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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Ostermontag sollte er zurückkommen ... aber er ist tot!



Petra13
09.04.2007, 11:42
Heute sollte mein Vater aus einem über 5 Wochen langen Urlaub zurückkehren ... aber er starb Samstagmorgen in einem Krankenhaus in Perth/Australien. Er war mit hohem Fieber eingeliefert worden, zwei Tage später sagte uns eine Ärztin am Telefon, dass das Fieber runterginge und die Medikamente wohl jetzt anschlagen. Und Samstagmorgen um 3 Uhr nachts klingelt das Telefon und meine Stiefmutter sagt mir 'Der Papa ist tot!'.

Wir haben vor ein paar Wochen ein Haus gekauft, welches innen komplett renoviert und auf Vordermann gebracht wird und ich habe in den letzten Tagen immer wieder gesagt 'bin ich froh, wenn Papa wieder da ist, dann kann er sich darüber und hierüber mal Gedanken machen und uns sagen, was wir da am besten machen' ... und jetzt wird er mir nie wieder Ratschläge geben und mir zur Seite stehen.

Meine Mutter starb vor fast 20 Jahren an Eierstockkrebs und seitdem ist die Beziehung zu meinem Vater sehr intensiv geworden. Ich hatte einige gesundheitliche Probleme und einige Operationen in den letzten 10 Jahren ... er war immer da, hat mich fast täglich besucht und mich unterstützt und positiv beeinflußt ... und jetzt ist er einfach so gegangen ... ich begreife das nicht ... auch wenn ich das ja alles schon einmal durchgemacht habe.

Wer hat evtl. gleiches erlebt ... und hilft es evtl. sich professionelle Hilfe zu holen, um diesen Schmerz zu ertragen?

Miriam68
09.04.2007, 14:23
Hallo Petra,

Ich drück Dich erstmal. Hier eine Kerze für Deinen Papa.
:kerze:

Ich hatte damals, bei der schwerer Erkrankung meiner Schwester, seelischen Beistand durch eine Psychologin, welche mir sehr geholfen hat. Professionelle Hilfe ist daher meiner Meinung nach sicher hilfreich und sehr zu empfehlen - jemand, der Dir über den ersten Schock hinweghilft, der hinhört, wenn Du reden willst, der Dir später hilft, Deine Gedanken zu sortieren, der Dich auch beruhigen kann, wenn's nötig wird ...

Ich kann dies nur empfehlen.

Ich wünsche Dir für die kommende Zeit viel, viel Kraft ...

Liebe Grüsse

Miriam68

Petra13
10.04.2007, 18:26
Liebe Miriam,

ich danke Dir für deine Zeilen!

Ich habe heute in der Praxis angerufen, in der ich vor fast 10 Jahren mal eine zeitlang mir Hilfe geholt habe. Ich warte nun auf einen Rückruf.

Auch wenn ich viele wirklich 'gute' Menschen um mich herum habe ... ein Außenstehender hat manchmal einfach einen realistischeren Blickwinkel, Dinge zu sehen und zu begreifen. So ging es mir damals zumindest.

batim
10.04.2007, 22:02
Hallo Petra

Auch von mir an erster Stelle mein ganz herzliches Beileid. Ich wünsche Dir und Deiner Familie alle Kraft, die Ihr braucht, die nächste Zeit durchzustehen.

Professionelle Hilfe von einer außenstehenden Person ist in Deiner Situation bestimmt eine gute Idee. Mir persönlich wäre die Hemmschwelle zu einem Psychologen zu gehen aber wohl zu hoch, ich würde mich eher an einen Seelsorger bzw. eine Seelsorgerin (PfarrerIn, Priester) wenden. Da hab' ich ganz gute Erfahrungen gemacht, sowohl in der Gemeinde als auch im Krankenhaus (da gibt es speziell ausgebildete KrankenhausseelsorgerInnen). Nur so ein Gedanke. Falls das mit der Praxis nicht klappt, oder auch einfach so.

Also: Alles Liebe und Gute
Batim

Petra13
11.04.2007, 08:43
Hallo Batim,

hatte ich damals auch ... aber ich hatte eine sehr (!) nette Therapeutin. Wir sind altersmäßig nicht weit auseinander und waren sozusagen 'auf einer Wellenlänge'. Ich war vorher auch bei anderen, aber z.B. mit einem Mann wäre ich nicht klargekommen.

Aber danke für den Tip!

batim
11.04.2007, 16:54
Na, dann hoffe ich mal, dass das mit Deiner Therapeutin wieder klappt und sie sich Zeit für Dich nehmen kann!

Liebe Grüße und alles Gute,
Batim