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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Krankenversicherung



Rosina13
24.04.2007, 22:03
Wer weiss wo ich mich günstig versichern kann?
Ich studiere in den Niederlanden und kann mich deshalb nicht gesetzlich in Deutschland versichern, wurde mir jedenfalls gesagt. Wenn ich mich privat versichere kostet das über 200 Euro. In Holland bekomme ich schlechte Leistungen und zahle im Moment 180 Euro Versicherung im Monat. Das Versicherungssystem ist dort eine Katastrophe. Ich gehe auch in Deutschland zum Arzt. Wer weiss eine günstige Alternative?
Merci!:blumengabe:

batim
24.04.2007, 22:56
Bist Du Dir sicher, dass Du als deutsche Studentin im Ausland nicht gesetzlich in D versichert sein kannst? Ist doch schließlich EU... Zumindest bei einem Auslandssemester/ -jahr sollte das gehen. Falls Du dich da noch nicht erkundigt hast, würde ich das auf jeden Fall tun!

Gruß,
batim

Shuquar
25.04.2007, 10:07
Dass du dich in Dtschl. nicht gesetzlich krankenversichern darfst, wundert mich. Ich weiss zwar nicht wie du vor deinem Auslandsstudium versichert warst, aber bei mir wäre das ohne Probleme gegangen (war auch im Ausland). Der Grundsatz ist ja um die 120 Euro im Monat (das war letztes Jahr). Ich habe als meine Familienversicherung auslief, mir reiflich überlegt, ob ich diese 120 bezahle, habe dann aber über die DKV eine Auslandsversicherung bekommen, mit der man im Notfall auch in Dtschl. zum Arzt gehen darf. Sie kostet um die 50 Euro/Monat (kommt auch auf's Alter drauf an). Trägt alle Kosten im Ausland (auch Routine etc.), allerdings nur Notfälle in Dtschl. und auch dort hat sie einige Bedingungen, die man erfüllen muss, damit man nicht mal einfach so in Dtschl. zum Arzt geht. Ist zwar nicht wirklich eine richtige Alternative, da du ja in Dtschl. versichert sein willst, aber vielleicht doch eine Variante.

Wie schon gesagt, würde ich wirklich nochmal dringlich nachfragen, ob du in die gesetzliche kannst. Ansonsten kannst du Routine-Untersuchungen ja auch selbst bezahlen (kommt dich vermutlich auf's Jahr billiger gerechnet als die gesetzliche jeden Monat), aber ich kenne deine persönlichen Umstände nicht und weiss auch nicht, ob du regelmäßig gehen musst oder sogar chronisch krank bist. Deswegen kann ich dir keine Pauschalantwort geben.

Grüße

Lunita
25.04.2007, 21:16
Wenn du das ganze Studium in Holland machst (also nur an der holländischen Hochsschule eingeschrieben bist) kannst du dich tatsächlich hier nicht gesetzlich krankenversichern; höchstens über eine Auslandskrankenversicherung.

Selber zahlen ist eine Möglichkeit, aber wenn du über ein Jahr in keiner Krankenkasse warst, kannst du dich danach auch nicht mehr in Deutschland gesetzlich krankenversichern, nicht mal freiwillig, es sei denn, du hast sofort einen sozialversicherungspflichtigen Job in Deutschland, bist verheiratet, familienversichert oder bekommst Hartz IV.
Scheißsystem. Soviel zum Thema "Mobilität bei Studenten".

Inaktiver User
26.04.2007, 10:06
.....
Selber zahlen ist eine Möglichkeit, aber wenn du über ein Jahr in keiner Krankenkasse warst, kannst du dich danach auch nicht mehr in Deutschland gesetzlich krankenversichern, nicht mal freiwillig, es sei denn, du hast sofort einen sozialversicherungspflichtigen Job in Deutschland, bist verheiratet, familienversichert oder bekommst Hartz IV.
Scheißsystem. Soviel zum Thema "Mobilität bei Studenten".

Hallo.

Da sind wohl die Änderungen zur Gesundheitsreform 04/2007 vollkommen spurlos an manchen vorüber gegangen. Bitte mal HIER (http://www.die-gesundheitsreform.de/gesundheitsreform/ueberblick/neue_gesundheitsversicherung/index.html) lesen, bevor solche Aussagen getroffen werden...



... Ansonsten kannst du Routine-Untersuchungen ja auch selbst bezahlen (kommt dich vermutlich auf's Jahr billiger gerechnet als die gesetzliche jeden Monat), aber ich kenne deine persönlichen Umstände nicht und weiss auch nicht, ob du regelmäßig gehen musst oder sogar chronisch krank bist.

Das mag zwar für Routine-Untersuchungen zutreffen, aber was ist, wenn tatsächlich eine ernsthafte und/oder kostenintensive Maßnahme erforderlich ist (zum Beispiel nach einem Unfall etc.). Soll sie die dann auch selber bezahlen? Das ist die Lösung sicher nicht...

Dies hilft Rosina13 also alles im Moment nicht weiter. Ich habe mal bei verschiedenen GKV'n und bei verschiedenen PKV'n angefragt, wie sich das vor/nach den Änderungen 04/2007 in den Krankenversicherungen verhält. Sobald ich entsprechende Rückantworten habe, findest Du diese hier in diesem Forum (Strang).

Schöne Grüße

justii

Inaktiver User
27.04.2007, 12:48
Eiei.... das ist jetzt wirklich nicht einfach, da "das Kind schon in den Brunnen gefallen ist."

Normalerweise wäre es so gelaufen:


Studentischer Krankenversicherungsschutz bei Auslandsaufenthalt

Immer mehr Studenten nutzen die Möglichkeit, im Ausland zu studieren. Leicht vergisst man dabei, dass für diesen Zeitraum auch einen Krankenversicherungsschutz im jeweiligen Gastland nötig ist.

Dabei ist zu beachten, dass für die Krankenversicherung durch die Gastländer oft besondere Anforderungen bereits bei der Einreise gestellt werden.

Grundsätzlich gilt: wer als Student in Deutschland gesetzlich versichert ist, genießt in Staaten, mit denen ein Sozialversicherungsabkommen besteht, Versicherungsschutz.

Zusätzlicher private Krankenversicherungsschutz

Jedoch sollte auch in diesem Fall zusätzlicher privater Krankenversicherungsschutz gewählt werden, da die Leistungen, die in anderen Ländern für Sozialversicherungspflichtige zur Verfügung stehen, sich stark von den Leistungen in Deutschland unterscheiden können. Rechnet ein Arzt entgegen der Erwartung die Leistung privat ab, bleibt der Student auf den Kosten für die ärztliche Leistung sitzen.

Bei Studienaufenthalten in Ländern ohne Sozialversicherungsabkommen muss der Student sich zusätzlich zu seiner gesetzlichen Versicherungspflicht im Inland auch für das Ausland privat krankenversichern. Während des Auslandsaufenthaltes müssen Beiträge sowohl für die gesetzliche als auch für die private Krankenversicherung entrichtet werden.


Es hätte also durchaus in Form der Gesetzlichen Krankenkasse Versicherungsschutz bestanden (bestehen müssen), welcher durch eine private Zusatzversicherung zu optimieren gewesen wäre.

Auch über einige wenige private Versicherungen wäre es möglich gewesen, Dich in D umfassend zu versichern.

Nachdem Du aber nun schon einige Zeit aus der GKV ausgeschieden und im Ausland versichert bist, gibt es aktuell zunächst keinen Weg zurück... Sowohl von der Privaten als auch von der Gesetzlichen Krankenversicherung/-kasse konnte keine Hoffnung gemacht werden, diesen Sachverhalt rückabzuwickeln.

Nach Beendigung des Studiums sieht die Sache allerdings wieder anders aus.

Aktuell einzige Chance zurück in die deutsche GKV:
=> Kommt aus ... Gründen als PN

Lieben Gruß

justii

Shuquar
27.04.2007, 12:51
Justii ich find's toll, dass du fundiert nach Versicherungen suchst! Ich wollte auch wirklich keinen allgemeingültigen "Ratschlag" geben, sondern einfach nur erzählen wie ich's mache. Deswegen habe ich auch gesagt, dass das selber bezahlen nur eine Variante ist, aber natürlich keine angemessene Lösung (vor allem weil ich die Umstände/Krankengeschichte der Person nicht kenne). Ich wollte nur erzählen wie ich's gehandhabt habe. Im Falle eines "Ernstfalles" oder sonstigen Geschichten wäre ich dann dort zum Arzt gegangen wo ich versichert bin. Allerdings muss man auch dazusagen, dass sie z.B. nach einem Unfall nicht einfach mal nach Deutschland rüber kann, ausser sie wohnt wirklich nah an der Grenze. Deswegen wäre eine Versicherung gut, die vor Ort ausreichend absichert.

Ansonsten bin ich gespannt auf die Ergebnisse deiner Recherche.

Schöne Grüße

Inaktiver User
27.04.2007, 13:04
Das Deutsche Studentenwerk hat allerdings noch ein paar Tipps, denen Du vielleicht noch nachgehen solltest. Speziell die beiden genannten Links...



Krankenversicherung Auslandsstudium


1. Aufenthalte in Ländern der EU und des EWR

Bei einem Studienaufenthalt innerhalb der EU, in Norwegen, Liechtenstein und Island (EWR) sowie in allen anderen Ländern, die mit Deutschland ein entsprechendes Sozialversicherungsabkommen abgeschlossen haben, werden über den ausländischen Krankenversicherungsträger Leistungen der gesetzlichen Krankenkasse auch im Ausland erbracht. Im Gastland müssen Studierende ihren Versicherungsschutz durch eine entsprechende Anspruchsbescheinigung, die es bei den Krankenkassen gibt, nachweisen.

Das gilt für alle Studierende, die an ihren Heimathochschulen während ihres Auslandsstudienaufenthaltes immatrikuliert und damit grundsätzlich versicherungspflichtig bleiben. Für alle Fälle, in denen die Versicherungspflicht endet – also z.B. bei Exmatrikulation – sollten die Konsequenzen und die weitere Vorgehensweise im Vorfeld genau überlegt werden.

Für eventuell zusätzlich anfallende Kosten für medizinische Leistungen oder einen notwendigen Rücktransport sollte man auch als Mitglied einer gesetzlichen Krankenversicherung eine private Zusatzversicherung abschließen. Im Gastland besteht lediglich Anspruch auf diejenigen Sachleistungen, die vor Ort gesetzlich vorgeschrieben sind. Der Leistungskatalog variiert zwischen den Ländern z.T. beachtlich, sodass es zu hohen landesüblichen Zuzahlungen kommen kann, die vom inländischen gesetzlichen Krankenversicherungsträger nicht übernommen werden.

Man sollte sich außerdem darauf einstellen, dass medizinische Leistungen im Ausland oft sofort bar beglichen werden müssen.


2. Aufenthalte in Ländern außerhalb der EU und des EWR

Bei einem Auslandsaufenthalt in einem Land, mit dem kein umfassendes Sozialversicherungsabkommen abgeschlossen wurde – z.B. die USA, Australien oder Südafrika - erbringt die gesetzliche Krankenkasse in der Regel keine Leistungen. Deshalb müssen sich Studierende in diesem Fall entsprechend den Ansprüchen des Gastlandes (Deckungssumme beachten!) privat versichern.


a. Leistungsspektrum der privaten Krankenversicherungen
Den privaten Versicherungen gemeinsam ist, dass die Kosten für alle regelmäßig anfallenden Anwendungen und Behandlungen, die aufgrund einer bestehenden Behinderung oder chronischen Krankheit im Ausland notwendig werden, nicht übernommen werden. Die sonst übliche Gesundheitsprüfung wird aber oft nicht mehr verlangt. Die Bedingungen der einzelnen Versicherer unterscheiden sich und sind unbedingt im Vorfeld zu recherchieren.

Wenn private Krankenversicherungen neben dem Versicherungsschutz für akute Erkrankungen auch die Kosten für nachweisbare Verschlechterungen schon bestehender Krankheiten übernehmen, muss eine entsprechende Veränderung des eigenen Gesundheitszustands im Bedarfsfall nachgewiesen werden können. Deshalb sollten Studierende sich vor Antritt der Reise von ihrem Arzt ein entsprechendes Gutachten ausstellen lassen. Diese Atteste sollten am besten in die jeweilige Landessprache, zumindest aber ins Englische, übersetzt werden.

Neben individuellen Lösungen bieten einige private Versicherer auch günstige Gruppenversicherungen für Studierende an, ohne eine Gesundheitserklärung zu verlangen. Nähere Informationen zu Gruppenversicherungen gibt es z.B. beim DAAD oder bei der FH Hannover.
http://www.daad.de/ausland/service/daad-gruppenversicherungen/05124.de.html - Gruppenversicherung des DAAD
http://usa.fh-hannover.de/versicherung.htm - Angebot über die FH Hannover


b. Kostenübernahme durch die gesetzliche Krankenversicherung
Können sich Studierende aufgrund einer Vorerkrankung für bestimmte medizinische Leistungen während eines aus Studiengründen erforderlichen Auslandsaufenthaltes nicht privat versichern, ist die gesetzliche Krankenversicherung unter bestimmten Umständen verpflichtet, die Kosten für die notwendigen Behandlungen auch außerhalb des Geltungsbereiches der EU und des EWR zu übernehmen (SGB V, § 18, Absatz 3).

Voraussetzung ist, dass bei der eigenen gesetzlichen Krankenkasse rechtzeitig vor Reiseantritt der Bedarf angemeldet, ein entsprechender Antrag auf Kostenübernahme gestellt und die Verfahrensfragen abgeklärt werden. In der Regel müssen Studierende eine schriftliche Bescheinigung von einem oder mehreren privaten Krankenversicherungen vorlegen, aus denen hervorgeht, dass eine private Versicherung von Vorerkrankungen nicht möglich ist. Bei der Gestaltung des Nachweisverfahrens gibt es keine einheitliche Regelung.

Der Aufenthalt im Ausland muss außerdem vorübergehend sein, ist aber ausdrücklich nicht an die sonst maßgebliche Sechs-Wochen-Frist gebunden.

Die Behandlung, für die die gesetzliche Krankenkasse zahlt, muss unverzüglich erforderlich sein.

Die gesetzliche Krankenversicherung übernimmt Kosten nur in der Höhe, wie sie in Deutschland anfallen würden. Dieser Versicherungsschutz reicht in der Regel bei Aufenthalten z.B. in den USA nicht aus, um anfallende Untersuchungskosten voll zu decken, da dort die medizinische Versorgung erheblich teurer ist als in Deutschland. Hier muss vorab genau recherchiert und überlegt werden, wie Deckungslücken – vielleicht durch Stipendien – geschlossen werden können.



SGB V, § 18 , Absatz 3

„(3) Ist während eines vorübergehenden Aufenthalts außerhalb des Geltungsbereichs des Vertrages zur Gründung der Europäischen Gemeinschaft und des Abkommens über den Europäischen Wirtschaftsraum eine Behandlung unverzüglich erforderlich, die auch im Inland möglich wäre, hat die Krankenkasse die Kosten der erforderlichen Behandlung insoweit zu übernehmen, als Versicherte sich hierfür wegen einer Vorerkrankung oder ihres Lebensalters nachweislich nicht versichern können und die Krankenkasse dies vor Beginn des Auslandsaufenthalts festgestellt hat. Die Kosten dürfen nur bis zu der Höhe, in der sie im Inland entstanden wären, und nur für längstens sechs Wochen im Kalenderjahr übernommen werden. Eine Kostenübernahme ist nicht zulässig, wenn Versicherte sich zur Behandlung ins Ausland begeben. Die Sätze 1 und 3 gelten entsprechend für Auslandsaufenthalte, die aus schulischen oder Studiengründen erforderlich sind; die Kosten dürfen nur bis zu der Höhe übernommen werden, in der sie im Inland entstanden wären.“



3. Doppelversicherung
In machen Fällen kann es zu einer Doppelversicherung kommen. Das ist dann gegeben, wenn es im Gastland ebenfalls eine Versicherungspflicht für Studierende gibt und diese durch die deutsche Versicherungspflicht nicht ausgeschlossen wird. Außerdem können in Ländern mit nationalen Gesundheitsdiensten, wie in Großbritannien, Leistungen von allen in Anspruch genommen werden.

Ich wünsche Dir viel Erfolg bei Deinen Bemühungen.

Schöne Grüße

justii