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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Angst vor der Angst und bedeutet das gleiche Gefühl auch immer die gleiche Lösung?



Ella
08.03.2007, 21:11
Hallo! Mir gehts grad ganz schön mies und ich bin ziemlich down.
Ich schilder jetzt mal meine Geschichte, auch wenn es etwas länger dauern wird.

Ich habe ein ganz schreckliches, schlimmes Bauchgefühl was mich immer wieder einholt und gegen ich bisher nie etwas unternehmen konnte. Es trat bisher immer im Zusammenhang mit einer Beziehung auf. Ich hatte (für mich plötzlich und aus heiterem Himmel) mit einem mal ein ganz schreckliches Angstgefühl, meinen Partner nicht mehr zu lieben. Es überlagerte sämtliche andere Gefühle, stürzte mich in tiefe Depressionen und hielt exakt solange an, bis ich die Beziehung beendet hatte, oder aber der andere Schluss machte, da er es nicht mehr aushielt. Meine erste Beziehung dauerte 3 einhalb Jahre, fast 3 Jahre davon schleppte ich dieses Gefühl mit mir herum, bis mein damaliger Freund sich trennte. Das Gefühl verschwand langsam, ich dachte: Du hast ihn nicht geliebt, deswegen hattest du das schlimme Gefühl, jetzt gehts dir wieder gut. Mir war im nachhinein auch klar, weswegen die Bezieung nicht klappen konnte, wir passten nicht zueinander.

Meine zweite Beziehung verlief unglaublich harmonisch und schön, "plötzlich" nach 2 einhalb Jahren wieder dieses Angstgefühl, Panik, Depressionen. Wir trennten uns 8 Monate später weil mir klar war, ich liebe ihn nicht mehr genug, daher muss dieses Gefühl kommen. Das Gefühl ging allmälig weg die Depressionen wurden besser.

Ich lernte vor 8 Monaten einen Mann kennen, mit dem ich auf einer Wellenlänge schwimme, der unglaublich toll ist. Ich währte mich von Anfang an gegen jegliche Gefühle, da ich Angst hatte, ich könnte jemals wieder dieses grausame Gefühl bekommen.
Er liebt mich und er sagt es mir ständig, ich währte mich dagegen. Ich dachte ich muss erst noch warten und ich muss mir erst sicher sein. Vor zwei Wochen küssten wir uns zum ersten mal, da ich es wollte da ich mich in ihn verliebt habe.
Seit gestern habe ich wieder das schreckliche Gefühl. Es ist da und sagt mir: Irgendwas läuft falsch. Nur weiß ich nicht was. Wir haben gesagt, dass wir uns mit allem Zeit lassen. Wir haben nicht davon gesprochen jetzt eine Beziehung zu haben.
Es kann doch nicht jetzt alles vorbei sein bevor es angefangen hat. Soll ich aufgrund dieses Gefühls sagen: nein das hat keinen Zweck denn bisher ging es mir nur besser wenn ich mich getrennt habe und das Gefühl hörte erst auf, wenn ich wieder alleine war?

Dieses Bauchgefühl sagt mir das etwas nicht stimmt, ist die einzige logische Konsequenz daraus dass ich ihn nicht liebe und nie mit ihm zusammen sein kann?
Ich hab so Panik und Angst udn fühl mich so mies. Ich hab ihm das alles gesagt und er hat mir versichert das alles für ihn in Ordnung ist, auch wenn ich sage, dass wir jetzt nicht zusammen sein können und auch das er damit klar kommen wird, wenn wir nie zusammen sind. Wieso fühle ich mich so verdammt beschissen?
Ich kann dieses Gefühl einfach nicht mehr ertragen, es erdrückt mich und macht mich völlig wahnsinnig.

Gibt es immer nur die eine Lösung? Ist das eine Lösung?
Ich bitte um eure Hilfe, ich weiß einfach nicht mehr weiter.
Ella

Lizzie64
08.03.2007, 22:09
hallo ella,

ich werfe mal vorsichtig einen gedanken zum nachdenken ein:

könnte es so sein, dass du dich selbst nicht so recht leiden kannst? und dieses in jeder neuen beziehung zum stolperstein wird, und du dich schlecht fühlst, weil du tief innen drin das gefühl hast, dass es mit euch nicht gut gehen kann?

dasist nur eine vermutung, aber möglicherweise geht sie ja in die richtige richtung

Ella
08.03.2007, 22:19
Hallo Lizzie.
Vielen Dank für Deine Antwort!
Also momentan hasse ich mich regelrecht dafür, dass ich wieder solche (unbegründete) Panik schiebe und mich in Depressionen denke. Im Normalzustand kann ich mich allerdings ganz gut leiden und bin auch recht zufrieden, abgesehen von Beruflichen bzw Unitechnischen Dingen die durch diese ganze Emotionale unausgeglichenheit immer ziemlich gelitten haben.

Ich hasse es an mir, dass ich so panisch reagiere und dadurch auch keine klaren Gedanken mehr haben kann.
Es sieht dann alles so unausweichlich aus, es gibt keinen anderen Weg als den der Zerstörung und den des alleine seins.

Als gäbe es immer nur eine einzige Möglichkeit...
:-(

Over_board
09.03.2007, 18:09
Hi Ella,

ich weiß da ehrlich gesagt nun auch nicht so wirklich weiter... mir ist es auch schon so ähnlich gegangen wie dir, aber ohne Wiederholungen so dass ich es bei mir nicht als ein Muster sehe, das unabhängig von der anderen beteiligten Person ist.
Bei dir könnte das schon gut so sein, aber ich kann das nicht beurteilen.

Könnte es sein dass du starke Verlassensängste hast? (jetzt nicht nur im Bezug auf die Beziehung, sondern auch mit Freunden, familiär...?)
Ich finde es wichtig, nicht emotional abhängig von einer anderen Person zu sein, sondern auch mit sich selbst glücklich sein können. Hast du das während einer längeren Single-Phase mal versucht?


Mir war im nachhinein auch klar, weswegen die Bezieung nicht klappen konnte, wir passten nicht zueinander.
Beim ersten Mal hat dich dein Gefühl nicht getäuscht - wie war es denn beim anderen Mal, hast du es da hinterher bereut?

Ich tendiere bei mir inzwischen dazu meine Bauchgefühle ernst zu nehmen, auch wenn ich sie nicht (bzw. nicht sofort) rational begründen kann. Bisher lag ich damit nicht falsch.

Aber versteht das nicht als Tipp der für dich auch gelten muss, gerade eingefahrene Ängste müssen nicht immer begründet sein.
Gerade das hier:
Ich hasse es an mir, dass ich so panisch reagiere und dadurch auch keine klaren Gedanken mehr haben kann.
Es sieht dann alles so unausweichlich aus, es gibt keinen anderen Weg als den der Zerstörung und den des alleine seins. klingt für mich so, als würdest du es dir selbst gar nicht gönnen, glücklich zu sein, gerade so als wolltest du dich selbst bestrafen.

Naja, das ist jetzt alles ziemlich wirr... :smile:

Overboard

Ella
11.03.2007, 23:11
Hallo Over_board!
Vielen Dank für Deine Nachricht! Es ist immer schön unabhängige Meinungen zu hören!
Es ist richtig dass ich starke Verlustängste, Trennungsängste, Angst vor dem Tod von mir bekannten und geliebten Personen habe.
Während einer Singelphase hatte ich diese Panik nicht.
Ich habe zwar übertriebene Ängste aber nicht diese Panik, keine körperlichen Symptome usw. Von einer längeren Singel- Phase kann man nicht sprechen da zwischen meiner ersten und zweiten Beziehung nur knapp 1 Jahr lag, wobei die Beziehung sich nicht plötzlich ergeben hat, sondern sich über einige Monate entwickelte und ich deswegen mental eigentlich auch nicht lange Singel war. Jetzt bin ich seit einem Jahr Singel, habe aber den Mann wegen dem ich jetzt wieder diese Ängste ausstehe im letzten Sommer kennengelernt und verbringe seit dem auch ziemlich viel Zeit mit ihm.
Er hat mir ziemlich bald gesagt dass er viel für mich empfindet, aber weiß dass ich unbedingt meine Solo-zeit brauche. Dennoch entwickelte sich unsere Freundschaft ziemlich stark und schnell.

Ich war wegen dieser Panik/Angststörung drei Jahre in Behandlung, habe damals aber nie wirklich mit dem Therapeuten gearbeitet, soll heißen: ich habe niemals wirklich das ausgesprochen was hinter meiner Angst steckte: Das meine Beziehung beendet werden muss, damit ich keine Ängste mehr habe. Ich habe auch vermieden zu erzählen was genau ich wirklich empfinde, da ich Angst hatte der Therapeut würde mir sagen, dass die einzige Lösung die Trennung ist. Letzendlich ist es so oder so eingetreten....

Beim ersten mal (meine erste Beziehung!) hat mein Gefühl mich nicht getäuscht, was wirklich kein Wunder war. Ich fühlte mich in der Beziehung nachher auch wirklich nur noch schlecht und war sehr erleichtert als er sich dann nach 3 1/2 Jahren von mir trennte. Es war ein großer Fehler von mir, solange in der Beziehung zu bleiben, ich hatte aber so panische Angst ihn zu verlassen, dass ich es einfach nicht konnte. Ich war damals allerdings auch noch wirklich sehr jung und hab mir selbst was vorgemacht.

Die zweite Beziehung war ganz anders und war wirklich sehr schön, nach 2 1/2 Jahren kam "urplötzlich" (quasie über Nacht) die Angst dass ich ihn nicht mehr liebe. Da ich 3 Jahre dieses schreckliche Gefühl mit mir herum geschleppt hatte, damit meine ich wirklich 3 Jahre ohne Pause(!) jeden Tag-->( ich hatte starke Depressionen, nahm antidepressiva) war es mir ja nicht unbekannt und ich wusste quasie sofort dass es unausweichlich ist, mich zu trennen. Es folgten harte Monate in denen ich in das gleiche Loch viel, wie in der ersten Beziehung, es war die pure Verzweiflung, ich sah keinen Ausweg. Wir trennten uns dann weil wir beide keine Kraft mehr hatten und weil er mich, verständlicher Weise, auch irgendwann nicht mehr so geliebt hat, da diese Angst einfach alles andere überschattet.

Im Grunde bin ich ein sehr lebensfroher Mensch und begeistere mich für sehr viele Dinge. Mit dieser Sache in der ich den kompletten Kontrollverlust erlebe und es (scheinbar) nur eine Lösung gibt, nämlich die loslösung der mir geliebten Person, komme ich absolut nicht mehr zurecht.

Ich denke es wird sich immer wieder bei jeder Beziehung die ich eingehe oder bei der ich denke dass ich sie eingehen könnte, wiederholen.

Was soll ich dagegen tun? Ich bin wirklich völlig Rat- und Motivationslos. ER ist mir so unglaublich wichtig und ähnlich und die Vorstellung mit ihm zusammen zu sein ist wundervoll. Dennoch überlagert die Angst alles andere und lässt keine klaren Gedanken mehr zu.

Sorry das es so lang geworden ist, ich hoffe ich bekomme noch ein paar Antworten.
LG
Ella

Over_board
14.03.2007, 22:36
Hi Ella,
ich hatte bisher keine Zeit dir zu antworten.

Darf ich fragen wie es bei dir Therapie-mäßig gerade ausschaut? Hast du die Therapie die du erwähnt hast "erfolgreich" beendet bzw. bist du noch anderweitig in Behandlung (wo du z.B. auch deine Antidepressiva verschrieben bekamst)?

Mein Küchenlatein reicht hier leider nicht aus um Licht in die Sache zu bringen :smirksmile:.

Hast du überlegt dich noch Mal in Behandlung zu begeben? Und zwar bei einem anderen Therapeuten, den du wirklich vertraust?

Ich habe auch vermieden zu erzählen was genau ich wirklich empfinde, da ich Angst hatte der Therapeut würde mir sagen, dass die einzige Lösung die Trennung ist. Letzendlich ist es so oder so eingetreten....
Das hört sich für mich so an, als hättest du Angst von deinem Therapeuten bevormundet zu werden. Ein guter Therapeut sollte eigentlich gar nicht auf die Idee kommen dir einfach seine Meinung aufzuzwingen, sondern er sollte dich soweit bringen dass du irgendwann selbst erkennst was dir guttut. :smile:

Vielleicht machst du dich noch Mal auf die Suche nach einem guten Therapeuten? Ich denke es lohnt sich (vor allem wenn die Alternative allein bleiben bedeutet :smirksmile:)

Ich wünsche dir alles Gute, :blumengabe:
Overboard

BlauerHimmel
14.03.2007, 23:01
Du scheinst an phasenweise auftretenden Depressionen zu leiden, die du dann umdeutest in "es stimmt was in der Beziehung nicht". Wenn das stimmt, schießen deine Depressionen immer wieder deine Beziehungen kaputt. Da du "die Gefühle" auch so beschreibst, als seien sie gar nicht wirklich bezogen auf den jeweiligen Partner, scheinen sie gar nicht von der momentanen Beziehungssituation abzuhängen. Dadurch, dass du jahrelang solche Gefühle deinem Therapeuten verschweigst, kannst du das Problem aber nicht mal ansatzweise angehen. Du solltest dir jetzt einen Therapeuten suchen, mit dem du mal wirklich reinen Tisch machst. Ist doch schade um die guten Beziehungen!

Gruß
BlauerHimmel

tollekirsche
24.03.2007, 12:50
Hallo Ella,

hab das gelesen... ich kenn mich ein bissi aus und kann teilweise die beklemmung nachvollziehen.
ersten glaube ich auch nicht, dass dein Freund das Problem ist, sondern was es mit der LIebe zu jemandem auf sich hat. Insofern kannst du dein Problem vielleicht lösen ohne ihm wehzutun.
Zweitens glaube ich, dass du bei den Beziehungsabbrüchen das Problem eben nicht gelöst hast, sondern die LÖsung vermieden hast, sodass es so lange auftauchen wird, bis du es lösen konntest.

Ich denke die Lösung könnte im Weiterführen der Beziehung und im Anschauen deiner Person darin liegen.

Du hast bisher von den Panikattacken gesprochen, aber nie vom Inhalt und von der auslösenden Situation.

Das du das so ansprichst ist ein gutes Zeichen dafür, dass du Lösungsbereit bist ohne alles kaputt zu machen.
Blauer Himmels Rat bezüglich Unterstützung finde ich gut, denn du brauchst jemanden, der dir immer wieder hilft nicht deiner Beziehung (= deinem Partner) die Schuld zu geben und einen Rahmen zu schaffen WIE Bezihung für dich im Moment lebbar ist.
Wie alt bist du, wenn ich fragen darf?
liebe Grüße und viel Erfolg, TK

Ella
27.03.2007, 08:07
Hallo ihr Lieben,
tut mir leid dass ich erst jetzt antworte...
vielen Dank für eure Beiträge!
@Over_board:Therapiemäßig siehts bei mir momentan lau aus, ich suche mehr oder weniger, habe eine Überweisung und müsste mich mal speziell nach einem Psychotherapeuten umschauen der auf Angststörungen spezialisiert ist. Ich müsste etwas mehr motivation haben meine Probleme in Angriff zu nehmen, da sie mich im Alltag auch schon ziemlich einschränken, es ist bloß alles so anstrengend...
Das mit der Angst vom Therapeuten bevormundet zu werden stimmt so in etwa, ich hatte Angst, dass er mir sagen könnte, dass Trennung die einzige Möglichkeit ist und dann hätte ich quasie von einem Experten die Meinung gehört und meine Zweifel wären nie weggegangen. (Mein irreführender Gedankengang, da die Beziehung ja so oder so beendet wurden, weil ich mit meiner neurotischen Angst alles kaputt mache)
@blauerhimmel:Phasenweise Depression würde ich das schon fast nicht mehr nennen. Ich habe auch schon mal an Manie gedacht, bloß treffen sehr viele Typische Verhaltensmuster nicht auf mich zu. Ich habe durchaus sehr miserable Phasen in denen ich wirklich verzweifelt bin, dann wieder Phasen in denen es besser ist, aber ein wirklich gutes "reines" Gefühl hatte ich schon wirklich lange nicht mehr. Meine Ängste beziehen sich mittlerweile auf alle Möglichen Kleinigkeiten und erschweren mir wirklich einiges. Ich sage mir selbst so oft: Jetzt hör doch mal auf, da ist doch nichts bei, aber die Angst bleibt. Ich weiß dass ich einen Therapeuten brauche, bloß gibt es doch relativ wenig die sich mit dieser Art von Angststörung auskennen. (Zumindest die, die ich bisher angerufen habe)
@tollekirsche:Ich glaube auch, dass ich nicht irgendeine Lösung gefunden habe, sondern mich eben davon gemacht habe, um nicht von der Angst und Panik erdrückt zu werden. Panikattacken äußern sich bei mir mit Druck auf der Brust, schlecht Luft kriegen über Wahrnehmungsstörungen und Realitsätverlust. Wenigstens da haben mir meine alten Therapien etwas helfen können, denn ich kann mittlerweile einigermaßen damit umgehen und kann so eine Attacke auch einigermaßen gut vorüberziehen lassen ohne es mir groß anmerken zu lassen. Leider habe ich bisher nie ein Muster für die Attacken erkannt, sie kommen allerdings sobald ich mich in eine Sache hineinsteigere, (gedanklich) was leider ziemlich oft vorkommt. Es geht dann um die banale frage: Was wäre wenn und steigert sich kontinuierlich. Ich weiß bloß nicht wie ich es abschalten soll. Das erste mal hatte ich eine solche Panikattacke aus heiterem Himmel, mit 14. Ungefähr drei Jahre hatte ich Depressionen und (ich bezeichne diese Angst als grauer Faden der sich durch mein leben zieht) Panikattacken. In dieser Zeit war ich auch mit einem Jungen zusammen der dann, als ich 18 wurde, schluss machte. Danach ging es mir gut, bis ich 21 war. Wieder das selbe Spiel, war da 2 Jahre mit meinem letzten Freund zusammen, wir trennten uns letztes Jahr im Februrar seit dem sind meine Depressionen nicht weg und ich habe ja seit neustem auch wieder Panik. Ich werde in einem Monat 23. Die Angst habe ich dann schon 9 Jahre. Wenn ich mir überlege dass das den Rest meines Lebens so bleiben soll...
Ich komme irgendwie nicht weiter, alle Lösungswege scheitern und statt besser wird es immer nur schlimmer.
Ich danke euch für eure Antworten!
Liebe Grüße
Ella