PDA

Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Eure Erfahrungen nach Todesfall mit Familie, Freunden, Bekannten



prinzessin01979
15.04.2007, 14:32
Mich würden eure erfahrungen einmal interessieren, wie die menschen in eurem umfeld, mit dem tod eines von euch nahestehenden menschen, umgegangen sind.

Habt ihr gute oder schlechte erfahrungen gemacht?
Von welchen menschen seid ihr besonders enttäucht wurden oder wo gab es unerwartet hilfe?

Haben sich manche beziehungen zu familienmitgliedern, partnern, freunden, bekannten geändert, verschlechtert oder verbessert?

Meine erfahrung bisher:

Ich bin von 2 freundinnen, bitter enttäucht wurden. Von der einen kam weder ein anruf, noch karte, ja nicht einmal eine sms, nach dem tod meines brüderchen.
Die andere, die eine therapeutische praxis leitet, sagte nur, ich solle mir einen überweisungsschein holen und zu ihr in therapie kommen. Sie vermittelte mir das gefühl, sie sei nur an ihrem verdienst interessiert, wenn ich bei ihr therapie machen würde.
Auf einen zweiten anruf von mir, in einer verzweifelten stunde, wimmelte sie mich letztentlich ab, sie wolle jetzt zu abendbrot essen! und wiederholte sich in ihrer aussage, ich solle zu ihr in die praxis kommen...
Dieses habe ich bis heute natürlich nicht gemacht u. werde das auch nicht tun.
Zu beiden " freundinnen " habe ich den kontakt abgebrochen.

Dafür hatte sich eine gute freundin bei mir gemeldet, die ich schon seit 3 jahren nicht mehr gesehen habe. Sie ist seitdem für mich da und ich bin ihr sehr dankbar dafür.
Eine andere freundin, hört mir auch heute noch geduldig zu, fragt mich auch heute nach, wie es mir geht usw.
Beide habe ich seitdem noch tiefer in mein herz geschlossen.

Und wie erging es Euch?

Liebe Grüße,
Melissa

Inaktiver User
15.04.2007, 17:52
Oh je - ein düsteres Kapitel einerseits und Überraschung andererseits. Bei mir ist es allerdings schon lange her, so dass ich mit dem entsprechenden Abstand manches gelassener sehe.

Bei mir war das große Problem, dass ich auf meinen Freund nicht wütend wurde. Ich hörte ab dem Tag, an dem er sich das Leben genommen hatte, nur noch Schlechtes über ihn, so nach dem Motto: Wenn er Dich wirklich geliebt hätte, hätte er sich nicht das Leben genommen. Und mein Denken drehte sich eher darum, dass er doch sehr verzweifelt gewesen sein mußte, und ich das zwar gemerkt, aber nichts dagegen tun konnte. Und so drifteten Stimmungen und Empfindungen auseinander.

Ich habe damals meiner Familie und vielen Freunden und Bekannten vorgeworfen habe, dass sie mir nicht meine Art des Trauerns und des Umgangs mit dem Tod zubilligten. Der Versuch, das Ganze zu versachlichen, liess mich verzweifeln, und zwar soweit, dass ich am Liebsten hinterhergegangen wäre. Einerseits trauerte ich, andererseits gab mir die Umgebung das Gefühl, dass ich was falsch machte.

Ich habe dann externe Hilfe gesucht und das Reden mit meiner privaten Umgebung eingestellt. Es gab ausser der professionellen Trauerbegleitung nur noch einen Menschen, mit dem ich regelmäßig darüber gesprochen habe und einen bei dem ich ohne zu reden, einfach nur geweint habe.

Mittlerweile hat sich das Verhältnis zu den meisten Menschen wieder gebessert. Ich habe ihnen "nachgesehen", dass sie mit der Situation überfordert und genauso hilflos wie ich waren. Sie wollten aus ihrer Sicht für mich das Beste, konnten sich aber nicht in meine Lage versetzen und so auch nicht begreifen, was ich gebraucht hätte.

Nur wer selbst durch dieses Tal gegangen ist, kann mitreden. Ich bin überzeugt, dass es wenig Situationen im Leben gibt, die man so wenig aus der Theorie heraus beurteilen kann. Aber Freunde neigen nun mal dazu, zu helfen und zu trösten und nicht einfach nur schweigend dazu sein. Da ist er wieder der Satz: "Das Gegenteil von Gut ist nicht Böse, sondern Gut gemeint."

Ricarda44
15.04.2007, 18:58
Ich denke, vielen Menschen fällt es schwer mit diesem Thema gegenüber Betroffenen umzugehen.
Ja, wir hatten ein ehemals "befreundetes" Paar. Jedenfalls währte die Freundschaft nur so lange wie mein Mann was für sie tun durfte. Nun ist er nicht mehr. Nun ist da auch keine Freundschaft mehr. Ich hab zu Anfang noch 2 x versucht, den Kontakt aufrecht zu erhalten und mir gedacht, wenn sie es möchten, kommen sie von selbst. Ja falsch gedacht. Macht nichts, dann war es wohl keine Freundschaft, die durch dick und dünn geht.

Dafür kamen plötzlich andere Menschen in mein Leben. Die wohnten zwar schon immer in unserer Nähe, aber ich hab sie irgendwie nie wirklich bemerkt. Da war's der Truckerfahrer, der beim Feierabendmontieren war, der mich anhielt und fragte, wie es mir und den Kindern geht. Da kam ein älterer Herr, deren Lebensgefährtin vor vielen Jahren mal Kundin bei mir war und brachte Kirschen für die Kinder. Da kamen einfach noch einige andere dazu so nach und nach, die einfach da waren, die mich auch mal in die Disco mitschleppten nach dem Motto "Du musst doch mal wieder raus".

Hm, ja, man sollte nicht versuchen, was festzuhalten, was sich als unhaltbar entpuppt. Ich kann heute gar nicht mehr sagen, dass ich darüber traurig bin, dass die "Freunde" weg sind. Es tut mir eigentlich gut zu wissen, dass ich nicht dran geklammert habe, sondern dafür einige Leute mehr in meinem Leben kennen und schätzen gelernt habe.

Es entwickelt sich halt alles weiter im Leben. Und so lange wir dieses haben, sollten wir zusehen, das Beste draus zu machen.

Inaktiver User
15.04.2007, 20:48
Mir erging es schrecklich.

Mein Vater,noch jung damals hat sich umgebracht.( Eltern waren erst drei Mon.gesch.).Meine Mutter teilt mir das mit und ein paar Minuten später,bittet sie mich ihren neuen Freund zu trösten.
Dieses Erlebniss sitzt mir heute noch in den Knochen.
Meine ständigen fragen nach dem Warum,wurden von ihr irgendwann mal mit einem kräftigen Schlag auf den Tisch beantwortet,ich solle endlich damit aufhören.

Als mein Mann starb,habe ich gemerkt das meine beste Freundin,keine ist. Sie hatte keine Zeit für mich. Für mich vorbei,für immer. Keinen Kontakt mehr zu meiner Mutter.

Traurig aber wahr.

Ich habe daraus gelernt. Ich gehe anders mit Menschen um,die jemand verloren haben.
Gruß Melia

helgaf
15.04.2007, 21:35
ihr lieben,

ich vermute mal, diese bitteren erfahrungen hat von uns jede/r gemacht der mit suizid zu tun hatte..
traurig, traurig, dass familie oder die sogenannten besten freunde ausgerechnet dann so besch.. reagieren, wenn man sie am meisten braucht.
aaaaber ich denke mittlerweile, ich will mich mit solchen menschen nicht "belasten".. es treten neue ins leben.
so hart sich das auch anhört. es ist einfach besser für einen selbst.

vielleicht reagiere ich auch nur sensibler als andere?? ich denke aber, wenn mir etwas an jemandem liegt, dann spür ich doch, dass er mich grade!!! in solch einer situation braucht.. dann ist für mich erst mal nichts wichtiger, als diese person..

irgendwo hab ich es auch satt, immer für das verhalten anderer (ich meine familie und freunde) verständnis zu haben.. warum???
wenn...dann sollte das auf gegenseitigkeit beruhen..sonst tschüss.

prinzessin01979
15.04.2007, 21:47
Ist es aber nicht seltsam, dass ausgerechnet von den menschen, wo man es am wenigstens erwartet hätte- keine hilfe kommt?
Das ausgerechnet die menschen, die einem am nähsten stehen, einen in solch einer traurigen " lage " in stich lassen?

Ich habe wie gesagt, die beiden sogenannten freundinnen, eiskalt aus meinem leben gestrichen. Auch wenn mich ihr verhalten,welches sie nach dem tod m. bruders, an den tag gelegt hatten, noch so manches mal, sehr schmerzt.

prinzessin01979
15.04.2007, 21:48
ihr lieben,

ich vermute mal, diese bitteren erfahrungen hat von uns jede/r gemacht der mit suizid zu tun hatte..
.

@ Helga

Dieser Thread ist aber nicht nur, für Angehörige nach Suizid gedacht. :blumengabe:

kaffeesahne
15.04.2007, 22:04
Hallo zusammen,

ich möchte auch mal antworten, obwohl ich oft hier nur "herumschleiche". Damit meine ich, das ich mich viel mit Trauer beschäftige, aber mich seit ca einem halben Jahr nicht mehr richtig "einlassen" kann.

Meine erste Trauererfahrung (meine Freundin wurde ermordet) machte ich mit 13.
Es folgten bis heute sehr viele. Fast nur junge Leute. Freunde und Verwandte.

Dadurch habe ich einen ganz anderen Umgang mit dem Thema als meine Umwelt.
Viele Fragen, die mit dem Glauben, der Gesellschaft, Freundschaft usw zu tun haben, habe ich abgeackert.
Und meinen Standpunkt gefunden.

Ich habe keine Erwartungen an andere.
Oft erlebe ich sie als hilflos. Wenn ich denke, es ist der Zeitpunkt, nehme ich SIE an die Hand.

Jeder trauert ja auch anders. Und jeder Tod ist anders.

Mein letzter Abschied war vor 1 1/2 Jahren, als ein Freund sich umbrachte.
Die Trauer ist immer noch nicht richtig da.
Auf jeden Fall habe ich den Eindruck, das war es noch nicht..

Insgesamt habe ich eigentlich nur Menschen um mich, die sich mit mir auf das Thema einlassen, wenn ich das möchte.

Vieleicht hat das aber auch damit zu tun, das ich seit frühester Jugend meine Leute so auswähle...

Euch allen und euren hiergebliebenen und vorangegangenen

:kerze:

kaffeesahne

teichmuschel
16.04.2007, 08:53
Hallo Ihr Lieben,

der Tod meiner Mutter hat mich regelrecht "umgehauen". Ich konnte mich und meine vielfältigen Gefühle selbst nicht verstehen.
Was mir von Anfang gut getan hat war reden. Mein Lebensgefährte und meine allerbeste Freundin waren bereit zuzuhören. Auch wenn es den Beiden sehr schwer fiel mein Verhalten zu "verstehen". Aus der Verwandtschaft hat sich niemand gemeldet.
Allerdings musste ich mir auch Äußerungen anhören wie:
So eine Schwäche könnte ich mir nicht leisten! Wenn Du mit dem Tod deiner Mutter nicht klarkommst (nach 3 Monaten) dann geh doch in eine Klinik.
Hilfe kam von einer Freundin meines LG. Ich hatte hier großes Glück, denn diese ist in der professionellen Trauerbegleitung tätig. Leider wohnt sie sehr weit weg, aber die Telefonate haben mir gut getan. Sie hat mich angerufen und nicht wie manch andere auf meinen Anruf gewartet, zu dem ich lange Zeit gar nicht in der Lage war. Psychologische Hilfe nehme ich außerdem in Anspruch.

Was ich einigen Freunden ein wenig "angekreidet" habe:
Wegen jeder Kleinigkeit surft man im Internet, um an Informationen ranzukommen (Rezepte, Kindererziehung, Einkaufen usw.). Wenn wirklich Interesse besteht die trauernde Person zu unterstützten, warum holt man sich hierfür keine Infos aus dem Netz. Und diese gibt es zur Genüge.

Nach meinen Erfahrungen kann man von ganz großem Glück reden, wenn man 1 - 2 Menschen an seiner Seite hat, die sich um einen kümmern und einfach nur da sind.

Liebe Grüße
Teichmuschel

Karla48
16.04.2007, 10:09
Ich habe damals, als mein Vater sich das Leben nahm, sehr viel Hilfe und Kraft von meinem damaligen Freund und seiner Mutter/seinem Vater bekommen. Meine Mutter und ich haben schon immer zusammengehalten, das Verhältnis wurde noch enger.

Manche "Freundin" erwies sich als lediglich neugierig. Eine sagte mir, sie würde sich jetzt mal zurückziehen, ich sei ja immer so negativ drauf. Ja Kunststück, wenn man trauert...Der Dame sage ich heute mal gerade "guten Tag" und mehr nicht. Letztlich war wohl auch sie völlig überfordert. Eine Freundin von weiter weg schickte wunderschöne Blumen, rief oft an, war ganz stark da. Aber in der Nähe hatte ich eigentlich wenige Freundinnen, ich war auch gerade erst wieder hierher gezogen und hatte noch keinen großen Bekanntenkreis.

Toll waren ganz alte Bekannte in meinem Reiterverein. Ich war und bin da nur noch einmal im Jahr zum Turnier, aber meine zwei wichtigsten Freunde von früher aus Kindheit und Jugend kamen zu mir und sagten wenn sie irgendwas tun könnten, jederzeit, wollten wissen, wie ich klarkomme, haben mich eingeladen...

Und die Freunde meines Vaters waren auch einfach klasse. Bis heute kann ich da hinkommen, wenn es ein Problem gibt (und wenn es ein Auto für einen Umzug ist). Wir kannten uns halt alle auch lange und gut.

Insgesamt kann man wohl sagen, dass wer nicht selbst schon in tiefer Trauer war, gar kein Verständnis aufbringen kann für die Lage der Betroffenen. Die meisten ziehen sich etwas zurück, weil sie nicht wissen, wie sie sich verhalten sollen. Ich selbst war in jüngeren Jahren mit sowas auch überfordert.

Ich habe aus meiner eigenen Erfahrung viel gelernt und schon manch Betroffenem eine kleine Stütze sein können in so schwerer Zeit. Wie dankbar ist man, wenn jemand sich ein kleines bisschen dafür interessiert, wie es einem geht.

Was mir auch gut getan hat, war ein "Trauerseminar". Eine Trauerbegleiterin bot das hier an, und das hat einfach gutgetan, lauter Leute zu treffen, die einen gut verstehen.

Gruß Karla

Lillian2207
16.04.2007, 14:20
Hallo Ihr Lieben,

ja, ich habe auch solche (schlechten) Erfahrungen gemacht. Freundinnen die sich erst als "gute" Freundinnen schimpften, brachten nicht viel Verständnis auf und konnten mit meiner Situation nicht umgehen. Ich war aber vorgewarnt, denn meine Trauerbegleitung hat gleich zu Anfang gesagt, dass das passieren könnte, und man den Menschen keinen Vorwurf machen dürfte. Sie wären einfach hilflos und überfordert. Trotzdem habe ich sehr darunter gelitten. In einer Zeit, wo ich nur zu Hause sein wollte, nur in meinen schützenden vier Wänden, da wollten sie mich mit aller Gewalt rausholen. Aber ich hätte viel lieber nur ein Gespräch gesucht, oder einen DVD-Abend gemacht, als in einer Kneipe oder einem Club zu stehen und nach 15 Minuten in Tränen auszubrechen....

Eine andere Freundin, die ich von früher von der Arbeit kannte, hat sich als sehr große Hilfe und als ein großartiger Mensch entpuppt. Dinge die ich bei anderen vermisste, hat sie von sich aus angeboten und getan! Von Ihr kam auch der Vorschlag in der Nacht auf den Jahrestodestag meines Verlobten bei mir zu übernachten und dann die ganze Nacht für alle Eventualitäten für mich da zu sein. Das hat sie schon vor zwei Monaten vorgeschlagen und ich habe danken angenommen. Andere Freundinnen können sich noch nicht mals an das besagte Datum erinnern!

Der Mann mit dem ich vor meinem Verlobten zusammen war, hatte damals vier Jahre früher seinen Vater an Krebs verloren. Ich weiß noch, wie er mir damals davon erzählte und immer noch weinen mußte. Ich habe Ihn zwar in den Arm genommen und getröstet, aber ich konnte nie verstehen wie er den Tod des Vaters immer als "Ausrede" für alles mögliche genutzt hat. Er kam mit dem Studium nicht weiter- das war der Tod des Vaters schuld. Er hat sein Diplom verschludert- das war der Tod des Vaters schuld etc. Als wir uns vor kurzem wiedertrafen, habe ich mich bei Ihm entschuldigt und Ihn gebeten mir mein Unwissen zu verzeihen, jetzt erst würde ich wissen, wie es Ihm gegangen ist.

Eine Arbeitskollegin hier im Haus war vor kurzem lange krank. Ihr ging es gut, aber Ihr Mann ist an Krebs erkrankt und im Endstadium. Er wird bald sterben, der Krebs ist überall. Ich schleiche immer an Ihrem Büro vorbei und weiß auch nicht wie ich mich verhalten soll. Ich würde so gerne zu Ihr gehen und sie fragen wie sie sich fühlt, wie es geht. Meist ist sie nicht alleine und manchmal frage ich mich auch, ob es Ihr überhaupt recht wäre wenn ich sie fragen würde. Ich weiß aber von mir, dass ich immer gerne darüber sprechen wollte.

Ich kann also niemanden einen Vorwurf machen und ich habe mich auch nicht von diesen "guten" Freundinnen getrennt, wohl ein wenig Abstand gesucht aber nie wirklich getrennt. Einfach weil ich denke, sie wissen es nicht anders und können nicht nachempfinden was Trauer bedeutet! Nämlich einfach alles!

Lieben Gruß
Lillian

prinzessin01979
16.04.2007, 17:38
Hallo Ihr Lieben,

Ich kann also niemanden einen Vorwurf machen und ich habe mich auch nicht von diesen "guten" Freundinnen getrennt, wohl ein wenig Abstand gesucht aber nie wirklich getrennt. Einfach weil ich denke, sie wissen es nicht anders und können nicht nachempfinden was Trauer bedeutet! Nämlich einfach alles!

Lieben Gruß
Lillian

Den meisten menschen in meinem umfeld, mache ich auch keinen vorwurf, da ich schon verstehen kann, dass es wohl für außenstehende nicht leicht ist, mit trauernden umzugehen.

In dem fall meiner 2 " freundinnen ", musste ich so handeln. Wir sind seit 12 jahren befreundet! Und als therapeutin mich wegen abendbrot essen, abzuwimmeln- ein paar tage nach dem suizid meines bruders- für mich mehr als daneben. Und von der anderen kein anruf od. karte od. ein nachfragen ja nicht einmal eine sms oder e- mail - bis heute nicht, nein danke, sowas brauche ich nicht mehr in meinem leben.

Und diese 2 sind alle beide erwachsene frauen, über 30. Ich kann ihr verhalten nicht verstehen und werde das wohl auch mal nie...

Liebe Grüße,
Melissa

Tasmanina
19.04.2007, 18:05
Ich denke, viele Menschen sind einfach nicht in der Lage, sich auf die Gefühle und Empfindungen anderer einzustellen. Das hat auch meiner Meinung nach leider nichts mit "Alter" oder "Erfahrung" zu tun.

Ich bin heute Mitte 20 und hatte nie wirklich viel Schlimmes in meinem Leben. Meine Oma ist gestorben, als ich noch relativ klein war, ansonsten gab es keine Todesfälle oder Krankheiten in meiner Familie. Als aber der Vater einer Arbeitskollegin starb und auch auf dem langen Weg bis zu seinem Tod hin, da war ich für sie da.

Sie sagt heute noch, daß ich eine ihrer größten Stützen war und immer noch bin. Schon peinlich für ihre "richtigen" Freunde, wir kannten uns erst seit ein paar Monaten. Natürlich ist das auch für mich eine schwierige Situation gewesen, aber darum geht es doch in dem Moment nicht!!!

Mittlerweile ist leider auch in meinem Leben einiges an unschönen Dingen passiert.Ich wurde krank, meine Tante lag über einen längeren Zeitraum im Sterben, bevor sie es dann doch endlich geschafft hat weiterzuleben, mein Mann war krank, mein Vater hatte Krebs, mein Opa wurde ein Pflegefall (zunächst zu Hause, mittlerweile in einem Pflegeheim), mein anderer Opa ist gerade erst verstorben nach einer Krebserkrankung mit dem entsprechenden Leidensweg vorab.

Und ich habe direkt, als bei meinem Vater Krebs diagnostiziert wurde, vorausgesagt, wer aus unserem "Freundeskreis" und wer aus der Familie da sein wird. Und genau so ist es eingetreten!

Es sind immer die gleichen, die da sind und immer die gleichen, die es nicht mal schaffen anzurufen und zu fragen, wie es dem Vater/ Mann/ Opa geht.

Die Mutter meines Mannes hat es nicht mal geschafft, nach dem Tod meines Opas Beileid auszusprechen, sie weiß es, hat aber weder mir noch meinem Mann gegenüber am Telefon etwas gesagt. Eine erwachsene Frau! Und die Frage, wie es mir geht, wenn ich auch noch als Schwangere (macht es nicht schlimmer, aber der Stress war doch schon heftig...) damit umgehen muss, einen nahen Angehörigen zu verlieren und eine Beerdigung überstehen muss und wie es einem dabei geht, wenn man trauert, weil der Opa die Urenkelin nicht mehr kennenlernen wird wäre wohl nicht zuviel gewesen. Aber auch hier: Es wurde nur das Bild bestätigt, was ich eh von ihr hatte!

Was mich auch ärgert ist die Aussage "Du solltest öfter mal weinen." oder "Man merkt Dir das gar nicht so sehr, daß Dich die Situation belastet."

Und dann von "Freunden", die man mittlerweile nur noch auf Parties sieht. Soll ich da stehen und heulen?! Soll ich ein Gesicht bis auf den Boden ziehen?! Ich gehe auf eine Feier oder raus zum Tanzen oder wie auch immer, um meinen Akku aufzuladen oder weil ich weiß, daß der Gastgeber sich freut, mich zu sehen.

Wenn mir nach Heulen ist, dann bleib ich zu Hause oder verkrümel mich bei einer Freundin auf die Couch.

Ich will kein Mitleid, ich will nur Verständnis oder Hilfe. Und ich denke, ich muss nicht tränenüberströmt und schwarzgekleidet durch die Welt rennen, um dies zu erhalten.

Aber wenn jemand meiner Freunde einfach nur die nächste Zeit nach einem Todesfall im Arm gehalten werden will, dann würde ich das tun. Und wenn er tiefgehende Gespräche über Himmel und Hölle führen will, dann machen wir das. Und wenn er Tanzen gehen hilft, dann gehen wir Tanzen.

Ich denke, wenn man sich mit seinem Gegenüber beschäftigt, dann kann man jedem in seiner Trauer helfen. Es ist dann vielleicht nicht meine Art zu Trauern und ich kann es vielleicht nicht verstehen, aber darum geht es doch auch nicht.

Einfach mal auf den Gegenüber einstellen, das würde schon viel helfen.

Puh, jetzt hab ich glaub ich einen halben Roman geschrieben... Aber besonders im letzten Jahr habe ich mich gerade mit diesem Thema sehr beschäftigt und könnte eigentlich schon einen ganzen Roman damit befüllen...

Laßt Euch nicht "ärgern" von solchen Pseudo- Freunden! Es wird immer Menschen geben, die einen auffangen werden. Und dies sind oft wirklich Menschen, die man vorher nicht unbedingt auf der Liste hatte.

So, das war´s jetzt aber auch von mir!

Lieben Gruß!

teichmuschel
20.04.2007, 09:08
Hallo Ihr Lieben,

auch ich bechäftige mich seit dem Tod von meiner Mutter mit diesem Thema.
Für meinen LG und meine beste Freundin war es sehr schwer mich und meine Trauer zu verstehen. Aber sie haben sich bemüht und waren immer für mich da. Von der Verwandtschaft hat keiner mal angerufen und wenn wir uns mal getroffen haben, waren alle der Meinung ich müsste doch langsam darüber weg sein und solle doch endlich mal loslassen.
Mein Bedürfnis war jedoch zu reden, reden und nochmals zu reden, da ich vieles selbst nicht verstanden habe.
Ich denke uns alle verbindet doch, dass wir zu wenig Zuspruch und Verständnis in unserer "realen" Welt erhalten haben, ansonsten würden wir doch nicht hier in der Bricom schreiben.
Zusätzlich haben ja viele von uns profesionelle Hilfe in Anspruch genommen.
Was ich bei manchen Leuten nicht verstehe, die aus Angst oder Hilflosigkeit nicht auf mich zugehen. Es gibt so viel Literatur oder Seiten im Internet in denen man sich über den Umgang mit Trauernden informieren kann. Ich denke, wenn ich diesen Leuten wirklich wichtig wäre, würden sie sich informieren.

Ich wünsche Euch allen einen schönen, sonnigen Tag
Teichmuschel

Bine0369
21.04.2007, 19:55
Hallo, ich oute mich hiermit als stille "immer mal wieder" Mitleserin.

Ich habe eine sehr schrecklich Erfahrung beim Tod meiner Großmutter machen müssen. Meine Oma hatte Krebs und ist bei uns zu Hause im Kreise ihrer geliebten Familie gestorben. Ich bin am nächsten Morgen tatsächlich auf die Arbeit gegangen, obwohl mir echt schlimm zumute war. Ich habe zu diesem Zeitpunkt bei einer Anwältin gearbeitet, die mir das Leben zur Hölle gemacht hat. Und ihr Kommentar war nur: "Ach, Trauer ist doch das egoistischste Gefühl der Welt, eigentlich ist es doch nur Selbstmitleid. Und jetzt sehen Sie zu, dass der Schriftsatz fertig wird." Ich war danach eine Woche krankgeschrieben, weil ich einen Heulkrampf bekommen habe. Zur Beerdigung meiner Oma habe ich auch nur für 2 Stunden frei bekommen, konnte nicht mal mit zum Leichenschmaus. Schlimm war das!

Und nebenher noch die Trauer meiner Mutter. Sie hatte zu meiner Oma ein extrem enges Verhältnis, die beiden waren nie länger als 2 Wochen voneinander getrennt und zuletzt hat Oma mit bei meinen Eltern gewohnt. Meine Mutti wusste gar nicht, wie sie weitermachen sollte. Leider habe ich das erst erkannt, als Oma schon 3 Monate tot war. Ich kam nach Hause und meine Mutter sass im Wohnzimmer meiner Oma und hat sich mit ihr "unterhalten". Wir haben noch am selben Wochenende die Wohnung leergeräumt und alles so weit wie möglich weggegeben. Erst da konnte meine Mutti "loslassen".

Vor 8 Jahren hat dann eine gute Freundin von mir ihre Mutti verloren. Ich habe sie in den ersten Monaten viel besucht, viel mit ihr unternommen und sie immer wieder erzählen lassen. Auch heute gibt es Tage, an denen sie trauert und zum Glück hat sie die Kraft, dann bei mir anzurufen und wir unterhalten uns über ihre Mutter. Eigentlich sehr merkwürdig, denn ihre Mutter konnte mich nie leiden....aber dafür kann meine Freundin ja nichts.

Ich denke, jeder, der nicht selbst schon am eigenen Leib Trauer erfahren hat, kann einfach nicht nachvollziehen, wie lange sich dieser Prozess des Abschiednehmens hinziehen kann. Während alle anderen nach und nach wieder zur Tagesordnung übergehen, ist für einen selbst nichts mehr, wie es einmal war und es dauert unter Umständen sehr lange, bis man für sich wieder einen Alltag findet. Und jeder trauert anders.

Meine Patentante hat nach 10 Jahren Ehe ihren Mann durch einen schrecklichen Unfall verloren und sass von heute auf morgen mit zwei Kindern (damals 9 und 3) alleine da. Sie hat nie lange getrauert. Sie musste für ihre Jungs da sein. Erst jetzt, über 30 Jahre später, fängt sie an zu trauern. Sie ist so lange hier wohnen geblieben, wie das Grab noch da war. Jetzt, wo es aufgelöst wurde, ist sie zu ihrer Familie nach Celle gezogen. Aber vorher war sie nochmal auf dem Friedhof und hat an die leere Stelle, wo vorher das Grab war, eine Baccara-Rose hingelegt. Und ihre neue Wohnung ist angefüllt mit vielen Fotos von meinem Onkel. Erst jetzt lässt sie die Trauer in ihr Leben.

EdgarEllenPo
29.04.2007, 09:43
In dem fall meiner 2 " freundinnen ", musste ich so handeln. Wir sind seit 12 jahren befreundet! Und als therapeutin mich wegen abendbrot essen, abzuwimmeln- ein paar tage nach dem suizid meines bruders- für mich mehr als daneben.



Das ist mehr als daneben, auch fachlich. Ausgerechnet sie weiß anscheinend nicht, dass eine Therapeutin nie Menschen therapeutisch behandeln kann, die ihr emotional nahe stehen und dazu gehören Familienangehörige und Freunde. Genau das aber hat sie dir angeboten und sich selbst damit disqualifiziert, u.z. in doppelter Hinsicht: als Freundin und als Therapeutin.

Als ich deine Schilderung darüber gelesen habe, ist mir plötzlich ganz kalt geworden. Hier wird mit ganz tief gehenden Emotionen in unverantwortlicher Weise umgegangen und noch versucht, seinen Reibach damit zu machen. Das ist noch viel, viel schlimmer, als wenn du eine Freundin hättest, die Steuerberaterin ist, deine Steuererklärung macht und dir dann ein Honorar dafür abnimmt. Ich finde, dass Freundschaft und "Geschäft" einfach nicht zusammenpassen. Das Wesen von Freundschaft ist ein bedingsloses Geben und Nehmen in Ausgewogenheit.

Deine Freundin hätte sich ganz einfach als Freundin verhalten müssen. Aber was tat sie? Sie war nicht sofort für dich da, als du sie ganz dringend brauchtest, als ganz unten warst. Sie entschuldigte das damit, dass sie gerade beim Essen wäre und das als therapeutisch geschulter Mensch, wie eiskalt! Sie "bestellte" dich von oben herab in ihre Praxis. Da kann einem die Spucke wegbleiben.

Du kannst froh sein, dass eure Freundschaft zuende ist. Auf solcher Freunde kann man verzichten.

EdgarEllenPo
29.04.2007, 09:57
Hallo, ich oute mich hiermit als stille "immer mal wieder" Mitleserin.

Ich habe eine sehr schrecklich Erfahrung beim Tod meiner Großmutter machen müssen. Meine Oma hatte Krebs und ist bei uns zu Hause im Kreise ihrer geliebten Familie gestorben. Ich bin am nächsten Morgen tatsächlich auf die Arbeit gegangen, obwohl mir echt schlimm zumute war. Ich habe zu diesem Zeitpunkt bei einer Anwältin gearbeitet, die mir das Leben zur Hölle gemacht hat. Und ihr Kommentar war nur: "Ach, Trauer ist doch das egoistischste Gefühl der Welt, eigentlich ist es doch nur Selbstmitleid. Und jetzt sehen Sie zu, dass der Schriftsatz fertig wird." Ich war danach eine Woche krankgeschrieben, weil ich einen Heulkrampf bekommen habe. Zur Beerdigung meiner Oma habe ich auch nur für 2 Stunden frei bekommen, konnte nicht mal mit zum Leichenschmaus. Schlimm war das!



Das finde ich am allerschlimmsten: seine Machtposition dazu hernehmen, um einem, der am Boden ist, noch einen Tritt zu verpassen. Was für eine widerliche Frau!

Inaktiver User
29.04.2007, 14:28
Was für eine widerliche Frau!

ja, das habe ich auch gedacht

ich wünsche ihr, dass sie eines Tages eine "Retourkutsche" bekommt, und ich hoffe, sie lernt daraus, damit sie nie wieder einem Menschen so weh tut, wie sie Bine weh getan hat !

Tirina
25.09.2007, 06:48
Auch wenn es lang her ist, seit der letzte was geschrieben hat, mir ging es im großen und ganzen auch so. Aber viel viel schlimmer war nach dem Tod meines Mannes (1995) dessen Familie.

Ich war damals 31 und unsere Kinder waren grad mal 7 und 8 Jahre alt. Von Seiten der Familie meines Mann kam außer von meiner Schwägerin niemals ein Anruf (und mit niemals meine ich das auch so). Immer musste ich anrufen. Irgendwann hab ich es dann nicht mehr eingesehen. Meine Kinder haben es nicht verstanden. Ich hab ihnen gezeigt, wie sie anrufen können, aber irgendwie haben sie ebenfalls instinktiv begriffen, dass von der anderen Seite auch mal was kommen muss und nicht mehr angerufen.

Als meine Schwägerin mit 16 Jahren ganz plötzlich gestorben ist, war das furchtbar. Wir waren so oft da, wie es nur ging. Wehe, nur mein Mann hat am Geburtstag meiner verstorbenen Schwägerin angerufen und ich nicht, dann wurde uns/mir vorgeworfen, dass ich ihre Gefühle mißachten würde. Als mein Schwiegervater starb, waren wir immer da, keine Frage, ist ja schließlich Familie und da hilft man sich und ist für einander da.

Aber als mein Mann starb, war das auf einmal alles anders. Ich wurde ingnoriert. Meine Gefühle zählten da plötzlich nicht mehr und zur Familie gehörte ich erst recht nicht (mehr?). Als ich irgendwann mal meinem Schwager gefragt habe, weshalb sie nicht mal an seinem Todetag anrufen, wurde mir gesagt, dass man so einen Tag schon mal vergessen könne.

Mich hat das damals tief getroffen, vor allem, weil eben immer so groß von Familie gefaselt wurde. Noch heute nach all der Zeit ärgere ich mich zutiefst darüber, wie man so sein kann. Ich hoffe, dass sie das genauso zurückbekommen, wie sie mir damals geholfen haben.

Inaktiver User
25.09.2007, 14:08
Liebe Tirina,
ich finde es eigentlich ganz gut, dass du den Strang wieder "aufweckst", das Thema beschäftigt glaube ich schon einige hier. Mich auf jeden Fall bis heute noch (nach 2 1/2 Jahren).

Mir ging es ähnlich wie Melissa (Prinzessin). Viele wussten überhaupt nicht mit mir umzugehen und ich hatte auch das Gefühl, sie gehen mir aus dem Weg als meine beste Freundin gestorben ist.
Dazu muss ich aber auch sagen, dass ich mich sehr zurückgezogen habe. Meine Freundin war hier in unserem kleinen Städtchen sehr bekannt und sehr beliebt. Wochenlang habe ich es vermieden durch die Stadt zu gehen, wenn es eben ging. Ich musste mich echt überwinden wieder rauszugehen. Und natürlich blieb jeder zweite stehen um mich zu fragen, wie sie denn nun letzlich gestorben ist (sie hatte seit 5 Jahren Krebs). Ich konnte nur schnell sagen, dass ich dazu jetzt nichts sagen kann und musste mich ganz schnell wieder verkriechen.
Einige haben mich aber auch ganz anders angesprochen und erstmal gefragt, wie es mir denn jetzt geht. Dann konnte ich auch darauf eingehen. Aber bei vielen schien es mir die pure Neugierde zu sein.
Eine entferntere Freundin hat mich schon einige Tage vor demTod meiner Freundin besucht, um mir zu sagen, dass sie oft an mich denkt. Nie hätte ich das vermutet. Sie war auch nach dem Tod für mich da und hat mir sehr geholfen.
Meine Schwester hat mir mit kleinen Gesten gezeigt, wie sehr sie mich versteht und mit mir trauert. Sie hat mir z.B. ein kleines Tagebuch geschenkt, mit ersten Fotos von meiner Freundin und mir und zum 1. Todestag hat sie auch an mich gedacht!
Danke nochmal dafür :kuss:

Tirina, mit deiner bzw. seiner Familie das tut mir sehr leid! Eigentlich hätten sie dich auffangen und für dich da sein müssen!

Alles Liebe für dich :blumengabe: ,
malea

Sternzeit2506
25.09.2007, 14:52
Hallo Ihr Lieben,

ich habe heute Abend ein Gespräch vor mir mit einer befreundeten Kollegin, für die ich immer da war, wenn es ihr schlecht ging und die mich in den letzten Wochen – zumindest kam es mir so vor, mal schauen, wie sie es sieht – „vergessen“ hat. Nun haben wir gestern per SMS beschlossen, uns auszusprechen und heute ist ein neuer Beitrag in diesem Strang, so dass dieser nach oben rutscht und ich ihn finde.

Das ist bestimmt ein Zeichen.

Außerdem hat sich gestern ein Freund meines Mannes bei mir gemeldet, von dem ich seit der Trauerfeier nichts mehr gehört hatte und diesbezüglich schon etwas enttäuscht war. Er schrieb mir aber gestern, dass er sich noch nicht melden konnte, da er nicht weiß, wie er damit umgehen soll und was er mir sagen kann. Ich hatte mir so etwas schon gedacht, denn er ist ein ganz sensibler und lieber Mensch und es hatte mich sehr gewundert, dass er sich gar nicht mehr gemeldet hatte.

Aber ihr habt Recht. In der Trauer verliert man Menschen und man gewinnt neue tolle Freunde hinzu. Es gibt einige, die noch auf der Trauerfeier sagten, dass sie sich melden würden und wir uns ganz bald sehen, aber von denen habe ich nichts mehr gehört. Andere wiederum, die ich vorher vielleicht 2x im Jahr gesehen hatte, melden sich mehrmals die Woche telefonisch und wir sehen uns regelmäßig. Und das finde ich sehr, sehr schön.

Liebe Tirina, ich finde es soooo traurig, was du mit deiner Familie erleben musst. Ich selbst habe keine Eltern mehr und bin daher umso glücklicher, dass meine Schwiegereltern jederzeit für mich da sind und wir ein tolles Verhältnis haben. Ich weiß nicht, wie ich das verkraften würde, wenn sie sich mir gegenüber so verhalten würden, wie es die Familie deines Mannes tut. Ich drück dich. :in den arm nehmen:

Alles Liebe, Sternzeit

Inaktiver User
25.09.2007, 15:05
Sternzeit, für heute abend ganz viel Glück :blumengabe: !
Ich werde an dich denken!

LG,
malea

Tirina
26.09.2007, 04:39
Sternzeit, ich hoffe, du konntest dich aussprechen. :blumengabe:

Sternzeit2506
26.09.2007, 18:30
Ich glaube, eure Glückwünsche haben geholfen. Das Gespräch mit mit meiner "Kollegen-Freundin" war gut und erleichternd. Der Anfang war etwas schwer, aber dann hat halt jeder gesagt, was aus seiner Sicht das Problem war.
Sie hatte Schwierigkeiten mit mir umzugehen, weil ich halt häufig anders reagiert habe, als ich es "früher" getan habe. Das sollte kein Vorwuf sein, aber sie war mit der Situation überfordert.

Ich bin sehr froh, dass ich dieses Gespräch mit ihr hatte. Es wird wahrscheinlich nie wieder ganz so eng, wie früher, aber wir können wieder miteinander reden und haben uns auch schon privat verabredet. Vielleicht braucht es jetzt einfach etwas Zeit, bis die Risse gekittet sind. Ich gehe auf jeden Fall offen an die Sache ran und hoffe das Beste.

Tirina, wie sehr würde ich mir wünschen, dass dies bei dir auch ginge. Aber die Situation bei dir klingt so verfahren, da ist wahrscheinlich nicht mehr viel zu machen, so traurig wie das auch ist.

Ich wünsche euch alles Gute und viel Verständnis von eurer Umgebung.
Sternzeit

Tirina
26.09.2007, 22:07
@Sternzeit
Da hast du völlig recht, die ganze Sache ist mehr als verfahren. Die letzte Familienfeier, wo ich eingeladen wurde, ist vorbei und von daher wird es das auch für die Zukunft gewesen sein.
Wenn ich ehrlich bin, ich wüßte auch nicht, wieso ich irgendwas ändern sollte an der Situation. Nach Jahren der Ignoranz hab ich nicht mehr das Bedürfnis, mich mit irgendjemandem aus seiner Familie zu treffen, geschweige denn zu unterhalten. Sie leben ihr Leben und wir unseres. Wenn meine Kinder wollen, können sie gerne hinfahren, ich hab absolut nichts dagegen und das wissen sie auch. Nur für mich ist dieser Zug abgefahren.

Das klingt vielleicht kalt wie Hundeschnauze, aber eigentlich ist es nur Selbstschutz.

Jytte1982
17.10.2007, 22:45
Irgendwie ein recht bitteres Kapitel in meinem Leben.
Es war kaum einer für mich da, außer eine gaaanz liebe Freundin, die selber ein Familienmitglied verloren hatte und daher wohl wusste wie "es" sich anfühlt. Zum Glück war sie auch auf der Beerdigung meines Bruders dabei, was ich ihr hoch anrechne.
Ansonsten bin ich von fast allen Freunden irgendwie "gemieden" worden, natürlich aus Unsicherheit, aber es hat mich total verletzt und tut es jetzt auch.
Positiver Weise muss ich sagen, dass von ganz weit her entfernte Bekannte oft nachgefragt haben ganz mutig, bei denen ich total überrascht war.
Vor zwei Monaten hat sich ein guter Freund ebenso wie mein Bruder umgebracht und es kam so wahnsinns viel wieder hoch, dass ich es nur ein paar Leuten erzählt habe...
Jetzt denke ich irgendwie, dass ich mich "rächen" wollte, oder halt gedacht habe, dass sie eh nicht für mich da sind.
Man sagt immer, die Menschen wissen nicht damit umzugehen, aber ich verstehe es trotzdem nicht, weil ja nicht ein einziges mal von guten Freunden nachgefragt wurde....