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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Warum bist du nicht mehr da?



Puschel80
16.04.2007, 21:48
Hallo alle zusammen, ich versuche mich gerade das erste Mal in einem Forum.
Mein Paps ist zu Ostern plötzlich und unerwartet gestorben. Sein Herz hat einfach aufgehört zu schlagen und das mit 47. Die erste Woche danach verlief relativ "gut". Hatte viel zu organisieren. Doch seit der Beerdigung geht es mir von Tag zu Tag schlechter. Ich bekomme ein Bild nicht mehr aus dem Kopf -> seit der Beerdigung denke ich immer daran, dass er in dem Sarg liegt und der Berg Erde über ihn. Ich halte den Gedanken kaum aus. Ich kann nicht verstehen, dass ich ihn nie wieder sehe. Ich wünschte mir so, das er bald wieder vor der Tür steht. Aber es wird nie wieder passieren.
Meinem Sohn (3) konnte ich es bisher auch noch nicht sagen. Er fragt natürlich immer, vor allem weil sein Auto bei uns steht und er es jeden Tag sieht.
Wann hört der Schmerz auf? Wann kann ich mich wieder an die schönen Dinge mit ihm erinnern, ohne immer das Bild vom Sarg vor mir zu haben.

kaffeesahne
16.04.2007, 22:00
Liebe Puschel,

es tut mir so leid für dich und deine Familie.

Fühl dich mal gedrückt!

Das ankommen in der Wirklichkeit ist hart.

Die gleichen Gedanken hatte ich damals auch.

Für mich hat es sich verändert, seit ich glaube, in dem Sarg ist nicht dein Vater.

Seine Hülle ist es. Er ist nicht darin.
Er ist in deinem Herzen. Bei Gott (ich weiss nicht, ob du gläubig bist?).

Kaffeesahne

Inaktiver User
16.04.2007, 22:05
Liebe Puschel,

zuerst mein Beileid und Mitgefühl. :blumengabe:
Seinen Papa so jung zu verlieren muss schlimm sein!

Weißt du, eines ist sicher:

"dein Papa" liegt nicht im Grab unter Bergen von Erde !

Dein Papa ist unterwegs zum Himmel (oder wie auch immer du es nennen möchtest)
Der Körper ist nicht identisch mit deinem Vater, er war der materielle Teil seiner Existenz, so lange er auf Erden lebte.
Was den Menschen aber wirklich ausmacht, und was ewig lebt, ist die Seele !
Und die findest du nicht im Grab, die Seele ist frei und wohlgeborgen.

Du wirst mit dir jetzt viel Geduld haben müssen.
Trauer braucht seine Zeit, kommt in Schüben und Wellen.

Vielleicht hilft es dir etwas, wenn du dich hier im Trauerforum durchliest. Einen Teil deiner Fragen wird das beantworten.

Auch dein Kleiner braucht jetzt Hilfe zum Verstehen, warum er seinen Opa nicht mehr wiedersehen wird.
Verschweigt ihm nichts, erklärt es ihm bitte.
Es gibt mehrere gute Kinderbücher, die dabei helfen können.

Magst du mal hier in den "Bücherschrank" schauen?
Da findest du erprobte Buchempfehlungen.


Hier ist immer jemand da, der dir zuhören wird ! Sei willkommen hier und schreibe so viel du magst, wenn es dir guttut.

Puschel80
19.04.2007, 22:55
Liebe Kaffeesahne und lieber Lavendelmond,

vielen Dank für eure schnellen Antworten. Ich schaff es leider nicht jeden Tag ins Internet zu schauen, deshalb melde ich mich heut erst.

Ich war heut das erste Mal wieder auf dem Friedhof.Ich hatte heut nicht mehr das beklemmende Gefühl, dass er im Sarg liegt und der Berg Erde über ihn.

Ich war allein und hab mit ihm gesprochen. Klingt vielleicht komisch, aber es hat mir irgendwie gut getan, ihm zu erzählen wie der Tag war und so. Ich bin immer noch unheimlich traurig, aber ich denke es wäre schlimm, wenn es nicht so wäre.

Jetzt bin ich beim überlegen, ob ich die "Danksagungskarten" selbst gestalte und an alle, die da waren schicke. Ich brauch irgendwie was zu tun, was ich mit ihm in Verbindung bringe. So als würde ich ich seine letzten Wege erledigen wollen (hab auch vor der Beerdigung den Großteil selbst gemacht und nicht vom Bestattungsunternehmen machen lassen). Hat jemand eine Idee oder einen schönen Spruch. Er war ein sehr naturverbundener Mensch (er hat auch den schönsten Platz auf dem Friedhof, neben einer Birke).

Ich danke euch nochmals und bis bald.

Puschel80

pharlap
22.04.2007, 15:19
Liebe Puschel,
ich bin in einer ähnlichen Situation wie du. Mein Papa ist m 14.2.07 plötzlich verstorben. Er hatte zar schon über 10 Jahre einen Herzschrittmacher, aber es ging ihm bis Weihnachten ´06 ziemlich gut damit. Seit Weihnachten konnte er nicht mehr arbeiten und Zuhause wurde es Woche für Woche schlechter. Er bekam nun Untersuchungen, da er auf die Liste für eine Herztransplantation sollte. Du denkst nun sicherlich, dass wir doch dann "darauf vorbereitet" waren, aber dem war nicht so. Niemand, selbst die Ärzte nicht, hätte gedacht, dass er auf einmal stirbt. Er war im Krankenhaus gut aufgehoben und haben alle fest an die Zeit mit einem neuen Herzen geglaubt. Am Morgen des 14.02. hat meine Mutter noch mit ihm telefoniert und gesagt, dass sie gleich kommt. Zwei Stunden später wurde er reanimiert und kurz darauf konnten die Ärzte nichts mehr machen. Es ist für uns unfassbar, was in diesen Stunden passiert ist.
Nach dem Schock habe ich erstmal versucht meiner Mutter so viel wie möglich abzunehmen und habe über die Tage der Organisation und Trauerfeier einigermaßen funktioniert. Danach war ich einfach nur noch fertig und kaputt. Der tiefe Schmerz kommt auch bei mir immer wieder. Man weiß nicht wann, man weiß nicht wo, aber er kommt wieder. Und ich denke, dass ist völlig normal und gut so!
Wir haben die Danksagungskarten auch selber gestaltet. Wir haben ein Bild ausgesucht, dass er im letzten Urlaub gemacht hat. Meine Mutter hat dann individuell etwas hineingeschrieben.
Wenn du Interesse hast, dich näher auszutauschen, dann mail mich doch gerne auch privat an. luebbering@gmx.de

Viele Grüße,
Pharlap

crazy_girl587
12.05.2007, 23:55
Hallo!

Ich weiß wie das ist, seinen Papa plötzlich und unerwartet zu verlieren. Er war auch erst 48. Es ging von heute auf morgen.

Ich kann mich noch gut an die Worte des Arztes erinnern, als er sagte: "Es besteht lebensgefahr. Wenn Sie ihn noch sehen wollen, dann kommen Sie so schnell wie möglich." Bis zuletzt wussten wir nicht, ob er überlebt oder nicht. Es waren 12 Stunden zwischen Hoffen und Bangen, bis er starb!

Ich habe so gehofft, dass vielleicht doch alles nur ein böser Traum war!

Es ist jetzt 1 1/2 Jahre her und ich frage mich immer noch "WARUM, WARUM NUR?"

Der Schmerz wird mit der Zeit erträglicher, hört aber nie ganz auf!