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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Angsterkrankung mit oder ohne Medikamente meistern?



Inaktiver User
12.04.2007, 18:59
Hallo,
ich habe seit fast 20 Jahren eine Angsterkrankung. Vor einigen Jahren ging es noch so, dass ich manchmal alleine, in Begleitung so gut wie immer weggehen konnte.
Seit ein paar Jahren hat sich das verschlimmert. Ich denke mal, dass das sowohl mit meinen Wechseljahren als auch mit meiner Schilddrüse zusammenhängt. Ich gehe fast nie mehr weg, alleine schon überhaupt nicht.

Ich hatte immer gehofft, nach dem früheren Befinden, dass ich das alles in den Griff bekommen könnte. Mittlerweile meine ich aber, dass ich das nie mehr schaffen werde. Selbst Psychotherapien haben mir nicht geholfen in diesem Punkt.

Ich überlege jetzt, ob es vielleicht Sinn macht, ein Medikament gegen Angst einzunehmen. Irgendwie kann es so nicht mehr weitergehen, es ist einfach kein Leben mehr. Ich funktioniere nur noch, und das in einem immer kleiner werdenden Rahmen. Wenn irgendwelche Ereignisse anstehen, bei denen ich gerne hingehen würde (z.B. Hochzeit der Tochter), bekomme ich riesigen Stress, weil ich nicht weiß, wie ich das schaffen soll. Das macht mich total fertig. Spontan mal irgendwo hingehen, in einen Laden rein oder so - alles nicht möglich und mit riesigem Stress verbunden.

Welche Erfahrungen habt ihr mit Medikamenten bei einer Angsterkrankung, oder auch Panikattacken, Depressionen usw. gemacht?
Mir hat vor Jahren mal ein Nervenarzt Fluctin verordnet (Serotoninwiederaufnahmehemmer), welchen ich damals nicht genommen habe, weil ich dachte, ich schaffe das auch ohne.

Wie sind eure Erfahrungen - auch bezüglich Nebenwirkungen?

Ich würde mich freuen, wenn ihr ein paar Infos für mich hättet!!

Leni:blumengabe:

Ella
15.04.2007, 21:48
Hallo Leni2,
sagt dir die christoph dornier klinik etwas?
wurde dir schon eine sichere diagnose geliefert?
ich leide seit 8 jahren unter agoraphobie, bin aber jetzt erst so richtig drauf gekommen, also habe einen namen für meine krankheit gefunden. ich lebe auch im dauerzustand der angst, mit panikattacken, unwirklichkeitsgefühlen etc.

das buch "angsfrei leben" von lucinda bassett hat mir geholfen (hilft mir jetzt noch)hat mich vor allem darauf gebracht, was genau ich habe.
die klinik behandelt menschen mit angsterkrankung.
berichte bitte mehr!
lg
Ella

Inaktiver User
16.04.2007, 13:15
Hallo Ella,
ich kenne diese Klinik nicht. Wo ist die denn? Ist das eine Kurklinik?

Inwiefern hilft Dir denn das Buch weiter?

Agoraphobie kenne ich auch, habe ich auch, Angst vor weiten Plätzen - außerdem Angst vor Menschenansammlungen, vor Enge, davor, plötzlich zu sterben ...
Die Liste könnte ich schon noch um einiges ergänzen.

Weißt Du mehr zu der Klinik? Wie ist der Ansatz, wie behandeln die usw.?
LG Leni

Inaktiver User
29.04.2007, 19:00
Leni,

Du solltest Dir umgehend Unterstützung suchen. Du brauchst einen Therapeuten, der auf Angsterkrankungen spezialisiert ist, und einen Psychiater, der Dir ggf. ein für Dich passendes, angstlösendes Medikament verordnen kann, wenn dies notwendig erscheint (und ich denke, dass einiges darauf hinweist).

Möglicherweise wäre eine Kur in einer Klinik, die auf Anststörungen spezialisiert ist, genau richtig für Dich.

Wichtig ist: Du KANNST aus Deinem Angstkreislauf aussteigen, Du KANNST die Angst besiegen, denn Du hast sie geschaffen, also bist Du auch in der Lage, sie wieder zu vertreiben.

Bücher können helfen, die Mechanismen der Ängste zu verstehen und geben konkrete Hilfen für den Umgang. Das, was Dir passiert ist, ist klassisch - die Angst ist wie eine Besatzungsmacht, sie besetzt nach und nach immer mehr Lebensbereiche, wenn wir nicht aktiv gegen sie vorgehen.

Aktiv vorgehen bedeutet: Uns dem stellen, was Angst macht. Das schaffen die meisten nicht allein, sie brauchen entsprechend therapeutische Unterstützung und am Anfang eben u.U. auch pharmakotherapeutische Hilfe.

Fang jetzt sofort an, mit Deiner Angst zu arbeiten, lass nicht zu, dass sie Dich noch weiter einschränkt! Wenn Du gern liest, empfehle ich Dir für den Einstieg das Buch "Nimm Dein Herz in die Hand" von Peter Sandmeyer und Michael Stark.

Das Buch ist im Grunde eine Art Reisetagebuch einer Gruppe von Patienten mit verschiedenen Angsterkrankungen, die in Begleitung ihres Therapeuten eine einwöchige Wanderung durch die Alpen unternehmen und sich im Rahmen dieser Tour ihren Ängsten stellen.

Es verbindet Erzählung mit viel informativem Input und macht vor allem Mut.

Und Mut wirst Du brauchen für Deinen Weg. Mach Dir bewusst, dass Du es bist, der die Angst eingeladen hat und sie so bewirtet, dass sie sich heimisch fühlt und nach und nach Deine ganze Wohnung okkupiert. Du bist es auf der anderen Seite aber auch, der sie an die Luft setzen kann. Deine Gedanken sind der Schlüssel - ergreif ihn, lass ihn nicht wieder los!

Du schaffst das!

Grüssle
Seawasp

Cyber_Andrea
02.05.2007, 20:53
hallo leni,

deine frage, ob es sinn macht medikamente gegen deine angsterkrankung einzunehmen kann ich mit einem klaren JA beantworten.
so wie du es beschreibst ist deine erkrankung ganz klar mit medikamenten behandlungsbedürftig! begleitet werden sollte das ganze von einem guten therapeuten der sich in dich einfühlen kann und dich aus deiner situation herausbegleitet.

die medikamente werden - wenn du das richtige mittel findest - bewirken, dass du wieder ein "normales" leben führen kannst, d.h. du wirst wieder erleben wie es ist ohne angst vor die türe zu gehen und deinen alltag zu meistern. du wirst neue lebensqualität gewinnen, die dir gegenwärtig fehlt. die medikamente nehmen dir den druck der krankheit erstmal weg - das kann (so habe ich es erlebt) eine absolute entspannung der situation werden.

ich habe dies erlebt als ich mich (ebenfalls nach langem überlegen ob es das richtige für mich ist) dafür entschieden habe, meine soziale phobie medikamentös behandeln zu lassen. ich habe damals mao-hemmer genommen und bin damit sehr gut klar gekommen. ich konnte endlich wieder normal am leben teilnehmen, unter menschen gehen, soziale anlässe besuchen und geniessen ohne vorher tagelang davor angst zu haben und womöglich zu kneifen. in einer begleitenden Therapie bin ich die symptome dann irgendwann los geworden - ich bin mir aber bewusst, dass die krankheit mich irgendwie "schleichend" begleitet, d.h. ich denke darüber nicht das sie wie "weggeblasen" ist oder so - ich glaube es könnte jederzeit wieder kommen, aber dann weiss ich wie ich damit umgehe.

das von seawasp beschriebene buch kenne ich auch. ich habe es vor 2 jahren gelesen - und es hat mir sehr sehr geholfen damals. vor kurzem fiel es mir wieder in die hände und ich habe etwas darin gelesen, ich kann es dir wirklich sehr empfehlen.

LG
Andrea

Lillian2207
03.05.2007, 11:27
Hallo Leni2,

ich kann Deine Frage auch mit JA beantworten. Nach dem Tod meines Verlobten bekam ich Panikattacken und hatte Angst vor allem: vor Menschen, vorm Autofahren, vor dem allgemeinen Alltag und vorm Fliegen. Da ich von meinem Vater eingeladen wurde, ihn nach Griechenland in den Urlaub zu begleiten, und auch schon für mich gebucht war, mußte ich was tun und beschloss Tabletten zu nehmen. Ich bekam Tavor, täglich eine, eine Woche lang bis ich fliegen mußte und im Urlaub sollte ich sie weiter durchnehmen damit der Rückflug kein Problem darstellte. Ich war wie ausgewechselt. Ich konnte ein wenig (wenn man das in der Trauer überhaupt sagen kann und darf) gelassener an die Tage rangehen und war froh, das die Angst mich nicht beherrschte. Es ist ja furchtbar wenn man so eingebunden ist. Bei einer Panikattacke zu Hause, kurz nach dem Urlaub, bekam ich akut auch eine Tavortablette. Aber eine stärkere Form und zum lutschen und innerhalb von zwei drei Minuten war die Unruhe und die Angst weg. Ich trage immer eine davon bei mir in der Handtasche, für den Fall der Fälle.

Ich konnte die Tabletten ziemlich schnell nach der Reise wieder absetzten. Meine Angstzustände waren durch die Trauer ausgelöst worden und mit jeden Tag mehr Abstand, wurde auch die Angst besser. Aber ich konnte es nur schaffen, mit der Rückversicherung der Tabletten. Alleine der Gedanke, dass sie in meiner Handtasche griffbereit sind, macht mich ruhiger und gelassener! Ach ja, und meine Therapeutin hat auch sehr geholfen. Ihrer Aussage nach, wäre es zu schaffen durch Atemübungen und Zählen die Panikattacke in den Griff zu bekommen. Ich hatte mal eine im Auto, da bin ich rechts ran gefahren, habe laut mit mir gesprochen: keine Angst, es geht vorbei, du schaffst es schon, alles wird gut und habe leise vor mich hin gezählt... und es hat geholfen!!! Denn richtig ist auch was Seawasp sagt: man hat die Angst selbst erschaffen, man kann sie auch selbst wieder in den Griff bekommen!

Aber aufgepasst: die Tabletten (Tavor) machen abhängig und sind nur mit Zusammenarbeit des Arztes einzunehmen. Ich wollte natürlich nie abhängig werden und habe sie deswegen nur eine kurze Zeit genommen. Der Respekt vor den Tabletten hat mich die kurze Zeit auch einhalten lassen und mir zusätzlich noch geholfen!

Lieben Gruß
Lillian

Inaktiver User
03.05.2007, 11:36
Hallo Leni,

ich habe diesbezüglich "nur" Erfahrungen mit Medikamenteneinnahme bei Depressionen.

Ich kann nur eins sagen:

Sie haben mein Leben gerettet und letztlich auch das meines Neugeborenen.

Alles Gute für dich

Inaktiver User
03.05.2007, 12:42
Vielleicht zur Klärung:

Antidepressiva machen nicht abhängig - Beruhigungsmittel (Tranquilizer), Schmerzmittel und Schlafmittel dagegen schon.

Tavor gehört zu den Benzodiazepinen, die beruhigend wirken und abhängig machen können. Sie sollten daher immer nur als Notlösung und für kurze Zeit eingenommen werden.

Grüssle
Seawasp

nowomen.de
03.05.2007, 13:13
Derartiges Leid, wie eingangs geschildert, nicht medikamentös zu behandeln ist sich selbst gegenüber fast ein wenig verantwortungslos.

Es existieren auch explizite Anxiolytika, die nicht zu den Benzodiazepinen gehören (z.B. Buspiron) und auch nicht suchterzeugend sind.

Heutzutage versucht man bei einer Angsterkrankung primär Serotoninwiederaufnahmehemmer wie Fluoxetin (Prosac...) zur Basistherapie und schnellwirkende Benzos wie Tavor lediglich als Notfallmedikament "auf Tasche". Die meisten Patienten, die die Wirkung von Tavor einmal kennengelernt haben, erfahren schon eine deutliche Angstlinderung allein dadurch, dass sie es ja nehmen könnten, wenn es denn nicht anders ginge...

Undbedingt mal mit einem Therapeuten sprechen, der auch verschreiben darf!

Cyber_Andrea
03.05.2007, 19:07
hallo,

das mit dem tavor praktiziere ich ebenfalls so - ich habe sie auch immer in der handtasche - und wenn es mal eine situation gibt die ich nicht aushalten werde (und ich weiss das schon stunden vorher) dann nehme ich eine halbe oder auch eine ganze.

aber vorsichtig mit der dauerhaften einnahme - nur als notfallmedikament einnehmen. während eines tablettenwechsels in einer depressiven phase habe ich tavor mal eine woche am stück eingenommen, länger würde ich sie aber auf keinen fall nehmen.

LG
Andrea

Lizzie64
03.05.2007, 20:17
Vielleicht zur Klärung:

Antidepressiva machen nicht abhängig - Beruhigungsmittel (Tranquilizer), Schmerzmittel und Schlafmittel dagegen schon.

Tavor gehört zu den Benzodiazepinen, die beruhigend wirken und abhängig machen können. Sie sollten daher immer nur als Notlösung und für kurze Zeit eingenommen werden.

Grüssle
Seawasp

danke, seawasp :blumengabe:

das ist eine sehr wichtige information. dass antidepressiva, zumal die neueren, nicht anhängig machen, kann gar nicht oft genug betont werden!

Lizzie64
03.05.2007, 20:18
Derartiges Leid, wie eingangs geschildert, nicht medikamentös zu behandeln ist sich selbst gegenüber fast ein wenig verantwortungslos.

Es existieren auch explizite Anxiolytika, die nicht zu den Benzodiazepinen gehören (z.B. Buspiron) und auch nicht suchterzeugend sind.

Heutzutage versucht man bei einer Angsterkrankung primär Serotoninwiederaufnahmehemmer wie Fluoxetin (Prosac...) zur Basistherapie und schnellwirkende Benzos wie Tavor lediglich als Notfallmedikament "auf Tasche". Die meisten Patienten, die die Wirkung von Tavor einmal kennengelernt haben, erfahren schon eine deutliche Angstlinderung allein dadurch, dass sie es ja nehmen könnten, wenn es denn nicht anders ginge...

Undbedingt mal mit einem Therapeuten sprechen, der auch verschreiben darf!

hallo, nowomen,

nimmst du bitte den link aus deine signatur? links sind in der brigitte-community nicht erlaubt.

danke!

Inaktiver User
05.05.2007, 15:42
Hallo ihr Lieben alle,
ich danke euch sehr, dass ihr mir eure Meinungen und Erfahrungen geschrieben habt.:lachen:

Bei mir ist immer im Hinterkopf, dass das Ganze hormonell ausgelöst wird und wurde. Ist ja auch immer irgendwie hormonabhängig (anders während der Periode z.B.). Auch meine Schilddrüse könnte eine Rolle spielen, da viele Betroffene auch Angst- und Paniksymptome haben, auch teilweise Schwäche und sonstiges.

Hat denn jemand von euch auch Beschwerden, die von den Hormonen kommen könnten? Und habt ihr dann auch solche Medis genommen?

Ich nehme ja momentan noch die Homöopathie, was mir in leichteren Fällen hilft. Habe auch ein "Notfallmittel" für akute Panikattacke.

Ich weiß, dass ich so nicht weitermachen kann und will, weiß aber nicht, welcher Weg der richtige für mich ist.:wie?:

Liebe Grüße
Leni

Inaktiver User
05.05.2007, 15:54
Hallo ihr Lieben alle,
ich danke euch sehr, dass ihr mir eure Meinungen und Erfahrungen geschrieben habt.:lachen:

Bei mir ist immer im Hinterkopf, dass das Ganze hormonell ausgelöst wird und wurde. Ist ja auch immer irgendwie hormonabhängig (anders während der Periode z.B.). Auch meine Schilddrüse könnte eine Rolle spielen, da viele Betroffene auch Angst- und Paniksymptome haben, auch teilweise Schwäche und sonstiges.

Hat denn jemand von euch auch Beschwerden, die von den Hormonen kommen könnten? Und habt ihr dann auch solche Medis genommen?

Ich nehme ja momentan noch die Homöopathie, was mir in leichteren Fällen hilft. Habe auch ein "Notfallmittel" für akute Panikattacke.

Ich weiß, dass ich so nicht weitermachen kann und will, weiß aber nicht, welcher Weg der richtige für mich ist.:wie?:

Liebe Grüße
Leni

Leni,

der erste Schritt sollte normalerweise sein, körperliche Ursachen auszuschliessen. Dazu gehst Du zu Deinem Hausarzt und lässt ein Labor machen. Überprüft werden sollten vor allem die Schilddrüsenwerte, ausserdem muss ein Hormonstatus veranlasst werden.

Sind Deine Werte normal, wäre es sinnvoll davon auszugehen, dass Deine Probleme NICHT von Ungleichgewichten herrühren.

Ganz wichtig ist, dass Du Schluss mit einer etwaigen Selbstbehandlung machst und konsequent ärztliche und psychotherapeutische Hilfe in Anspruch nimmst.

Grüssle
Seawasp

Inaktiver User
07.05.2007, 18:04
Hallo Seawasp,
klare Ansage!!:smile:

Fakt ist, dass meine Hormone im Keller sind.
Meine Schilddrüsenwerte sind im Normalbereich - aber ich habe eine Autoimmunerkrankung (Hashimoto).
Ich bin in ärztlicher Behandlung - wenn auch homöopathischer.
Ich bin auch in Psychotherapie.

Ja, so sieht´s aus. Doch wo ich letztendlich ansetzen soll, das ist mir deswegen nicht klar, weil jeder Arzt/Therapeut etwas anderes sagt. Dann bleibt mir meist nichts anderes übrig als selbst auszuprobieren.

Liebe Grüße
Leni:blumengabe:

Inaktiver User
07.05.2007, 18:35
Leni,

dann kann ich Dich nur ermutigen, mal ordentlich bei Deinem Hausarzt Rabatz zu machen - genau so sollte es nicht laufen.

Jemand muss die Fäden in der Hand halten - ALLE Fäden, und diese Verantwortung kann nicht auf Dich abgewälzt werden. Zur Not musst Du den Arzt wechseln.

Wichtig fände ich (und ich leide auch an einer Autoimmunerkrankung, allerdings ist es eine andere als die, an der Du erkrankt bist)

--> primär dafür zu sorgen, dass physisch alles im grünen Bereich ist. In Deinem Fall heisst das: Stabil gute Werte in Sachen Hashimoto, die ja offensichtlich vorliegen.

--> weiterhin dafür zu sorgen, dass hormonell ggf. ein Ausgleich geschaffen wird oder aber Deine Symptomatik anderweitig gelindert wird.

--> zu prüfen, ob Du bei Deinem Therapeuten und mit der Therapieform, die Du gewählt hast, "richtig" bist (Wie lange läuft die Therapie schon? Tut sie Dir gut? Stellst Du ein Vorankommen fest? Bemerkst Du Veränderungen?)

--> Dich zu einem Psychiater überweisen zu lassen und mit ihm zu besprechen, ob es sinnvoll ist, ein Antidepressivum zusätzlich einzunehmen. Dein Hausarzt sollte zu diesem Zweck alle ihm bekannten Diagnosen, die für die Entscheidung über ein Antidepressivum relevant sind, auf der Überweisung vermerken, damit ein möglichst passendes Medikament ausgewählt werden kann.

Deine Aufgabe ist es, solange hartnäckig zu bleiben, bis die Rädchen besser ineinander greifen.

Ich weiss nicht, wie lange Du bereits in homöopathischer Behandlung bist, aber meiner Ansicht nach macht es mitunter wenig Sinn, Behandlungsformen zu mischen, insbesondere wenn das Krankheitsbild so komplex ist. Homöopathie ist eine ganzheitlich wirkende Methode, die von allopathischen Medikamenten gestört werden kann - je mehr Medikamente Du einnimmst, desto stärker verändert sich z.B. das Symptombild, das aber für die richtige Mittelwahl sehr wichtig ist. Vielleicht wäre diesbezüglich eine Entscheidung Deinerseits fällig, damit Du nicht ständig zwischen unterschiedlichsten Fachärzten "pendeln" musst?

Grüssle
Seawasp

Inaktiver User
08.05.2007, 16:02
Hallo Seawasp,
das mit dem Vermischen von den verschiedenen Therapieformen war auch meine Überlegung. Mein homöopath. Konstitutionsmittel hat mir auch für die Psyche geholfen - und so soll es ja auch sein.
Jetzt ist es leider so, dass es nicht mehr hilft und wahrscheinlich ein Wechsel bevorsteht, deswegen auch die ständigen "Einbrüche".

Ob ich mit meinem Therapeuten richtig liege, das kann ich so nicht sagen. Ich denke schon, dass er mich ein wenig aufbaut, andererseits aber sehe ich keinen Fortschritt in meiner Angstbewältigung, eher einen Rückschritt. Z.B. bin ich schon einige Male allein mit dem Auto zu ihm gefahren, jetzt traue ich mich das nicht mehr.
In der Allergiezeit (ich habe diverse Pollenallergien) geht es mir schlechter und wenn es mir schlechter geht, dann ist auch die Angst größer.
Da es mir auch während der Allergiezeit schon viel besser ging als jetzt, nehme ich an, dass wirklich mein Mittel "durch" ist und ich ein neues brauche. Mein letztes hat mir jetzt lange gut geholfen.

Die Hormone sind eine andere Sache. Da will ich noch warten. Mein Befinden hat sich ja mit Homöopathie gebessert, obwohl ich keine Hormone nahm. Früher hat man ja auch ohne Hormonzugabe leben können. Künstliche würde ich sowieso nicht nehmen.

Um aber festzustellen, worauf es mir gut bzw. schlecht geht, muss ich eins nach dem anderen machen. Sonst weiß ich zum Schluss gar nicht mehr, was hilft und was nicht.
Ja, und da wollte ich mit Homöopathie weitermachen.
Nun wird aber die Angst schlimmer, und da fühlte ich mich gedrängt, doch was in dieser Richtung zu unternehmen.

Vielleicht sollte ich mich ja auch in Geduld üben und erst mal eine Sache wirken lassen, bevor ich die nächste anfange.
Leider gelingt mir das nicht wenn es mir besch.. geht.

Na ja, jetzt habe ich mich genug ausgelassen.

Danke und liebe Grüße
Leni

silli1973
10.05.2007, 16:08
Hallo Leni,

erstmal muß ich dir leider was sagen, was dir nicht so gut gefallen wird. Je mehr Platz du der Angst gibt, umsomehr wird sie dich einnehmen.

Ich spreche aus Erfahrung. Vor Jahren fing es bei mir an, mit "harmlosem" Hyperventilieren. Ich war damit damals schon total überfordert, weil ich nicht wußte was los war. Doch mir war ziemlich schnell klar, das da was nicht stimmt.

Nun leide ich seit mehreren Jahren unter Angstzuständen und Panikattacken. Ich war auch vor drei Jahren in einer Klinik stationär. Eigentlich eher wegen den Ängsten, es kam aber hinzu das ich unter Depressionen leide. Mal mehr mal weniger. DIese resultieren aus einem verkümmerten inneren Kind.

Was soll ich dir sagen? Natürlich können Medikamente den Weg erleichtern. Zum Teil. Die Wahrheit ist aber leider so, das du lernen mußt diese Ängste auszuhalten. Denn erst wenn du merkst, das deine Ängste nicht wirklich begründet sind, wirst du sie besiegen. Das heißt, wenn du z.B. Angst hast vor die Tür zu gehen. Es sind Menschen die dich sehen könnten. Dein Herz rast, was ist, wenn ich jetzt umfalle? Oder die Beherrschung verliere?? oder oder oder? Stelle dir die schlimmste Situation vor. Was genau passiert da wirklich?? Vor was hast du wirklich Angst? Ist diese Angst wirklich realistisch??

Es gibt nur ein Mittel wirklich zuverlässig gegen die Angst. Sie aushalten und sehen das nichts passiert.

Ich weiß das ist ein Tipp den man nicht hören möchte.

Ich hatte zu allem Übel jahrelang Angst vor Spritzen. Als ich vor zwei Jahren mit meinen anderen Ängsten und Sorgen so überfordert war, das ich dachte mir das Leben nehmen zu müssen, bin ich zum Hausarzt und habe zu ihm gesagt: gib mir was, das das grpbeln aufhört. Er sagte, ok, kein Problem, ich mach eine Spritze fertig. Da war es wieder mein Problem, die Angst. Ich bekam Schweißausbrüche und wollte ganz schnell aus der Praxis. Doch ich bin sitzengeblieben. Denn die andere Angst war größer. Hm. Ich habe mir also diese Spritze geben lassen (sie hat im übrigen nicht geholfen:wie?: ) Nun denn. Aber eines hat es mich in dem Moment gelehrt. Es tat nicht weh und meine Angst war unbegründet. Was habe ich gemacht??? Habe gleich eine Tetanusspritze machen lassen, die war 20 (!) Jahre überfällig.

Ich bin eine Kämpfernatur und versuche das die Angst in meinem Leben nicht zuviel Platz einnimmt. Das gönne ich ihr nämlich nicht. Ich bin ich.

Das BUch von dem die anderen sprachen habe ich auch (neben ungefähr 15 anderen). Es ist wirklich gut. Es wird dich jedoch auch zu dem Punkt bringen, das du dich der Angst stellen muß.

Die Christoph-Dornier-Klinik ist in Münster. Sie hat einen sehr sehr guten Ruf (Ich komme ja aus der Ecke). Es ist aber soviel ich weiß eine Privatklinik und die bauen auf absolute Konfrontation.

Leni, was soll ich dir sagen? Ich wünsche dir von ganzem Herzen einen super großen Haufen Glück und Kraft.

Lass dich nicht gleich umhauen, wenn es mal nicht funktioniert.

Die Angst wird immer mal wieder wiederkehren, aber du wirst lernen sie anders zu bewerten. Dann heißt es nicht "HIlfe ich krieg wieder Angst" sondern, Hey du, Angst, ist ja nett das du hier bist, aber du kommst umsonst, denn ich brauch dich jetzt nicht, es wird mir nämlich nichts passieren.

So nach diesem langen Roman hör ich jetzt mal auf.

Ganz wichtig: Such dir einen guten Therapeuten der das mit dir zusammen macht. Frag bei verschiedenen nach, ob sie auf Ängste spezialisiert sind. Und ob sie ggflls auch mit dir Konfrontation machen. Das heißt mit dir gemeinsam Übungen draußen machen. Das gibt es nämlich.

Ich hoffe ich habe dich jetzt nicht verschreckt :-(

Gaaaaaaaaaaaaaaaaannnnnnz liebe Grüße und einen ganz lieben Schutzengel schicke ich dir!!!!!!:blumengabe:

Inaktiver User
10.05.2007, 16:43
Hallo Sili,
vielen herzlichen Dank!!! Ganz besonders für den Schutzengel!

Konfrontation habe ich viele Jahre gemacht - hat mir aber letztendlich nichts gebracht. Ich bin immer wieder zurück, alles war umsonst, was ich immer getan habe.

Jetzt ist es anders, es sind mehr körperliche Symptome, aus denen dann die Angst resultiert, weil sie so schlimm sind für mich.
Die Angst selbst ist nicht mehr DAS Problem. Wenn es mir körperlich gut geht, oder wenigstens einigermaßen, dann gehe ich auch raus. Wenn es mir so schlecht geht, dass ich nicht mal gerade stehen kann (ist dann aus anderen Gründen, z.B. Lebensmittelallergien), dann kann ich nichts machen. Das sind WIRKLICHE körperliche Geschichten, da hilft mir kein Training. Wenn dann diese Symptome anderweitig bekämpft werden, dann geht es auch gleich besser und ich habe wieder Mut.

Ich hoffe, Du verstehst, was ich meine. Es ist sehr schwer, manchmal zu unterscheiden was von was kommt.

Das mit dem "inneren Kind" ist auch sehr gut. Ich habe mir ein Buch gekauft mit dem Titel "Aussöhnung mit dem inneren Kind". Ist wirklich total spannend zu lesen. Ich denke schon, dass da was dran ist, obwohl mein Therapeut es nicht gut findet.
Dieser ist übrigens nicht für die Konfrontation, weil er meint, dass der Körper nur erschöpft durch das viele Üben, dass man letztendlich keine Angst mehr empfinden kann, wenn man bis zum Exzess sich der Angst stellt, wie es bei vielen Therapien der Fall ist.
Er ist für die Psychoanalyse - ein älterer Herr mit, wie ich meine, viel Erfahrung - nebenbei auch noch Internist, eine gute Ergänzung. Er hat mir oft bestätigt, dass viele meiner Symptome rein körperliche Ursachen haben.
Ja, wieder mal Bestätigung meiner Gefühle (vielleicht auch meines inneren Kindes?), aber noch keine Lösung in Sicht.

Liebe Grüße - und vielen Dank!
Leni:kuss:

Inaktiver User
10.05.2007, 16:45
Hallo Sili,
ich habe gerade gesehen, Du bist ja heute erst neu zu Bricom gekommen!!! Herzlich willkommen hier!
Leni

silli1973
13.05.2007, 13:20
Hallo Leni2,

Vielen Dank für das Willkommen heißen :-)

Hm, also das mit der Konfrontation habe ich selbt so eingetrichtert bekommen. :zwinker:

Ich denke jeder Therapeut arbeitet anders. Natürlich ist es für den Körper anstrengend. Ohne Frage. Ich weiß nicht warum, aber mein Körper gönnt mir automatisch immer eine Ruhephase. :-)

Das ist natürlich schlecht wenn es mehr an den körperlichen Symptomen liegt. Hm, da kann man dir wirklich nur gute Besserung wünschen und Medikamente oder Therapien die dich da herausholen.

Ich drücke dir ganz ganz fest die Daumen!!!!:freches grinsen:

Inaktiver User
13.05.2007, 22:52
Vielen Dank Silli!!:blumengabe:

Ariella
14.05.2007, 20:57
Hallo Leni!
Habe hier auch ein Thema verfasst mit dem Titel "angst ade"!
Kannst du vielleicht ja auch mal reinschauen. Ich bin natürlich kein
Arzt, vielleicht hast du ja auch wirklich was körperliches, aber ich weiß aus eigener Erfahrung, dass ich in meiner schlimmsten Phobien-Zeit auch gedacht habe ich wäre körperlich krank(das ging auch über Jahre).
Mir war ständig schwindelig, übel, hatte Kribbeln in den Beinen und Händen! Hatte Druckschmerzen in der Brust, die über Wochen anhielten (EKG war o.k.). Manchmal hatte ich das Gefühl, dass meine Kopfhaut sich zusammenzieht und das auch nicht kurzfristig, sondern über einen längeren Zeitraum. War total müde und kaputt und hatte das Gefühl, dass ich gleich nicht mehr laufen könnte.
Du kannst es mit der Psychoanalyse versuchen aber ich glaube trotzdem, dass man die Störung ohne Medikamente und ohne Analyse in den Griff bekommen kann.
Verhaltenstherapie auf Chrash-Kurs-Basis ist wahrscheinlich o.k., man kann das aber auch auf langsamen, behutsamen Weg erreichen und nicht nach dem Motto die Situation "auf Biegen und Brechen" auszuhalten, sondern verstehen und akzeptieren.
Wenn du es schaffst aus diesem Teufelskreis rauszukommen, werden viele andere Beschwerden auch verschwinden.
Ich würde dir so gerne helfen! Ich weiß, es funktioniert.
Liebe Grüße
Ariella

Inaktiver User
14.05.2007, 21:49
Hallo Ariella,
Du würdest mir so gerne helfen? Das klingt sehr lieb, aber wie soll das funktionieren?
Klingt aber gut, so wie Du das schreibst.
Ich denke schon, dass die Angst uns auch was sagen will. Und wenn wir "zuhören" und was ändern in unserem Leben, dann müsste sie verschwinden, weil sie keine "Berechtigung" mehr hat.
Ja, das dachte ich auch mal vor 20 Jahren. Mittlerweile sind auch noch ein paar andere Sachen dazugekommen, die schon für sich allein Angst auslösen. Wird also nicht gerade leichter.

Ich denke, ich wäre auch so, dass ich Anderen gerne helfen würde, falls ich es geschafft hätte.

Ich werde mal bei Bri nach Deinem Strang stöbern.

LG Leni

Inaktiver User
15.05.2007, 18:27
Hallo Leni2 :smile: .

ich habe mich hier bei euch durchgelesen und möchte gerne meine Geschichte dazu erzählen.

Angefangen hat das ganze vo ca. 5 Jahren. Ich war damls in der Lehre. Eines Sonntag morgen bin ich aufgewacht und mir ging es sehr schlecht, ich musste weinen und meine Hände kribbelten. So sollte es von da an sein. Jeden Tag das gleiche, hinzu kam dann dass ich mich nicht mehr vor die Tür traute, geschweige denn überhaupt mein Bett verlassen habe. Bin also von einem Arzt zum anderen gelaufen. Alle sagten mir ich sei Gesund. Irgendwann habe ich einen nächsten Arzt aufgesucht und als der mir zur Begrüssung die Hand gab wusste der was los ist; Schilddrüse, Hashimoto.

Dann bekam ich Medikamente und mir wurde gesagt die Beschwerden lassen jetzt nach. Es ging mir wirklich besser, doch dass kribbeln in den Händen blieb. Es wurde so schlimm dass ich nachts nicht mehr schlafen konnte, mir mit spitzen gegenständen in die Hände gestochen habe um das nicht mehr zu merken. Darauf folgte eine Angststörung (das weiß ich heute) und es ging noch mehr bergab mit mir. Das allerschlimmste waren aber meine Bauchschmerzen, wenn keine Toilette in der Nähe war wurde es noch schlimmer, ich hatte das auch immer um die gleiche Zeit und zwar am nachmittag. Leider musste ich derzeit immer in der Nachmittagsschicht arbeiten, konnte auch nicht immer zur Toilette wenn ich es wollte. Ich bin durch die Hölle gegangen. Mit meinem Freund mit dem ich heute 8 Jahre zusammen bin, lief bettmäßig schon ewig nichts mehr.

Es ging weiter mit den Arztbesuchen, bis ich meinen heutigen Hausarzt gefunden habe, bei dem ich jetzt seit 2,5 jahren in Behandlung bin. Nachdem ich das dritte mal da war hat er gesagt er könnte weiter nichts für mich tun. Ich sollte mal zu einem Neurologen gehen. ( war ja schon mal da und hab Medikamente bekommen die abhängig machen), gesagt getan. Wurde dann weiter zu einer Psychotherapeutin überwiesen und musste meine ganze Geschichte erzählen, habe zusätzlich Opipramol eingenommen weil ich manchmal kurz vor einem Nervenzusammenbruch gestanden habe. Da war ich 2 Jahre um meine ganze Kindheit aufzuarbeiten, denn ich hatte keine gute. Zudem bin ich von zuhause ausgezogen.

Es war sehr schwer überhaupt zu begreifen was mit mir los war und warum es mich traf. Denn ich hatte mich immer sehr stark gefühlt und musste es auch sein. Es war eine schwere Zeit und ich bin manchmal 4 mal in der Woche zu meinem Doc gegangen der immer für mich da war und immer gesagt hat ich solle bloß jederzeit kommen. Das hat mir sehr geholfen. Wichtig ist auch zu merken das bei einer Angstattacke nichts passiert, man weiß das ist jetzt eine Streßattacke des eigenen Körpers und das ist auch gut so. Ich habe mir dann immer vorgestellt ich sei irgendwo am Strand, höre das Meer, fühle den Sand, rieche das Salz...
Es hat geholfen stärker zu sein als die Angst.

Wenn es dennoch mal stressig wird hab ich eine gute Alternative, die CD "Seifenblasen", habe das erste mal darüber gelacht aber heute weiß ich das hilft!! Meine Psychotherapeutin sagt immer achte auf dein inneres Kind. Sie hat vollkommen Recht damit.

Ich will eigentlich damit sagen, jedenfalls war es für mich so, das man jemanden hat zu dem man immer gehen kann, der einem sagt weitermachen, auch wenn noch kein Ende in sicht ist.
Bin seit einigen Wochen Opipramol frei und mir geht es gut. Ich möchte auch noch mal sagen dass die heutigen Medikamente nicht abhägig machen müssen. Ich habe nichts davon gemerkt.

Tu Dir was gutes, mach Dinge die DIR Spaß machen. Geh raus, raus raus !!!

Gib Dich nicht auf, mach weiter. Alles Gute.

LG Feeling

silli1973
15.05.2007, 19:01
Hallo Feeling,

ich finde dein Bericht macht irgendwie richtig Mut. Denn leider oder auch nicht leider ;-) liest man hier ja eigentlich nur von Leuten die die Angst plagt, aber nicht wie sie sie besiegt haben.

Ich muß mal was erklären. Ich leide seit nunmehr (Bewußt wahrgenommenen) 4 Jahren an Depressionen und Angstzuständen. Durch einen ziemlich üblen Auslöser. Mein damaliger Mann hat sich (wahrscheinlich, denn ich war ja nicht dabei und hab nur die Aussage meines Kindes) an meinem Sohn vergangen. Ok vergangen ist vielleicht doch zu krass. Er hat ihn einmal angefasst. Es war nicht sein Sohn. Das schlimme an der ganzen Sache war, ich hatte ein halbes Jahr zuvor hier in Deutschland alles aufgegeben und war mit meinem Sohn zu ihm nach Italien gezogen. (Das das ein Fehler war lassen wir mal dahingestellt). NUn wie dem auch sei, auf jeden Fall fing nach diesem Vorfall eigentlich das erste Mal ne richtige Panikattacke an (ich denke heute ich war kurz vorm Nervenzusammenbruch).

Ich habe natürlich sofort das Land und den Mann verlassen.

Doch danach nahm für mich das Elend seinen Lauf.

Durch diesen Umstand kam erstmal so richtig meine Kindheit und das Verhältnis zu meiner Mutter hoch (welches nicht wirklich gut aber intensiv war bis vor ca. 4 Wochen).

Ich habe dann nachdem ich mal teilstationär und einmal staionär in einer Klinik war gelernt, das ich mich eigentlich von meiner Mutter lösen muß und der Vorstellung das sie vielleicht irgendwann mal die Mutter sein könnte, die ich gebraucht hätte.

Wie dem auch sei, ich will das jetzt nicht alles zu weit ausführen (ist ja nicht wirklich Thema hier), jedoch habe ich da das erste Mal vom inneren Kind gehört. Und soll ich dir was sagen??? Das Thema macht mir Angst. Ich habe mal gehört man soll mit dem Kind reden. Mal ehrlich fühlt ihr euch dabei "normal" ??????

Ich bin eigentlich eine sehr starke Frau die wirklich schon einiges im Leben erlebt hat. Aber manchmal denke ich wirklich ich bin irgendwie daneben.

Seit einem halben Jahr bin ich nun in Therapie. Ich glaube er ist ganz gut. Das muß man denke ich noch abwarten. Schade nur, das ich nur einen Termin alle zwei Wochen habe :-( Aber das soll wohl so sein.

Nun ich wollte das nur schnell mal loswerden und dir meine Bewunderung dafür aussprechen, das du es geschafft hast. Das macht Mut :-)

Inaktiver User
15.05.2007, 20:08
Hallo :smile:

@silit1973: vielen Dank für deine netten Worte. Meine Geschichte ist auch sehr lang, bei mir war es so dass mein Vater alkoholkrank ist und uns dass Leben zur Hölle gemacht hat. Meine Mutter ist selber nervlich erkrankt und noch schlimmer. Ich habe immer aus lauter Wut und Zorn versucht meine Eltern dafür zu hassen wie wir aufgewachsen sind doch das ist natürlich unmöglich. Wie mir dann gesagt wurde ich solle von zuhause ausziehen ging es mir sehr schlecht weil ich mich für meine Mutter verantwortlich gefühlt habe. Denn ich habe sie immer vor meinem Vater beschützt. Das war Horror.
Ich will Dir damit sagen dass so eine Gesprächstherapie wirklich helfen kann wenn du das auch nicht sofort merken wirst. Das schleicht sich so ein. Ich bin mir sicher ich hätte das nicht ohne diese Hilfe geschafft. Es ist natürlich sehr schwer sich fremden Menschen anzuvertrauen, das braucht sicher seine Zeit, aber da mus man durch denke ich. Ich habe sehr lange dafür gebraucht um zu begreifen das ich nicht für meine Eltern verantwortlich bin. Ihr Leben, mein Leben. Punkt!!

Diese sache mit dem inneren Kind hat mir neue sichtweisen eröffnet, hat geholfen mich selber besser zu verstehen. Es heißt ja auch man soll auf sein Bauchgefühl hören.
Natürlich ist das komisch wenn man da noch nie von gehört hat, es fällt auch schwer vor fremden menschen mit sich selber zu sprechen. Du gewöhnst dich daran. Mach auf jeden Fall weiter damit!! Du wirst sehen es hilft Dir!!

Wie geht es denn deinem Sohn? Ich weiß das ist hier eigentlich nicht das richtige um so fortzufahren aber ich würde mich gerne weiter mit Dir und den anderen darüber austauschen.

Ich drück Dich :wangenkuss:

LG Feeling

Inaktiver User
15.05.2007, 20:11
@silli1973: entschuldige ich habe deinen namen falsch geschrieben, trotz neuer Brille tz tz.

LG Feeling

Inaktiver User
16.05.2007, 17:19
Hallo Feeling,
als ich Deinen Eintrag las, dachte ich zuerst "na klar, Hashimoto, ist wie im Forum".
Doch Du hast letztendlich Deine Angst NICHT auf Hashi bezogen und sie dadurch besiegt. Sie kam nicht davon, obwohl es bei vielen Leuten so ist.

Meine Angst ist schlimmer geworden seit Hashimoto. Davor war sie - jetzt rückblickend gesehen - eigentlich nur ein "Klacks", obwohl ich auch viel vermieden habe. Aber ich konnte mich einfach leichter überwinden, nur an Tagen an denen es mir schlecht ging, da ging es nicht.

Ich finde es wunderbar, dass Du es geschafft hast. Herzlichen Glückwunsch!:allesok: :blumengabe:

Liebe Grüße
Leni

Inaktiver User
16.05.2007, 17:25
Hallo Silli,
das mit dem inneren Kind darf man meiner Meinung nach nicht so eng sehen.
Es ist einfach die innere Stimme, Deine innere Stimme, auch Dein Gefühl, Dein Bauchgefühl.
Wenn Du eine Entscheidung triffst und sie mit Deinem inneren Kind stimmig ist, dann bekommst Du ein gutes Bauchgefühl.
Ich denke aber auch, dass man das erst mal üben muss. Meist ist es ja so, dass man seine innere Stimme, sein inneres Kind, viele Jahre lang, wenn nicht sogar sein ganzes Leben, weggedrückt hat. Immer wenn so ein Gefühl hoch kam, dass das, was gerade in unserem Leben geschieht, nicht in Ordnung ist, dass da was nicht stimmt - dann war das das innere Kind. Und wie oft haben wir vernunftbezogen gehandelt und unsere Gefühle - unser inneres Kind - unterdrückt und alle Gefühle "weggewischt".

So ähnlich verstehe ich das. Ich lese ja auch ein Buch darüber, wo ich schon einiges mehr verstehe als früher.
Ich war früher Meister im inneren Kind unterdrücken. Ich war NUR vernünftig, selbst als Kind schon. Ich habe immer Verantwortung für andere übernommen, auch schon als kleines Kind. Leider bin ich jetzt in meiner Situation soweit, dass ich nicht mal mehr für mich Verantwortung übernehmen kann in allen Bereichen.
Ich war auch immer stark, bis zu dem Tag als diese Ängste kamen.

Liebe Grüße
Leni:Sonne:

Inaktiver User
16.05.2007, 19:56
Hi :blumengabe:

@leni2: Ich denke bei mir hat eben alles mit der Schilddrüse angefangen. Ich denke durch diese Erkrankung hat eins zum anderen geführt. Meine Psychotherapeutin hat mir das so erklärt das Kinder sachen so verdrängen das sie das einfach vergessen. Ich kann mir das nur so erklären das durch die Schwächung die ich schon durch die Schilddrüse hatte all das wieder hochkam.

Ich habe da auch mal bei meinen Doc nachgefragt(wegen Schilddrüse) der sagt dass wenn man richtig eingestellt ist man ganz normal mit dieser Krankheit leben kann. Das ist also eigentlich nix schlimmes. Was der Körper selber nicht mehr produziert wird zugefügt.
Ich habe auch tage wo ich schwankungen habe. Manchmal fühle ich mich am abend so erkältet und denke ich werde voll krank, was dann am nächsten morgen weg ist, oder es gibt tage wo ich doch mal nen Schweißausbruch habe oder einfach wahnsinnig müde bin. Das ist aber normal und darauf darf man nicht viel geben, das ist einfach so.

Vielleicht habe ich auch nicht richtig gelesen aber wovor hast du so Angst? Und bist du sicher das dein Therapeut der richtige ist?
Denn diese sache mit dem inneren Kind ist sehr wichtig, das bist du. das ist immer da!!

Wenn es bei mir mal ein paar tage sehr stressig ist meldet sich mein inneres Kind sofort, also meine Bauchschmerzen, das will mir damit sagen ich soll einen Gang zurück schalten. Das mache ich dann auch. Für mich gibt es 2 Mittel, 1) ein Bad nehmen.
2) schlafen. Schlafen, ein Heilmittel, denn im Schlaf haben meine Hände nicht gekribbelt.
So muss jeder etwas für sich finden!

Wichtig ist dass, wenn man erstmal weiß wie man sich selber helfen kann, das nicht zu vergessen. Man muss auf sich achten!!

Ich habe eine sehr gute Hypnose CD, "Seifenblasen" von Agnes Kaiser Rekkas (darf ich das so hier schreiben?).
Ist sehr gut, höre ich heute noch dann und wann.
Vor allem HILFT das, ich musste mir das TÄGLICH anhören!!

Liebe Grüße Feeling :wangenkuss:

Inaktiver User
16.05.2007, 20:38
Hi :blumengabe:

@Leni2:

Ich habe nochmal deinen ersten Text gelesen und zwar habe ich auch Medikamente gegen diese Angststörung und Depression bekommen. Das ist völlig in Ordnung, die helfen erstmal wieder Fuß zu fassen. Erstmal wieder Angstfrei zu leben!! Dann muss diese Angst, diese Gründe dafür, beseitigt werden.
Mit Johanneskraut kommst du da nicht weiter dafür ist deine Erkrankung zu weit fortgeschritten. Ich war auch mal bei einem Heilpraktiker, absoluter Fehler!!
Zudem machen heute nicht alle Medikamente abgängig. Da kann man auch alle auf einmal nehmen wenn man das meint, damit kann man sich nicht umbringen ( so wie ich es mal wollte vor lauter Verzweiflung). Ein guter Arzt schreibt Dir auch das richtige Rezept aus.

LG Feeling

silli1973
16.05.2007, 21:40
Hallo Leni :kuss: ,

das mit dem "inneren Kind" macht mir irgendwie Agnst. Warum weiß ich auch nicht. Vielleicht weil mein Problem hauptsächlich in der Kindheit liegt. Also grob gesagt bin ich ohne Mutter und Vater groß geworden. Doch es würde wirklich den Rahmen hier sprengen. Ich habe 13 mal die Klasse gewechselt. :-( Und viele viele andere Sachen mehr. Also mein inneres Kind, sofern ch das so nennen kann ist total emotional verkümmert.

Selbst mein Therapeut hat heute gestaunt, als wir noch mal mein Leben durchgegangen sind. Und wir kamen nur bis zum 11. Lebensjahr.

Wenn ich mir denke da ist ein inneres KInd, sehe ich ein verzweifeltes Häufchen Elend weinend in der Ecke sitzen und weiß nicht wirklich wie ich damit umgehen soll.

Denn ein Teil von mir sagt, mensch, es ist vorbei und du kannst es eh nicht ändern.

Der innere kleinere Teil ist dann ganz bitterlich traurig und will nicht mehr länger, weil die Schmerzen zu groß sind.

Ich bin vor einem Halben Jahr zum Therapeuten (nach ein paar Versuchen in den Kliniken in denen es angeschnitten aber nicht bearbeitet wurde) und wollte es bearbeiten.

NUn sitze ich mittendrin und es vergeht kein Tag an dem ich nicht dran denke. Es kommen oft die Gedanken: Warum? Wofür? Warum mußte ich jahrelang zu tiefst leiden und soll es jetzt weiterhin bzw. nochmal??? Es muß doch mal gut sein. Wie oft und wielange muß ich den Schmerz noch "abweinen"? Verstehst du das??

Ich nehme mittlerweile nur noch sehr niedrig dosierte Medikamente denn mein Therapeut ist eigentlich dagegen. Er sagt, es unterstützt nicht grad die Therapie. Irgendwie hat er recht, doch ganz absetzen tue ich sie nicht (sind nur leichte Antidepressiva). Ich habe das Gefühl dann mehr im Hier und Heute zu bleiben.

Denn wie schon erwähnt habe ich einen kleinen Sohn. Und der braucht eine erwachsene Mutter. Wenn ich mich nämlich intensiv mit dem inneren Kind beschäftige, dann fühle und rede ich auch wie ein Kind. Ich weiß nicht wie ich das beschreiben soll, wie eine zweite Persönlichkeit und ich habe dann ANgst das ich den Weg ins jetzt nicht zurückfinde.

Durch diese ganzen Gefühlsschwankungen fühl ich mich manchmal richtig irre im Kopf.

Leider gehört zu so einer "Störung" wie es mein Therapeut nennt, auch diese Sinnlosigkeitsgedanken. DIese finde ich mit am schlimmsten. Ich möchte mich meines Lebens freuen und nicht immer alles hinterfragen und abgrübeln.

Normalerweise dauerten bei mir die Depris so ca. 2 Monate. Dann wurde es zunehmend besser. Tja diesmal wird es länger dauern fürchte ich.

Meinem Sohn geht es (nach ANfrage von feeling) wieder gut. Wichtig war für ihn das ich ihm geglaubt habe und zu ihm gehalten habe. Er war damals fast 4. Wir haben ein sehr intensives Verhältnis zueinander. Was daran liegen mag, das wir bei seiner Geburt fast beide gestorben wären, oder an meiner Kindheit und das ich alles anders mache als meine Mutter. (z.B. Erziehung ohne schläge geht auch!!, dem Kind Geborgenheit, SIcherheit vermitteln, sein Selbstbewußtsein stärken usw) Genau das Gegenteil meiner Ma. Das schweißt uns zusammen.

Ich weiß auch nicht, eigentlich sprenge ich grad das Thema hier, aber mir ist grad danach zu schreiben und zu schreiben.... Tut mir leid.

Ich bin grad dabei meiner Mutter auch mal Hass entgegenzubringen für das was sie mir angetan hat mit ihrer seelischen Grausamkeit. Aber wisst ihr was das schlimme ist?? Das innere Kind (womit wir wieder beim Thema wären) rennt seiner Mutter und dem Wunsch nach Geborgenheit hinterher.

Wie soll ich euch das erklären. Eine Seite von mir hasst sie für das was sie getan oder nicht getan hat und die andere möchte am liebsten auf ihren Schoß und liebgehabt werden. Oje, ihr denkt bestimmt ich bin bekloppt. Kann ich euch nicht verübeln, geht mir genauso ;-)

Nein im Ernst und deswegen bin ich im Moment total zerstreut und weiß eigentlich gar nicht so richtig wie ich meinen Weg finden soll. Ich habe das Gefühl ich laufe orientierungslos irgenwo umher. UNd so bin ich natürlich im normalem Tagesbalauf. BLoß nicht mehr als 10 MIn auf dem HIntern sitzen.

Ich habe 140qm und die blitzen und blinken :-) Ich bin einerseits jedes mal froh wenn ich arbeiten muß (arbeite 2,5 Tage/Woche). Obwohl sie mich auch im Moment ganz schön anstrengen. Wenn ich auf der Arbeit bin, denke ich, puh morgen frei, wie schön. Bin ich aber zu hause, denke ich, juhu morgen wieder arbeiten.

Oh mann ich kann euch sagen.

Deswegen habe ich im moment wahrscheinlich auch diese Ängste. Das ganze Wirrwarr macht mich kirre. Aber ich weiß auch nicht wirklich wie ich da Ruhe reinkriegen soll. Ich hab auch nicht wirklich richtig Lust was zu machen. Nichts macht mir wirklich richtigen Spaß.

Oje, ich hör jetzt auf. Ich habs schon total übertrieben.:peinlich:

Ich kann mich nur noch mal für diese Flut entschuldigen, aber irgendwie mußte das jetzt mal raus. Tut mir leid.

Inaktiver User
17.05.2007, 15:58
Hallo Silli,
wenn Du ein verzweifeltes kleines Häufchen Elend in der Ecke sitzen siehst, dann musst Du es streicheln und in den Arm nehmen - symbolisch natürlich. Für mich heißt das, dass Du DICH in den Arm nimmst, Dich annimmst, gut zu Dir bist, Dich einfach liebst.
Dein inneres Kind rennt nicht Deiner Mutter hinterher, das bist Du, die der Mutter hinterher rennt. Du möchtest, dass sie das macht, was Du schon immer von ihr wolltest, dass sie DICH liebt und in den Arm nimmt.
Das innere Kind, Dein inneres Kind, das kannst nur DU in den Arm nehmen - das ist Dein Inneres, das sind Deine Gefühle.

Und ich denke schon, dass Du wütend oder auch traurig sein darfst, sogar musst. Du musst die ganzen Gefühle wirklich raus- und zulassen. Erst dann können die Wunden heilen.
Ich kenne das in Form von Wut. Bei mir kommt ab und zu totale Wut hoch auf bestimmte Menschen, dass ich richtig Angst davor bekomme. Ich kann jetzt endlich die Wut zulassen, und dann verschwindet sie wieder. Irgendwann kommt sie wieder, geht auch wieder weg usw. Ich hoffe, dass sie vielleicht eines Tages ganz verschwunden ist.
Ich werde meine Gefühle (mein inneres Kind) nicht mehr unterdrücken.

Wenn Du von jemandem z.B. schlecht behandelt wirst in irgendeiner Form. Du DENKST Dir, dass das ja nicht so schlimm ist, dass Du nicht so empfindlich sein sollst ...
Das ist der Verstand, die Vernunft, die so spricht.
Das Gefühl sagt aber, dass das nicht in Ordnung ist, dass das gemein ist, dass Dir das weh tut...
Das ist das innere Kind, das hier spricht.
Wenn Du dieses Kind - also das innere Gefühl - immerzu beschwichtigst mit solchen o.g. Argumenten, dann unterdrückst Du es und es verkümmert.
Wenn Du wieder Kontakt zu Deinem inneren Kind herstellst und auf Deine Empfindungen achtest, dann wirst Du auch wieder sofort merken wenn irgendwas nicht stimmig ist. Dann darfst Du nicht mehr zulassen, dass irgendwas gegen DEINE Gefühle geht.
Wenn Du das schaffst, dann stehst Du in Verbindung zu Deinem inneren Kind, dann wirst Du nichts mehr gegen Dich tun.

Alles Liebe
Leni

Inaktiver User
17.05.2007, 16:15
Hallo Feeling,
jetzt habe ich so einen langen Eintrag geschrieben, und ich wurde von Bri rausgeschmissen. Mal sehen, ob ich den noch mal so hinbekomme.
Ich meine, dass die Hashi nicht nur aus SD-UF besteht, sondern auch Autoimmunerkrankung. Und diese äußert sich eben auch in Symptomen. Da darf man meiner Meinung nach nicht alles auf die Psyche schieben - was aber Ärzte gerne tun.

Mit den Beschwerden, das habe ich ähnlich. Oft geht es mir abends besser und morgens schlecht und umgekehrt. Das Krankheitsgefühl ist auch oft vorhanden, so als würde man was ausbrüten.
Ein Beispiel: Ich fühle mich morgens als würde ich Schnupfen kriegen, sage meinen Massagetermin ab, weil mein Kopf so richtig wie in Watte gepackt ist.
Am Nachmittag bekomme ich Lust den Rasen zu mähen, bin für ca. eine Stunde im Garten. Ich fühle mich dabei und auch danach total super, keine Spur mehr von Schnupfen.
Wenn ich dann am nächsten Morgen wieder aufstehe, geht das Gleiche wieder von vorne an. ???
Ist schon manchmal komisch.

Du sagst, da darf man nichts drauf geben, wenn man das oder jenes hat.
Ich denke schon, man sollte was drauf geben, denn schließlich spricht Dein Körper und wenn Du nicht auf ihn hörst, wenn Du Dich nicht gut fühlst, wenn Du Angst hast usw., dann gehst Du gegen Dein inneres Kind.
Ich gebe schon was drauf und höre auf meinen Körper, wenn es mir nicht gut geht - sofern ich das in der Situation kann.
Wenn ich dann Lust auf z.B. Rasenmähen bekomme und es mir auch gut tut, dann mache ich das. Normalerweise würde ich vom Verstand her sagen, dass ich mich schnüpfelig fühle und schon die Massage abgesagt habe. Gefühlsmäßig möchte ich aber im Moment das Andere tun...
Na ja, klingt jetzt vielleicht ein wenig wirr.
Ich habe das auch zuerst anders geschrieben, aber habe jetzt den Faden verloren durch den Rauswurf.

LG Leni

Inaktiver User
17.05.2007, 17:15
Hi Leni2 :blumengabe:

das habe ich jetzt vielleicht etwas doof ausgedrückt. Ich meine damit dass ich schon auf mich und auf diese dinge achte mich aber nicht davon verrückt machen lasse. Ich sehe das gelassen und denke das geht wieder vorüber, tut es dann ja auch.
Gott sei Dank.

Meine Beschewerden sind durch die Psyche entstanden und ich kann mir vorstellen das vieles davon kommt. Denn ich war ja auch fest der meinung das ich körperlich also organisch krank bin. War ich ja auch, allerdings durch die Psyche. Muss ja auch nicht bei jedem so sein. Ich habe mich immer so geärgert, wenn andere über Kopfweh am jammern waren, ich hab dann immer gesagt du kannst eine Pille nehmen und dann ist es wieder gut. Das konnte ich leider nicht.
War vielleicht auch ein bischen unfair, kann sein. Aber wenn man in so etwas drin steckt kann man auf andere keine Rücksicht nehmen. Ich konnte es jedenfalls nicht.

Liebe Grüße Feeling

hanskottke
28.12.2007, 12:28
Hallo Leni2!

Seit gut 20 Jahren leide ich unter einer Angsterkrankung - ähnlich wie bei Dir. Vielfältige Psychotherapien habe ich hinter mir und ein echter Erfolg wollte sich nicht richtig einstellen. Jetzt habe ich erstmals eine Medikation, die mir wirklich hilft. Ich habe die vergangenen 20 Jahre voller Versuche, Teilerfolge, und immer neuen Bemühungen in einem kleinen Bericht zusammengefasst. Er soll allen, die unter einer Angsterkrankung leiden, neue Hoffnung geben. Du kannst ihn abrufen unter http://www.hanskottke.de Ich wünsche Dir und auch anderen viel Spaß beim Lesen!

silli1973
05.01.2008, 09:35
Hallo Hanskottke, wie sollen deine Berichte mut machen, wenn du es immer noch hast???

hanskottke
03.02.2008, 12:55
hallo,

ich habe mal all meine Erfahrungen aus meiner 20jährigen Angsterkrankung in einem Bericht zusammengefasst und einen Text zum Basiswissen betreffs Medikamente und Psychotherapie zusammengestellt. Lesbar unter hans kottkes webseite
Ich wünsche euch viel Spaß beim Lesen und eine angstfreie Zukunft...

CIAO
HANS

Lizzie64
03.02.2008, 13:14
hans,

das doppelte einstellen deines links macht ihn nicht bedeutungsvoller.

gruß,
liz

hanskottke
18.02.2008, 11:36
Hi Liz,

neben meinem Bericht über meine Angsterkrankung steht da jetzt auch ein Text über Basiswissen zur generalisierten Angsterkrankung. Was Neues, und damit war mein neuer Linkverweis nicht ganz aus der Luft gegriffen. "bedeutungsvoller" wird alles aber nicht. Ich freue mich einfach über Besucher, dann war meine Arbeit nicht ganz umsonst. Vielleicht kannst du das verstehen.
Ist der Alltag grau in grau - nicht verzagen, mach dich schlau...
CIAO HANS

Lizzie64
18.02.2008, 12:31
öhm, hans: alle, die auf deinen ersten link klicken, werden ja auch die neuen inhalte sehen, nicht wahr?

alle webseiten, die ich kenne, funktionieren so. :smirksmile:

xxxRuthxxx
18.02.2008, 15:19
Hi Liz,

neben meinem Bericht über meine Angsterkrankung steht da jetzt auch ein Text über Basiswissen zur generalisierten Angsterkrankung. Was Neues, und damit war mein neuer Linkverweis nicht ganz aus der Luft gegriffen. "bedeutungsvoller" wird alles aber nicht. Ich freue mich einfach über Besucher, dann war meine Arbeit nicht ganz umsonst. Vielleicht kannst du das verstehen.
Ist der Alltag grau in grau - nicht verzagen, mach dich schlau...
CIAO HANS


Vielen Dank Hans und lass dich hier nicht einschüchtern.

Lieben Gruss

triosence1989
24.11.2010, 14:12
Hallo Leute!

Ich leider auch sher unter einer generalisierten Ansgstörung. Ich bin sehr senisbel ud meien Angst lässt mich in meinem ersten Semster im studium extrem leiden. Das is scheisse, das kann man sich gar net vorstellen. Bin jetzt 2 wochen schon nicht mehr hin. allerdings geht es mir sonst gut, nur ich habe eine leichet soziale phobie udn habe ansgt, dass mir schlecht wird. Deswegen esse ich nichts und deswegen wird mir schlecht..... Ein Teufelskreis. Können medikamente mir helfen? Ich weiss keinen ausweg mehr, es wär klasse, wenn ich wenigstens wieder in die Uni kann, ich würd ja so gerne, nur die angst lähmt mich ziemlich. Bin eigentlich ein sehr interessierter Mensch udn gehe eigentlich sehr gern in die Uni, nur meien angst wurde immer stärker. Vielleicht könnt ihr das ja nachvolziehen udn habt enn Tipp.

Lieben Gruß Julian

Lizzie64
24.11.2010, 14:50
hallo julian, willkommen und:

bist du denn aktuell in behandlung? die generalisierte angststörung ist ja sicher von fachlicher seite diagnostiziert worden, oder?

angst lähmt sehr, deinen teufelskreis kann ich auch sehr gut nachvollziehen.

in der regel gibt es an den universitäten (studentenwerk) auch psychologische beratung für studierende. vielleicht wäre das ein tipp für dich? es klingt auf jeden fall so, als solltest du dich wieder in behandlung begeben.

alles gute und viel erfolg!

Inaktiver User
09.12.2010, 08:54
na ja, das thema ist schon etwas älter aber es hat mich angesprochen.

jeder mensch hat vor ihrgendetwas angst, die meisten geben es nur nicht zu.
seid ich denken kann hab ich so meine ängste, mal mehr mal weniger.
manchmal leide ich darunter. manchmal entwickel ich vermeidungsstrategieen.
medikamente nehm ich dagegen nicht!
manche ärzte haben spezialsrechstunden für angsterkrankte.
aber die können auch nur gespräche anbieten oder medikamente verordnen.

ich kenne einen fall wo jemand im laufe der jahre so oft in behandlung war wegen der ängste, das dieser mensch jetzt zur entgiftung der verschiedenen verordneten medikamente gegen die ängste ins krankenhaus muß.

es gibt da ein buch, selbst hab ich es noch nicht gelesen, das da heißt "ich hab dir nie einen Rosengarten versprochen".
aber so ist das leben, es ist nicht immer leicht, aber man muß da durch.
denn sonst entsteht die Angst vor der Angst.

:blumengabe: