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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : erwarte ich zu viel von einer freundschaft???



Inaktiver User
07.04.2007, 20:33
hallo,

vielleicht kann mir mal ein außenstehender seine meinung dazu sagen:

ich habe eine gute freundin.
wir kennen uns jetzt seit ca. 13 jahren.
haben auch nach der ausbildung (wo wir uns kennengelernt haben) kontakt gehalten.
und obwohl ich schon kinder hatte und einen job, konnte es meine freundin nur 1 bis 2 mal im jahr einrichten, dass wir uns mal sehen.
wenn sie anrief, musste ich (besser gesagt mussten wir!!! - also die ganze familie) es irgendwie einrichten, wenn es geht, sonst hätte es wahrscheinlich nie geklappt, dass wir uns mal sehen.
seit ihr sohn da ist, ist es etwas besser geworden.
allerdings habe ich da manchmal das gefühl, dass es nur daran liegt, dass ich ihr sachen leihe oder auch schenke für ihren kleinen.
inzwischen komme ich mir manchmal sogar ausgenutzt vor.
sie sieht es irgendwie schon als selbstverständlich an, dass die sachen von uns kommen.

ich habe eine andere mutti ganz neu kennengelernt und die freut sich jedes mal so, wenn ich ihr sachen gebe. und da kommt dann auch eine kleinigkeit zum geburtstag oder so.
daher habe ich jetzt den vergleich. versteht ihr?
es geht mir nicht daraum, dass etwas materielles zurückkommt, aber ein wenig freude wäre doch schön, oder?

erwarte ich zu viel?
oder bin ich gar zu empfindlich?
sollte man verschiedene menschen nicht vergleichen?
sollte man sowas mit dem sachenleihen erst gar nicht machen, um eine freundschaft nicht zu belasten?
oder ist es richtig, dass ich denke, dass sich das immer die waage halten sollte, und nicht einer gibt und der andere nimmt hauptsächlich nur?

das schlimme ist auch, dass wir uns schon oft locker für einen ungefähren, oft aber auch konkreten, zeitpunkt verabredet haben. und als ich dann anrief, meinte meine freundin, sie könne es nicht einrichten (ein mal sogar am tag, als wir uns konkret verabredet hatten). kann man da nicht wenigstens anrufen? und das vor allem rechtzeitig?
ich habe drei kinder und bekomme das alles gebacken (arbeite aber leider im moment nicht). muss auch immer meinen mann einbeziehen, damit alles klappt. und wenn es dann heisst: april, april... ist es doppelt bitter. man freut sich drauf und hat alles organisiert/geplant.
aber wenn sie eben anruft, sind wir eigentlich immer sehr spontan und können es einrichten.

vor kurzem hatte sie auf einmal großes interesse, dass wir beide uns öfter allein verabreden. hat dann auch gut geklappt. ganze 2 mal. dann wurde sie zum 2. mal schwanger, und nun hat sie auf einmal wieder gar keine zeit! :wie?: :grmpf: :niedergeschmettert: :knatsch: wahrscheinlich wollte sie noch die zeit nutzen vor der 2. ss. hat aber vielleicht nicht damit gerechnet, dass es so schnell klaptt mit dem schwanger werden??? :wie?:

eigentlich bin ich schon der direkte typ, aber weiss nicht so recht, wie ich es meiner freundin sagen soll? du, ich fühle mich ausgenutzt oder abgeschoben?
möchte erst einmal wissen, was außenstehende arüber denken...

das war jetzt sehr viel. aber ich kann mich (schriftlich) immer nicht so recht kurz fassen. sorry...

also her mit eurer kritik (geht es in diesem falle konstruktiv???)!

viele grüße und frohe ostern!

Inaktiver User
07.04.2007, 21:36
Hallo ramona !

Deine Bedenken kann ich gut verstehen. Deine Freundin,ist glaube ich mehr zu einer guten Bekannten geworden,im laufe der Zeit.

Meiner Meinung nach ist sie eine Nehmerin.

Ich würde an deiner Stelle auf Distanz gehen,auch wenn es weh tut,ich glaube eine wirkliche Freundschaft ist das nicht.

Treff dich doch öfters mit der neuen netten Mutti, unternehmt etwas zusammen mit euren Kindern. Vielleicht eine neue Freundin für dich? Denk mal drüber nach.
Manche Freundschaften verlaufen sich im Sand,weil es einfach nicht mehr passt.

Ich hoffe mein Denkanstoß,hilft dir ein wenig weiter.

Schöne Ostern auch für dich,Grüße Melia :blumengabe:

Inaktiver User
08.04.2007, 08:56
hallo melia,

vielen dank für deine schnelle antwort!

ja, so wie du denke ich auch und wollte es auch so handhaben mit dem auf distanz gehen.
hat mir z.b. auch meine mutti geraten, die übrigens in einer ähnlichen situation mit ihrer freundin ist. konnte mich daher auch gut verstehen.

eigentlich denke ich nicht, dass es nicht mehr passt. wir können uns immer noch super unterhalten. aber das hauptsächlich nur nehmen und unzuverlässige stören mich doch sehr!

meine freundin hat so auch keine anderen freundinnen mehr. ist bei ihr alles irgendwie im sande verlaufen. muss dann vielleicht wirklich an ihrer (unzuverlässigen) art liegen.

meine neue bekannte hat leider nicht viel zeit. ihr mann arbeitet in schicht, sie haben zwei kinder (davon eines ein baby).
bald steigt sie wieder ins berufsleben ein, dann wird es schon gar nichts.
außerdem war ich in meiner teenagerzeit mal ganz kurz mit ihrem mann zusammen. :ooooh: keine ahnung, ob er es erzählt hat. :zwinker: war nichts ernstes, aber komisch ist es schon... :smirksmile:

aber es ist schon ok so.
habe ja auch genug mit meinen kids zu tun!
an meiner "alten" freundin hätte mir schon viel gelegen, aber nach deinem posting bin ich erst recht davon überzeugt, dass es keinen sinn hat!

vielen dank nochmal!!!

viele grüße

Inaktiver User
08.04.2007, 09:16
Guten Morgen!

Ich denke, dass deiner Freundin gar nicht bewusst ist, wie "nehmend" sie sich verhält. Bislang - 13 jahre lang - habt ihr euch ja gut verstanden und du hast ihre Art und ihr Verhalten toleriert. Wenn sie sich verändert hat, dann ist ihr das vermutlich gar nicht aufgefallen - und sie denkt, es wäre alles i.O.

Wenn ich in deiner Situation wäre, so würde ich zuerst einmal versuchen, innerlich etwas auf Distanz zu gehen. Es muss ja kein Krach sein - aber eben auch keine Erwartungshaltung mehr. Und ich wäre auch nicht mehr so selbstverständlich großzügig. Es ist nicht selbstverständlich, Kindersachen zu verschenken!

Dann würde ich - wenn dir diese Distanz gelungen ist und vielleicht auch deine Freundin merkt, dass sich etwas in eurem Miteinander verändert hat - das Gespräch suchen. Vermutlich wird es - wegen der o. g. Distanz - nicht (mehr) so emotional sein. Sondern sachlich, indem du ihr erklärst, was dir nicht gefällt und wie du dir eine Freundschaft vorstellst (z.B. mal "Danke" sagen und vor allem Zuverlässigkeit und Investition in die Freundschaft).

Wie es dann weitergeht, wirst du sehen! Aber letztendlich ist es natürlich so, dass Freundschaften immer mal auseinandergehen. "Leute kommen, Leute gehen" - sagte schon meine Oma!

Frohe Ostern! :osterhase:

Inaktiver User
08.04.2007, 11:28
hallo marie,

zuerst einmal auch dir vielen dank und frohe ostern! :osterhase: :ostersmiley:
ich gehe heute extra ins forum, um nach antworten zu sehen, weil mich dieses thema doch sehr beschäftigt!

ja, ich finde es schon schwierig, innerlich auf distanz zu gehen.
ich sage mir und meiner familie zwar, dass ich das möchte, aber leicht fällt es mir nicht.
vor allem, weil meine freundin immer meint, wir müssten uns öfter sehen (was dann letztendlich doch nicht so recht klappt bei ihr) u.ä. da steckt man dann erst recht hoffnungen rein.

naja, den meisten teil der sachen leihe ich ihr, gelegentlich sind nur geschenkte dabei. und ein danke kommt nur selten mal.
und wie gesagt: dass sie sich freut, zeigt sie mir nicht.
das finde ich so schade.
vor allem, weil sie für ihren kleinen fast gar nichts kaufen braucht (denn sie leiht sich auch sachen von der nachbarin).
ich persönlich wäre bei drei kindern so glücklich, wenn ich sachen geliehen oder geschenkt bekommen würde!!!
naja, vielleicht bin ich da auch zu empfindlich!??? :wie?:

den spruch: leute kommen, leute gehen, kenne ich wohl auch.
aber ich bin so ein emotionaler mensch!
mir fällt es schon schwer, menschen gehen zu lassen, die man liebgewonnen hat.
vor allem habe ich mich gerade nach 17 jahren freundschaft von meiner besten freundin distanziert, weil es bei ihr ähnlich war. ich habe ihr zig mails im monat geschrieben, von ihr kam oft nicht mal eine antwort. ich habe ihr meine meinung geschrieben (sie wohnt ziemlich weit entfernt), dann habe ich mich kaum noch gemeldet.
jetzt kommt wieder etwas mehr von ihr. aber ich bin so verletzt...
möchte das nicht mehr unbedingt aufleben lassen.

also schon ziemlich schwierig!
aber es ist ja gut, wenn man eine familie hat und sowieso immer viel um die ohren.
nur der ausgleich fehlt halt so ein bisschen...

gut, genug gejammert, jetzt muss ich weiter putzen...

Inaktiver User
08.04.2007, 21:26
Hallo ramona !

Ich schließe mich Marie an. Das wäre doch ein guter Weg.

Es wäre doch gut wenn du mit deiner Freundin ins Gespräch kommen könntest. Wenn du ihr mitteilen kannst wie du dich fühlst.

Schau wie sie reagiert und ob sich etwas ändert.

Ich wünsch dir alles liebe,Gruß Melia:blumengabe:

Inaktiver User
11.04.2007, 12:53
hallo melia,

danke! ich hoffe, es findet sich die möglichkeit zu einem gespräch, denn wie geschrieben, hat meine freundin ja nie zeit.
und die treffen finden meist zusammen mit unseren beiden familien statt und sind meist auch nicht sooo lang, so dass man sich zu zweit mal ganz in ruhe unterhalten kann.

mal sehen. ein guter rat ist es auf jeden fall!

alles gute!

easyklee
18.04.2007, 15:46
Ich habe mit meiner Freundin im Moment auch ein Problem und würde von euch gerne wissen, ob ich überreagiere. Meine Freundin habe ich seit ca. 10 Jahren, sie war die Frau eines guten Geschäftspartners und wir haben uns privat angefreundet und immer sehr gut verstanden. Sie hat schon sehr jung ziemlich viel durchmachen müssen, ich habe ihr oft beigastanden. Will das jetzt nicht auswalzen, nur soviel: kurz hintereinander Tod des Vaters, Hausbau, Trennung und Scheidung, Schulden... Ein einziges Elend.

Weil ich konnte, habe ich ihr zeitweise auch Geld geschenkt. Ich habe ihr in meiner Firma auch einen guten Job gegeben (dieser Job war aber sowieso zu besezten und sie paßte gut). Ich habe ihr immer zugehört, sie hat sich wirklich sehr oft bei mir ausgeheult. Das war manchmal schon strapaziös, aber ich bin der Meinung, dass man für den anderen immer da sein muß, wenn der Hilfe braucht.

Jetzt hat sie ihr Leben wieder in Balance, ich denke auch durch meine Unterstützung.

Im vergangenen Jahr hatten wir in der Firma eine unsichere Phase, hätte lebensbedrohlich werden können. Die Firma gehört mir, es ist meine Existenz. Ich hatte schreckliche Angst. Genau in dieser Phase hat sie gekündigt mit der Begründung, falls es doch nicht klappen sollte, stände sie wieder auf der Straße und das würde sie nicht nochmal durchstehen. Also hat sie sich rechtzeitig vom Acker gemacht. So sehe ich das jedenfalls.

Na ja, die Krise ist überstanden, uns geht es gut. Aber ich kann ihr irgendwie dieses "im Stich lassen" nicht verzeihen. Ich habe das so erlebt, dass sie mich in dieser für mich schwierigen Zeit eiskalt im Stich gelassen hat.

Wie seht ihr das?

Inaktiver User
18.04.2007, 19:57
Wie seht ihr das?

ich verstehe, dass Du Dich im Stich gelassen fühlst, wenn Du nach all der Unterstützung nun Loyalität erwartet hast.
Dass es aber auch problematisch ist, jemandem einen solchen Freunschaftskredit aufzudrücken. Geld schenken, in die Firma aufnehmen, unterstützen wo es nur geht. Da kann leicht ein heftiges Gefälle entstehen, dass keiner Freundschaft gut tut. Falls es je eine war.

Karla48
18.04.2007, 21:04
Easyklee, ich sehe das so, dass man sich zwar gegenseitig helfen sollte, aber sich nicht in den existenzbedrohenden Strudel des anderen mit hineinbegeben muss. Wenn man einmal erlebt hat, wie das ist, nichts zu haben, dann kann man das nicht sehenden Auges ein zweites Mal riskieren, davor hat man eine Riesenpanik. Ich weiß, wovon ich spreche. Sei ihr nicht böse, sie hatte einfach Angst.
Die Hilfe, die Du ihr zuteil werden ließest, hat nicht Deine Existenz bedroht, da ist - logo - leichter geben.
Gruß Karla

easyklee
18.04.2007, 22:20
*schluck* Das hat mir in etwa eine andere Freundin mit der ich darüber gesprochen habe, auch so gesagt. Aber ich kann das einfach nicht wegwischen und alles ist wieder gut. Geht nicht. Unsere Freundschaft ist deshalb sehr abgekühlt, jede macht so ihr`s.


Dass es aber auch problematisch ist, jemandem einen solchen Freunschaftskredit aufzudrücken. Geld schenken, in die Firma aufnehmen, unterstützen wo es nur geht. Da kann leicht ein heftiges Gefälle entstehen, dass keiner Freundschaft gut tut. Falls es je eine war.

Da hast du sicher recht. Das habe ich so noch nicht gesehen. Aber stimmt schon.