PDA

Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Doch ausziehen? Bin total unschlüssig



Schruli
05.03.2007, 09:38
Hallo ihr Lieben,

vor einiger Zeit hab ich hier mal einen Strang aufgemacht - Thema "Ich will nicht ausziehen".

Naja, jetzt hab ich am Wochenende in unserer Zeitung sogar mehrere freie Wohnungen (hören sich sehr gut an und sind wohl verhältnismäßig günstig) in meinem Dorf entdeckt.

Gestern gab es kurz ein wenig Knatsch zu Hause und ich war sofort Feuer und Flamme für die Wohnungen - nun bin ich aber schon wieder so weit, dass ich überlege dort überhaupt anzurufen. Schließlich "muss" ich ja noch nicht ausziehen und wenn es wirklich klappen würde, ginge mir das doch irgendwie zu schnell, ich bin da seelisch und moralisch noch gar nicht drauf eingestellt.
Dann werd ich auch noch so sentimental (mein schönes Zimmer, da werd ich nie mehr drin wohnen, nach der Arbeit komme ich dann nicht mehr heim zur Familie, ich wollte den Sommer nochmal intensiv unseren schönen Garten geniessen, in meiner Wohnung bin ich dann ganz allein morgens oder auch wenn ich von der Arbeit komme, usw) und so ein Auszug von zu Hause ist ja auch so verdammt endgültig.

Andererseits stelle ich mir das auch schön vor, mit einer eigenen Wohnung. Einrichten wie man will, kochen was man will, unbegrenzt Leute einladen, ...

Irgendwie weiss ich jetzt nicht so recht was ich tun soll. Sind solche Bedenken normal? Wie ging es euch mit dem Auszug von zu Hause?

Etoile
05.03.2007, 11:17
hallo schruli

darf ich dich fragen wie alt du bist?

etoile

Schruli
05.03.2007, 11:27
Hallo Etoile,

ich werde dieses Jahr 24. Mein Vater sagt mit 25 schmeisst er mich raus, also hätte ich ja noch etwas Zeit :freches grinsen:

Inaktiver User
05.03.2007, 15:27
Hallo Schruli,

sieh dir die Wohnungen doch erst mal an. Vielleicht ist ja eine superschöne drunter, die es dann "ist".

Abgesehen davon sehe ich das Problem nicht so: Ok, du wohnst dann nicht mehr bei deinen Eltern, aber sie sind doch nicht weit von dir weg. Du kannst also immer noch den Sommer in ihrem Garten genießen und nach der Arbeit zu ihnen einen Kaffee trinken fahren.

Außerdem haben schon viele gesagt, ich ziehe jetzt entgültig von zu Hause aus (ich auch) - und mussten dann doch irgendwann noch mal zurück :freches grinsen: :freches grinsen: .

Laetitia

Schruli
05.03.2007, 16:07
Außerdem haben schon viele gesagt, ich ziehe jetzt entgültig von zu Hause aus (ich auch) - und mussten dann doch irgendwann noch mal zurück :freches grinsen: :freches grinsen: .



Bei mir gibts kein Zurück - meine jüngste Schwester bekommt mein Zimmer und ihr "Zimmer" wird Schnarchkammer für meinen Vater :freches grinsen:

Inaktiver User
05.03.2007, 16:14
Ich meine bloß, wenn es hart auf hart kommt (du verlierst den Job, hast kein Geld mehr o.ä.), dann kannst du doch bestimmt wieder zurück.
Lass es einfach auf dich zukommen. Keiner erwartet von dir, dass du jetzt keinen Kontakt mehr zu deinen Eltern hast, nicht mehr bei ihnen vorbei gehst oder sowas. Wenn du deine eigene Wohnung hast, hast du dein eigenes kleines Reich, aber der Kontakt zu deiner Familie muss sich dadurch nicht abschwächen. (In der Regel wird er sogar besser, wenn man ausgezogen ist. :freches grinsen: )

Schruli
05.03.2007, 16:22
Ja da kann ich auf meine Familie zählen. Die würden mich sicher wieder aufnehmen wenn es nötig wäre.

Ich bin leider eher ein sentimentaler und pessimistischer Mensch und denke immer gleich an das Schlimmste... :knatsch:

Elch
05.03.2007, 16:33
Selbstständig zu sein verschafft unglaubliches Selbstbewusstsein und macht stolz.
Die Tür hinter sich zumachen zu können. NICHT ans Telefon zu gehen. Wenn Knatsch bei deinen Eltern ist, zu sagen: ich geh jetzt heim. Sich nicht mehr bevormunden lassen, sondern auch mal BEWEISEN, dass man erwachsen ist.
Selbst kochen, waschen, für sich sorgen. Sich nicht von Muttern betüddeln lassen, sondern, ja, erwachsen und selbstbestimmt leben. Verantwortung übernehmen.

Naja, ich persönlich finde: wer einen Job hat und eigenes Geld verdient, sollte auf jeden Fall ausziehen. Erstens haben die Eltern auch irgendwann mal genug getan - auch ihnen sollte man eine Zeit gönnen, in der sie ohne die Kinder sind und selbstbestimmt leben können. Und andererseits gehört es auch einfach dazu, sich mit Vermietern, Strom- und Telefongesellschaften rumzuschlagen und das RICHTIGE Leben kennen zu lernen.

Dass dich der Kühlschrank nicht von alleine füllt, die Wäsche gewaschen werden muss, die WOhnung geputzt etc. etc.

Inaktiver User
05.03.2007, 17:38
Ja da kann ich auf meine Familie zählen. Die würden mich sicher wieder aufnehmen wenn es nötig wäre.

Ich bin leider eher ein sentimentaler und pessimistischer Mensch und denke immer gleich an das Schlimmste... :knatsch:



Ich bin auch so ein sentimentaler Pessimist und musste mich oft zwingen, was Neues zu wagen, was danach wirklich toll war (400 km von zu Hause weg ziehen, Auslandspraktikum machen etc.). Vielleicht musst du dir auch mal einen Schubs geben? Ich glaube, du hast so ein bisschen das Gefühl, aus deiner Familie "ausgeschlossen" zu werden, wenn du ausziehst (Zimmer ist weg.) Aber das wird ganz sicher nicht der Fall sein: Du bist dann eben ihr großes Mädchen (und rumerziehen werden sie ganz sicher auch dann noch an dir, wenn du nicht mehr bei ihnen wohnst! :Sonne: )

Aber, wenn du es eigentlich noch nicht willst und dir das jetzt noch zu früh ist, dann bleib doch noch ein Jahr bei deinen Eltern - vielleicht gehen sie dir einfach noch nicht genug auf die Nerven? :freches grinsen:
Dann kannst du in dem Jahr auch noch Geld sparen und dir für deine erste eigene Wohnung richtig schöne Möbel kaufen. So ungewöhnlich ist das auf dem Dorf ja auch nicht, länger bei den Eltern zu wohnen.
Ich habe auch Freunde in meinem Alter, die noch oder wieder zu Hause wohnen und die Kohle sparen.

Laetitia

Schruli
06.03.2007, 11:08
Also mit dem selbst kochen, waschen, putzen usw. hab ich keine Probleme. Gerade auf das Kochen freue ich mich fast schon.

Es ist wohl wirklich eher so wie du gesagt hast, Laetitia, dass ich mir ausgeschlossen vorkommen würde. Ich bin dort dann nur noch zu Besuch und für mich ist das was ganz anderes.
Ich hab ein sehr gutes Verhältnis zu meinen Eltern und fände es sehr traurig ohne meine Familie allein in einer Wohnung.
Dann gibts auch wieder Phasen, in denen ich mich teilweise schon richtig aufs Ausziehen freue und Rezepte sammle und mir Hausrat zulege...

Inaktiver User
06.03.2007, 11:42
Ich kann dir nur raten endlich auszuziehen und selbständig dein Leben zu leben. Mit 24 ist das überfällig.

Elch
06.03.2007, 12:26
Ich kann dir nur raten endlich auszuziehen und selbständig dein Leben zu leben. Mit 24 ist das überfällig.

Finde ich auch. Das hat doch nichts mit Ausgeschlossenwerden zu tun. Es ist einfach der Lauf der Welt. Und 24 ist wirklich alt genug.
Denk doch auch mal an deine Eltern. Die wären ja vielleicht wirklich auch mal froh, irgendwann wieder Menschen und ein Paar und eigenständig zu sein - und nicht NUR Eltern.
Und wenn ich dich richtig verstanden habe, hast du einen Job und verdienst eigenes Geld.
Da gehört es sich meiner Meinung nach sowieso, eigenständig zu wohnen. Oder gibst du richtig Miete und Kostgeld und Geld für den Haushalt ab??

kape
06.03.2007, 17:05
Hallo Schruli,

ich habe Deinen ersten Strang noch gut in Erinnerung.
Und habe Deinen armen Eltern so sehr gewünscht, dass Dir inzwischen Deine "Traumwohnung" in den Schoß fällt. Denn ich nahm nicht an, dass Du aktiv auf Wohnungssuche gehst, solange Dir Dein Vater nicht eigenhändig die Kisten packt.

Ich möchte einfach nochmals den Satz hier reinkopieren, den ich Dir im anderen Strang auch schon geschrieben habe:

" Das ist doch ganz einfach, das Leben beginnt, wenn die Kinder aus dem Haus sind, und der Hund gestorben ist!"

Und da Dein Vater ja unmissverständlich sagt; "mit 25 ist Schluss mit "Hotel Mama" ", weißt Du ja, dass sich selbst Deine liebevollen Eltern auch noch ein Leben NACH den Kindern vorstellen können. - Mit Deiner Schwester haben sie ja dann ohnehin noch genug Kind im Haus !! - Oder hast Du ernsthaft Sorgen, dass sie Dich vergessen könnten, wenn nur noch Deine Schwester dort lebt? :ooooh:

Bekommst Du denn nicht allmählich ein schlechtes Gewissen, Deine Eltern so lange auf Deinen Umzug warten zu lassen, obwohl es Wohnungen gibt und Du Dir eine eigene Wohnung auch leisten könntest?

Mein Gott! Klemm die Pobacken zusammen, nimm Dein Hasenherz in die Hände und zieh endlich aus! Dein Vater sagt Dir doch, dass es Zeit ist dafür!!!! Was soll der arme Mann denn noch tun???

Gönn Deiner jüngeren Schwester ein eigenes Zimmer und Deinen Eltern eine ungestörte Nachtruhe!!!! In dem Alter, in dem sie vermutlich sind, braucht man das!

...und wenn Du dann im Sommer mit einem selbstgebackenen Kuchen oder einer großen Schüssel Salat in den Garten kommst, wirst Du für Deine Eltern der liebste Gast sein! :smile:

In diesem Sinne wünsche ich Dir Deine Traumwohnung und einen guten Umzug!
kape

Regenwurm
07.03.2007, 08:55
@ kape: Besser hätte ich es nicht formulieren können :allesok:

Readerin
08.03.2007, 09:24
Man müsste, man sollte ...
Manche sind halt einfach später für diesen Schritt bereit als andere.
Ich bin auch 24 und habe gerade erst mit der Wohnungssuche begonnen. Obwohl ich mich auf ein eigenes Reich freue, hat mich doch schon die Wehmut gepackt.

mutter
09.03.2007, 17:05
Ein perfekter Beitrag kape
:allesok: LG:blumengabe:

Schruli
12.03.2007, 10:47
Geld verdienen und sich eine Wohnung leisten können sind leider zwei verschiedene Paar Schuhe.
Ich habe einen ziemlich schlecht bezahlten Job, aber habe ihn angenommen, da ich endlich ein unbefrsitetes Arbeitsverhältnis angeboten bekam.

Zuhause gebe ich monatlich etwas dazu und am Wochenende putze ich.

Schön, dass ihr keine Probleme damit hattet, das elterliche Nest zu verlassen, aber Menschen sind unterschiedlich. Mir wäre es auch lieber, wenn mir die ganze Sache leichter fallen würde.

Kape, ich weiss nicht ob du vielleicht denkst ich würde meinen Eltern auf der Tasche liegen, ihnen die ganze Zeit am Rockzipfel hängen, den Kühlschrank leer essen und nerven.

Ich würde sogar behaupten, dass ich zu Hause das pflegeleichteste "Kind" bin und mir wurde von meiner Mutter versichert, dass sie mich noch gerne zu Hause haben und ich nicht gleich morgen ausziehen MUSS.
Sicher werde ich das in überschaubarer Zeit tun, aber ich werde die Sache wohl erstmal langsam angehen.

dastin
12.03.2007, 11:06
Liebe Schruli
Ich glaube nicht dass es für jedes Kind leicht ist, auszuziehen, aber du wirst dadurch nicht ausgeschlossen, du gehörst noch ganz genauso dazu, bist sicher immer willkommen und zur not wird schon irgendwo wieder ein zimmer für dich gefunden.
Ich bin mit 19 ausgezogen, mit meinem Freund zusammen, weil es kürzer zur Uni ist, und weil ich mit ihm zusammen wohnen wollte. Meine Mama war fertig, ich bin die kleinste, meine Brüder sind schon ne Weile raus. Vl hilft es dir zu sagen, du kommst einmal die Woche vorbei, ich komm immer, weil wir es alle vor uns hergaschoben haben, eine Waschmaschine hierher zu schaffen, meine Eltern und ich auch, so komme ich immer mal vorbei, mit meiner Wäsche und sie freun sich. Ganz ehrlich, ich weiß nicht, wann ich ausgezogen wäre, hätte ich allein wohnen müssen, und hätte es mir keinen Vorteil im sinn wie, es ist näher zur Uni gebracht. Ich verstehe mich jetzt mit meinem Vater viel besser, aber das wusste ich ja vorher nicht. Du hast garkeinen richtigen Anreiz auszuziehen, oder? Also ausser der Wohnung, die man einrichten könnte. Gibt es keinen Freundin, mit der du zusammenziehen könntest, oder hast du einen Freund? Aber ich würde dir raten, ein paar Wohnungen anzuschauen, das ist ja keinen Entscheidung, und irgendwann betrittst du vl eine, in der du dich sofort wohlfühlst, und die du in Gedanken schon einrichtest.Und versuch doch mal, dir vorzustellen, was du in einer eigenen Wohnung alles könntest, mit Freunden ewig feiern, eigene Haustiere, alles einrichten, keine Ahnung, worüber du dich freuen würdest. Du musst dich nicht jetzt entscheiden, nicht sofort. Aber es wär doch besser, du entscheidest auszuziehen, und bist glücklich dabei, als dass dein Vater sein Ultimatum durchsetzt.
lG
Tin

Schruli
12.03.2007, 11:48
Du hast garkeinen richtigen Anreiz auszuziehen, oder? Also ausser der Wohnung, die man einrichten könnte. Gibt es keinen Freundin, mit der du zusammenziehen könntest, oder hast du einen Freund?

Hallo Tin,

einen schwerer wiegenden Grund als meine Familie habe ich nicht der zum ausziehen reicht.

Will heissen, dass ich mich natürlich auf das Einrichten einer eigenen Wohnung freue, mich freue wenn ich mir endlich noch ein weiteres Aquarium zulegen kann, Leute zu mir in MEINE Wohnung einladen kann und man da wirklich ungestört ist, sogar aufs Kochen und Einkaufen freue ich mich.
Auf der Contra-Seite (wenn man so will) steht halt das jetzige Familienleben und das macht die Pros leider wieder eher klein.

Freundinnen für eine WG stehen nicht zur Verfügung. Entweder wohnen die weiter weg, sind verheiratet oder haben eine eigene Wohnung in der Stadt (aber da will ich nicht hin).
Mein Freund will nicht mit mir zusammenziehen. Erstens nicht in meinen Ort und zweitens wär ihm das etwas zu eng. Er würde sich dann an seinen arbeitsfreien Tagen bei mir einnisten - aber so geht das nicht, finde ich.

dastin
12.03.2007, 12:09
Naja, also, lass dir noch ein wenig Zeit mit dem Gedanken, schau dir hin und wieder Wohnungen an, denk daran, dass du dich dort ganz frei bewegen kannst, mit Freunden, mit deinem Freund, und auch du allein. Wenn du Lust hast kannst du durch die ganze Wohnung tanzen, 3 Tage nicht abwaschen, Parties feiern, und immer wenn du willst, kannst du deine Eltern besuchen.
UND besuchenden Kindern gestehen Eltern meistens eher zu, ihr eigenes Leben zu führen und ihre eigenen Entscheidungen zu treffen, meine geben inzwischen nurnoch Tipps, aber sie mischen sich nicht mehr ein.
lG
Tin

Elch
12.03.2007, 12:17
Aber es geht doch beim Alleinewohnen nicht nur um Parties feiern! Es gibt einem doch auch persönlich ein Gefühl von Selbstständigkeit, von Erwachsensein, von Stolz. Außerdem sollte es normal sein, irgendwann zu gehen und sich (und auch den Eltern) zu beweisen, dass man soweit ist. Das ist der normale Lauf der Welt.
Kein Ende der Welt, kein Drama, kein von-der-Familie-ausgestoßen-werden. Es sollte ein eigener Wunsch und Drang sein. Es sollte selbstverständlich sein.

"Hotel Mama" kann es doch nicht sein, oder...? Irgendwann ist man doch / sollte man doch froh sein, nicht mehr nur Kind zu sein, sondern auch von den Eltern ernst genommen zu werden. Wenn ich immer daheim an den Rockschößen der Eltern hänge, kann ich nicht ernst genommen werden.

Alleine wohnen ist doch nicht schlimm, das ist doch gut! Macht Spaß.

dastin
12.03.2007, 12:32
Elch, das stimmt schon, aber der Drang bei Schrulli scheint kleiner zu sein, als die Angst, also versuche ich ihr das ein wenig schmackhaft zu machen.
Nur zu sagen, sie sollte es selber wollen, ändert nichts, si ewill es nunmal noch nicht genug.

kape
13.03.2007, 10:39
Hallo Schruli,

nein, ich denke nicht, dass Du Deinen Eltern auf der Tasche liegst, oder sie bewusst "nervst". Ich weiß doch gar nicht wie Eure Situation ist.

Ich beziehe mich in meinen bisherigen Postings einzig auf den klar ausgesprochenen Wunsch Deines Vaters, dass Du Dir bis Du 25 Jahre alt bist, eine eigene Wohnung suchst. Ich finde das genügt doch! Er wünscht sich vielleicht ganz dringend, endlich ein Schlafzimmer für sich zu haben, damit er nicht mehr Sorge haben muss, dass er Deine Mutter durch sein Schnarchen stört. Er denkt auch an seine andere Tochter, die gerne jetzt ein eigenes Zimmer hätte - denn sie muss ja noch zu Hause wohnen, die hat noch keine Alternative!

Dass Deine Mama anderer Meinung ist und am liebsten ihre "Küken" alle um sich hätte, ist ein ganz anderes Thema. Wichtig ist mir hier die Haltung Deines Vaters, der offenbar spürt, dass seine "mittlere" (das bist Du doch, oder?) einen Schubs benötigt, weil sie es sonst nicht schafft sich abzunabeln - und von der Mama darin leider auch nicht bestärkt wird.

Überleg doch mal, wie alt deine Eltern waren, als ihr Kinder geboren sind. Und wie lange sie nun auf Euch in irgendeiner Form Rücksicht nehmen - Du glaubst gar nicht, wie sehr Eltern sich nach den Kindern ausrichten!!! Manche merken es erst, wenn das letzte wirklich auch gegangen ist. :lachen:

Das darf doch irgendwann, wenn man die Kinder groß hat auch mal wieder aufhören - oder müssen Eltern erst in kleinere Häuser oder Wohnungen ziehen, nur damit ihre schon längst erwachsenen und finanziell unabhängigen Kinder den Absprung schaffen??

Ich bleib dabei, auch wenn es Dir schwer fällt: Zeig, dass Du Deine Eltern als ebenfalls erwachsene Individuen respektierst und es schaffst, auch alleine zu sein - das ist oft, aber nicht immer nett. Aber wer sagt denn, dass es für Deine Eltern die ganzen Jahre mit Euch immer nett war?

Nimm den Wunsch Deines Vaters ernst - warte nicht, bis er Dir wirklich ein Ultimatum setzt - mir wäre das peinlich gewesen! Und vielleicht entdeckst Du hinter dieser Türe, die sich dann für Dich öffnet ganz neue, bereichernde Erfahrungen, die Du Dir heute noch gar nicht vorstellen kannst. Ich wünsche es Dir.

Lieben Gruß

kape

Schruli
15.03.2007, 10:28
Hallo kape und alle anderen, die hier gepostet haben,

ich bin zu Hause die älteste von drei Töchtern (23, 20, 11 Jahre).

Meine mittlere Schwester hat am Wochenende ein Vorstellungsgespräch für eine Ausbildung zur Hotelfachfrau an der Nordsee und auf der Insel Föhr (ca. 600km von hier)! Die ist da ganz anders als ich. Vermutlich mache ich mir sogar schon mehr Gedanken darüber als sie - wir haben zwar ab und an kein ganz so gutes Verhältnis zueinander, aber da würde ich sie natürlich sehr vermissen, wenn man sie vielleicht nur 2x im Jahr zu Gesicht bekommt.

Natürlich werde ich nicht warten bis mein Vater mich rausschmeisst :ooooh:

Ich bin gerade dabei, mich seelisch und moralisch etwas besser auf eine anstehende Wohnungssuche einzustellen.
Das letzte mal (als ich den Strang eröffnet habe) kam das viel zu schnell und unerwartet. Da habe ich mich wohl mit Wohnungssuche und einem plötzlichen Jobangebot übernommen.

Ich versuche jetzt erstmal das alles nicht ganz so negativ zu sehen und solche Gedanken auszuklammern.
Früher oder später MUSS ich ausziehen, so ist das ja bei fast allen...
Leider habe ich auch miterlebt wie eine Freundin (auch) durch ihren Auszug, den sie eigentlich so herbeigesehnt hat, Probleme mit Depressionen bekam - das ermutigt natürlich nicht gerade.

Inaktiver User
24.03.2007, 16:27
Ich gehöre auch zu den Menschen, die lieber früher als später das Nest verlassen wollten. Also bin ich direkt nach meinem Schulabschluß mit 19 nach Berlin gegangen und dort in eine WG gezogen. Wollte einfach etwas von der Welt sehen und meine eigenen Erfahrungen machen.

Manche dieser Phasen waren tatsächlich hart, ich habe alles mögliche ausprobiert: WG, alleine wohnen, mit Freund, aber ich habe sehr viel über mich erfahren und viele Menschen kennengelernt.

In einer schlechten Phase bin ich dann "vorübergehend" wieder bei meinem Vater eingezogen und letztlich doch 2 Jahre geblieben. War schön, aber ich fühlte mich auch irgendwie unselbstständig.

Ausziehen um des Ausziehens willen, scheint mir aber auch etwas schwierig. Dafür braucht es für mich auch eher noch zusätzliche Gründe, wie in eine größere Stadt, Jobwechsel, Studienbeginn, mit Freund zusammenziehen, Auslandsaufenthalt, WG-Gründung.

Was machst du denn beruflich und planst du die nächsten Jahre weiter in deinem Ort zu verbringen?

Schruli
26.03.2007, 09:48
Hallo RobinHut,

ich habe kürzlich einen unbefristeten Job als Sachbearbeiterin ergattert. Für diesen muss ich von meinem Dörfchen aus, nur 10 - 15 Minuten mit dem Auto fahren. Ich scheine also recht gute Voraussetzungen für das weitere Wohnen in diesem Ort zu haben :freches grinsen: :knatsch: :freches grinsen:

Das_bin_ich
27.03.2007, 13:48
Wann und wohin Du ausziehst muss Du selber wissen.
Eine eigene Wohnung bedeutet eine Menge an Freiheiten, die man zu Hause (egal wie gut man sich versteht) nicht hat.
Allerdings fände ich es auch falsch wenn Du Dich dazu zwingen lassen würdest. Zu Hause irgendwann ausziehen zu müssen, so eine Äußerung käme von meinen Eltern zum Glück nie!!! Aber das wäreauch nicht nötig, denn von uns ist keiner der ewige Nesthocker, auch wenn wir alle nicht überstürzt ausgezogen sind.
Ich denke jeder muss seinen Weg finden, auch Du.
Vielleicht einfach nochmal ganz ehrlich überlegen was für und gegen einen Auszug spricht. Und unter welchen GEgebenheiten DU Dir den Auszug vorstellen könntest.

Inaktiver User
27.03.2007, 17:36
Ich hab auch noch mal drüber nachgedacht, und finde dass es schon Vorteile gibt, wenn man nicht mehr bei den Eltern wohnt.

1. Man muss sich nicht mehr erklären (rechtfertigen), was Geldausgaben, Einkäufe, Eßgewohnheiten, Freundschaften, Freizeitgestaltung... angeht

2. Man kann die Wohnung nach eigenem Geschmack und Nutzungsvorstellungen einrichten :entspann:

3. Man kann "nackte Sonntag" veranstalten und mit Freund viel ungezwungener sein :freches grinsen:

4. Meine Erfahrung ist auch, dass man mehr Anrufe und Besuche von Freunden bekommt

5. Putzstreit mit Geschwistern fällt weg :kuss:

Falls Du Dich auf humorvolle Weise mit dem Thema beschäftigen magst, kann ich Dir auch den Film "Tanguy - der Nesthocker" empfehlen. :smirksmile:

Und ich finde auch, dass irgendwann der Zeitpunkt gekommen ist, flügge zu werden und eigene Erfahrungen zu machen. Eltern müssen ihre Kinder nicht lebenslang beherbergen. Es hat mir damals als meine Mutter ausgezogen ist, als ich 18 war und mich nicht mitnehmen wollte, schon sehr weh getan, aber seit einige Jahre später konnte ich mir auch garnicht mehr vorstellen mit ihr unter einem Dach zu leben. :ooooh: