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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Seid Ihr heikel?



Lakritze
02.03.2007, 14:43
Frage steht oben - seid Ihr heikel?
Ich bemerke bei mir seit neuestem, daß mir Speisen, die ich nicht selbst gekocht habe, nicht mehr schmecken.
Dabei mag ich aber die allermeisten Lebensmittel, ich esse alles an Fleisch und Fisch, Milchprodukten und Eiern sowie fast jedes Obst und Gemüse. Aber es muß so zubereitet sein, wie ich mir das vorstelle.
Dazu verabscheue ich alle künstlichen Zusätze (Halbfertigprodukte und - noch schlimmer - die ganzen Trockenbeutel)
Dabei war ich als Kind absolut leicht zufriedenzustellen, mir hat einfach fast alles geschmeckt.
Ihr Heiklen hier - wie macht Ihr das, wenn Ihr mal wo zum Essen eingeladen seid? Denn wie erklärt ich jemandem denn, daß mir sein selbstgekochtes Essen nicht schmeckt?
Genausowenig mag ich in Restaurants gehen (zwei Lokale in meiner Umgebung ausgenommen, die eine wirklich gute Küche haben) - weil ich stark vermute und teils weiß, daß sie Halbfertigprodukte verwenden.

Tahnee
02.03.2007, 14:52
Hallo Lakritze,

Also heikel würde ich das nicht nennen, wenn Du ein Essen nicht magst, wo Halbfertig- oder Fertigprodukte drin sind. Ich nenne das eher vernünftig und auch gut verständlich. Bei Restaurants gibt's auch nur einige wenige, wo ich hingehe und dort gibt es auch immer sehr leckeres Essen. Und vor allem --> die Küche ist offen, so dass man den Köchen, wenn man dort in der Nähe sitzt, auch über die Schulter schauen kann.

LG Tahnee --> gerade mit VK-Nudeln mit selbstgemachter Basilikumpesto satt gefuttert

Inaktiver User
02.03.2007, 14:59
Hallo Tahnee,
hast du die VK-Nudeln selber gemacht?

Wenn nicht, ist das doch wohl ein Fertigprodukt - oder irre ich mich:wie?:

Tahnee
02.03.2007, 15:07
Hallo Tahnee, hast du die VK-Nudeln selber gemacht?

Wenn nicht, ist das doch wohl ein Fertigprodukt - oder irre ich mich :wie?:

Nein, ich habe die VK-Nudeln nicht selbst gemacht. Nur laufen bei mir getrocknete Nudeln aus VK-Mehl bzw. VK-Hartweizengriess, Salz und Wasser nicht unter Fertiggericht. Wenn ich jetzt noch Fertigsoße dazu genommen hätte, könnte ich Deine Anmerkung verstehen. Aber so juckt mich das ehrlich gesagt nicht.

Tahnee

Lakritze
02.03.2007, 15:22
@Tahnee: danke für Deine schnelle Antwort.
Viele verstehen es leider nicht, wenn man keine Halbfertigprodukte essen will (und da reihe ich Nudeln, die aus 100% Hartweizengrieß bestehen nicht ein, sondern zB TK Gemüse mit fertiger Würze dabei oder Sugo aus dem Glas)
Ich hoffe, das Thema artet nicht wieder in eine i-Tüpferl-Diskussion deswegen aus (ich erinnere mich dunkel, daß es sowas schon einmal gab :knatsch:)

Tahnee
02.03.2007, 15:31
Hallo Lakritze,

TK-Gemüse mit fertiger Würze oder Sugo gibt's bei uns auch nicht. TK-Gemüse ist sicher was feines, aber dann bitte ohne fertige Würze oder dieses Butterzeug dabei.

Und so 'ne i-Tüpferl-Diskussion muss ich auch nicht haben.

Tahnee :zwinker:

Inaktiver User
02.03.2007, 15:56
Bevor hier angegriffen wird, schlage ich vor, doch mal nachzulesen, was der Unterschied zwischen einem Fertigprodukt und einem Fertiggericht ist!!

Und Teigwaren gehören nun mal zu den Fertigprodukten:zwinker:

Tahnee
02.03.2007, 16:03
pitti, das mag rein definitionsmässig vielleicht so sein. Aber trockene Nudeln sind für mich persönlich (und da bin ich sicher nicht die Einzige) nun mal keine Fertiggericht, sondern ein Fertigprodukt. Denn wenn es ein Fertiggericht wäre, müsste ja wohl auch schon 'ne Sosse oder ähnliches dabei sein. Gibt es sicher auch, esse ich aber nicht.

Inaktiver User
02.03.2007, 16:05
Genau das und nichts anderes habe ich geschrieben!!
Einfach richtig lesen :kuss:

Tahnee
02.03.2007, 16:05
Ansonsten kannste ja 'ne Umfrage dazu starten --> Was sind für Euch Nudeln (wohlgemerkt rede ich hier nicht von Miracoli oder diesem Kram)? Fertiggericht oder Fertigprodukt! :fg engel:

Inaktiver User
02.03.2007, 16:13
Vielen Dank für diese Anregung!
Aber das brauche ich nicht, da ich das gelernt habe :yeah:

Hillie
02.03.2007, 16:15
Hallo,
immer mehr gehen auch wir dazu über, nur noch wenig essen zu gehen. Ausnahme ist ein vegetarisches Restaurant in einem Bio-Supermarkt gleich bei uns um die Ecke, wo es wirklich sehr gut schmeckt und die ohne Zusatzstoffe kochen.
Ich selber koche ohne jede Form von Fertiggerichten, verwende aber Fertigprodukte wie Nudeln, Reis, Tomatenmark aus der Dose (aber alles Bio). Ich mag den Einheitsgeschmack von Fertiggerichten, Fertigsoßen usw. einfach nicht. Außerdem weiß man ja inzwischen, was alles an natürlichen Aromen und Zusatzstoffen erlaubt ist!!!!!
Da wir allerdings oft auf Reisen sind und somit an fremdem Tisch essen, schaue ich immer, dass es möglichst ohne Soßen ist (oder ich schiebe sie beiseite). Ein Steak/Fisch gegrillt und Salat (den man sich selbst mit Salz, Essig und Öl anmacht) hat sicherlich fast keine Zusatzstoffe und wird vor allem auch nicht in der Mikrowelle heiß gemacht. Ich will hier aber keine Grundsatzdiskussion zum Thema Mikrowelle herausfordern, deshalb keine weitere Erläuterung dazu!
Hillie

Tahnee
02.03.2007, 16:18
pitti hab's gerade gesehen --> 'tschuldigung, falsch verstanden. Aber Fertigprodukte wie Nudeln, Reis usw. finde ich okay.

Tahnee
02.03.2007, 16:21
Hallo Hillie,

Wir haben ein ähnliches Restaurant in der Nähe (ca. 10 Minuten mit dem Fahrrad entfernt), allerdings geht mir persönlich zu sehr dort der Öko-Touch auf den Zeiger. NR-Restaurant, vegetarisch, kochen ohne Zusatz- und Konservierungsstoffe --> alles super. Aber dort ist es echt zu sehr to much.

Wenn jemand in HH ein gutes vegetarisches Restaurant kennt, bin ich für jeden Tip dankbar.

Tahnee

Inaktiver User
02.03.2007, 16:27
Danke Tanhee,
Teigwaren ist mit sicherheit O.K., macht ja auch viel Arbeit, diese selber herzustellen.
Auch TK-Gemüse ohne Zusätze finde ich total normal, da diese vom Ernährungsphysiologischen Aspekt teilweise besser sind, als sogenannte "frische Gemüse" vom Markt oder auch sogar vom Bio Bauern.

Was mich erschreckt ist die heutige "Kochkultur" der Mütter, welche ihre Kiddis mit Maggi und Co. ernähren.

Ich sage immer: "ich koche ohne Maggi, dafür mit Magie!":smirksmile:

Tahnee
02.03.2007, 16:41
Danke Tahnee, Teigwaren ist mit sicherheit O.K., macht ja auch viel Arbeit, diese selber herzustellen. Auch TK-Gemüse ohne Zusätze finde ich total normal, da diese vom Ernährungsphysiologischen Aspekt teilweise besser sind, als sogenannte "frische Gemüse" vom Markt oder auch sogar vom Bio Bauern.

Das mit dem Gemüse stimmt absolut. Und bzgl. der Nudeln --> die gibt's mittlerweile auch beim Discounter in Vollkorn- und Bio-Qualität.




Was mich erschreckt ist die heutige "Kochkultur" der Mütter, welche ihre Kiddis mit Maggi und Co. ernähren.

Das erschreckt mich auch immer wieder. :knatsch:




Ich sage immer: "ich koche ohne Maggi, dafür mit Magie!" :smirksmile:

Der Spruch ist auch wirklich gut. :allesok:

hawaiianstarline
02.03.2007, 19:57
hallo,

ich habe auch schon vor einiger zeit festgestellt, dass ich heikler geworden bin. ich esse zwar zb viel mehr gemüsearten als in meiner kindheit, und probiere gern viel aus, aber bei den zubereitungsarten bin ich auch heikler geworden.

ich bin zwar so erzogen worden, dass ich halbwegs alles aufesse (leider), aber die kantine an meiner letzten arbeitsstätte war so hardcore grausig, dass ich da kaum gegessen habe. wo der koch gelernt hat, würde mich stark interessieren.

dadurch, dass ich selbst kochen gelernt haben, hatte ich schnell den dreh raus, was mir wie schmeckt, und wie ich schnell was leckeres zubereiten kann.
es gibt zwar auch bei mir ab und zu sugo aus dem glas, aber nicht, weil ich alleine keines kochen kann, sondern das hab ich zuhause für fälle wo ich keine lust auf kochen habe (was selten vorkommt).

auf die soßen aus den beutelchen etc. verzichte ich ganz, weil ich darunter nichtmal eine arbeitserleichterung verstehe, weil dieses pulver ja aufgegossen werden muss, und das macht man sowieso auch, wenn man zb ein stück fleisch brät und den satz in der pfanne aufgießt.

hab letztens bei meiner freundin gegessen, und sie hatte so eine soße gemacht - hat mir nicht so gut geschmeckt, viel zu intensiv nach künstlichen geschmacksverstärkern für meinen geschmack.
aber was soll man dann sagen? sie hat nicht kochen gelernt und ist teilweise total unsicher bei den mengen - misst alles genau ab, wo ich daumen mal pi gehe.

ich gehe aber schon gerne essen, gebe auch mittlerweile zu, wenn es mir nicht geschmeckt hat, was aber nicht so oft der fall ist, weil ich schon genau schaue, wo ich hingehe und was ich bestelle. :krone auf:

dass leute immer weniger kochen, fällt mir auch auf - habe letztens erst wieder einen erstaunten blick :ooooh: geerntet, weil ich zugegeben habe, jeden tag zu kochen.

GuteLaune
03.03.2007, 17:57
Eure Aussagen zu lesen, beruhigt mich jetzt doch. Mir ist es in den letzten Monaten oft passiert, dass ich in einem Restaurant gegessen habe und hinterher nicht so wirklich das Gefühl hatte, mir etwas besonderes gegönnt zu haben (Essen gehen ist bei uns aus finanziellen Gründen wirklich nicht alltäglich).
Wenn ich jetzt so drüber nachdenke, dann war es wohl, weil dem Essen doch irgendwas "Industrielles" anhaftete. Es geht mir nämlich nicht in allen Lokalen so. Vermutlich ist es wirklich so ein Einheitsgeschmack, der einem oft den wahren Genuss verleitet.
Bei mir zuhause schmeckt das gleiche Essen zwar keine zweimal gleich, weil ich mich selten genau an Rezepte halte, sondern eher frei Schnauze koche - aber es schmeckt individuell. Bei vielen meiner Freunde übrigens auch.
Wenn ich es so betrachte: Dann bin ich auch heikel!

Tahnee
03.03.2007, 18:17
Wenn ich es so betrachte: Dann bin ich auch heikel!

Hallo GuteLaune,

Ich persönlich finde ja nicht, dass wir alle hier in diesem Thread in dem Sinne heikel sind. Wir achten lediglich auf möglichst (soweit das als Kunde möglich ist) naturbelassene Grundzutaten und mögen wohl alle den Einheitskram nicht so gern. Und das finde ich wirklich in Ordnung, zumal es auch Zeit wird, dass man sich darauf besinnt und nicht für zusammengewürfelten Kram wie Geschmacksverstärker, Salz, gehärtete Fette und Zucker (schaut mal auf die Gemüsebrühen von Maggi & Co *grusel*, denn viel mehr als das vorne genannte ist da echt nicht drin) noch Unmengen von Geld bezahlt.

Ich habe auch Gemüsebrühe aus dem Glas --> ABER die von Alnatura, also eine Bio-Gemüsebrühe, wo weder Geschmacksverstärker noch gehärtete Fette und Zucker drin ist.

Tahnee

GuteLaune
03.03.2007, 19:13
Tahnee, ich hab mich auch auf das Ausgangsposting bezogen, wo ein solches Verhalten - mir schmeckt nicht alles, weil ich gewisse qualitative Ansprüche stelle - als "heikel" bezeichnet wurde. Des wegen hab ich auch geschrieben "so betrachtet...."

Heikel im gängigen Sinne bin ich nicht. Eher anspruchsvoll was bestimmte Dinge in meiner Ernährung angeht. Und wenn ich selber Suppen ausschließlich aus Gemüse, Gewürzen, evtl. Sahne, Käse, etwas Brühpulver koche, schmeckt mir halt irgendeine Instant-Suppe nicht mehr.
Absolut "heikel" bin ich übrigens mittlerweile bei Brot und Brötchen. In meiner Heimatstadt gibt es zahllose Bäckereien und ein nahezu unüberschaubares Angebot an Brot und Brötchen - wirklich schmecken tun nur wenige.

Lakritze
03.03.2007, 19:13
Ich habe auch Gemüsebrühe aus dem Glas --> ABER die von Alnatura, also eine Bio-Gemüsebrühe, wo weder Geschmacksverstärker noch gehärtete Fette und Zucker drin ist.

Tahnee
Ich habe dieselbe Brühe :zwinker:
Es verwundert mich, daß es doch so einige Leute gibt, die auf diese Art heikel sind. Und es beruhigt mich auch.
@Hawaii: ich koche auch jeden Tag. Wobei aber meine Gerichte unterschiedlich aufwändig sind. Mal mach ich ein Kartoffelgulasch, dann wieder koche ich nur Nudeln mit Olivenöl, Knoblauch, Cayennepfeffer und viel Parmesan. Letzteres dauert auch nicht länger, als ein Pülverchen anzurühren :freches grinsen:

Nocturna
03.03.2007, 19:42
Ich bin dahingehend heikel, dass ich möglichst viel in Bioqualität kaufe. Was nützt mir die schönste Zubereitung (ob mit oder ohne Tüte, ich persönlich koche allerdings ohne), wenn ich einen Salat zum Essen mache, der hochgradig belastet ist oder Gemüse esse, dass der Bauer x-mal gedüngt und gespritzt hat.

Seit der letzten Greenpeace-Untersuchung zum Zustand des in Deutschland erhältlichen Obst- und Gemüseangebots kommt mir das kalte Grausen. Teilweise ist es gesundheitsgefährdend, was im Supermarkt liegt. 9 von 100 Produkten sind so stark belastet, dass sie vernichtet werden müssten und keinesfalls für den menschlichen Verzehr zugelassen sind. Ein Kind könnte sogar durch den einmaligen Genuss Schäden bekommen. Hallo?

Inaktiver User
04.03.2007, 09:04
Frage steht oben - seid Ihr heikel?
Dabei mag ich aber die allermeisten Lebensmittel, ich esse alles an Fleisch und Fisch, Milchprodukten und Eiern sowie fast jedes Obst und Gemüse. ...
Dazu verabscheue ich alle künstlichen Zusätze (Halbfertigprodukte und - noch schlimmer - die ganzen Trockenbeutel)
...
Ihr Heiklen hier - wie macht Ihr das, wenn Ihr mal wo zum Essen eingeladen seid? Denn wie erklärt ich jemandem denn, daß mir sein selbstgekochtes Essen nicht schmeckt?
Genausowenig mag ich in Restaurants gehen (zwei Lokale in meiner Umgebung ausgenommen, die eine wirklich gute Küche haben) - weil ich stark vermute und teils weiß, daß sie Halbfertigprodukte verwenden.

Heikel würde ich das auch nicht nennen, sondern konsequent :allesok: , zumindest was Deine eigene Küche angeht. Ich bemerke, dass ich heikel und echt sauer werde, wenn absolut überflüssige Fertigprodukte im Supermarkt angeboten werden, etwa geschnippelte Currywurst in Sauce :grmpf: :gegen die wand:. Auch TK-Gemüse mit Sauce finde ich grenzwertig und Zeitmangel lasse ich nicht gelten, da das nicht so viel Zeit kostet, das zuzubereiten und Essen keine Nebensache ist. Für mich ist das eine Ausrede für pure Bequemlichkeit (und kein Wunder, dass so viele Kinder zu dick sind).

Nur- jetzt kommt natürlich Deine zweite Frage: wie geht man damit um, wenn die Freundin/Kollegin/Schwiegermutter (kann ja vorkommen) vollmundig erklärt, wie superschnell das Essen z.B. mit Trockenbeutel geht (weils ja so schwierig ist und wahnsinnig viel Zeit kostet, 4 Gewürze zusammenzumischen :ooooh: und wo kriegt man nur die Geschmacksverstärker her?:wie?: ).
Was macht ihr nun, wenn ihr in diese Situation kommt?

Tahnee
04.03.2007, 10:00
Nur- jetzt kommt natürlich Deine zweite Frage: wie geht man damit um, wenn die Freundin/Kollegin/Schwiegermutter (kann ja vorkommen) vollmundig erklärt, wie superschnell das Essen z.B. mit Trockenbeutel geht (weils ja so schwierig ist und wahnsinnig viel Zeit kostet, 4 Gewürze zusammenzumischen :ooooh: und wo kriegt man nur die Geschmacksverstärker her?:wie?: ).

Was macht ihr nun, wenn ihr in diese Situation kommt?

Ich denke, man tut sich keinen Abbruch, wenn man offen sagt, dass man so ein Essen nicht mag. Habe ich bei einer Kollegin auch schon gemacht und sie nahm es mir auch nicht übel. Im Gegenteil --> sie quetschte mich regelmässig aus, wie sie es auch ohne Tütenkram lecker hinbekommt.

GuteLaune
04.03.2007, 10:49
Leider kommt so eine offene Ansage nicht immer gut an. Meine Mutter zum Beispiel verwendet oft Fertigsoßen oder diverse Fix-Produkte.
Aus ihrer Sicht kann ich das ab und zu sogar nachvollziehen. Sie war immer, auch als meine Geschwister und ich klein waren, voll berufstätig. Die Oma, die mit im Haus lebte, hatte einen Laden und war ebenfalls sehr eingepannt. Damals - also vor ca. 40 Jahren - war das Angebot an Lebensmitteln und vor allem an Gewürzen, Zutaten usw. in unserer Kleinstadt sehr beschränkt. Das Zubereiten von Mahlzeiten an sich war schon ein Aufwand - und die Frauen damals haben es einfach als Erleichterung empfunden, auf (Teil-)Fertigprodukte zurückgreifen zu können.
Später hat meine Mutter dann für meinen Vater, der regelmäßige Mahlzeiten wollte, auf einer Kochplatte im Firmenbüro was machen müssen. Auch da waren Fertigprodukte sicher einfacher zuhandeln.
Ich hab zudem die ewigen Diskussionen statt, dass mein "Biozeugs" auch nicht anders schmecke, dass man von dem vielen rohen Gemüse und dem Vollkornbrot ohnehin Blähungen bekomme, dass Knoblauch stinke usw. usw.
Ich betrachte einfach die Mahlzeiten, die ich bei meiner Mutter einnehme, als notwendigen Akt, um meinen Blutzuckerspiegel nicht zu sehr absinken zu lassen.... ich esse, halte meinen Mund, und sage mir, dass ich den Großteil der Mahlzeiten, die ich einnehme, immer noch selbst zubereite, und da weiß ich, was ich habe.

Um nochmal auf das Ausgangsposting zurück zu kommen: Eines der wenigen "Restaurants", in denen ich mit Appetitt esse, ist unsere Betriebskantine. Dort gibt es durchaus auch Hausmannskost, aber alles mit viel frischen Zutaten. Das Fleisch kommt nicht vom Discounter, sondern von einem kleinen Landmetzger (weiß ich sicher, weil ich die Betreiber oft beim Einkaufen dort treffe), Salatdressings sind selbst gemacht...

Tahnee
04.03.2007, 10:57
Hallo,

Menschen, die nicht regelmässig Vollkornbrot essen, bekommen durchaus manchmal Blähungen, da es der Darm einfach nicht gewohnt ist, richtig was zu tun zu kriegen. Meine Tochter ist es von Beginn an gewohnt, VK-Brot zu essen, so dass sie es gut verträgt.

Und dass Knobi stinkt --> na ja. Frischer Knobi stinkt in der Regel nicht und ich esse Knblauch sehr gern.

LG Tahnee

hawaiianstarline
04.03.2007, 11:04
hallo,

also ich würde jetzt bei freunden, die mit fertigprodukten kochen nichts sagen. erstens muss ich nicht ständig mit ihnen zusammen essen, und zweitens will ich niemanden missionieren.

bei meiner eigenen familie stellt sich das problem nicht, weil da niemand mit tütchen kocht.
das einzige, was ich wirklich immer benutze - auch für meine selbstgemachten cremesuppen, ist leider das suppenpulver. meistens hab ich auch das von alnatura, aber ich verwende auch die rindsuppenwürfel. ich bin single und für mich alleine hab ich noch keine rindsuppe gekocht - obwohl das auch mal an der zeit wär,...

GuteLaune
04.03.2007, 11:07
Hallo Tahnee,

das alles ist mir schon klar. Ich bemühe mich ja auch, auf die Vorlieben und Abneigungen meiner Gäste Rücksicht zu nehmen. Und wenn ich weiß, dass jemand keinen Knoblauch mag, gibt es halt auch keinen...
Mich verletzt nur manchmal die generelle Haltung meiner (weiteren) Familie, die im Prinzip schon naserümpfend bei mir zur Tür reinkommt.
Beispiel: Meine Tochter hat Geburtstag, ihre Freundinnen sind da, es gibt abends Teigtaschen gefüllt mit Schafskäse und Oliven. Meine Schwester kommt kurz zum Gratulieren vorbei, ich biete ihr was vom Essen an. Sie könnte jetzt sagen, dass sie keinen Hunger hat oder so... Aber nein: Sie verzieht das Gesicht, Schafskäse mag sie nicht, hat sie zwar noch nie gegessen, aber allein die Vorstellung, dass Milch vom Schaf.....
Anderes Beispiel: Wieder ein Zufallsbesuch, es gibt Canneloni mit Spinat gefüllt, mit je einer Scheibe Serrano-Schinken umwickelt und einer Käsesoße überbacken. Meine Verwandschaft: Grüne Sachen essen sie nicht, das ist ihnen zu gesund....
Drittes Beispiel: Meine Kinder und ich lieben Schwarzwurzeln. Meine Mutter: Schwarzwurzeln gab's im Krieg immer, damit könne man sie jagen.... (obwohl ich nicht glaube, dass man die damals mit Sahnesoße als Gratin gemacht hat)
Sowas ärgert mich einfach. Ich denke, Essensvorlieben sind das eine. Aber ein bisschen Höflichkeit ist das andere....
Es ist ja keineswegs so, dass ich eine fanatische Gesundheitskost propagiere. Und meine Freunde halten mich für eine excellente Köchin - bei größeren Geburtstagsfeiern kommt das, was ich koche, jedenfalls immer gut an.

Tahnee
04.03.2007, 11:09
hawaiianstarline, hast Du einen TK-Schrank? Dann könntest Du einen Topf Rindsuppe kochen und portionsweise einfrieren.

Tahnee
04.03.2007, 11:13
GuteLaune, da wäre ich allerdings auch ziemlich angesäuert bei so blöden Kommentaren. Das kann ich echt gut verstehen. Zumal Deine Beispiele (Teigtaschen und auch die Canneloni) wirklich sehr sehr lecker klingen.

Ich hätte sofort mitgegessen. :blumengabe: :zwinker:

Liebe Grüße Tahnee

GuteLaune
04.03.2007, 11:20
Tahnee, danke für dein Mitgefühl. Aber ändern lässt sich das wahrscheinlich nicht mehr. Ich denke auch, dass das nicht unbedingt mit mir als Person zu tun hat, sondern eher so eine allgemeine Haltung ist.
Etliche meiner Freunde sagen: Gute Laune kocht wieder mal was, was wir nicht kennen. Wir sind schon gespannt drauf, sicher schmeckt es lecker.
Meine Familie sagt: Oh Gott, die kocht wieder was, was wir nicht kennen. Das schmeckt uns bestimmt nicht.
Zum Glück ist meine "Kernfamilie",also meine Kinder, anders. Die haben schon immer (fast) alles gegessen. Meine Tochter hat eine Zeitlang keinen Rosenkohl gemocht, isst ihn jetzt aber zumindest in Maßen. Zucchini pur sind nicht so ihr Ding. Aber als Bestandteil von Gemüsepfannen, Grillspießen oder pürierter Zucchini-Suppe sind sie ok.
Mein Sohn liebt es deftig. Süßspeisen als Hauptgericht muss er nicht unbedingt haben... Das Risiko ist gering, weil für mich persönlich Milchreis, Apfelauflauf, Kaiserschmarrn usw. auch kein "richtiges" Essen sind.
Probleme gibt es nur, wenn ein Kindergeburtstag ansteht. Mein Sohn wünscht sich dann schon einmal Matjes in Sahnesoße mit Äpfeln und Zwiebeln - was leider die meisten seiner Gäste nicht essen würden, so dass es letztlich doch wieder auf Pizzabrötchen oder Schinkennudeln hinausläuft.

Inaktiver User
04.03.2007, 11:55
Meine Familie sagt: Oh Gott, die kocht wieder was, was wir nicht kennen. Das schmeckt uns bestimmt nicht.


da ist dann auch nichts zu machen. Wenn jemand nicht die Bereitschaft und Neugier mitbringt, was Neues auszuprobieren, beißt man sich die Zähne aus. Ich persönlich würde mir allerdings die Kommentare sachlich und höflich verbitten bzw. die nette family nicht mehr zum Essen einladen. Es ist auch Unhöflichkeit und Respektlosigkeit pur, die Nase über etwas zu rümpfen, was der andere gerade ißt (nichts gegen Deine Familie, ich kommentiere nur dieses Verhalten).
Ich würde ja auch keine Heuschrecken essen, obwohl sie irgendwo anders als Delikatesse gehandelt werden, aber Kommentare würde ich mir in Gegenwart eines essenden Menschen ja auch verkneifen.
Mit den bestimmten Fertigprodukten halte ich das ähnlich. Missionieren will ich nicht, aber ich würde im Ernstfall darauf hinweisen, dass ich das nicht mag.
Übrigens GuteLaune: ich würde sofort zu Dir zum Essen kommen! das klingt superlecker!
:hunger:

Tahnee
04.03.2007, 12:15
Übrigens GuteLaune: ich würde sofort zu Dir zum Essen kommen! das klingt superlecker! :hunger:

Ich komme sofort mit. :yeah:

Sonata
04.03.2007, 13:30
Ich bin nicht so heikel, eher heikel im bezug auf den preis da ich studentin bin und ein dementsprechend knappes budget habe. Ich versuche halt einen kompromiss zu finden zwischen billig und gesund - ich nehme öfters auch hausmarken von supermärkten statt den 50 cent teureren bioprodukten. Um in mehreren läden die billigsten bio-sachen zusammenzusuchen fehlt mir oft die zeit und geduld.

Aber wo es bei mir auch aufhört: bei unsinnigen fertigprodukten aus der kühltheke die man in der mikrowelle aufwärmt - zum glück habe ich zur zeit eh keine - was ich schon über mikrowellen und gesundheit gehört habe ist haarsträubend, bei lightprodukten und süßungsmitteln - ich will zwar abnehmen aber nicht meinen körper vergiften dabei. Auch süßspeisen aller art (wenns unbedingt sein muss) mache ich lieber selbst weil da oft so viel zucker drin ist dass man nur mehr süß und sonst gar nichts schmeckt.

Und vor paar tagen habe ich in etwas angeheitertem zustand einen döner von der imbissbude gegessen - ich bin den grausigen nachgeschmack 1 tag lang nicht losgeworden. Nie wieder!!

Achja: nach welchen kriterien sollte man obst und gemüse im supermarkt auswählen? Entgehe ich den pestiziden so einigermaßen wenn ich regionale produkte einkaufe?

Sonata

hawaiianstarline
04.03.2007, 13:37
hawaiianstarline, hast Du einen TK-Schrank? Dann könntest Du einen Topf Rindsuppe kochen und portionsweise einfrieren.

leider nur ein kleines tk-fach im kühlschrank. und das ist meistens schon ausgelastet. aber ich kanns ja trotzdem mal probieren, hab glaub ich das letzte mal vor 10 jahre während meiner ausbildung rindsuppe gekocht.

@gutelaune: wenn du von deiner familie erzählst, kann ich total nachvollziehen, dass das nervt.
meine familie würde wahrscheinlich auch NIE was essen, was ich gekocht habe - kann ja gar nicht sein, dass man als tochter/enkelin auch was kochen kann, und noch dazu ganz anders als die traditionen davor,... :knatsch:

Inaktiver User
04.03.2007, 14:29
IIch versuche halt einen kompromiss zu finden zwischen billig und gesund - ich nehme öfters auch hausmarken von supermärkten statt den 50 cent teureren bioprodukten. Um in mehreren läden die billigsten bio-sachen zusammenzusuchen fehlt mir oft die zeit und geduld.

nun, da müsste man erst mal gesund definieren. Viele Menschen meinen, die Bio-oder regionalen Produkte seien zu teuer, dass sie sich das nicht leisten könnten, greifen dann aber z.B. zu den (relativ gesehen) teueren Fertigsaucen oder geben die sonst verkniffenen 50 cent großzügig und vielfach aus, wenn sie den Pizzaservice rufen oder einen Kaffee trinken gehen. Da spielt es keine Rolle, wie viel Kaffee sie für 3.00 Euro kaufen könnten...
Muss jeder selbst wissen, keine Frage, nur fällt mir eben dieser Widerspruch auf. Bio ist ja nicht nur unter dem Aspekt "gesund" sondern auch ethisch zu sehen.

Inaktiver User
04.03.2007, 14:49
@ Sonata
Ich kaufe auch ziemlich viel beim Discounter, weil ich gerade nicht so viel Geld habe und nur selten was auf dem Markt.
Discounter haben ja auch oft regionale Sachen, hier z.B. vom Niederrhein.
Ich habe aber auch letztens eine Reportage (auf Sat1?) gesehen und die haben Obst und Gemüse auf Pestizide getestet und komischerweise hat das Marktgemüse teilweise sehr schlecht abgeschnitten, wahrscheinlich, weil vieles im Moment halt aus Spanien o.ä. kommt und das Lidl-Gemüse gar nicht so schlecht, weil die vor einem Jahr verheerende Ergebnisse hatten und jetzt rigide Kontrollen durchführen.
Ich glaube, am sichersten ist es, Obst und Gemüse saisonal zu kaufen, also jetzt keine Erdbeeren, Spargel nur aus Deutschland, wenn Saison ist usw.
Und nicht so viel aus südlichen Ländern wie Spanien und der Türkei kaufen, weil sie wohl generell verschwenderisch mit Pestiziden umgehen.
Knoblauch kaufe ich immer bio, weil der dann sehr viel verträglicher ist.

Am schönsten wäre es natürlich, irgendwann mal einen eigenen kleinen Garten mit Obstbäumen zu haben, *träum*.

Laetitia

Nocturna
04.03.2007, 15:00
Achja: nach welchen kriterien sollte man obst und gemüse im supermarkt auswählen? Entgehe ich den pestiziden so einigermaßen wenn ich regionale produkte einkaufe?

Das ist ja das Unverschämte an der ganzen Angelegenheit. Ohne Labor lässt sich nicht herausfinden, ob man ohne Gesundheitsrisiko in sein Obst und Gemüse beißen kann, weswegen ich weitgehend auf Bio umgestiegen bin.

Du kannst dir aber den Einkaufsratgeber und Tipps von Greenpeace (http://de.einkaufsnetz.org/ratgeber/24579.html?PHPSESSID=57921c19956ea095256cb03661951 d4c)zu Gemüte führen, um bei bestimmten Gemüsesorten die Länder vermeiden, die besonders oft negativ auffallen.

Inaktiver User
04.03.2007, 15:25
Also ich bin auch dafür, Gemüse nach Saison und aus der Region zu kaufen.

Bei manchen Bio-Produkten habe ich schon die tollsten Erfahrungen gemacht. Meine letzte war diese:

Eine Bio-Salami mit Kräutern gekauft. Beim nachlesen zuhause stand ganz klein : Kräuter aus biologischem Anbau! HALLO?:wie?:

Also: wo bio drauf steht, ist nicht unbedingt bio drin. Damit wird leider ganz schön Schindluder getrieben und einem das Geld aus der Tasche gezogen.
Und ausschliesslich im Bio-Laden kaufen, kann ich mir nicht leisten.
So bleiben halt nur Kompromisse übrig.

Lakritze
04.03.2007, 16:08
Eine Bio-Salami mit Kräutern gekauft. Beim nachlesen zuhause stand ganz klein : Kräuter aus biologischem Anbau! HALLO?:wie?:

Also: wo bio drauf steht, ist nicht unbedingt bio drin. Damit wird leider ganz schön Schindluder getrieben und einem das Geld aus der Tasche gezogen.

Eine ähnliche Geschichte kenne ich mit groß als bio deklarierten Gummibären. Da ist dann alles bio bis auf die Schweinegelatine :knatsch:

Inaktiver User
04.03.2007, 16:29
Da frage ich mich, wie kommen solche Produkte dann zu dem sog.amtlichen Bio-Siegel :ooooh:

Inaktiver User
04.03.2007, 17:27
Da frage ich mich, wie kommen solche Produkte dann zu dem sog.amtlichen Bio-Siegel :ooooh:

der Begriff bio ist nach wie vor nicht geschützt und amtliche Siegel sind damit Augenwischerei.
Noch so eine Volksvera.....g ist der Begriff "geprüft".
Wer wirklich das kaufen möchte, was man so unter BIO versteht (naturbelassen, keine Pestizide, keine Massentierhaltung, artgerechte Haltung und Fütterung) muss auf die bekannten Marken wie demeter, bioland usw. zurückgreifen und die in der Nähe ansässigen Biobauern und Bioläden bzw. Metzger suchen. Es hilft ja schon weiter, wenn die Schlachtung in Deutschland oder gar im gleichen Bundesland erfolgt.
Adressen gibts im Internet.

Nocturna
04.03.2007, 18:01
der Begriff bio ist nach wie vor nicht geschützt und amtliche Siegel sind damit Augenwischerei.

Stimmt nicht. Bio und das Biosiegel sind mittlerweile geschützt und müssen bestimmte Kriterien erfüllen, erkennbar auch an der EG-Kontrollstellen-Nr.

Sie bestätigt, dass das Produkt den Öko-Richtlinien der Europäischen Union entspricht und Landwirte sowie Lebensmittelhersteller streng kontrolliert werden. Die Nummer steht entweder in Kombination mit einem Öko-Siegel oder allein auf der Packung. Fehlt diese Nummer, ist es kein zertifiziertes Öko-Produkt.

Wo bio draufsteht, muss bio drin sein.

Inaktiver User
04.03.2007, 18:04
Stimmt nicht. Bio und das Biosiegel sind mittlerweile geschützt und müssen bestimmte Kriterien erfüllen, erkennbar auch an der EG-Kontrollstellen-Nr.

Sie bestätigt, dass das Produkt den Öko-Richtlinien der Europäischen Union entspricht und Landwirte sowie Lebensmittelhersteller streng kontrolliert werden. Die Nummer steht entweder in Kombination mit einem Öko-Siegel oder allein auf der Packung. Fehlt diese Nummer, ist es kein zertifiziertes Öko-Produkt.

Wo bio draufsteht, muss bio drin sein.

o.k. aber weiß auch wer, wie diese EU-Ökorichtlinien aussehen? Ich kann mir vorstellen, dass die wirtschaftlichen Interesse da eine viel zu große Rolle spielen und dass die von Demeter und Co weit entfernt sind. Hat jemand genaue Info?

Sonata
04.03.2007, 18:32
nun, da müsste man erst mal gesund definieren. Viele Menschen meinen, die Bio-oder regionalen Produkte seien zu teuer, dass sie sich das nicht leisten könnten, greifen dann aber z.B. zu den (relativ gesehen) teueren Fertigsaucen oder geben die sonst verkniffenen 50 cent großzügig und vielfach aus, wenn sie den Pizzaservice rufen oder einen Kaffee trinken gehen. Da spielt es keine Rolle, wie viel Kaffee sie für 3.00 Euro kaufen könnten...
Muss jeder selbst wissen, keine Frage, nur fällt mir eben dieser Widerspruch auf. Bio ist ja nicht nur unter dem Aspekt "gesund" sondern auch ethisch zu sehen.

MissDashwood, da hast du natürlich recht dass bio-sachen kaufen auch aus ethischen gründen lohnenswert ist.
Allerdings geht es sich bei mir mit dem geld echt knapp aus. Ok, bei ein paar dingen könnte ich schon noch sparen, das geht aber extrem auf die zeit die ich auch nicht habe (mir die billigsten bio lebensmittel aus 3 verschiedenen geschäften zu suchen zum beispiel)
Beim pizzaservice bestelle ich ca. 2mal im jahr, fertigsaucen kaufe ich sehr selten wenn ich gusto drauf hab - ok kaffee trinken gehe ich manchmal aber das auch nur wegen des sozialen aspekts (mit freunden quatschen...) -ich will ja nicht vereinsamen außerdem muss ein bisschen fun als studentin sein - beim fortgehen verbrauche ich deshalb auch geld aber das ist für mich ein fix einkalkulierter posten.
Bei mir ist zwar vieles nicht bio, ich kaufe aber kaum fertiges sondern mix mir meistens alles selbst zusammen - schmeckt besser und ist billiger.

Sonata

Sonata
04.03.2007, 18:35
[QUOTE=Laetitia28
Am schönsten wäre es natürlich, irgendwann mal einen eigenen kleinen Garten mit Obstbäumen zu haben, *träum*.

Laetitia[/QUOTE]

Auja - das wäre toll! Aber davon kann ich wohl noch lange nur träumen - leider....

Sonata

Nocturna
04.03.2007, 19:02
o.k. aber weiß auch wer, wie diese EU-Ökorichtlinien aussehen?
Beim googlen habe ich das (http://www.bio-siegel.de/index.php?id=5&L=0)gefunden.
Es gibt noch andere Biosiegel, die noch strengeren Maßstab anlegen wie z.b. Demeter. Schau mal hier (http://de.einkaufsnetz.org/ratgeber/13120_1.html).

GuteLaune
04.03.2007, 19:11
Wenn man die Umstellungsphase erst mal hinter sich hat, ist "bio" nicht zwangsläufig teurer.
Bei mir kam die Veränderung unserer Ess- und Kochgewohnheiten in Gang, als meine Tochter vor einigen Jahren beschloss, kein Fleisch mehr zu essen (was sie bis heute konsequent durchhält; Gelatine, also auch Gummibärchen, isst sie auch nicht - und das ist für eine 15-Jährige schon eine Leistung!)
Erst hab ich für Sohnemann und mich weiter herkömmlich gekocht, für Töchterchen extra. Also: Zweimal Frikadellen, einmal Getreidebratling, Kartoffeln und Gemüse für alle. Das wurde mit der Zeit zu aufwändig, zumal Sohnemann öfters lieber einen Bratling als Frikadellen wollte. Irgendwann gab es dann nur noch Bratlinge, keine Kartoffeln mehr (das Getreide füllt ja auch), dafür eine Riesenmenge Gemüse mit leckerer Soße -Sahne, Käse, Senf, was halt grad passte.
Mittlerweile essen wir nur noch sehr selten Fleisch. Geflügel vielleicht alle zwei Monate einmal, dann leisten wir uns aber Pute vom Biohof. Ab und zu krieg ich "Fleischeslust" - so wie gestern. Dann gibt es schon mal ein dickes Rindersteak von einem kleinen Landmetzger, der nicht in Großmästereien, sondern bei kleinen Bauern kauft. Aber das einmal im Monat ist billiger als jeden zweiten, dritten Tag irgendwelche minderwertigen Schnitzel vom Discounter.
Ansonsten futtern wir riesige Mengen Kartoffeln - als Gratin mit Sahne, als Ofenkartoffeln mit Quark, als schwedische Sahnekartoffeln, als Kartoffelsuppe, Puffer, Bratkartoffeln, Gnocchi usw.
Und halt große Mengen Gemüse mit Käse, Nüssen, Sahne... Uns fehlt das Fleisch nicht. Und wenn ich dann auf Saisonangebote achte, kommt ein Bio-Essen auch nicht teurer als ein herkömmliches Fleisch-mit-Beilagen-Essen zu "normalen" Preisen.

Für alle, die sich bei mir zum Essen einladen wollen - wie wärs mit dem Menü:
Feldsalat mit Senfdressing, gehackten Walnüssen und Croutons
Spinatknödel mit zerlassener Butter und Parmesan
Obstteller mit Orange, Banane und Apfel mit einer Sandorn-Quark-Soße?
Ist auch in Bio-Qualität sehr preiswert

Inaktiver User
04.03.2007, 19:38
Ab und zu krieg ich "Fleischeslust" - so wie gestern. Dann gibt es schon mal ein dickes Rindersteak von einem kleinen Landmetzger, der nicht in Großmästereien, sondern bei kleinen Bauern kauft. Aber das einmal im Monat ist billiger als jeden zweiten, dritten Tag irgendwelche minderwertigen Schnitzel vom Discounter.
...
Und halt große Mengen Gemüse mit Käse, Nüssen, Sahne... Uns fehlt das Fleisch nicht. Und wenn ich dann auf Saisonangebote achte, kommt ein Bio-Essen auch nicht teurer als ein herkömmliches Fleisch-mit-Beilagen-Essen zu "normalen" Preisen.

:schild genau: :allesok:


Für alle, die sich bei mir zum Essen einladen wollen - wie wärs mit dem Menü:
Feldsalat mit Senfdressing, gehackten Walnüssen und Croutons
Spinatknödel mit zerlassener Butter und Parmesan
Obstteller mit Orange, Banane und Apfel mit einer Sandorn-Quark-Soße?
Ist auch in Bio-Qualität sehr preiswert

da sag ich nur: :hunger: :hunger: :hunger: :zwinker:

Lakritze
04.03.2007, 19:40
Für alle, die sich bei mir zum Essen einladen wollen - wie wärs mit dem Menü:
Feldsalat mit Senfdressing, gehackten Walnüssen und Croutons
Spinatknödel mit zerlassener Butter und Parmesan
Obstteller mit Orange, Banane und Apfel mit einer Sandorn-Quark-Soße?
Ist auch in Bio-Qualität sehr preiswert
Wann darf ich kommen? :hunger:

Inaktiver User
04.03.2007, 19:42
Allerdings geht es sich bei mir mit dem geld echt knapp aus. Ok, bei ein paar dingen könnte ich schon noch sparen, das geht aber extrem auf die zeit die ich auch nicht habe (mir die billigsten bio lebensmittel aus 3 verschiedenen geschäften zu suchen zum beispiel)
Sonata

nee, versteh ich auch. Ich meinte das auch nicht direkt auf Dich bezogen (ich kenn Dich ja nicht). Oft kommen diese Aussagen auch von Leuten, die es echt ohne weiteres zahlen könnten oder die auch ständig anderweitig das Geld mit vollen Händen ausgeben, aber bei den 20 cent, die das Freilandei kostet das Sparen anfangen.
:blumengabe:

Lunita
05.03.2007, 15:05
Ich kauf auch Bioprodukte wann immer möglich, allerdings seh ich die ganze Geschichte extrem pragmatisch: Ich hasse Supermarktseinkäufe wie die Pest und die Auswahl an 93 Nudelsorten überfordert mich. Also greif ich zum nächstbesten Produkt wo Bio draufsteht und gut ist. Ist also ehr eine lebensvereinfachende und vorallem zeitsparende Maßnahme. Ich koche fast jeden Tag selbst und kann aus Karotten und Kartoffeln zig verschiedene Sachen machen - deswegen sind die Mehrkosten zwar relativ (also im Vergleich zu herkömmlichen Produkten) schon höher, aber absolut gesehen ist es nicht wirklich schlimm.

Trotzdem würde ich da keine Religion draus machen. Wenn ich irgendwo eingeladen bin, dann esse ich das was es gibt. Die Behauptung im Eingangsposting kein anderes Essen als das selbstgekochte halte ich für - heikel, nahezu paranoid. Ich kann dieses "ich ess dies nicht und das nicht"-Getue partout nicht ausstehen.
Ganz großartig, was Leuten alles "nicht schmeckt" das sie noch nie probiert haben. Leider greift es immer weiter um sich, was Essenseinladungen von Bekannten so schwierig macht, dass ich inzwischen nur noch ganz wenige erprobt un-heikle Leute einlade. Eigentlich schade, denn ich halte gemeinsames Essen für sehr gesellig, aber mäkelige Leute, die sich am liebsten ihre eigenen Stullen mitbringen würden kommen mir nicht an den Tisch. Ich bin schließlich kein Biergarten.

Inaktiver User
05.03.2007, 15:23
Hurrah,Lunita!
Endlich mal ein Posting, das ich voll und ganz unterschreibe:yeah:

Tahnee
05.03.2007, 15:27
Lunita, dass nur das selbstgekochte Essen am besten ist, hat Lakritze doch gar nicht geschrieben. Sondern nur, dass sie nicht einsieht, für Fertig- Halbfertiggerichte im Restaurant teuer zu bezahlen. Was ist daran verkehrt?

Lunita
05.03.2007, 16:04
Lunita, dass nur das selbstgekochte Essen am besten ist, hat Lakritze doch gar nicht geschrieben. Sondern nur, dass sie nicht einsieht, für Fertig- Halbfertiggerichte im Restaurant teuer zu bezahlen. Was ist daran verkehrt?
Daran ist ja auch gar nichts verkehrt, ich finde ohnehin, "essengehen" wird überschätzt.

Ich bezog mich ehr auf diese Aussagen:


Frage steht oben - seid Ihr heikel?
Ich bemerke bei mir seit neuestem, daß mir Speisen, die ich nicht selbst gekocht habe, nicht mehr schmecken.Dabei mag ich aber die allermeisten Lebensmittel, ich esse alles an Fleisch und Fisch, Milchprodukten und Eiern sowie fast jedes Obst und Gemüse. Aber es muß so zubereitet sein, wie ich mir das vorstelle.

Ich lese da die Negativ-Erwartungshaltung raus: Lebensmittel, die andere Menschen in den Pfoten hatten sind geschmacklich verpfuscht (und wenn man mit so einer Erwartung rangeht, dann ist das wohl auch so).


Dazu verabscheue ich alle künstlichen Zusätze (Halbfertigprodukte und - noch schlimmer - die ganzen Trockenbeutel)
Dabei war ich als Kind absolut leicht zufriedenzustellen, mir hat einfach fast alles geschmeckt.
Sorry, die Halbfertigprodukte erscheinen mir hier nur als ein Rationalisierungsversuch des "Nicht-Schmeckens". Wenn das ganze zu einer (sozialen) Belastung wird, könnte man eine Form von Kontrollzwang sehen. Tante Wikipedia sagt unter "Orthorexia nervosa" ein bisschen was zum Thema.



Ihr Heiklen hier - wie macht Ihr das, wenn Ihr mal wo zum Essen eingeladen seid? Denn wie erklärt ich jemandem denn, daß mir sein selbstgekochtes Essen nicht schmeckt?

Hier würde ich am liebsten sagen "Am besten verbalisiert man dem Gastgeber mal die gesamte Ekelhaftigkeit seiner Produktion, damit vermeidet man jemals ein zweites Mal eingeladen zu werden. Oder man lehnt solche Einladungen von vorneherein irgendwie ab." Aber weil neulich mal ein Artikel über Orthorexie in der Süddeutschen war, versuche ich mal zu akzeptieren, dass es für die Betroffenen ein wirkliches Problem sein kann.

Tahnee
05.03.2007, 16:15
Hallo Lunita,

Also gleich von einem Kontrollzwang bzw. einer Störung des Essverhaltens zu sprechen, halte ich persönlich denn doch für ziemlich überzogen.

Tahnee

Inaktiver User
05.03.2007, 16:19
Hallo Lunita,

Also gleich von einem Kontrollzwang bzw. einer Störung des Essverhaltens zu sprechen, halte ich persönlich denn doch für ziemlich überzogen.

Tahnee

Zumal wir nicht wissen, wie gut (oder schlecht :zwinker: ) Lakritzes Bekannte kochen können. :freches grinsen:

Tahnee
05.03.2007, 16:21
Zumal wir nicht wissen, wie gut (oder schlecht :zwinker: ) Lakritzes Bekannte kochen können. :freches grinsen:

Schmunzel --> ganz genau. :zwinker: :cool:

Lunita
05.03.2007, 16:38
Zumal wir nicht wissen, wie gut (oder schlecht :zwinker: ) Lakritzes Bekannte kochen können. :freches grinsen:

Lol, Leatitia, auch wieder wahr.

Tahnee,
heutzutage gibt es doch für alles und jeden ein "Krankheitsbild". Das finde ich weder gut noch hilfreich. Weil man damit auch wunderbar jegliches Verhalten entschuldigen kann. Wenn einer dermaßen mäkelig ist, dann halte ich das auch zuallererst für eine schlechte Angewohnheit/Aufmerksamkeitsheischen. Aber jedem Tierchen sein Blessürchen, vielleicht hilft es der Ausgangsposterin ja irgendwie, der Sache einen Namen zu geben *schulternzuck*

Tante_dorothee
05.03.2007, 18:11
um mal auf das ausgangsthema zurückzukommen:

es gibt schon situationen, wo ich nicht gerne das essen möchte, was ich vorgesetzt bekomme bzw. bekommen könnte.

leider stehe ich bei meiner schwiegermutter öfter vor solchen "problemen". sie erzählte mir neulich ganz stolz, wie sie eine tolle champignoncremesuppe machen würde:

champignons aus der dose mit dem wasser darin erhitzen, sahne dazu, fertig *börks*:knatsch:

tut mir leid, wenn ich dann "heikel" bin, aber alleine die vorstellung davon - nee.

ich mag auch keine fertigsaucen oder irgendwelche fertiggerichte oder halbfertigprodukte, denen man das natriumglutamat schon von weitem anriecht.

Tahnee
05.03.2007, 18:15
Zum Glück gibt's hier heute abend keine Champignoncremesuppe. *Augen verdreh*

Tahnee
05.03.2007, 21:03
Ok, bei ein paar dingen könnte ich schon noch sparen, das geht aber extrem auf die zeit die ich auch nicht habe (mir die billigsten bio lebensmittel aus 3 verschiedenen geschäften zu suchen zum beispiel).

Sonata

Da ich in allen 3 Läden (Budni, Penny, Edeka) regelmässig eh einkaufe, ist das absolut kein Zeitaufwand. :smirksmile:

Sonata
05.03.2007, 22:28
Da ich in allen 3 Läden (Budni, Penny, Edeka) regelmässig eh einkaufe, ist das absolut kein Zeitaufwand. :smirksmile:

Ich kaufe 2mal die woche in einem laden ein (der nächste von meiner wohnung aus...) und mir ist das einfach zu aufwändig zu überlegen was ich in dem einen und was in dem anderen kaufe.. wegen 3 produkten laufe ich nicht zum nächsten laden und verbrauche nochmal 20 min ... und da ich für mich alleine koche kommt da nicht so viel zusammen an lebensmitteln.

Sonata

Tabatha
06.03.2007, 13:28
Aber Fertigprodukte wie Nudeln, Reis usw. finde ich okay.

Fast schade eigentlich, denn ich hätte zuuu gerne gesehen, wie du Reis selber machst...:zwinker: :zwinker:

Lakritze
08.03.2007, 15:46
Hallo Lunita,
wenn ich wo eingeladen bin, dann esse ich auch das, was es gibt und kritisiere nicht.
Tatsache ist aber, daß ich nachher oft feststelle, daß es mir nicht schmeckt.
Ob es daran liegt, daß diese Leute nicht kochen können, weiß ich nicht. Vielleicht würze ich auch nur ganz anders. Und ich koche sehr viel mit Wein sowie mit viel Knoblauch und Chili. Also sehr geschmacksintensiv. Da ist mir "fremdes" Essen oft zu wenig gewürzt.
Süßspeisen versuche ich, so gut es geht zu vermeiden. Einfach, weil ich kein allzu süßer Typ bin und generell wenig Appetit auf Kuchen etc. habe. Lieber ist mir Käse oder Obst als Nachspeise.
@Tante Dorothee: Mit Dosenchampignons kann man mich auch quer um den Erdball jagen. Nicht weil sie irgendwie bearbeitet wären (ich kaufe ohne Bedenken Dosenlinsen und -bohnen), sondern weil sie grauslich glibberig sind.