PDA

Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Freiberufliche Tätigkeit und Teilzeitjob kombinieren?



Lakritze
21.04.2007, 16:48
Meine Frage paßt eigentlich in mehrere Foren, ich probiere es trotzdem mal hier.
Ich würde gern meinen jetzigen Vollzeitjob auf Teilzeit (drei Tage die Woche, das sind ca. 25 Stunden) reduzieren und nebenher freiberuflich arbeiten (zB als Trainer in der Erwachsenenbildung)
Das Ganze ist noch sehr unausgegoren, und bevor ich weiter darüber nachdenke, würde ich gerne Eure Meinungen dazu hören - ist das vereinbar? Ich müßte meinem Chef bestimmt drei fixe Tage nennen, an denen ich arbeite. Also bin ich nicht besonders flexibel für den "Zweitjob".
Oder sind drei Tage zuviel, um nebenher was anderes zu machen? Weniger wäre mir nicht so recht, da ich bei diesem Gehalt noch ganz gut leben könnte.
Ich schätze an meinem fixen Job das regelmäßige Gehalt sehr. Das ist aber auch schon das einzige, was mir daran gefällt. Daher hätte ich gerne ein zweites Standbein, wo ich nicht nur reine Befehlsempfängerin bin, sondern etwas selbständiger arbeiten kann.
Kombiniert vielleicht jemand von Euch zwei derartige Jobs und kann mir was darüber erzählen?
Ich freue mich über zahlreiche Antworten :blumengabe:
LG,
Lakritze

Historia02
21.04.2007, 16:55
Ich kann dir nur erzählen, dass einer meiner Kollegen das so macht. An drei Tagen (Di, Mi, Do) arbeitet er bei uns und Montags und Freitags arbeitet er freiberuflich als Personal Trainer (wir drücken ihm dann immer die Daumen für gutes Wetter *g*).

Lakritze
21.04.2007, 20:19
Danke für Deine Antwort.
Und macht er das freiwillig? Oder will ihn die Firma nicht mehr Stunden beschäftigen?
Ist er zufrieden mit der Situation?

Historia02
21.04.2007, 21:03
Danke für Deine Antwort.
Und macht er das freiwillig? Oder will ihn die Firma nicht mehr Stunden beschäftigen?
Ist er zufrieden mit der Situation?
Ja, er macht das freiwillig. Die Firma suchte Leute für einen Halbtagsjob, da hat er sich halt beworben. Soweit ich das einschätzen kann und von ihm weiß, ist er zufrieden mit der Lösung. Von dem Trainer-Job allein könnte er wohl nicht leben, aber mit beiden Jobs zusammen kommt er ganz gut aus. Er hat ja sogar bezahlten Urlaub bei uns ;-)

Der Job bei uns ist flexibel, d.h. wenn ein Kunde einen Termin verlegen muss, dann arbeitet er halt an einem anderen Tag. Da hat er eigentlich ziemliches Glück, würde ich mal sagen.

Klabauter-Frau
22.04.2007, 12:04
Hallo Lakritze,


ich habe einen festen Job bei dem ich an drei Tagen in der Woche bin. Daneben arbeite ich freiberuflich für mehrere Auftraggeber.


Das klappt ganz gut. Der feste Job war von vornherein nur Teilzeit und ist auch nicht sonderlich gut bezahlt. Also muss ich daneben zwingend noch was anderes machen um überleben zu können. Beides miteinander zu kombinieren hat bisher keine größeren Probleme verursacht.


Das einzig Nervige: Mit meinem "freien" Job hängt ein gewisses Maß an Organisation zusammen. Und die Ansprechpartner rufen oft ausgerechnet dann an, wenn ich bei meinem festen Job bin. Mein Arbeitgeber möchte nicht dass ich das miteinander vermische, deshalb mache ich das Handy dort immer aus. Die Leute können mich dann bloß per Mailbox erreichen. Manche sind dann ungeduldig, aber sie kommen schon damit klar dass ich an drei Tagen in der Woche nicht direkt erreichbar bin.


Wie hoch der Aufwand mit "Drumherum-Organisieren" ist, hängt immer vom jeweiligen Bereich ab, bei der Erwachsenenbildung kenne ich mich leider nicht aus.


Wichtig finde ich für Freiberufler in jedem Fall Austausch und Networking mit anderen aus der Branche. Als ich anfangs null Kontakte hatte, hab ich einfach mal im Freundes/Bekanntenkreis rumgefragt ob jemand wen kennt der da schon Erfahrung hat. Ein Freund kannte eine Frau, mit der ich mich dann getroffen habe. Sie hat mir bereitwillig Tipps und Erfahrungswerte weitergegeben, und über sie habe ich viele andere Leute kennengelernt.

Lakritze
22.04.2007, 16:23
Danke für Eure Antworten und danke für Deinen Erfahrungsbericht, Klabauterfrau.
Leider hat es sich für mich im Moment erübrigt, weil ich die dafür nötige Fortbildung aus zeitlichen Gründen nicht besuchen kann *grrr* :grmpf:
Also doch weiter Vollzeitjob.
Keine Ahnung, wie ich mich jemals beruflich umorientieren werde.
Trotzdem liebe Grüße und noch einen schönen Sonntag :blumengabe:
Lakritze

Vinissima
23.04.2007, 21:48
Hallo Lakritze,

ich kann Dir dieses Modell empfehlen. Allerdings nur aus meiner ganz persönlichen Sicht

Es erfordert natürlich einiges an Organisation. Falls Du nochmal
die Möglichkeit hast in die Teilzeit zu gehen und auf diese Art und Weise zu arbeiten, kannst Du mich gerne kontaktieren.

Es kommt auch ein gewisses Maß an Papierkram auf Dich zu in Bezug auf das Finanzamt.

Ich habe einen 20-Stunden-Job bei dem halt auch nur ein Tausender netto rumkommt. Den Rest habe ich mir dazuorganisiert und fahre sowohl steuerlich als auch finanziell gut.

ich habe einen festen Job bei dem ich an drei-vier Tagen in der Woche bin. Daneben arbeite ich freiberuflich für mehrere Auftraggeber.

Gruß Vini

Alemanita
24.04.2007, 08:58
Kommt ja ganz auf die Tätigkeit an. Auch bei Erwachsenenbildung, wobei sich das anhört, als könne man das auch (erstmal) abends machen. Bei mir klappt es auch, allerdings arbeite ich Vollzeit und dann noch Freiberuflich. Würde ich kürzen, hätte ich garantiert trotzdem mehr als bei meinem Vollzeitjob, mit dem ich leben, aber mir nichts Grossartiges leisten kann. Deshalb mache ich es erstmal so weiter. Falls ich mal wirklich extrem mehr verdiene als bei meinem Hauptjob, werde ich über eine Kürzung nachdenken, aber bisher ist das kein Thema. Mit meinem "Nebenjob" habe ich wesentlich weniger Aufwand und mehr Geld als in meinem Hauptjob (in Relation gesehen). Tja, mal gucken, wie es sich entwickelt. Ehrlich gesagt habe ich mich nicht wirklich drum gekümmert, das "Geschäft" zu erweitern. Das Ganze ergab sich zufällig. Wenn ich mich um mehr Aufträge bemühen würde, würde es wohl auch mehr werden, aber ich will von diesem Job gar nicht leben wollen, aber Spass macht es trotzdem :).

Mein Hauptjob gibt mir Sicherheit, der Nebenjob ein bisschen mehr Spass und Taschengeld.

Oft macht es den Anschein, man müsse sich mit 2 Jobs über Wasser halten, ist bei mir definitiv nicht so. Diese Annahme wird öfter vorkommen, auch wenn man in bewiden Jobs nur halbtags arbeitet.

Lakritze
27.04.2007, 14:39
Danke für Eure Antworten, also gibt es das Modell doch häufiger.
Leider fällt mir keine Möglichkeit ein, auf selbständiger Basis zu arbeiten, nachdem mir sämtliche Fortbildungskurse nicht in den Zeitplan passen (tagsüber und unter der Woche verstreut über mehrere Monate :knatsch:)
Daher werde ich wohl doch bei Vollzeit bleiben.

Inaktiver User
28.04.2007, 11:26
Hallo Lakritze,
in welchem Bereich möchtest du denn arbeiten? Du schreibst Erwachsenenbildung...

Zu Deiner Eingangsfrage..Ich selber arbeite 24 Std. die Woche im Büro ( Sachbearbeitung ). Das ergab sich durch meine Kinder. Als sie größer wurden habe ich dann nicht mehr aufgestockt, sondern eine Ausbildung zur Yogalehrerin gemacht.
Die Seminarzeiten waren am Wochenende bzw. Freitag bis Sonntag über 1 1/2 Jahre.
Damit konnte ich an der örtlichen VHS Kurse geben, was ich seit 1998 tue.
Von diesem Geld allein könnte ich nicht leben, doch ist es ein schöner Ausgleich.

Viel Glück Dir
Efeu:blumengabe:

Lakritze
28.04.2007, 14:52
Hallo Efeu,
mein ursprünglicher Gedanke war eine Tätigkeit als Fremdenführerin. Allerdings wird der Lehrgang, der in Ö dafür Voraussetzung ist, nur alle paar Jahre angeboten und derzeit ist keiner in Sicht. Ich habe schon eine Saison lang Führungen gemacht und ich denke, das wäre der ideale Nebenjob für mich.
Meine Alternative dazu wäre die Erwachsenenbildung. Ich dachte einerseits an EDV Kurse, andererseits würden mich auch wirtschaftswissenschaftliche Fächer oder Deutsch als Fremdsprache reizen (für letzteres braucht man meines Wissens aber ein abgeschlossenes Germanistikstudium :knatsch:)

Inaktiver User
02.05.2007, 11:58
Hi Lakritze

Genau das habe ich auch vor: Teilzeitjob plus nebenbei freiberuflich, habe meinen Vollzeitjob gekündigt. Kann zwar noch nicht viel dazu sagen, da dieses Modell für mich erst Anfang nächsten Jahres in Frage kommen wird, trotzdem hab ich schon einige Infos eingeholt und wie viele hier bestätigen: Es geht. Toi toi toi. :blumengabe:

Inaktiver User
02.05.2007, 12:26
Das ist auch meine Ideal-Vorstellung. Nur, dass bei mir die freiberufliche Tätigkeit schon existiert, aber der Teilzeit-Job noch fehlt. Andersrum ist es sicher einfacher, also, wenn man schon ne halbe Stelle hat oder darauf reduzieren kann.
Lillan

Inaktiver User
02.05.2007, 13:03
Das ist auch meine Ideal-Vorstellung. Nur, dass bei mir die freiberufliche Tätigkeit schon existiert, aber der Teilzeit-Job noch fehlt. Andersrum ist es sicher einfacher, also, wenn man schon ne halbe Stelle hat oder darauf reduzieren kann.
Lillan

Hi Lilian

Mir geht's auch so. :blumengabe: Ich bin nun "feste Freie" bei einem Unternehmen, momentan noch vollzeit meine Kündigungszeit am absitzen und ab Anfang nächsten Jahres auf der Suche nach einer halben Stelle.

Inaktiver User
02.05.2007, 14:38
Hallo fairyprincess!
das klingt ja interessant. würde mich interessieren, wie deine umwelt darauf reagiert hat, als du deine vollzeitstelle für einen freiberuflichen job gekündigt hast...! ich bin aus der arbeitslosigkeit heraus in die freiberuflichkeit gegangen und habe den eindruck, dass diese art der arbeit nicht von allen als vollwertige arbeit angesehen wird. naja, und die bedenken von wegen "sicherheit" und "altersvorzorge", die man ja selbst auch hat, bekomme ich auch teilweise zu hören. andere finden es aber einfach "cool".
grüße,
Lillan

Inaktiver User
02.05.2007, 16:36
Hallo fairyprincess!
das klingt ja interessant. würde mich interessieren, wie deine umwelt darauf reagiert hat, als du deine vollzeitstelle für einen freiberuflichen job gekündigt hast...! ich bin aus der arbeitslosigkeit heraus in die freiberuflichkeit gegangen und habe den eindruck, dass diese art der arbeit nicht von allen als vollwertige arbeit angesehen wird. naja, und die bedenken von wegen "sicherheit" und "altersvorzorge", die man ja selbst auch hat, bekomme ich auch teilweise zu hören. andere finden es aber einfach "cool".
grüße,
Lillan

Hi Lillan

Na du hast ja die Reaktionen schon wunderbar beschrieben. Die Bedenken wegen "Sicherheit" und ob man genug verdienen würde damit? Auch die Bedenken von wegen Altersovorsorge. Bei mir genau das selbe. Allerdings auch positive Reaktionen wie "Ich bewundere deinen Mut" oder "So schön" oder eben cool.

Beim Thema Sicherheit frag ich zurück: Na, und sind die heutigen Festanstellungen denn sooooo sicher? :zwinker: Heutzutage auch nicht mehr, da ist es schon sicherer, wenn man "feste Freie" ist.

Auch Reaktionen wie "DU musst glücklich werden, versuche es!" hab ich erhalten.

Als Freie muss man sich allerdings in Acht nehmen vor Leuten, die glauben, als Freie hätte man jetzt "eh den ganzen Tag Zeit" :knatsch:

Reaktionen wie "arbeitsfaul" überhöre ich einfach :zwinker:

Die allerschönste Reaktion kommt allerdings von meinem Mann nämlich "Du schaffst es! Da bin ich mir ganz sicher" :smirksmile:

Lakritze
04.05.2007, 16:33
Hallo fairyprincess,
schön, das macht Mut. :lachen:
Darf ich fragen, in welcher Branche Du tätig bist bzw. freiberuflich tätig sein willst? Bei mir scheint das nicht so einfach zu funktionieren (und die große Frage ist, was mein Chef sagt, wenn ich frage, ob ich auf Teilzeit reduzieren kann - bisher praktizieren das viele Kolleginnen, aber alle wegen ihrer Kinder)