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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Haben Maenner einen Knopf zum ab/umstellen?



joleni
06.03.2007, 11:25
DIESER BEITRAG WURDE DUMMERWEISE 2 MAL IN DIE THEMENLISTE GESETZT

Hallo an alle,
bin schon eine Weile hier am rumgeistern und habe einige threads gelesen, bei denen ich oft gedacht habe, jawoll, genauso isses!
Die Geschichten aehneln sich oft verblueffend.
Kurz zu meiner Geschichte: Ich bin seit 15 Jahren mit meinem Mann zusammen, seit 3 Jahren verheiratet, 3 Kinder. Im letzten Sommer hatte er eine Affaire, die nur dadurch aufflog, dass er ploetzlich 9 Tage verschwunden war mit der Begruendung, er brauche ein paar Tage fuer sich. Dann war er nicht mehr erreichbar. Nachdem ich das Gefuehl hatte, der Himmel stuerze ueber mir ein, fing nach seiner Rueckkehr das klassische hin und her an: Unsicherheit seinerseits ob er bleiben oder gehen soll, Luegen, er habe keinen Kontakt zu der anderen bis ich herausfand, es war schon der naechste Kurzurlaub geplant.
Als ich das allerdings herausfand, machte ich ihm klar, dass dann unsere Beziehung zu Ende sei. Unter Qualen sagte er den Urlaub ab. Um einen wirklichen Neuanfang zu machen, wollte ich, dass er den Kontakt ganz abbricht, er war allerdings der Meinung, man koenne freundschaftlichen Kontakt mit ihr haben.
Das war ihm so wichtig, dass er sogar mit den Kindern ueber seinen Auszug sprach und auf meine Forderung einen Termin bei einer Anwaeltin machte. In diesen Tagen sassen wir allerdings Abend fuer Abend zusammen und redeten ( fuer meinen Mann ist es sehr schwierig, ueber persoenliche Dinge zu reden, das hatte also Seltenheitswert). Im buchstaeblich letzten Moment sagte er dann den Anwaltstermin ab und sagte, er wolle bei mir bleiben und er wuerde den Kontakt abbrechen. Bis hierhin waren 6 Wochen seit seiner Rueckkehr vergangen, die uns mit dramatischem hin und her beide voellig fertiggemacht haben.
Die Wochen danach hatte ich zu oft das Gefuehl, dass er ganz woanders ist, sehr distanziert, leidend. Ich hatte ihm versprochen, Geduld zu haben, da mir klar ist, dass eine tiefe Verliebtheit nicht von heute auf morgen vorbeigeht. Was mich fix und fertig machte war, dass er sagte, er wisse nicht, was er fuer mich fuehle. Es sei da zwar was, aber was genau, koenne er (noch)nicht sagen.
Mein Gedanke war, dass ich es nicht ertragen koennte mit einem Mann zusammenzusein, der mich nicht mehr liebt.
Im Laufe der Wochen, in denen ich langsam zu dem Schluss kam, dass der Kontakt tatsaechlich abgebrochen war, veraenderte sich mein Mann ein wenig. Er konnte sich wieder mehr auf mich einlassen, ging zwar Gespraechen darueber, was geschehen ist aus dem Weg wenn moeglich, aber er kam zur Ruhe und sagte , er sehe die "Geschichte" mit der anderen als Verruecktheit. Und nein, er wuerde nicht mehr oft an sie denken, und nein er sei nicht mehr verliebt in sie. Er habe das so fuer sich beschlossen und dann sei da auch nichts mehr.
Inzwischen sagt er, seine Gefuehle fuer mich seien staerker geworden, er koenne mich wieder als Frau wahrnehmen und glaubt, dass er mich liebe, brauche aber noch Zeit.

Nun meine grosse Frage, an der ich mir immer wieder gedanklich den Kopf einstosse:
Noch vor 3 Monaten war mein Mann dermassen tief mit seinen Gefuehlen bei dieser anderen Frau, dass er mich und die Kinder verlassen wollte. Kann ein so tiefes Gefuehl aus reiner Willenskraft verblassen? Gibt es einen Schalter, den manche Menschen umlegen koennen und alles verdraengen, bis es nicht mehr fuehlbar ist? Und wenn es nur verdraengt wird, wird es nicht irgendwann wieder hochkommen?
Ich wuerde mich freuen, wenn ihr mir ein paar Denkanstoesse geben koenntet.
Liebe Gruesse, Joleni

gladiator
06.03.2007, 20:01
Hallo Joleni,

einen Knopf zum Umschalten vielleicht nicht. Aber man kann sowas mit dem Willen beeinflussen. Das geht schon. Alleine die Entscheidung zu treffen, die andere nicht mehr sehen zu wollen ist schon der richtige Weg. Dadurch verschwinden die Gefühle vielleicht nicht auf einmal, aber man kommt darüber hinweg. Es ist eben auch eine Sache des Verstandes und nicht nur der Emotion. Du solltest ihm entsprechend Zeit geben, allerdings muss er standhaft bleiben. Eine freundschaftliche Beziehung zu seiner Affäre halte ich für keine gute Idee. So wie es aber aussieht, hat er sich für Dich entschieden. Du solltes auch nicht ständig von diesem Thema anfangen und zum Mittelpunkt Eurer Gespräche machen.

joleni
06.03.2007, 21:03
Hallo Gladiator,
ja, das wichtigste ist wohl in erster Linie der feste Entschluss. Aber obwohl er den Kontakt abgebrochen hat, ist er noch ommer der Meinung, eine Freundschaft waere moeglich, es sei keine Rueckfallgefahr da - ich glaube, da macht er sich selbst etwas vor.
Ich versuche, so wenig von der leidigen Geschichte auf den Tisch zu bringen wie moeglich, aber wenn er wuesste, dass das Thema mir tagtaeglich im Kopf rumschwirrt, waere er erstaunt.

Ich habe uebrigens gesehen, dass mein Beitrag zweimal in der Themenliste vertreten ist. Wie ich das wieder hingekriegt habe, weiss der Kuckuck.
Liebe Gruesse, joleni