PDA

Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Zahnfistel



Inaktiver User
24.04.2007, 16:07
Hallo zusammen!

Ich habe schon seit einigen Jahren eine "Baustelle" im Mund, von der ich nicht recht weiß, ob ich sie behandeln lassen soll ... oder sie besser ignoriere ...!?

Unter einer Brücke, an einer darunterliegenden Zahnwurzel hat sich offenbar eine Entzündung gebildet. Es schmerzt selten - auch nicht schlimm - und monatelang kann Ruhe sein. Dennoch merke ich halt, dass es da nicht so ganz i.O. ist.

Der Zahnarzt hat eine Röntgenaufnahme gemacht - das untere Ende der Wurzel ist aus welchen Gründen auch immer nicht mehr vollständig da. Ansonsten aber keine Anzeichen von einer akuten Entzündung oder Eiterherden o.ä.

Trotzdem bildet sich ab und zu eine Eiterfistel am Zahnfleisch, welches dann auch rot und druckempfindlich ist. Aber nach wenigen Tagen ist alles wieder gut.

Nun habe ich natürlich Sorge, dass da ein latenter Entzündungsherd in meinem Körper ist - mit Eiter - und das natürlich kein Dauerzustand bleiben kann. Andererseits zuckt auch der Zahnarzt vor einer Behandlung zurück, weil das eben ein großer Aufriss wäre dafür, dass ich eigentlich derzeit wenig Beschwerden habe.

Hat jemand da Erfahrung? Wie schädlich sind solche Fisteln/Entzündungen für den Körper? Müsste sich eine "richtige" Entzündung nicht viel schmerzhafter äußern?

Gruß - Marie :smile:

jobohrer
24.04.2007, 19:16
Hallo Marie,

so leid es mir tut: es gibt praktisch keine belastbaren Beweise für die eine oder die andere Annahme. Wir wissen also auch als Zahnärzte nicht wirklich, ob eine bakteriell verursachte Dauerentzündung im Kieferknochen durch infizierte Wurzeln ernste Schäden macht oder nicht.

Wenn Sie 10 Zahnärzte fragen, werden natürlich 8 ganz vehement behaupten, dass eine solche Situation nicht tolerierbar wäre. Dem steht aber gegenüber, dass - aus meiner 20 jährigen Erfahrung in meiner Bohrerkarriere - mindestens 20% aller Patienten mindestens einen solchen Zahn im Mund haben, der oft erst durch Zufall (Röntgenbild, Farbveränderung) bemerkt wird. Und diese Patienten sind nicht erkennbar kränker. Natürlich ist das kein Beweis.

Wenn Sie aber weiterfragen, ist das vielleicht schon mal statistisch astrein untersucht worden, dann kann ich Ihnen sagen: Fehlanzeige.

Die ehrliche Antwort auf Ihre Frage lautet also zur Zeit: wir wissen es einfach nicht.


Viele Grüße

Joachim Wagner
Zahnarzt
www in meinem Profil

Inaktiver User
26.04.2007, 15:50
Vielen Dank für die sachkundige Antwort! :blumengabe:

Naja, offensichtlich ist es nicht unbedingt lebensbedrohlich, wenn man einen kleinen Pickel am Zahnfleisch hat ... ohne sonderliche Schmerzen oder dem Gefühl, eine Entzündung o.ä. zu haben. Trotzdem will man natürlich, dass alles i.O. ist ... und es ist schon blöd, vor so einer Entscheidung zu stehen ... gern steckt man da ja den Kopf in den Sand ... und so ganz kann ich mir auch nicht vorstellen, wie eine Behandlung aussehen würde (Brücke runter, Zahn raus? Zahnwurzel raus oder behandeln, neue Brücke ... alles ganz schon aufwändig! Und teuer! Und unangenehm! Und zeitintensiv! :knatsch: )

Von "außen" kann man wohl nix machen? Salbe aufs Zahnfleisch o.ä.???? :cool: ... nee, ist vermutlich 'ne doofe Frage! :smirksmile:

Schönen Tag noch! :Sonne:

Inaktiver User
27.04.2007, 12:59
ich möchte vorangeganges posts nicht kommentieren....ich würde allerdings so eine "zeitbombe" auch in zukunft nicht, auch nicht weil der ZA nix weiß, nicht auf sich beruhen lassen. sei froh, daß der eiter wenigstens nach außen abgegangen ist. wenn das aber mal nicht der fall sein sollte, dann geht die geschichte im schlechtesten fall nach innen und spätestens dann wäre ICH mal schön vorsichtig. eiterherde, die nach "innen" gehen, sind nämlich alles andere als ohne.
nemesis

Inaktiver User
27.04.2007, 13:12
Tja, das sind ja meine Überlegungen ... :knatsch:

was ich mich aber auch frage ... wäre der Eiteraustritt nicht da, wo er ist, sondern weiter hinten oder auf der anderen Seite zum Gaumen hin ... dann würde ich ihn gar nicht sehen und gar nicht merken, dass ich überhaupt so eine Fistel habe .... weil die Schmerzen ja nicht heftig sind.

Wer weiß also, was man so alles noch hat, ohne dass man davon weiß!?

Inaktiver User
27.04.2007, 13:21
naja, um letzteres gehts doch eben gar nicht......ich an deiner stelle würde mir einen anderen ZA suchen, der gerade in sachen vereiterter zahn/wurzel usw. handelt statt (unsicher?) die sache einfach liegen zu lassen.finde ich schon n bissl verantwortungslos. ein heilpraktiker würde die hände übern kopf zusammenschlagen.....
nemesis/dunkle-mondin.de

Inaktiver User
27.04.2007, 13:24
Hat jemand da Erfahrung? Wie schädlich sind solche Fisteln/Entzündungen für den Körper? Müsste sich eine "richtige" Entzündung nicht viel schmerzhafter äußern?

Gruß - Marie :smile:

Ich bin mir nicht sicher, aber müsste man eine ständig vorhandene Entzündung im Körper nicht bei einer Blutuntersuchung feststellen können?

Inaktiver User
27.04.2007, 13:32
ja, dunkle Mondin, du hast ja recht (trotzdem frage ich mich das :smirksmile: ! )

Die Frage ist halt, wenn es so wenig ist, dass es nicht oder nur wenig (druckempfindlich) schmerzt - es monatelang völlige Ruhe gibt - auf dem Röntgenbild nichts besonderes zu sehen ist .... ob man dann so etwas nicht als normale Irritation des Körpers abtun kann?

Pickel an der Haut hat man ja auch mal?

Und eine Entzündung im Kiefer würde ja wohl sicherlich mehr wehtun?

Einen normalen Check-Up des Blutes habe ich kürzlich hinter mir - da wurde nix festgestellt.

Naja .... es ging mir ja auch mehr um die Antwort, ob es tatsächlich so etwas gibt, dass eine Entzündung gefährlich werden kann - OHNE entsprechende Schmerzen.

Patch54
27.04.2007, 17:52
Hallo, Marie,

ich hatte genau dasselbe über einen Zeitraum von ungefähr 20 Jahren. Zwei- dreimal im Jahr Zahnfleisch geschwollen, Schmerzen, druckempfindlich. Mit Zinnkrauttee spülen oder Pyralvex draufpinseln hat mir immer geholfen und dann war es innerhalb einiger Tage wieder weg.

Aber dann... ging es einmal eben nicht mehr weg. Nach einigen Tagen wachte ich auf und sah aus wie ein einseitiger Hamster. Auge verschwollen, Backe dick. Vom Zahnarzt wurde dann der Zahn angebohrt, so dass der Eiter nach aussen abfliessen konnte und ich bekam Antibiotika. Äusserst lecker und rasante Schmerzen für mehrere Tage.

Der Zahn musste dann gezogen werden, bei der Gelegenheit kam die Fistel dann auch gleich raus. Da es leider ein Eckzahn war, musste dann die ganze Seite überbrückt werden, so dass ein Ersatzzahn auch hielt. Kostenpunkt damals 6000 DM.

So kann es leider auch gehen, ich wünsche es dir nicht! Wenn ich noch einmal in derselben Situation wäre, würde ich es zeitig entfernen lassen, dann hätte ich auch meinen eigenen Eckzahn noch;-))

Liebe Grüsse

Patch

Inaktiver User
27.04.2007, 18:46
autsch ..... :zahnschmerzen: ... überredet .... jaaaaaa, ich mache einen Termin! Gleich Montag rufe ich an!!!!!

Schönen Abend euch! :Sonne:

Anastasia1960
27.04.2007, 22:53
Ich hatte auch eine Fistel, die sich einige Wochen nach einer Wurzelspitzenresektion gebildet hatte. Ich bin mit dieser Fisetel ca 1 1/2 Jare herumgelaufen ohne zu wissen, was das kleine gelbe Pünktchen, das sich immer wieder wegkratzen ließ, zu bedeuten hatte.

Meine Zahnärztin und gleichzeitig Kieferchirurgin hat das Zahnfleisch über der Zahnfistel aufgeschitten, weggeklappt und die Fistel entfernt.

Anastasia1960
27.04.2007, 23:03
Schau mal hier.... eine Fistel kann auch den Kieferknochen zerstören, so wird operiert: Wurzelspitzenresektion und Fistelentfernung.

http://www.perfectsmileandface.com/WURZELSPITZENRESEKTION_OP46.htm