,wie es Dir allein im Urlaub ergehen würde.
Ich wünsche Dir weiterhin diese Stärke und Mut.
Außerdem einen guten Start in die Arbeitswoche.

Ich wäre froh,wenn ich meiner Freundin etwas von Deiner Energie abgeben könnte.

Liebe Grüße Wolke.7

Anita66666
05.09.2007, 14:03
Liebe Vonna,

es freut mich für Dich das du einen schönen Urlaub hattest. Wenn ich mir so überlege, ich persönlich hätte das nie auf die Reihe bekommen alleine in den Urlaub zu gehen und daher kannst du wahnsinnig stolz auf Dich sein.

Danke auch das du mir gleich zurück geschrieben hast. Ich fang jetzt auch hier an, ich merke auf irgendeiner Art und Weise tut es gut und da es auch Dir gut tut, schreibe ich dir wieder.

Ich kann dich verstehen, dass du die Kraft noch nicht hast eine eigene Wohnung zu suchen. Aber ich würde es dir raten... bzw. natürlich musst du das auch selber wissen.... da kann dir niemand rein reden. Ich hatte auch eine gemeinsame Wohnung mit meinem Freund und habe die sofort nach seinen Tod gekündigt. Ich konnte einfach nicht mehr in dieser Wohnung sein, wo ich einst mal so glücklich war. Alles errinnert einem an Ihn, die Klamotten, die Sachen von ihm ...einfach alles. Ich hoffe für Dich das du irgendwann die Kraft und den Mut dafür findest aus der Wohnung auszuziehen.
Auch wenn ich dich nicht persönlich kenne, ich würde dir sofort helfen.... doch leider wohnen wir ein wenig weit auseinander. :smile:

Ich wünsche Dir noch einen schönen Tag und hoffe dein erster Arbeitstag verlief einigermaßen gut.

Ganz liebe Grüße
Anita

Sternzeit2506
05.09.2007, 21:22
Liebe Vonna,
schön, dass du wieder da bist. Ich habe mich richtig gefreut, als ich deine Nachricht in meinem Strang fand. Es freut mich - wie alle anderen auch- dass du eine gute Zeit hattest und den Urlaub doch ein wenig genießen konntest. Ich habe noch meinen ganzen Jahresurlaub vor mir und kann mir aktuell gar nicht vorstellen, ihn noch in diesem Jahr zu nehmen, es sei denn, ich schaffe meinen Kurztrip nach Sylt. Manchmal zweifle ich daran, aber ich werde versuchen, es zu realisieren. Wird wahrscheinlich eh erst im November etwas, da ich jobmäßig momentan sehr ausgelastet bin.

Liebe Anita,
ich habe gelesen, dass du die gemeinsame Wohnung sofort gekündigt hast. Wie fühlst du dich damit? Ich bin immer noch sehr mit mir am hadern. Schaue mir zwar Wohnungen an, habe aber immer den Gedanken "Nein, ich will hier nicht wohnen. Nicht alleine, nicht ohne Frank." Ich fühle mich allerdings in dem Haus auch sehr wohl und denke, alleine wäre ich ganz alleine. Mein Verstand sagt mir aber, dass es albern ist, in diesem Haus zu bleiben, welches alleine für mich zu groß und viel zu leer ist. Außerdem ist es albern, alleine so viel Miete zu zahlen. Aber wie gesagt, mein Bauch spielt bei dieser Geschichte noch nicht mit. Ich hoffe sehr, dass ich bald klarer sehe. Gott sei Dank, drängt mich nichts, da ich mir die Wohnung auch alleine leisten kann. Grundsätzlich wäre es aber schon gut, weniger Miete zu zahlen und Geld zu sparen. So alleine weiß man ja auch nie, was mal kommt :wie?: Ich mache mir schon mehr Sorgen als früher, als das Leben noch unbeschwert war und man ja immer wusste, da ist ein lieber Mensch im Hintergrund, der alles für einen tun würde. Und nun ist da niemand mehr...

Liebe Grüße,
Sternzeit

Inaktiver User
05.09.2007, 23:47
Ja das mit der Wohnung ist so eine Sache. Ich fühle mich, bin ich einmal drin in der Wohnung, eigentlich ganz wohl hier, aber dennoch wird der Wunsch nach einer anderen Umgebung immer stärker. Ich brauche eine andere Stadt, einen anderen Weg "nach Hause". Es fühlt sich auch nicht mehr an wie zu Hause. Es ist okay, meine Sachen sind hier, die mir wichtig sind, ich kann tun was ich möchte, aber dennoch. Ich komme gerade aus dem Kino zurück. Ich wollte nicht heim, nicht schon wieder in diese leere Wohnung. Ich wollte nicht schon wieder übers Sterben nachdenken und dennoch habe ich es getan. Mitten im Kino schoss mir auf einmal durch den Kopf "irgendwann wird es auch dich nicht mehr geben, wie wird dieser Moment sein?". Diese Frage, diese Gedanken kreisen seit einiger Zeit in meinem Kopf rum. Das hört sich jetzt vielleicht egoistisch an, so wie wenn ich mir wünsche unsterblich zu sein. Verdammt, ich wünsch mir das auch, nur um diesen Moment nicht erleben zu müssen, zu wissen, jetzt ist alles aus. Und dann wünsche ich mir auch wieder das Gegenteil, wenn nur schon alles vorbei wäre. Ich werde noch wahnsinnig mit diesen Gedanken. Und es ist niemand mehr da mit dem ich solche Gedanken teilen kann. Der einzige, mit dem ich über so was gesprochen hätte, überhaupt hätte sprechen könne, war Rainer. Und aufschreiben kann ich es - zum Glück wenigstens das noch. Wenn ich diesen Gedanken "ich werde selbst einmal diesen letzten Moment erleben und danach ist alles vorbei" richtig an mich heranlasse, ich kann das Gefühl gar nicht beschreiben. Und wenn ich dann daran denke, dass Rainer genau diesen letzten Moment bereits erlebt hat und für ihn alles vorbei ist, dann bricht es mir das Herz. Leute, ich weiß wirklich nicht mehr was ich tun soll. Ich sitze hier, heule schon wieder den ganzen Abend. Hab ein total schönes Bild von einem Freund bekommen. Rainer und ich sind darauf und wir sehen beide so glücklich und zufrieden aus. Das wird es nie wieder geben. Im Moment fühlt es sich auch nicht so an, als ob es Glück und Zufriedenheit überhaupt wieder in meinem Leben geben könnte. Wieso bin ich so extrem in allem? Heute Abend könnte ich mir die Finger wundtippen vor jammern, mir die Augen aus dem Kopf heulen und morgen, morgen werde ich mich vermutlich wieder total übermüdet aus dem Bett kämpfen zur Arbeit gehen und funktioneren, vielleicht auch schon wieder an Zukunft denken in welcher Form auch immer. Das bin nicht ich, das bin alles nicht ich. Ich finde mich nicht mehr.

Und bei mir ist niemand da, der mich in solch total miesen Momenten in den Arm nehmen kann, bei dem ich mich mal fallen lassen kann. So einen Menschen gibt es nicht mehr. Ich weiß wirklich nicht, ob ich das alleine schaffe, aber ich glaube auch nicht, dass es Hilfe gibt. Wer denn auch?

Oh verdammt, was mach ich nur? Was macht ihr? Soll ich mich mehr ablenken, noch mehr unternehmen? Ich weiß es nicht, dann verschiebe ich vielleicht alles nur. Diese total verzweifelten Abende oder Nächte machen mir Angst. Wird das denn nie anders? Wieso ist niemand mehr da? Stoße ich die Leute weg? Hmm, aber es ist echt keiner da, die Leute in unmittelbarer Nähe kenne ich nicht gut genug und die anderen sind doch nicht die Freunde, für die ich sie gehalten habe. Ich weiß nicht, ob ich da unfair bin, aber mir fehlt die Kraft noch irgendwie fair zu sein und Verständnis aufzubringen. Wie kann man in so einer Situation, wenn es einer Freundin so dreckig geht, noch an so bescheuerte Sachen denken, dass man irgendwas mit ihr ausdiskutieren will, was vielleicht mal nicht so gut gelaufen ist und die "Freundschaft" gefährdet. So einen Freund habe ich nämlich gerade, ich glaube, dass er demnächst genau das vor hat, er hat am Telefon so Andeutungen gemacht. Verdammt, wieso kann nicht einfach mal jemand da sein, wenn es mir so dreckig geht wie jetzt, sprich, jemand der mal abends da ist, der mich dann einfach in den Arm nimmt, heulen lässt, jammern lässt, aber mich nicht alleine lässt, mir vielleicht ein Taschentuch nach dem anderen reicht. Dieser Freund muss auch gar nichts sagen, er muss nicht viel tun, ist das so viel verlangt?

Ach scheiße, wäre ich damals nur mit auf dem Motorrad gesessen...

frangipani
06.09.2007, 03:10
Hallo Vonna

Ein kleiner Gruss vom anderen Ende der Welt :blumengabe:

Ich weiss nicht viel, was ich dir sagen koennte, ich denke, du brauchst auch gar nicht viel Worte, vielleicht einfach nur das Bewusstsein, dass hier Menschen sind, die dir zuhoeren. Und das tun sie.

Die Abende werden sicher irgendwann anders - du - so bloed sich das auch anhoert - musst da durch. Mal hast du gute Tage, mal ganz besch**ene. Und ich glaube (zumindest ging es mir so), jeder besch**ene Tag hilft dir, ein Stueck staerker zu werden. Weil du es durchlebt hast und nicht verdraengt.

Du sagst, du findest dich gerade nicht - du veraenderst dich ja auch gerade, verstaendlicherweise. Wie eine verpuppte Raupe.

Und wenn die Zeit da ist, dass du dir eine neue Wohnung suchen kannst, dann merkst du es schon - ist wie mit dem Urlaub.

Auch wenn es sicher noch eine ganz andere Art von Trauer ist, wenn der Partner auf einmal geht, im Vergleich zu mir und meinem Bruder (den ich oft ueber lange Strecken nicht gesehen habe) - ich kann deine Gedanken zum 'danach' nachempfinden.

Ich sehe mich immer noch am Tag seines Todes allein im Badezimmer sitzen, auf einmal kam mir der Gedanke "Hey, er hat er geschafft, er hat tatsaechlich das geschafft, wovor jeder Mensch Angst hat."
Ich kann's schwer beschreiben, es war irgendwie ein Gefuehl der Ruhe, so wie "jetzt muss ich da auch keine Angst mehr vor haben, auch wenn es bei mir hoffentlich noch lange lange nicht soweit ist".
Ich war auf eine ganz komische Art irgendwie stolz auf ihn, weil ich wusste, dass er was vollendet hatte, dass er nun seine Ruhe hat.
Allerdings war er auch schwer krank. Ich hatte etwas Zeit, mich drauf einzustellen, auch wenn die Realitaet dann doch ganz anders ist, als man es sich vorstellt.

Ach je, klingt alles merkwuerdig verdreht, vielleicht kann es ja eine hier nachvollziehen.

Die Trauer wird dich immer begleiten, irgendwie. Jetzt ist sie noch wie ein boeses Etwas, dass dich immer mal wieder von hinten ueberfaellt, aber irgendwann wird es wie eine Art Samttuch sein, dass sich ueber deine Schultern legt. Wo du dich kurz einmummelst, das du dann aber wieder zur Seite legst.

Waere Rainer nicht eher froh, dass du nicht mit auf dem Motorrad gesessen hast? :blumengabe:



Liebe Gruesse
frangipani

prinzessin01979
06.09.2007, 10:07
Liebe Vonna,

:kerze: :kerze: :kerze: Das sind alles Kraftkerzen für Dich!

Ich weiss ja auch nur zu gut, wie es sich anfühlt, wenn man sich ganz alleine auf dieser welt fühlt- mit all seinem schmerz...:in den arm nehmen:

Gestern hattest du ein ganz großes tief - ich hoffe das dein heutiger tag, etwas besser ist.

Ich hab mal irgendwo gelesen- trauernde sind wie -steh auf männchen- Nach jeder abgrundtiefen nacht, stehen wir dennoch wieder auf und kämpfen um ein neues, durch das tal der tränen.

Ich weiss ja auch nur zu gut wie kräfteraubend das alles ist.

:blume: :blume: :blume: :blume: :blume: Die blümchen sind nur für dich, liebe Vonna.

Ich denke oft an Dich, vielleicht hilft dir der gedanke etwas, in einem wieder ganz traurigen moment, dass es menschen gibt, die im gedanken bei dir sind! :in den arm nehmen:

Sei ganz lieb gegrüßt,
Melissa

Anita66666
06.09.2007, 10:50
Liebe Vonna

Ich kann deine Verzweiflung und Deine Gedanken voll nachvollziehen. Mir geht es auch so, dass ich oft den Gedanken habe wie es ist, wenn "es" passiert. Was mein Schicksal ist? Ich denke so oft an das, was meinem Freund passiert ist. Das es einfach so schnell gehen kann, das du einfach überhaupt nichts machen kannst. Wie du wünsche ich mir auf der einen Seite zu leben, ...dann wiederum auf der anderen Seite denke ich, es wäre schön wenn ich auch nicht mehr hier wäre. Dann würde ich diesen Schmerz nicht mehr spüren und das ich vielleicht dann wieder bei Johannes bin. Ich rede oft mit Johannes darüber und flehe ihn schon fast an, dass er mich zu sich holen soll. Dann gibt es wieder Tage, wo ich mit Freunden unterwegs bin und auch mal lachen kann, Spass am leben habe. Aber sobald ich dann zu Hause bin, alleine in meinem Bett liege überkommt mich das Gefühl, dass ich lieber bei Johannes wäre - egal wo er ist. Und wie bei dir, ich kann das niemanden erzählen, dass es mir egal wäre, wenn ich nicht mehr leben würde. Ich kann meine Verzweiflung niemand erzählen, den was würden die denken?? Ich bin durchgeknallt? Will mich umbringen? Bin Siuzid gefährtet? Ich habe tolle Freunde, mit denen ich über alles reden kann. Sie würden jeden Tag, jede Minute zu mir kommen, wenn ich sie darum bitten würde. Das ist ein schönes Gefühl aber diese Gedanken, kann ich einfach niemandem mitteilen.

Aber das hier - das reden bzw. schreiben mich euch ...das hilft. Einfach alles aufschreiben was man denkt und fühlt.
Den Vonna, wir alle hören dir zu. :in den arm nehmen:

Und wegen deiner Wohnung, das kannst nur du selber entscheiden wann es der richtige Moment ist auszuziehen. Vielleicht willst du dann irgendwann garnicht mehr ausziehen, vielleicht fühlst du dich da doch sehr wohl.

Und Vonna, dein Freund hätte das sicher nicht gewollt, dass du mit auf dem Motorrad gesessen wärst. Aber ich kann dich verstehen, ich denke mir oft dasselbe. Hätte ich ihn doch nur abgeholt, vielleicht wäre dann das Auto in uns rein gefahren. Oder wäre ich auch bei ihm gewesen und wäre mit dem Rad nach Hause gefahren, vielleicht hätte es mich dann erwischt. Oft wünsche ich mir, das ich statt ihm tot wäre und es schön wäre, wenn er noch leben würde.

Liebe Sternzeit

Also ich fühle mich damit wohler. Es war schwer, sehr schwer. Ich musste ausziehen und seine Sachen in Kartons packen.... seine KLamotten, seine Lieblingssachen, seine ganzen Hobbys. Da wir noch nicht verheirtat waren, habe ich die restlichen Sachen (sprich Klamotten, Sportsachen usw.) seinen Brüdern gegeben. Sie haben somit auch eine Erinnerung und können sie auch benutzen. Die Sachen die mir wichtig waren habe ich bei mir behalten. Es war wirklich schrecklich, den es war so entgültig. Seine Sachen, unsere gemeinsamen Sachen in verpackten Kartons zu sehen war wirklich nicht einfach. Aber irgendwie wollte ich alles schnell vorbei haben, ich konnte die Wohnung einfach nicht mehr sehen und irgendwie auch seine Sachen nicht mehr. Am Anfang wollte ich einfach garnichts behalten, wollte alles seinen Brüdern und seinen Eltern geben, dann aber habe ich viele Sachen von ihm genommen, wo ihm sehr wichtig waren und wo mir wichtig waren. Für mich war es einfach nicht leicht, in eine Wohnung zu kommen wo ich so glücklich mit ihm war. Seine Klamotten lagen noch da, und so rochen noch so nach ihm. Und in der Nähe von unserer Wohnung, wo ich auch mehrmals vorbei fahren müsste, ist er verünglückt. Und ich kann diese Straße einfach nicht mehr sehen. Mich schmerzten einfach alle Erinnerungen, in der Stadt, in dem Restaurant wo wir so gerne essen gingen, in unserer Wohnung wo wir so schöne Zeiten miteinander verbrachten. Aber ich muss auch sagen, dass mein Freund und ich sowieso vor hatten aus dieser Wohnung zu ziehen. Wie wollten umziehen und in eine neue größere Wohnung. Auch ein sehr großer Grund war, dass ich am Anfang bzw. immer noch nicht alleine sein kann. Ich bin auch etwas jünger (20 Jahre - mein Freund war 26) und hatte daher die Möglichkeit zu meinen Eltern zurück zu ziehen. Das für mich momentan ganz gut ist, denn wie gesagt, das alleine sein macht mich wahnsinnig.
Aber die Entscheidung, die gemeinsame Wohnung aufzugeben ist jedem seine Entscheidung. Ich kann nur für mich selber sprechen, ... für mich wäre es anders einfach schrecklicher gewesen.

Sternzeit2506
06.09.2007, 21:57
Ist euch eigentlich mal aufgefallen, dass man alleine viel weniger als 50 % benötigt? Ich muss eigentlich so gut wie gar nicht mehr einkaufen gehen. O.k. es liegt zum einen daran, dass ich viel eingeladen bin, aber ich alleine brauche auch nichts. Alleine essen macht keinen Spaß und ein falscher Gedanke schnürt einem eh die Kehle zu. Aber auch die Zahnpast hält mehr als doppelt so lange. Was für banale Dinge einem manchmal durch den Kopf gehen.

Spannend fand ich auch einen Absatz in einem der Bücher, die ich gelesen habe. Dort stand, dass die Trauernden überall sind. Sie sitzen im Bus, stehen beim Bäcker an oder sind beim Friseur. Ich habe mir da früher nie Gedanken drüber gemacht. Dachte höchstens "Mensch, was guckt der/die mürrisch?", aber jetzt sehe ich das in einem ganz anderen Licht. Wer weiß, wieviele Trauernde es wirklich um einen herum gibt?

Liebe Anita, das ist natürlich sehr schön, dass du wieder bei deinen Eltern sein kannst. Da beneide ich dich schon ein wenig drum. Ich habe leider keine Eltern mehr und gerade meine Mom fehlt mir jetzt sehr.
Und du bist 20, wurdest also geboren, als ich mit Frank zusammenkam :smile: . Ich war damals 19 und habe 20 tolle Jahre mit ihm verbracht.

Mir fällt der Gedanke wirklich sehr schwer, hier wegzuziehen, gucke mir aber trotzdem am Sonntag eine Wohnung an (obwohl ich eigentlich jetzt schon weiß, dass ich sie nicht haben will).

Vonna, du hast geschrieben, du konntest über einige Gedanken nur mit Rainer sprechen. Das verstehe ich sooooo gut. Es gibt so viele Dinge, die ich nur mit Frank besprochen habe, weil sie auch andere Menschen gar nicht interessieren. Ich erlebe gerade eine spannende Zeit in der Agentur, es wird viel umstrukturiert und die neue Geschäftsführung bindet mich voll in diese Prozesse ein und fragt nach meiner Meinung. Das sind Dinge, die ich abends mit Frank diskutiert hätte - es interessierte ihn auch. Aber jetzt... Ich könnte gerade eine tolle Zeit haben, wenn Tag X vor 10 Wochen nicht wäre. So funktioniere ich am Tag und knie mich auch voll rein, aber sobald ich zuhause bin, bin ich furchtbar schlecht drauf, weine und kann das Schöne nicht genießen - und auch nicht darüber sprechen.

In Bezug auf die Ablenkung wurde mich von meiner Therapeutin und auch hier im Forum gesagt, dass nur Ablenkung nicht gut ist und man sich auch mal fallen lassen soll und ein Wochenende nur weinen soll. Man würde sonst nur verdrängen, aber nicht verarbeiten. Ich gebe jetzt ganz klug diesen Rat an dich weiter, obwohl ich ihn selber nicht befolge. Speziell meine Wochenenden sind immer so verplant, dass ich vom Frühstück bis zum Schlafen gehen, abgelenkt bin. Vielleicht schaffe ich es irgendwann, mich ein Wochenende zuhause einzuschließen und das Telefon abzustellen, aber momentan finde ich den Gedanken noch schrecklich.

Meine Lieben, gute Nacht und ich freu mich schon, wieder von euch zu hören.

Sternzeit

Inaktiver User
07.09.2007, 11:34
Vielen Dank Ihr Lieben, das ist wirklich so schön, dass es Euch gibt.

Ich weiß auch nicht, was gerade los ist. Es ist jeden Abend das gleiche Spiel. Aber in Euren Worten liegt immer so viele Wahres und so vieles in dem ich mich wieder erkenne.

Liebe frangipani,

Du hast vollkommen recht, ich fühle mich wirklich gerade "verpuppt". Oft laufe ich durch die Welt und denke mir, was ist das nur eigentlich, alles ist anders und doch gleich, ich komme mir vor, wie wenn ich durch Watte laufen würde oder durch eine Simulation. Keine Ahnung, es ist alles so unwirklich wirklich. Ich glaube, ich drücke mich auch seltsam und unverständlich aus. Aber egal... Es ist einfach alles anders, seit dem 15. April und doch ist die Welt noch dieselbe. Ich finde übrigens nicht, dass Du wirres Zeug geschrieben hast, als Du meintest "er hat es geschafft, wovor jeder Mensch Angst hat". Ich kann das gut nachvollziehen - manchmal. Ich wüsste nur so gerne wie es ist und keiner kann es einem sagen. Und leider, aber das weiß ich eben auch nicht so genau, das ist so verwirrend, glaube ich ja nicht daran, dass da nach dem Tod noch was kommt. Ich habe auch das Gefühl, dass Rainer irgendwie noch da ist, um mich herum ist, aber ich glaube das nicht wirklich, ich denke eigentlich, dass es ein Wunschdenken von mir ist, dass er ein so wichtiger Teil von mir ist, dass er durch mich noch da ist. In meinen Gedanken lebt er weiter und deshalb habe ich auch das Gefühl, dass er um mich herum ist. Das er sieht was ich tue, dass er manchmal traurig ist, weil ich so traurig bin oder stolz ist auf das, was ich alles geschafft habe. Aber da ist nicht wirklich was von ihm um mich herum, sondern es sind meine Gedanken, die ich für ihn denke. Hört sich jetzt auch abgefahren an. Ich kannte ihn einfach so gut, dass ich mir oft vorstellen kann, was er denken oder sagen würde und das projeziere ich dann eben in einen "Rainer, der um mich herum noch irgendwie da ist". Das ist ja nichts schlechtes, denke ich, es wäre viel eher schade, wenn es nicht so wäre. Aber es tut auch so weh. Es kommt ja bestimmt nicht von irgendwo her, dass ich, wenn ich alleine daheim bin, manchmal vor mich hinflüstere "Rainer, warum hast DU mich alleine gelassen". Ich spreche ihn ja direkt an, obwohl er nicht mehr da ist. Das ist so eine Gewohnheit, aber ich könnte es mir nicht anders vorstellen. Er kann mich nicht mehr hören, ich spreche quasi mit mir selbst. Mir wird das leider immer wieder bewusst, wenn ich das tue, und dann bin ich umso trauriger. Aber ich kann es nicht ändern, ich kann es nur zulassen. Ist jetzt halt so. Ich vermisse ihn so unendlich. Tja, aber er hat das hinter sich, er hat das "überstanden". Ich habe trotzdem Angst vor dem Augenblick an dem es bei mir so weit ist.

Meine Oma ist ja auch erst vor kurzem gestorben, Dezember letztes Jahr. Ich weiß, dass sie immer große Angst vorm Sterben hatte. Die ganze Verwandtschaft hat immer gewitzelt, dass sie mal ganz alt wird, einfach weil sie zu viel Angst hat zu gehen. Und dann kam alles ganz anders. Sie war wegen einer normalen OP im Krankenhaus, die war überstanden, es ging ihr schon wieder besser, sie hat sich Gedanken gemacht über die Reha und auf einmal rief meine Mutter an und meinte, meine Oma wäre in der letzten Nacht gestorben. Ich konnte es gar nicht fassen, was war da nur passiert. Ich hatte sie nicht einmal besucht im Krankenhaus, war ja nur "Routine" und sie sollte nicht lange dort bleiben, dazu war es dann einfach zu weit zum fahren. Ich konnte dann nur daran denken, dass sie mich immer gefragt hat "Kind, erlebe ich noch, wie Du Dein Studium abschließt?" und dann ist sie 3 Monate zu früh gegangen, um es wirklich zu erleben. Das tat mir so leid. Wie für sie wohl dieser letzte Moment war? Niemand groß bei ihr, weil ja keiner damit gerechnet hat. Und sie mit ihrer großen Angst vor dem Sterben alleine? Schrecklich, wenn man sich das so überlegt. Ich denke dann nur, wenigstens hatte sie mehr als doppelt so viel Zeit auf der Erde als mein Rainer. Sie wurde 86 Jahre alt, Rainer nur 38. Was wird auf meinem Grabstein einmal stehen? Werde ich alleine sterben oder werde ich doch noch zu einer Familie kommen, die dann bei mir ist? Im Moment sieht es halt so alleine aus, dass ich mir das zweite gar nicht vorstellen kann und das macht mich wieder traurig.


Liebe Meliassa,

vielen Dank für die vielen Kraftkerzen und Blümchen. Es tut so gut, wenigstens hier Leute zu haben, die an einen denken, einen virtuell umarmen.

Ich hoffe, Dir selbst geht es inzwischen wieder ein wenig besser. Das mit den Stehaufmännchen habe ich schon oft gedacht. Ich hoffe nur, dass man wirklich immer wieder aufstehen kann, dass dieser Mechnismus nie kaputt geht. Ich stelle mir das echt immer bildlich vor, dann kann man dabei wenigstens noch ein wenig schmunzeln.

Liebe Anita,

ich habe mir Deinen blog angeschaut und finde ihn wunderschön. Johannes war echt ein symathischer Kerl, soweit man das auf den Bildern sehen kann und ihr habt so einen glücklichen Eindruck gemacht. Ich weiß, wie weh das tut und es tut mir so leid für euch.

Das mit der Wohnung, ich werde es mehr auf mich zukommen lassen. Im Moment habe ich nicht richtig die Kraft dafür und ich fühle mich jetzt nicht total unwohl in meiner Wohnung. Ich schreibe schon "meine" Wohnung, versuche das ein bisschen zu üben, auch wenn das jetzt albern klingt. Na ja, aber es ist meine Wohnung, ich zahle jetzt ganz alleine dafür. Zum Glück kann ich das überhaupt. Ich kann mich darin zurück ziehen, liege dann auch mal auf seinem Sofa, eingemümmelt in eine Decke und weine bitterlich um ihn. Sein Sofa, das jetzt mein Sofa ist. Komisch irgendwie. Es wird alles "seins" bleiben. Aber das wird es auch bleiben, wenn ich damit umziehe. Von daher... Sicher, werde ich einige Sachen ausmisten und vielleicht wollen seine Eltern oder Geschwister noch das eine oder andere Teil haben. Aber das ist im Moment nicht wichtig und zum Glück bestehen sie da auch auf nichts, auch wenn wir nicht verheiratet waren. Sie haben mir schon gesagt, ich soll einfach schauen, dass ich es so mache, wie es für mich am besten ist, dass ich mich auch so einrichte, mit den Sachen die ich behalten will. Nur bevor dann was rausfliegt (denn alles kann ich nicht behalten), werden sie es sich dann anschauen, ob sie noch was wollen oder brauchen können. Es gibt schon Momente, in denen ich denke, nur raus hier. Aber die sind nicht so stark, dass sie mir die Kraft geben Wohnungsanzeigen durchzusehen und Besichtigungstermine auszumachen. Auf diesen Moment werde ich einfach warten. Er wird kommen, vielleicht schon nächste Woche, vielleicht erst nächstes Jahr. Egal.

Liebe Sternzeit,

wie nett, noch jemand, der an so banale Dinge denkt, wie ich auch manchmal. Schon komisch, ich brauche auch weniger als 50%. Mein Kühlschrank ist auf einmal so leer und es macht mir nicht einmal was aus. Und selbst das was drin ist, kann auch mal kaputt gehen, muss ich zu meiner Schande gestehen. Aber auch... auf einmal kaufe ich Dinge, die er gern gemocht hat einfach für mich ein. Der Frischkäse, auf den ich nie so scharf war, auf einmal esse ich es wie er, Frischkäse aufs Brot und Marmelade drüber. Es ist seltsam. Überhaupt, Essen war immer ein Thema, was mache ich zu essen, was gibt es am Wochenende. Aber auch so Dinge wie, ich will doch eigentlich nicht so viel essen, kämpfe mit meinem Gewicht hin und wieder. Und jetzt, jetzt esse ich, wie er immer gegessen hat. Wenn man Hunger hat, isst man halt was. Man isst dann was, worauf man schon irgendwie Lust hat, denkt aber nicht zu viel und zu lange darüber nach, was das sein könnte. Das habe ich nämlich früher gemacht, nach dem Motto "was will ich denn jetzt wirklich am liebsten essen, was mache ich mir". Heute esse ich auch einfach mal eine Scheibe Brot, weil es mir zu dumm ist zu viel Gedanken daran zu verschwenden und ich einfach nur das Knurren im Magen los haben will. Wie man sich von heute auf morgen ändern kann, weil sich Prioritäten auf einmal total verschieben. Schon irre.

Und das mit den mürrisch guckenden Menschen... genau das habe ich auch schon gedacht, wenn ich in der S-Bahn unterwegs war und gerade morgens und abends die vielen unfreundliche dreinschauenden Leute gesehen habe. Ich habe mich gefragt, ist bei denen allen was schlimmes passiert, der Tag so schrecklich gelaufen, jemand gestorben, dass sie so schauen? Bestimmt nicht bei allen, aber wie soll ich die rausfinden, denen es wirklich so geht, wie sie aussehen? Wie wirke ich da wohl auf die anderen? Vor allem in den wenigen Momenten, wo mir selbst in der S-Bahn mal verstohlen ein paar Tränen über die Wangen liefen. Warum merkt das eigentlich keiner bzw. spricht einen niemand darauf an? Ich weiß noch, wie ich zur Schulzeit einmal im Bus saß, ich bin früher heimgefahren, und Rotz und Wasser geheult habe, weil mein damaliger Freund mit mir Schluß gemacht hat. Ein wildfremdes Mädel kam im Bus auf mich zu, hat sich neben mich gesetzt und einfach in den Arm genommen, gefragt was passiert ist und ob sie mir helfen kann. Die war eigentlich super mutig und total nett, denke ich so im Nachhinein.

Oh ja und diese Dinge, die bei Dir gerade in der Agentur passieren, wie Du schreibst, genau solche Dinge gibt es bei mir auch gerade. Die würde ich so gerne mit Rainer besprechen und die sind so knifflig, dass ich mir eben nicht vorstellen kann, was er dazu sagen würde, das würde erst in einer Diskussion entstehen. Und das geht nicht mehr und das fehlt fehlt fehlt einfach.

So Ihr Lieben, ich muss mal zum Ende kommen. Aber das Ausführliche habe ich mir aufgrund Eurer vielen lieben Antworten jetzt einfach gegönnt. Heute habe ich wieder Therapie. Das würde nochmal ein Kapitel für sich geben. Ich schaue mal noch, wie das heute uns das nächste Mal läuft und wenn ich dann immer noch das Gefühl habe, dass mir das nichts bringt, dann werde ich sie darauf ansprechen und sie nach einer Empfehlung für jemand anderen fragen. Ist vielleicht krass, aber was soll ich machen, bei ihr bleiben macht dann keinen Sinn. Das ist dann Zeit- und Geldverschwendung. Ich weiß aber auch nicht, warum ich zu ihr diesen Draht nicht bekomme, dass ich mein Herz ausschütten kann. Irgendwie geht das bei dieser Frau nicht, warum, keine Ahnung. Eigentlich sollte ich mir wieder überlegen, über was ich mit ihr heute reden will, aber schon dazu kann ich mich nicht aufraffen. All das, was ich Euch so erzähle, sollte doch genug Stoff für ein Gespräch mit meiner Therapeutin sein, aber bei ihr sitze ich dann und mir fällt nichts ein, worüber ich reden will. Ist doch seltsam. Was meint Ihr denn dazu?

Liebe Grüße,
Vonna

Sternzeit2506
07.09.2007, 11:51
Liebe Vonna,
nur ganz schnell, weil ich eigentlich arbeiten müsste: Ich habe meiner Therapeutin auch gerade den "Laufpass" gegeben, weil ich genau das selbe empfunden habe wie du. Ich habe mir die ganze Woche schon Gedanken gemacht, was ich denn bloß erzählen könnte in der nächsten Stunde und während der Stunde war ich auch nie wirklich entspannt. Habe eigentlich immer nur gedacht, wann wohl die 50 min. um sind. Bei euch fällt mir das auch sehr leicht, über alles zu schreiben und meine Freunde geben mir auch mehr, als diese Dame. Schon lustig, dass du genau das selbe durchmachst.
Dicken Drücker und viel Erfolg heute!!
Sternzeit

frangipani
07.09.2007, 12:58
Hallo Vonna

ich sag mir - in dem Moment, wenn der Tod angekommen ist, dann bin ich nicht mehr 'da' - und bis dahin lebe ich. Angst habe ich nur vor Schmerzen oder davor, dass ich moeglicherweise noch nicht 'alles erledigt habe' und mir dessen in dem Moment bewusst bin ..

Und ich glaube auch, dass viele Menschen zum Ende, wenn sie den Tod akzeptiert haben, Frieden mit der Situation gemacht haben.

Dass du mit Rainer redest, finde ich absolut normal. Geht mir auch so, auch dass ich mit meinem Bruder stumme Zwiesprache halte, wenn es z.B. um unsere Mutter geht oder so.

Ich hab hier auf dem Rechner noch einen schoenen Text, den ich mir damals hier in der BriCom kopiert habe. Leider habe ich nicht dazugeschrieben, von wem er war (Kranich, du vielleicht?) - deshalb nochmal danke an Unbekannt fuers Kopieren.



Die Trauer

An manchen Tagen macht sie mir Angst - sie springt mich an, aus dem Hinterhalt, umklammert mich und läßt sich nicht abschütteln. Meistens dann, wenn ich sie gar nicht gebrauchen kann, wenn ich meine Gedanken brauche für andere Dinge, für Dinge, die lebendig sind. Meinen Job verrichten, den Haushalt, DA sein - und nicht versinken in trüben Gedanken.

Dann wieder gibt es die Phasen, da habe ich sie -scheinbar- im Griff. Über Tage, manchmal sogar Wochen. Stark kann ich reden über sie, mich ihr stellen, ihr nicht nachgeben.

Und manchmal kann ich mit ihr handeln, einen Deal eingehen, sie bitten, ein andermal wieder zu kommen, mich für den Moment zu verschonen, ich kann sie beiseite schieben. Aber da ist sie immer.

Ich hab mich verändert mit dieser Trauer. Sie kam von heute auf morgen in mein Leben und sie hat sich eingenistet, ist nie wieder gegangen. Ich hab gegen sie angebrüllt, mit aller Kraft, ich hab sie angefleht, wieder zu gehen und dann wieder hab ich sie urplötzlich herbeigesehnt, wenn sie mir zu lange meine Ruhe gelassen hat.

Mein Leben ist anders mit der Trauer. Aber es ist auch "reicher". Ich bin sensibler geworden, empfänglicher für Stimmungen, für die Gefühle meiner Umgebung. Ich habe durch und in meiner Trauer Menschen kennengelernt, die mein Leben sonst nie gekreuzt hätten. Ich habe Gespräche geführt, die mir nie möglich gewesen wären, ich habe Gefühle erlebt, die mir heute unendlich viel wert sind. Ich habe Freunde verloren, die überfordert waren mit meiner Trauer, mit meinen Gefühlen. Weggefährten, die sich abgewandt haben, die mit meiner Mut- und Kraftlosigkeit nicht umgehen konnten, denen ich Angst gemacht habe mit meinen Tränen, mit meiner Verzweiflung und der Angst in meinen Augen.

Die Trauer ist im Laufe der Jahre ein Teil von mir geworden. Sie gehört in mein Leben - manchmal mehr, immer öfter weniger. Seit ich sie akzeptiert habe als ein Teil meiner selbst, macht sie mir nicht mehr gar so viel Angst. An manchen Tagen schaffe ich es sogar, ihr zuzulächeln.

Ich kann inzwischen auch schon wieder lachen oder laecheln, wenn ich sein Foto Menschen zeige, die ih nie gekannt haben. Oder wenn mein Patenkind am Telefon erzaehlt, dass er bei meiner Mutter die Kerze fuer meinen Bruder, die sie immer brennen hat, anzuenden oder austauschen darf.

Liebe Gruesse an Euch alle hier :blumengabe:

frangipani

Anita66666
07.09.2007, 15:40
Hallo Vonna

Wenn ich so Deine Beiträge lese, oder die der anderen....echt, dann kommt es mir vor als hätte ich es selber geschrieben. Es ist schon wahnsinnig, dass man in vielen Hinsichten in fast allem gleich denkt und fühlt. Ich kenne das nicht, den die Menschen in meiner Umgebung können es sich alle "vorstellen" aber das vorstellen, das ist niemals so schlimm wie es dann schlussendlich wirklich ist wenn eine Person die man so sehr liebt nicht mehr kommt.

Ich führe aus in dem Sinn "Selbstgespräche".... ich rede mit Johannes, ich rede ihn direkt an und wie du auch warum er mich dann nur verlassen hat und sage daraufhin noch: "Mensch gib mir doch eine Antwort, du hast sonst zu allem immer was gesagt und deine Meinung geäußert, warum jetzt nicht mehr?" Es klingt echt verrückt, ich denke mir dann selber noch - Mensch jetzt wirst langsam wahnsinnig. Aber ich rede nunmal mit ihm, und irgendwie weiß ich dann meistens schon seine Antwort, was er sagen würde. Den wie du ich kenne bzw. kannte ihn so gut, ich wusste einfach wie er war und was er dachte.

Danke.... Johannes war echt ein super Kerl. Ein lebensluster, froher und aufgeschlossener Mensch. Es ist einfach so ungerecht!!!! Wir waren auch echt sehr sehr glücklich, es war schon fast kitschig. Es hat einfach alles gepasst, wir haben uns verstanden und aneinander ergänzt.
Mensch ich könnte schon wieder heulen, muss es mir aber verkneifen, den leider kann ich nicht, bin gerade bei der Arbeit!:heul:

Na dann, ich muss jetzt auch mal wieder weiterarbeiten... bzw. sollte es eher :smirksmile:

An alle noch ein paar :blumengabe:, kann nie schaden....
Lg Anita

wolfsmond
07.09.2007, 20:23
Liebe Vonna,

als ich anfing hier alles durchzulesen, habe ich mich noch so mit Dir über Deinen Urlaub gefreut. Aber leider klang Dein letzter Eintrag sehr niedergeschlagen. Hoffentlich geht es Dir in der Zwischenzeit wieder besser. :in den arm nehmen:

Mit meiner Renovierung geht es gut voran. Die Handwerker sind seit Mittwoch weg und ich bin mit dem Tapezieren heute fertig geworden. Morgen muss ich mein Wohnzimmer noch auf Vordermann bringen. Der feine Staub ist überall!!! Aber dazu hatte ich heute keine Lust mehr. Bin total kaputt und spüre meine Knochen. Muss jetzt dringend auf meine Couch.
Auf meine Matratze muss ich übrigens noch bis Dienstag warten.

Erstaunlicherweise geht es mir mit der Renovierung gut! Ich wundere mich selbst. Aber nehme es dankbar an!

Pass gut auf Dich auf und sei froh, dass Du nicht auf dem Motorrad gesessen hast!!!

Alles liebe, auch an die restlichen Mitleser/innen und ein schönes Wochenende.

vlg
wolfsmond

Inaktiver User
08.09.2007, 20:39
Hallo Ihr Lieben,

Ihr ward aber wieder fleissig, das ist so schön. Ich freu mich gerade immer darauf hier reinzuschauen und es ist so nett, dann was von Euch zu lesen.

Hey, meine Therapiestunde war erstaunlich gut. Vielleicht werden wir uns in einem Punkt doch mal unterscheiden, liebe Sternzeit. Mal schauen, wie es sich weiter entwickelt, nicht den Tag vor dem Abend loben, aber immerhin ging diesmal die Zeit total schnell rum und ich habe wirklich viel geredet und mir auch von der Seele geredet. War noch immer nicht so intensiv, wie es hier manchmal ist, aber dafür hat sie auch wirklich was dazu gesagt, was mich auch mal zum Grübeln angeregt hat und was ich vielleicht wirklich mal weiter verfolgen sollte. Bin schon gespannt auf das nächste Mal. Allerdings dauert das etwas länger, denn die Stunden müssen leider ein paar Mal ausfallen (Urlaub und sonstiger Schnickschnack).

Ach ja, frangipani, Du triffst es eigentlich wieder einmal. Ich habe auch eher Angst davor lange und schmerzvoll sterben zu müssen, aber noch schlimmer finde ich genau das, wenn man im letzten Moment denkt, dies und das habe ich nicht mehr fertig bekommen/falsch gemacht/falsch verstanden oder gesehen. Irgdenso was in der Art. Meine Güte, mir wird immer wieder bewusst, Leute, wir haben nur ein Leben, es gibt keine zweite Chance. Das was wir jetzt daraus machen, das war es dann. Das ist für mich fürchterlich, denn ich bin ein Mensch, der immer gerne alles auf Null stellt und nochmal von vorne anfängt, wenn was gar nicht klappen will. Ich wünsche mir immer, wenn ich die Zeit nochmal zurück drehen könnte, dann würde ich... keine Ahnung, viele Dinge anders machen. Mit meinem Studium angefangen usw. Es lief so vieles nicht so, dass ich damit zufrieden war und bin. Aber ich kann es doch nicht mehr ändern, ich kann nur daraus lernen und es in Zukunft besser machen. Aber irgendwie... es passt nicht, ich kann ja nicht nochmal "frisch aus der Schule kommen" und was anders machen. Ich weiß nicht, ob mich jemand versteht. Irgendwie ist es so, wie wenn in mir eine kleine Glühbirne angehen würde, die besagt, Du kannst jeden Augenblick nur einmal leben. Du wirst zum Beispiel nie wieder 19 sein und Dich entscheiden, was Du studieren willst. Und... Du kannst nie mehr 33 sein und Deinen Rainer wieder in den Armen halten. Was ich ihm alles nicht gesagt habe...

Ich habe keine Ahnung, wieso das gerade so massiv bei mir ausbricht, dass ich immer mehr so Augenblicke habe, in denen mir schrecklich bewusst wird, Rainer kommt wirklich nie wieder. Ich habe echt das Gefühl, ich stecke gerade in einem sehr großen Loch. Ich funktioniere tagsüber und kann mich auch recht schnell wieder zusammenreißen, aber diese Momente an denen mir wie gesagt bewusst wird "Rainer kommt nie wieder", die sind viel heftiger als früher. Mein Wunsch, dass dieser Albtraum endlich vorbei ist, wird auch immer größer. Manchmal denke ich, ich halte es nicht mehr aus, jetzt muss er doch wieder kommen. Das Bett ist doch bereit, sein Zimmer ist auch immer noch so, selbst wenn ich was verändert habe, ich kann das alles erklären. Wir haben so viel zu besprechen, er kann mich hier doch nicht dauernd warten lassen. Es wird immer unvorstellbarer, dass er nicht mehr wieder kommt und trotzdem immer wirklicher. Hört sich total verwirrend an, wenn man das so schreibt, aber es ist einfach so. Irgendwoher muss dieses zerreissende Gefühl ja auch kommen. Und das schrecklichste ist, es gibt keine Pause, es gibt keinen Urlaub vor den eigenen Gefühlen. Man kann nur hoffen, dass es am nächsten Tag mal besser geht und man sich nicht ganz so schlimm fühlt, nicht ganz so verzweifelt ist. Und dann noch hoffe, dass es irgendwann auch für einen selbst so wird, wie es die Leute hier beschreiben, bei denen schon einige Jahre ins Land gezogen sind. Ich kann es mir kaum vorstellen und doch kommt auch meine Ungeduld wieder hervor... wieso kann es nicht schon so weit sein?

Jetzt habe ich aber wieder viel rausgelassen. Tat gut.

Mensch wolfsmond, bei Dir geht es ja voran. Nicht schlecht. Ich bewundere Dich wirklich, wie Du das hin bekommst. Schade, dass Du noch so lange auf dein Bett warten musst, aber das bekommst Du auch noch hin.

Okay, dann werde ich mal langsam schauen, ob ich noch was zu essen finde, ich glaube das knurren von da unten ist mein Magen - einen Hund habe ich schließlich keinen :smirksmile:

Ich wünsche Euch einen schönen Abend und schonmal einen schönen Sonntag.

Liebe Grüße,
Vonna

Stina2270
08.09.2007, 21:32
Liebe Vonna!

Ich hatte mir so sehr für Dich gewünscht, dass Dir dein Urlaub auh nachhaltig gut tut, aber ich weiß auch selber, dass Du vor Deinen Problemen, Sorgen und Gedanken nicht fortrennen kannst. Es ist schwer alles was einen so sehr belastet, einfach abzuschütteln und es wird auch nicht funktionieren, doch man kann damit leben. So blöde das auch klingt.

Ich war selber mal in der Situation, einen Menschen verloren zu haben. Nicht durch den Tod, aber er ging einfach so aus meinem Leben. Für mich unbegreiflich und unfassbar. Einfach so, von heute auf morgen und er gab mir keine Möglichkeit, um an Erklärungen heran zu kommen. Einfach weg. Für mich ist damals eine Welt eingestürzt. Ich wusste nicht mehr weiter, habe nur geweint. Wenn mich jemand Bekanntes auf der Straße ansprach, wie es mir denn ginge, dann habe ich angefangen zu weinen. Ich weinte als ich morgens aufwachte und weite als ich abends zu Bett ging. Als ich dann an dem Punkt angekommen war, wo ich nicht mehr weiter machen wollte, raffte ich mich auf und ging zum Arzt. Das war mein letzter Weg, den ich noch alleine schaffte. Mein Arzt hörte mir damals zu und empfahl mit eine Therapie. Ich telefonierte die Ärzte ab, aber einen Termin konnte ich erst ein Jahr später haben. Ich hab dann drüber nachgedacht, war sauer auf die Therapeuten und habe meine Wut auf alles (besonders auf ihn) umgesetzt in Kraft. Ich habe mir damals gesagt " Um Gottes willen, aber in einem Jahr, möchte ich nicht mehr darüber reden!"
Es hat lange gedauert, bis ich wieder vertrauen konnte und stellte mir dieselbe Frage, wie Du heute, ob ich denn jemals wieder glücklich werden konnte und eine Familie haben werde. Aber es ging.
Es ist sicher nicht mit Deiner Geschichte zu vergleichen, doch ich möchte Dir damit Mut machen! Auch wenn es zur Zeit für Dich völlig unwahrscheinlich erscheint.

Ich lebe, seit 1992, jeden Tag intensiv, nutze ihn für mich auch mit teilweise sinnfreien Dingen, aber ich kann im Nachhinein für mich sagen "Ja, ich mache das was ich möchte und was ich will, ich LEBE mein mein Leben!"
Warum? Nach dem Tod des zweiten Mannes meiner Mutter, 1992, er war damals jünger als ich es heute bin, Nichtraucher, Nichttrinker, sportlich und starb innerhalb eines Jahres an Leukämie, musste ich stark sein für meine Mum und meine kleine Schwester.
Ich war fassungslos über seinen Tod und was er für uns, insbesondere meiner Mum, bedeutete.
Wir haben danach im Laufe der Jahre ALLE unser Leben geändert. Wir denken nach wie vor oft an ihn und reden über ihn. Machen uns über seine Spleens lustig.
Irgendwann haben wir uns geändert. Meine Schwester hat 3 verschiedene Jobs gelernt, bis sie nun in ihrem jetzigen Job glücklich ist.
Meine Mum meistet ihr Leben nun auf eine tolle Art, reist sehr viel, arbeitet trotz Rente als Stadtführerin und lässt sich absolut nicht mehr die Butter vom Brot nehmen.
Und ich? Ich habe mich aus einer Ehe befreit, die für mich nicht mehr gut war und reise ebenso gerne und auch viel. So nach dem Motto: ein Flug für 20 €? Wunderbar. (Auch wenn ich tierisch Angst vorm Fliegen habe!) Aber dennoch. Ich habe Partys gefeiert, Fortbildungen gemacht, mich durchgesetzt und weich geworden. Aber ich lebe.

Was ich Dir sagen möchte, oder es versuche, denn es lässt sich nicht so einfach in Worte fassen, ist, dass Du durch Deine Erfahrung stark werden wirst. Du wirst möglicherweise andere Entscheidungen treffen, als Du es bisher gemacht hast. Dein Leben mit Rainer wird immer Bestandteil Deines Lebens sein. Deine Erfahrungen mit ihm und nun leider auch ohne ihn, werden Dich zu einem ganz besonderen Menschen machen.
Die Tatsache, dass du bereits bewusst wahr nimmst, dass das Leben so kurz sein kann, ist bereits eine solche Erfahrung, die viele Menschen (noch) nicht haben. Mache dir das bewusst und versuche danach dein Leben auszurichten.
Lache, weine, sei wütend, LEBE! Alles gehört dazu. Rainer wäre stolz auf dich!

Ich hoffe, Du verstehst, was ich dir sagen wollte.

Schlaf gut und ganz liebe Grüße :in den arm nehmen:

Stina

Inaktiver User
08.09.2007, 21:49
Danke Stina :kuss:
Deine Nachricht hat gerade so gut getan und kam zum richtigen Augenblick. Ich denke, ich verstehe, was Du sagen willst. Ich bewundere Dich dafür, dass Du das für Dich so geschafft hast und ich würde gerne eines Tages von mir dasselbe sagen können.
Danke :blumengabe:

Gruß,
Vonna

Stina2270
08.09.2007, 21:57
:kuss: Sag nicht "Danke" dafür!

Ich wusste nicht, wie ich es formulieren soll.
Habe eben im anderen Strang Dein Post gelesen. Manchmal weiß ich nicht wie ich dir helfen kann. Verfolge Dich nun seit deinem "ersten Mal" hier.
Ich kann dir nur anbieten: wenn Du jemanden zum Reden brauchst, der manchmal auch ziemlich abgedreht sein kann (lebe das Leben :smirksmile: ) dann melde dich gerne.
In einem anderen Strang bring ich die Mädels, trotz dramatischer Themen auch manchmal zum Lachen. Es sei denn, ich bin traurig.

Und DU WIRST ES SCHAFFEN!!!!! DU BIST NICHT ALLEINE!!!!!

Nun schlaf schön Kleene! :schlaf gut:

Inaktiver User
10.09.2007, 14:15
Hallöchen zusammen,

da hatte ich gestern mal einen etwas besseren Abend, dann wird die Nacht gleich so verrückt. Erst war ich froh, dass ich es einigermaßen rechzeitig ins Bett geschafft habe und dann lag ich da so und konnte auf einmal nicht einschlafen. Kurz vor drei Uhr habe ich nochmal auf die Uhr geschaut und muss danach dann eingeschlafen sein. Um drei Stunden später total gerädert aus einem sehr seltsamen Traum aufzuwachen. Leute, ich habe von diversen Männern geträumt... nicht mehr feierlich. Und Rainer war nicht mal dabei. Ich träume immer noch sehr wenig bzw. kann mich kaum mal an einen Traum erinnern, aber der letzte... Die Männer waren allesamt schon Bekannte von mir. Angefangen hat es mit einem sehr netten, da hatte ich auch noch keine "Einwände". Aber dann hat sich die, ich nenn es mal "Mann-Gestalt" in lauter andere Männer verwandelt. Einmal war sogar mein Onkel dabei - wie abartig. Vor dem habe ich dann Angst bekommen und bin weggelaufen, geradewegs irgendwelchen Dieben in die Arme, die mich ausrauben wollten. Komisch war dann, dass die auf einmal recht menschlich waren, die haben gesehen wie mies es mir geht und haben es sich anders überlegt, statt mich auszurauben haben sie mir ein Versteck angeboten. An dem Punkt war alles aber so abgedreht, dass ich aufgewacht bin und mich total mies gefühlt habe. Denn letztendlich hatte ich danach das Gefühl, ich bin vor all diesen Männern in dem Traum weggelaufen, inklusiven dem, den ich so nett finde. Was mir nicht gefallen hat. Ach, ich weiß nicht, klingt bestimmt total verwirrend. Aber ich mag das Gefühl nicht, mit dem ich aufgewacht bin. Zudem bin ich jetzt müde und bekomme Kopfweh.

Heute Abend treffe ich mich zum Yoga mit einer Freundin, hoffentlich hilft das Yoga dann etwas. Ich freu mich schon drauf, allerdings wäre es noch schöner, wenn ich nicht so müde wäre. Aber man kann nicht alles haben. Ich versuche das Beste draus zu machen.

Hey, wolfsmond, was macht Dein Schlafzimmer? Ist es fertig, kommt das Bett wirklich morgen? Berichte doch mal, wenn Du nebenbei Zeit findest.

Also dann, ich muss mal wieder was tun.
Liebe Grüße,
Vonna

Sternzeit2506
10.09.2007, 20:09
An Wolfsmond denke ich auch viel. Gerade am Sonntag, als ich die kaputte Kleiderstange entsorgte und die Sachen zusammenlegte. Hey Wolfsmond, alles klar bei dir?

Vonna, dein Traum hört sich schrecklich an und ich kann mir gut vorstellen, dass du heute ziemlich erledigt bist. Solche Sachen lassen einen nachts nicht relaxen, sondern man wacht völlig gerädert auf. Ich sehe neuerdings morgens aus, als ob ich einen Finger in der Steckdose hatte, denke mir also, dass ich auch sehr wühlige Träume habe. Aber glücklicherweise habe ich noch nichts Schlimmes geträumt, zumindest kann ich mich nicht daran erinnern.

Da ich schon in zwei anderen Beiträgen geschrieben habe und eben meine Schwiegermom anrief, die jetzt noch mit einem Sekt vorbeikommt (irgendwie müssen wir unsere Gedanken ja weg kriegen), melde ich mich. Vielleicht schaue ich nachher noch mal vorbei, wenn mir der Alkohol nicht zu Kopf steigt :knatsch: .

Dicken Drücker für euch alle und wisst ihr was - einen Knutscher gibt es auch noch dazu :zwinker:

Inaktiver User
10.09.2007, 23:17
Hallöchen,

von mir heute auch nur ganz kurz, bin nämlich gerade erst heimgekommen und ganz entsetzt wie spät es schon ist.

Jaja sternzeit, bei mir ist das Abendessen quasi auch mal wieder ausgefallen. Habe gerade noch schnell 2 Zwiebacke gegessen, weil der Magen gar so geknurrt hat. Leider habe ich das Problem, dass mit meinem Magen was nicht so recht stimmt, wenn ich Hunger bekomme, dauert es nicht mehr lange, bis ich Magenkrämpfe bekomme, dass ich mich nicht mehr rühren kann. War deshalb auch schon beim Arzt und er hat mir zu einer Magenspiegelung geraten. Wollte ich auch machen lassen, nur kam dann der Unfall dazwischen. Von daher muss ich trotz Unlust auf Essen manchmal trotzdem aufpassen, denn das ist dann echt nicht mehr lustig. 2 Mal hat mich das schon beim Joggen erwischt und ich hätte mich vor Schmerzen am liebsten einfach nur auf den Waldboden gelegt. Konnte nicht mehr laufen, nur noch gebückt heimtuckeln. Also irgendwas stimmt da echt nicht und Anfang Oktober hoffe ich, dass ich das mit dem Arztbesuch mal in Angriff nehmen kann.

Ansonsten hat das Yoga sehr gut getan. Bin mal wieder so richtig durchgedehnt. Mit meiner vielen Lauferei - prima für die Ausdauer, Yoga - prima für die Beweglichkeit, aber was mir jetzt total fehlt (und ich meine echt fehlt, ich bekomme Entzugserscheinungen und muss dringend was tun, sonst werde ich wahnsinnig) ist Krafttraining. Entwerde doch schnell wieder ein Fitnesscenter suchen oder ich mache daheim meine DVDs wieder (die mich leider nicht so ganz befriedigen). Hey, ich hätte echt nicht gedacht, dass ich mal so drauf sein werde, dass es mich hibbelig macht, wenn ich nicht genügend Sport abbekomme. Irendwie schreit mein Körper gerade nach Kraftübungen als Ausgleich und ich muss ihn bald befriedigen.

Aber erstmal hole ich mir jetzt meine Mütze voll Schlaf. Am besten gar nicht mehr groß irgendwas nachdenken oder so, sondern direkt ins Bett, damit das auch was wird.

Wünsche Euch allen eine schöne Nacht und hoffe auf angenehmere oder keine Träume (ausnahmsweise wünsch ich mir das mal selbst - euch natürlich auch).

Schöne Grüße,
Vonna

Anita66666
11.09.2007, 10:02
Hallo Ihr Beiden!

Dein Traum ist echt schrecklich und ich hoffe, dass du ihn schon etwas verdaut hast? Ich kenne das mit den Träumen. Am Morgen merke ich meistens, ob ich was anstrengendes geträumt habe oder was schönes. Wenn ich nasse Haare habe bzw. wie bei Sternzeit ausschaue, als hätte ich in die Steckdose gegriffen, dann weiß das ich irgendwas schlimmes oder unruhiges geträumt habe. Aber meistens weiß ich die Träume nicht mehr. Hatte nur zwei Mal was geträumt, wo ich erst ein Tag später darauf gekommen bin was ich überhaupt geträumt habe.
Einmal (ca. 3 Wochen nach dem Unfall) habe ich geträumt, dass Johannes da war und wie umarmten uns und er sagte immer wieder, er müsse gehen. Ich wollte ihn irgendwie nicht gehen lassen und habe ihn festgehalten. Aber er sagte immer und immer wieder, dass er gehen müsse.... und auf einmal war er weg. Ich weiß nicht, irgendwie dachte ich dann ich habe mir das sicherlich nur eingebildet. Habs dann auch meiner Mutter und einer Freundin erzählt und die meinten, dass das wahrscheinlich eine Verabschiedung war. Da habe ich nur gesagt, wenn das die Verabschiedung sein sollte, dann kann er das nochmals wiederholen denn das war mikrig. :smile: War schon sehr komisch. Naja, wer weiß, wahrscheinlich bildet man sich das ganze nur ein.

Vonna, geh lieber zum Arzt. Bitte Bitte :blumengabe:
Nicht das noch was schlimmes passiert bzw. du noch Probleme bekommst. In diesem Falle könnt ihr beide kaum was essen?? Ich habe die ersten zwei Wochen überhaupt nichts gegessen. Nur eine Suppe, aber die musste ich auch runter würgen. Habe dann auch 6 Kilo abgenommen. Jetzt sind sie aber wahrscheinlich wieder oben. :zwinker: Ich habe zwar auch oft keinen Hunger, und wäre ich alleine würde ich wahrhscienlich auch nicht wirklich was essen..aber da ich ja wieder zu Hause wohne, werde ich versorgt :zwinker: Wie ist es bei euch? Habt ihr keinen Hunger oder keine Lust alleine zu essen?

Habe schon bei einem anderen Beitrag gelesen, dass du Vonna Yoga machst. Bin es mir auch am überlegen. Ich bin zwar überhaupt nicht der Sportfreak und irgendwie fehlt mir auch total die Kraft dazu, aber das möchte ich gerne machen. Schon komisch, dass du soviel Kraft noch hast zum Sport machen. Beineide dich gerade !! Ich fühle mich für alles irgendwie zu schlapp und zu müde. Das tägliche weinen nimmt mir irgendwie die ganze Kraft.

So..., natürilch habe ich mal wieder nicht gearbeitet sondern hier gelesen und geschrieben. Sollte dann jetzt aber mal....:knatsch: Wahrscheinlich wirds eh wieder nichts.
Ich hoffe ihr hattet gestern noch einen schönen Abend... und wie Vonna sagt, auch schöne oder keine Träume.

Lasst Euch alle mal fest drücken :in den arm nehmen:

Inaktiver User
11.09.2007, 11:09
Liebe Anita,

so einen Traum, wie Du ihn beschreibst, hatte ich ein paar Wochen nach Rainers Tod auch. Manchmal kann ich es gar nicht fassen, wenn ich hier schreibe "Rainers Tod". Aber ich denke, Euch wird es da nicht anders gehen. Mein Traum war aber irgendwie mehr "Verabschiedung" als Deiner. Rainer hat mir in dem Traum eine kleine Truhe mit lauter Kleinigkeiten drin gegeben. Das sind seine und meine Schätze/Geheimnisse und ich müsse nun darauf auspassen, er könne das nicht mehr machen, er müsse jetzt gehen. Oh Mann, wenn ich das so schreibe, könnte ich gleich wieder weinen. Puh... kräftig durchatmen.

Na ja, mit dem Essen. Ich wohne halt jetzt alleine. Als ich in der ersten Woche nach dem Unfall bei meinen Eltern zu Hause war, hat meine Mutter auch geschaut, dass ich da immer wenigstens ein bisschen was esse. Da war es aber auch verdammt schwer, da habe ich tagelang fast gar nichts runter gebracht. Jetzt alleine ist es komisch. Ich habe auch früher schon "alleine" gewohnt, war zwar eine 2er WG, aber die Mitbewohnerin war selten da. Da hatte ich keine Probleme, im Gegenteil, da habe ich eher auch mal zu viel gegessen. Jetzt habe ich oft einfach keine Lust mir was zu machen. Ich habe Hunger und esse dann einfach eine Kleinigkeit, damit der weg ist. Da ist es mir manchmal sogar halbwegs egal was es ist (nur vegetarisch muss es sein :smirksmile: ). Dabei koche ich eigentlich ganz gerne und am Wochenende habe ich das auch wieder gemacht. Auch für mich alleine mache ich das, habe ich auch früher so gemacht, warum also jetzt nicht auch. Aber die Abende unter der Woche sind einfach so, dass ich weiß, es wird eh hart abends, ich will Sport machen (damit es nicht so hart wird) und da vergesse ich manchmal einfach zu essen. Ist mir früher nie passiert - vergessen zu essen, wie seltsam. Aber es geht noch, ich bin kein Strich in der Landschaft. Musste mir nur inzwischen doch die ein oder andere neue Hose kaufen bzw. auf ältere zurückgreifen, in die ich schon nicht mehr reingepasst hatte.

Ich war früher übrigens auch ein ziemlicher Sportmuffel. Na ja, ging so, interessiert hat es mich schon immer, aber den inneren Schweinehund zu überwinden, das war schwer. Ich hatte sowieso vor 1 1/2 Jahren wieder intensiver mit dem Laufen angefangen und bin dann auch ins Fitnessstudio gegangen. Wollte es einfach mal ausprobieren, hatte aber Bedenken, dass es bei mir läuft wie bei so vielen, man ist dann Mitglied, geht anfangs ein paar Mal fleissig hin und dann immer weniger, bis man gar nicht mehr hingeht. Bei mir war es so, dass ich regelmäßig war und zwar die ganze Zeit. Am Anfang habe ich rumexperimentiert, welche Kurse mir am besten gefallen, um mich dann auch mindestens 2 Tage die Woche, manchmal auch dreimal die Woche einzupendeln. Dann hat das Fitnessstudio angefangen mir nicht mehr zu gefallen. Die Kursleiter haben gewechselt, es war nicht mehr so sauber etc. Rainer wollte auch gerne in ein Studio gehen, meins war aber eh nur für Frauen. Also waren wir gerade dabei ein neues für uns beide zu suchen. Tja... daraus wurde nie was. Mein Vertrag ist inzwischen abgelaufen. Allerdings halte ich es schon kaum noch aus, will endlich wieder was für meine Muskeln machen und nicht nur Ausdauertraining. Bei mir ist es eine selbst auferlegte Therapie. Wenn ich mich bewege geht es mir besser, denke ich nicht so viel nach. Es ist Ablenkung, die auch noch was bringt. Yoga ist für mich eher Entspannung, weniger Sport. Für die Beweglichkeit ist es super, was mir auch wichtig ist. Probier es doch einfach mal aus. Vielleicht gefällt es Dir, oder auch nicht, das wirst Du dann sehen. Wenn es nur um Entspannung geht, es gibt auch wunderschöne CDs mit Entspannungsmusik mit Anleitung. So eine Art Phantasiereisen. Allerdings wäre mir das zu passiv, da kann ich zu sehr abschweifen und Gedanken bekommen, die mir dann nicht gut tun und die ich nicht abschalten kann. Deshalb finde ich Bewegung dabei nicht schlecht. In jeder Yoga-Stunde gibt es bei mir immer etwas, wobei ich ganz speziell an Rainer denke. Ich habe beispielsweise eine Yoga-DVD auf der es am Anfang heißt: "Nehmen sie sich einen Moment Zeit und widmen sie ihr Yoga einem Menschen oder eine Sache in ihrem Leben, der oder die für sie wichtig ist". Momentan kann ich da nur an Rainer denken. Aber es ist irgendwie auch gut, sich das am Anfang zu überlegen und ganz bewusst zu machen. Ich weiß, dass er es immer toll gefunden habe, wenn ich so was gemacht habe, er hat sogar spaßeshalber mal so eine DVD mitgemacht. Deshalb tut es gut, wenn ich es ihm anfangs bewusst widme. Dann denke ich auch währendher irgendwie ruhiger an ihn. Ich weiß nicht, ob man das nachvollziehen kann.

So, nun werde ich noch schnell durch die anderen Stränge huschen und dann muss ich auch wieder was arbeiten. Ich merke zur Zeit, dass es mir eher gut tut tagsüber hier was zu schreiben als abends. So lieb es ist, was ich abends hier manchmal lese, manchmal zieht es mich auch runter und ich werde erst recht wieder traurig. Das ist dann dumm, also versuche ich es jetzt mal etwas anders.

Liebe Grüße,
Vonna

Anita66666
11.09.2007, 11:50
Schon komisch, dass man fast die gleichen Träume hat, die auch noch das gleiche bedeuten. Es war auf der einen Seite schon sehr schön, die Verabschiedung. Aber mir kam es so schnell vor, einfach viel zu schnell. Ich habe mir dann auch noch überlegt, wo das ganze stattgefunden hat. In einem Raum oder so. Aber ich kann mich an keinen Raum errinnern, irgendwie war alles nur weiß. Schon merkwürdig... könnte gerade auch wieder heulen....

Schon komisch, das man solche sachen wie Essen einfach vergisst bzw. nicht bemerkt, dass man nichts gegessen hat. Kann ich jetzt von mir irgéndwie nicht behaupten.... JOhannes und ich haben immer schon leidenschaftlich viel und gerne gegessen. Da waren wir uns immer so einig. Am Anfang konnte ich auch einfach nichts essen.... war für mich eine Erfahrung, die ich nie kannte. Den ich denke immer zu ans essen :zwinker: und habe Hunger. Jetzt ist es schon wieder besser, und ich esse auch gerne aber ich denke immer dabei an Johannes. Weiß auch nicht, wahrscheinlich deswegen weil er ein leidenschaftlicher Esser war.
Pass auf, dass du mit deinem vielen Sport und wenig Essen nicht noch ein Magerchen wirst :zwinker:

Genau das ist mein Problem. Den inneren Schweinehund. Der ist bei mir einfach ziemlich groß :knatsch: Bin so faul.... der einzige der mich zum Sport getrieben hat bzw. treiben konnte war Johannes. Er war auch so ein richtiger Sportfreak, ohne tägliche Ausdauer und Krafttrainining war er nicht er selbst und meistens schlecht gelaunt. Bei ihm gab es keinen Tag, an dem er nicht um 04.00 Uhr früh aufstand und tranierte. Seinen Ehrgeiz habe ich immer bewundert. Aber momentan habe ich auch irgendwie keine Zeit zum Sport machen (oder vielleicht nehme ich das ja nur als Ausrede :freches grinsen: ) Muss momentan viel lernen, da ich meine Maturaprüfungen habe. Habe mit Johannes vor einem Jahr begonnen eine Abendschule neben dem Arbeiten zu besuchen.... ja und jetzt beginnen die Prüfungen bzw. die wären schon alle gewesen aber die habe ich auf 3-4 Monate verschoben. Konnte einfach nicht lernen bzw. hatte einfach keinen Kopf dafür. Das habe ich jetzt immer noch nicht, aber ich muss es durchziehen - für Johannes. Am Anfang dachte ich mir schon, nee das machst du nicht mehr fertig...alleine kannst du das nicht - nicht ohne Johannes. Aber ich weiß, dass Johannes froh und stolz wäre. Was man doch noch so alles macht, auch wenn man keine Lust und keinen Kopf dazu hat??

Wenn ich an einem Menschen oder eine Sache in meinem Leben denke, der oder die für mich wichtig ist, dann würde ich auch nur an Johannes denken. Das habe ich vorher schon und jetzt umso mehr. Ist sicher irgendwie schön das Yoga. Ich kenne es eben nicht, ich weiß nicht wie es funkltiniert und was es bringt. Kenne es nur so vom Hörensagen.

So, werde jetzt auch noch so schauen was so geschrieben wurde. Irgendwie komme ich heute einfach nicht so richtig zum arbeiten. Habe einfach keinen Kopf dafür. Aber naja :wie?:

Vonna, da geht es mir gleich. Ich lese und schreibe auch eher jetzt bzw. am Tag als am Abend. Was dabei raus kommt hat man ja gesehen.... Aber es tut auch gut, einfach aufzuschreiben was man denkt. Und vorallem ist es am Abend so das man soviele Gedanken im Kopf hat und es einem schlecht geht und da ist es schön, dass man hier schreiben kann.

Inaktiver User
11.09.2007, 22:52
Ich wollte Euch allen nur schnell eine schöne erholsame Nacht wünschen. Ich bin so müde und erledigt, ich glaube, ich bin sogar zu kaputt um noch zu weinen. Also lass ich das heute einfach mal sein und gehe gleich ins Bett. Rainer würde mir auch nichts anderes raten.

Schlaft gut :schlaf gut:
Vonna

Inaktiver User
12.09.2007, 23:33
Hallo zusammen,

da war heute hier aber nicht allzu viel los. Aber ich war auch ziemlich im Stress. Bei der Arbeit gab es eine Besprechung nach der anderen. Einige verliefen doof, aber die kurze, wichtigste (nur ich mit dem Chef - ganz spontan), lief eigentlich ganz gut.

Außerdem bin ich gerade erst vor einer 3/4 Stunde heimgekommen. Ich darf jetzt nur nicht anfangen zu erzählen, was bei meiner Freundin, die ich besucht habe, eigentlich alles ein wenig schwer zu ertragen war (Schwangerschaft... Freund... Fotos vom glücklichen Familienurlaub...). Okay okay, ich wollte es doch nicht aufschreiben.

Einiges verdränge ich zur Zeit schon, manchmal versuche ich Dinge einfach weit weg zu schieben und nicht daran zu denken. Aber ich kann doch auch nicht die ganze Zeit daran denken und jeden Abend wieder aufs neue total unglücklich sein und mir die Augen aus dem Kopf heulen. Oh Mann, es fällt alles so schwer. Jetzt fange ich schon wieder an Tränen in die Augen zu bekommen.

Hey wolfsmond - was ist eigentlich los? Noch da? Mache mir langsam etwas Sorgen, dass Dir die Renovierung doch über den Kopf gewachsen ist. Ich hoffe, Du meldest Dich bald mal wieder, wenn Du kannst. Würde mich freuen.

So und nun gehe ich ruck zuck ins Bett, bevor ich mich wieder in irgendwas trauriges verstricke.

Liebe Grüße,
Vonna

Anita66666
13.09.2007, 08:55
Hallo Vonna

Ja stimmt, gestern war hier bzw. generell nicht wirklich viel los.

Oje, dass kenn ich so gut. Ich habs damit auch sehr schwer, zu Freundinnen zu gehen, die gerade am Haus bauen sind...Kinder bekommen, heiraten.....einfach glücklich sind. Da frage ich mich schon des öfteren, warum habe ich es nicht verdient glücklich zu sein? Ich gönn es denen alle, und ich freue mich auch für die wirklich, aber es ist nicht leicht anzusehen. Naja... :niedergeschmettert:

So geht es mir auch, ich verdränge so vieles. Versuche nicht daran zu denken und will mich schnellstmögilch gut ablenken. Oft denke ich mir dann schon, dass das sicher nicht der richtige Weg ist. Nur mir fehlt die Kraft einfach dazu. Würde ich mich nicht ablenken, dann würde ich pausenlos daran denken und nur noch heulen. Ich heule eh jeden Tag, meistens wenn ich im Auto sitze oder am Abend im Bett liege - den da kann ich mich nicht mehr wirklich ablenken.

Vonna, lass dich mal drücken..:in den arm nehmen:

Lg Anita

wolfsmond
15.09.2007, 10:31
Hallo liebe Vonna,

hier bin ich mal wieder!
War etwas stressig und ich hab' nur mal kurz zwischendurch hier reingeschaut.

Meine Handwerker sind letzte Woche von Montag bis Mittwoch am werkeln gewesen. Ich am staubsaugen und putzen. Letzte Woche Donnerstag habe ich mit dem Tapezieren des Schlafzimmers angefangen und bin am Freitag Vormittag fertig gewesen. Es gefällt mir gut und das zarte grün wirkt sehr beruhigend. Anschließend war ich wieder mit Fenster putzen und "Feinstaub" entfernen beschäftigt. Habe meine Flurmöbel wieder hingestellt. Meine Badezimmerschränkchen wurden geliefert und von mir am vergangenen Wochenende zusammengebaut und am Montag habe ich alles eingeräumt. Somit ist der Flur und das Badezimmer fertig! Im Wohnzimmer und in der Küche stehen noch einige Sachen, die später ins Schlafzimmer sollen, aber solange die Möbel nicht da sind, macht es wenig Sinn diese Dinge dort hinzustellen, zumal ich bei Lieferung und Aufbau der Möbel wieder alles rausräumen müsste.
Das Büro sieht noch schlimm aus - wie eine Lagerhalle - aber wenn ich Glück habe kommen die Möbel nächste Woche. Wäre halt schön, denn nächste Woche habe ich noch Urlaub.
Meine Matratze habe ich schon bekommen und eine schreckliche erste Nacht darauf verbracht. Das Knacken der Holzdecke hat mich mehrfach aus dem Schlaf gerissen, aber Mittlerweile habe ich mich an die Geräuschkulisse gewöhnt.

Auf alle Fälle tut es mir gut, nicht mehr in dem alten Riesenbett alleine liegen zu müssen! Meine Entscheidung war also vollkommen richtig und ich bereue sie nicht!
Hatte doch ein wenig Bedenken bekommen. Aber meine Zwiesprache mit meinem Schatz hat mich auch bestätigt!

Beim Herumwerkeln hat er mir schrecklich gefehlt. Es gab eben zwischen uns eine gewisse Aufgabenteilung und jedes Mal, wenn ich etwas machen musste, wo ich ihn normalerweise gerufen hätte, hätte ich ausflippen können. So sind mir einige Male die Tränen geflossen, aber ich bin stolz, dass ich die Renovierung trotz allem durchgezogen habe.
Und ich weiß genau: ER ist auch stolz auf sein Schätzelein.:liebe:

Wünsche Dir und den anderen Mitleser/innen natürlich auch, ein schönes Wochenende. :Sonne:
Passt gut auf Euch auf und vergesst nicht zwischendurch etwas zu Essen!!!
:in den arm nehmen:

vlg
wolfsmond

Inaktiver User
17.09.2007, 09:41
Hallöchen,

nun habe ich ja auch ein paar Tage mal nichts von mir hören lassen. Eigentlich ging es mir ganz gut und da mich dieses Forum manchmal, so leid es mir tut, auch einfach runterzieht, war ich hier nicht so groß unterwegs.

Ach wolfsmond, ich finde es toll, dass Du das mit der Renovierung geschafft hast. Das mit der Aufgabenteilung, und dass er Dir da besonders gefehlt hat, kann ich so gut verstehen. Würde mir nicht anders gehen. Was wir nicht alles gemeinsam schon gemacht hatten. Das Bett, auf dem ich jetzt alleine schlafe haben wir damals gemeinsam gebaut. Es ist nichts besonderes, hat nur die Eigenschaft, dass es stapelbar ist. Man kann das eine Gestell in das andere stellen und ein einzelnes Bett daraus machen. Hatte den Grund, dass ich das unter der Woche in meinem WG-Zimmer damals als Einzelbett und am Wochenende, wenn er dann da war als Doppelbett stehen hatte. Ansonsten ist es ganz einfach, nur ein paar Bretter und Latten, aber wir haben es gemeinsam gemacht. Ich weiß nicht, ob ich es je werde weg tun können, obwohl ich eigentlich auch gerne ein neues Bett hätte. Er war der Handwerker von uns und mich graut schon davor, wenn ich mal mein erstes Loch bohren muss.
Auf jeden Fall freut es mich, dass bei Dir alles so gut geklappt hat und dass Du zufrieden bist mit Deinem neue Schlafzimmer.

Mir ging es wie gesagt ein paar Tage ganz gut. Ich dachte mir schon, dass mal wieder ein böses "Erwachen" kommen wird. Letzte Nacht war es dann so weit. Mir geht mal wieder die Kraft aus. Ich müsste bei der Arbeit gerade so viel tun - wahrscheinlich hängt es auch damit zusammen, dass ich auch sonst gerade einfach das Gefühl habe kurz vor dem Zusammenbruch zu stehen. Es ist so viel, wird es vielleicht zu viel? Ich weiß nicht, wo ich die Kraft noch hernehmen soll. Ich versuche vieles, bin heute Abend wieder zum Yoga verabredet und für Ende der Woche für die Sauna. Ein bisschen Entspannen im Arbeitsstress, dachte ich mir noch am Samstag, als ich die Termine ausgemacht habe. Heute würde ich nur einfach gerne schlafen... heulen... schlafen... nicht mehr aufwachen.

Ach Mist, keine Ahnung, ich mag eigentlich gar nichts mehr schreiben.

Gruß,
Vonna

wolfsmond
17.09.2007, 10:17
Liebe Vonna,

mir ging es eigentlich auch ganz gut und ich empfinde für dieses Forum auch zwiespältige Gefühle. Zum Einen hilft es mir sehr, sich mit Betroffenen auszutauschen und zum Anderen werde ich furchtbar traurig und depremiert, über all diese (in meinen Augen)sinnlosen Schicksalsschläge lesen zu müssen. Gibt es überhaupt eine gewisse Form von Gerechtigkeit auf dieser Welt? Aber lassen wir das, es führt zu nichts.

Wünsche mir für uns alle, dass der Schmerz erträglicher wird und wir irgendwann aus dem tiefen Tal herausklettern können.

Bin heute auch nicht gut drauf und wenn ich an den morgigen Dienstag denke wird mir schon ganz schlecht. 26 Wochen! Unvorstellbar!!!

Wünsche Dir, dass Du Deinen Arbeitstag einigermaßen gut überstehst und während Deinem Yoga heute Abend etwas Ruhe findest.

vlg auch an die Mitleser/innen
wolfsmond

Anita66666
17.09.2007, 13:55
Liebe Vonna

Ach da geht es mir irgendwie genau gleich. Ich lese hier die Beiträge sehr gerne und schreibe auch, aber es zieht einem wirklich oft runter - wobei es mich auch öfters und fast immer - wieder aufbaut. In diesem Sinn, dass ich einfach schreiben kann.... das was ich denke und fühle und das die Menschen hier verstehen was ich meine und in mir vorgeht.

Naja, mir ging es wie dir eigentlich am Freitag und Samstag recht gut. Ich bin am Samstag Abend mit einer Freundin was trinken gewesen und hatten es echt lustig...bis ich dann mich mit jemand unterhielt - den ich schon länger kenne - und der meinte, ja Anita "Shit Happens" ... da wars vorbei. Ich musste nach Hause und auf dem nach Hause weg habe ich soviel geweint, das ich als ich zu Hause ankam, richtig depremiert war. Und als wäre das nicht schon genug, habe ich den ganzen Sonntag vor der Kloschüssel verbracht. :knatsch: Echt mir gings so schlecht.

Naja, heute gehts wieder einigermaßen...
Ich habe heute ein Buch von meiner Tante geschenkt bekommen - Ich begleite dich durch die Trauer von Jorgos Canacakis Da dachte ich mir, ... mensch es denkt doch noch jemand an mich. Hat mich echt richtig gefreut.

Vonna, ich :in den arm nehmen: dich ganz fest und hoffe dein Yoga Abend verläuft heute Abend gut und du kommst gut über den Tag.

Lg Anita

Inaktiver User
17.09.2007, 14:18
Liebe Anita, liebe Vonna,

ich denke auch oft, warum tu ich mir das hier an? Macht es mich nicht noch fertiger, all diese Schicksalsschläge durchzulesen?!

Aber dann denke ich, diese Schicksalsschläge passieren und vielleicht kann man dem einen oder anderen wenigstens ein kleines Bisschen helfen! Oder natürlich auch Hilfe erfahren.

Ich freu mich über jedes :in den arm nehmen: und noch lieber gebe ich es an euch alle weiter!!

Anita, es gibt Menschen, die haben einfach kein Feingefühl. Damit meine ich dein Erlebnis vom Wochenende. Ich habe sowas auch erlebt und saß dann da wie vom Donner gerührt. Vielleicht kann man damit umgehen, indem man sich denkt: der oder die finden einfach nicht die passenden Worte!

Ich denk an euch und nimm euch einfach mal wieder :in den arm nehmen:

LG, malea

Anita66666
17.09.2007, 16:18
Liebe Malea,

da hast du Recht. So schwer und traurig es ist die Beiträge zu lesen - sie helfen. Aber das kann nur jeder für sich selber entscheiden, vielleicht kommt bei mir auch einmal der Zeitpunkt andem ich sage, dass ich das hier nicht mehr brauche oder das es mich nur noch trauriger macht. Aber momentan hilft es mir einfach.

Ja so kann man es auch sehen, aber ich war einfach so schockiert und habe echt einen schönen Abend gehabt. Habe an Johannes die ganze Zeit gedacht, mit vielen über ihn geredet aber dann kommt so einer und sagt sowas und von wegen, ich soll doch nicht so tun... wir waren doch eh erst 5 Jahre miteinadner zusammen. Ich war einfach am Boden zerstört und depremiert... wahrscheinlich lag meine Überreaktion auch ein wenig im Alkohol :knatsch:

Alles Liebe und Danke :in den arm nehmen:
:kuss: Anita

Inaktiver User
17.09.2007, 16:36
Hi Anita,
also wenn er zu seinem doofen Spruch auch noch sowas gesagt hat, dann ist er echt ein Looser!! Entweder zu "cool" für diese Welt oder einfach nur dumm! Allein schon die Aussage "nur 5 Jahre". Hört sich fast so an, als sei er neidisch auf eure schöne Beziehung gewesen!! Darauf kann man nicht genug "überreagieren"! Hattest du jedes Recht zu.

Also, sowas braucht man garnicht. Links liegenlassen, den Depp! Jetzt hätt ich gern einen Smiley, der deppert ausschaut, gibt`s aber leider nicht. Stell`s dir einfach vor!! :zwinker:

LG,
malea

Inaktiver User
17.09.2007, 21:53
Dumm gelaufen, mein Yoga ist ausgefallen. Meine Freundin musste leider länger arbeiten. Jetzt haben wir es einfach auf morgen verschoben. Auch okay, es soll ja eh regnen, dann gehe ich eben morgen nicht laufen sondern mache Yoga. Dafür habe ich heute also einen freien Abend und der ist schon fast wieder vorbei. Sollte echt mal früher ins Bett. Der Zusammenbruchabend von gestern steckt mir noch in den Knochen und ich habe Angst, dass es diese Nacht schon wieder so wird.

Ja ja, das mit dem Forum ist so eine Sache. Aber trotzdem schaue ich wieder rein und gucke, was ihr alle geschrieben habt. Es ist tröstlich und todtraurig zugleich. Aber es ist eben auch so, dass man im normalen Alltag kaum einen Menschen begegnet, der einem auf die Dinge, die man bezüglich seiner momentanen Verfassung sagt "ich weiß genau wie es dir geht und was du meinst". Hier ist es (leider) so. Leider deshalb, weil das bedeutet, dass ja die anderen diesen Mist auch durchmachen müssen.

Ach Anita... "nur" fünf Jahre... was für ein Quatsch. Ich glaube auch, wie malea, dass der Typ einfach neidisch war.

Liebe wolfsmond, Dir wünsche ich für den morgigen Dienstag ganz viel Kraft. Ich weiß, dass Du die Dienstage fürchtest und dabei immer mitzählst. Tut mir so leid. Der letzte Sonntag (also gestern) ist an mir fast vorbei gegangen ohne dass ich daran gedacht habe was vor x Wochen war. Ich zähle die Wochen nicht mehr. Ich zähle bereits Monate. Ich fürchte nicht den Sonntag, ich fürchte diese miesen Tage wie gestern. Anfangs habe ich am Sonntag auf die Uhr geschaut und genau an den Moment zurück gedacht. Es ist so unwirklich... die Polizei, die in meinem Wohnzimmer gesessen hat. Es war kein Film, kein Albtraum, es war Realität, es ist immer noch die bittere Realität.

Ich höre lieber auf, jetzt fängt es wieder an weh zu tun und ich bin kurz vor dem Weinen.

Wünsche Euch allen eine gute Nacht, schlaft schön und erholsam.
:schlaf gut:
Grüßle,
Vonna

Anita66666
18.09.2007, 11:36
Halloo!

Ja das dachte ich mir dann am nächsten Tag auch. Einfach nicht mehr daran denken. Da hast du vollkommen Recht Malea !

Genau Vonna, das ist eben so. Im Alltag kenne ich persönlich keinen Menschen, der einen geliebten Menschen verloren hat... bzw. schon welche, aber die waren dann meistens schon sehr alt. Und hier ist es wirklich leider so das dich jeder versteht und es dir nicht krum nimmt, wenn ich mal wieder einen rießen Mist schreibe ...:zwinker: Den ihr wisst wie es mir geht. Viele Leute sagen natürlich, ich kann es mir vorstellen wie es dir geht.
Aber das können sie nunmal nicht, niemand kann das - außer diejenigen die es selber erfahren haben.

Ach Vonna, komisch aber genau das habe ich mir gestern auch gedacht. Ich saß im Auto und dachte nur an diesem Moment wo die zwei Sanitäter und der Polizist vor meiner Wohnungstür standen. Ich glaube es einfach noch nicht ... es kann doch nicht sein das mein Freund tot ist?

Oh man, naja ich wünsche euch noch einen schönen Tag....auch wenn es nur noch regnet (bei mir zumindest)

Liebe Grüße aus Vorarlberg
Anita

wolfsmond
18.09.2007, 16:42
Hallo zusammen,

@Malea
Du hast ja soooooo recht!!! Deswegen:
Als erstes möchte ich Euch mal alle ganz fest :in den arm nehmen: !!!

@Anita
... wie kann dieser Typ denn so einen Mist von sich geben?! Manche Leute sind wirklich einfach unglaublich. Vielleicht hat Malea recht, und er ist tatsächlich neidisch auf die langjährige Beziehung? Trotzdem absolut kein Grund so einen totalen Quatsch daherzureden. Versuch es zu vergessen.

@Vonna,
habe auch keine Ahnung warum ich immer die Wochen zähle? Hat sich irgendwie so ergeben.
Werde nachher, entweder mit, oder ohne meine Tochter (sie muss vielleicht länger arbeiten) auf den Friedhof gehen. Meine zweite Heulrunde für heute habe ich schon hinter mir. Die erste beim Frauenarzt. War mein erster Termin seit es passiert ist und die zweite zu Hause, habe mal wieder ein bestimmtes Lied gehört und es hat mich schier zerrissen. Wann hört das auf???

Drücke Dir die Daumen, dass Dein Yoga heute stattfindet!

Wünsche Euch allen einen erholsamen Abend und eine ruhige Nacht.
Passt gut auf Euch auf!

vlg
wolfsmond

Anita66666
19.09.2007, 11:06
Hallo ihr Lieben

Liebe Wolfsmond...
Leider gibt es solche Menschen auf dieser Welt. Ich versuche solche Menschen jetzt aus dem Weg zu gehe und mit dem werde ich mich so schnell auch nicht mehr unterhalten. Man merkt einfach, die wissen nicht wie es mir geht bzw. was in einem vorgeht und darum - einfach vergessen, der ist es nicht Wert. Deswegen ist es auch immer wieder schön hier rein zu schreiben...:zwinker:

Liebe Vonna,
wie lief dein Yoga Abend? Hoffe du hattest einen schönen und erholsamen Abend.

Ganz liebe Grüße und :in den arm nehmen:
Anita

Inaktiver User
19.09.2007, 22:25
Hallo zusammen,

ich wollte mich nur schnell melden und ein Lebenszeichen von mir geben. Mein Yoga war prima, hat echt gut getan. Und das Quatschen mit meiner Freundin danach war auch mal sehr entspannend. Leider war es dann nur wieder sehr spät bis ich heimgekommen bin und somit die Nacht schon wieder kurz. Dafür hat es dann vor lauter Müdigkeit nicht einmal für den allabendlichen Weinkrampf gereicht. Ich denke, heute wird es das auch nicht. War fast 12 Stunden arbeiten und morgen wird vermutlich auch nicht anders. Von daher... falls ich mich die nächsten Tage nicht so melden werden, ich denke trotzdem an Euch alle und schicke Euch liebe Gedanken und viel Kraft :blumengabe: . Ist nur gerade etwas stressig und ich lass das jetzt einfach auf mich zukommen. Will mich nicht noch zusätzlich stressen mit dem Gefühl hier auch noch reinschauen zu "müssen". Mal schauen, wie es die nächsten Tage läuft. Ich hoffe nur, dass ich wenigstens halbwegs Schlaf bekomme, sonst stehe ich das alles nicht durch diese und nächste Woche.

Drück Euch alle :in den arm nehmen:
Liebe Grüße,
Vonna

Anita66666
21.09.2007, 08:27
Morgen Zusammen!

Freut mich Vonna, dass der Yoga Abend stattgefunden hat und es dir gut getan hat.

In diesem Sinne wünsche ich Dir viel Kraft für die nächste Zeit und alles Liebe. :blumengabe:


Alles Liebe
Anita:kuss:

wolfsmond
22.09.2007, 10:49
Hallo ihr Lieben,

habe am Mittwoch meine Möbel für's Schlafzimmer bekommen. Um Punkt 12 Uhr waren die Jungs da und haben bis 17h30 aufgebaut.
Ich war dann mit Putzen und Einräumen beschäftigt. Bin so froh, dass das alles noch in meiner letzten Urlaubswoche geklappt hat.

Heute werde ich die "Schäden" im Treppenhaus beseitigen. Die Tapeten haben die "handwerklichen Tätigkeiten", Laminat, Leisten, Werkzeuge und Möbel hochschleppen, nicht ganz unbeschadet überstanden und etwas gelitten. Werde mit ein bisschen Farbe alles wieder hinkriegen.

Gestern Vormittag war ich mit meiner mittleren Schwester schwimmen. Hat uns Beiden sehr gut getan. Der Termin für nächste Woche Freitag steht also.

Heute Abend sind wir mit guten Freunden zum Essen verabredet.
Bin gespannt wie der Abend verläuft. Ich hoffe es wird nicht zu traurig ohne meinen Schatz.
Ein halbes Jahr schon ohne ihn. Furchtbar!

Wünsche Euch allen ein schönes Wochenende. Geniesst den Sonnenschein!
@Vonna: Stress Dich nicht zu sehr!!!

vlg
wolfsmond

Inaktiver User
23.09.2007, 21:24
Hallöchen,

melde mich mal wieder. Bin etwas nervös... habe ich mich gut genug vorbereitet, habe ich alles eingepackt? Argh... morgen und übermorgen ist Doktorandenseminar und da muss ich übermorgen einen kleinen Vortrag halten. Wie gesagt, ich bin sehr nervös. Gerade jetzt fehlt mir mein Rainer unendlich, er hat mir für sowas immer so viel Kraft und Ruhe gegeben. Ich wusste, selbst wenn alles schief läuft, er hält zu mir uns ist da für mich. Und jetzt... jetzt habe ich mir das auch noch quasi selber angetan (warum musste ich auch auf die Idee kommen doch noch promovieren zu wollen?) und es ist niemand mehr da, der mich vorher beruhigt und noch viel schlimmer, niemand mehr, der mich danach auffängt.

Gerade war ich noch fast 1 1/2 Stunden laufen. Hat gut getan, aber die dadurch bekommene Ruhe ist schon wieder fast weg. Dabei müsste doch gerade ich mir, in dieser Situation sagen, ist doch egal was dabei rauskommt, das Leben spielt eh nie so mit, wie man es sich vorstellt oder wünscht. Ist auch nicht so wichtig. Eigentlich ist doch gerade eh gar nichts so richtig wichtig, außer irgendwie durch den nächsten Tag zu kommen. Da kann doch so ein kleiner Vortrag nicht alles durcheinander bringen. Ich habe eh keine Ahnung, was ich gerade vom Leben will und erwarte, was sollte das also daran ändern. Oder weiß ich es womöglich doch und will es mir nicht eingestehen? Hab ich mir das schon so in den Kopf gesetzt, dass ich nichts anderes mehr sehe und mich deshalb so fertig mache? Ach Leute... keine Ahnung. Ich steigere mich hier gerade in etwas rein. Besser ich bügel jetzt noch meine Wäsche und geh dann einfach ins Bett. Will morgen früher raus, damit ich noch alles hin bekomme bevor es losgeht. Hoffe nur, dass ich schlafen kann.

Ach Wolfsmond, ich finde es schön, dass Du jetzt ein neues Schlafzimmer hast. Wie waren denn die ersten Nächte im neuen Schlafzimmer? Ich hoffe gut. Dein Urlaub ist dann jetzt auch vorbei, wenn ich das richtig gelesen habe. Dann wünsche ich Dir mal einen guten Start in die nächste Arbeitswoche. Euch allen anderen natürlich auch.

Schlaft schön und liebe Grüße,
Vonna

Anita66666
24.09.2007, 09:23
Liebe Vonna

Kann Dich verstehen. Jetzt, wo ich am Samstag meine Maturaprüfung in Mathe habe und in zwei Wochen in Englisch, fehlt mir Johannes auch so sehr. Normalerweise hätten wir es zusammen gemacht und er hätte mich unterstützt und mir Kraft gespendet. Wenn ich es nicht geschafft hätte, hätte er mich aufgefangen und mir gesagt: Dann schaffst du es halt nächstes Mal - das machen wir schon! Und jetzt? Oh man!!

Vonna, ich wollte Dir eigentlich nur viel Glück wünschen und viel Kraft. Du schaffst das sicher locker.

Wolfsmond, ich hoffe wie Vonna, dass du gut in deinem neuem Schlafzimmer geschlafen hast bzw. schläfst. Und ich wünsche dir einen guten Start in die neue Woche :blumengabe:

Alles alles Liebe
Anita

Inaktiver User
24.09.2007, 15:49
Liebe Vonna,

ich drück dir auch ganz fest die Daumen für deinen Vortrag!!
Viel Glück! :blumengabe:

malea

Sternzeit2506
24.09.2007, 17:32
Liebe Vonna,
von mir natürlich auch. Ich drücke ganz fest alle Däumchen und meine Katzen drücken dir die Pfötchen, dass alles gut läuft.
Bin momentan jobmäßig etwas angespannt, daher klinke ich mich auch schon wieder aus.
Alles Liebe für Euch!
Sternzeit

wolfsmond
24.09.2007, 18:04
Hallo Vonna,

ich drücke Dir natürlich auch die Daumen für Dein Seminar und ganz besonders für Deinen Vortrag!!! Du schaffst das!!!

Ja, Du hast recht, heute war mein erster Arbeitstag! Ganz schön ungewohnt wieder die Büroluft zu schnuppern. Aber immer einen Schritt nach dem anderen! Nicht gleich wieder den vollen Stresssack ausschütten.

@Anita und Vonna,
ich bin so froh, den Schritt mit dem neuen Schlafzimmer gemacht zu haben! Fühle mich sehr wohl in meinem kleinen Bett und mit den restlichen Möbeln!

Wünsche Euch und den anderen Mitleser/innen eine angenehme Woche.

vlg
wolfsmond

Inaktiver User
25.09.2007, 22:17
Hi zusammen,

vielen Dank für Eure lieben Wünsche. Der Vortrag selbst war in Ordnung, aber der Inhalt hat leider gar nicht überzeugt. Lief also eigentlich super schlecht. Jetzt stehe ich wieder am Anfang und muss neu überlegen. Vielleicht auch, ob ich das überhaupt will? Keine Ahnung... ich sollte mich nicht so schnell ins Bockshorn jagen lassen. Ich glaube, all meine Kollegen sehen das so, nur ich irgendwie nicht so recht. Ach Mist, es lief eben echt einfach scheiße. Kann man nicht anders sagen. Und es ist jetzt natürlich niemand hier, der mich auffängt.

Zum Glück bin ich so super müde von den letzten beiden Tagen, dass mir alles zu anstrengend ist und ich einfach nur noch ins Bett will. In dem Sinne werde ich einfach mal eine Nacht über alles schlafen und hoffen, dass ich mich morgen vielleicht etwas besser fühle und auch nicht mehr alles ganz so schwarz sehe.

Liebe Grüße und eine gute Nacht,
Vonna

Sternzeit2506
25.09.2007, 22:39
Hallo Vonna,
das tut mir sehr leid, dass es nicht so super lief. Aber vielleicht ist es einfach noch zu früh, um sich intensiv auf eine Sache vorzubereiten. Ich merke das an mir selber: Eigentlich habe ich momentan super gute Chancen im Job und es könnte alles super laufen, aber es fehlen halt immer die letzten paar Prozent, um es wirklich perfekt zu machen, weil die Gedanken des Kleinhirns ständig bei "der anderen Sache" sind. Insofern solltest du dich wirklich nicht entmutigen lassen und es einfach noch einmal probieren. Deine Kollegen sehen es ja auch so.

Ich hoffe, du hast trotzdem eine "gute Nacht" und hoffentlich siehst du morgen etwas klarer.

Einen dicken Drücker für dich.
Sternzeit

Anita66666
26.09.2007, 15:37
Liebe Vonna,

Es tut mir auch sehr leid, dass dein Vortrag nicht so überzeugt hat. Vielleicht hat Sternzeit recht und es ist einfach noch zu früh.

Glaub deinen Kollegen....und lass dich nicht entmutigen.

Ich hoffe es geht dir heute besser?:in den arm nehmen:
Alles Liebe Anita

wolfsmond
26.09.2007, 20:41
Liebe Vonna,

glaub an Dich und hab' doch bitte etwas mehr Geduld mit Dir! Du scheinst immer mit dem Kopf durch die Wand zu wollen.
Klingt vielleicht jetzt blöd, aber mach doch einfach die Tür auf! Deine Kollegen werden Dich schon richtig einschätzen, oder meinst Du nicht??? Sprich doch einfach nochmal mit ihnen und lass Dich inspirieren. Möglicherweise kommt Dir nach dem Gespräch eine zündende Idee!

Ich denke an Dich und hoffe Du hattest einen angenehmen Tag.
Nehm Dich mal kurz in den Arm, wenn ich darf!

vlg
+
eine ruhige Nacht!
wolfsmond

Inaktiver User
26.09.2007, 22:42
Hallöchen,

und DANKE :blumengabe: , Ihr seid so lieb.

Mir geht es heute schon etwas besser und ich habe beschlossen nicht einfach so aufzugeben. Ich werde es jetzt etwas ruhiger angehen, muss ja nicht "mit dem Kopf durch die Wand", wie wolfsmond so schön sagt, sondern habe etwas Zeit. Und auch mit den netten Kollegen hat wolfsmond recht. Einer kam heute zu mir und meinte, ich solle nicht aufgeben, wir sollten einfach nochmal reden und gemeinsam überlegen, ich solle auf keinen Fall gehen, denn ich würde so gut ans Institut passen und alle anderen Kollegen würden auch so denken. Das hat schon gut getan das zu hören. Und auch der stellvertretende Insitutsleiter macht sich Gedanken und will mir helfen. Was will ich mehr? Ich würde nicht nur mich, sondern auch sie alle enttäuschen, wenn ich gleich aufgeben würde. Jetzt guck ich halt mal eins nach dem anderen.

Übernächste Woche habe ich ja nochmal eine Woche Urlaub, da kann ich hoffentlich etwas Kraft tanken und vielleicht geht es danach ja wieder besser weiter.

Ich wünsche Euch allen eine gute Nacht :blumengabe: und umarme Euch ebenfalls mal wieder :in den arm nehmen:

Liebe Grüße,
Vonna

Inaktiver User
26.09.2007, 23:14
Hallo Vonna,

das hört sich doch alles sehr positiv an! Schön, dass du so nette Kollegen hast. Das ist viel wert!
Der Urlaub wird dir sicher gut tun.

Ich wünsche auch allen ein gut`s Nächtle. Schlaft schön!!:schlaf gut:

LG,
malea

Inaktiver User
28.09.2007, 22:25
Hallo Ihr Lieben,

wie geht es Euch? Wie war Eure Woche denn noch? Wolfsmond... auch schon ein Weilchen nichts mehr gehört.

Bei mir war es etwas stressig. Gut, ich mache mir den Stress auch teilweise selbst, aber im Moment hilft es halt einfach auch noch. Heute Abend wollte ich auch wieder nicht so recht von der Arbeit heimgehen, weil ja eh nur dieses traurige Wochenende vor mir liegt. Morgen bekomme ich zwar Besuch, aber das ist ein Besuch auf den ich eigentlich nicht so scharf bin. Das Problem ist nur, es bleiben kaum Leute übrig, auf die ich gerade "scharf" bin. Sogar mein Vater hat mir heute eine Mail geschrieben, in der er mich gebeten hat, mich mal wieder zu melden, weil sie sich Sorgen machen, da ich fast eine Woche nichts habe von mir hören lassen. Sie wollen wohl nicht anrufen, weil sie mich nicht "beglucken" wollen oder so was in der Art. Ich könnte dringend ein paar Menschen an meiner Seite brauchen... aber bitte auch welche, die mir wirklich helfen und gut tun. Wo findet man die nur?

Ich fühle mich gerade seltsam. Ich bin innerlich ganz zerrissen. Ich habe es 2-3 Abende geschafft so gut wie gar nicht weinen zu müssen. Manchmal kommt es mir auch einfach schon "anders" vor, wie es sich anfühlt. Er fehlt mir immer noch unendlich, aber manchmal habe ich auch Momente, da denke ich an ihn, stelle mir sein Gesicht vor und muss auch mal nicht dabei weinen. Das klappt nicht allzu oft, aber es kommt vor. Im Moment klappt es nicht... die Buchstaben verschwimmen vor meinen Augen. Aber es kommt so viel zusammen zur Zeit. Es hat sich so viel verändert und es wird sich noch viel weiterhin verändern und ich muss es akzeptieren und damit leben. Ob ich will oder nicht. Manchmal will ich... sehr sogar und manchmal will ich überhaupt nicht. Warum ist da alles nur so anstrengend?

Ich werde versuchen mich jetzt noch ein bisschen aufs Sofa zu legen und etwas runter zu kommen von der stressigen Woche, bevor ich dann ins Bett gehe. Ich wünsche Euch allen einen schönen Abend und eine gute Nacht.

Liebe Grüße,
Vonna

wolfsmond
29.09.2007, 18:11
Liebe Vonna,

am Institut scheinst Du bei Deinen Kollegen und Vorgesetzten einen sehr guten Stand zu haben. Kannst stolz sein auf Dich.

Ich hatte am Mittwoch einen so beschissenen Tag, musste ständig heulen, auch im Büro! Hatte fast den ganzen Tag nur die Tür geschlossen. Am Abend ging es zu Hause genauso weiter. Konnte mich gar nicht einkriegen! Wie am Anfang. Entsetzlich!!!

Am Donnerstag ging es mir zum Glück wieder etwas besser und ich konnte meinen Tai Chi Abend geniessen. War sehr interessant.
Freue mich schon auf nächsten Donnerstag.

Gestern war ich wieder mit meiner Schwester im Schwimmbad. War anschließend so fertig, dass ich fast zwei Stunden geschlafen habe. Dann mit Fleiß ans Werk und die Wohnung aufgeräumt.
Anschließend war ich noch auf dem Friedhof und habe wieder mal ein Gesteck entsorgt. Montelang war Ruhe, jetzt geht das wieder los. Aber egal, ich habe es jedenfalls mit Wonne in die Tonne geworfen!!!

Meine Tochter und ich werden jetzt auch noch einen Spaziergang zum Friedhof machen und noch eine zusätzliche Kerze anzünden.

Wünsche Euch allen ein geruhsames Wochenende und einen guten
Start in die nächste Woche!!!
BLEIBT TAPFER!!!

vlg
wolfsmond

Inaktiver User
30.09.2007, 23:14
Oh wolfsmond,
tut mir leid, dass Du am Mittwoch so einen miesen Tag hattest. Bei mir geht es gerade mal so mal so. Langsam träume ich wohl wieder mehr bzw. kann mich eher daran erinnern. Leider war der Traum letzte Nacht nicht so toll. Ich weiß ihn aber nicht mehr so recht. Ich weiß nur, dass es seit langem mal ein Tag war, an dem ich gleich weinend in den Tag gestartet bin. Irgendwie habe ich, glaube ich, im Traum die Beerdigung nochmal erlebt. Es waren so viele Leute da, aber ich war ganz alleine. Niemand hat sich um mich gekümmert. Ich habe mich ganz schrecklich gefühlt. Vielleicht ist das nur die Verarbeitung des Samstags gewesen. Ein ehemals guter Freund hat mich besucht. Ehemals deshalb, weil einiges vorgefallen ist, was für mich nicht in das Bild eines guten Freundes passt. Er hat es inzwischen gemerkt und er hat mich darauf angesprochen. Ich habe ihm gesagt, dass das aus meiner Sicht erst einmal nicht mehr zu "reparieren" ist und ich unsere gute Freundschaft nicht mehr sehe. Ich denke, er war enttäuscht, aber er hat nicht so richtig verstanden, was mich dazu gebracht hat und ich hätte es ihm nur wieder einmal mehr erklärt, ohne dass es dann etwas geändert hätte. Das führt zu nichts. Aber vielleicht war das der Auslöser... ein Freund weniger. Klar war er schon vorher im Prinzip nicht mehr für mich da, aber nun ist es ausgesprochen. Er hat auch erzählt, dass viele meiner oder besser gesagt Rainers und meiner Freunde und Bekannten ihn nach mir fragen, wie es mir geht, was ich mache. Er würde allen sagen, sie sollen sich doch bei mir melden und mich selbst mal fragen. Aber das tun sie nicht. Vielleicht haben sie einfach ihr Gewissen damit beruhigt sich überhaupt mal irgendwo bei jemandem nach mir erkundigt zu haben und zu mehr reicht es dann nicht. Irgendwie ist für mich der Zug auch abgefahren - so einsam mich das auch zusätzlich macht. Und so unfair ich da vielleicht auch bin. Heute morgen klingelte das Telefon, es war unsere ehemalige WG-Mitbewohnerin. Ich konnte nicht rangehen. Ich bin teilweise auch selber schuld. Ich habe inzwischen schon so einen Trotz aufgebaut, habe eine so große Enttäuschung von so vielen Leuten in mir, ich kann nicht mehr. Sollen sie mich mein neues Leben leben lassen. Ich weiß zwar noch nicht wie und ich habe noch nicht wirklich dieses neue Leben, aber ich fürchte, sie werden nicht mehr Teil davon sein. Es ist mühselig sich alles neu aufbauen zu müssen, aber ich werde wohl nicht drum herum kommen. Sie sind zu weit weg, haben sich zu wenig interessiert und gekümmert, zu wenig Mut gehabt. Ich weiß es nicht. Ich bin nur unendlich traurig und fühle mich unendlich alleine. Na gut, ganz alleine bin ich nicht, da ist noch ein Mensch übrig... ein Mensch, der mir inzwischen sehr sehr viel bedeutet. Aber über den werde ich hier nicht sprechen. Ich bin momentan nur einfach dankbar, dass es ihn gibt. Wenigstens einen.

Ich habe heute mal wieder etwas in Rainers Zimmer rumgeräumt. Es ist nicht wirklich viel passiert, aber ich habe zumindest ein bisschen in dem technischen Schnickschnack aufgeräumt. Und ich habe dabei sogar ein Gerät wieder in Gang bekommen. Oh Rainer... wieviele Fragen hätte ich noch an dich, wie konntest du mich in diesem Wirrwarr nur so alleine lassen. Ich steig da oft nicht durch. Bitte bitte sei mir nicht böse, wenn ich manche Dinge, die dir vielleicht einiges bedeutet haben, einfach wegwerfe, weil ich den Sinn einfach nicht erkenne oder nichts damit anzufangen weiß. Ich habe heute zum ersten Mal wieder die Wochen gezählt. Ich spüre sehr wohl jeden Sonntag extrem... 23 Wochen sind es bereits. 23 Wochenenden ohne dich... einsame Wochenende... einsam, selbst dann wenn jemand da war. Ich weiß nicht, wie ich es je schaffen soll richtig von die Abschied zu nehmen, zu akzeptieren, dass du nie wieder zu mir zurück kommen wirst. Wo es doch so viele Momente gibt, in denen ich an nichts anderes denken kann, in denen ich mir so sehr wünsche, du wärst wieder da. Immer noch ertappe ich mich mit der Hoffnung, dass du eines Tages wieder den Schlüssel in die Haustür steckst und alles wird wieder gut. Hey... du wirst für alle ewig jung bleiben. Ich werde nie erfahren, wie du mit grauen Haaren und Runzeln ausgesehen hättest. Du Schelm, wie kannst du dich nur so davor drücken? Oh mein Schnugg, ich vermisse dich so unendlich, aber mein Leben geht dennoch weiter. Ich habe manchmal schon ein schlechtes Gewissen, denn wie gesagt, es gibt da einen Menschen, an den ich manchmal schon öfters denke, als an dich. Nimmst du mir das übel? Ich werde dich trotzdem immer lieben!!!

Anita66666
01.10.2007, 09:16
Liebe Vonna

Ich hatte letzten Freitag auch einen sehr schlechten Tag. Waren genau 4 Monate her. Jetzt gehts schon wieder einigermaßen besser.

Vonna, so einen Menschen der dir viel bedeutet ist sehr schön. Genau das gleiche geht mir momentan auch durch den Kopf. Ich habe auch einen Menschen, an dem ich sehr viel denke und dann merke ich erst, dass ich schon fast mehr an ihn denke als an meinen Freund. Da habe ich auch so ein schlechtes Gewissen.... ich habe aber mit einer Freundin darüber gesprochen und die meinte, wenn es mir gut tut dann ist das auch das richtige. Und wenn es Johannes stören würde, würde er sich sicherlich irgendwie bemerkbar machen und das er sicher nicht böse auf mich ist. Ich denke auch, dass Rainer nicht böse auf dich ist. Den er möchte sicher nur, dass es dir gut geht und wenn das dazu führt, dass du mit einem Menschen sehr gerne zusammen bist und er dir gut tut, warum nicht??

Aber wie gesagt, es geht mir gleich wie dir. Ich habe auch ein schlechtes Gewissen und weiß nicht so recht wie ich damit umgehen soll. Doch der Mensch, der tut mir gut und gibt mir Kraft. Ich fühle mich dann nicht so alleine.
Und wie du Rainer liebe ich meinen Freund auch über alles, und ich würde alles tun wenn ich die Zeit zurück drehen könnte. Doch leider geht es nicht und irgendwie muss ich bzw. müssen wir mit dieser Tatsache zurecht kommen. Nur wie??!
Wie bei dir Rainer, wird bei mir Johannes immer in meinem Herzen bleiben und ich werde ihn immer lieben.

Ach Vonna, ich fühle so mit dir. Es ist schon ab und zu sehr komisch, wenn ich so deinen Beitrag lese bzw. auch den der anderen, dass es mir oft so vorkommt als hätte ich ihn selber geschrieben.

Vonna, lass Dich drücken ...:in den arm nehmen:

Alles alles Liebe
Anita