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Simone77
09.03.2007, 08:03
Vielleicht kann mir ja jemand weiterhelfen?

Mit lief gestern eine Jugendliche direkt ins Auto, ich konnte den Aufprall nicht mehr verhindern und so viel das Mädel auf meine Motorhaube und stürzte anschließend auf die Straße. Da ich nur 20 km/h schnell fuhr brachte ich meinen PKW sofort zum stehen. Das Mädel gab sofort zu ohne darauf zu achten hinter einem Bus auf die Straße gerannt zu sein, Zeugen die den Unfall beobachtet haben, können dies bestätigen.
Da sie ihre Schuld sofort zugab und mir bestätigte für den entstandenen Schaden aufzukommen, haben wir nur unsere Adressen ausgetauscht und die Sache darauf bewenden lassen.

Ich bin in meine Autowerkstatt gefahren, dort wurde ich sofort zur Polizei geschickt und habe eine Anzeige beim Polizeiposten meines Heimatortes aufgegeben. Der Polizist meinte ich solle mit den Eltern des Mädels reden um die Sache aus der Welt zu schaffen.
Kurz darauf hat mich der Vater des Mädels angerufen und beschuldigte mich, ich hätte seine Tochter angefahren. Er lies leider nicht mit sich reden und beharrte darauf einen Rechtsanwalt hinzuzuziehen.

Ich habe daraufhin den Unfall bei beim nächst größeren Polizeirevier angezeigt. Der zuständige Beamte meinte der Vater hätte bereits angerufen und gemeint seine Tochter sei angefahren worden.
Er beruhigte mich und meinte ich solle mir keine Sorgen mache, da ich einen Zeugen hätte, der den Unfall beobachtet habe und meine Version bestätigen kann.

Wenn der Fall von der Polizei geklärt wird, wie kann ich meinen entstandenen Schaden von der Jugendlichen einfordern? Muß zuerst ein Gutachten des entstandenen Schadens gemacht werden?
Was aber wenn die Polizei auch der Meinung ist ich hätte die Jugendliche angefahren?

Ich hoffe mir kann jemand weiterhelfen!

LG Simone

Inaktiver User
09.03.2007, 08:53
Grundsätzlich hättest Du SOFORT zum nächsten Revier fahren und den Vorfall anzeigen sollen (fürs nächste Mal, es "sieht" auch wesentlich besser aus).

Ansonsten hast Du Zeugen und damit sollte die Sache zwar nervig, aber sonst problemlos verlaufen. Ich würde versuchen, mir von meiner Rechtsschutzversicherung eine Deckungszusage zu holen und einen Anwalt anschalten, der mich "rechtsfreundlich" vertritt. Das ist die nervenschonendste Variante.

Simone77
09.03.2007, 09:01
Danke für die Antwort!

Ich stand nach dem Unfall richtig unter Schock und da das Mädel sofort sagte sie seie Schuld und kommt für den Schaden auf-bin ich nicht auf die Idee gekommen die Polizei zu rufen.
Ich habe den Unfall eine halbe Stunde später bei dem Polizeiposten meines Heimatortes angzeigt.

Tja und da kommt das nächste Problem, ich hab natürlich keine Rechtsschutzversicherung für Autounfälle.

LG

Inaktiver User
09.03.2007, 10:00
Hi Simone,

naja, eine halbe Stunde gilt eigentlich noch als mehr oder weniger unmittelbar.

Aber, wenn ich mich richtig erinnere: Deine Autohaftpflicht ist ja auch unter anderem dazu da, ungerechtfertigte Ansprüche abzuwehren.

Wichtig sind Deine Zeugen, und es sollte nicht allzuviel Schlimmes nachkommen.

Fürs nächste Mal: Versuche, eine günstige Rechtschutzversicherung zu bekommen - nur als Tip. Es lebt sich bedeutend leichter, Du siehst ja, wie schnell man als Unschuldiger in dumme Situationen kommt!

Simone77
09.03.2007, 10:13
Ich werde mich mal an meine Haftpflichtversicherung wenden und das ganze abklären!

Einer der Zeugen hat mir zum Glück seine Telefonnummer aufgeschrieben, habe gestern Abend nochmals mit ihm telefoniert und ihm die Situation geschildert, da die Polizei in den nächsten Tagen auf ihn zukommen wird.

Das werd ich als nächstes tun, das ganze war mir eine Lehre!

LG

Inaktiver User
13.03.2007, 19:52
Hallo Simone77.

Du mußt den Schaden Deiner Kfz-Haftpflicht melden (nicht Deiner [Privat]Haftpflicht). Schon klar oder?

Ich schick Dir noch einen kurze Info als PN zu, die für zukünftige Fälle wichtig sein kann.

lg. justii

flower287
13.03.2007, 22:29
Hallo Simone77.

Du mußt den Schaden Deiner Kfz-Haftpflicht melden (nicht Deiner [Privat]Haftpflicht). Schon klar oder?

Ich schick Dir noch einen kurze Info als PN zu, die für zukünftige Fälle wichtig sein kann.

lg. justii

Ergänzung: Simone, Deine KfZ-Haftpflicht hat einen indirekten Rechtsschutz (Abwehr) aber du solltest dennoch auch deine Ansprüche bei der Haftpflicht der Unfallgegnerin anmelden und dies ist dann deren Privathaftpflicht. Das setzt leider aber voraus, dass sich die Unfallgegener kooperativ verhalten, wenn nicht, so bleibst du möglicher Weise auf deinem Schaden sitzen. Hier könnte nur anwaltliche Hilfe Rettung sein, sorry, wie du schreibst, hast Du keine Rechtsschutzabsicherung. ich möchte dir nicht die Hoffnung nehmen aber ich sehe hier ohne Anwalt wenig Erfolg, um deine eigenen Interessen zu wahren.
Ich drücke dir die Daumen, dass sich doch alles zu einem guten Ende entwickelt.
Lg

Simone77
14.03.2007, 12:03
Hallo Justii und flower,

erstmal danke für Eure Antworten!

Ich war gestern Abend nocheinmal auf dem Polizeirevier und habe meine Aussage zum Unfall gemacht. Der Polizist meinte, der Fall sei für ihn klar, ich bin die Geschädigte und werde so auch in den Akten geführt.
Er hat mir aber auch den Tipp gegeben mir einen Anwalt zu nehmen um den Schaden einzufordern. Der Vater des Mädels zeigt sich, wie er meint, völlig unkooperativ-ich hab aber noch nicht mit ihm gesprochen.
Werde wenn der Fall geklärt ist, erstmal einen Brief an die Unfallgegnerin schrieben und sie auffordern den Unfall ihrer Privathaftpflichtversicherung zu melden und ihr eine Frist setzten, sollte sie das nicht machen, werde ich einen Anwalt hinzuziehen-den die gegnerische Versichrung ja dann bezahlen muß.

LG

Inaktiver User
14.03.2007, 13:50
Hallo Justii und flower,

erstmal danke für Eure Antworten!
.......
Werde wenn der Fall geklärt ist, erstmal einen Brief an die Unfallgegnerin schrieben und sie auffordern den Unfall ihrer Privathaftpflichtversicherung zu melden und ihr eine Frist setzten, sollte sie das nicht machen, werde ich einen Anwalt hinzuziehen-den die gegnerische Versichrung ja dann bezahlen muß.

LG

Wenn die Gegenseite versichert ist...
Ansonsten würden die persönlich haften, aber meist ist es so, daß Menschen, die keine Haftpflicht haben auch kein Geld haben... (Privathaftpflicht oft wegen Nichtzahlung gekündigt).

Dann würdest Du auf Deinen Kosten sitzen bleiben. Es sei denn, Deine Privathaftpflicht hat den sog. Forderungsausfall mitversichert. In diesem Fall zahlt Deine eigene Versicherung an Dich, wenn der Gegner keine Versicherung hat und die Forderung beim Gegner selbst (wegen Geldmangel) nicht einbringbar ist.

Der Forderungsausfall in der eigenen Privathaftpflicht ist damit im Prinzip genauso wichtig wie die Gefälligkeitsschäden, die noch immer in vielen Verträgen nicht versichert sind.

Schöne Grüße

justii

Simone77
14.03.2007, 15:33
Danke für die Informationen!

Ich warte jetzt einfach mal ab, wie das Verfahren ausgeht und dann werd ich mich darum bemühen meinen entstandenen Schaden ersetzt zu bekommen.

LG

Simone77
15.03.2007, 08:34
Gestern Abend wurde ich von dem zuständigen Polizisten angerufen, der Fall ist soweit geklärt, es steht nun eindeutig fest das ich die Geschädigte des Unfalles bin.

Gestern erhielt ich zusätzlich ein Schreiben des Anwalts der Gegenseite. Von diesem wurde ich aufgefordert mein Kennzeichen sowie die Haftpflichtversicherung nebst Versicherungsscheinnummer mitzuteilen.
Ich hab den Anwalt heute morgen angerufen und Ihm mitgeteilt das der Fall von der Polizei nun aufgeklärt sei und ich die Geschädigte des Unfalles sei!
Er meinte das habe nichts zu sagen und er würde notieren das ich mich weigern würde meine Daten herauszugeben.

Wie kann man hier jetzt weiter vorgehen?

LG

Inaktiver User
15.03.2007, 09:09
tztztztz....

Das Kennzeichen kann er von der Polizei erfahren und mit dem Kennzeichen kann er über den Zentralruf der Kfz-Versicherungen Deine Versicherung herausfinden.

Was will der eigentlich von Dir. Ich würde mich mit dem auch nicht unterhalten sondern sein Schreiben einfach an meine Versicherung weitergeben. Die kümmern sich schon darum.

lg. justii

Jenufa
15.03.2007, 10:15
Simone, Du schreibst in Deinem Eingangsposting etwas von einem Bus: Falls der Unfall in der Nähe einer Haltestelle stattgefunden hat, kann es sein, dass der Anwalt versucht, daraus etwas zu machen, da dort sehr strenge Vorschriften gelten (Googel mal nach §20 StVO - je nach dem wie man das interpretiert ist der Autofahrer da immer schuld). Wenn das so ist, würde ich darüber nachdenken, einen Anwalt zu konsultieren. Falls ich in das Wort "Bus" jetzt zu viel reininterpretiere, da es sich bspw. lediglich um einen parkenden Kleinbus gehandelt hat, würde ich wie empfohlen die Versicherungen machen lassen.

flower287
15.03.2007, 10:54
Hallo Simone, da offenbar die Gegenseite auf Streit aus ist und bereits ein Anwalt im Spiel ist,rate ich dir dringend, ebenso einen Anwalt zu beauftragen, denn leider sind "recht haben" und "Recht bekommen" zwei verschiedene Schuhe. Ein raffinierter Anwalt der Gegenseite kann dich ganz schnell zur Schuldigen machen.
Liebe Grüße
Flower

Simone77
15.03.2007, 13:02
Hallo Jenufa,

danke für Deinen Hinweis, ich bin mit Schrittgeschwindikeit nach § 20 Abs. 4 StVo an dem Bus vorbeigefahren und habe somit entsprechend der gesetzlichen Bestimmung gehandelt. In der Straße die ich befuhr ist ein Tempolimit von 20 km/h ausgewiesen.
Das Mädel ist direkt hinter einem Bus auf die Fahrbahn getreten, ich hatte keinerlei Chancen den zusammenstoß zu vermeiden. Zudem befand sich in unmittelbarer Nähe ein Fußgängerüberweg.
Wie ich schon geschrieben habe, hat die Polizei dies ebenso ermittelt und führt mich als Geschädigte auf.

Ich hab jetzt einmal mit meiner Juristin (beruflich) gesprochen und sie meinte ich solle erstmal dem Anwalt ein Schreiben zukommen lassen und sollte dies ebenfalls keine Wirkung haben einen eigenen Anwalt zu konsulitieren und Notfalls meine Schadensersatzansprüche vor Gericht einzufordern.
Den Weg werde ich jetzt auch gehen...

Finde es wirklich sehr bedauerlich, mich würde mal interessieren wie der Vater des Mädels reagieren würde, wenn ihm jemandem ins Auto laufen würde.

Nochmal Danke für Eure Antworten!

LG

Nocturna
17.03.2007, 22:31
Das mit dem Bus habe ich noch nicht gecheckt. War das ein Kleinbus, Linien- oder Schulbus? Hat er geparkt, wegen Stau gehalten oder war dort eine Haltestelle? Ist das Mädchen ausgestiegen und blindlings über die Straße gerannt? Hatte der Bus, falls er Personen befördert hat, Warnblinklicht an?

Ich denke mal, hier liegt der Knackpunkt, wo der gegnerische Anwalt ansetzen will.

Jenufa
19.03.2007, 14:36
Falls es sich um einen Omnibus an einer Haltestelle handelt:
§20(4) besagt aber, dass man in Schrittgeschwindigkeit und nur in dem Abstand vorbeifahren darf, mit dem eine Gefährdung der Passagiere ausgeschlossen ist. Das heißt alles und nichts, da könnten man argumentieren, dass ein angemessener Abstand der ist, in dem Dir noch ein Kind vor das Auto rennen und Du trotzdem bremsen kannst. 20 km/h gilt übrigens als mehr als Schrittgeschwindigkeit, das Tempolimit wäre im Haltestellen-Fall unerheblich. Und sollte der Bus Warnblinker angehabt haben, hättest Du gar nicht vorbeifahren dürfen.

Das soll keine Verurteilung sein, sondern nur, wie man die Lage auch sehen und interpretieren könnte. Da die Polizei Dich als Geschädigte ansieht, denke ich, dass das alles geklärt ist, aber Du solltest Dir wegen der Einschätzung der Polizei alleine nicht zu sicher sein.

Ich vermute, der Vater hat mindestens so einen großen Schreck wie Du und sucht einen Schuldigen und sein Anwalt ist mehr oder weniger verpflichtet, dieser Einschätzung des Vaters zu Recht zu "verhelfen".
Ich denke, Du tust im Augenblick aber das Richtige. Viel Glück!

Simone77
21.03.2007, 12:11
Das mit dem Bus habe ich noch nicht gecheckt. War das ein Kleinbus, Linien- oder Schulbus? Hat er geparkt, wegen Stau gehalten oder war dort eine Haltestelle? Ist das Mädchen ausgestiegen und blindlings über die Straße gerannt? Hatte der Bus, falls er Personen befördert hat, Warnblinklicht an?

Ich denke mal, hier liegt der Knackpunkt, wo der gegnerische Anwalt ansetzen will.

Es war ein Linienbus, dort ist eine Haltestelle aber keine Bucht, d.h. der Bus steht mitten auf der Straße. Er hatte kein Warnblinklicht an (er muss dies an der Haltestelle auch nicht machen, da die Haltestelle nicht mit einem roten Dreieck gekennzeichnet ist)! Daher habe ich mich was die Geschwindigkeit betrifft absolut korekkt verhalten.
Das Verfahren ist mittlerweile von der Polizei abgeschlossen und ich gehe eindeutig als Geschädigte hervor.
Nach der Vernehmung hat der zuständige Beamte das Mädel in ein Gespräch verwickelt und in diesem hat meinte sie, sie sei viel zu spät dran gewesen und hätte es eilig gehabt. Sie rannte direkt hinter dem Bus auf die Straße, obwohl sich in unmittelbarer Nähe ein Zebrastreifen befand.

Der Anwalt kann dort natürlich ansetzten, aber der Hergang ist durch die Polizei eindeutig geklärt und daher werd ich meine Ansprüche wohl oder übel vor Gericht einfordern müssen.

Nocturna
21.03.2007, 15:00
StVO
I. Allgemeine Verkehrsregeln
§ 20 Öffentliche Verkehrsmittel und Schulbusse
(1) An Omnibussen des Linienverkehrs, an Straßenbahnen und an gekennzeichneten Schulbussen, die an Haltestellen (Zeichen 224) halten, darf, auch im Gegenverkehr, nur vorsichtig vorbeigefahren werden.
Hm, im Prinzip hast du dann nichts falsch gemacht. Allerdings kenne ich es so, dass man bei einer Beteiligung von Kindern automatisch den schwarzen Peter in die Schuhe geschoben bekommt.

Insofern würde mich interessieren, ob die Sache für dich vor Gericht glatt läuft. Es wäre nett, wenn du Bericht erstatten könntest, falls die Sache vor dem Kadi landet.

Simone77
23.03.2007, 07:49
Hallo Nocturna,

ich habe dem Anwalt der Jugendlichen nocheinmal einen Brief geschrieben um die Sache evtl. auf normalem Wege klären zu können. Sollte das auch keine Wirkung zeigen, wird mir nichts anderes übrig bleiben als vor Greicht zu gehen.

Ich werde dann über den Ausgang berichten...

LG