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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Wie findet Ihr gute Mitarbeiter??



Barockengel
17.04.2007, 10:46
Hallo Arbeitgeber,

mein Freund ist Immobilienmakler und sucht seit geraumer Zeit eine neue Mitarbeiterin. Nach Anzeigen in der Tageszeitung sind Unmengen von Bewerbungen eingegangen und wir konnten gar nicht alle Bewerberinnen einladen. Also haben wir versucht, eine Vorauswahl zu treffen nach Aufmachung des Anschreibens, Qualifikationen und Zeugnissen ...

Dann haben wir viele Gespräche geführt und ein paar Bewerberinnen waren bereit, zwei Wochen auf Probe zu arbeiten. Die Damen hatten natürlich im Gespräch alle beteuert, sie könnten perfekt 10-Finger-Schreiben, sind megafit mit allen PC-Anwendungen, können hervorragend mit Menschen umgehen und daher sehr souverän mit Kunden telefonieren ...

Leider konnten die Bewerberinnnen nicht mal annähernd das, was sie vorher angegeben hatten und haben sich auch ziemlich unmotiviert angestellt. Ich frage mich mittlerweile, ob es keine wirklich qualifizierten, engagierten Bürofachkräfte mehr gibt. Es kostet Geld und Zeit, Mitarbeiter einzuarbeiten und es ist leider bisher immer enttäuschend verlaufen. Ist es denn so schwer, eine Kraft zu finden, die einem Selbständigen wirklich den Rücken freihält, mitdenkt und Eigeninitiative an den Tag legt, die ein Büro ordentlich organisieren kann und auch unter Stress alles im Griff hat und den Überblick behält?

Wenn ich nicht einen sehr gut bezahlten Job hätte, mit dem ich ein Stück weit unabhängig bin, würde ich ja bei ihm einsteigen. Wir hatten hier aber das Thema schon mal, ob es wirklich gut ist, zusammen zu arbeiten oder ob es die Beziehung belastet. Allerdings, so wie es jetzt läuft, leidet unsere Beziehung auch, weil er einfach zu viel Stress hat und es im Büro bei ihm nicht so funktioniert, wie es sollte. Aber das ist eine andere Sache.

Wie macht Ihr das? Wie wählt Ihr Bewerber aus? Inseriert Ihr Jobs in der Tageszeitung? Habt Ihr bessere Erfahrungen mit Zeitarbeitspersonal gemacht?

Vielen Dank für Eure Tipps!!

LG
Barockengel :Sonne:

Inaktiver User
17.04.2007, 11:07
Hallo Barockengel,

also erstens: mein Mann und ich arbeiten schon lange zusammen und bisher gings gut - sicher haben wir beruflich mal Differenzen und streiten uns - aber das wirkt sich nie im Privatleben aus.

Bevor wir uns entschlossen hatten gemeisam zu arbeiten, hatte ich eine eigene Firma in einem anderen Bereich mit vielen Mitarbeitern und ich kann dir sagen, es gibt sie noch, die engagierten mitdenkenden Mitarbeiter...

Die Sache mit dem Probearbeiten finde ich nicht so gut und habe dies auch nie praktiziert - dafür ist die Probezeit da - ich würde umgekehrt auch nicht zwei Wochen für nichts und wieder nichts arbeiten wollen, mich kontrolliert und beobachtet fühlen wollen und nicht genau wissen woran ich bin - aber das handhabt jeder anders.

Bei schriftlichen Bewerbungen habe ich mich weniger auf die Zeugnisse als auf meine Intuition verlassen - wie das Foto des Bewerbers auf mich gewirkt hat etc.

Lilie

erdbeereis
17.04.2007, 11:16
Hallo Barockengel,

ich will hier nicht die Diskussion von damals aufleben lassen.
Nur kurz meine Meinung nochmals: Wenn du einen sicheren (was ist schon sicher heute) und gutbezahlten Job hast, dann behalte den mal schön!

Ansonsten kann ich Lilie zustimmen. Das mit dem Probearbeiten kann sehr nach hinten losgehen. Wenn überhaupt, dann würde ich das mal für einen einzigen Tag machen (jeden Tag ne andere und nach einer Woche entscheiden). Ja, dazu gibts die Probezeit, da weiß jeder woran er ist.

Es ist wirklich schwierig VORHER die richtige Auswahl zu treffen.
Andersherum kann man auch nicht erwarten, dass nach ein paar Tagen (oder gar sofort) alles perfekt läuft. Jeder braucht eine gewisse Einarbeitungszeit und Chef und Mitarbeiter müssen auch erst miteinander 'warm' werden.

Für mich als Arbeitgeber sind auch Referenzen immer sehr wichtig.

akademikerin
17.04.2007, 14:09
Ich sage mal direkt, wie ich das sehe: es ist eine Frage der Wertschätzung, der Aufgabenbeschreibung und ganz sicher der Bezahlung. Von niemanden kann erwartet werden, dass er direkt alles kann ... natürlich nicht. Nur: Spitzenkräfte wollen auch gut bezahlt werden. Und daran hängt es allzu oft. Ich arbeite selber in der Immobilienbranche und suche einen anderen Job. Wenn ich mir anschaue, was die "Arbeitgeber" bezahlen wollen, liege ich vor Lachen unterm Tisch.

DAs gilt gleichermassen auch und insbesondere für Immobilienmakler, die oft nur oder grosse Teile des Gehaltes per Provision, d.h. variabel, bezahlen (wollen), um die eigenen Kosten möglichst niedrig zu halten. Auf der anderen Seite herrscht immer noch die Meinung vor: jung und billig. Aha!

Ganz ehrlich: wenn ich jemanden einstellen könnte, wie ich wollte, dann hätte jeder UNTER 45 schlechte Karten, denn meine Kosten für die Einarbeitung und evtl. spätere Fehler zu beheben. Und die kosten mehr ... auch gut! DIe Investition ist es wert und wenn es finanzierbar ist: jawoll!

Wie gesagt: aus eigener Erfahrung weiss ich, dass "Arbeitgeber" das anders sehen und nur und ausschliesslcih auf die Kosten gucken. Nach dem Prinzip "im Einkauf liegt der Gewinn" - *prust*

Alternative wäre dann nur noch, über Zeitarbeit jemanden kommen zu lassen und denjenigen dann ggf. zu übernehmen.

Gruß
Ak.

Barockengel
17.04.2007, 14:40
Vielen Dank für Eure Antworten :knicks:

Wir fanden das mit der Probearbeit gar nicht so schlecht :wie?: es wird natürlich auch bezahlt. Beobachtet und kontrolliert fühlt man sich doch auch in den üblichen 6 Monaten Probezeit, oder?

Auch generell bezahlt mein Freund nicht schlecht, es gibt ein für den Job (denke ich) angemessenes Festgehalt, keine Provisionen, jedenfalls deutlich mehr, als z.B. beim Rechtsanwalt/Notar bezahlt wird und aus der "Ecke" hatten sich einige beworben. Er ist wahrhaftig nicht geizig und wenn er wirklich entlastet würde, dann würde er das auch honorieren. Aber soweit kommen wir ja gar nicht :knatsch:

Also nur mal kurz das aktuelle Beispiel: die Bewerberin hat Abitur, ist über 50, hat die letzten drei Jahre bei einem Immobilienmakler gearbeitet. Das schien die Idealkandidatin zu sein. Seit nunmehr drei Wochen kommt sie halbtags und sollte eigentlich am 01.06.07 fest anfangen. Inzwischen fragen wir uns, was sie bei dem anderen Makler eigentlich gemacht hat ... PC-Kenntnisse gleich Null. Ablage türmt sich, macht sie nicht. Wenn er sie bittet, z.B. beim Bauamt anzurufen und Unterlagen zu beschaffen, drei Tage kein Feedback. Auf seine Rückfrage kam die Antwort, sie hätte niemanden erreicht oder sie sei nicht dazu gekommen.

Er erwartet (und das hat er ihr wohl zwölf Mal erklärt), wenn er stundenlang unterwegs war, einen kurzen Bericht. Was steht Wichtiges an, wer hat angerufen bzw. wen muss er zurückrufen. Oder dass der Terminplan für den nächsten Tag auf seinem Tisch liegt. Da kommt aber nichts.

Sie fragt das fünfte Mal, wie man etwas einscannt. Oder schickt Anrufer ins Nirvana, weil sie das Weiterverbinden nicht hinbekommt. Kann man sich das denn nicht einfach mal aufschreiben, wenn man es sich schon nicht merken kann??

Und diese Liste lässt sich leider beliebig fortsetzen. So ähnlich haben wir das nun schon mit ein paar Bewerberinnen erlebt.

Ich habe bisher auch gedacht, meine Intuition würde gut funktionieren, klappt aber hier irgendwie gar nicht ...

LG
Barockengel :blumengabe:

erdbeereis
17.04.2007, 15:51
...
Ich habe bisher auch gedacht, meine Intuition würde gut funktionieren, klappt aber hier irgendwie gar nicht ...

LG
Barockengel :blumengabe:

Ha, Barockengel, da musste ich glatt lachen eben. Genau so kenne ich das auch. Kann mich eigentlich immer auf meine Intuition verlassen, aber in Punkto Bewerber habe ich leider auch schon so
einiges erlebt.

Akademikerin, es liegt nicht immer an der Bezahlung oder dem Umgang miteinander. Ich kenne Mitarbeiter, die auf Händen getragen wurden, aber trotzdem nüscht gemacht haben. Manche haben leider keine Einstellung zur Arbeit. Festes und gutes Gehalt: JA Arbeiten: NEIN

Gerade auch bei Älteren kann man gründlich in die Kacke greifen (sorry)

Barockengel
17.04.2007, 16:23
Erdbeereis, Du sagst es ...

Ich habe echt gedacht, die gute Dame würde sich so richtig ins Zeug legen, weil es ja mit über 50 nicht gerade einfacher wird. Und dann noch die Chance, in der gleichen Branche weitermachen zu können in einer Kleinstadt, das ist doch was. Pustekuchen :knatsch:

Aber ihr Mann hat einen sehr guten Job und vielleicht würde sie ja auch doch lieber ein bisschen relaxen ... das Geld braucht sie vermutlich nicht.

LG
Barockengel :blumengabe:

Inaktiver User
17.04.2007, 18:24
Ich finde es schwierig, innerhalb von zwei Wochen beweisen zu müssen, wieviel Eigeninitiative man hat. Die erste Zeit muss man doch erstmal schauen, wie die üblichen Abläufe so sind und was man davon beibehalten sollte. Erstmal die Struktur kennenlernen, ehe man sie verändert. Veränderung um der Veränderung willen ist nicht wirklich sinnvoll.

Davon ab würde ich als Sekretärin ganz sicherlich keine "Probearbeit" ableisten - dafür gibt es die Probezeit, während der der Arbeitgeber mir kündigen darf, wenn ihm meine Arbeitsweise nicht gefällt.

Telefonate weiterverbinden sollte man aber schon nachm ersten missglückten Versuch können. Und wenn der Chef irgendwelche Abläufe noch gewohnt ist und diese (erstmal) so beibehalten möchte, sollte man das auch geregelt bekommen.

Aber gleich sämtliche Abläufe auf die eigene Arbeitsweise umstellen, wenn man doch noch gar nicht weiß, ob man nach den zwei Wochen wiederkommen kann ... ? Nö.

Inaktiver User
17.04.2007, 19:06
als Arbeitnehmer finde ich einen Probetag nicht schlecht - man lernt die Firma kennen und es erwartet auch keiner große Leistungen. Und man kann zeigen, ob man schnell dazulernt. Und ich bin der meinung (nachdem ich selber mehrmals Probegearbeitet habe), dass man schon erkennt, ob derjenige ins Team passt oder ob es einem als Arbeitnehmer gefällt.

Zu dem Fall "über 50 und kann nix..." solche kenne ich aus meiner Ausbildungszeit noch - haben in derselben Apotheke gearbeitet, fast 25 Jahre Berufserfahrung aber wir jüngeren waren fitter... gibt natürlich auch andere!

@ Poison Aber doch - ich finde man kann schon in 2 Wochen beweisen, ob man zumindest ein oder 2x erklären dann kapiert oder nicht. Wenn ein Chef nur eine schreibtussi sucht - ok. Aber in dem Fall wird eine "rechte Hand" des Chefs gesucht. Also vll. jemand aus dem mittleren Alter. Jemand, der aus der Branche oder zumindest ähnlicher Branche kommt. Ich finde, Arbeitszeugnisse sagen doch ne Menge aus. Selbst gut formulierte bergen ja "geheime" formulierungen...

Inaktiver User
17.04.2007, 19:12
Nö :freches grinsen: nicht einmal ein Tag wird zur Probe gearbeitet. Sind meine Zeugnisse und im Vorstellungsgespräch meine Persönlichkeit nicht überzeugend genug, muss ich nicht auch noch zur Probe arbeiten.

Aber da gehen die Meinungen wohl weit auseinander, ich bin zu arrogant und zu sehr gebauchpinselt, als dass ich zur Probe arbeiten würde :cool: entweder Arbeitsvertrag mit Probezeit oder dann halt nicht.

Karla48
17.04.2007, 19:15
Also ich finde das mit der Probearbeit auch gut - und ich sage das als Arbeitnehmerin. Andersherum gibt es das ja auch, diese super Versprechungen...und dann...habe ich grade erlebt. Auch ob man als Mensch zusammenpaßt, läßt sich doch in einigen Tagen ganz gut austesten. Mir ist das lieber noch ohne Vertrag und den ganzen Alarm um einen Vertragsschluß drumherum.

Andere testen ihre Bewerber, auf das schnelle Schreiben und Umgang mit Excel z.B. oder wie jemand telefoniert.

Komischerweise höre ich auch solche Probleme wie Du/Dein Freund sie hat von einer selbständigen Finanzmaklerin...ich kann nur sagen: Testen, testen, testen.
Und ich würde auch nie jemanden nehmen, der nicht arbeiten "muss". Zu oft habe ich schon gehört, dass deren Motivation nicht die beste ist. Oh, ich hatte mal so eine Kollegin, ganz super, täglich dieses "also ich habs ja eigentlich nicht nötig, mir ist nur zuhause langweilig"....*funkensprüh*

Gruß Karla

Inaktiver User
17.04.2007, 19:18
Mir ist das lieber noch ohne Vertrag und den ganzen Alarm um einen Vertragsschluß drumherum.

Im Fall dessen, dass man gegen "Probearbeit" nichts hat, kann man sich das aber auch nur erlauben, wenn man arbeitslos ist, denn ansonsten könnte der Schuss gewaltig nach hinten losgehen.

Barockengel
17.04.2007, 21:15
Schönen guten Abend :smile:

naja, die Bewerberinnen waren von dem Vorschlag mit der Probearbeit ganz angetan. Poison, das stimmt, das geht nur, wenn man arbeitslos ist (wie die derzeitige Dame) oder es waren auch welche, die sowieso nur Teilzeit arbeiten und dann nachmittags noch ein paar Stunden gekommen sind, aber nach einem Vollzeitjob suchten.

Gut, alles umorganisieren wollen, das geht natürlich nicht in zwei Wochen. Aber bevor ich rumsitze bei dieser Probearbeit und mein potentieller Chef mir gesagt hat, seine anderen Mitarbeiter hätten keine Zeit, um nach Objektbesichtigungen mal nachzufassen, ob Interesse besteht und er das für sehr wichtig hält ... na, dann nehme ich mir doch mal den Terminplan von den letzten zwei, drei Wochen und rufe die Leute an und frage nach. Das meine ich mit Eigeninitiative. Wo sie doch auch noch aus der Branche kommt, da sollte ihr so was doch nicht gänzlich fremd sein ...

Ja Karla, ich denke auch, wir können es nur weiter so versuchen oder aber über eine Zeitarbeitsfirma gehen. Das ist ja quasi auch wie Probearbeiten. Ich persönlich finde das eine gute Sache und kenne diese Mitarbeiter auch als sehr motiviert, da sie ja oftmals auf eine feste Anstellung hinarbeiten.

Davon müsste ich meinen Freund allerdings noch überzeugen, weil er sich irgendwie nicht mit Zeitarbeit anfreunden kann. Ich nehme, er denkt das sei viel teurer.

Vielen Dank für Eure Antworten :blumengabe: :blumengabe: :blumengabe:

LG
Barockengel

Sternenkalender
17.04.2007, 21:23
Hallo,

also ich habe mir nach einigen Reinfällen, in denen ich auch auf meine Intuition gehört hatte, angewöhnt, das behauptete Können während des Vorstellungsgesprächs anzutesten. D.h. ein Teil des Gesprächs wird auf Englisch geführt, wenn Englisch-Kenntnisse gefragt sind und für Sekretariats-Anwärterinnen gibt's eine praxisnahe Postkorbübung. Hat sich sehr bewährt.

Inaktiver User
17.04.2007, 21:29
@Barockengel
Schau mal bei Xing rein. Dort sind schon einige 'fündig' geworden.

erdbeereis
18.04.2007, 09:36
Barockengel,
ich finde den umgekehrten Weg auch besser. Habe es selbst allerdings noch nicht probiert, weil momentan eben nicht akut.
Also, Vorschlag von Mackie oder in Online-Jobbörsen schauen,
wer so eine Tätigkeit SUCHT! Auch in Tageszeitungen sind ja Stellengesuche zu finden. Da ist die Auswahl zwar geringer, aber
mir scheint die Motivation der ernsthaft Suchenden höher, als die der Arbeitslosen (gilt natürlich nicht für Alle)

Inaktiver User
18.04.2007, 09:57
Es gibt ja auch Leute dort, die jemanden kennen und dann empfehlen. Ein ganz wichtiger Aspekt.

Barockengel
18.04.2007, 12:24
Hallo Mackie,

na das ist ja auch mal eine gute Idee!! Danke!!

LG
Barockengel :Sonne:

Inaktiver User
18.04.2007, 13:25
Das ist in der Tat merkwürdig - die Dame scheint aber nicht wirklich Interesse an dem Job zu haben.

In der Probezeit fühlte ich mich nie beobachtet. Ich bin nun seit einigen Jahren selbständig. Meinen letzten Job als Cheftippse *g*
hatte ich bei einem Versicherungsmakler, eine sehr große Firme - da war mir zuerst auch alles fremd - und zu allem Überfluß wurde die Kollegin die mich einarbeiten sollte einen Tag vor meinem Antritt krank - 3 Monate lange - und ich saß da allein. Kannte niemanden und auch die Kunden nicht, wußte nicht genau wie der Chef drauf etc. ABER wenn man Berufserfahrung hat, dann sind die meisten Dinge Routine und ich hatte das ziemlich schnell im Griff - von daher kann ich nicht verstehen, das diese Dame sich so wenig auskennt ...schade eigentlich, ich kenne das anders.

Lilie

Barockengel
18.04.2007, 13:57
Ja, Lilie, den Eindruck habe ich auch. Wirklich schade.

Was Du beschreibst, hatte ich schon ein paar Mal. So gut wie keine Einarbeitung. Wenn man sich aber interessiert und selbst Fragen stellt und sich umschaut und nicht auf den Kopf gefallen ist, schafft man das eigentlich.

Ich denke auch, in allen Büros wird nur mit Wasser gekocht, ist doch kein Zauberkunststück, was da verlangt wird. Aber manche scheinen echt ein bisschen bräsig zu sein :zwinker:

LG
Barockengel :Sonne:

Promethea71
18.04.2007, 15:48
Hallo Barockengel,

falls du zufällig in Berlin wohnst könnte ich dir eine frühere Mitarbeiterin empfehlen, mit der ich sehr gut zusammengearbeitet habe.

Ich bin Rechtsanwältin und wenn ich jemanden suche, dann schaue ich mir natürlich erst die Bewerbungsunterlagen an und den Stil des Schreibens, denn so wird auch meine Geschäftspost rausgehen.

Dann schaue ich mir die Zeugnisse an, allerdings auch immer mit dem eigenen Wissen im Hintergrund, dass ich zB 90% meiner Zeugnisse selbst geschrieben habe, dass es auch schlechte/missgünstige Arbeitgeber geht und auch immer noch Arbeitgeber, die nicht wirklich wissen, was sie da schreiben (Stichwort: Zeugniscode).

Und dann verlasse ich mich auf mein Gefühl im Bewerbungsgespräch und bislang ist das immer noch gut gegangen. Und für den Rest ist die Probezeit da. Die Idee mit dem Probearbeiten finde auch nicht verkehrt, allerdings sehe ich keinen großen Unterschied zur Probezeit.

Ich habe allerdings (obwohl Ein-Frau-Betrieb) mir vor einiger Zeit mal die Mühe gemacht, eine Büroanweisung zu schreiben, in der die wichtigsten Arbeiten klar beschrieben sind, also was ist mit der Eingangspost zu tun, in welchem Format wird geschrieben, wie werden Akten angelegt usw.

Das hat für mich den Vorteil, dass sich meine Mitarbeiterin nicht alles detailliert merken muss, sondern nachschlagen kann und ich es auch für mich einheitlich festgelegt habe und nicht jeden Tag etwas anderes entscheide. Und bei einigen Dingen habe ich auch ein effizienteres Arbeiten erreicht, einfach, weil klar ist, wie etwas gemacht werden soll.

Gerade wenn dein Freund viel unterwegs ist, könnte sich so eine Büroanweisung vielleicht empfehlen, weil es gerade in der Einarbeitungzeit eine gewisse Sicherheit schafft, etwas an dem man sich orientieren kann.

HTH

Promethea

Barockengel
18.04.2007, 16:36
Hallo Promothea,

nein, schade, zu weit weg von Berlin ....

Das mit der Büroanweisung ist eine sehr gute Idee, das werde ich heute abend gleich mal vorschlagen.

Ansonsten treffen wir die Auswahl auch so, wie Du es beschrieben hast, aber vielleicht klappt es mit dem Bauchgefühl nicht so richtig.

Vielen Dank und LG
Barockengel :blumengabe:

Inaktiver User
02.05.2007, 22:11
Hallo, also wir haben gute erfahrung bei der vestischen arbeit arbeitsamt gemacht,die haben für uns gesucht ,ausgefiltert,sich unter den anderen Kollegen/Abteilungen ausgetauscht und uns noch auf Fördergelder hingewiesen. So hatten wir den ganzen Bewerbungsstress nicht. Sowie gute Zusammenarbeit und Hilfe über die Industrie und Handelskammer bekommen. Die haben eine großere Auswahl, kommt auch auf den Ort an. Aber die helfen immer

gioia2007
22.05.2007, 11:17
Hallo Promethea,

ich überlege seit einiger Zeit, mich nach einer bald zehnjährigen Erziehungspause mit i.W. lediglich halbjährlichen Fortbildungen bei der DAA unten in der Einliegerwohnung meines Hauses mit einer kleinen Ein-Frau-Kanzlei (Alles was kommt - Schwerpunkt wohl Zivil-, Fam.- und ArbeitsR.) im ländlichen Raum in Rheinlandpfalz selbständig zu machen - hättest Du diesbezüglich irgendwelche Tips???

Mit ganz lieben Grüssen


gioa2007

Mandelbluete
22.05.2007, 15:36
Hallo,

ich bin Rechtsanwältin und suche für unsere Kanzlei gerade einen Azubi (die bisherigen sind uns eher so zugeflogen).

Es ist wirklich ein Trauerspiel. Im Februar habe ich an mehreren Schulen im Umkreis unser Stellenangebot aushängen lassen - bis auf eine Bewerberin (die sich aber anderweitig entschieden hat) entsprach niemand meinen Vorstellungen. Die Noten waren zum Teil absolut indiskutabel (wie will jemand mit einer Fünf in Deutsch Korrespondenz und Schriftsätze schreiben? jemanden mit einer Fünf in Mathe kann ich nicht guten Gewissens an die Buchhaltung lassen), manche Lebensläufe etwas abenteuerlich. Der nächste Versuch ging über die Arbeitsagentur - von etwa 20 kontaktierten Interessenten haben sich gerade mal vier zurückgemeldet, davon sind wieder nur zwei Bewerber "interessant". Ich habe wohl schon eine halbe Arbeitswoche mit der Azubisuche verbracht.

Im Augenblick könnte ich an die Decke gehen, wenn ich vom Lehrstellenmangel höre. Man kann nicht einfach die Zahl der Schulabgänger der Zahl der Lehrstellen gegenüberstellen - entscheidend ist auch, ob Bewerber und Lehrstelle zusammenpassen.

Wir haben eine Lehrstelle und kaum einen geeigneten Bewerber. Und jemanden, der uns einfach nicht geeignet erscheint, binden wir uns mit Sicherheit nicht für drei Jahre ans Bein (wir haben einschlägige Erfahrungen).

Am Samstag schaue ich mir die beiden geeigneten Bewerberinnen an - drückt mir die Daumen.

Mandelblüte

Inaktiver User
22.05.2007, 18:22
hm aber ehrlich gesagt (ich rede aus eigener Erfahrung) eine 5 in Mathe sagt bei z.b. bei Realschul-Abgängern noch gar nix aus. da würd mich die 5 eher in Rechnungswesen (Buchführung) beunruhigen. Ich kann einwandfrei buchhalten obwohl ich auch nen 6er in mathe im Abgangszeugnis hatte, ganz einfach weil ich mit den ganzen Formeln nicht zurecht gekommen bin. Deswegen funktioniert der Rest im Kopf aber ganz gut. Also verlass dich nicht zu sehr auf die Noten. Selbst in Deutsch kann es sein, dass jemand in Rechtschreibung und Grammatik einwandfrei ist, aber letzten Endes Probleme mit verschiedenen Lehrplanpunkten hat, z.b. Literatur oder sowas... mein Ex-Chef (und auch einige andere bei denen ich mich beworben habe) waren nicht so sehr auf die Noten fixiert, vielmehr auf mich persönlich. Da kann man nämlich ganz schön reinfallen, wenn man nur nach den Noten geht.

Vivi23
22.05.2007, 18:39
dg_kruemel, das ist sicher richtig - manchmal. In den meisten Fällen stimmen aber die Noten doch so halbwegs mit dem Können der Kandidaten überein. Wenn es viele Bewerbungen gibt, muß man mit einem Auswahlkriterium anfangen - und das sind halt häufig die Noten.

Ansonsten könnte ich mich den allgemeinen Klagen nur anschließen, wir suchen auch gerade mal wieder...

vivi

akademikerin
22.05.2007, 19:32
Wir hatten mal die Idee, einen Azubi einzustellen - weil ja soziales Denken durchaus vorhanden ist. ERSCHÜTTERND ist noch der diplomatischste Ausdruck. Komplett vorurteilsfrei hatten wir aus einer Vielzahl von Bewerbern die ersten 20 zu Vorstellungsgesprächen eingeladen, absichtlich, ohne auf die Noten zu schauen ... Ach du Schande!!! Von aufgebrezelt (16jährige mit Aussehen einer 40jährigen) bis zu Löcherjeans und schmutzigem T-Shirt war so ziemlich alles dabei. Okay, nicht jeder hat Manieren mitgekriegt, also haben wir es dann mit einem Einstellungstest versucht - wohlgemerkt: Immobilien verwalten sich nicht durch nett gucken, sondern auch unter Einsatz von z.B. Telefon und Stift. Also z.B. Telefongespräch simuliert und die - zugegeben enorm schwierige Aufgabe - bestand darin, für die Vorgesetzte den Namen, die Firma, die TElefonnummer und das Anliegen zu notieren für einen Rückruf. UI! Kreativ waren viele, geschafft haben es ganze 2!!! Ansonsten: Fehler beim Namen, bei der Firma, bei der Telefonnummer (was ja nun einen Rückruf einigermassen erschwert) - unterm STrich: kein Azubi wurde eingestellt. Die Aktion haben wir dreimal wiederholt und dann aufgegeben. Die einfachsten Dinge wurden nicht beherrscht. FEhler machen wir alle, aber nicht dermassen viele in so kurzer Zeit mit einem Gehabe, als ob die Welt nun genau auf DIE Azubine oder DEN Azubine(?)rich? gewartet hätte. NEIN, haben wir nicht.

Alleine auf Noten abzustellen finde ich wenig sinnvoll, auch aus der Erfahrung heraus, dass Spitzenschüler oder -studenten Vorstellungen haben, die im günstigstn Fall einen Lachkrampf zur Folge haben. Es muss ingesamt passen. Nur, was zu Zeit von den Schulen abgeht, ist leider schwer vermittelbar. Probleme beim Denken zu haben, das kann man bearbeiten, da kann man was dran tun. Mangelnden Einsatz, nicht vorhandene Manieren,keine Vorstellungen von den grundlegenden Anforderungen des Arbeitslebens? Sorry, DAS erwarte ich nicht von Bewerbern. WEnigstens der WILLE muss erkennbar sein. Und wenn mir einer sagt: kann ich nicht, lern ich aber ... NA SUPER! Denn man zu! So und nicht anders habe ich meinen Job gelernt und ich habe KEINE Spitzennoten.

Traurig eigentlich ... v.a. wenn so viele auf der Strasse stehen. Auch wenn es wenige Plätze gibt: ist es wirklich so, dass in den SChulen und zu Hause so wenige Grundkenntnisses des Arbeitslebens vermittelt werden?!

Inaktiver User
22.05.2007, 20:41
Meine Erfahrung ist, die „Teuren“ waren die schlechtesten und die „Billigen“ die besten Mitarbeiter.
Fragt mich bitte nicht woran das liegt/lag, ist aber so.

Ansonsten kann ich mich auf mein Bauchgefühl in diesem Bereich NICHT verlassen.
Frauen sind da „härter“ und „rationaler“ in der Beurteilung und Entscheidung.

Ich hatte Bewerberin (BWL-Studium), die beherrschten nicht mal die einfache Handelskalkulation, peinlich.
V.G.

Inaktiver User
22.05.2007, 20:49
@Akademikerin
Die Zukunft unserer Dienstleistungsgesellschaft hast du soeben sehr treffend beschrieben.
Ich bin, was meine Zukunft angeht, sehr optimistisch, wir werden in paar Jahren in der Arbeit ersticken. Da wächst nämlich nichts, aber auch gar nichts nach und die Jungen die was taugen, die sind längst im Ausland.

Inaktiver User
22.05.2007, 20:49
doppelt

Inaktiver User
22.05.2007, 21:02
Ich bin, was meine Zukunft angeht, sehr optimistisch, wir werden in paar Jahren in der Arbeit ersticken. Da wächst nämlich nichts, aber auch gar nichts nach und die Jungen die was taugen, die sind längst im Ausland.

Es wird ja heute auch gelogen, was das Zeug hält.
Wenn jemand von sich sagt, er/sie könne einigermaßen Englisch, kannst du davon ausgehen, dass diese Person sich nicht mal fehlerfrei eine warme Mahlzeit bestellen kann.
Unmengen von Büroangestellten können nur die allernötigsten Routinegriffe am PC und entwerfen Excel-Sheets, die man, was die komfortable Handhabung angeht, so auch per Hand aufschreiben könnte.
An den Unis werden locker ganze wissenschaftliche Aufsätze aus dem Netz kopiert, und das, ohne nennenswerte Änderungen daran vorzunehmen, so dass jeder halbwegs intelligente Mensch das sofort merkt - und dann wird noch gemeckert, wenn das "Werk" dem Betrüger um die Ohren gehauen wird.
Ja, ich bin eigentlich auch zuversichtlich, dass ich im Alter nicht arbeitslos sein werde :freches grinsen:

akademikerin
22.05.2007, 23:07
Umso erschreckender, dass ausgerechnet die, die wenig können oder lernen, später dann uns Tattergreise versorgen sollen ...

Ich wander aus - Australien ICH KOMME!

Mandelbluete
23.05.2007, 01:44
Hallo,

die Deutsch- und Mathenoten waren nur Beispiele. Wenn aber das ganze Zeugnis von vorn bis hinten nicht passt, dann hat der Bewerber in der Abschlussklasse noch nicht begriffen, dass man sich für die Aufgabe, die man hat, reinhängen muss, und das Vertrauen, dass er plötzlich bei uns die Erleuchtung bekommt und arbeits- und strebsam wird, habe ich nicht.

Ich will nicht alles an Noten festmachen, obwohl das ein wichtiges Auswahlkriterium ist. Wichtig ist auch das Elternhaus, das Ehrgeiz, Engagement, Leistungsbereitschaft vermittelt oder auch nicht.

Ich befürchte, wir haben einfach einen gewissen Anteil nicht ausbildungsfähiger Schulabgänger. Die Frage ist nur, wie unsere Gesellschaft damit umgeht: es kann doch nicht sein, dass diese jungen Leute mehr oder weniger zwingend zum Proletariat (ich weiss, ein unschöner Ausdruck) von morgen werden.

Mandelblüte

Inaktiver User
23.05.2007, 10:40
Wichtig ist auch das Elternhaus, das Ehrgeiz, Engagement, Leistungsbereitschaft vermittelt oder auch nicht.

Ich befürchte, wir haben einfach einen gewissen Anteil nicht ausbildungsfähiger Schulabgänger. Die Frage ist nur, wie unsere Gesellschaft damit umgeht: es kann doch nicht sein, dass diese jungen Leute mehr oder weniger zwingend zum Proletariat (ich weiss, ein unschöner Ausdruck) von morgen werden.


Tja, was will man da machen? Die SChule kann das alles nicht nachträglich leisten. Wie du schon sagst, liegt der Knackpunkt im Elternhaus. Was will man machen, wenn den Kindern dort nur (überspitzt gesagt) fernsehen, rauchen und sprücheklopfen vorgemacht wird?

Barockengel
23.05.2007, 11:02
Guten Morgen :blumengabe:

au weia, mit Auszubildenen sieht es auch so übel aus :wie?:

Nun muss ich Euch mal erzählen, was bei meinem Freund im Büro gerade abgeht ... das setzt dem Ganzen die :krone auf: auf ...

Die Vollzeitkraft, die ja eigentlich schon lange nicht mehr tragbar ist, kam vor zwei, drei Monaten mit der Forderung nach einer saftigen Gehaltserhöhung. Sie arbeitet schluderig, ist pampig, lässt punkt fünf den Stift fallen, ist oft krank (gerne freitags oder montags), weigert sich beharrlich, neue Kräfte einzuarbeiten, ist frech zu Kunden ... :knatsch:

Mein Freund hat ihr dann erklärt, dass er mit ihrer Leistung und ihrem Verhalten nicht zufrieden ist und eine Gehaltserhöhung unter diesen Umständen nicht in Frage kommt.

Dann kam sie vor vier Wochen aus ihrem Jahresurlaub zurück und sagte ihm, da er ja nicht mehr Gehalt zahlen wolle und ihr das "sowieso alles zuviel wird", würde sie dann eben künftig mittwochs zuhause bleiben ... :ooooh:

Das hat er natürlich auch abgelehnt. Und was soll ich Euch sagen?
Jeden Mittwoch ruft ihr Mann an und meldet sie krank :grmpf:

Nun ist der Bogen echt überspannt. Wir machen heute einen Termin mit einer Personalagentur und dann bekommt sie die Kündigung.

Also dieses Verhalten macht mich dermassen wütend ... solchen Leuten müsste doch das Arbeitslosengeld gesperrt werden, oder? Wie kann man in solchen Zeiten so verantwortungslos mit seinem Job umgehen?

LG
Barockengel :Sonne:

Vivi23
23.05.2007, 11:29
vergiß bitte vor der Kündigung die Abmahnung nicht. Auch wenn´s ein Mini-Betrieb ist und das KSchG nicht anwendbar ist, soll es Arbeitsgerichte geben, die die Grundsätze des KSchG entsprechend anwenden. Wäre doch zu schade, wenn Dein Freund der Dame auch noch eine Abfindung zahlen müßte.

Gesperrt wird sie übrigends tatsächlich - es sei denn, man entschließt sich zu einer "betriebsbedingten" Kündigung.

LG
vivi

Barockengel
23.05.2007, 11:56
Hallo Vivi,

muss man da nicht drei Abmahnungen erteilen oder genügt eine, da ein besonders "schwerer Fall" von Fehlverhalten?

Nun ist ja in der Regel erst am dritten Krankheitstag ein ärztliches Attest erforderlich und sie macht ja immer nur einen oder zwei Tage krank. Da stellt sich mir die Frage, ob die Abmahnung in diesem Fall wirksam ist :wie?:

Denn es ist ja nur eine Annahme, dass sie "blau" macht (natürlich macht sie das, aber wie kann man das beweisen?). Was anderes wäre, wenn sie einfach mittwochs zuhause bleiben würde, ohne was zu sagen.

Wird das Arbeitslosengeld gesperrt, wenn man seinen Job fahrlässig verloren hat?

LG
Barockengel :Sonne:

Inaktiver User
23.05.2007, 14:20
du kannst normalerweise ab dem 1. Tag ein Attest verlangen.

Vivi23
23.05.2007, 15:32
eine Abmahnung reicht, Hinweis auf die einseitig verkündete Teilzeitregelung + die "zufälligen" Mittwochs-Erkrankugen + Aufforderung, das abzustellen- sonst Kündigung. Ob´s reicht, weiß ich nicht. Aber besser als ohne ist es allemal.

Barockengel
23.05.2007, 16:47
eine Abmahnung reicht, Hinweis auf die einseitig verkündete Teilzeitregelung + die "zufälligen" Mittwochs-Erkrankugen + Aufforderung, das abzustellen- sonst Kündigung. Ob´s reicht, weiß ich nicht. Aber besser als ohne ist es allemal.

Danke :blumengabe:

Bislang hat sich mein Freund gescheut, ihr Abmahnungen zu schreiben, Gründe gab's genug. Er hatte Angst, wenn sie die erste bekommt, bleibt sie gleich zuhause.

Vor ein paar Jahren war sie geschlagene 6 Wochen krank, psychisch bedingt :zwinker: Am Montag in der letzten Krankheitswoche hat er sie vor der Eisdiele getroffen ... "och, ja, mir geht's ja schon besser und ich komme ja auch nächste Woche wieder". Es scheint, sie hat auch noch einen Doc Holiday an der Hand ...

Aber es nützt ja alles nichts mehr. Sobald die Personalagentur jemanden hat, kann sie gehen. Ist vielleicht sowieso besser, sie dann sofort freizustellen. Nicht, dass sie noch irgendwie Schaden anrichtet :ooooh:

LG
Barockengel :Sonne:

Rittersport
23.05.2007, 19:59
Hallo,

also in der Personalpsychologie ist das sogenannte "Multimodale Interview" für die Personalauswahl "in". Da gibt es verschiedene Interviewteile, zum Teil mit den klassischen Fragen an Bewerber, zum Teil aber auch mit Problemlösefragen, die sich direkt auf den zukünftigen Arbeitbereich beziehen. Vielleicht wäre das was?

Viele Grüße,
Rittersport

Inaktiver User
23.05.2007, 21:11
vergiß bitte vor der Kündigung die Abmahnung nicht. Auch wenn´s ein Mini-Betrieb ist und das KSchG nicht anwendbar ist, soll es Arbeitsgerichte geben, die die Grundsätze des KSchG entsprechend anwenden. Wäre doch zu schade, wenn Dein Freund der Dame auch noch eine Abfindung zahlen müßte.

Gesperrt wird sie übrigends tatsächlich - es sei denn, man entschließt sich zu einer "betriebsbedingten" Kündigung.

LG
vivi
Vergiß es, das wollte mir ein Richter auch mal antun und habe ihm erklärt, dass er dem Gekündigten damit einen Bärendienst erweißt da ich in die nächste Rund gehe und notfalls das Urteil auf Europaebene kassieren lasse.
Ich habe im Übrigen Firmenrechtsschutz.
Wenn der Gekündigte keinen Schutz genießt, dann hat er KEINE Chance auf Abfindung, es sei denn du zahlst freiwillig. V.G.

O_Sullivan
24.05.2007, 11:34
Gleichwohl ich weiss, dass das in Deutschland sehr unueblich ist, halte ich die Forderung von Referenzen mit der Erlaubnis, bei den letzten Arbeitgebern anrufen zu duerfen, fuer sehr hilfreich.

Bewerber, die das verweigern, kann man gleich aussortieren.

Viel Erfolg

O'Sullivan

Barockengel
24.05.2007, 15:57
Vielen Dank für Eure Tipps :blumengabe:

... gestern blau gemacht, heute um 14.00 Uhr gegangen "ich fühl' mich nicht so ..." :gegen die wand:

Fassungslose Grüsse
Barockengel

akademikerin
24.05.2007, 16:16
Wenn sie krank ist mit Ankündigung, mehr oder weniger: ZUM ANWALT! Und dann lasst euch vorlegen, wie ihr vorgehen könnt, um die loszuwerden. Abmahnung auf jeden Fall, soll sie doch drum streiten. Sowas wie die braucht kein Mensch. Also weg damit!

Barockengel
24.05.2007, 16:33
Wenn sie krank ist mit Ankündigung, mehr oder weniger: ZUM ANWALT! Und dann lasst euch vorlegen, wie ihr vorgehen könnt, um die loszuwerden. Abmahnung auf jeden Fall, soll sie doch drum streiten. Sowas wie die braucht kein Mensch. Also weg damit!

:schild genau: :schild genau: :schild genau:

LG
Barockengel
(... die Herrn Barockengel jetzt mal ein bisschen Dampf machen wird)

akademikerin
24.05.2007, 17:14
Du kannst ihm einen schönen Gruß ausrichten: ENTWEDER er kommt in die Hufe ODER wir verschicken ihm von Bri aus viele schöne Mails mit Mio netten Hinweisen *g* - Ob sein Postfach das verkraftet ...

Ist ja sicher unangenehm, keine Frage, aber so isses Bockmist ... bisschen ein Kleiner Feigling, der Herr Barockengel, wie?! (Stell ihm doch einen Kleinen Feigling hin mit einem Zettel dran *g*)

Barockengel
24.05.2007, 17:27
Du kannst ihm einen schönen Gruß ausrichten: ENTWEDER er kommt in die Hufe ODER wir verschicken ihm von Bri aus viele schöne Mails mit Mio netten Hinweisen *g* - Ob sein Postfach das verkraftet ...


:freches grinsen: ... das ist ja mal eine hervorragende Idee!!!


Ist ja sicher unangenehm, keine Frage, aber so isses Bockmist ... bisschen ein Kleiner Feigling, der Herr Barockengel, wie?! (Stell ihm doch einen Kleinen Feigling hin mit einem Zettel dran *g*)

Akademikerin, ich bewundere Deinen messerscharfen Verstand, das hast Du sehr gut erkannt!! :allesok:

Herr (B)engel geht Schwierigkeiten ganz gern grossräumig aus dem Weg ...:zwinker:

LG
Barockengel :Sonne:

akademikerin
24.05.2007, 17:48
... dumm nur, wenn er dabei im Kreis rennt und über kurz oder lang wieder vor dem gleichen Problem steht ... *g*

Inaktiver User
24.05.2007, 21:48
Was habt ihr denn vor, Abmahnungen und solch Theater. Wenn ihr abmahnt und dann kündigt, dann zieht die VoZiDa (Vorzimmerdame) gegen die Abmahnung vor Gericht und wenn sie durchkommt, dann ist die Kündigung Essig.

Wenn Herr Barockengel weniger 11 Angestellte hat, dann einfach kündigen, wenn er Bock auf Begründung hat, „betriebliche Gründe“ und PUNKT. Tschüß Sekretärin.

Kündigung begründen, *kopfschüttel* Demnächst noch für die Ersparnisse rechtfertigen, ich glaub es geht gerade los.
V.G.

Barockengel
25.05.2007, 09:13
Was habt ihr denn vor, Abmahnungen und solch Theater. Wenn ihr abmahnt und dann kündigt, dann zieht die VoZiDa (Vorzimmerdame) gegen die Abmahnung vor Gericht und wenn sie durchkommt, dann ist die Kündigung Essig.

Wenn Herr Barockengel weniger 11 Angestellte hat, dann einfach kündigen, wenn er Bock auf Begründung hat, „betriebliche Gründe“ und PUNKT. Tschüß Sekretärin.

Kündigung begründen, *kopfschüttel* Demnächst noch für die Ersparnisse rechtfertigen, ich glaub es geht gerade los.
V.G.

Hallo Frank,

ich meine ja auch, eine Abmahnung wegen des Verdachts auf Blaumachen ist schwierig, da könnte die Faulpelzin wohlmöglich vor Gericht noch als armes Mobbingopfer dastehen.

Herr Barockengel hat weniger als 11 Mitarbeiter und ich denke, er wird ihr einfach eine Kündigung geben. Punkt.

Heute morgen hat er gewagt, sie zu kritisieren, weil mal wieder Termine verschlampt wurden ... ihre Reaktion: "dann geben Sie mir doch die Kündigung".

Kann sie haben.

Und er hat tatsächlich gestern einen Termin mit der Personalagentur gemacht.

Für mich ist es auch sehr wichtig, dass endlich Ruhe in den Laden kommt und er wirklich endlich entlastet wird. Denn so haben wir auch Stress in unserer Beziehung.

LG
Barockengel :Sonne:

Barockengel
25.05.2007, 09:14
... dumm nur, wenn er dabei im Kreis rennt und über kurz oder lang wieder vor dem gleichen Problem steht ... *g*

Hallo Akademikerin,

stimmt. Ich hoffe, er hat jetzt die Ausfahrt aus dem Kreis gefunden (s. Antwort an Frank) ...:zwinker:

LG
Barockengel :Sonne:

Gitta777
26.05.2007, 13:04
Gleichwohl ich weiss, dass das in Deutschland sehr unueblich ist, halte ich die Forderung von Referenzen mit der Erlaubnis, bei den letzten Arbeitgebern anrufen zu duerfen, fuer sehr hilfreich.

Bewerber, die das verweigern, kann man gleich aussortieren.

Viel Erfolg

O'Sullivan

@O'Sullivan, du bist dir aber schon ganz sicher, dass du da nicht etlichen Bewerbern unrecht tust? Die Arbeitgeber sind ja auch alle die Fairness in Person, ja? Ich habe auch hier schon paar Mal gesagt, ein Gutes hat diese Sch...Lage auf dem Arbeitsmarkt: Da kommt der wahre Charaker vieler Arbeitgeber und Vorgesetzter zum Vorschein!
Wie sollst du dich als Bewerber bitte schön dagegen wehren, wenn ein früherer Arbeitgeber dir irgendeine Story vom Pferd erzählt und du denjenigen gleich von vorneweg aussortierst, der Arbeitgeber hat immer Recht, oder wie?
Gitta

Lakritze
26.05.2007, 13:55
Gleichwohl ich weiss, dass das in Deutschland sehr unueblich ist, halte ich die Forderung von Referenzen mit der Erlaubnis, bei den letzten Arbeitgebern anrufen zu duerfen, fuer sehr hilfreich.

Bewerber, die das verweigern, kann man gleich aussortieren.

Viel Erfolg

O'Sullivan
Genau vor solchen Arbeitgebern habe ich Angst. Ich denke darüber nach, mich anderweitig zu bewerben.
Allerdings soll natürlich mein jetziger Chef nichts davon erfahren.
Daher möchte ich eine diesbezügliche Floskel in die Bewerbung einfügen.
Noch dazu ist es mein erster längerfristiger Job, die anderen dauerten nur ein paar Monate oder waren Teilzeit, sind außerdem schon ein paar Jahre her, ich bezweifle, daß man sich noch so gut an mich erinnern kann.
Wenn man mit einer solchen Floskel schon aus dem Rennen ist, kann ich eh jede Hoffnung auf einen neuen Job begraben.

AnnaFachmann
06.06.2007, 11:31
Das spricht man mir aus der Seele, es ist so verdammt schwer gute Mitarbeiter zu finden. Das Ungeheuerlichste ist mir die Tage passiert. Ich hatte jemanden zum sofort-bar-VOLLBEZAHLTEN Probearbeiten da. Es gab erst mal Kaffee, dann später Roastbeefsandwiches, nochmal Kaffee, ganztägig frisches Obst, es wurde alles erklärt, weil die Leute ja auch erst eingearbeitet werden müssen und vieles nicht wissen können, es war ne ganz entspannte Atmosphäre. Im Anschluß bekam ich ein Schreiben, dass es einem Bewerber zu wenig zu Essen gab, zu wenig Auswahl an Getränken, dass er die halbe Stunde die er (ohne Abmachung) länger geblieben ist auch noch bezahlt haben will. Hahahah! Na, klar, das nächste Mal gibt es für jeden Bewerber zur Begrüßung nen Strauß Blumen, Cannapes mit Beluga-Kaviar und dann werden alle mit ner Limousine nach Hause gebracht. Ich meine, was wollen die Leute eigentlich noch alles? Wäre schön, wenn sie auch einfach mal echte Leistung zeigen würden und beweisen, dass sie was drauf haben oder zumindest lernbereit sind.

Das war der absolute Oberhammer :-))

AnnaFachmann
06.06.2007, 11:36
Genau vor solchen Arbeitgebern habe ich Angst. Ich denke darüber nach, mich anderweitig zu bewerben.
Allerdings soll natürlich mein jetziger Chef nichts davon erfahren.
Daher möchte ich eine diesbezügliche Floskel in die Bewerbung einfügen.
Noch dazu ist es mein erster längerfristiger Job, die anderen dauerten nur ein paar Monate oder waren Teilzeit, sind außerdem schon ein paar Jahre her, ich bezweifle, daß man sich noch so gut an mich erinnern kann.
Wenn man mit einer solchen Floskel schon aus dem Rennen ist, kann ich eh jede Hoffnung auf einen neuen Job begraben.

Als Arbeitgeberin kann ich Dir sagen, dass es mir schon mal passiert ist, dass ein Ex-Arbeitgeber bei mir angerufen und mich vor einem neuen Angestellten gewarnt hat. Irgendwie kam mir die ganze Sache aber komisch vor und im Nachhinein stellte sich raus, dass der ehemalige Arbeitgeber GEISTESGETÖRT war. Das hätte schlecht ausgehen können für meinen neuen Angestellten, aber ich machen mir IMMER auch ein ganz eigenes Bild! Egal wie schlecht oder gut die Referenzen sind. Für mich ist es "normal", dass auch einfach mal irgendwo zwei Menschen aufeinanderprallen bei denen die Chemie nicht stimmt und das Arbeitsverhältnis deswegen nicht funktioniert hat. Da muss keiner von beiden "schuld" sein oder der eine ein Arschloch als Chef oder der andere ne Null als Mitarbeiter...
Aber generell sind viele gute Referenzen, die im Schlußsatz besagen, dass man das Aussscheiden des Angestellten aus der Firma von der Arbeitgeberseite bedauert schon immer ein großes PLUS!

Haesin
28.09.2007, 13:55
Ich habe Erfahrungen mit beiden Seiten: Als Arbeitnehmerin im Sekretariatsbereich und auf der AG-Seite in einer Arztpraxis, uns ging es ähnlich bei der Suche. Ich selbst habe von Chefassistenz in großen Unternehmen bis Zeitarbeit alles schon gemacht. Meine Erfahrung: Es liegt nicht am Abitur oder am Alter oder am Geld, es liegt IN DER PERSON. Ich zum Beispiel hatte teilweise extrem wenig Geld (bei der Zeitarbeit), habe mir aber selber (die Firmen haben sowas nicht) eine Checkliste ausgearbeitet, was ich am ersten Tag in einer völlig fremden Firma wissen muss und mich einfach mit den Leuten dort unterhalten. Diese Liste hat dann sogar meine Firma als Innovation übernommen und an andere Kräfte gegeben. Das ging von: Wer wird IMMER durchgestellt, bis wer wird NIE durchgestellt, Schlüssel, Datensicherung, Post, Hierarchien, wer mit wem.... Ich hatte aber immer eine positive Einstellung und bin in die OFFENSIVE gegangen, habe mir die Infos geholt und bin auf die Leute zugegangen: Wie ist ihr Tagesablauf, wer ist wofür zuständig, was muss unbedingt, was kann? Am PC habe ich schon immer gern getüftelt und selbt die Arztbriefe in der psychiatrischen Klinik mitten in der Pampa, die ich auf Schreibmaschine schreiben musste, waren top und sprachlich sowie optisch einwandfrei. Die hatten sich dort richtig gefreut und ich bin zufrieden nach Hause. Auch wenn es geistig nicht den super Anspruch hatte, für mich teilweise nur übergangsweise war, bin ich immer mit vollem Einsatz an die Sache. Die Leute merkten immer ganz schnell, dass ich was kann und will. Dazu muss man nicht die ältere treusorgende, klassische Sekretärin sein, die immer Nähzeug mithat und Kuchen mitbringt, dafür Kreditoren und Debitoren nicht auseinanderhalten kann. Die Zeiten haben sich geändert. Nur leider wird man oft so angesehen und dann schwindet eben die Motivation. Ich finde die Idee mit der Probearbeit auch sehr gut, für beide Seiten. Meine Empfehlung: REDET miteinander, aber die Stellenanwärterin muss INITIATIVE zeigen, wenn von ihr nix kommt, dann kommt es auch in zwei Wochen nicht, denn das liegt nicht an den Fachkenntnissen, sondern am Wesen.