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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Risikolebensversicherung, wieviel ist genug?



Anjo
01.04.2007, 14:01
Hallo zusammen,

wir sitzen jetzt schon geschlagene 3 Std. vorm PC und sehen uns Online-Angebote von Risikolebensversicherungen an, wir würden auch gerne ein Angebot annehmen, aber wir sind uns einfach nicht schlüssig wieviel genug ist.... also, wir haben jetzt ein Haus gekauft, haben finanziert, ein Einkommen, ein Kleinkind von 1 Jahr, wir hätten auch noch gerne ein zweites Kind.
Wenn mein Mann jetzt sterben würde, stehe ich mit der Darlehensschuld alleine da. Angenommen wir würden eine RLV über die Darlehensschuld abschließen, ABER was ist denn in 20 Jahren, wenn die Situation sich komplett geändert hat. Dann ist die Darlehensschuld geringer, ich gehe wahrscheinlich wieder arbeiten, die Kinder sind aus dem Haus....... natürlich wissen wir, dass es auch RLV's gibt, deren Versicherungssumme linear fällt, aber eigentlich wollten wir lieber eine RLV über eine gewisse VSS fest für eine bestimmte Laufzeit abschließen.
Wie kann ich jetzt unseren Bedarf errechnen? Ich hab auch gelesen, dass man das 4 - 6fache vom Bruttojahreseinkommen versichern sollte, aber wie gesagt, irgendwann ändert sich ja mal der Bedarf.
Ist das alles kompliziert............. kann uns jemand einen Rat geben?
Recht herzlichen Dank.

Inaktiver User
01.04.2007, 15:50
Hallo Anjo.

Eine Reduzierung des Vertrages ist zu keiner Zeit ein Problem.
Du kannst immer zur Beitragsfälligkeit die Versicherungssumme (und damit den Beitrag) senken. Wenn Du monatlich zahlst, kannst Du jeden Monat ändern. Wenn Du jährlich zahlst, kannst Du jährlich den Beitrag ändern.

Wenn Du einen guten Tarif wählst, kannst Du eine sog. Nachversicherungsgarantie einschließen. Damit ist auch eine Erhöhung der Versicherungssumme zu bestimmten Gelegenheiten möglich. Z.B. bei:
Heirat, Geburt eines Kindes, Immo-Finanzierung, Geschäftsgründung usw...

Du bist also weder nach oben, noch nach unten fix an Deinen jetzt abgeschlossenen Vertrag gebunden, sondern kannst diesen bei einem guten Tarif / einer guten Gesellschaft flexibel an Deinen Bedarf anpassen.

Ich würde deshalb jetzt durchaus in der benötigten Höhe abschließen:
Absicherung der Familie: 4 bis 6fache des Bruttojahreseinkommens
Absicherung der Finanzierung: mindestens Finanzierungsrestsumme plus etwaig notwendiger Nebenkosten
Absicherung der Todesfallkosten: je nach Art der Bestattung plus Nebenkosten...

Schöne Grüße

justii

Nocturna
01.04.2007, 16:25
Justi-g hat es dir ja bereits schon gesagt, du kannst deine Versicherungssumme problemlos nach unten korrigieren, bei manchen Versicherungen gehen auch Aufstockungen.

Als wir unser Haus (Vollfinanzierung) gekauft haben, haben wir die komplette Summe risikoversichert. Nach und nach haben wir die Summe reduziert, wenn wir mit unseren Tilgungen vorangekommen sind. Wir waren aber stets mit dem Betrag versichert, der als Schuld auf unser Haus lag. Wenn meinem Mann etwas passiert wäre, schlimm genug, dann sollten nicht noch Schulden auf unserer Familie liegen und das verloren gehen, was unser gemeinsamer Traum war.

Anjo
02.04.2007, 08:12
Vielen Dank für Eure Nachrichten. Ich hab nicht gewußt, dass man die Versicherungssummen der RLV's mtl. reduzieren kann.
Was haltet Ihr denn von dem Anbieter Karstadt-Quelle-Versicherung? Ist bei uns der günstigste Tarif. Und ich denke mal, Tot ist tot, oder? Leistungsunterschiede wird es wohl bei den RLV's nicht geben.....
Danke.

Inaktiver User
02.04.2007, 08:37
Hallo Anjo.

Grundsätzlich hast Du zwar recht, aber günstiger Beitrag ist nicht gleich günstiger Beitrag.

So unterscheidet der Fachmann zwischen Tarifbeitrag und Zahlbeitrag. Wie Quelle auch auf der Hompage schreibt, ergibt sich der günstige Zahlbeitrag nur dadurch, indem die Versicherung anfallende Gewinne bereits ab Beginn mit den Tarifbeiträgen verrechnet (Gewinnbeteiligung). Diese Überschüsse sind aber nicht garantiert!!!!

Da die Lebens- und Rentenversicherungen nun schon seit Jahren die Überschüsse reduzieren, werden auch die Risiko-Lebensversicherungen nicht lange aussen vor bleiben. Mit fallenden Überschüssen wird dann der Zahlbeitrag langsam aber sicher bis zum (garantierten) Tarifbeitrag ansteigen...

Es gibt Gesellschaften, bei denen der Zahlbeitrag 600% des Tarifbeitrages ist!!! Aus günstig wird dann plötzlich superteuer.

Ich hab bei Karstadt/Quelle mal ein Beispiel gerechnet (Mann, geb. 1967, V-Summe 100.000.-, Laufzeit 20 Jahre). Der Tarifbeitrag beträgt 43.-Euro, der derzeitige Zahlbeitrag 13,33 Euro. Das Risiko wird pro Jahr beträgt also 356,04 Euro (12x Beitragsdifferenz) oder in den 20 Jahren Laufzeit satte 7120,80 Euro.

Außerdem sind bei Karstadt-Quelle die Gesundheitsfragen für 10 Jahre rückwärts zu beantworten. Das ist alles andere als kundenorientiert, da sich die Versicherung auf diese Art und Weise das (heimliche) Recht für einen langen Zeitraum vorbehält, frühere Erkrankungen als Grundlage für eine Leistungsablehnung heran zu ziehen. Bei kundenorientierten Gesellschaften wird maximal 5 Jahre rückwirkend gefragt.

Da niemand weiß wie die Zukunft aussieht, halte ich die bereit vorgenannte Nachversicherungsgarantie für wichtig. Diese gewährleistet, daß bei Bedarf die Versicherungssumme auch (ohne Gesundheitsprüfung) angehoben werden kann. Bei KQV gibt es diese nicht...

Der Beitrag ist also im warsten Sinne des Wortes "scheingünstig". Denn wenn wichtige Dinge vom Versicherungsschutz ausgeschlossen sind, die bei anderen Anbietern bei ähnlich günstigem Beitrag mitversichert sind, dann ist dies kein ehrlicher Versicherungsschutz.... Meine ich.

Lieben Gruß

justii

Anjo
02.04.2007, 08:44
Hallo justii,

vielen Dank für deine ausführliche und schnelle Antwort. Mir ist das schon bewußt mit diesem Tarif- und Zahlbeitrag, aber ich bin halt davon ausgegangen bzw. ich habe gehofft, dass der Zahlbeitrag für die nächsten Jahre gleich bleibt wie bei Abschluß.
Falls ich Dir nicht deine kostbare Zeit stehle, kannst du mir auch etwas zur Cosmos Direct und Asstel sagen?
Danke dir.
LG

Inaktiver User
02.04.2007, 09:15
Hallo justii,

vielen Dank für deine ausführliche und schnelle Antwort. Mir ist das schon bewußt mit diesem Tarif- und Zahlbeitrag, aber ich bin halt davon ausgegangen bzw. ich habe gehofft, dass der Zahlbeitrag für die nächsten Jahre gleich bleibt wie bei Abschluß.
Falls ich Dir nicht deine kostbare Zeit stehle, kannst du mir auch etwas zur Cosmos Direct und Asstel sagen?
Danke dir.
LG

Hallo Anjo.

Ich hab Dir hierzu eine PN (Private Nachricht) geschickt. Sie einfach kurz Dein BriCom-Postfach ein. Dann brauchst Du nicht alle in Frage kommenden Gesellschaften einzeln abzuklopfen. Schließlich gibts da noch Hannoversche, Ontos, Europa, Dialog uvm...

lieben Gruß

justii

akademikerin
02.04.2007, 12:31
Anjo,

bist du dir GANZ sicher, dass ihr so eine RisikoLV nicht im Darlehensvertrag mit abgeschlossen habt? Gerade bei Hausbau mit Alleinverdiener machen das die Banken oft, ohne dass man es gleich so feststellen kann ... ich habe ewig diskutiert, bis die das aus meinem Darlehensvertrag herausgenommen haben.

Schau doch mal nach ... dann erübrigt sich eure Suche womöglichl.

Gruß
Ak.

Anjo
02.04.2007, 14:56
Hallo akademikerin,

nein, wir haben keine RLV mit dem Darlehensvertrag abgeschlossen. Da bin ich mir ganz sicher, da ich selbst Bankkauffrau bin und die Finanzierung über meinen Arbeitgeber läuft. Es hat mich auch sehr gewundert, dass wir ohne RLV abschließen konnten, zumal ich nach der Elternzeit nicht mehr bei dem AG arbeiten werde, da wir mittlerweile 400 km entfernt wohnen. Naja, so ist das halt, wenn man gute alte Kollegen hat....

Gruß
Anjo