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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Ich vermisse ihn so



liebste
31.03.2007, 08:00
Ich hab erst mal viel gelesen, bis ich mich traue, auch selbst was zu schreiben.

Mein Mann ist gestern vor 6 Wochen ganz plötzlich an akutem Herzversagen verstorben. Er ging, wie es mir schien, schon schweren Herzens aus dem Haus und kam nie wieder.

In der ersten Zeit konnte ich es einfach nicht glauben, ich hatte nicht so schlimm das Gefühl der inneren Leere, sondern ich fühlte mich so, als wäre er irgendwie immer noch bei mir, wenn auch nicht mehr körperlich.

Erst jetzt fange ich an, dieses nie wieder zu begreifen und jetzt kommt das schlimme Loch, diese schlimme Sehnsucht, dieses unerträgliche Schweigen.

Ich bin schon dabei mir kompetente Hilfe zu suchen und lese auch viele Bücher zum Thema Trauerbewältigung.

Wie ihr alle hab ich das Gefühl, es geht nicht mehr weiter.

Inaktiver User
31.03.2007, 09:09
Liebe Liebste,
hier sind sicherlich viele, die nachempfinden können, was Du schreibst. Wenn der erste Schock gewichen ist, wird die Traurigkeit und die Leere fast unerträglich. Das ist wohl auch etwas, was nur nachempfinden kann, wer es selbst erlebt hat.

Du machst es sehr richtig, Dir als Begleitung für diese Zeit kompetente Hilfe zu suchen. Du kannst aber auch immer hier über Deinen Schmerz und Deine Trauer schreiben und wirst sicherlich immer Antwort bekommen. Alle, die hier schreiben, können Dich verstehen. Das Wohltuende hier ist, dass sich hier alle die Hand reichen, um auf dieser Insel zu trösten.

Ich schicke Dir leise Grüße Kranich

fuechsine
31.03.2007, 10:02
liebe Liebste,
bleib ein bißchen hier. Zum Weinen, zum Schreiben, um weiterzuatmen.
Um der dröhnenden Stille Raum zu öffnen. Mit der Gewißheit, daß Dir jemand antwortet.

Kraft für diesen Tag wünscht Dir

prinzessin01979
31.03.2007, 13:04
Liebe Liebste,

Mir tut dein verlust deines mannes sehr, sehr leid...
Ich denke, hier kannst du dich gut aufgehoben und verstanden fühlen!

Der weg der trauer- ja ein sehr schwerer, nach dem schock kommt die zeit der aufbrechenden gefühle, die leider sehr schmerzvoll sind.

Ich wünsche dir für die kommende zeit ganz viel kraft und liebe menschen um dich herum, die dich in deiner trauer begleiten und für dich da sind.

Mitfühlende Grüße,
Melissa

liebste
31.03.2007, 17:21
Hallo prinzessin 01979
danke für dein und euer aller Mitgefühl, deinen Spruch finde ich sehr schön, den hab ich früher schon mal hier gelesen.

liebste
31.03.2007, 17:22
Hallo Kranich, jetzt hab ich mich aber vertan, hab gerade gemerkt, dass von Dir dieses schöne Gedicht kommt. Vielen Dank dafür.

Inaktiver User
31.03.2007, 17:35
Kein Problem Liebste, ich habe es ja auch nicht erfunden. Ich habe, als mein Partner erst ein paar Wochen tot war, einen Satz in einer Londoner Kirche gefunden, den ich seit dem mit mir trage. Die Übersetzung ist von mir und nicht so gut, aber ich finde ihn so schön:
What ist dying?
A ship sails and I stand watching till she fades on the horizon, and someone at my side says: "She is gone." Gone where? Gone from my sight, that is all; she is just as large as when I saw her...
The diminished size and total loss of sight is in me, not in her, and just at the moment when someone at my side says"she is gone", there are others who are watching her coming, and other voices take up a glad shout, "there she comes!" ....and that is dying. (Bishop Brent)

Was ist sterben?
Ein Schiff segelt hinaus und ich beobachte wie es am Horizont verschwindet. Jemand an meiner Seite sagt: "Es ist verschwunden." Verschwunden wohin? verschwunden aus meinem Blickfeld - das ist alles. Das Schiff ist nach wie vor so groß wie es war, als ich es gesehen habe.
Dass es immer kleiner wird, und dass ich es dann völlig aus meinen Augen verliere, ist in mir, hat mit dem Schiff nichts zu tun. Und gerade in dem Moment, wenn jemand neben mir sagt, es ist verschwunden, gibt es Andere, die es kommen sehen, und andere Stimmen, die freudig aufschreien: "Da kommt es!" .... und das ist sterben. (Bishop Brent)

Kranich

alfa44
12.04.2007, 21:19
Hi "Liebste",
mein Lebenspartner, mit dem ich 8 Jahre zusammen war,ist in der letzten Märzwoche gestorben.Wir führten nur eine Wochenendbeziehung, aber eine sehr liebevolle und erfüllte Gemeinsamkeit.
Am 31.03.2007 erfuhr ich durch die Kripo, dass etwas passiert sei. Da jeder im Haus, wo er wohnte, immer am Samstag auf mich warteten, öffnete der Hausmeister die Wohnung und fand ihn im Bad liegen.
Das war vielleicht ein Schock als ich das erfuhr!! Das vorherige Wochenende war wie immer traumhaft, obwohl eine gewisse Schwäche, die ich auf den strengen Schichtdienst zurückführte, schon bemerkbar war. Klagen kamen kaum, nur über Rückenschmerzen kamen ab und zu Beschwerden! Die Staatsanwaltschaft stellte Nierenversagen fest. Urplötzlich und ohne Vorwarnung war es vielleicht ein schneller Tod, was ich zu meiner Beruhigung mir einrede.
Ich kann es immer noch nicht fassen, ich meine ich könnte ihn am Wochenende wieder besuchen und wenn ich einkaufen gehe, meine ich immer noch ich muss doch meinem Wolfgang doch auch was mitbringen.
Ein großes Loch tut sich auf, die Leere kann niemand ausfüllen. Ein Mensch der mir in 8 Jahren nur gutes getan hat, kein böses Wort, so einen Menschen kann ich mein Leben lang nicht vergessen.
Wenn diese Zeilen auch etwas verwirrt rüberkommen, so kann ich auf jeden Fall Deinen Kummer sehr gut verstehen.

Innige Grüße
Alfa