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neko
24.04.2007, 23:58
Hallo Alleseits!

Hat jemand 300 gesehen?

Mich hat er nun nicht so umgehauen - vielleicht hat man ab einem gewissen Kino-Alter dann doch irgendwie alle special effects gesehen :schlaf gut:

Außerdem habe ich mich bei manchen ganz patriotischen Sprüchen gefragt, ob so mancher in Präsident-Bush-Kreisen sich derzeit so fühlt.
"Wir paar Aufrechte, für die Freiheit, ein leuchtendes Beispiel für die Welt und die Geschichte und überhaupt" :nudelholz:

Schließlich ist Persien ja relativ ident mit dem heutigen Iran. Fand ich schon einen komischen Zeitpunkt für so einen Film (resp. Comic, der ist ja auch noch ganz neu).

Perserkönig Xerxes als so eine affige Schwuchtel darzustellen, fand ich auch irgendwie - peinlich einfach, in meinen Augen ein Schuss nach hinten für Frank Miller.

Sieht das jemand ähnlich oder ganz anders? :yeah:

Viele Grüße,
Neko

Inaktiver User
25.04.2007, 00:26
Ich fand 300 überwältigend.
Allerdings darf man nicht Erwartung einer Aussage ins Kino gehen, sondern nur in (berechtigter) Hoffnung auf eine gewaltige Bilderflut und einer intentionsfreien, gelungenen Comicadaption.

Der ganz Film ist so stilisiert, die Dialoge so plump und sprechblasenkompatibel, dass man es nur als ironisierend verstehen kann. Den Pathos und Mythos (der dem antiken Sparta, das streng militaristisch ausgerichtet war tatsächlich nicht fremd war) ist so übertrieben dargestellt, dass man es wohl kaum auf die heutige Weltlage übertragen kann.

Die Sprache von 300 sind die Bilder und die sind eine Augenweide und ein visuelles Meisterwerk.

Falls es Dich interessiert, Neko, hier noch ein Interview (http://www.3sat.de/webtv/?kuz_070404_platthaus_16zu9.rm), die Aussagen des Redaktuers Platthaus deckt sich ziemlich mit meiner Meinung.

neko
25.04.2007, 00:39
Ohhh, für Pathos und Mythos hab ich schon 'ne Ader, eine ganz erhebliche :peinlich: ich liebe ja das alte Rom, antike Geschichte und so. Gladiator, das ist genau mein Ding *rotzundwasserheul* :heul:

Danke für den klasse link! War ganz erstaunt über die gute Qualität (ich hab ja keinen Fernseher), deswegen hole ich mir jetzt meinen Gute-Nacht-Kakao und führe mir das Interview als Betthupferl zu Gemüte.

Mit dem Ironisieren, da wäre ich mir allerdings nicht sicher. Will Dir allerdings auch nicht frontal widersprechen. Denke nur, man kann es nicht eindeutig sagen!
Ich kenne so einige Comics von Dark Horse (der US-Verlag), die meisten sind garantiert nicht ironisierend. Zum Beispiel Aliens, Aliens vs. Predator, Lara Croft... Auch wenn man es als erwachsener Leser manchmal so empfindet. Aber das durchschnittliche Zielpublikum ist schon der (prä- :zwinker:)männliche 11jährige.

Es gibt ja so einige Künstler, bei denen das in der Schwebe ist, was Ironie, was wirklich "so" gemeint ist.

Leeremick
25.04.2007, 10:15
Ich hatte im Vorfeld auch gehört, der Film sei faschistoid. Über den Comic habe ich nur im Nachhinein gelesen, ich kenne ihn nicht (Sin City übrigens auch nicht) Grundsätzlich halte ich mich schon für sensibel, was unterschwellige "Botschaften" betrifft. Ich verstehe Deine Einwände, neko, besonders was das "Ironisieren" betrifft. "Starship Troopers" zB habe ich nicht komisch finden können - ich habe zwar die postmoderne Ironie erkannt, hatte aber trotzdem immer das Gefühl, dass viel Ideologie durch Hintertür reinkam. Selbst wenn es nicht so gemeint war - beim großen Teil der Publikums wurde es m.E. so verstanden.
Im Fall von "300" sehe ich es aber auch eher so wie catgirl, auch wenn mich der Film nicht ganz so euphorisiert hat :freches grinsen: . In erster Linie ist das für mich eine der gelungendsten Comic-Verfilmungen überhaupt. Diese Stilisierung, dieses "Einfrieren" der Bilder fand ich sensationell - der Film ist halt völlig reduziert auf Bewegung, ist pures Kino und obwohl das an sich nicht "meins" ist, fand ich es hier überaus gelungen. Ich habe allerdings auch in einer Kritik gelesen, es sei "pures Computerspiel" - da ist natürlich auch was dran.
Ich habe zwei interessante Kritiken gelesen und möchte kurz zwei Abschnitte zitieren:
Robert Weixlbaumer im "tip" (http://www.berlinonline.de/tip/redaktion/.bin/index.php/kino/artikel/34404):
"Ehre", "Pflicht", "Ruhm", "Kampf", "Sieg" lauten die Kapitelüberschriften, unter denen Miller "300" entfaltet. Eins zu eins finden sich seine Leitmotive im Film wieder: eine reine, rassistische Nation, die sich in Nonstop-Action gegen die alten Mythologien und die anstürmende Streitmacht des Halbgottes Xerxes wehrt. Vernunft, Gerechtigkeit, Law and Order und die Idee der Freiheit, so will es "300", treffen auf den Mystizismus und die Tyrannei Asiens, athletische Übermenschen kämpfen gegen dunkelhäutige, oft buchstäblich gesichtslose Massen. Spaß? Ironie? An Millers rechtslastigen Einlassungen zum aktuellen Irakkrieg wird deutlich, wie wenig Distanz und Humor in seinem Stoff liegt.

Und Claudius Seidl in der FAZ (http://www.faz.net/s/Rub8A25A66CA9514B9892E0074EDE4E5AFA/Doc~EDBE14802BF064A38BBC9BB2780462AA6~ATpl~Ecommon ~Scontent.html):
Mal abgesehen davon, dass die meisten der Millionen Amerikaner, die den Film zum Überraschungshit dieses Frühjahrs gemacht haben, die Nacht lieber im Zelt des Xerxes, wo es bequeme Liegen und halbnackte Tänzerinnen gibt, verbringen würden als im spartanischen Lager: Wofür, wenn wir schon die Gegenwart ins Spiel bringen wollen, stünde denn wer in diesem Film, der davon erzählt, wie die mächtigste (und ein wenig dekadente) Armee der Welt in ein kleines Land einfällt, wo sich ihr die tapferen, sittenstrengen (und meistens bärtigen) Männer entgegenstellen und lieber sterben, als sich zu unterwerfen?

Ich denke beide Standpunkte haben absolut ihre Berechtigung. (allerdings würde mich interessieren, ob und wo sich Frank Miller zum Irakkrieg geäußert hat..)

Inaktiver User
25.04.2007, 13:19
Hallo Lee ! :blumengabe:

Danke für die beiden Ausschnitte, sie tatsächlich beide ihre Berechtigung haben und nachvollziehbar sind. Obwohl ich - wie Du ja weisst - 300 leidenschaftlich verteidige, kann ich ich verstehen, wenn jemandem der Film nicht gefällt oder sogar abstösst.

Noch einmal zum Thema "Pathos", der in 300 reichlich überstrapaziert wird.
Ich kann verstehen, dass Frank Miller gerade die Spartaner zum Gegenstand seines Comics gemacht hat, da man die Sonderstellung Spartas im antiken Griechenland wunderbar auf die Spitze treiben kann. So fragwürdig und befremdlich (vielleicht auch amüsant) es heute erscheint, kommt der Mythos und die Legende nicht ungefähr.
Sparta war militärisch extrem hoch entwickelt, streng reglementiert und hat so seine Hegemonialstellung in Griechenland lange behaupten können. Es gab für einen Spartiaten nur einen Lebensweg, den des tapferen Kriegers, und dass während die Philosophie, die Wissenschaft und die Demokratie im übrigen Griechenland (besonders Athen) blühte und das kulturelle Leben geradezu explodierte.
So bieten sich die Spartaner geradezu für eine (wenn auch sehr sympathisierende) Karikatur an.

Vielleicht darf man die Darstellung des Perserkönigs Xerxes als tuntige Figur auch mit einem Augenzwinkern sehen.
Schliesslich war die "Knabenliebe" im antiken Griechenland weit verbreitet und sogar hoch angesehen und da war Sparta, so einzigartig seine politische Ausrichtung auch war, keine Ausnahme. :smirksmile:

Gruss von Catgirl

neko
26.04.2007, 01:44
Hallo ihr!

Danke für die vielen interessanten Anregungen!

Mit dem Pathos habe ich wie gesagt echt keine Probleme. Vor allem nicht in Unterhaltungsfilmen. Auch nicht mit Spartanern :zwinker:

Bei manchen pathetischen Sprüchen habe ich nur gedacht, mich tritt ein Pferd, weil man ja manchmal Teile aus Bush-Reden hört und seine Phrasen so im Ohr hat, und ich habe den Film auf Englisch (Amerikanisch) gesehen, da liegt die Assoziation zu dem was man jetzt grad auch "in echt" hören kann, vielleicht noch viel näher.


Mal abgesehen davon, dass die meisten der Millionen Amerikaner, die den Film zum Überraschungshit dieses Frühjahrs gemacht haben, die Nacht lieber im Zelt des Xerxes, wo es bequeme Liegen und halbnackte Tänzerinnen gibt, verbringen würden als im spartanischen Lager
Das habe ich mir im Kino auch gedacht :fg engel:

Ich habe gerade mal nach Miller und Iraq gegoogelt, und mich hätte es, nachdem ich einige Bände von Sin City und den ersten Teil von 300 gelesen habe, auch gar nicht gewundert, wenn ich da irgendwas ganz ganz Schreckliches gefunden hätte :zwinker: (Cover für die japanischen Lone Wolf and Cub Comics, die total ernst Männlichkeitswahn und einen sehr komischen Ehrbegriff darstellen, habe ich ihm auch übel genommen).
Stattdessen habe ich aber eine ganz liberale Radiosendung gefunden, aus dem Januar, nachdem Bush eine "state of the nation" Rede gehalten hat. Die Tendenz ist schon ziemlich kritisch. Höre ich gerade parallel. Miller war allerdings noch nicht dran. Grade ist Merle Haggard, der Country-Sänger, dran und klingt nicht sehr vertrauenserweckend.

Oh Mann, Frank Miller war immer noch nicht dran, stattdessen rufen Bill aus Michigan und Jim aus Flint an... was ich mir hier für Euch antue, nur um Klarheit in die Gerüchteküche zu bringen!!! :freches grinsen:

(31 Minuten später... *schwah, schwah*...)

Oha - jetzt ist Miller dran - das sollte man selbst hören (bzw. lesen), ich tippe es mal raus und komme dann wieder.

:peinlich: :ooooh:

neko
26.04.2007, 03:26
So, *tadaaa*, da bin ich wieder :knicks:

Also, haltet Euch die Socken fest :freches grinsen: selber anhören lohnt aber auch, es ist echt schräg

Radiointerview "Talk of the Nation" mit Frank Miller am 24. Januar 2007 (http://www.npr.org/templates/story/story.php?storyId=7002481) - auf "listen" klicken. Miller kommt bei Minute 30:30., man kann den Zeiger dahin verschieben.

Das ist die Info von der Website des Radiosenders:
**************************
Talk of the Nation, January 24, 2007 · Following the president's State of the Union address, we'll move past the political analysis and punditry and hear from innovative thinkers and creative minds about their view of the state of the country.

Guests:
Nora Ephron, Academy Award-nominated screenwriter of When Harry Met Sally, Silkwood and Sleepless In Seattle, which she also directed; author of I Feel Bad About My Neck
Elizabeth Nunez, author of Prospero's Daughter; distinguished professor at Medgar Evers College at City University of New York
Merle Haggard, singer-songwriter
Kwame Anthony Appiah, author of Cosmopolitanism, professor of philosophy at Princeton University
Frank Miller, comic book artist
Ana Marie Cox, Washington editor of Time.com
Richard Land, president of the Southern Baptist Convention's Ethics and Religious Liberty Commission[/i]
**************************

Nun die versprochene Mitschrift:

CONAN: Our next guest is best known for his portraits of two cities - Gotham, the home of Batman, and Sin City, a town where tales of sin and crime are spun in film noir style. He directed the film version of Sin City in 2005. Writer, artist and film director Frank Miller joins us now from our bureau in New York. Nice to have you back on talk of the nation!
MILLER: Thank you.
CONAN: And, Frank, what's the state of the union?
MILLER: Well I believe I don't find myself worrying so much about the state of the union as I do about the state of the homefront.
It seems to me quite obvious that our country and the entire Western world is up against an existential foe that knows exactly what it wants, and we're behaving like a collapsing empire. Mighty cultures are almost never conquered, they crumple from within. And frankly, I think that a lot of Americans are acting like spoiled brats because everything that isn't working out perfectly every time.
CONAN: And when you say "we don't know what we want", what's the cause of that do you think?
MILLER: I think part of it is the way people like I were educated. We were constantly told that all cultures are equal and that every belief system is as good as the next. And generally, that America was to be known for its flaws rather than for its virtues. When you think of what Americans accomplished, building these amazing cities, and all the good that is done in the world, it's kind of disheartening to hear so much hatred of America not just from abroad but internally.
CONAN: A lot of people would say that what America has done abroad has led to the doubts and even the hatred of some of its own citizens.
MILLER: O.k. then let's finally talk about the enemy. For some reason nobody seems to be talking about who we're up against. And this sixth century Barbarism they actually represent. These people saw peoples' heads off. They enslave women. They genetically mutilate their daughters. They do not behave by any cultural norms that are sensible to us. I'm speaking into a microphone that never could have been a product of their culture, and I'm living in a city where 3000 of my neighbors were killed by thieves of airplanes they never could have built.
CONAN: Hm. As you look at people around you though, why do you think they are so - as you would put it - self-absorbed, now even whiny?
MILLER: Well, I'd say for the same reason as the Athenians and the Romans were. We got a little good right now. Where I would fault president Bush the most was that in the (...)wake of 9-11 he (manoeuvered?) our military but he didn't call the nation into a state of war. And he didn't explain that this would take a communal effort against a common foe. So we've (? he's?) been kind of fighting a war on the side and sitting off like a bunch of Romans complaining about it.
Also I think that George Bush has an uncanny knack of being somebody people hate. I thought Clinton inspired more hatred than any president I had ever seen, but I have never seen anything like Bush-hatred. It's completely mad.
CONAN: Hm. And as you talk to people in the streets, people you meet at work, socially, how do you explain this to them?
MILLER: Mainly in historical terms. Mainly saying that the country that fought *Okinawa and *Iwo Jima is now spilling precious blood but so little by comparison it's almost ridiculous. And the stakes are as high as they were then. Mostly I hear people say, well, you know, why do we attack Iraq for an instance? Well we're taking on an idea. The same way that when we - I mean nobody questions why we after Pearl Harbor attacked Nazi Germany. It was because we were taking on a form of global fascism. (Like the same thing now...)
CONAN: (unterbricht) But they did declare war on us.
MILLER: Yeah but what I mean is... so did Iraq.
CONAN: Frank Miller thanks very much for your time today, we appreciate it.
MILLER: Thank you.
source: Audiofile auf www.npr.org

Anm. v. neko:
Schlacht um *Okinawa: 12.283 Tote und 36.398 Verwundete auf US-Seite, 66.000 Tote und 17.000 Verwundete auf japanischer Seite
Schlacht um *Iwo Jima: 7.000 Tote, 20.000 Verwundete auf US- und 18.000 Tote auf japanischer Seite
(- steht jedenfalls bei Wikipedia unter Pazifikkrieg)

Leeremick
26.04.2007, 08:36
neko, super vielen Dank. Das war doch erhellend, irgendwie..

muggl
26.04.2007, 10:53
(interessierte mitleserin muggl schaltet sich ein)

Oh - my - goodness!!!
:ooooh:

(abgang mit flatterndem nervenkostüm)

Leeremick
26.04.2007, 15:07
Perserkönig Xerxes als so eine affige Schwuchtel darzustellen, fand ich auch irgendwie - peinlich einfach, in meinen Augen ein Schuss nach hinten für Frank Miller.

Viele Grüße,
Neko - ist das eigentlich im Comic auch so? Soweit ich gelesen habe, sind im Comic die Spartaner schwul - die Königin Gorgo ist eine Erfindung des Films und kommt so im Comic nicht vor.

neko
26.04.2007, 22:57
Das weiß ich gar nicht mehr. Oder Xerxes kam im ersten Teil noch gar nicht vor. Dass das Orakel um ihren Job nicht zu beneiden ist, kam schon vor. Frauen außer ihr auch, da habe ich noch ein, zwei Bilder vor Augen. Aber Xerxes... :wie?:
Die Lektüre hat wohl einen immens bleibenden Eindruck auf mich gemacht! :peinlich:

Ich hoffe, Catgirl nimmt das jetzt nicht als Stellungnahme dagegen, dass sie den Film mag, dass ich dieses Teil aufgetrieben habe.

Meine Meinung dazu ist: auch wenn der Autor, explizit zur Politik befragt, anscheinend ein wenig *tingtong* ist (um es mal mit meiner thailändischen Freundin zu sagen :freches grinsen:), darf und soll jeder von mir aus gerne den Film weiter mögen! :blumengabe:

Allerdings finde ich es schon in Bezug auf den Film bemerkenswert, wenn Miller selbst durchaus Vergleiche Tagesgeschehen-Antike anstellt. Dann tut man zumindest keinem armen Waisenknaben Unrecht, wenn man den Film auch unter diesem Aspekt sieht.

Inaktiver User
27.04.2007, 00:39
@ Leeremick:

Im Comic kommt Königin Gorgo meines Wissens nicht vor, ist aber in den Film als "erotische Komponente" eingebaut worden (was, nach einhelliger Meinung in meinem männlichen Umfeld auch gut gelungen ist :smirksmile:). Historische Wirklichkeit ist, dass Gorgo die Ehefrau des in der Schlacht auf den Thermopylen involvierten Königs Leonidas war.

@ Neko:

Quatsch, das nehme ich Dir doch nicht übel. :smirksmile:
Wie langweilig wäre es, wenn wir alle einer Meinung wären? Manche Filme überwältigen, bewegen und berühren uns eben, andere lassen uns kalt oder stossen uns sogar bitter auf.
Wie gesagt, kann ich auch die negativen Stimmen gegen 300 nachvollziehen.

Noch ein Wort zur Rolle der Frau in Sparta, die auch wieder eine Sonderrolle im antiken Griechenland einnimmt.
Zwar hatte sie (wie im übrigen hellenistischen Bereich) kein öffentliches Rederecht in politischen Versammlungen, war aber trotzdem von grossem Einfluss und von Kindesbeinen an angesehen, was die übrigen Stadtstaaten (besonders Athen) mit Spott quittierten.
Bezeichnend dafür ist, dass die erste Olympionikin überhaupt eine Spartanerin war.

Die Darstellung des Orakels zu Delphi ist im Film so stilisiert und ästhetisiert dargestellt, dass das wohl kaum der geschichtlichen Realität entsprechen dürfte. Dieses Orakel des Appollon-Tempels war die oberste rechtliche und moralische Instanz ( obwohl korrupt) des antiken Griechenlands, dem sich besonders Sparta mit seiner rigorosen lykurgischen Ordnung unterwarf.
Allerdings weiss ich zuwenig über die Rolle und Herkunft der Pythia, um beurteilen zu können, ob tatsächlich ein sexuelles Interesse der Priester an ihr bestanden hat.

Gruss von Catgirl

Leeremick
27.04.2007, 08:32
Die Darstellung des Orakels zu Delphi ist im Film so stilisiert und ästhetisiert dargestellt - das fand ich übrigens ähnlich widerlich wie den ganzen "Sin City"

Inaktiver User
27.04.2007, 10:29
Oh, Lee, da gehen unsere Meinungen ausnahmsweise mal auseinander. :smirksmile:
Gerade das stilisierte und surreale an der Orakel-Szene fand ich wunderschön, wenn das Ablecken der Pythia auch etwas sehr unappetitliches hatte.
Es scheint, ich bin einer der grössten fans von 300 überhaupt. :smirksmile: