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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Emotionale Entkopplung bei perspektivloser "Beziehung"



Fee87
06.09.2018, 16:05
Hallo zusammen,

momentan weiß ich (30 Jahre) nicht so recht, wo oben und unten ist. Hätte man mich noch vor 1,5 Jahren darauf verwiesen, was mir passieren würde – ich hätte es nie gedacht:

Ende Februar 2017 lernte ich einen Mann (34 Jahre) kennen, den ich über eine Freundin schon zuvor flüchtig kannte, denn er ist der beste Freund ihres Ex-Freundes. Ich habe mich im Gespräch sofort wohlgefühlt und hatte das Gefühl, mich fallen lassen zu können. Er hat mir auch zeitnah gesagt, dass er verheiratet ist. Bei mir gingen die Alarmglocken an, aber ich verdrängte es zugegebenermaßen und bildete mir ein, dass man sich ja trotzdem einfach unverbindlich treffen und dann immer noch weiterschauen könne: rückblickend eine sehr kurzfristig gedachte Perspektive. Ironischerweise habe ich vor längerer Zeit einen Mann kennengelernt, der bereits seit 11 Jahren vergeben war. Er war nicht von Anfang an ehrlich und hat es mir nach mehreren Treffen kurzerhand via WhatsApp mitgeteilt, weswegen ich sofort den Kontakt abgebrochen habe. Das stand für mich in diesem Fall völlig außer Frage.

Zurück zum eigentlichen Thema: Wir ließen uns mehr und mehr aufeinander ein und verbrachten immer mehr Zeit miteinander und konnten uns teilweise täglich sehen, das Wochenende hat er meist bei mir verbracht. Ich habe mich auch von Anfang nie wie eine heimliche Geliebte gefühlt, da wir ganz normal in der Öffentlichkeit unterwegs waren, er viel Zeit mit mir verbrachte, wir auch Freunde trafen und ich ihn auch ganz normal zu jeder Tages- und Nachtzeit auch zuhause kontaktieren konnte, da er in einem separaten Gästezimmer schläft. Zunehmend sprachen wir auch über seine Ehe bzw. die Beziehung zu seiner Frau, da es für mich irgendwann eine emotionale „Black Box“ war, deren Inhalt ich besser kennen wollte. Er hat nie schlecht über sie geredet, aber berichtet, dass sich die Beziehung schon länger auseinander entwickelt habe, was auch mit gescheiterten Versuchen zur künstlichen Befruchtung und der damit einhergehenden psychischen Belastung zusammenhing. Letztlich waren diese doch erfolgreich und es sind zwei Kinder (Zwillinge) daraus entstanden.

Jetzt zu meinem „Problem“, das man auch in jedem Roman der Literaturgeschichte nachlesen kann. Lange Zeit hatte ich schlichtweg überhaupt nicht diesen Druck bzw. das Gefühl, etwas ändern zu wollen, weil die Situation – ich weiß, es klingt absurd- ein Stück weit Normalität und Alltag bot. Er übernachtet häufig bei mir, wir machen gemeinsame Urlaube, er erledigt Einkäufe, usw. Zwischenzeitlich habe ich versucht, den Kontakt abzubrechen und eine Trennung ausgesprochen. Leider habe ich ihn zu sehr vermisst und er hat mich dadurch wieder „zurückgeholt“, indem er mir gesagt hat, dass er die Situation nicht mehr ertrage und sich selbst eine Frist gesetzt hätte, die Angelegenheiten (insbesondere wegen der Kinder) zu klären. Für ihn stünde es fest, dass er mit mir zusammenleben wolle und dass er sich sicher sei, dass ich für ihn die Frau bin, für die es sich lohne, seine Familie im traditionellen Sinne aufzugeben. Ich habe ihm gesagt, dass ich seine Entscheidung in jede Richtung akzeptiere, nur möchte ich, dass er ehrlich ist und dass er das alles so nicht mehr weiterlaufen lässt. Mittlerweile spüre ich, dass er sich nicht so unter Zugzwang sieht, obwohl ihn die Situation offensichtlich nicht glücklich macht, weil sowohl ich als auch seine Ehefrau das Verhalten tolerieren. Kurzum: Ich habe keinen Zweifel an seinen Gefühlen, aber an seiner Courage, für klare Verhältnisse zu sorgen. Damit meine ich nicht einmal, dass er alles stehen und liegen lassen muss, sondern entweder aktiv an der Paarbeziehung zu seiner Frau arbeiten soll (ohne mich logischerweise) oder sich für mich entscheiden soll. Alles andere ist in meinen Augen halbherzig und irgendwie auch langfristig ohne Rückgrat. Es klingt blöd, aber diese Erkenntnis musste trotz meiner akademischen Ausbildung erstmal in mir reifen, wenn man von Emotionen übermannt ist.

Im Zuge einer Möglichkeit, sich beruflich neu zu orientieren habe ich mich nun zu einem Umzug entschlossen, der jetzt auch ansteht. Natürlich war der berufliche Aspekt entscheidend, aber andererseits von mir auch ein Fluchtversuch, der Stagnation zu entkommen und wieder selbst die Fäden in der Hand zu halten.

Hat jemand von euch schon mal eine ähnliche Situation erlebt? Wie seid ihr damit umgegangen und wie lange? Entschuldigt bitte, dass der Text so lange geworden ist…

Loop1976
06.09.2018, 16:26
Hallo zusammen,

willkommen in der bri :blume:


Er hat mir auch zeitnah gesagt, dass er verheiratet ist. Bei mir gingen die Alarmglocken an, aber ich verdrängte es zugegebenermaßen und bildete mir ein, dass man sich ja trotzdem einfach unverbindlich treffen und dann immer noch weiterschauen könne: rückblickend eine sehr kurzfristig gedachte Perspektive.

warum lässt du dich sehenden auges darauf ein?
zweite wahl sein ist sicher nichts fürs selbstbewusstsein.


Hat jemand von euch schon mal eine ähnliche Situation erlebt?

nein, ich habe noch nie so etwas erlebt. ich habe noch nie verstanden, was an fremdgehern so toll sein soll. ich bewundere aber deinen langen atem.

ich finde es gut, dass du dein leben wieder selbst in die hand nimmst.

ich gehe davon aus, dass ihr euch dann nicht mehr trefft?

maryquitecontrary
06.09.2018, 16:32
Ich weiß, das soll hier nicht das Thema sein - aber mir tun in einer solchen Konstellation immer die Kinder so leid.

Wenn der Vater berufstätig ist und so viel Zeit mit seiner Geliebten verbringt, wann sehen sie ihn denn überhaupt? !


Für mich wäre das ein Ausschlusskriterium, ein Vater, der seine Kinder nicht wichtig nimmt, und zwar konkret im Handeln und in seinen Entscheidungen.

Fee87
06.09.2018, 17:03
@mary:

Da hast du absolut recht. Man muss aber auch sagen, dass er oft versucht, von zuhause aus zu arbeiten, was in seinem Job bei guter Organisation möglich ist. Andererseits finde ich es krass, dass er keine Urlaube mit seiner Familie unternimmt und entweder mit mir oder Freunden im Urlaub ist. Leider hat sich das schon bereits vor mir so eingependelt, dass es ihm möglich war, völlig uneingeschränkt trotz Ehe zu leben.
Dennoch sehe ich das auch so, dass die Kinder irgendwie in geregelten Verhältnissen aufwachsen sollten. Wie das bestmögliche Modell wäre, das ist aber nicht meine Angelegenheit. Ich kann mich in diesem Fall nur um mich kümmern und darauf achten, dass ich mich selbst nicht in diesem ganzen Chaos verliere.

Fee87
06.09.2018, 17:08
@Loop:

Danke für die liebe Begrüßung. :)

Ich gebe dir in allen Punkten recht und hätte es vermutlich ähnlich formuliert. Dennoch fühlt es sich - zunächst jedenfalls - anders an, wenn man selbst involviert ist und die ganzen Hintergründe kennt, der "Fremdgeher" eigentlich immer Unterstützung bietet und ansonsten in jedweder menschlichen Interaktion Rückgrat und Reflexionsvermögen beweist. Genau diese Eigenschaften plus die Intensität der "Beziehung" haben es erschwert, dass ich eigene Gedankengänge zur Angelegenheit entwickelt habe und ich habe mir das schön geredet.

Jetzt bin ich an dem Punkt, an dem ich ihn für charakterschwach halte, obwohl er der Meinung ist, er brauche noch bis Ende des Jahres Zeit, um eine geregelte Trennung zu vollziehen. Er ja nicht rückgratlos sei, sondern wisse, dass er mich will und er aber unsere Beziehung nicht auf ein wackliges Fundament aufbauen wolle.

Wie auch immer, Worte sind Worte. Ich habe keinen konkreten Plan, wie ich weiterverfahren soll. Durch den Umzug wird es sowieso schwierig sich zu treffen, und für mich dadurch die Chance gegeben, sich zu orientieren und sich ein Stück zu entlieben.

kessie23
06.09.2018, 17:29
Nur um das Ganze richtig zu verstehen:

Seine Frau weiß von eurer "Beziehung" und akzeptiert es?

Fee87
06.09.2018, 18:11
@kessle23:

Nein, sie weiß nichts offiziell davon. Aber sie hat ihn gefragt, ob es eine Andere gibt. Er hat es bejaht und sie hat sich daraufhin zurückgezogen. Dass sie die Frage stellt, ist für mich mehr als klar, da das partnerschaftliche Verhältnis schon seit längerer Zeit eingeschlafen ist. Sie schlafen ja auch in getrennten Zimmern.

Die beiden müssen das für sich klären und letztlich kenne ich auch nur eine Seite der Medaille.

chaos99
06.09.2018, 18:25
IMO sieht es so aus, als ob er mit der Situation, sich zwei Frauen "widmen" zu dürfen, emotional nicht klar kommt.

Seine Frau kennt ihn offensichtlich sehr gut...obwohl er(!) sich ja trennen will.
Er schafft es nicht, von ihr loszukommen und , wer weiss...ob das Wort "Trennung" überhaupt schon ausgesprochen wurde....versucht es mit Kraft mit Dir, TE...aber Du merkst selber, dass es fett hakt.

Vielleicht (!) schaffen es die Beiden, sich zu trennen...und darauf willst Du warten...?

Ich würde einfach gehen.

Fee87
06.09.2018, 18:36
@chaos:

Das Wort "Trennung" ist schon mehrfach zu verschiedenen Zeitpunkten gefallen. Ich bin mir sicher, dass es in seinem Fall auch nicht um die große Liebe und Emotionen ggb seiner Frau geht, sondern dass er schlicht nicht das Rückgrat hat, die Situation zu klären und Feigheit und Bequemheit eine große Rolle spielen.

Ob ich die Rolle habe, ein Trennungs-Katalysator oder was auch immer zu sein - ich weiß es nicht. Ich weiß nur, dass ich mich rausziehen muss. Und dazu habe ich jetzt alles eingeleitet.

vloubout
06.09.2018, 18:39
Also wenn das seit Ende Februar 2017 als Affäre läuft, dann halte ich es für sehr unwahrscheinlich, dass das mit euch was Richtiges wird.

Ich gehe davon aus, dass er sich nicht von seiner Frau trennen wird, und falls er es tut, heißt das nicht, dass das mit euch eine Zukunft hat.

Wenn du über den Umzug und die berufliche Neuorientierung die Chance hast, von ihm wegzukommen, dann nutze sie. Es wird dir besser gehen.

Ansonsten solltest du ihm vorschlagen, dass er sich gerne bei dir melden kann, wenn er seine Sachen geregelt hat. Und wenn er dann sagt "es muss sich aber lohnen, dass ich meine Familie verlasse und deshalb müssen wir unsere Beziehung intensivieren und uns sehen", dann sag ihm "ich sehe eine Zukunft erst dann für uns, wenn klare Verhältnisse sind, dann weiß ich, dass ich nicht die Affäre sein werde und dann lohnt es sich für mich".

Du kennst die Infos ja nur von ihm. Wie "schlecht" die Ehe tatsächlich ist und was die Ehefrau tatsächlich von dir weiß, kannst du nicht überprüfen. Und in vielen Fällen erlebt man da als Affärenfrau ein blaues Wunder, wie es in Wirklichkeit aussieht.

gorod
06.09.2018, 20:17
@chaos:

Das Wort "Trennung" ist schon mehrfach zu verschiedenen Zeitpunkten gefallen. Ich bin mir sicher, dass es in seinem Fall auch nicht um die große Liebe und Emotionen ggb seiner Frau geht, sondern dass er schlicht nicht das Rückgrat hat, die Situation zu klären und Feigheit und Bequemheit eine große Rolle spielen.

Ob ich die Rolle habe, ein Trennungs-Katalysator oder was auch immer zu sein - ich weiß es nicht. Ich weiß nur, dass ich mich rausziehen muss. Und dazu habe ich jetzt alles eingeleitet.

Dann viel Glück beim Kampf um diesen tollen Kerl. (Ironie). Denkst du, er wird dich ein Deut besser behandeln, wenn die Zeit reif ist?

Fee87
06.09.2018, 20:24
Dann viel Glück beim Kampf um diesen tollen Kerl. (Ironie). Denkst du, er wird dich ein Deut besser behandeln, wenn die Zeit reif ist?


Daher möchte ich auch keinen Kampf austragen, sondern mich aus der Situation nehmen.

Loop1976
06.09.2018, 20:30
Daher möchte ich auch keinen Kampf austragen, sondern mich aus der Situation nehmen.

Das halte ich für eine sehr gute Idee.
Du hast sicher Lust einen ungebundenen Mann kennen zu lernen, der Dich will.

little_miss_sun
06.09.2018, 20:38
Hallo Fee,

Ich habe zwei Fragen:
Warum hast du dich denn schon mal von ihm getrennt und wie ist das so abgelaufen?

Was empfindest du für ihn? Willst du ihn? Magst du seine Art mit dir und anderen umzugehen, seinen Humor, seine Einstellung, ist der Sex wirklich gut?

Fee87
06.09.2018, 21:03
@littlemiss

Ich habe mich von ihm getrennt, weil mir die Situation einfach zu viel wurde und mir eine Richtung, in die es gehen soll, gefehlt hat bzw. ich wollte nicht mehr "einfach so" weitermachen. Es hat sich angefühlt wie ein defekter Kompass.
Die Trennung habe ich abrupt am Telefon ausgesprochen, weil es wie ein emotionaler Vulkanausbruch war und ich dem Ganzen gefolgt bin.


Was ich für ihn empfinde: Ich liebe ihn noch immer, das kann ich leider noch nicht einfach so abstellen. Ich mag seine Art, da ich mich immer zu jeder Zeit auf ihn verlassen kann, wenn ich ein Problem habe. Er ist auch meinen Freunden ggb sehr aufmerksam. Ja, seinen Humor mag ich. Man kann mit ihm herumalbern, aber auch tiefsinnige Gespräche führen, kalte Pizza zum Frühstück essen oder Hummer. Wenn ich mal Streit mit Freunden hatte, hat er mir geholfen, auch einmal andere Perspektiven einzunehmen, wenn ich krank war, kam er sofort, um mich zu pflegen, seinen Geburtstag haben wir auch zusammen gefeiert...

Es klingt jetzt vielleicht doof, aber ich kann mich richtig fallen lassen. Das habe ich vor kurzem mal daran gemerkt, dass wir bei einem Mc Donalds auf der Autobahn hielten und ich ihm mit offenen Mund (peinlicherweise inklusive Zerkautem) verliebt angeschaut habe oder ich grundsätzlich mittlerweile in seiner Gegenwart meist ungeschminkt mit Wuschelfrisur herumgelaufen bin.

Der Sex wurde sogar im Laufe der Zeit immer besser.

gorod
06.09.2018, 21:21
Sich verlassen können auf einen, der es nicht hinkriegt, seine privaten Verhältnisse zu ordnen, ist eine Illusion. Wenn es so toll zwischen euch ist, warum zum Kuckuck kann er sich nicht scheiden lassen? Es ist längst zur Norm geworden.

Fee87
06.09.2018, 21:27
@gorod


Wenn ich alles uneingeschränkt toll finden würde, dann würde ich nicht diesen Schritt gehen. Ich wurde gefragt, was ich an ihm mag und darauf habe ich geantwortet. Das "sich verlassen können" bezog sich auf alltägliche Situationen und ja, da habe ich mehr erlebt, als in Beziehungen zuvor oder ich es auch im Bekanntenkreis erlebe. Aber dennoch bin ich der Meinung, dass er hinsichtlich der privaten Verhältnisse kein Rückgrat hat. Daher mache ich auch so nicht mehr einfach weiter.

vloubout
06.09.2018, 22:02
Liebe Fee,

ich finde, du hast da für dich die richtige Entscheidung getroffen, aus dem Dreieck auszusteigen und dir über den Umzug die hilfreiche Distanz zu schaffen.

Dass ihr gemeinsam schöne Momente hattet, das steht außer Frage. Aber es ist höchstwahrscheinlich so, dass du ihm durch diese Momente dabei geholfen hast, den "schweren" Koffer der Ehe mit seiner Frau zu tragen. Durch dich hat die Ehe so weiter funktioniert, wie sie eben bislang funktioniert hat.

Er kann ja wieder zu dir kommen, wenn er alles geregelt hat. Aber wahrscheinlich weißt du schon innerlich, dass er gar keine Notwendigkeit dafür sieht.

Frei-Tag
06.09.2018, 22:56
Liebe Fee,

fast zur gleichen Zeit wie du war/bin ich in einer sehr ähnlichen Situation, jedoch ohne Kinder.
Auch ich habe mich getrennt, da wie du sagst das Rückgrat fehlte. Es folgten auf sich wiederholende Worte keine Taten.
Es hat lange gedauert, bis ich verstanden habe, dass es keine richtige Liebe seinerseits sein kann, wenn er lieber bei der Frau ist, die er angeblich nicht mehr liebt, als bei mir zu sein, wo er mich ja so sehr liebt und braucht.
Wie gesagt, es hat viel Zeit benötigt.
Ich wollte dann den Kontaktabbruch, er versucht jedoch weiterhin Einfluss an meinem Leben zu haben.
Es wird besser, ist jedoch bisher für mich recht schwierig da einen guten Weg zu finden.
Daher finde ich deinen Plan mit dem Umzug super!
Ein klarer Schnitt und ein neues Umfeld mit einer Perspektive auf einen Neuanfang werden es dir gut möglich machen, dir eine tolle Zukunft aufzubauen!
Ich drücke dir fest die Daumen und wünsche dir alles Liebe.
Viele Grüße, Freitag

Fee87
07.09.2018, 08:35
Liebe Fee,

ich finde, du hast da für dich die richtige Entscheidung getroffen, aus dem Dreieck auszusteigen und dir über den Umzug die hilfreiche Distanz zu schaffen.

Dass ihr gemeinsam schöne Momente hattet, das steht außer Frage. Aber es ist höchstwahrscheinlich so, dass du ihm durch diese Momente dabei geholfen hast, den "schweren" Koffer der Ehe mit seiner Frau zu tragen. Durch dich hat die Ehe so weiter funktioniert, wie sie eben bislang funktioniert hat.

Er kann ja wieder zu dir kommen, wenn er alles geregelt hat. Aber wahrscheinlich weißt du schon innerlich, dass er gar keine Notwendigkeit dafür sieht.


Guten Morgen,

ich denke, dass du da vollkommen recht hast. Ich kann dadurch nichts verlieren, sondern lediglich gewinnen.

Und obwohl du eigentlich eine außenstehende Person bist, so muss ich dir dahingehend Recht geben, dass mein Gefühl mir sagt, dass seine Ehe durch die Außenbeziehung stabilisiert wird, da er sich die Liebe und Zuwendung einfach extern holt. Somit wird eine tatsächliche Auseinandersetzung mit der eigentlichen Situation entscheidend blockiert und behindert. Veränderung kann dadurch nicht stattfinden.

Wie auch immer, ich bin derzeit etwas angeschlagen, freue mich aber auf ein neues Umfeld in einer neuen Stadt.

Fee87
07.09.2018, 08:40
Liebe Fee,

fast zur gleichen Zeit wie du war/bin ich in einer sehr ähnlichen Situation, jedoch ohne Kinder.
Auch ich habe mich getrennt, da wie du sagst das Rückgrat fehlte. Es folgten auf sich wiederholende Worte keine Taten.
Es hat lange gedauert, bis ich verstanden habe, dass es keine richtige Liebe seinerseits sein kann, wenn er lieber bei der Frau ist, die er angeblich nicht mehr liebt, als bei mir zu sein, wo er mich ja so sehr liebt und braucht.
Wie gesagt, es hat viel Zeit benötigt.
Ich wollte dann den Kontaktabbruch, er versucht jedoch weiterhin Einfluss an meinem Leben zu haben.
Es wird besser, ist jedoch bisher für mich recht schwierig da einen guten Weg zu finden.
Daher finde ich deinen Plan mit dem Umzug super!
Ein klarer Schnitt und ein neues Umfeld mit einer Perspektive auf einen Neuanfang werden es dir gut möglich machen, dir eine tolle Zukunft aufzubauen!
Ich drücke dir fest die Daumen und wünsche dir alles Liebe.
Viele Grüße, Freitag



Liebe Freitag,

fühl dich erst einmal lieb gedrückt. Ich kann ahnen, welche Gedanken dir gerade durch den Kopf schießen.

Erst einmal danke ich dir für deine lieben und einfühlsamen Worte. Das tut gut zu hören. Letztlich sitzt man nicht auf dem Beifahrersitz, sondern auf dem Fahrersitz und sollte darauf achten, die Fahrtrichtung des Lebens selbst zu steuern. Und dazu gehst auch du derzeit entscheidende Schritte. Der erste und ganz wesentliche Baustein ist die Einsicht, dass die Beziehung eine dysfunktionale ist. Die Gründe dafür können dabei individuell sein, aber das Resultat ist das gleiche, nämlich: keine Partnerschaft auf Augenhöhe, mit Zukunftsperspektive.

Was ich dich noch fragen wollte: Hat er dir konkret Versprechungen gemacht oder wie hat sich das verbal geäußert?
Wie gehst du damit um, dass er Einfluss in deinem Leben haben will bzw. wie äußert sich das? Du musst mir natürlich nicht antworten bzw. kannst das gern auch via PN tun.


Liebste Grüße,
Fee

Horus
07.09.2018, 09:17
Dass sie die Frage stellt, ist für mich mehr als klar, da das partnerschaftliche Verhältnis schon seit längerer Zeit eingeschlafen ist.

Woher weisst du das? Aussschliesslich von ihm, oder?
Das erzählen alle Männer, die ihre Affärenfrau halten wollen.


Sie schlafen ja auch in getrennten Zimmern

Sagt rein gar nichts über den Zustand einer Ehe/Beziehung aus und auch nichts über die sexuelle Aktivität. Es gibt haufenweise Paare, die keinerlei Beziehungsprobleme haben und in getrennten Zimmern schlafen.
Ist also ein lahmes Argument.
Und auch das weisst du ausschliesslich von ihm, oder?

Fee87
07.09.2018, 09:32
@Horus:

Ich nehme nicht alles für bare Münze und daher schrieb ich auch, dass dies Informationen sind, die ich habe, ich aber nur eine Seite der Medaille kenne.
Ich weiß, dass die Beziehung unabhängig von mir davor bereits schon ca. 1-2 Jahre auseinanderging, weswegen zu dem Zeitpunkt neben dem Auszug aus dem Schlafzimmer auch keine gemeinsamen Urlaube/Aktivitäten mehr stattfanden. Das weiß ich daher recht genau, weil eine gute Freundin häufig mit ihm und ihren Ex-Freund ausgegangen ist bzw. er abends bei ihnen zu Besuch war und bestimmte Themen angeschnitten wurden. Das war auch deutlich vor unserem Kennenlernen.

Die Richtung kenne ich somit, die Feinheiten sind mir unbekannt. Letztlich auch am Ende des Tages unerheblich, wenn ich sowieso in ein paar Tagen woanders bin.

schafwolle
07.09.2018, 09:33
Ende Februar 2017 lernte ich einen Mann (34 Jahre) kennen ... Er hat mir auch zeitnah gesagt, dass er verheiratet ist.

Ironischerweise habe ich vor längerer Zeit einen Mann kennengelernt, der bereits seit 11 Jahren vergeben war. Er war nicht von Anfang an ehrlich und hat es mir nach mehreren Treffen kurzerhand via WhatsApp
mitgeteilt, weswegen ich sofort den Kontakt abgebrochen habe.

Ich verstehe den Unterschied nicht.

Der liegt tatsächlich darin, dass "Typ 1" Dir erst verspätet gesagt hat, dass
er verheiratet ist?

Als Resümee ist wohl ausschlaggebend, dass Du grundsätzlich bereit warst,
Dich auf einen verheirateten Mann und Familienvater einzulassen. Sonst hättest
Du zu "Typ 2" wohl auch den Kontakt abgebrochen. Und da er es Dir "zeitnah"
gesagt hat, wäre das sicher ein Leichtes gewesen.



weil die Situation … ein Stück weit Normalität und Alltag bot.
Er übernachtet häufig bei mir, wir machen gemeinsame Urlaube, er erledigt Einkäufe, usw ...

Diese Zeit fehlt zumindest seinen Zwillingen.
Denkst Du darüber nicht nach? Stört es Dich nicht, wie er mit seiner Familie verfährt?

Wie alt sind die Kinder?




Dennoch sehe ich das auch so, dass die Kinder irgendwie in geregelten Verhältnissen aufwachsen sollten. Wie das bestmögliche Modell wäre, das ist aber nicht meine Angelegenheit.

Du trägst aber Deinen gehörigen Anteil dazu bei, dass es überhaupt
so sein kann, wie es ist.




Jetzt bin ich an dem Punkt, an dem ich ihn für charakterschwach halte, obwohl er der Meinung ist, er brauche noch bis Ende des Jahres Zeit, um eine geregelte Trennung zu vollziehen.

Was ist denn daran charakterschwach, wenn er noch eine Weile braucht,
um sich von seiner Familie (!) zu trennen?




Nein, sie weiß nichts offiziell davon. Aber sie hat ihn gefragt, ob es eine Andere gibt. Er hat es bejaht und sie hat sich daraufhin zurückgezogen. Dass sie die Frage stellt, ist für mich mehr als klar,
da das partnerschaftliche Verhältnis schon seit längerer Zeit eingeschlafen ist. Sie schlafen ja auch in getrennten Zimmern.


Immer wieder faszinierend, wie gerne völlig unüberprüfbare "Tatsachen"
geglaubt werden, wenn sie dem eigenen Vorteil dienen :(.



Daher möchte ich … mich aus der Situation nehmen.

Gute Entscheidung.
Mach das.

Fee87
07.09.2018, 14:48
@schafwolle:

Nein, was ich damit sagen wollte, ist, dass ich selbst von mir überrascht war, dass ich sehenden Auges in die Situation geraten bin, obwohl ich in der Theorie und Praxis so etwas vorher absolut abgelehnt hätte. Damals habe ich jedenfalls keine Sekunde gezögert, weil es absolut undenkbar schien. Daher kann ich es auch verstehen, dass man das rein rational nicht nachvollziehen kann, da ich es selbst auch nicht gekonnt hätte.


Zu den Kindern (3 Jahre alt): Er arbeitet häufig von zuhause aus, sodass er durchaus Zeit mit ihnen verbringt oder unternimmt mit ihnen auch am WE etwas, wenn seine Frau unterwegs ist. Ich wollte damit ja auch nicht sagen, dass er 24 Stunden bei mir ist, sondern wir für eine Außenbeziehung verhältnismäßig viel Zeit miteinander verbrachten.

Die Informationen sind in meinem Fall keine Dinge, die ich nur von ihm weiß, sondern wie gesagt auch aus meinem Freundeskreis, da es bereits vorher auch schon gemeinsame Schnittmengen gab (so haben wir uns auch kennengelernt). Dass er unglücklich ist und die Beziehung schlecht läuft und keine gemeinsamen Urlaube oder partnerschaftliche Unternehmungen stattfinden, war schon vor meiner Zeit so. Über Details kann ich jedoch nicht urteilen. Das sagte ich ja auch bereits wiederholt.

Ich habe auch keineswegs an irgendeiner Stelle gesagt, dass ich Bracchialgewalt eine Trennung von seiner Familie möchte, sondern mit charakterschwach meinte ich, dass er Entscheidungen treffen sollte, wozu auch der unangenehme Schritt mit der offenen Kommunikation mit seiner Frau erfolgen soll. Ich meinte damit nicht explizit die Entscheidung für mich, sondern im Allgemeinen die konstruktive Arbeit an einer Lösung, damit es überhaupt in irgendeine Richtung vorangeht. Aus dem Grund habe ich mich auch aus der Situtation genommen: Nicht, weil ich das egoistische Biest bin, dass eine Familie zerstört, sondern weil mir das Verhalten auf Dauer wenig imponiert hat, zwei "Baustellen" zu haben und zwei Frauen, die im Grunde so nicht glücklich sein und werden können.

maryquitecontrary
07.09.2018, 15:05
Ende Februar 2017 lernte ich einen Mann (34 Jahre) kennen...Wir ließen uns mehr und mehr aufeinander ein und verbrachten immer mehr Zeit miteinander und konnten uns teilweise täglich sehen, das Wochenende hat er meist bei mir verbracht.... Er übernachtet häufig bei mir, wir machen gemeinsame Urlaube, er erledigt Einkäufe, …


Zu den Kindern (3 Jahre alt)



Ach Mensch. Was sind denn das für Leute?!
das sind bewusst gezeugte Kinder, die dann der Selbstverwirklichung im Weg stehen. Wird mir immer unklar bleiben, wie man kleine Kinder so im Stich lassen kann. Die waren doch noch keine zwei, als er soviel Energie auf die Aussenbeziehung zu richten begann.

jubidu
07.09.2018, 15:23
Irgendwie süß, dass du die ganze Zeit explizit von fehlendem Rückgrat schreibst.

Schließlich hattest du bereitsdich von Beginn an kein Problem damit, dich in eine vorhandene Ehe zu mischen, du hast kein Problem mit seinen Lügen, du hast kein Problem damit Kindern den Vater zu nehmen und alle Moral mal beiseite gelassen: du hast kein Problem damit zuzulassen, dass es DIR mit einer Situation schlecht geht.

Wo ist dein Rückgrat? Was tust DU dafür, dass DU in einer Beziehung lebst, die du
Mitgestaltest, unabhängig bist vom Eheleben, dass er mit einer anderen führt, geliebt wirst, nicht teilen musst, nicht belogen und hingehalten wirst. Oder wünschst du dir das alles (und noch viel mehr) nicht für dein Leben?

Erwarte nicht vom anderen, was du selbst nicht schaffst.

Fee87
07.09.2018, 15:43
Irgendwie süß, dass du die ganze Zeit explizit von fehlendem Rückgrat schreibst.

Schließlich hattest du bereitsdich von Beginn an kein Problem damit, dich in eine vorhandene Ehe zu mischen, du hast kein Problem mit seinen Lügen, du hast kein Problem damit Kindern den Vater zu nehmen und alle Moral mal beiseite gelassen: du hast kein Problem damit zuzulassen, dass es DIR mit einer Situation schlecht geht.

Wo ist dein Rückgrat? Was tust DU dafür, dass DU in einer Beziehung lebst, die du
Mitgestaltest, unabhängig bist vom Eheleben, dass er mit einer anderen führt, geliebt wirst, nicht teilen musst, nicht belogen und hingehalten wirst. Oder wünschst du dir das alles (und noch viel mehr) nicht für dein Leben?

Erwarte nicht vom anderen, was du selbst nicht schaffst.


Ja, es tut weh zu hören. Aber du hast recht. Deswegen verändere ich ja auch etwas.

jubidu
07.09.2018, 15:59
Ja, na klar tut das weh. Aber letztlich birgt die Erkenntnis, dass man ganz allein die Verantwortung für das eigene Leben trägt auch etwas sehr befreiendes, oder?!

Inaktiver User
08.09.2018, 18:48
Jubidu:blumengabe:

spreefee
08.09.2018, 21:20
Ich weiß nicht. Wie viele Stränge ich in der Bri schon gelesen habe von Frauen, die total überrascht sind, wenn sie sich in den ewig selben unschönen Dreieckskonstellationen finden. Ich finde es inzwischen nachgerade unappetitlich, wie im Forum die spärlichen Informationen zum Familienleben, das nicht das eigene ist, veröffentlicht werden. Andererseits habe ich durchaus Verständnis und Mitgefühl dafür, dass man seinem Herzen folgt. Aber liebe Geliebte, hier im Strang und im Forum, wenn ihr denn mal merkt, dass es nicht funktioniert mit einem verlogenen Ehebrecher, was hindert euch denn daran, die Situation zu verlassen?Jeder Mensch ist doch zum aufrechten Gang fähig. Und hier kommt die Zauberformel für die Entkopplung von Gefühlen für Armleuchter: ICH LIEBE DICH - ABER ICH LIEBE MICH MEHR.

Und jetzt bin ich raus hier. Ich finde das peinlich hier.

vloubout
08.09.2018, 21:32
Ich weiß nicht. Wie viele Stränge ich in der Bri schon gelesen habe von Frauen, die total überrascht sind, wenn sie sich in den ewig selben unschönen Dreieckskonstellationen finden. Ich finde es inzwischen nachgerade unappetitlich, wie im Forum die spärlichen Informationen zum Familienleben, das nicht das eigene ist, veröffentlicht werden. Andererseits habe ich durchaus Verständnis und Mitgefühl dafür, dass man seinem Herzen folgt. Aber liebe Geliebte, hier im Strang und im Forum, wenn ihr denn mal merkt, dass es nicht funktioniert mit einem verlogenen Ehebrecher, was hindert euch denn daran, die Situation zu verlassen?Jeder Mensch ist doch zum aufrechten Gang fähig. Und hier kommt die Zauberformel für die Entkopplung von Gefühlen für Armleuchter: ICH LIEBE DICH - ABER ICH LIEBE MICH MEHR.

Und jetzt bin ich raus hier. Ich finde das peinlich hier.

Also ich sehe hier nicht die "klassische" Geliebtengeschichte, sondern sehr kritische Reflexion der TE gegenüber ihrem eigenen Handeln. Gut, sie selbst hätte sich das für sich eher gewünscht und nicht erst nach rund 1,5 Jahren, aber sie hat klar erkannt, dass diese halbe Sache nichts für sie ist und dass sich der Mann entweder ganz für die Familie oder ganz für sie entscheiden soll.

Jetzt hat sie für sich beschlossen, durch einen Umzug und berufliche Neuorientierung eine Distanz zu schaffen. Damit löst sie sich aus diesem Dreieck raus.

Und das finde ich eine gute Entscheidung. Sie hat selbst eingesehen, dass die Beziehung zu dem Mann keine Zukunft hat. Und wartet nicht noch die nächsten 10 Jahre drauf, dass der Mann endlich seine Ehefrau verlässt, weil er sie ja gar nicht mehr liebt und die TE angeblich so viel mehr liebt.

kenzia
10.09.2018, 06:51
Hallo TE,

wenn wir uns bei jemandem sehr schnell sehr "zuhause" fühlen, dann erinnern wir uns an alte Erinnerungen und Gefühle aus der Kindheit.
Dieser Mann erinnert dich mit seinem Verhalten an etwas sehr Altes, was dich so fühlen lässt.

Es ist also nicht "dieser Mann" sondern vor allem "deine Erinnerung"- die bindet:smirksmile:

Es wäre spannend zu wissen, was dich alles "reizt"?
Vielleicht genau diese Unverbindlichkeit, die er lebt (kennst du sowas?). Sich nciht festlegen wollen, in der Schwebe halten, keine Verantwortung übernehmen wollen, sich die Rosinen rauspicken und die Bedürfnisse der anderen verhungern lassen.

Diese Frau wird dir vermutlich sehr ähneln, denn ihr lebt beide genau mit oben Beschriebenen und kommt offenbar gut damti klar, dass es einen Mann im Leben gibt, der sich nicht wirklich positionieren will.
Und mit "gut klar kommen" meine ich nicht, dass es sich für euch Frauen gut anfühlt- aber wer so ein Verhalten dauerhaft lebt, der wird einen guten inneren Grund in sich tragen, um dieses ständig auszuhalten. (zB weil das als Kind schon so erlebt wurde und man gar nichts anderes kennt).
Eine ständige Hoffnung "er wird irgendwann kommen", kann eine Lebenshaltung werden.......die bei so einem Mann übrigens nie enden wird. Der IST so und wird nicht anders werden (warum auch, so jemand wird immer Frauen finden, die erliegen)

Mach dir klar, was dich an ihn bindet- schau in deine Geschichte, wo du Parallelen findest.
ich schätze, das wird reichen, um den Zauber "dieses Mannes" auf das zu reduzieren, was es ist- die Wiederholung von alten Mustern (die du übrigens auch in anderen Männern finden kannst:smirksmile:).
Diese gefühlte Einmaligkeit ist genau das- nur gefühlt:smirksmile: