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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Wie seit Ihr organisiert?



susa.m
01.03.2007, 13:12
Ein herzliches Hallo in die Runde,

ich stehe gerade vor einem Umbruch. Seid 3 Jahren arbeite ich nun freiberuflich, allerdings seid 2,5 Jahren für einen einzigen Kunden. Da ich inzwischen das Gefühl hab stehen zu bleiben, wenn ich nicht bald andere Aufgaben und neue Herausforderungen bekomme, möchte ich wieder für mehrere Auftraggeber arbeiten.

Meine Fragen an Euch: Wie organisiert Ihr Euer freiberufliches Dasein? Seid Ihr tageweise buchbar oder auf Projektbasis? Wie rechnet Ihr Projekte ab? Wie klappt es bei Euch mit mehreren Kunden, ist Euer Terminkalender voll und da wir schonmal dabei sind: Welche Versicherungen habt Ihr abgeschlossen? ;) Ist zwar jetzt ein anderes Thema, aber seid Ihr tatsächlich alle Sozial-, Arbeitslosen-, Pflegeversichert und zahlt Ihr noch in die gesetzliche Rentenversicherung ein? Was passiert im Falle einer Schwangerschaft, wie sieht es mit dem Elterngeld aus?

Ich danke Euch im Vorraus für hoffentlich reichlich informative Beiträge.

Verregnete Grüße aus Köln
susa

kriztina
01.03.2007, 17:30
Puh, Susa, was Du alles wissen willst. Also, ich lass mal "die Hosen runter". Allerdings weiß ich nicht, ob Dir das was hilft, weil ich könnte mir vorstellen, dass es bei der Freiberuflichkeit eine ganz schöne Bandbreite an Aufgaben gibt und da nicht jeder Freiberufler gleich arbeiten oder kalkulieren kann. Aber ich erzähl mal:

Ich bin sowohl projektbezogen als auch tage-, wochen- oder monateweise buchbar. Je nachdem mache ich auch die Preise, die der Kunde als KV erhält.

Kranken- und rentenversichert bin ich über die KSK, d.h. ich zahle auch in die BfA, leider, das viele schöne Geld könnte man icher irgendwie anders besser für die Altervorsorge alegen. Dann hab ich noch einen Riestervertrag und eine LV. Mein Geschäft hab ich nicht versichert, weil ich einfach nicht sooo viel kaputtmachen kann, wenn mal was schief geht. Und Arbeitslosenversicherung hab ich auch nicht, aber ne Berufsunfähigkeitsversicherung.

Eltergeld kriegt ja jeder und jede, der/ die Elternzeit macht. Hat also erst aml nix mit der Freiberuflichekti zu tun. Ansonsten muss man halt, wenn man ein Kind bekommt sehen, dass man "am Ball" bleibt. Aber auch da kommt es wieder sehr darauf an, was man genau seltständig macht: kann man das z.B. auch von zu Hause aus, ist es sicher leichter, als wenn die Tätigkeit mit viel reisen beispielsweise verbunden ist. Elterngeld gibt es eben nur ein Jahr lang und anders als ein Angesteller, der dann einfach wieder an seinen Arbeitsplatz zurückkehren kann, muss man als Selbstständiger schauen, dass einem die Kunden nicht davonrennen und man dann ev. bei Null wieder anfangen muss mit Akquise.

Jo, soweit von mir. Hilft Dir das weiter?
LG
ninko

Inaktiver User
02.03.2007, 08:38
Hallo Susa,

das wichtigste ist, dass du auf Dauer eine gute Auslastung hast.

Ich habe 3 Auftraggeber, für einen benötige ich ca. 60% meiner Arbeitszeit. Bei ihm wird auf Stundenbasis abgerechnet - ich führe einen detaillierten Tätgikeitsnachweis, damit mein Kunde nachvollziehen kann, was er für seine Kohle bekommt. Bei den anderen Kunden rechne ich projektbezogen ab, d.h. wir vereinbaren jedes Mal ein Honorar - dabei komme ich nicht immer auf den gleichen Stundensatz wie bei Auftraggeber 1.:smirksmile:

Aus meiner Angestelltenzeit habe ich einen geringen Rentenanspruch bei der BfA, zusätzlich hab ich verschiedene private Vorsorgeversicherungen abgeschlossen. In die BfA selbst zahle ich nix mehr ein - wozu? Ich bin privat krankenversichert inklusive Krankentagegeldversicherung ab dem 22. Tag - die habe ich nach einem komplizierten, langwierigen Beinbruch auch schon dringend benötigt. Dann habe ich noch eine Rechtschutz- und Haftpflichtversicherung, mehr brauch ich nicht.

Kann man sich als Selbständige gegen Arbeitslosigkeit versichern? Ich habe Reserven, um eventuelle Ausfälle oder einkommensfreie Zeiten überbrücken zu können - auch das hab ich schon zwei Mal mitgemacht. Dafür lege ich jeden Monat Geld zurück, was ich nicht brauche, wird irgendwann ein schönes Polster für die Rentenzeit sein. Oder meine Erbin wird sich freuen:lachen:

Grade als Mutter ist Selbständigkeit doch optimal, wenn du deine Zeit selbst einteilen kannst. So bleibst du im Berufsleben aktiv und erstickst nicht im alltäglichen Windelwechselkram. Natürlich ist dafür eine gute Betreuung Voraussetzung, aber die kannst du dir dann doch leisten.

Arbeitest du bei deinem Kunden vor Ort oder von zu Hause aus?

lg Doris

susa.m
02.03.2007, 09:04
Hallo Ihr Zwei,

danke, Eure Antworten helfen mir sehr. Ich arbeite als Grafikerin und Texterin. Kann also auch von zu Hause arbeiten, meistens bin ich aber in der Agentur.
Werbeagenturen beschäftigen Freie gerne auf Projektbasis. Das Problem ist nur, dass die Projekte die vereinbarte Zeit meist extrem überschreiten und der Stundensatz, der dabei raus kommt ist jämmerlich. Außerdem kann man schlecht abschätzen, ab wann man wieder frei ist für weitere Projekte. Das würde ich halt gerne umgehen.

Ich habe eine private Rentenersicherung abgeschlossen und denke das reicht nicht. Deswegen meine Frage nach der BfA. Es ist halt schwer für mich einzuschätzen, worauf ich mich mehr verlassen kann, auf die Privaten oder auf die Gesetzliche.

LG susa

cartooncat
06.03.2007, 14:27
Ich arbeite auch Freiberuflich, und hätte ein paar Tips. Für zusätzliche Projekte zwischendurch sind Jobportale auch manchmal ganz gut (z.B.= mein Firma) oder ).

Online Communities sind auch gute Auftragequellen - allerdings muß mann da durch aktive Forumteilnahme ganz gut bekannt werden.

Bestehende Kunden sind oft auch gute Projektquellen - da sie einen oft an anderen weiterempfehlen. Die machen es öfter wenn mann sie ausdrücklich um weiterempfehlungen bittet.... :smirksmile:

Liebe Grüße

Cartooncat

cartooncat
06.03.2007, 17:24
Liebe Freundinnen,

Ich sehe dass ich irgendwie die Regeln verletzt habe - ich hatte aber Links zu mehreren Sites eingegeben die für Freiberufler nützliche Projektquellen sein könnten (inklusive die meiner Konkurrenten) :smile:

Die Links wurden entfernt. Falls jemand trotzdem Interesse hat (es waren 2 Jobbörsen für Freiberuflertätigkeiten und 1 Online Community) - bitte eine kurze Nachricht.

Ansonsten - bitte Entschuldigung für die Störung.

kriztina
08.03.2007, 11:01
Hallo Susa,
also als Grafikerin/Texterin kannst Du Dich auf alle Fälle über die Künstlersozialkasse versichern (Kranken- und Renten-), das würde ich Dir absolut empfehlen. Neben den recht niedrigen Beiträgen (Krankenversicherung hat sich für so z.B. fast halbiert), hats noch weitere gute Leistungen: Du kannst z.B. riestern und Du bekommst, Falls Du mal ein Kind bekommst, Mutterschaftsgeld in Höhe von 70% Deines Gewinns (letzte 3 Monate, glaube ich).

Naja, ob Deine private Rente ausreichen wird, hängt natürlich davon ab, was es ist wie hoch...

Und was die Auftragssituation angeht: Klar, man weiß nie wieviel man zu tun haben wird und meist kommen alle auf einmal und man muss schon mal was ablehnen - oder, nicht ganz so ideal, es kommt mal einen Monat oder so gra kein Job rein. Aber ich habe die Erfahrung gemacht, dass sich das doch meist ganz gut verteilt, auch wenn man plötzlich 5 Anfragen gleichzeitig hat, entzerrt es sich doch immer wieder, weil hier mal was schleppend geht oder dort noch mal was verschoben wird. Mit der Zeit wirst Du sicher ein gutes gefühl dafür bekommen, wieviel und was DU alles annehmen kannst und ob Du es schaffst. Umgehen kannst Du diese Situation sicher nicht - jedenfalls nciht in dieser Branche. Es sei denn Du hast 2-3 "feste" Kunden für die Du anfesten Tagen arbeitest. Ich weiß nciht, ob es das langfristg gibt? Vielleicht haben da andere mehr Erfahrung?

Alles Gute für Dich jedenfalls und viel Spaß mit den neuen Kunden - verstehe Deinen Wunsch nach "Abwechslung" sehr gut - das ist genau das, was ich an den vielfältigen Kunden schätze, die ich habe, auch wenn die meisten Jobs für sich betrachtet oft nicht besonders prickelnd sind - die Mischung macht´s.

LG
kriz

susa.m
10.03.2007, 09:15
Liebe Kriz,

die Erfahrung habe ich auch schon gemacht. Als Freie bekommt man nicht immer die Top-Jobs.

Danke für den Tipp mit der Künstler Sozialkasse. Habe mich da bisher nicht rangetraut, weil ich hörte, dass sie mal kurz vor der Insolvenz stand. Ich werde mich informieren.

Sonnige Grüße
susa

Inaktiver User
12.03.2007, 12:08
also als Grafikerin/Texterin kannst Du Dich auf alle Fälle über die Künstlersozialkasse versichern (Kranken- und Renten-), das würde ich Dir absolut empfehlen. Neben den recht niedrigen Beiträgen (Krankenversicherung hat sich für so z.B. fast halbiert), hats noch weitere gute Leistungen: Du kannst z.B. riestern und Du bekommst, Falls Du mal ein Kind bekommst, Mutterschaftsgeld in Höhe von 70% Deines Gewinns (letzte 3 Monate, glaube ich).



Kriztina, hast Du aktuelle Erfahrungen mit der KSK? Für mich käme sie auch in Frage, ich habe aber bereits vor einigen Jahren von damals schon frei arbeitenden Kollegen gehört, dass es extrem schwierig ist, dort noch aufgenommen zu werden. Hat sich das ggf. geändert?

Über neuere Infos würde ich mich freuen,

Gruß, Spellbound

kriztina
12.03.2007, 13:40
Hallo Ihr zwei,
aktuelle Erfahrungen mit der KSK hab ich nur insofern, dass ich dort aktuell versichert bin. Als ich mich beworben habe, das war 2000, musste ich meinen Antrag auch 2x "nachbessern", mit der Aufnahme hatte es nicht sofort geklappt. Meine Bürokollegin ist aber vor 2 jahren auf den ersten Rutsch sofort genommen worden. Ich würde es auf alle Fälle versuchen!
kriz

Inaktiver User
12.03.2007, 13:47
Hallo Ihr zwei,
aktuelle Erfahrungen mit der KSK hab ich nur insofern, dass ich dort aktuell versichert bin. Als ich mich beworben habe, das war 2000, musste ich meinen Antrag auch 2x "nachbessern", mit der Aufnahme hatte es nicht sofort geklappt. Meine Bürokollegin ist aber vor 2 jahren auf den ersten Rutsch sofort genommen worden. Ich würde es auf alle Fälle versuchen!
kriz

Danke für die Info! Na, dann werde ich wohl einfach mal einen Versuch wagen. Die Bedingungen erfülle ich alle, mehr als nein sagen können sie schließlich nicht...

Gruß, Spellbound

kriztina
13.03.2007, 09:40
Ja, viel Glück! Und nicht locker lassen. Ist echt kein Problem, wenn Du bei ersten Mal nicht gleich angenommen wirst. Die Sachbearbeiter sind auch alle durchweg sehr nett dort und beantworten Deine Fragen.