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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Elterngeld für FreiberuflerInnen



Inaktiver User
26.03.2007, 19:57
Hallo!

Hat jemand bereits Erfahrungen/Infos zum Thema Elterngeld für Freiberufler?
Soweit ich weiß bezieht sich das Elterngeld wie bei Angestellten auf die vergangenen 12 Monate.

Nadine2
28.03.2007, 11:42
Keine Unterschiede zwischen Angestellten, Freiberuflern oder Selbstständigen, ABER

bei Freiberuflern und Selbstständigen oder angestellten Familienangehörigen liegt natürlich eine Missbrauchspotential vor. Die Finanzbehörden sind natürlich verpflichtet diesem nachzugehen.

Wenn also FRAU bei ihrem Mann angestellt ist und für ein bißchen Büroarbeit auf 400,--€ Basis arbeitet, dann ist es verdächtig wenn 8 Monate vor der Geburt das Gehalt auf € 3.500,-- erhöht wird.

Oder wenn Freiberufler im Jahr vor Beginn des "Messjahres" auffällig wenig und im Messjahr auffällig viel verdient haben, liegt der Verdacht der Verschiebung von Umsätzen vor.

Allerdings ist der Spielraum definitiv vorhanden und wird auch sicherlich reichlich ausgenutzt. Bei og angestellter Ehefrau sollte sie sich dann halt auch operativ sehen lassen um das Gehalt zu rechtfertigen und Freiberufler sollten die Verschiebung von Umsätzen/Erträgen rechtzeitig vorbereiten.

Wie meistens schadet ein Gespräch mit einem Steuerberater VOR dem "Messjahr" nicht.

erdbeereis
28.03.2007, 11:46
Keine Unterschiede zwischen Angestellten, Freiberuflern oder Selbstständigen, ABER

bei Freiberuflern und Selbstständigen oder angestellten Familienangehörigen liegt natürlich eine Missbrauchspotential vor. Die Finanzbehörden sind natürlich verpflichtet diesem nachzugehen.

Wenn also FRAU bei ihrem Mann angestellt ist und für ein bißchen Büroarbeit auf 400,--€ Basis arbeitet, dann ist es verdächtig wenn 8 Monate vor der Geburt das Gehalt auf € 3.500,-- erhöht wird.

Oder wenn Freiberufler im Jahr vor Beginn des "Messjahres" auffällig wenig und im Messjahr auffällig viel verdient haben, liegt der Verdacht der Verschiebung von Umsätzen vor.

Allerdings ist der Spielraum definitiv vorhanden und wird auch sicherlich reichlich ausgenutzt. Bei og angestellter Ehefrau sollte sie sich dann halt auch operativ sehen lassen um das Gehalt zu rechtfertigen und Freiberufler sollten die Verschiebung von Umsätzen/Erträgen rechtzeitig vorbereiten.

Wie meistens schadet ein Gespräch mit einem Steuerberater VOR dem "Messjahr" nicht.

Nadine,

also ich frage mich ernsthaft, wie man seine Umsätze verschieben kann?

Nadine2
28.03.2007, 12:19
Wie verschiebt man Umsätze/Erträge

zBsp. die Pauschalwertberichtigung von 5 % auf alle Forderungen per 31.12. in einem Jahr absetzen - im nächsten Jahr weglassen. Ist eine Kann-Vorgabe und wenn möglich schreibt man dann Rechnungen erst sehr spät und macht dann sehr schnell den Jahresabschluss. Gilt auch für sonstige Rückstellungen wie Steuerberaterkósten, Prozeßrisiken, Gewähleistungen etc.

zBsp. in dem man sich in einer GmbH neben dem Gehalt auch eine ergebnisorientierte Tantiemen ausbezahlt. Diese sind für das Geschäftsjahr 2006 natürlich erst im Jahr 2007 auszahlbar. Für die GmbH ändert sich bilanziell nichts da Rückstellungen gebildet werden müssen - für dich als Steuerzahler fallen die Erträge ins Jahr 2007

erdbeereis
28.03.2007, 12:33
da weiß ich aber beim Abschluß 2006 noch nicht, dass ich 2008 entbinden werde.

Nadine2
28.03.2007, 12:45
#erdbeereis

Wenn du zBsp deinen JA 2006 gemacht hast und Anfang 2007 Geburtstermin hast, dann kannst du für den JA 2007 sämtliche Kann-Rückstellungen weglassen, dir ab sofort einen Gehaltserhöhung zahlen (die hast du dir nach der Arbeit mit der Zeugung ja auch verdient) etc. etc.

Such dir bloß einen SteuerBERATER und keinen faktischen SteuerVERWALTER und dann seid mal schön kreativ.

Natürlich bedingen "Spielchen" immer eine Spielmasse und einen Spielbereich.

Da die Erträge ja für die Zukunft beeinflusst werden können, harmoniert das Elterngeld ja IMMER mit der Einkommenssteuer.

Nadine2
28.03.2007, 12:46
Anfang 2008 natürlich der Geburtstermin!

erdbeereis
28.03.2007, 12:55
Nadine, danke erstmal für deine Aufklärung.
Mich interessiert ja das Elterngeld überhaupt nicht. Mich hat wirklich nur deine Aussage hier interessiert. Ausserdem ist das Elterngeld ja nach oben begrenzt worden, gerade um diesen 'Anpassungen' entgegenzuwirken?

Nein und eine GmbH habe ich auch nicht, ein Gehalt somit ebenfalls nicht, aber trotzdem gut zu wissen...

Inaktiver User
29.03.2007, 10:27
Hi Nadine!

Vielen Dank für deine Auskunft, ich setzte bei allen steuerlichen Anglegenheiten immer auf meine Steuerfrau. Da sich meine Erträge im "normalen" Rahmen steigern wird das wohl nicht das große Problem sein. Noch ne blöde Frage: Das "Meßjahr" bezieht sich auf die vergangenen 12 Monate vor Mutterschutz oder das Einkommensjahr vor Geburt?

Inaktiver User
29.03.2007, 10:45
oder das Einkommensjahr vor Geburt?
Ja.

Inaktiver User
29.03.2007, 10:51
:blume: danke!

Inaktiver User
03.07.2007, 21:58
Hallo!

Hat jemand bereits Erfahrungen/Infos zum Thema Elterngeld für Freiberufler?
Soweit ich weiß bezieht sich das Elterngeld wie bei Angestellten auf die vergangenen 12 Monate.

Bewilligt, TaTa!!!

Angaben:
Kind im Februar, vorher Gewinn gemacht, danach Arbeitszeit vermindert und kein Gewinn, somit alter Gewinn als Berechnungsgrundlage (entspricht auch den Tatsachen). Ursula, ich danke Dir!:liebe:

Meine Meinung:
Das Elterngeld ist die erste Familienförderung, die für hart arbeitende kleine und mittlere Selbständige was bringt, und nicht, wie bisher, nur die Nicht-Arbeitenden (also Sozialhilfempfängerinnen und Hausfrauen) fördert.

Inaktiver User
04.07.2007, 10:53
also in unserem fall bringt das elterngeld nur sehr wenig.

haben unser kind anfang des jahres bekommen. da viele meiner rechnungen allerdings erst in diesem jahr bezahlt wurden und ich außerdem auch weiterhin (reduziert) arbeite, werden alle eingänge aus 2007 (auch wenn sie mit erwerbstätigkeit aus 06 erzielt wurden) vom elterngeld in abzug gebracht. dadurch erhalte ich extrem wenig.

noch schlimmer trifft es leute, die ihre kinder z.b. in der jahresmitte bekommen. da haben sie in aller regel in der ersten jahreshälfte vor der entbindung besonders intensiv gearbeitet - und das geld wird dann vom elterngeld in abzug gebracht. haarsträubend.

auch die leiterin der elterngeldstelle hat mir zugegeben, dass dies eine enorme falschregelung ist und wohl auch noch geändert werden wird (es müsste bei den anrechenbaren leistungen eigentlich auf den zeitpunkt der leistungserbringung, nicht des zahlungseingangs abgestellt werden. allerdings würde das den stellen viel mehr arbeit machen). aber ob wir davon noch profitieren werden, steht im himmel. habe jedenfalls keine lust, einen präzedenzfall durchzufechten.

da jedoch sicher auch diverse anwält(innen) von dieser handhabung betroffen sind, hoffe ich, dass die das erledigen.

Inaktiver User
05.07.2007, 20:16
haben unser kind anfang des jahres bekommen. da viele meiner rechnungen allerdings erst in diesem jahr bezahlt wurden und ich außerdem auch weiterhin (reduziert) arbeite, werden alle eingänge aus 2007 (auch wenn sie mit erwerbstätigkeit aus 06 erzielt wurden) vom elterngeld in abzug gebracht. dadurch erhalte ich extrem wenig.


Eigentlich kann man doch als Freiberufler die Einkünfte und Ausgaben ein bisschen "planen" - z.B. wichtige Anschaffungen auf den Zeitraum nach der Geburt legen und mit Kunden Zahlungsfristen vereinbaren, die das Einkommen in den 12 Monaten VOR der Geburt möglichst hoch und NACH der Geburt möglichs niedrig bzw. in den Verlustbereich bringen.