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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Dossier: Sucht in der Beziehung? Wie kommen Sie klar?



BRIGITTE Community-Team
23.03.2007, 15:56
Liebe Nutzerinnen,

mehr zum Thema lesen Sie in der neuen BRIGITTE (Heft 8, ab Mi., 28.3. am Kiosk), und hier: "Liebe und Sucht (http://www.brigitte.de/liebe/persoenlichkeit/dossier-sucht/)".

Interessanten Austausch wünscht Ihre

Redaktion Brigitte.de

helenoscar
25.03.2007, 12:48
Mein Mann ist suechtig- nach Alkohol, Zigaretten und Hasch.
Wir kenne uns mehr als 10 Jahre und am Anfang war es nicht gleich ersichtlich fuer mich. Ich wurde schnell schwanger und als ich im 5 oder 6. Monat war war mir klar, dass er trinkt. Das rauchen war kein Problem fuer mich, da er nicht in der Wohnung raucht. Oft fuehle ich mich in der Beziehung gefangen, da er anders ist wenn er nuechtern ist oder wenn er was getrunken hat.
Wenn er nuchtern ist, ist er sehr zuverlaessig aber auch kuehler und nur schwerer zugaenglich und auch anspruchsvoller mir gegenueber. Wenn er getrunken hat ist er liebevoller und unkompliziert aber ab einer gewisen Menge streitet er mehr und ist leicht eingeschnappt, vergist Sachen und ist nicht verlaessig.
Er hat typische Probleme wie Durchschlafstorrungen, Depressionen, Appetitmangel, Azetongeruch nach laengeren Zechtagen, Gereiztheit in der Frueh. Von Zeit zu Zeit spreche ich das Thema an und er scheint auch zu verstehen dass es ein Problem ist, aber nicht wirklich . Es geht dann einige Zeit, dass er weniger trinkt, aber bald ist er bei seinem alten Verhalten. Letztes Jahr ging es ihm gesundheitlich nicht gut und er ging zum Arzt. Ich arbeite in einem Krankenhaus und habe ihn zu einem Internisten vermittelt. Als die Befunde vom Labor kamen sprach der Arzt mit mir und ich erzaehlte ihm die Ursache. Im Gespraech mit meinem Mann folgte, dass mein Mann fuer 6 Wochen trocken blieb. Die ersten 2 Wochen etwas nervig, aber danach viel besser. Die besten 4 Wochen ueberhaupt. Dann kam der Urlaub. Und er begann wieder -wenig aber doch- und dann war mein Mann mit seinem altern Bruder fuer 1 Woche in Italien und er kam zuruck rauchend und trinkend. Bis gerstern. Vor ein paar Wochen versprach er mir fuer die Fastenzeit aufzuhoeren. Am Montag hat er damit angefangen und am Freitaag erst 1 Bier getrunken und gestern Samstag 1 Flasche Wein und als ich sah wie er die zweite aufmachte und sagte er soll auf sich aufpassen ist er total argerlich geworden, weil ich ihm nicht vertraute. Er war sarkastisch und verletzend meinte vor den Kindern er muesse alles vor Mami rechtfertigen. Da bin ich aergerlich geworden und ihm gesagt, dass er seine Versprechen nicht haelt und ich es nicht leiden kann wenn er trinkt - die Kinder haben es gehoert, aber sie wissen sowieso dass er trinkt, die sind ja nicht bloed. Die sehen ja selber, dass er anders ist wenn er ein Bier trinkt.
Ich liebe meinen Mann sehr, aber es gibt Momente wo ich echt ueber Trennung nachdenke.
Ich kann nicht sagen, dass es mir schlecht geht, wir haben ein gutes Familieneinkommen , fahren viel fort und mein Mann liebt mich auch, aber wenn du nicht weist wen du vor dir hast ist es trotzdem schwer.

fraunampu
28.04.2007, 23:23
Eimal Alkoholiker - immer Alkoholiker! Diese Aussage macht mir Angst! Ist es immer so, dass ein "Trockener" wieder zum "Nassen" wird? Das erweckt solches Mißtrauen von vorneherein, dass kann doch für eine Beziehung nicht gut sein! Mein Freund war 17 Jahre lang trocken und hat dann aus so ner Laune heraus mal wieder angefangen, dann wieder aufgehört und dann weitergemacht - dann überhäuften ihn Probleme über Probleme und der Verdrängungsapparat sprang an - er trank nur Abends und auch nicht heimlich! Ich hatte damit immer (fast immer) ein Problem und habe auch offen mit ihm gesprochen - meist tagsüber, manchmal auch abends. Es gab Zeiten, da hat er es erkannt und andere Zeiten, da meinte er alles im Griff zu haben. Es gab Zeiten, in denen ich ihm das glaubte, Zeiten in denen ich ihm das Glauben wollte und Zeiten in denen es gar nicht ging! Dann, erst kürzlich gab es zwei drei Momente, wo er anfing die Trinkerei vor mir zu verstecken - und somit auch vor sich selbst! Der Tag an dem er schon Nachmittags zur Flasche griff, öffnete ihm die Augen und er handelte sofort! Ich war so erleichtert in dem Moment, er ist gleich zum Arzt, hat sich gleich ne Überweisung geben lassen, hat mit der Krankenkasse und dem Krankenhaus alles geregelt und n paar Tage später war er für 10 Tage drin! Und mein Problem ist, dass ich mich ertappe, wie ich an die Zeit danach denke und was ich mache, wie ich reagiere, wenn er doch wieder anfängt! Und ich finde das offen gesagt sch..., weil ich es nicht will, weil ich ihm vertrauen will und weil ich nicht von vorneherein denken will, dass ers nicht schafft. Wo kommen wir denn dahin, dann kann ichs ja gleich lassen - geht es noch jemandem so? oder hat jemand Erfahrung damit? Und kann mir Tips geben, wie ich damit umgehen, wenn er aus dem Krankenhaus entlassen wird!

vonHohenfels
22.11.2013, 23:47
Mein Partner hat ein Alkoholproblem, aber das sieht er anders und das macht es unmöglich ihm Hilfestellung zu leisten. Er hat schon ziemliche Gesundheitliche Probleme, schlechte Leberwerte (vom Essen :gegen die wand:) starke Vergesslichkeit (ich bin vergesslich nicht er) Magenprobleme vom kalten Bier (von zu scharfem Würzen) er trinkt jeden Tag, manchmal schon ab elf Uhr, mindestens zehn halbe Liter Flaschen Bier. Wenn ich ihn drauf anspreche sagt er ich hätte sie nicht alle. Lange guck ich ihm nicht mehr dabei zu :nudelholz:

malisan
05.12.2013, 13:39
Ich war in einer Beziehung wo mein ex Freund gerne zu Flasche gegriffen hatte, er wurde immer bedrohlicher und ich habe die Konsequenz daraus gezogen, die Beziehung beendet.

turbo-lucie
03.03.2014, 14:15
Manchmal ist es auch besser eine Beziehung zu beenden um ihn wach zurütteln. Es kann ihn aber noch weiter und tiefer in den Sumpf ziehen. Wenn er die Gelegenheit aber wahr nehmen würde, der Beziehung zuliebe einen Entzug mitzumachen, dann würde ich ihm eine neue Chance geben. Schlimm ist es ja, wenn Alkoholiker auch noch handgreiflich werden, und sich dann nicht mehr erinnern können was sie getan haben. Dann ist es allerhöchste Eisenbahn ganz schnell einen Schnitt zu machen.

Traumzauberblume
09.04.2014, 21:12
Das Problem ist, dass der Partner ja nicht "nur" süchtig ist, sondern auch andere Eigenschaften hat. Die Partnerin (das kann natürlich auch umgekehrt sein) läuft Gefahr, sich in der Hoffnung auf Veränderung selbst zu verlieren, sich nur noch auf ihn und die Sucht zu konzentrieren. Das ist dann der Weg in die Co-Abhängigkeit. Wie schwer es ist, sich aus solcher Beziehung zu lösen, kann wohl nur der ermessen, der es selbst erlebt hat.