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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Ich will nicht zusammen ziehen...



Hackerin
27.02.2019, 15:10
Hallo zusammen,
ich bin seit knapp 2 Jahren mit meinem Freund zusammen, den ich sehr liebe! Ich bin 38 Jahre alt und stehe seit 18 Jahren voll im Berufsleben, wodurch ich vor einigen Jahren in der Lage war, mir eine kleine Traumwohnung in der Nähe einer bayerischen Großstadt zu finanzieren und seit 3 Jahren bin ich auch mit der Finanzierung durch, schuldenfrei und muss nun keine Miete mehr zahlen. Mein Freund hingegen war in seinem angestammten Beruf nicht glücklich und hat sich vor ein paar Jahren dazu entschlossen, noch einmal ein Studium anzufangen - Lehramt fürs Gymnasium.
Als wir uns kennenlernten, lebte er in einer WG und ich war eigentlich ganz happy mit der Situation, ihn 3-4 x in der Woche zu sehen und ansonsten mein eigenes Reich behalten zu können. Letztes Jahr und nach bestandenem ersten Staatsexamen hat er einen Referendariatsplatz in meiner Nachbargemeinde bekommen und fragte mich, ob es in Ordnung wäre, wenn er unter der Woche bei mir ist. Ich war damit gezwungenermaßen einverstanden, da er ansonsten einen einfachen Arbeitsweg zu seiner Schule von gut 50 km gehabt hätte, was auch ich als zu viel erachtet habe. Ich liebe meinen Freund sehr, aber das letzte Jahr war das härteste, was ich jemals hatte: Durch seinen Lehrer-Job war und ist er IMMER bei mir zu Hause. In der Früh, wenn ich das Haus verlasse und abends, wenn ich wiederkomme - er war und ist immer da! Ich habe einen ziemlich stressigen Job, sitze in einem Großraumbüro und habe praktisch den ganzen Tag Menschen um mich herum und ich habe es wahnsinnig vermisst, abends heimzukommen, die Tür hinter mir zuzumachen und einfach nur meine Ruhe zu haben. Ich brauche das nicht jeden Tag, aber 3 Tage die Woche Zeit für mich zu haben brauche ich wie die Luft zum Atmen. Ich habe eine 3-Zimmer-Wohnung wobei jeder von uns ein Zimmer zum Schlafen hat (er schnarcht) und wir ansonsten den ganzen Abend im Wohnzimmer aufeinander hocken. Weder kann ich TV schauen noch Computer spielen, weil er meistens abends noch etwas für die Schule vorbereiten muss. Und selbst wenn es mal nichts zu tun gibt, werden wir uns meistens in der Wahl des Fernsehprogramms nicht einig, weil wir da so gar nicht kompatibel sind (Action- und Science-Fiction-Filme gegen die ARTE-Filmauslese).
Am Anfang dachte ich jedenfalls, dass ich durchdrehe, weil er ständig um mich herum war, mittlerweile habe ich mich aber an seine Anwesenheit gewöhnt und es geht ein bisschen besser - auch wenn das Alleinewohnen für mich nach wie vor das Nonplus Ultra ist. Zumindest am Wochenende ist mein Freund immer heimgefahren, so dass ich den Freitag Nachmittag bis Sonntag Nachmittag für mich hatte.
Nun ist es aber leider so, dass die WG, in der mein Freund lebt, zum 31.07. aufgelöst wird (Eigenbedarf) und mein Freund auf der Strasse stehen wird. In bzw. um unsere Großstadt herum ist es unwahrscheinlich schwierig, eine einigermaßen passende und günstige Wohnung zu finden, zumal mein Freund im Referendariat nicht die Welt verdient. Er hatte aus diesem Grund gestern auch mal anklingen lassen, dass es doch das Beste wäre, wenn wir zusammenziehen würden, aber das kann ich mir beim besten Willen nicht vorstellen - ich brauche einfach auch Tage für mich, an denen ich ganz für mich alleine bin und nichts und niemanden sehen will. Aus dem Weg können wir uns nicht gehen, weil uns dafür ein Zimmer in meiner Wohnung fehlt und mich macht es wahnsinnig, dass ich an 7 Tagen die Woche IMMER (bis aufs Schlafen mal abgesehen) jemanden um mich herum haben würde: Entweder meine Kollegen den ganzen Tag in der Arbeit und/oder meinen Freund zu Hause. Hobbies hat er keine und durch seinen Lehrerjob ist er spätestens um 13:30 Uhr zu Hause. Ich habe demzufolge nichts auf seinen Vorschlag hin gesagt, was ihn nach meinem Gefühl aber sehr verletzt hat. Ich habe das Gefühl, dass er sich abgelehnt fühlt, dabei liebe ich ihn sehr - nur nicht auf meinen 74 m2.! Ich will mein eigenes Reich behalten, gleichzeitig komme ich mir aber auch sehr schuftig vor, weil ich seinem Wunsch nicht entsprechen möchte. Ich glaube tatsächlich, dass er - wenn es die finanziellen Mittel erlauben würden - auch das Alleinwohnen vorziehen würde, aber bei seinem monatlichen Budget ist das nun definitiv nicht möglich. Über einen gemeinsamen Wohnungskauf für ihn in Gehweite zu meiner Eigentumswohnung haben wir auch schon gesprochen und ich würde ihm auch bei der Finanzierung helfen, jedoch haben wir das letztendlich beide als nicht sinnvoll verworfen, weil wir keine Ahnung haben, wo er nach Beendigung seines Referendariats eine Stelle bekommen wird. Wie komme ich aus dem Dilemma heraus?
Sonnige Grüße von der Hackerin

Zuza.
27.02.2019, 15:18
Hallo Hackerin,

ich habe diesen Strang geschlossen, du hast ihn im Forum "Beziehungen im Alltag" ja auch eingestellt.

Viele Grüße,
Zuza