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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Eure Meinung zu meiner "Freundin"



Karla48
17.03.2007, 06:19
Hallo Ihr Lieben!

Ich drehe mich gedanklich etwas im Kreis und würde gern mal Euren Eindruck zu meinem Erlebten hören.
Ich weiß nicht, ob ich die Freundschaft/gute Bekanntschaft zu einer Frau fortsetzen soll. Für Außenstehende ist sowas immer leichter zu checken.

Ich kenne sie aus meiner Schulzeit, traf sie vor einigen Jahren wieder und nahm mich mit in ihre Kirchengemeinde. Die ganze Gemeinde ist religiös ziemlich extrem (evangelisch), da gibt es vieles, was ich nicht nachvollziehen kann...aber nun ja, jedem Kind sein Luftballon. (Inzwischen bin ich woanders Mitglied).

Die Frau meint seit jeher, mir ihre extremen Ansichten aufdrücken zu müssen. Immer wieder sagte ich "so lebe ICH nicht" und ähnliches. Das wird zähneknirschend akzeptiert. Aber vorher werde ich mit Bibelzitaten zugeworfen (hallo??? Das ist nicht fair, denn da kann ich nicht mithalten, das ist nicht meine Sprache).

Nie hat SIE mal ein Problem, und wenn ich eins habe, dann wird das religiös beleuchtet. Sie stellt ihr Leben als problemlos dar, höchstens die Kinder nerven mal irgendwie. Sie meint, als Frau habe man sich dem Manne unterzuordnen - dann klappts auch mit der Beziehung. Is klar :-)) Ihre Probleme bespricht sie mit anderen Frauen, die auch so religiös sind.

Nun hat sie mir in einer schwierigen Phase wirklich viel geholfen, hat mir immer wieder Mut gemacht, sich gekümmert, kam immer wieder mit kleinen Mutmach-Geschenken usw. - also das hatte eine besondere, liebe Qualität. Meine anderen Freundinnen sind berufstätig und haben gar keine Zeit, sich viel zu kümmern, insofern war sie da einfach unentbehrlich. Ich habe sie sehr liebgewonnen in der Zeit.

So langsam frage ich mich aber, wie ich ihr beibringen soll, dass dieses ewige "Tadeln" meiner Verhaltens-und Sichtweisen einfach nicht mehr geht. Jedes Mal nach einem Treffen habe ich das Gefühl, unzureichend zu sein, falsche Entscheidungen getroffen zu haben und getadelt worden zu sein. Es ist unheimlich schwer, ihr etwas entgegenzusetzen - denn ein passendes Bibelzitat ist stets zur Hand. Das ist überhaupt nicht mein Ding!

Sie ist sehr intelligent, aber sie lebt in einer völlig anderen Welt als ich. Ich kriege nichts mehr zusammen, was uns eigentlich verbindet...meine Interessen teilt sie sämtlich nicht.
Ich hatte einen Brief angefangen an sie (dass es so nicht weitergeht...). Mein Mann meint, Klartext ist zu hart, aber für diplomatisches Gezwitscher fehlt mir an der Stelle die Inspiration.
Einfach auslaufen lassen? Hm...weiß nicht...befriedigt mich auch nicht. Ich habe schon das Bedürfnis zu sagen, wie es mir geht.
Und wie gesagt - sie hat ja auch gute Seiten.

Ich hoffe, Euch fällt etwas dazu ein und bin gespannt auf Eure Antworten.

Liebe Grüße!
Karla

Keela
17.03.2007, 06:57
Hallo Karla

Da dir die Idee mit dem Brief eingefallen ist, scheint das doch ein guter Weg für dich zu sein. Ich glaube, dass es zwischen der Version "ehrlich und hart" und der mit " diplomatischem Gezwitscher" noch andere Möglichkeiten gibt.
>>...das hatte eine besondere, liebe Qualität...<< Vielleicht geht aus dieser Erfahrung heraus ja auch die Version "ehrlich und liebevoll und wertschätzend". Die Ehrlichkeit und Deutlichkeit bliebe erhalten. Aber der Tonfall wäre vielleicht ein anderer.

Keela

spoookie
17.03.2007, 07:21
Das mit den bibelfesten, teils sehr fundamentalistischen Freunden ist in der Tat ein Problem.
Ich kannte auch mal so eine Frau, noch aus der Schulzeit.
Es lief ähnlich wie bei dir: Nach den Treffen hatte ich immer das Gefühl, unzureichend zu sein. Sie sagte auch öfters "Wenn du dich nicht bald für Gott endgültig entscheidest, ist dein Leben verwirkt."
Zum Geburtstag schenkte sie mir mal ein Buch, hieß so ähnlich wie "Mein Tod hat einen Sinn - Christen und wie sie ihr Schicksal annahmen". Als meine Oma starb (die mir sehr viel bedeuete) kam eine Karte (nach 6 Wochen ungefähr), kurz und knapp mit dem Inhalt "Wir müssen alle mal sterben". :ooooh:

Ich will damit sagen:
Daß religiöse Extremgestalten in Krisen gerne helfen, ist hinreichend bekannt. Es ist ihre "Mission" sozusagen. Und wenn sie dich retten oder dich nicht allein lassen, dann haben sie ihre Aufgabe erfüllt und schaffen sich einen Platz im Himmelreich. So reden sie zumindest.
Ich würde mich von jeglichen, extremen Religionsgruppen (bei dir hört sich das nach Freikirche an), vollkommen distanzieren.
Die Menschen dort sind nicht ehrlich genug, alle haben sich "furchtbar lieb" - aber es ist falsch, denn es steht nichts wiklich dahinter, bis auf die Mission.

Ich würde ihr auch einen Brief schreiben und sie bitten, dich in Zukunft mit ihrer Missionierei zu verschonen. Du hast dein Leben. Und wenn es keine Gemeinsamkeiten mehr gibt (war bei mir ähnlich), dann ist es Zeit, sich voneinander zu verabschieden. :blumengabe:

Inaktiver User
17.03.2007, 08:08
Ich hatte einen Brief angefangen an sie (dass es so nicht weitergeht...). Mein Mann meint, Klartext ist zu hart, aber für diplomatisches Gezwitscher fehlt mir an der Stelle die Inspiration.

Ich sehe es so wie Dein Mann ... Brief ja, aber nicht so die Keule.:smirksmile:

Schreib ihr einen Brief mit Ich-Botschaften ... Beginne damit, wie sehr Du ihren Beistand in Deiner Krisensituation geschätzt hast, daß Du sie magst blabla ... Aber das sie bitte akzeptieren möge, daß Du ihre religiösen Überzeugungen nicht teilst und das Du dich missioniert fühlst und Dich damit unwohl fühlst.

Und sie bitten, darüber nachzudenken.
So läßt Du ihr - und Dir - alles offen.

Wobei Spookies Beitrag auch überlegenswert ist .... Religiöse Fanatiker können wahrscheinlich häufig garnicht aus ihrer Haut heraus ... :knatsch:

Karla48
17.03.2007, 09:31
Wobei Spookies Beitrag auch überlegenswert ist .... Religiöse Fanatiker können wahrscheinlich häufig garnicht aus ihrer Haut heraus ... :knatsch:

Eben, eben. Zu jedweder Fragestellung - die Bibel rausgekramt. Worüber sollen wir uns eigentlich noch unterhalten, wenn ich sage: Das möchte ich nicht mehr. Da bleibt doch nix übrig! Und die Quintessenz ihres Lebens ist, dass ein Mensch ohne Gemeinde gar nix auf die Reihe kriegen kann - was ich definitiv anders sehe. Also allein das wird mir doch ständig weiter aufs Brot geschmiert werden...*grübel*

Inaktiver User
17.03.2007, 10:53
So langsam frage ich mich aber, wie ich ihr beibringen soll, dass dieses ewige "Tadeln" meiner Verhaltens-und Sichtweisen einfach nicht mehr geht. Jedes Mal nach einem Treffen habe ich das Gefühl, unzureichend zu sein, falsche Entscheidungen getroffen zu haben und getadelt worden zu sein. Es ist unheimlich schwer, ihr etwas entgegenzusetzen - denn ein passendes Bibelzitat ist stets zur Hand. Das ist überhaupt nicht mein Ding!


Diesen Aspekt/dieses Gefühl würde ich ihr auf jeden Fall mitteilen, die Frage ist halt schon, wie...

Es gibt ja offensichtlich Seiten an dir, die du liebst und schätzst, sonst würdest du dir ja nicht soviele Gedanken machen.

Was möchtest du?

Möchtest du weiterhin mit ihr zusammen sein?
Oder nur dann, wenn sie etwas ändert? (Könnte sie das?)
Oder einen netten aber klaren Schlusstrich ziehen?
Hindert dich deine Dankbarkeit daran, ehrlich zu ihr zu sein?

bienie
17.03.2007, 19:05
Liebe Karla,

mich würde es interessieren, wie sie überhaupt in diese "Gemeinschaft " kam. Oftmals sind es Menschen, die im inneren total verunsichert sind und ein Leitmotiv benötigen. Sie hat ein Leitmotiv gewählt und verfolgt dieses fanatisch. Bin mir auch sicher, dass sie Dir nicht aus falschverstandener Nächstenliebe zur Seite steht.

Ob ein Brief der richtige Weg ist in einer Freundschaft? Deinen Worten entnehme ich, dass sie Dir schon noch wichtig ist und Freundschaften sind zu kostbar, um sie einfach fallen zu lassen.
Mit Härte wirst Du sie verlieren und ihr womöglich weh tun.
Kann mir nicht vorstellen, dass Du das willst.

Meiner Meinung nach kann doch nur ein offenes Gespräch helfen, wo sie wenigstens eine Wahlmöglichkeiten hat. Freundin ja, aber bitte ohne Bekehrungsversuche. Du magst sie als Freundin, hast sie sehr lieb, aber Menschen haben nun einmal unterschiedliche Glaubensmeinungen.

Habe selbst eine Freundin, die dem totalen Körperkult sich unterworfen hat (hatte schon den Veracht einer Sekte!) , abnehmen um jeden Preis, jetzt fällt sie bald durch jeden Briefschlitz und ist hypernervös. Sie wollte mich überzeugen, aber ich habe ihr gesagt: Wenn Dir das gefällt, so ist das Deine Sache, ich bleibe dann lieber rund, meine Nerven brauchen Schonung. Bin dann schon direkt, aber wir sind immer noch befreundet. Manchmal muss man Mut haben, direkt etwas anzusprechen.

Den klaren Tipp dafür gibt es womöglich nicht, vor allem, weil nur Du Deine Freundin kennst.

Liebe Grüße..Bienie:blumengabe:

Karla48
18.03.2007, 08:55
Liebe Karla,

mich würde es interessieren, wie sie überhaupt in diese "Gemeinschaft " kam.

Liebe Bienie,
ihre Eltern sind der Auslöser. Sie waren schon "immer" so. Leben als Prediger/Seelsorger. Ihr Mann ist aus dem gleichen Holz geschnitzt, und die Geschwister natürlich auch.

Gruß Karla

spoookie
18.03.2007, 09:07
Auf den Mond schießen :lachen:

Diese Menschen rauben einem nur Energie, die man nicht hat.
Und was noch mit am Schlimmsten ist:
Man fühlt sich nachher wirklich Scheiße, als Mensch 3. Klasse, weil sie eben (denken sie) "erlöst sind" (Gott hat was Großes mit mir vor) - und du eben nicht.

Inaktiver User
18.03.2007, 09:54
Auf den Mond schießen :lachen:

Diese Menschen rauben einem nur Energie, die man nicht hat.
Und was noch mit am Schlimmsten ist:
Man fühlt sich nachher wirklich Scheiße, als Mensch 3. Klasse, weil sie eben (denken sie) "erlöst sind" (Gott hat was Großes mit mir vor) - und du eben nicht.

Na das nenne ich mal eine klassische Reaktion einer selbsternannten Hypersensiblen. :freches grinsen: Passt nicht - weg damit.

Hut ab.

Karla,

ich denke, das ganze Thema hat eigentlich sehr viel mit Dir und Deinem Selbstverständnis zu tun. Warum schafft es diese Freundin, Dich so durcheinander zu bringen?

Du könntest ihr ruhig immer und immer wieder Grenzen setzen - ihr mitteilen, dass Du sie sehr schätzt, aber ihre Bibeltreue nicht teilst, und dass es Dich irritiert, wenn sie auf jede Situation mit einem Bibelzitat reagiert. Du könntest sie fragen, was sie persönlich, unabhängig von dem, was in der Bibel steht, denn denkt, und ihr vermitteln, dass Du an einer Freundschaft mit ihr, nicht mit der Bibel interessiert bist.

Dass Du so in die Defensive gerätst hat mit Dir zu tun - wärest Du überzeugt davon, dass die Art und Weise, wie Du Dinge angehst, absolut okay ist, könnten Dich diese Bibelzitate gar nicht aus der Ruhe bringen. Was also beunruhigt Dich tatsächlich?

Wenn jemand sich krampfhaft an etwas festhalten muss, sei es nun ein Sport, die Bibel, ein Beruf, dann zeigt mir das eigentlich eine grosse Selbstunsicherheit und Unfähigkeit, eigene Überlegungen anzustellen und Entscheidungen jenseits der vorgeschriebenen Pfade zu treffen. Deine Freundin kritisiert Dich, weil Du ihr mit Deinem Sein und Leben einen Spiegel vorhälst, der ihr ein alternatives Ich zeigt - jemanden, der selbst und eigenständig Entscheidungen trifft, unabhängig von geltender Meinung, und der damit auch ganz gut fährst. Sie muss Dich abwerten (belehren), weil es sie bedroht, dass Du so lebst und damit zeigst, dass es solche alternativen Lebenswege gibt, und dass diese Wege interessant sind. Sie muss diese Sichtweisen aber erst einmal ablehnen - ein solcher Abwehrmachanismus ist das unablässige Herbeten ihrer Glaubenssätze.

Mir wäre prinzipiell egal, ob ein Mensch mir geholfen hat, weil er sich damit einen Platz im Himmel sichern will - Fakt ist, dass diese Frau für Dich da war, als Du es brauchtest, und ich finde, dass das sehr für sie spricht. Vielleicht kannst Du mit etwas Geduld und liebevollen Gesprächen eine neue Basis mit Deiner Freundin finden.

Grüssle
Seawasp

spoookie
18.03.2007, 10:16
Na das nenne ich mal eine klassische Reaktion einer selbsternannten Hypersensiblen. :freches grinsen: Passt nicht - weg damit.


Falsch geraten!
Sondern genau der richtige Umgang mit solchen Leuten.
Wenn du nie mit religiösen Fanatikern zu tun gehabt hast, kannst du gar nicht wissen, wie man die am besten anpackt.

Verständnis und einfühlsame Erklärungen bringen nämlich gar nichts.
Nur die harte Tour ist die Erlösung von dieser Missionierei :cool:

Inaktiver User
18.03.2007, 11:52
Tatsächlich?!

"Weg damit" ist für mich grundsätzlich die letzte Alternative. Allerdings fühle ich mich auch nicht schnell bedroht von etwas, sondern kann ganz gut auf mich aufpassen.

Grüssle
Seawasp

bienie
18.03.2007, 12:49
Ich denke schon, dass religiöser Fanatismus in einer Freundschaft unwahrscheinlich belastend ist.
In meiner Verwandschaft gab es Sektenmitglieder, das ging auf Dauer einfach nicht, aber ich habe auch andere Menschen kennengelernt, die zwar sehr zu ihrem Glauben stehen, aber nicht versucht haben, mich zu "missionieren". Hängt vermutlich sehr viel von der eigenen Persönlichkeit ab - und da liegt das Problem.

Ich habe den Eindruck, dass Karlas Freundin unwahrscheinlich abhängig ist, zuerst von den Eltern, von der Gemeinde... vielleicht ist Karla für sie sogar die Verbindung zur "Außenwelt". Damit kommt sie (die Freundin) auch nicht so gut zurecht, da ihr anderes Umfeld stark religiös geprägt ist, so ist sie aufgewachsen. Aber sie sucht auch immer wieder Karlas Kontakt, wenn ich das richtig verstanden habe.
Insofern stimme ich Seawasp zu, ihr deutlich zu machen, dass Karla die Freundschaft will und keine Bibelzitate. Dann liegt es an der Freundin, ob auch ihr an einer weiteren Freundschaft gelegen ist oder ihr die Bibel näher steht.

Karla, das ist in der Tat keine einfache Situation, vor allem keine, die "Schnellschüsse" verträgt. Vielleicht sprichst Du sie einmal darauf an, wenn sie wieder mit Bibelzitaten kommt. "Und wie ist Deine Meinung?" - die aus der Bibel kenne ich ja jetzt, bin aber nicht unbedingt interessiert dran...

Liebe Grüße...Bienie:smile:

Karla48
18.03.2007, 13:52
Hallo Mädels,
ich danke Euch sehr für die Auseinandersetzung mit meiner Frage.

Seawasp, der Punkt ist nicht meine eigene Unsicherheit (natürlich habe ich die hie und da - wer denn nicht?), sondern mehr der, dass ich Menschen sehr ungern fallen lasse - insbesondere nicht, wenn sie auch gute Seiten haben und mir auch schon geholfen haben. Sie bringt mich auch nicht durcheinander - das ist es ja gar nicht. Sie macht es mir nur sehr schwer, einem Treffen mit ihr freudig entgegen zu sehen. Sondern eher "na mal sehen, was jetzt wieder kommt"...Und das kann´s einfach nicht sein, in einer Beziehung, die sich "Freundschaft" nennt. Das ist ja alles "Arbeit" und nicht "Spaß" oder "Verständis erlebt". Ich fühle mich da ständig examiniert. Geht gar nicht! Das muss aufhören! Notfalls mit "auf wiedersehn!".

Spookie mag Recht haben - das ist auch mein Gefühl - mit Ansagen wie "darüber reden wir in Zukunft nicht mehr" kann so ein Mensch wie meine Freundin glaube ich gar nicht klarkommen. Denn sie hat ja keine eigene Meinung. @ Bienie, sie meint stets das, was zur Fragestellung die Bibel "sagt". Dass das ausgelegt werden kann und dass es da hunderte verschiedener Meinungen gibt, lässt sie nicht gelten. Und wie die Bibel auszulegen ist, sagen ihr ihr Mann und ihr Vater. Ganz einfach. Im übrigen gibt sie ja auch nie zu, dass sie auch mal Probleme hätte...sie wirkt immer so entsetzlich perfekt. Unangenehm. Habe ich ihr auch schon mal gesagt.

Ja, sie ist als Kind so geprägt worden - kann ich doch nichts ausrichten! Ja, Spookie, die Frau ist extrem abhängig. Von ihrer Familie, ihrem Mann, ihrer Gemeinde. Sehe ich auch so. Habe ich aber nie kritisiert - ich versuchte da immer, sehr tolerant zu sein (sie ja eher nicht). Sie hat auch andere "Außenkontakte", aber ich bin da nie dabei, und ich weiß nicht, ob sie da auch so nervig ist.

Seawasp, na klar kann ich ihr immer und immer wieder Grenzen setzen...meine Güte, was bleibt denn dann eigentlich noch übrig, worüber man mal wie unter Freundinnen reden kann? Ich brauch doch keinen, mit dem ich über Kochrezepte reden kann, das reicht mir nicht auf Dauer. Mich strengt sowas wahnsinnig an. Wenn ich mit einer Freundin nicht über das reden kann, was mich wirklich beschäftigt, was mir Spaß macht, was ich so tue und lasse - dann bleiben Wetter und Kochrezepte...Nee sorry, da bin ich dann doch lieber für mich (ich bin ganz gerne alleine) oder halt mit anderen.

Soweit erstmal,
danke dass Ihr mir denken helft...:blumengabe:
Karla

Inaktiver User
18.03.2007, 16:47
Sie macht es mir nur sehr schwer, einem Treffen mit ihr freudig entgegen zu sehen. Sondern eher "na mal sehen, was jetzt wieder kommt"...Und das kann´s einfach nicht sein, in einer Beziehung, die sich "Freundschaft" nennt. Das ist ja alles "Arbeit" und nicht "Spaß" oder "Verständis erlebt". Ich fühle mich da ständig examiniert. Geht gar nicht! Das muss aufhören! Notfalls mit "auf wiedersehn!".

Seawasp, na klar kann ich ihr immer und immer wieder Grenzen setzen...meine Güte, was bleibt denn dann eigentlich noch übrig, worüber man mal wie unter Freundinnen reden kann? Ich brauch doch keinen, mit dem ich über Kochrezepte reden kann, das reicht mir nicht auf Dauer. Mich strengt sowas wahnsinnig an. Wenn ich mit einer Freundin nicht über das reden kann, was mich wirklich beschäftigt, was mir Spaß macht, was ich so tue und lasse - dann bleiben Wetter und Kochrezepte...


@Karla,
siehst Du: Und GENAU DAS solltest Du - freundlich formuliert und als Ich-Botschaft - in Deinen Brief schreiben.
Und - ganz wichtig - auch SIE dazu nach ihrer Sicht fragen !!! :blumengabe:

So, wie Du es schilderst, sehe ich zwar auch nicht, daß Eure Freundschaft noch große Chancen hat ... Aber so gibst Du Euch die Chance, daß nochmal zu eruieren. Und ggf. mit einem klaren Schnitt, ohne schlechte Gefühle, auseinander zu gehen.

bienie
18.03.2007, 18:38
Liebe Karla,
Du hast sie auf ihren "Perfektionismus" schon angsprochen -und was hat sie dazu gesagt? Etwas aus der Bibel zitiert, gar nicht geantwortet?

Wenn Du damit nicht leben kannst, dann ist es wichtig, dass Du die Dinge richtig stellst. Mitleid oder ein Verpflichtungsgefühl sind auf jeden Fall die falschen Voraussetzungen für eine Freundschaft, vor allem auch dann, wenn sie DIR nicht gut tut, sprich, nervt.

Liebe Grüße...Bienie:blumengabe:

Karla48
18.03.2007, 20:09
Liebe Bienie,
gesagt hat sie dazu gar nichts.
Mitleid habe ich gar nicht. Sie fühlt sich ja gut mit ihrem Leben.
Gruß Karla

sleepless
19.03.2007, 00:12
Liebe Karla,

warum bist Du eigentlich mit ihr befreundet? Weil sie Dir in manchen Situationen schon lieb geholfen hat?
Was hast Du schon für Deine Freundin getan?
Nix für ungut, aber die Schilderung Eurer "Freundschaft" hört sich für mich sehr einseitig an. Du erwartest Hilfe, Verständnis, ect.
Freundschaft ist für mich GEBEN UND NEHMEN.
VG Sleepless

Karla48
19.03.2007, 07:11
Was ranzt Du mich so an, Sleepless? Ich habe hier lediglich einen Aspekt unserer Freunschaft geschildert. Selbstredend erfordert eine gute Beziehung geben und nehmen, das ist kein Punkt, in dem ich mir irgendwas vorzuwerfen hätte. Das war hier nicht das Thema.
Gruß Karla

minstrel
19.03.2007, 09:01
Könnte nicht "schonungslose Ehrlichkeit" auch so aussehen:

Anfang: Du hast mir in dieser schwierigen Zeit sehr geholfen und ich schätze Dich als Mensch.

Hauptbotschaft:Ich weiss, dass der Glauben in Deinem Leben einen grossen Stellenwert hat und Dir viel Sicherheit gibt - bei mir ist das anders. Ich fühle mich deshalb häufig überfahren von Deiner Kompromisslosigkeit und Entschiedenheit in vielen Lebensfragen und weiss jeweils gar nicht, was ich auf Deine Bibelzitate entgegnen soll. In solchen Situationen spüre ich dann, wie ich gereizt werde und das finde ich schade, denn eigentlich spreche ich gerne mit Dir.

Lösungsvorschlag: Ich werde Deine Ansichten auch weiterhin respektieren, aber vielleicht können wir vereinbaren, dass ich in Gesprächen nicht mehr auf Deine bibelbasierten Anmerkungen eingehe und sie nicht als Diskussionsbasis auffasse, sondern als Deine Meinung im Raum stehen lasse.

Inaktiver User
19.03.2007, 09:39
Seawasp, der Punkt ist nicht meine eigene Unsicherheit (natürlich habe ich die hie und da - wer denn nicht?), sondern mehr der, dass ich Menschen sehr ungern fallen lasse - insbesondere nicht, wenn sie auch gute Seiten haben und mir auch schon geholfen haben. Sie bringt mich auch nicht durcheinander - das ist es ja gar nicht. Sie macht es mir nur sehr schwer, einem Treffen mit ihr freudig entgegen zu sehen. Sondern eher "na mal sehen, was jetzt wieder kommt"...Und das kann´s einfach nicht sein, in einer Beziehung, die sich "Freundschaft" nennt. Das ist ja alles "Arbeit" und nicht "Spaß" oder "Verständis erlebt". Ich fühle mich da ständig examiniert. Geht gar nicht! Das muss aufhören! Notfalls mit "auf wiedersehn!".


Karla,

ich will Dir gern deutlich machen, warum ich den Eindruck habe, dass es bei Euch durchaus um Unsicherheit, Selbstwert und Abwertung geht - und zwar bei Euch beiden.


Nie hat SIE mal ein Problem, und wenn ich eins habe, dann wird das religiös beleuchtet. Sie stellt ihr Leben als problemlos dar, höchstens die Kinder nerven mal irgendwie. Sie meint, als Frau habe man sich dem Manne unterzuordnen - dann klappts auch mit der Beziehung. Is klar :-)) Ihre Probleme bespricht sie mit anderen Frauen, die auch so religiös sind.

--> Sie hat keine Probleme, die sie mit Dir besprechen müsste, und wenn es doch einmal ein Problem gibt, bist nicht Du die Person, von der sie Rat einholt. Ihr Lösungen sind nicht Deine Lösungen. Darüber hinaus sorgt die Tatsache, dass sie "NIE" ein Problem hat offenbar dafür, dass Du Dich unzulänglich fühlst - so zumindest kommt Dein Text bei mir an.





[ Nun hat sie mir in einer schwierigen Phase wirklich viel geholfen, hat mir immer wieder Mut gemacht, sich gekümmert, kam immer wieder mit kleinen Mutmach-Geschenken usw. - also das hatte eine besondere, liebe Qualität. Meine anderen Freundinnen sind berufstätig und haben gar keine Zeit, sich viel zu kümmern, insofern war sie da einfach unentbehrlich. Ich habe sie sehr liebgewonnen in der Zeit.

--> Sie hat Dir in einer schweren Zeit sehr geholfen = es gab eine schiefe Ebene. Du warst schwach, sie stark. Wenn sich das auf der anderen Seite wieder austarieren kann - no problem. Aber das funktioniert nicht, da sie ja "NIE" Probleme hat, bei denen Du ihr helfen sollst. Dieses Ungleichgewicht - Du brauchtest sie, aber sie offenbar Dich nicht, auch wenn Du das natürlich anders siehst (der Haken dabei ist ja, dass SIE ihre in Deinen Augen bestehende Hilfsbedürftigkeit/Abhängigkeit nicht sieht) kann schon gewaltig am Selbstwert kratzen, und führt dann zu folgenden Gedanken:


So langsam frage ich mich aber, wie ich ihr beibringen soll, dass dieses ewige "Tadeln" meiner Verhaltens-und Sichtweisen einfach nicht mehr geht. Jedes Mal nach einem Treffen habe ich das Gefühl, unzureichend zu sein, falsche Entscheidungen getroffen zu haben und getadelt worden zu sein. Es ist unheimlich schwer, ihr etwas entgegenzusetzen - denn ein passendes Bibelzitat ist stets zur Hand. Das ist überhaupt nicht mein Ding!

--> Für mich ist das eine natürliche Folge der "schiefen Ebene", die Du empfindest. Sie hat "NIE" Probleme, hat Dir aber geholfen, als Du schwach warst. Dein Leben ist in ihren Augen nicht richtig, da Du nicht bibeltreu genug lebst. Und dann noch dies:


Im übrigen gibt sie ja auch nie zu, dass sie auch mal Probleme hätte...sie wirkt immer so entsetzlich perfekt. Unangenehm. Habe ich ihr auch schon mal gesagt.


--> Sie ist nicht einmal bereit einzuräumen, dass auch sie sich schwach fühlt und Probleme hat. Das fuchst natürlich gewaltig, wenn Du selbst Dich offenbart und schwach gezeigt hast.


Mich strengt sowas wahnsinnig an. Wenn ich mit einer Freundin nicht über das reden kann, was mich wirklich beschäftigt, was mir Spaß macht, was ich so tue und lasse - dann bleiben Wetter und Kochrezepte...Nee sorry, da bin ich dann doch lieber für mich (ich bin ganz gerne alleine) oder halt mit anderen.

--> Du kannst nicht mit ihr über für Dich interessante Themen reden, weil das bedeuten würde, dass Du Dich öffnest, auch zu Schwachpunkten offen stehst. Durch die von Dir empfundene schiefe Ebene ist dies aber nicht möglich, willst Du Dich nicht noch kleiner fühlen.

Ich denke durchaus, dass sie Dich sehr verunsichert - einerseits siehst Du, dass eigentlich sie diejenige ist, die sich in grossen Abhängigkeiten bewegt, aber was nutzt es, wenn sie ihre Religion wie einen Schutzwall trägt und Du mit diesen Gedanken nicht zu ihr durchdringst?

Ihr wertet Euch gegenseitig ab - sie sieht in Deinem Leben das Fehlen einer vernünftigen Lebensmaxime (Religion, homogenes soziales Umfeld), Du in ihrem Leben Abhängigkeiten, Femdbestimmtheit, Perfektionismus und Kontrolle als Abwehrmechanismen.

Eure Freundschaft könnte eine Chance haben, wenn Ihr es schafftet, offen miteinander über diese Themen zu sprechen - dazu würde aber gehören, dass Ihr Euch auch eingesteht, was da passiert. Und bei Dir, Karla, könnte das bedeuten, dass Du dazu stehen müsstest, dass es Dich ärgert, aber auch in Deinem Selbstwert verletzt, wenn immer nur Du als die "Schwache" in Eurer Freundschaft besetzt bist.

Wie gesagt - bei mir kommt es so an, als seist Du ziemlich in der Defensive, aber ich kann mich natürlich irren.

Grüssle
Seawasp

sleepless
19.03.2007, 10:16
Oh Gott, jetzt hab ich also das Thema verfehlt, weil ich gewagt habe nachzufragen, ob Du auch was für Freundschaft tust?
Oder habe ich doch einen wunden Punkt bei Dir getroffen, Karla?
Sorry, "anranzen" wollte ich Dich aber wirklich nicht.
Hatte meinen Ton nicht als unverschämt Dir gegenüber empfunden.
Du schreibst: Sie fühlt sich ja gut in ihrem Leben.
Dann lass sie doch , freu Dich für sie, es gibt eh zuwenig Menschen, die sich gut in ihrem Leben fühlen.
Nicht, dass ich selbst diesen religiösen Fanatismus persönlich gut finde, aber "leben und leben lassen".
VG sleepless

Inaktiver User
19.03.2007, 11:06
Zitat von Seawasp
--> Für mich ist das eine natürliche Folge der "schiefen Ebene", die Du empfindest. Sie hat "NIE" Probleme, hat Dir aber geholfen, als Du schwach warst. Dein Leben ist in ihren Augen nicht richtig, da Du nicht bibeltreu genug lebst. ...

--> Sie ist nicht einmal bereit einzuräumen, dass auch sie sich schwach fühlt und Probleme hat. ...

--> Du kannst nicht mit ihr über für Dich interessante Themen reden, weil das bedeuten würde, dass Du Dich öffnest, auch zu Schwachpunkten offen stehst. ...

Eure Freundschaft könnte eine Chance haben, wenn Ihr es schafftet, offen miteinander über diese Themen zu sprechen - dazu würde aber gehören, dass Ihr Euch auch eingesteht, was da passiert.

@Seawasp: Es kann gut sein, dass die Freundin der Strangeröffnerin eine solche "Offenheit" abblockt, weil sie sich einfach nicht haben will.

Welche Chance auf Offenheit und authentischen Austausch hat eine Freundschaft, die nur dann - wenn eine Schieflage besteht - "funktioniert"?

Zu dem - was Du da ansprichst - gehören zwei, die sich darauf einlassen wollen. Eine Freundin, die sich hinter ihrer Bibel und dem Missionierungsgebot ihrer Religion versteckt, wird das höchstwahrscheinlich nicht mittragen.

Inaktiver User
19.03.2007, 11:18
Missionieren funktioniert doch gerade nach dem Motto:

Du bist schwach, ich helfe Dir und dafür wirst Du Mitglied in meiner Gemeinschaft.

Das ist das Geben und Nehmen, worauf missionieren beruht.

Mag sein, dass die Strangeröffnerin eine andere Art der Freundschaft anstrebt. Freundschaft bedeutet auch Geben und Nehmen, klar, die Frage ist eben, was wird ausgetauscht und auf welcher Basis beruht der Austausch.

Ich persönlich würde, wenn ich in so einer verzwickten Situation wäre, die Freundschaft beenden in dem ich der "helfenden Missionierungsfreundin" danke und zwar danke für all das, was sie mir gutes getan hat und ihr alles Gute wünsche. Ich würde diese Freundin mit meinem Segen ziehen lassen und los lassen.

Letztlich entscheidet jeder selbst, welchen Lebensweg er gehen möchte und wenn für sie diese Religion so wichtig ist, dann ist das so. Allerdings ist das kein Grund sich selbst unwohl zu fühlen, nur weil man einen anderen Weg gewählt hat.

Ich persönlich kann für diese Freundschafts-Fragestellung keine Konsensmöglichkeit sehen.

Mag sein, dass ich mich irre, das ist eben meine Intuition zu diesem Thema.

Inaktiver User
19.03.2007, 12:48
@Seawasp: Es kann gut sein, dass die Freundin der Strangeröffnerin eine solche "Offenheit" abblockt, weil sie sich einfach nicht haben will.

Welche Chance auf Offenheit und authentischen Austausch hat eine Freundschaft, die nur dann - wenn eine Schieflage besteht - "funktioniert"?

Zu dem - was Du da ansprichst - gehören zwei, die sich darauf einlassen wollen. Eine Freundin, die sich hinter ihrer Bibel und dem Missionierungsgebot ihrer Religion versteckt, wird das höchstwahrscheinlich nicht mittragen.

binauchda,

deshalb schrieb ich, dass BEIDE (was naturgemäss zwei anspricht) bereit sein müssten, sich ihre jeweiligen Haltungen anzuschauen. Karlas direkter Einflussbereich ist begrenzt auf ihre Person, ihre Haltungen, ihr Verhalten. Ändert sie sich, verändert sich automatisch mittelfristig auch die Freundschaft.

Es bringt imho wenig, über andere und deren mögliche Reaktionen zu fantasieren, wenn die einzige Stellgrösse, auf die ich Einfluss habe, ich selbst bin.

Solange die Haltung "ich bin nicht okay, aber Du bist es auch nicht" oder "ich bin okay, aber Du bist es nicht" überwiegt, wird es schwer, etwas zu bewegen.

Grüssle
Seawasp

Inaktiver User
19.03.2007, 13:20
Zitat von Seawasp
Es bringt imho wenig, über andere und deren mögliche Reaktionen zu fantasieren, wenn die einzige Stellgrösse, auf die ich Einfluss habe, ich selbst bin.
Hallo Seawasp,

in diesem Punkt sind wir einer Meinung.
Das sehe ich genau so, wie Du.

Der Rest meiner beiden Postings bezog sich auf die Situation, wenn einer - für sich - feststellt, dass man nach all den wohlwollenden Versuchen die Freundschaft auf eine gemeinsame Basis zu stellen bei der man (ich meine hier beide!) sich wohl fühlen kann am Ende der persönlichen Fahnenstange angelangt ist. So etwas kommt vor.

Und ich bin der Meinung, wenn dem so ist, dann ist das Beste, was man machen kann, den anderen für das - was er einen Gutes tat - zu wertschätzen und ihn in Frieden seiner selbstgewählten Wege ziehen zu lassen. Damit würdige ich die Person und die Persönlichkeit des anderen und gestehe mir selbst zu, einen anderen - eigenen Weg - gehen zu dürfen...

Wenn die Freundschaft tatsächlich keine lebbare starke Basis hat und auf einer "Schieflage" beruht und sich auch als nicht wandlungsfähig erweist, hilft diese Vorgehensweise beim Loslassen eines Menschen, den man eigentlich recht gerne mag und mit dem man eigentlich recht gerne Kontakt hätte, wenn es denn nur eine Ebene gäbe auf der es mögliche wäre...

Wer weiß, vielleicht findet man sich irgendwann einmal wieder und dann ist es besser, wenn man sich nicht im Zank verabschiedet hat.

Es ist bei der Freundschaft wie bei der Liebe:
Sie lässt sich nicht erzwingen.

Liebe Grüße
binauchda



Don' t be dismayed at goodbyes.
A farewell is necessary before you can meet again
and meeting again, after moments or lifetimes,
is certain for those who are friends.

Dieser Spruch passt nicht wirklich aufs Thema "Freundschaftskrise", sondern eher wenn man sich mal für unbestimmte Zeit aus den Augen verliert/verloren hat. Und doch beschreibt für mich dieser Spruch sehr schön, was Freundschaften ausmacht, die jeden Wandel überdauern.

Manchmal ist es nötig loszulassen ...
... bevor man sich wieder begegnen kann.

Karla48
19.03.2007, 13:39
Mädels Ihr seid echt Klasse! :blumengabe:

Seawasp, die Analyse der Schieflage halte ich für ausgesprochen gut gelungen. Ja genau, so isses. Ich werde von ihr als der "schwächere" Teil wahrgenommen. Mein "so-sein" wird abgewertet. Schwächer bin ich aber schon lange nicht mehr - da die damalige Problemlage sich längst geändert hat. Auch stecke ich nicht in Abhängigkeiten von Menschen und Sekten fest.

Mir wird jetzt auf einmal klar, warum die Frau sich nahezu ausschließlich mit Problembeladenen beschäftigt: Da ist man dann immer die Starke. Ein gutes Gefühl für jemanden, der ansonsten abhängig und klein gehalten wird. Und bibelgerecht gelebt hat man auch noch.

Auch verstehe ich jetzt besser, warum sie eigene Probleme nicht mit mir besprechen mag: Ich antworte nicht bibelkonform :-), bin also quasi keine Instanz.

Insgesamt gesehen scheint es mir sehr unwahrscheinlich, dass eine gemeinsame, gleichberechtigte Ebene zu erreichen ist. Wir liegen wohl zu weit auseinander. Es wird wohl die Fahnenstangen-Lösung werden. Mal sehen, wie ich das angehen kann. Ich lasse erstmal weiter alles sacken. Irgendwann ist der Moment da, wo es "klick" macht, und in dem Moment handele ich.

Es ist schon erstaunlich, worüber man im Leben so stolpern kann...
Und immer wieder ist der Punkt des Maßhaltens in allen Dingen (hier: in Glaubensfragen) sinnvoll. Goethe: "Wo kein Maß ist, ist kein Sinn".

Gruß Karla

Inaktiver User
19.03.2007, 15:20
Zitat von Karla48
Ich lasse erstmal weiter alles sacken. Irgendwann ist der Moment da, wo es "klick" macht, und in dem Moment handele ich.

Es ist schon erstaunlich, worüber man im Leben so stolpern kann...
Hallo Karla,

es wäre schön, wenn Du uns von Deinem "Klick" und wie Du die Geschichte gelöst hast, berichten würdest. Ich würd mich jedenfalls sehr darüber freuen. Und ein bißchen neugierig bin ich auch. :cool:

Ich wünsch Dir ein entspanntes "sacken lassen". :blumengabe:

Liebe Grüße
:entspann: binauchda :buch lesen: :freches grinsen:

Inaktiver User
19.03.2007, 17:16
Mir wird jetzt auf einmal klar, warum die Frau sich nahezu ausschließlich mit Problembeladenen beschäftigt: Da ist man dann immer die Starke. Ein gutes Gefühl für jemanden, der ansonsten abhängig und klein gehalten wird. Und bibelgerecht gelebt hat man auch noch.

Auch verstehe ich jetzt besser, warum sie eigene Probleme nicht mit mir besprechen mag: Ich antworte nicht bibelkonform :-), bin also quasi keine Instanz.

Das mag sein, muß aber nicht.
Eine mir bekannte (fanatische?) Bekannte meinte mal daß Christen die Pflicht haben zu missionieren da sie sonst verantwortlich seien wenn jene im Fegefeuer landen. Insofert können da vielfätige Gründe vorliegen für die "Hilfsbereitschaft".

Das würde mich nach meinen bisherigen Erfahrungen misstrauisch machen. Und-eine Freundschaft ist nur gut wenn diese Schieflage auf Gegenseitigkeit beruht und dynamisch /Flexibel ist.

Mit Fanatikern jedes Couleurs (Schwarz-weiß-Denker,extreme missionierende Vegetarier,Esoteriker,...) verstehen sich nur untereinander (wenn sie sich nicht den Kopf einschlagen).

Wenn Du in einem Brief Dich aussprichst würde ich nur Dein Empfinden beschreiben und nicht auf eine Meta-Ebene gehen , da ich denke es fehlt diesen Leuten daran oder sie verabscheuen Reflexion um jeden Preis (oder was auch immer).

Ich könnte es nicht, ich möchte mich mit offenen Geistern umgeben, die Zeit ist zu kurz um Fanatiker aufzutauen. Manche (oder alle) wären vielleicht ohne dieses Gerüst nicht lebensfähig.
Ich würde es ihnen nicht wegstoßen wollen, aber unterstützen???

Vielleicht gibt es Deiner Freundin? einen Gedankenstoß wenn Du ihr sagst Du fühlst Dich nicht (mehr) wohl, hmmh?

Übriginens gibt es IMHO sehr wohl einen (positiven) Unterschied zwischen (gesetzen) Gläubigen und "Missionaren" - das innere Selbst und das Urvertrauen. Solche Leute finde ich immer sehr erholsam und Kraft gebend.:blume:

Inaktiver User
23.03.2007, 06:38
@Seawasp: Deine Analyse war brilliant!:blume: