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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Tod



Inaktiver User
07.03.2007, 15:01
Hallo.
In einem anderen Strang hier wurde sie bereits angesprochen, die Angst vor dem Tod, davor, Angehörige und Freunde zu verlieren oder auch die Angst vor dem eigenen Tod.
Ich hab mal gegoogelt und dabei festgestellt, dass ich bei weitem nicht die einzige bin, die sich damit beschäftigt.
Da ich ja meistens hier in der BriCom bin und diese anderen Foren mit nicht so zusagten, hab ich also mal hier diesen Strang eröffnet.

Gestern rief meine Ma an und erzählte mir, dass es meiner geliebten Großmutter nicht gut gehe.
Sie ist 82 und hat seit Montag dauernde Schmerzen in den Herzgegend und einen oberen Blutdruck von 230 trotz der Tabletten, die sie schon seit Ewigkeiten einnimmt.

Das hat mich mal wieder daran erinnert, (und ich erinne mich wirklich sowieso schon sehr - zu- häufig daran), dass irgendwann ein Anruf kommen wird... Ihr wisst schon.

Gestern Abend war ich ziemlich fertig, hab mal wieder sehr lange geweint.
Das Thema Tod ist so, ach ich weiss nicht, was ich schreiben soll. Man spricht eben nicht drüber. ich würde gern mal meine Großeltern fragen, ob sie Angst davor haben, jetzt wo sie schon so alt geworden sind...
Aber sowas tut man halt einfach nicht. ich könnte das ohnehin nie ansprechen, ohne gleich in Tränen auszubrechen...

Ich habe wirklich dauernd Angst, dass meinen Lieben was passiert, was ja sicherlich allen so geht. Ich wohne nicht in Deutschland, bin auch beruflich seit Jahren monatelang nicht da...

Kennt Ihr das, dass die Angst vor dem Tod vllt etwas über das normale Maß hinausgeht?
Wie geht Ihr damit um?
LG M

Inaktiver User
07.03.2007, 15:17
Hi Marcellaise,
ich versteh' Dich sehr gut.
Mir geht es nämlich ähnlich...ich habe schon so viele nette Menschen verloren, daß ich manchmal Angst habe, jemand zu nah an mich heran zu lassen. Er oder sie könnte ja wieder sterben...
Interessanterweise wurde es etwas besser, als ich älter wurde. Ich bin ein wenig gelassener geworden, aber die Angst ist immer noch da, nicht mehr so im Vordergrund, aber deutlich spürbar.
Da erkrankt eine junge Verwandte an Brustkrebs, ein Arbeitskollege hat einen Herzinfarkt, ein Bekannter stirbt durch einen Unfall...

Ich glaube, das ist die Tragödie im Leben: der Tod ist immer gegenwärtig, mal in der Nähe, mal ferner, und wenn du älter wirst, kommen die Einschläge näher.
Ich hab' weniger Angst um mich, glaube auch an ein Leben danach, aber ich habe Angst um die Menschen, die ich mag.

Andererseits macht gerade der Tod das Leben so unendlich wertvoll, einzigartig. Die einzige Möglichkeit aus der Angst ist: zu leben, zu lieben - und vielleicht kommt eines Tages der Zeitpunkt, an dem man den Tod nicht mehr als schrecklich und grauslich ansieht.
Tränen tun gut - und das Sprechen über Ängste auch...
ich halte Dir die Daumen, daß es Dir bald etwas besser geht

Ruby

Ricarda44
09.03.2007, 10:35
Angst bedeutet Enge.
Mit dieser Angst, die doch irgendwie unbegründet ist, engt man sich selber ein. Jedenfalls die eigene Lebensqualität.

Weshalb denke ich, dass die Angst unbegründet ist?
Es kommt alles sowieso.
Ob wir nun Angst haben davor oder nicht.
Die Wahrscheinlichkeit aber, dass alle Ängste, die wir so mit uns herumtragen sich auch in Realität umsetzen, steht doch 50 zu 50.

Vieles können wir nicht ändern, sondern müssen damit im Leben "fertig werden".

Übertriebene Ängste können eine ganze Menge Unheil auslösen. Hier mal ein Beispiel:

Eine Tageszeitung berichtete einmal über einen Mann, der versehentlich in ein Kühlhaus eingeschlossen worden war. Da es schon sehr spät war und der Mann wusste, dass niemand mehr bis zum nächsten Morgen kommen würde, wusste er, dass er sterben würde, da kein Mensch bei minus 30 Grad eine Nacht ohne entsprechende Hilfsmittel überleben kann. Dieser Mann schrieb deshalb einen Abschiedsbrief an seine Frau und seine Kinder. Am nächsten Morgen fand man den Mann tot auf. Dies verwunderte alle, da über Nacht die Kühlanlage ausgefallen war und dadurch die Temperaturen so niedrig waren, dass der Mann hätte eigentlich überleben können müssen. Dieser Mann starb an seinem Glauben, sterben zu müssen.

Und noch eine zweite:

Eine aufsehenerregende Geschichte ereignete sich in den 50er Jahren. Zu der damaligen Zeit wurde ein Mittel gegen Krebs erforscht, in das man sehr große Hoffnungen setzte. Die Presse berichtete ausführlich darüber, dass wohl der Durchbruch geschafft sei. Ein Patient, der unter einer fortgeschrittenen Krebserkrankung der Lymphdrüsen litt, bat seinen behandelnden Arzt, dieser möge ihm doch dieses neue Mittel geben. Der Arzt willigte ein. Nach der Verabreichung des Medikaments ging es dem Patienten von Tag zu Tag besser. Nach kurzer Zeit verschwanden die Tumoren und der Patient konnte als geheilt entlassen werden. Als dann aber die Nachricht durch die Presse ging, dass das Medikament bei weitem nicht die Hoffnungen erfüllte, die man in es gesetzt hatte, ja dass es wirkungslos sei, erlitt der Patient einen schweren Rückfall. Sein Krebs kam wieder zum Vorschein. Dieses mal berichtete der Arzt dem Patienten, dass man nun ein Mittel gefunden habe, das ihn sicherlich heilen werde. Der Arzt gab dem Patienten mehre Spritzen, die nicht anderes enthielten, als Kochsalzlösung, eine völlig wirkungslose Substanz. Und wieder begannen sich die Krebszellen so weit zurückzubilden, dass der Patient als geheilt angesehen werden konnte. In beiden Fällen hatte der Glaube des Mannes, dass ihm geholfen werden kann, die Heilung bewirkt.

Vielleicht einfach mal drüber nachdenken, was GLAUBENSMUSTER so bewirken können.

Ich wünsche Euch alles Gute!

Inaktiver User
09.03.2007, 12:47
Hallo Ricarda,

das sind ja sehr interessante Geschichten.
Ich denke auch, man hat durch den eigenen Glauben so einiges in der Hand. Nur ist die Angst vor dem Tod keine irrationale Angst. Der Tod ist gegenwärtig. Sich dies bewusst zu machen, fällt sehr schwer. Am liebsten verdränge ich alle Gedanken daran und denke: es zählt der Moment, was in Zukunft sein wird, zählt JETZT nicht und darf dich nicht zu sehr beeinflussen.

Übrigens: Ich schätze deine Beiträge sehr. Sie bringen mich oft zum Nachdenken. :blumengabe:

Lg, Litschi

Ricarda44
09.03.2007, 14:04
Ja, danke für die Blumen! Es gibt ja auch 'ne Menge zum Nachdenken. Nur was man gedacht hat, kann man ja auch irgendwie "begreifen".

Inaktiver User
09.03.2007, 14:33
Der Tod ist gegenwärtig. Sich dies bewusst zu machen, fällt sehr schwer. Am liebsten verdränge ich alle Gedanken daran und denke: es zählt der Moment, was in Zukunft sein wird, zählt JETZT nicht und darf dich nicht zu sehr beeinflussen.

Genauso mache ich das auch meistens.
Aber in letzter Zeit, tja, die Großeltern haben schon ein hohes Alter erreicht, plötzlich denke ich mehr daran.
In ruhigen Momenten meistens.... :knatsch:

Inaktiver User
09.03.2007, 14:56
Genauso mache ich das auch meistens.
Aber in letzter Zeit, tja, die Großeltern haben schon ein hohes Alter erreicht, plötzlich denke ich mehr daran.
In ruhigen Momenten meistens.... :knatsch:

Liebe Marseillaise,
ich kann dich sehr gut verstehen. Mir machen Gedanken an den Tod auch Angst. Ich habe leider nur noch eine Großmutter und da mach ich mir natürlich schon manchmal sorgenvolle Gedanken. :knatsch:
Ich merke aber, je besser ich mit mir und meinem Leben klarkomme, je mehr ich mit mir im Reinen bin und mein Leben auch genießen kann, desto weniger habe ich diese Gedanken.
Bzw. kommen sie und gehen wieder vorüber.
Ich versuche, jeden Tag ein wenig dankbar zu sein, für alles Gute, was mir passiert. Auch für das manchmal nicht so gute, denn das bringt mich weiter, daraus kann ich lernen und daran wachsen.

Mir geht es auch so, dass ich um meinen eigenen Tod keine Gedanken habe und keine Angst. Zumindest nicht akut. Mein einziger Wunsch ist, dass meine Lebensuhr noch ganz ganz lange tickt und dass ich meine Zeit hier auf der Erde gut verbringen und nutzen kann.
Mehr Ängste habe ich, was meine Familienmitglieder betrifft. Da ertappe ich mich öfter bei den Gedanken.
Es ist wirklich ein heikles Thema und leider ein Tabu.

Litschi

prinzessin01979
11.03.2007, 00:04
Hallo Marseillaise,

ich kann dich gut verstehen. Habe meinen kleinen bruder vor ca. 1/2 jahr verloren. Seitdem habe ich wahnsinnige angst entwickelt, meinen eltern könnten auch sterben. Vorher hatte ich mir darüber nie gedanken gemacht u. nun werd ich schon unruhig, wenn ich meine mum z.B. nicht gleich am telefon erreiche.

Ich weiss allerdings auch nicht, was man gegen diese angst machen kann..

Lg,
Melissa

Elsa34
14.03.2007, 00:33
Hallo Marseillaise,

ich kann Dich sehr sehr gut verstehen wie es Dir geht. Ein sehr guter Freund ist am 17.2.07 gestorben und seitdem geht es mir auch ziemlich schlecht. Bei meiner Oma und Opa war ich damals noch zu jung um das alles zu begreifen, aber das war wirklich ganz ganz schlimm für mich. Ich war auch noch im Krankenhaus als er im Sterben lag und wir haben uns alle von ihm verabschiedet.

Ich habe auch wahnsinnige Angst davor noch mehr Menschen die ich mag und liebe zu verlieren und das kann ja so schnell gehen, habe ich ja gesehen. Ich weiss leider auch noch nicht, wie ich damit umgehen soll.

Liebe Grüße
Elsa

Inaktiver User
14.03.2007, 13:40
Die Angst vor Verlust ist die eine Seite. Die andere ist der Gedanke an den eigenen Tod. Ob tabu oder nicht, ich spreche mal aus, was ich fühle:

Ich habe Angst vor dem einen Moment, wenn es mal bei mir soweit ist. Wie nimmt man es wahr? tut es weh? Hat man Angst? Ich bin ein Mensch, der gerne die Kontrolle über alles hat und der Tod ist absoult unkontrollierbar, das macht mir wahnsinnige Angst.

Manchmal wünschte ich mir aus dem Gehirn streichen zu können, dass uns Menschen bewußt ist, dass wir mal sterben werden. Aber gesund wäre das auch nicht, es würde für uns alle wahrscheinlich einen noch früheren Tod bedeuten.

Wenn Euch jemand fragen würde: Willst Du das ewige Leben? Ihr könntet es geschenkt bekommen ohne jegliche Bedingung....

was würdet Ihr antworten? Ich weiß nicht, was ich antworten würde..:wie?:

Inaktiver User
14.03.2007, 18:45
@ Prinzessin und Elsa: es tut mir sehr Leid.
Ich weiss gar nicht was ich schreiben soll, ich habe bisher noch nie jmd aus meiner Familie verloren und mache mir Sorgen über die Zukunft während Ihr bereits Verluste erlebt habt...




Als ich noch "klein" war, dachte ich immer, dass ich nicht mehr leben will, wenn meiner Mama was zustößt... Mit dem Alter relativiert sich das zwar, aber der Gedanke daran, dass ES passiert... lähmt.

Elsa34
14.03.2007, 22:05
Ja genau das ist das Problem was ich auch habe, ich darf nicht dran denken, wenn meinen Eltern mal was passiert oder Freund, die mir noch näher stehen, als der der gestorben ist und man ist so machtlos dagegen.

Ich habe seitdem richtig Angst davor

Lena59
17.03.2007, 20:04
Liebe Marseillaise,
ich habe vor gut einem Jahr meinen Vater durch eine Krebserkrankung verloren. Er war 77 Jahre alt. Die Krankheit dauerte sechs Jahre. Ich war mir also durchaus bewusst, dass ich ihn verlieren könnte. Du sagst, man kann nicht fragen, wie jemand, der so alt ist, sich angesichts des nahen Todes fühlt. Ich habe ein relativ gutes Verhältnis zu meinen Eltern gehabt und ich habe die letzen Jahre viel gefragt und mir erzählen lassen. Und beide habe ein tröstlich gelassenes Verhältnis zum Tod gehabt und mir auch irgendwie übermittelt. Trotzdem trauere ich nach 15 Monaten immer noch schrecklich über seinen Tod. Aber er hatte ihn als Teil seines Lebens akzeptiert und das hat mich getröstet. Unerträgich war für mich mehr, dass meine Mutter nach 52 Jahren Partnerschaft plötzlich alleine dastand. Sie ist jetzt fast 79 Jahre alt. Sie auch noch zu verlieren, jagt mir viel Angst ein. Was ich eigentlich sagen will ist, dass es wichtig ist, seine eigene Sterblichkeit zu aktzeptieren und das Leben wertzuschätzen. Sind nur meine Gedanken. Aber ich verstehe deine Ängste total.

lg Lena

Sylvie2512
20.03.2007, 17:57
Ich habe vor 3,5 Jahren eine super Freundin verloren. Sie war 30 und starb an Schlaganfall. Das habe ich bis heute nicht verkraftet

Sylvie2512
20.03.2007, 17:57
Ich habe ständig Angst meine Familie, Ehemann und gute Freunde zu verlieren

Inaktiver User
20.03.2007, 18:04
Die Angst vor Verlust ist die eine Seite. Die andere ist der Gedanke an den eigenen Tod. Ob tabu oder nicht, ich spreche mal aus, was ich fühle:

Ich habe Angst vor dem einen Moment, wenn es mal bei mir soweit ist. Wie nimmt man es wahr? tut es weh? Hat man Angst? Ich bin ein Mensch, der gerne die Kontrolle über alles hat und der Tod ist absoult unkontrollierbar, das macht mir wahnsinnige Angst.

Manchmal wünschte ich mir aus dem Gehirn streichen zu können, dass uns Menschen bewußt ist, dass wir mal sterben werden. Aber gesund wäre das auch nicht, es würde für uns alle wahrscheinlich einen noch früheren Tod bedeuten.

Wenn Euch jemand fragen würde: Willst Du das ewige Leben? Ihr könntet es geschenkt bekommen ohne jegliche Bedingung....

was würdet Ihr antworten? Ich weiß nicht, was ich antworten würde..:wie?:

Mir geht es ähnlich wie dir. Ich will nicht ewig leben, aber ich habe Angst vor dem Tod (oder nur vor dem Sterben??)

Vor ein paar Monaten ist meine Mutter gestorben. Ich war die letzten Stunden bei ihr. Sie ist in meinen Armen eingeschlafen, ganz friedlich. Ich glaube nicht, dass sie noch viel gespürt hat. Aber weiß ich es? Ich kann mich noch an ihren letzten Atemzug erinnern, dann war es still ...

Ersatzkaffee
27.03.2007, 13:40
Vor drei Jahren ist mein Großvater gestorben. Es ist immer
noch sehr präsent für mich.
Es war genau wie in Euren Ängsten. Ich habe den Anruf aus dem Krankenhaus entgegengenommen.
Komischerweise wusste ich es schon Tage zuvor.
Er war nicht wirklich totkrank aber ich habe es gespürt.
Auch als das Telefon klingelte.

Er hat eine Riesenlücke in meinem Leben hinterlassen.
Als meine Oma 12 Jahre zuvor gegangen war, habe ich den Verlust
nicht so stark gefühlt, denn durch ihn war sie irgendwie auch noch anwesend. Und ich hatte das Gefühl, ich könnte noch gutmachen, was ich an ihr versäumt hatte. Erst mit seinem Tod waren beide für mich verschwunden.

Es ist so vieles, was mit ihnen gegangen ist.
Ich hatte ein schwieriges Verhältnis zu meinen Eltern.
Meine Großeltern haben mir Kraft gegeben. Meine Ausbildung unterstützt
und möglich gemacht.
Anders als meine Eltern haben sie mich geliebt, ohne Gegenleistung zu erwarten.

Der Tod meines Großvaters war für mich das unwiderbringliche Ende meiner Kindheit. Und eine menschliche Lücke, die wohl
nie jemand schließen kann.

Am meisten macht mir zu schaffen, dass ich ihm nicht mehr sagen konnte, wieviel er mir bedeutet. Ich bin mir nicht sicher,
ob er es wusste. Als junger Mensch ist man ja häufig
ruppig und schnell genervt.
Ich wollte es ihm an dem Tag sagen, als der Anruf kam.

In der letzten Nacht habe ich von ihnen geträumt.
Ich kam nach Hause und sie haben in der Tür gestanden, mich umarmt. Ich war, als ich wach wurde, nicht traurig.
Ich war froh und dankbar, dass ich diesen Moment, wenn auch nur im Traum, noch einmal erleben durfte.

Was mir sehr hilft: Ich spüre die Anwesenheit meiner Großeltern bisweilen. Da sind nicht nur Träume, sondern Gerüche
oder Eindrücke. Wahrscheinlich sind es nur Momente der Erinnerung. Aber ich habe einen dicken Wollpulli,
den meine Oma gestrickt hat und in den verkrieche ich mich,
wenn es kalt ist.

Angst vor dem Tod habe ich nicht.
In meiner Familie sind die Leute immer relativ jung gestorben
und plötzlich. Für die Angehörigen ist das schlimm,
aber für die Betroffenen selber ein Segen.
Ohne langes Leiden, Schmerzen, Altersheim und
Abhängigkeiten von anderen.
Ich hoffe darauf, dass es bei mir auch so sein wird.
Aber Angst habe ich nicht.
Denn ich denke, das meiste von dem, was ich hier erlebt habe war schön und erfüllt. Und es werden noch viele
schöne Momente kommen. Die aber kann man nur durch schlechte Zeiten zu schätzen wissen.

Das Resultat aus der Furcht vor dem Tod ist für mich: Leben und
sich jeden Tag auf's Neue über seine Lieben freuen.

Inaktiver User
27.03.2007, 21:29
Hi,

na, da hab ich es ja richtig gut....

Warum auch immer, "wußte" ich schon mit 11 Jahren, dass "der Tod" nur der Tod des Körpers ist. Damals ist mein Großvater gestorben. Ich wollte seinen Körper nicht mehr sehen, weil ich gewiss war, dass er noch lebt. Und so bin ich immer, wenn ich Kummer hatte oder jemanden zum Quatschen brauchte, auf den Friedhof gegangen und hab ihm alles erzählt, was mich so belastetete oder erfreute....

Warum auch immer, bin ich der festen Überzeugung, dass "der Tod" genau wie "die Geburt" lediglich das Tor, der Eingang zu etwas anderem ist.

Ob das stimmt? Keine Ahnung. :freches grinsen:

Aber es ist ein wunderbares Gefühl, sich keine Gedanken um eine Endlichkeit machen zu müssen.....

nathaliethor

Ricarda44
28.03.2007, 08:41
Aber es ist ein wunderbares Gefühl, sich keine Gedanken um eine Endlichkeit machen zu müssen.....

Das ist eine saubere Haltung Deines Unterbewusstseins, die verhindert, sich mit Dingen auf Dauer zu beschäftigen, die einerseits sowieso eintreten und andererseits, wenn man sie überbewertet, einen am wirklichen LEBEN hindern.

Inaktiver User
28.03.2007, 09:45
@ Marseilaise


jetzt wo sie schon so alt geworden sind...
Aber sowas tut man halt einfach nicht. ich könnte das ohnehin nie ansprechen, ohne gleich in Tränen auszubrechen...


Ich frage mich immer, warum ist das so tabu? Übers essen spricht man doch auch? Ganz behutsam darauf hinweisen, dass man selbst Angst hat, vielleicht einleitend, wie froh man ist für die Zeit, die man miteinander verbringt.

Eine Freundin ist bereits in den 60ern und beginnt bereits jetzt damit, aufzuräumen. Zu klären, wie sie alles haben möchte. Wo welche Papiere sind. Dafür sorgen, dass ihr behinderter Sohn weiter versorgt wird... Und dann fährt sie wieder mit ihrem Mann in Urlaub, genießt die Zeit mit ihm und verdrängt die Tatsache, dass er bereits einen Herzinfarkt hatte.

Ich bewundere sie sehr für diesen pragmatischen Ansatz und habe mächtig Respekt davor.

Bei meinem Vater war es so, dass er sich weigerte, sich überhaupt und in welcher Art auch immer mit Tod, Erbe, Hinterlassenschaft auseinander zu setzen. Seltsamerweise hat er im Jahr vor seinem Tod plötzlich eine Kehrtwendung gemacht. Firmenanteile übertragen, meine Mutter finanziell abgesichert, einen Sohn ausgezahlt. Und dann ist er gegangen. Nach nur 4 Tagen im Krankenhaus. Hat gemeint, es sei alles okay... und die blöden Ärzte wüßten ja eh nicht was los ist... :freches grinsen:


Aber es ist ein wunderbares Gefühl, sich keine Gedanken um eine Endlichkeit machen zu müssen.....

Das ist eine saubere Haltung Deines Unterbewusstseins, die verhindert, sich mit Dingen auf Dauer zu beschäftigen, die einerseits sowieso eintreten und andererseits, wenn man sie überbewertet, einen am wirklichen LEBEN hindern.

@ Ricarda

:zwinker: vielleicht aber auch mein Suprabewußtsein...

Mich am Leben hindern? Ich denke, auch die Auseinandersetzung mit dem Tod ist Teil des Lebens. Trauer ist Teil des Lebens. Weinen und Schmerz. Und alles braucht seinen Raum und Platz. Ich habe andere Möglichkeiten gefunden, um mich am Leben zu hindern :smirksmile:

Aber vor dem Tod, vor dem Verlassen der Erde habe ich keine Angst. Wobei es mich graust zu sterben... Aber auch da denke ich zurück an meinen Großvater, der einfach nicht mehr wollte, keine Lust mehr hatte und schon fast "drüben" war. Es kam dann mein Onkel, sein Sohn, ins Krankenzimmer, laut und polternd, und Opa erschrak sich nochmal richtig und meinte: Junge, das kannst Du doch nicht machen. Ich hab doch schon das Lichte gesehen.. :lachen: ...

Das war schon eine seltsame Situation... Aber mir hat es, bis heute, das Gefühl gegeben, es gibt da mehr, es geht weiter...

nathaliethor

Ricarda44
28.03.2007, 11:23
Ich habe andere Möglichkeiten gefunden, um mich am Leben zu hindern

Ah ja!
Und welche???

Inaktiver User
28.03.2007, 11:44
Das ist eine saubere Haltung Deines Unterbewusstseins, die verhindert, sich mit Dingen auf Dauer zu beschäftigen, die einerseits sowieso eintreten und andererseits, wenn man sie überbewertet, einen am wirklichen LEBEN hindern.


Hallo Ricarda,

ich habe mich damit auf Deinen Satz aus dem vorherigen Post bezogen... (in blau)

Habe kurzerhand das "überbewertet" ignoriert und fallengelassen und die (blaue) Aussage pauschal mit meiner Antwort, (wie ich meinte, humorvoll) beantwortet... Auf Details möchte ich hier jetzt in diesem Strang gerade nicht eingehen, nenne aber gerne pauschal so ein Ding wie z. B. Depressionen. Wobei generell dass sich gedanklich drehen um Dinge, dass "sich Sorgen machen" man auch als sich vom Leben abhalten benamsen könnte..

Reicht Dir das hier im Moment?

nathaliethor

Ricarda44
28.03.2007, 21:59
Es gibt ein schönes Buch von Dale Carnegie: "Sorge Dich nicht, lebe!" Kennst Du das? Ist ziemlich hilfreich....

Schlaft alle schön!

Inaktiver User
28.03.2007, 22:01
Es gibt ein schönes Buch von Dale Carnegie: "Sorge Dich nicht, lebe!" Kennst Du das? Ist ziemlich hilfreich....

Schlaft alle schön!


:blumengabe: :smirksmile:

Ja. Das Buch kenne ich..

Schlaf gut.

nathaliethor

vob77
29.03.2007, 22:36
Die "Ewigkeit" hört wohl für die meisten Menschen mit circa 7 Jahren auf -wenn man sich plötzlich bewußt wird , dass man sterben MUSS und es nicht vermeiden kann.
Ich weiss noch wie mein 7 jähriger Sohn sich an mich klammerte und sagte : ich will nicht sterben. Für mich als Mutter war dieser Satz wie ein Messer im Herzen. Es brannte sich für immer ein - wie ein Echo , das das gesammte Universum durchdringt.
Eines abends gingen wir heim . Es war schon dunkel. Mein Sohn ( 9)war still und etwas traurig . Ich fragte , an was er denke.
" Ich denke fast immer daran , wie ich den Tod vermeiden kann"

Als Mutter kommt man sich in solchen Momenten als Verräterin am ganzen Leben vor. Diese Machtlosigkeit , das Kind und "(sein)Tod" alleine lassen zu müssen .
Sonst hatten wir in der Familie eigentlich keine Todesfälle , die das Kind beeiflussen konnten.

Das Leben geht wie zuvor weiter- das Kind beschäftigt sich kaum noch mit dem Thema . Doch der Tod ist ein Teil von ihm geworden.

Das waren meine wohl schlimmsten Erfahrungen mit dem Tod .

Schöne Grüße , Julia

Inaktiver User
03.04.2007, 16:23
Hi,

na, da hab ich es ja richtig gut....

Warum auch immer, "wußte" ich schon mit 11 Jahren, dass "der Tod" nur der Tod des Körpers ist. Damals ist mein Großvater gestorben. Ich wollte seinen Körper nicht mehr sehen, weil ich gewiss war, dass er noch lebt. Und so bin ich immer, wenn ich Kummer hatte oder jemanden zum Quatschen brauchte, auf den Friedhof gegangen und hab ihm alles erzählt, was mich so belastetete oder erfreute....

Warum auch immer, bin ich der festen Überzeugung, dass "der Tod" genau wie "die Geburt" lediglich das Tor, der Eingang zu etwas anderem ist.

Ob das stimmt? Keine Ahnung. :freches grinsen:

Aber es ist ein wunderbares Gefühl, sich keine Gedanken um eine Endlichkeit machen zu müssen.....

nathaliethor


Das gefällt mir gut. Ich bin leider für sowas viel zu kopfllastig..

Inaktiver User
03.04.2007, 16:27
Das gefällt mir gut. Ich bin leider für sowas viel zu kopfllastig..


Hallo Wilde_Hummel,

hm.. was bedeutet kopflastig.. Ich bin auch sehr kopflastig - das hat aber doch nix damit zu tun, dass ich auch Empfindungen habe, die mein Kopf zwar nicht erklären, und doch respektieren kann?

Grüße
nathaliethor

SarahMichelle28
04.04.2007, 14:35
@vob77
Aber Dein Sohn ist nicht krank oder?! So daß er sich aktuell darüber Sorgen machen müsste?
Ich hoffe sehr, daß es nicht so ist.

Ich habe auch schon mit 6 oder 7 Angst vor dem Tod gehabt. Für meine Eltern war dies auch scheinbar ohne Grund. Wir saßen z.B. alle im Auto und ich sagte auf einmal (natürlich total unter Tränen):"Ich will nicht sterben!"
Was da in mir vorging konnte natürlich keiner nachvollziehen, so wie Du das bei Deinem Sohn nicht nachvollziehen kannst.
Ich hatte immer nur die Gedanken im Kopf, daß ich irgendwann nicht mehr sein werde und alles Schöne dieser Welt nicht mehr erleben darf. Es gibt mich einfach nicht mehr. Ausgelöscht! So als wäre ich nie da gewesen.
Diese Angst hat mich viele Jahre begleitet und ich denke, daß ich es irgendwann "verdrängt" habe. Ich habe es einfach "sein gelassen" auch nur einen Gedanken daran zu verschwenden.

Leider ist die Angst seit November wieder da und auch sehr schlimm. Teilweise habe ich sogar Angst, schlafen zu gehen, weil ich Angst habe, nicht wieder aufzuwachen.

Das ist echt grausam.

Aber ich versuche täglich aus diesem Sumpf herauszukommen.

VG
Sarah

starke_frau
04.04.2007, 21:54
Hallo Marseillaise,

ich bin keine Expertin, aber ich glaube, Angst vor dem Tod ist Angst vor Veränderung (nicht, dass ich nicth auch welche hätte). Oder Angst vor dem Ende, bevor man selbst zu Ende gelebt hat.

Ich habe in den letzten Jahren viele Menschen verloren und es hat bei mir (neben der Angst vor einem qualvollen Ende) vor allem DAS bewirkt: ich muss mein Leben in die Hand nehmen. Wenn es von anderen gelebt wird, kann es mir passieren, dass es zu Ende geht und ich merke, dass ich vieles anders hätte machen müssen, weil ich mein Leben aus der Hand gegeben habe.

Ich habe mich verändert: heute lasse ich mir nicht mehr vorschreiben, was ich tun darf, kann, soll, etc. sondern tue das, was ich für richtig halte. Ich habe immer noch Angst vor dem Tod, aber ich fürchte mich nicht mehr ständig davor. Ich gehe wacher und offener durchs Leben lebe es einfach täglich. Ich genieße das, was mir wichtig ist mit einer viel stärkeren Intensität und habe dadurch nicht das Gefühl, ständig etwas versäumt zu haben - was wiederum Angst macht, wenn man darüber nachdenkt, dass es jeden Moment zu Ende sein könnte.

Liebe Grüße
starke_frau

Nimwen
05.04.2007, 19:57
Hallo Marseillaise,

die Angst vor dem Tod kann ich gut verstehen. Ich denke, dass der Gedanke, dass es eine Angst vor Veränderung und Kontrollverlust ist - wie schon jemand schrieb - dabei eine sehr große Rolle spielt.

Ich habe auch fürchterliche Angst vorm Tod, manchmal fühle ich mich geradezu erstarrt bei dem Gedanken. Egal, ob es um meine Liebsten oder um mich geht. Bei den Liebsten habe ich das Gefühl, dass ich ihren Tod nicht ertragen könnte; bei mir selbst habe ich Angst vor dem Moment des Sterbens, man ist so schrecklich allein und einsam in dem Moment, denn die anderen bleiben dort, wo sie sind. Und was passiert? Ist man einfach weg oder nicht? Wenn nicht, was ist dann? Ist es schlimm? Ungewohnt? Schön? Schrecklich?

:wie?:

Ich "beneide" häufig Menschen, die gläubig sind oder eine ganz klare Vorstellung haben von dem, was sie erwartet. Erhoffen tue ich mir auch, dass es irgendwie "schön" ist oder zumindest nicht schlimm. Eine Art Übergang in eine andere Dimension vielleicht. Andererseits bin ich dafür wohl etwas zu skeptisch veranlagt und erzogen, leider glaube ich nämlich ehrlich gesagt, dass einfach gar nix kommt danach. Weg, Ende. So wie vor der Geburt, da erinnere ich mich auch nicht dran und ich war ja auch gar nicht da. Oder? Lauter Zweifel, der Optimist in mir findet das nämlich eine ziemliche Verschwendung...

Als Kind habe ich mir immer gewünscht, mal für einen Tag tot zu sein, um zu wissen, wie das ist. :freches grinsen: Mit diesem Wunsch hab ich meine Eltern etwas schockiert, glaube ich. Danach hatte ich eine Phase, in der mir auf Friedhöfen übel geworden ist, so richtig mit Umkippen. Es war gradezu eine Phobie; Leichen kann ich immer noch nicht sehen, ich blättere alle Zeitungen sehr vorsichtig durch und komme mir schrecklich albern dabei vor.

Letztes Jahr habe ich mich dann allerdings dazu "gezwungen", eine Bekannten mehrfach und lange zu besuchen, die im Sterben lag. Eigenartiger Weise war das gar nicht so schrecklich, das Hospiz war schon eine traurige Umgebung, aber letztendlich war sie ja immer noch der Mensch von vorher und genauso vertraut und sie hat sich gefreut. Kann schlecht ausdrücken, was ich meine, sorry. Es war trotzdem komisch, denn man merkte richtig, wie sie "verschwand", sie wurde immer weniger, unpräsenter. In dieser Zeit habe ich auch sehr viel gegrübelt über den Tod und darüber, wie man selbst damit umgehen wird, wenn man selbst soweit ist.

Leider weiß ich nicht, wie man in dieser Hinsicht zu mehr Gelassenheit gelangen kann. Man kann sich ja schlecht selbst überlisten und auf einmal wirklich an etwas Tröstliches glauben, wenn man es nicht automatisch und aus Überzeugung tut.

Und leider tendiere ich meist eher dazu, das ganze Thema zu verdrängen. Es erwischt mich meist hintenrum, nachts oder spät abends.

LG
Nimwen

Lakritze
08.04.2007, 17:38
Mich entsetzt der Tod weniger bei alten Menschen (jeder muß irgendwann sterben, so blöd das jetzt klingt, und über 80 steigt nun mal die Wahrscheinlichkeit), sondern weit mehr bei Jüngeren.
In den letzten zwei Monaten sind zwei Familienmitglieder Mitte 50 verstorben (die eine an Krebs, nach monatelangem Leiden, der andere plötzlich und unerwartet nach einem Herzinfarkt)
Viel mehr als der Tod entsetzt mich aber das Dahinvegetieren am Ende einer unheilbaren Krebserkrankung. Ich ertappte mich dabei, daß ich die Todesnachricht beinahe als Erleichterung empfunden habe, weil das Leiden damit endlich ein Ende hatte.

Elizabeth
08.04.2007, 20:06
Liebe Marseillaise,

ich kann Dich sehr gut verstehen.


Seit einiger Zeit geht es mit meiner 85-jährigen Großmutter gesundheitlich bergab. Sie ist sehr hinfällig geworden und die Familie vermutet, dass sie nicht mehr lange leben wird.


Mit meinen 33 Jahren habe ich vorher noch nie jemand wirklich Nahestehenden verloren, es war noch nicht einmal jemand ernsthaft krank. Tod war für mich immer etwas völlig Abstraktes, das nur andere betraf, aber nie mich. Meine Großeltern waren für ihr Alter immer so fit, meine ganzen Freunde haben mich darum beneidet.


Als ich Studentin war, haben die beiden mir sogar bei Umzugsvorbereitungen geholfen und mich umsorgt wenn ich Grippe hatte. Es fiel mir in den vergangenen Jahren schon extrem schwer überhaupt zu begreifen dass sie gebrechlich wurden und mal Dinge vergaßen – weil sie, so lange ich denken kann, immer mitten im Leben standen und ständig für uns da waren.


Neuerdings wollen sie jedes Mal, wenn wir uns sehen, über Tod sprechen. Wenn das das Gespräch darauf kommt reagiere ich instinktiv panisch und versuche schnell ein anderes Thema aufzubringen. Aber da es sie anscheinend sehr beschäftigt und sie wirklich darüber reden möchten, arbeite ich jetzt daran, mich darauf einzulassen. Wenn ich das für sie tun kann will ich es machen – für mich haben sie so viel getan.


Ich weiß dass der Umgang mit Krankheit und Tod Erfahrungen und Lernprozesse sind, die die meisten schon viel früher im Leben machen müssen. Viele meiner Freunde haben gar keine Großeltern mehr und einige haben auch schon einen Elternteil verloren. Im Gegensatz zu mir haben sie in jungen Jahren gelernt den Tod als zum Leben gehörend zu begreifen und in ihr Leben zu lassen. Ich fühle mich, plötzlich damit konfrontiert, total hilflos wie ein kleines Kind.


Auch wenn ich nicht sehr religiös erzogen wurde, klammere ich mich momentan ganz verzweifelt an die Hoffnung dass es einfach ein Leben nach dem Tod geben muss.

Sabbi
10.04.2007, 18:16
Auch im Tod ist man nicht alleine. Es sind schon viele vor uns gegangen.
Sabbi

Inaktiver User
11.04.2007, 16:21
Hallo Wilde_Hummel,

hm.. was bedeutet kopflastig.. Ich bin auch sehr kopflastig - das hat aber doch nix damit zu tun, dass ich auch Empfindungen habe, die mein Kopf zwar nicht erklären, und doch respektieren kann?

Grüße
nathaliethor


Naja, schwer zu beschreiben...wie erklär ich das?:wie?:

Respektieren und Akzeptieren ist nicht das Problem. Vollständig annehmen und selber dran glauben (glauben heißt ja immer auch "nicht wissen", sonst müsste man nicht glauben, sondern wüsste es), das fällt mir halt schwer. Ich bin zu logisch. Ich bin da sehr eigenartig gestrickt, ich bin selber auf der Gefühlsebene sehr sensibel und habe einen relativ hohen EQ, aber dennoch suche ich grundsätzlich nach Logik. Man nennt mich nicht umsonst im Freundeskreis Dana Scully.:freches grinsen:

Inaktiver User
11.04.2007, 17:27
(glauben heißt ja immer auch "nicht wissen", sonst müsste man nicht glauben, sondern wüsste es), das fällt mir halt schwer.


Hallo Hummel,
das mit der absoluten Logik - ging mir auch so - über viele Jahre hinweg. Bis ich an den Punkt kam, da entdeckte ich, wie ich mich im Kreis gedreht hatte in meinem Leben. Ungefähr so wie in der Wüste, wo Du ohne Kompass an den gleichen Punkt zurück gehst. (Ich bin ziemlich schnell :-)) Und nach einigen Runden im Kreis habe ich die Erfahrung gemacht, dass ich, immer nach dem Warum fragend, durch Intuition und mit gewachsener Offenheit, nicht erklärbare Synchronizitäten in meinem Leben erleben konnte.

Für mich ist Glauben die Erkenntnis, dass es etwas
Größeres gibt als mich. Das Wissen, dass ich geborgen bin in diesem Universum. Und dass -
auch wenn mein Körper stirbt - ich doch weiterhin BIN..

Ganz liebe Grüße
nathaliethor

Inaktiver User
11.04.2007, 17:49
Du schreibst tolle Beiträge Nataliethor! Gefällt mir gut, ich les Dich sehr gerne!:blumengabe:

Vielleicht bekomm ich das auch noch irgendwann hin, entspannter zu denken, hab ja hoffentlich noch ein bissi Zeit.:freches grinsen:

Marie75
12.04.2007, 17:49
Hallo Zusammen,
ich habe eine Buchtipp für Euch:
"Interview mit Sterbenden" von Elisabeth Kübler-Ross.
Hat mir in meinen schweren Zeiten sehr sehr geholfen. Kenn inzwischen auch die anderen Bücher dieser Schriftstellerin und ich muss sagen, sie sind hervorragend für das Thema sterben und Tod.
Liebe Grüße,
Marie

Inaktiver User
13.04.2007, 16:17
Danke für den Tip Marie!!! Werd mir das Buch mal besorgen.:blumengabe:

Inaktiver User
14.04.2007, 21:17
Hi, habs leider nicht mehr geschafft, mir das Buch zu bestellen, bin heute aus Deutschland wieder gekommen, hab aber dafür das Buch, das letzte Woche im Spiegel vorgstellt wurde gekauft. "Das Ende ist mein Anfang" Sorry, dass ich mich nicht mehr gemeldet habe, ich habe leider im Moment kaum Zeit fürs Inet.

Zeitnomade
12.07.2007, 16:40
Mein Mann und ich unterhalten uns über unser Ableben genauso wie über andere alltägliche Dinge. Wir wissen voneinander, wie wir unsere Beerdigung wünschen usw., obwohl wir hoffen, noch weit davon entfernt zu sein.

Trotzdem habe ich eine panische Angst davor, einfach abgeschaltet zu sein, die Sonne nicht mehr zu sehen und in der Erde zu vergammeln. Ich habe für mich noch nicht herausbekommen, ob ich nun an die Auferstehung glaube oder nicht, denn es ist ja noch keiner wiedergekommen. Ich weiß, es ist nicht gerade christlich, was ich jetzt schreibe aber ich versuche noch, eine Antwort zu finden.

Bis heute wache ich manchmal fix und fertig auf, besonders abends auf dem Sofa, weil ich geträumt habe, tot zu sein. An anderen Tagen wenn ich mich mal ganz krank oder schlecht fühle, denke ich, es wird sich alles von selbst finden. Wenn einen die Kräfte verlassen, wird man die Sache vielleicht ganz gelassen sehen, sogar als Erlösung empfinden.

Inaktiver User
12.07.2007, 16:51
Hallo Zeitnomade,


und in der Erde zu vergammeln.


Es ist Dein Körper, der in der Erde vergammelt.

Du bist nicht Dein Körper.

nathaliethor

Lizzie64
12.07.2007, 18:03
(...) Wenn einen die Kräfte verlassen, wird man die Sache vielleicht ganz gelassen sehen, sogar als Erlösung empfinden.

hallo nomade,

also, ich für meinen teil gehe ganz genau davon aus! und ... mal so ein gedanke ... ein nomade ist doch ohnehin immer unterwegs, oder? gibt das denn keine gelassenheit?

:smile: