PDA

Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Abschied vom Kinderwunsch



chocolat35
28.02.2007, 13:19
Dieses Thema ist leider immer noch ein Tabu-Thema:

Erst kürzlich habe ich wieder einen Fernsehbericht über das Thema unerfüllter Kinderwunsch und Invitro-Medizin gesehen.
Diese Berichte enden zu meinem Bedauern immer mit Happy-Ends und verklären die Realität. Es wird von Paaren berichtet, die - zwar nach zähen langen Jahren - doch noch Nachwuchs bekommen haben.
Aber die Paare, bei denen es nicht klappt, von denen wird nicht berichtet. Leider!!

Und es gibt so viele betroffene Paare.
Zuerst erlebt man die Diagnose wie ein Schock, dann Verzweiflung. Dann der Versuch, auf dem Wege der künstlichen Befruchtung doch noch den lang gehegten Wunsch zu erfüllen.
Irgendwann nach vielen ernüchternden Versuchen kommt die Resignation und letztendlich die Aufgabe. Die Ehe wird auf eine harte Belastungsprobe gestellt.

Dann folgt die Leere, Wut, Trauer, Depression und lange Zeit später allmählich die Akzeptanz, die mit einer Neuorientierung verbunden ist, sich ein neues Lebenshaus zu bauen.

Kennt Ihr auch das Gefühl, auf einem Geburtstag zwischen glücklichen Eltern oder noch schlimmer, nur Müttern zu sitzen?
Das Gefühl zu haben, nicht dazu zu gehören. Sich kein Urteil erlauben zu dürfen, wenn es um die alltäglichen Probleme mit den lieben Kleinen geht.
Habt Ihr auch schon nach solchen Feiern im Auto gesessen, und geheult.

Fällt es Euch manchmal schwer, werdende Mütter mit dicken Bäuchen zu sehen und das Gefühl zu haben, nicht voll zu funktionieren?

Kennt Ihr die Bemerkung: Ihr müsst versuchen, locker zu bleiben, es gibt so viele, bei denen es dann klappt?!
oder...
seid froh, dann müsst ihr euch nicht einschränken!?

Wie habt Ihr Euer Schicksal in die Hand genommen und neu gestaltet (Adoption, Pflegekinder, berufliche Karriere oder Umorientierung).

Ich würde mich über einen regen Austausch freuen!

Liebe Grüße
Chocolat

Murmel06
28.02.2007, 14:48
Hallo Chocolat,

ich kenne das Thema nur zu gut und gehöre allerdings zu den Glücklichen, die mithilfe der Reproduktionsmedizin nun doch im 8. Monat schwanger ist. Aber ich habe fast vier Jahre lang genau das erlebt, was Du beschreibst.

Meine größte Angst war natürlich: was ist, wenn wir "austherapiert" sind und nichts hat gefruchtet? Ist es Dir so gegangen? Wenn ja, wie geht es Dir damit?

Es stimmt, das Thema ist ziemlich tabu, man ist ziemlich alleine damit, keiner traut sich, es anzusprechen, man selbst - je nach Typ - hat auch Schwierigkeiten, das offen anzusprechen.

Ich bin mal gespannt, ob sich andere melden, so ganz richtig passe ich hier ja nicht hinein, obwohl ich mich KiWu-Frauen immer noch sehr verbunden fühle und immer noch sehr empfindlich reagiere, wenn "dumme Sprüche" im Familien-Bekanntenkreis etc. fallen.

Alles Gute und lG
Murmel

chocolat35
28.02.2007, 16:15
Hi Murmel,
danke für Deine Antwort. Ich wünsche
Euch und Eurem Sonnenschein alles erdenklich gute. Die Schwangerschaft hast Du ja fast überstanden und ich hoffe, es geht Dir und dem Baby soweit gut! Habt Ihr das Kinderzimmer schon eingerichtet? Bestimmt, oder?

Meine IVF-Behandlung liegt nun schon 10 Jahre (ist es wirklich schon so lange her?) zurück.
Zunächst hatte ich eine Eileiterschwangerschaft und danach noch eine weitere OP, um die Eiertöcke "auf Trab" zu bringen.
Aber nach der 6. IVF-Behandlung mit Kryo habe ich irgendwann aufgegeben, weil ich die Behandlungen nicht mehr ausgehalten habe. Zu dem Zeitpunkt hätten wir noch eine IVF-Behandlung von der Krankenkasse bezahlt bekommen, aber ich wollte nicht mehr.

Lange haben wir das Thema totgeschwiegen, auch als in unserem Bekanntenkreis die Kinder geboren wurden. Wir haben nie richtig darüber reden können. Ich habe mich von meinem Mann nicht verstanden gefühlt. Und einer Adoption wollte er nicht zustimmen.
Dann versuchte ich, mich damit abzufinden.
Aber diese innere Leere konnte ich bis heute nicht füllen.

Im letzten Jahr haben mein Mann und ich uns getrennt. Unsere Beziehung war nicht stark genug, um ein gemeinsames Leben ohne Kinder zu führen. Jeder ist nur noch seinen Interessen nachgegangen, aber es gab keine gemeinsame Linie mehr. Leider!

Seit etwa einem Jahr engagiere ich mich im Bereich der Behindertenbetreuung hier im Ort und beabsichtige eine Umschulung zur Heilerziehungpflegerin zu machen. Ich bin gerade dabei, Infos einzuholen, wie ich die Ausbildung ohne finanzielle Unterstützung vom Arbeitsamt o.ä. absolvieren kann. Ich hoffe, dass es eine Möglichkeit gibt.

Ansonsten endecke ich viele neue Interessen und pflege gute Freundschaften.

So, liebe Murmel, ich hoffe, ich hab Dich nicht als Kummerkasten missbraucht.

Liebe Grüße
Chocolat

whiskia
28.02.2007, 21:04
Liebe Chocolat,

ja, es ist ein Tabuthema, leider. Ich gehöre zwar auch nicht richtig hierher, da ich zwei Kinder habe, kann aber alle deine Gedanken sehr gut nachvollziehen.

Ich kann Dir nur von einer lieben Bekannten erzählen, mit der ich vor kurzem erstmals in einem sehr langen und vertrauensvollen Gespräch über ihren nicht erfüllten Kinderwunsch gesprochen habe. Sie hat mittlerweile vier Patenkinder um die sie sich intensiv kümmert und sieht darin auch viele Vorteile: Sie nimmt sich, wenn eines da ist, ausschließlich Zeit für die Kids, ist natürlich entsprechend beliebt. Sie genießt es aber auch, wenn wieder Ruhe einkehrt. Beruflich arbeitet sie auch mit Kindern und ist da sehr erfolgreich (Leiterin einer pädagogischen Einrichtung). Sie sagt, es hat einige Jahre gedauert, bis sie das alles so akzeptieren konnte. Jetzt ist sie aber wirklich wieder ein glücklicher Mensch mit einem erfüllten Leben.
Ich weiß nicht, ob die das jetzt weiterhilft. Ich fand es jedenfalls beruhigend zu hören, dass das Leben irgendwann wieder lebenswert wird.

Alles, alles Gute für Dich, :blumengabe:

Whiskia

chocolat35
01.03.2007, 08:09
Liebe Whiskia,

danke für Deine Antwort.

auch ich habe ein Patenkind.
Lange Zeit habe ich mich sehr von meinem Patenkind zurückgezogen und bin nur zum Geburtstag und zu Weihnachten hingefahren.
Aber seit dem letzten Jahr ist das anders. Ich besuche sie regelmäßig und unternehme auch Dinge mit ihr, wie Zoobesuche, Kino, Inlineskaten, Schwimmbad etc. Und es fängt an, mir Spaß zu machen.
Aber es braucht wirklich viel Zeit, bis man akzeptiert, dass die Zukunft ohne eigene Kinder auch schön sein kann.
Für mich ist aber auch wichtig, eine andere Lebensaufgabe, meinen Platz in der Gesellschaft zu finden. Und ich denke, das ist bei mir, wie bei Deiner Freundin, in der Sozialarbeit.

Ich wünsche Euch einen schönen Tag :smirksmile:
liebe Grüße
Chocolat

Motep
01.03.2007, 09:31
Hallo Ihr Lieben,
auch wir haben das gesamte "Programm" hinter uns - ich glaube, dass wir in unserer Gesellschaft lernen, dass alles möglich ist, wenn man nur will - Gerade bei diesem Thema ist es aber nicht so.

Wir haben sehr unter den "Sprüchen" und "Anweisungen" anderer gelitten - aber so drückt sich eben die allgemeine Hilflosigkeit zu diesem Thema aus.

Wir haben, nach sieben anstrengenden Jahren, noch unser Wunderkind bekommen - spontan ohne medizinische Unterstützung.
Unser Sohn ist unser großes Glück - trotzdem finden wir als Familie es sehr wichtig mit dem Thema offen umzugehen und "Familie mit Kins" nicht als das allein selig machende Lebenskonzept zu betrachten.

Nur Mut auf dem neuen Weg und liebe Grüße
Motep

Zada
01.03.2007, 10:38
Und es gibt so viele betroffene Paare.
Zuerst erlebt man die Diagnose wie ein Schock, dann Verzweiflung. Dann der Versuch, auf dem Wege der künstlichen Befruchtung doch noch den lang gehegten Wunsch zu erfüllen.
Irgendwann nach vielen ernüchternden Versuchen kommt die Resignation und letztendlich die Aufgabe. Die Ehe wird auf eine harte Belastungsprobe gestellt.

Dann folgt die Leere, Wut, Trauer, Depression und lange Zeit später allmählich die Akzeptanz, die mit einer Neuorientierung verbunden ist, sich ein neues Lebenshaus zu bauen.

Kennt Ihr auch das Gefühl, auf einem Geburtstag zwischen glücklichen Eltern oder noch schlimmer, nur Müttern zu sitzen?
Das Gefühl zu haben, nicht dazu zu gehören. Sich kein Urteil erlauben zu dürfen, wenn es um die alltäglichen Probleme mit den lieben Kleinen geht.
Habt Ihr auch schon nach solchen Feiern im Auto gesessen, und geheult.

Fällt es Euch manchmal schwer, werdende Mütter mit dicken Bäuchen zu sehen und das Gefühl zu haben, nicht voll zu funktionieren?

Kennt Ihr die Bemerkung: Ihr müsst versuchen, locker zu bleiben, es gibt so viele, bei denen es dann klappt?!
oder...
seid froh, dann müsst ihr euch nicht einschränken!?

Wie habt Ihr Euer Schicksal in die Hand genommen und neu gestaltet (Adoption, Pflegekinder, berufliche Karriere oder Umorientierung).
hallo chocolat!

dein beitrag hat mir tränen in die augen getrieben.

ich bin im moment mitten in der schwebe, ich weiß nicht ob es der anfang ist oder bereits zu spät.

kurzfassung meiner geschichte:
im juni 2005 habe ich die spirale entfernt bekommen und wir wollten durchstarten. leider bekam ich ein halbes jahr lang gar nicht meine tage. der frauenarzt sagte: machen sie sich locker!
januar 2006 kam die periode, ich hatte einen regelmäßigen zyklus, laut clearblue-monitor auch einen eisprung. trotzdem wurde ich nicht schwanger. ich bin nicht zum FA, ich soll mich ja locker machen.
november 2006 beim vorgespräch meinte mein alter FA noch: "naja, so lange probieren sie ja noch nicht!". 5 minuten später findet er beim ultraschall eine zyste.
im januar 2007 war die OP (bauchschnitt). 2 zysten (teilweise endometriose-zysten) an jedem eierstock, der linke war bereits so geschädigt, dass er bis auf einen mini-rest (der per ultraschall nicht mehr erkennbar ist) entfernt wurde. der rechte eierstock ist (noch) o.k., aber da ist der eileiter dicht. 3 wochen nach der OP hatte ich an dem mir verbliebenen eierstock schon wieder ne zyste.

die wahrscheinlichkeit, dass ich auf natürlichem wege schwanger werde, geht gen null. auch für die IVF hat mir mein operiender arzt keine große hoffnung gemacht, da die erfolgs-chancen bei 25% über alle paare bei 3 versuchen liegen.

aus "mach dich locker!" ist jetzt innerhalb weniger monate ein "es ist kurz vor 12, wenn nicht sogar bereits zu spät" geworden.
der schock ist groß, sehr groß. ich habe oft das gefühl zu zerbrechen. sprüche à la "wirst sehen, wenn du nicht mehr daran denkst, wird es auf natürlichem wege klappen" würde ich am liebsten mit einem faustschlag ins gesicht kommentieren.
sprüche von wegen "es ist vielleicht besser so" machen mich sprach- und fassungslos.

nächste woche haben wir einen termin in einer KiWu-praxis. ich bete, dass man mir hoffnung machen kann, allerdings versuche ich mich bereits jetzt schon mit dem gedanken anzufreunden, dass ich nie kinder haben werde.

im moment kann ich schwangere oder neu-mamis (in natura) nicht ertragen. sind die kinder größer, hab ich weniger probleme. vielleicht liegt es auch daran, dass die frauen wieder auf dem boden angekommen sind und die welt nicht mehr rosarot/supertoll ist. da sind die kinder nicht mehr so süß und es gibt die ersten probleme.

mein traum war es, eine familie zu gründen. ich hatte keine gute kindheit und habe daher bewusst gewartet, bis ich wirklich bereit war für ein kind. ich wollte es besser machen, meinen kind was bieten können. natürlich mache ich mir vorwürfe, dass ich vielleicht zu lange gewartet habe.

mein partner steht mir bei. er sagt er liebt mich und für ihn ist es das wichtigste mit mir zusammen zu sein, egal ob wir kinder haben werden oder nicht.

ich bin daher in der schwebe zwischen hoffnung, dass es doch noch klappt und der suche nach alternativen lebenszielen.
die meiste zeit geht es mir recht gut, ich versuche mich auf andere dinge zu konzentrieren. aber hin und wieder schlägt die verzweiflung durch und ich flenne wie ein schloßhund.

liebe grüße
zada, zwischen hoffen und bangen

MistressWeatherwax
01.03.2007, 12:16
Ich gehöre hier auch nicht so richtig hin, denn rein biologisch ist bei mir vermutlich alles ganz normal. So normal, wie es bei 36jährigen vermutlich ist.
Ich verabschiede mich aus anderen Gründen von meinem Wunsch nach einem Kind. Mein Mann will keins, er hat schon einen Sohn aus einer kurzen Beziehung (ist eine unsagbar komplizierte Geschichte), der gerade voll in der Pubertät ist und den wir erst seit knapp zwei Jahren sehen dürfen.
Und wir haben einfach keine Sicherheit, die wir einem neuen Kind schenken könnten, beruflich hat sich mein Leben nicht unbedingt so entwickelt, wie ich gedacht hätte. Wir sind beide selbständig, ich bin nicht unglücklich mit meinem Job, aber ich könnte nicht aufhören um mich drei Jahre um ein Baby zu kümmern, ich habe unglaubliche Angst, dass ich dann alle Kunden verliere und nie wieder bekomme.
Ich will auch keine gutgemeinten Ratschläge mehr hören, dass das finanziell schon irgendwie gehen würde - es geht nämlich nie "irgendwie".
Und ich habe entschieden, dass es eben nichts wird mit mir als Mutter. Manchmal heule ich mir dabei die Augen aus, manchmal kann ich damit leben. Es wird einfacher, damit zu leben.
Aber die Verwandten, Eltern, Bekannte und Freunde die mir auf den Bauch starren halte ich immer noch nicht so besonders gut aus. Niemanden interessiert die Wahrheit, alle wollen mir unbedingt ein Kind in den Bauch reden und ich hasse sie dafür. Ständig wird in meinen Wunden gebohrt, meine Narben aufgeschnitten und alle halten das für ein nettes Konversationsthema.
Wie ich damit umgehe? Ich versuche, nicht hysterisch zu reagieren (*verlegenes Hüsteln*). Und ich arbeite zu viel. Und ich - und das ist der widerlichste Zug von allen - erpresse meinen Mann mit "Wir haben ja keine Kinder, also können wir ja XY tun".

Inaktiver User
01.03.2007, 12:56
Liebe Chocolat,

ich bin ungeplant schwanger geworden, mein Arzt sagte mir, ich könne keine Kinder kriegen und da war ich verhütungsmässig ziemlich lax.

Ich hab ein sehr schwieriges und anstrengendes Baby gekriegt, eine Wochenbettdepression, es gab die Trennung und dann das Leben als überforderte Alleinerziehende und finanzielle Probleme - bis heute.

Die 9 Monate Schwangerschaft und die Geburt haben mich tief verändert - der Preis für das Gefühl "ganz Frau" zu sein, ist im Nachhinein ein sehr hoher gewesen.

Ein Baby, egal was es kostet?

chocolat35
01.03.2007, 13:16
Liebe Zada,
fühle Dich zunächst einmal ganz doll gedrückt. Ich kann Dich wirklich gut verstehen. Deine Geschichte hat vieles mit meiner gemeinsam.
Mein Frauenarzt hat meine Fragen auch einfach nur mit blöden Sprüchen abgetan. Bis ich auf eigene Faust einen Termin in einer KIWU-Praxis gemacht habe.

Aber ich möchte Dir Hoffnung machen. Du stehst nun am Anfang der Repro-Behandlung und musst zunächst entscheiden, ob Du Dich auf die Behandlung einlassen willst, oder nicht.
Aber ich denke, wenn Du eine gute Praxis triffst und Du Dich dort gut aufgehoben fühlst, wird Dir die Entscheidung nicht schwer fallen. Und die Fachärzte dort haben einfach noch viel mehr Infos für Euch.
Ich kann Dir nur den Tipp geben: Versuche, Dich während der Behandlungszyklen so gut wie möglich abzulenken, damit sich Deine Gendanken nicht irgendwann nur noch um das Thema drehen. Ich weiß, es ist leichter gesagt als getan, aber versuche es trotzdem. Besucht Freunde und kapselt Euch nicht ab. Und sprecht als Paar miteinander darüber, wann immer es Euch bewegt und schweigt Euch nicht an.
Ich wünsche Dir, dass Dein Mann Dir gut zur Seite stehen kann.

Ich glaube, ein Grund dafür, dass wir schwangere Frauen und kleine Babies nicht gut aushalten können, ist, dass wir dadurch ständig an eine Erfahrung erinnert werden, die wir leider nicht machen können. Wie die erste Übelkeit, Herztöne, Ultraschallbilder, ungewöhnliche Essgewohnheiten, Einkauf von Babykleidung, Geburtsvorbereitung, das Gefühl, eine Familie zu werden, die Geburt. Das unermessliche Glück in dem Moment, wenn das Baby in den Armen der Eltern liegt!
Bei solchen Bildern muss ich immer heulen.

So liebe Zada, ich wünsche Euch für nächste Woche ganz viel Kraft und wenn Du quatschen willst, weißt Du ja, wo Du mich erreichen kannst

Liebe Grüße
Chocolat

BlauerHimmel
01.03.2007, 21:16
Die Erfolgsraten von IVF unterscheiden sich massiv(!) je nach Klinik. Leider dürfen die Krankenkassen genau diese Daten nicht rausgeben. Nur manchmal geben Kliniken ihre Erfolgraten raus, wenn das Erfolg verspricht.

Ich darf hier glaube ich keinen Link angeben, aber es gibt eine Klinik in Deutschland, die nach vier Behandlungszyklen zu 70-80% Geburts(!)rate kommt - nicht nur klinische Schwangerschaften sondern Geburten. Klar ist vier dieser Zyklen durchhalten anstrengend, aber die 25% kannst du vergessen, die sind völlig untertrieben.

Ich habe mal anonymisierte Statistiken gesehen, wo die Behandlung in gewissen Kliniken allerdings 4-5 mal schlechter war! Da hab ich Bauklötze gestaunt.

Viele Grüße
BlauerHimmel

Inaktiver User
01.03.2007, 21:43
...

Inaktiver User
02.03.2007, 15:27
Wir hätten mit med. Nachhilfe (Ursache: unregelmässiger Zyklus) leibliche Kinder bekommen können. Allerdings war uns eine Schwangerschaft nicht so wichtig und so haben wir uns intensiv mit dem Thema "Adoption" befasst. Als wir Mitte 20 waren, haben wir dann Adoption beantragt, zweieinhalb Jahre später haben wir unsere Tochter adoptiert und nochmal ein paar Jahre später haben wir unsere Pflegetochter in Obhut genommen.
Wir gehen in unserer Rolle als Adoptiv- und Pflegefamilie voll und ganz auf :-).
Um die leiblichen Kinder, die wir nicht bekommen haben (wir haben ab Adoantrag wieder verhütet, weil ja eine Sterilität nicht nachgewiesen war) haben wir nie getrauert.

Dani68
05.03.2007, 10:30
Hallo!:blumengabe:

Ich weiß nicht, ob ich hierhiergehöre... aber ich versuche es einfach mal.
Fast habe ich diejenigen ein bißchen beneidet, die hier über Hoffen, Warten, Leiden, Strapazen mit Kinderwunschbehandlung geschrieben haben.

So weit bin ich ja noch nicht mal gekommen. Ich habe keine Ahnung, ob ich schnell schwanger werden würde oder weniger schnell oder gar nicht. Mir fehlte immer der richtige Partner zur Familiengründung.

Seit ich denken kann, gehört ein Partner, gehören Kinder zu meiner Lebensplanung. Ich konnte mir nie etwas anderes vorstellen - obwohl ich einen tollen Beruf habe, den ich liebe, und den ich auch mit Kindern weiter ausüben würde/ausgeübt hätte.
Trotzdem konnte ich mir nie vorstellen, allein zu bleiben.
Und doch sieht es mittlerweile so aus, als wäre das mein Schicksal.

Ich hatte in meinem Leben nur 2 feste Beziehungen, eine als ich 18 war (4 Jahre), und eine mit Ende 20 (damals glaubte ich, er wäre der Mann meines Lebens und Vater meiner Kinder, leider beendete er die Beziehung nach 6 Monaten). Wenn ich ehrlich bin, knabbere ich bis heute daran.

Seitdem nichts mehr, nada.
Als ich so Anfang 30 war, dachte ich, ich hab ja noch Zeit, der Richtige kommt schon noch. Auch mit Mitte 30 habe ich das noch geglaubt/gehofft.

Nun werde demnächst 39 Jahre alt und muss mich wohl mit der Situation auseinandersetzen, dass ich mit ziemlicher Sicherheit kinderlos bleiben werde. Für mich ist das sehr sehr schmerzhaft. Manchmal liege ich nachts wach und spüre diesen Schmerz fast körperlich.

Dann kenne ich auch solche Situationen wie sie schon am Anfang beschrieben wurden.
Ich gehe auf eine Feier und bin die einzige Solistin zwischen Paaren und Familien. Ich bin die einzige, die nicht mitreden kann, wenn es um Schwangerschaft, Wehen, Kaiserschnitt, Stillen geht.
Um die ersten Krankheiten, Schritte, Zähne...
Ich bin die einzige, die nicht mitreden kann, wenn es um Hauskauf, Nestbau geht.
Ich bin die einzige, der es vor dem Sommer graut, und alle in den Familienurlaub entschwinden, nur ich weiß nicht, mit wem ich fahren soll, ich hätte zwar genügend Geld, aber niemanden, der mit mir fährt, so dass es jedes Jahr ein trauriger Kompromiss wird.
Ich würde so gern dazugehören.
Ich beneide meine Freundinnen sogar, wenn sie über ihre Eheprobleme jammern. ICh hätte auch gern einen Mann, mit dem ich mich vielleicht mal streite, der aber trotzdem sein Leben mit mir teilt, der mir die Hälfte der Entscheidungen abnimmt, an den ich mich nachts ankuscheln kann.
Alles besser als die ewige Einsamkeit.

Und mein Hauptproblem ist wohl die nahende Endgültigkeit des Kinder-Themas. Manchmal könnte ich nur heulen und frage mich, was stimmt nicht mit mir? Warum alle anderen, warum ich nicht?

Traurige Grüße
Daniela

Inaktiver User
05.03.2007, 13:31
Hallo, ihr Lieben,
ich gehöre hier vielleicht auch nicht ganz her, denn obwohl ich schon 42 bin hab ich den Kinderwunsch noch nicht ganz aufgegeben. Es gibt auch keinen medizinischen Grund weshalb wir keine Kinder bekommen könnten, wenn auch nicht alles bis ins Detail untersucht und abgeklärt wurde. Dennoch ist es so, dass wir seit gut 2 Jahren erfolglos üben wenn auch nicht mit der letzten Konsequenz und in jedem Zyklus, aber doch so, dass es rein rechnerisch schon öfters hätte klappen können.
Was ich aber vor allem Dani68 sagen wollte ist, dass ich meinen Traummann auch erst mit 39 kennengelernt habe. Bis dahin hatte ich werder einen ausgeprägten Kinderwunsch, eher im Gegenteil, noch den richtigen Mann an meiner Seite. Einige Jahre war auch ich Solistin und da ging es mir wie Dir, allein unter Paaren.
Wir haben uns übrigens im Internet kennengelernt und auch wenn ich es manchmal immer noch nicht glauben kann, wir sind beide nach jetzt drei Jahren (seit zwei Jahren gemeinsame Wohnung) immer noch bis über beide Ohren verliebt. Wir wünschen uns auch beide sehnlichst ein Kind, wir hoffen beide noch, aber wir wissen auch, dass die Wahrscheinlichkeit noch Eltern zu werden eher gering ist. Ich hadere oft mit meinem Schicksal, denke an die "verlorenen Jahre", warum habe ich diesen Mann nicht früher kennengelernt, dann hätten wir jetzt vielleicht schon Kinder. Es ist nun aber mal nicht so und ich bin froh, dass ich ihn überhaupt habe. Mit einem Partner der dich liebt an der Seite ist das Schicksal kinderlos zu bleiben viel gelassener zu ertragen.
Sicher ist es irgendwann mal zu spät Kinder zu bekommen, aber sich zu verlieben und den Partner fürs Leben zu finden, dazu ist es nie zu spät. Davon bin ich ganz fest überzeugt, und auch ein ideales Vorzeigeexemplar.
Liebe Grüße Jacky

June
05.03.2007, 17:07
liebe dani68,
auch ich mag dir ein bisschen mut machen. ich hatte zwar schon einige partner, aber erst mit 36 habe ich den menschen kennengelernt, mit dem ich es mir vorstellen kann, kinder zu bekommen. wir werden es ab jetzt probieren und würden uns sehr freuen, wenn es klappt. was aber, wenn nicht? dann mag ich nicht mein leben verfluchen und nicht lebenswert finden, sondern das beste daraus machen und versuchen, träume zu leben, die mit kind nicht möglich wären.
auch ich habe meinen freund übrigens im internet kennengelernt. gib nicht auf!
liebe grüße, june

Dani68
05.03.2007, 17:55
Hallo,
ach, Ihr seid ja echt lieb, vielen Dank für's Mutmachen!
Klar, verlieben funktioniert auch noch im "hohen Alter"!:lachen:

Trotzdem - ein bißchen Realismus kann auch nicht schaden, und die Wahrscheinlichkeit, noch Mutter zu werden, wird einfach immer geringer. Ich freu mich auch immer über Beispiele wie Jacky oder June, und ich habe auch eine Freundin, die eeeeewig allein war, von kurzen Affären abgesehen, und hat letzten September im stolzen Alter von 42 ihre Tochter bekommen!:yeah:

Schön und gut, aber das sind Einzelne, vielleicht 1% - dagegen stehen 99%, die in meinem Alter allein sind und keine Kinder mehr bekommen.

Im Moment ist die Situation auch wirklich doof - weil alle Freundinnen glücklich unter der Haube sind, da komme ich mir schon vor wie die letzte "Übriggebliebene":knatsch:

Vielleicht muss ich einfach ein paar Jährchen Geduld haben, bis die große Scheidung/Trennungswelle mit plusminus 40 kommt???

LG
Dani

Dani68
05.03.2007, 18:37
Ja, wie gesagt, die Hoffnung nicht aufgeben
Trotzdem - der Titel "Abschied vom Kinderwunsch" hat mich angezogen (habe mich extra deswegen angemeldet).

Und genau das ist der Prozess, den ich gerade durchmache - ich setze mich mit der Situation auseinander, dass es immer unwahrscheinlicher wird, dass ich noch Mutter werde - bisher habe ich das nämlich nicht getan, ich dachte immer etwas "blauäugig" - "das kommt schon noch".

Nun bin ich so weit, mir einzugestehen, dass "das vielleicht nicht mehr kommt", und ich versuche, die positiven Seiten eines kinderlosen Lebens zu sehen und mich darauf einzustellen.

Und wenn "das dann doch noch kommt":freches grinsen: , umso besser!

LG
Dani

Obsession_70
06.03.2007, 11:57
Hallo alle, hallo Chocolate,

ich gehöre hier auch hin.

Meine Geschichte ganz kurz: Nach 6jähriger Ehe sagten wir: Jetzt kann es passieren! Verhütungsmittel weggelassen und jahrelang (!!!) mit aller Lockerheit es auf uns zukommen lassen. Mein Mann hat schon ein Kind aus seiner 1. Ehe! Zwischendurch habe ich 2 Endo-Opn mit einer Eierstockentfernung hinter mich gebracht. Dann irgendwann in der KiWu-Klinik gelandet, um ganz schnell festzustellen, dass bei meinem Mann leider zu wenig lebensfähige Spermien vorhanden sind (zwischenzeitlich mal eine schwere Hodenentzündung gehabt). Es kam nur noch ICSI infrage und die verliefen leider negativ. Zur Kryo kam es nie, da ich leider nicht genug Eizellen produzierte. Außerdem noch eine hohe finanzielle Belastung, da ich extrem hohe Dosen an Hormonen benötigte und unsere Versuche nicht vollständig von der KK übernommen wurden.

Ende vom Lied: Die Lockerheit schlug in eine Depression um, die bis heute nicht wirklich überwunden ist. Ich wollte und konnte mich dieser Medizin nicht mehr aussetzen.

Liebe Freundinnen (und nur die wenigstens) versuchen in der Masse zu helfen, sofern dies überhaupt möglich ist. Zeitgleich zu unserer KiWu-Therapie wurde meine Freundinnen schwanger (sind alle aufgrund von Studium etc eher spät dran) und bekamen ihre Kinder. Es war teilweise die Hölle, obwohl ich mich sehr für sie gefreut habe.

Am schlimmsten allerdings waren unbedachte Sprüche wie: Das klappt schon, wenn Ihr mal Urlaub habt! Noch schlimmer: Die Natur hat schon ihre Gründe! Der Spruch hat mich davon überzeugt, dass ich in der Lage sein könnte, jemanden voll in die Fr... zu hauen!

Und nun bin ich noch immer der Verabschiedungsphase. Das Leben neu aufgestellt, aber immer ein Tröpfchen Hoffnung. Es gibt auch sehr viele positive Aspekte, wenn man keine Kinder hat. Jedoch bleibt immer die Tatsache: Ich habe mich nicht bewusst gegen eigene Kinder entscheiden können! Das macht das Akzeptieren für mich schwieriger.

Allen "Schwestern im Geiste"

Liebe Grüße

Obsession

Inaktiver User
06.03.2007, 12:37
Kennt Ihr auch das Gefühl, auf einem Geburtstag zwischen glücklichen Eltern oder noch schlimmer, nur Müttern zu sitzen?
Das Gefühl zu haben, nicht dazu zu gehören. Sich kein Urteil erlauben zu dürfen, wenn es um die alltäglichen Probleme mit den lieben Kleinen geht.
Habt Ihr auch schon nach solchen Feiern im Auto gesessen, und geheult.

Ja, ich kenne diese Gefühle - aber mich belastet es im Gegensatz zu Dir nicht, weil ich keine Kinder haben möchte.

Ich fühle mich ausgeschlossen, obwohl ich selbst ganz bewusst so entschieden habe.

Vielleicht hilft es Dir ja ein wenig bei der Verabschiedung. Du wirst manchmal weiter mit dem Gefühl des "anders seins" leben müssen - aber das ist in grösseren Teilen unabhängig davon,. sich neu aufzustellen.

Inaktiver User
09.03.2007, 23:40
Kennt Ihr auch das Gefühl, auf einem Geburtstag zwischen glücklichen Eltern oder noch schlimmer, nur Müttern zu sitzen?
Das Gefühl zu haben, nicht dazu zu gehören. Sich kein Urteil erlauben zu dürfen, wenn es um die alltäglichen Probleme mit den lieben Kleinen geht.
Habt Ihr auch schon nach solchen Feiern im Auto gesessen, und geheult.
ich kenne einige ganz schön unglückliche eltern, die sich von morgens bis abends einen in die tasche lügen. das hilft.

Inaktiver User
10.03.2007, 08:27
ich kenne einige ganz schön unglückliche eltern, die sich von morgens bis abends einen in die tasche lügen. das hilft.
Die kenne ich auch.
Das hilft aber vermutlich nur gewollt Kinderlosen ihre Freiheit zu geniessen.:wie?:

Inaktiver User
11.03.2007, 22:10
Die kenne ich auch.
Das hilft aber vermutlich nur gewollt Kinderlosen ihre Freiheit zu geniessen.:wie?:
:knatsch: äh. GEWOLLT kinderlose brauchen keine solche hilfe, um ihre freiheit zu genießen. oder?

Inaktiver User
12.03.2007, 08:44
:knatsch: äh. GEWOLLT kinderlose brauchen keine solche hilfe, um ihre freiheit zu genießen. oder?
Ab und an schon - wenn man sich z.B. auf einer Familienfeier mal wieder wie ein Alien fühlt und zum 1000sten Mal die gleichen Diskussionen führen muss.
Ich könnte noch mindestens 10 andere Beispiele anführen.

Man hat oft Druck von aussen, wenn man nicht den Klassiker (=Familie) lebt - ob wann gewollt oder ungewollt kinderlos ist spielt da weniger eine Rolle.

Zada
12.03.2007, 12:24
hi obsession!



Am schlimmsten allerdings waren unbedachte Sprüche wie: Das klappt schon, wenn Ihr mal Urlaub habt!
jep, aber diesen leuten sage ich ganz offen, dass ich unfruchtbar bin! denen vergehen dann meist die schlauen sprüche ganz schnell.



Noch schlimmer: Die Natur hat schon ihre Gründe! Der Spruch hat mich davon überzeugt, dass ich in der Lage sein könnte, jemanden voll in die Fr... zu hauen!
diesen spruch durfte ich bereits auch mehrfach hören. ich war immer zu entsetzt um darauf antworten zu können.
heute bin ich auf den spruch gefasst und die antwort, die ich mir zurecht gelegt habe, ist folgende:
"was meinst du eigentlich, wer du bist, dass du glaubst das beurteilen zu dürfen?!"
ich glaube dass der spruch, wenn er mit einem guten maß an selbstbewusstsein rübergebracht wird, ein verbaler schlag in die fr.... ist. :zwinker:

Inaktiver User
12.03.2007, 13:52
@zada: es tut mir sehr leid, wie unsensibel Deine Umwelt schon mit Dir umgegangen ist......

Ich hoffe, dass ich niemals auch nur unabsichtlich so einen Fettnapf treffe.

chocolat35
12.03.2007, 21:49
ich kenne einige ganz schön unglückliche eltern, die sich von morgens bis abends einen in die tasche lügen. das hilft.

Die kenne ich auch. Es ist aber nicht immer hilfreich, sich diese vor Augen zu führen. Es gibt auch viele zufriedene Familien mit den üblichen Hochs und Tiefs, die halt zu einem "Gemeinschaftsleben" gehören.

Gruss Chocolat

Inaktiver User
13.03.2007, 17:45
Die kenne ich auch. Es ist aber nicht immer hilfreich, sich diese vor Augen zu führen. Es gibt auch viele zufriedene Familien mit den üblichen Hochs und Tiefs, die halt zu einem "Gemeinschaftsleben" gehören.
naja, so ist das halt. was soll da schon "helfen".
es ist eben so, wie es ist.

chocolat35
14.03.2007, 13:01
naja, so ist das halt. was soll da schon "helfen".
es ist eben so, wie es ist.

Wenn Du meinst ....

Elch
20.03.2007, 10:39
Ich dachte immer, ich werde mal Kinder haben. Was anderes war irgendwie gar nicht vorstellbar. Selbst, als ich mit Mitte 20 mal eher in der Party- und Unabhängigkeitsphase war, wusste ich doch irgendwie, dass das vorüber geht.
Wir waren 3 Kinder daheim, - und die Vorstellung, ohne Kinder alt zu werden, war nicht realistisch.

Und nun werde ich keine haben. Durch eigenen vernünftigen Entschluss, denn ich habe einen Gendefekt, den ich als Frau auf jeden Fall an meine Kinder weitergeben würde. Es ist eine Krankheit, die nicht ausbrechen MUSS. Aber wenn sie ausbricht, führt sie zur Quasi-Erblindung. Nicht ganz, aber so gut wie. Bei meiner Mutter und meinem älteren Bruder war es bzw. ist es so. Vor dem Krankheitsausbruch meiner Mutter wussten wir gar nicht, dass es so eine Krankheit gibt (es gibt unzählige Genkrankheiten, die nicht ausbrechen müssen) und schon gar nicht, dass wir so was in uns tragen.
Tun wir aber - übertragen von meiner Mutter haben es wir alle drei Kinder. Ich war 27, als ich überhaupt davon erfuhr. Mit den jahren und mit Gesprächen mit den entsprechenden Ärzten, und auch mit den Ängsten in dieser Zeit sind wir zur rationellen (und irgendwie auch emotionalen) Entscheidung gekommen, dass wir das nicht können.
Es ist nicht verantwortungsvoll - denn im ungünstigsten Fall bricht es bei mir UND den Kindern aus. Dann steht mein Mann mit einer paar Blinden da. Auch für mich ist es so, dass meine eigene Angst schon schlimm genug ist, selbst blind zu werden. Diese Ängste auch noch für ein Kind zu haben, würde ich nicht durchstehen.

Die Entscheidung haben wir selbst getroffen. Sie ist uns, besonders mir, aber nicht leicht gefallen, denn trotzdem war sie nicht freiwillig und daher leide ich - mal mehr, mal weniger. Ich sprech gar nicht oft darüber, denn es ändert ja nichts. Aber ich bin jetzt 36 und hätte eben gerne Kinder gehabt. Etwas, das mein Mann und ich gemeinsam hervorbringen, mit dem Aussehen und den Eigenschaften von uns beiden.

Naja,ich heule ja nicht den ganzen Tag und laufe auch nicht Amok, wenn ich Eltern von Babies sehe (bei größeren Kindern tuts nicht ganz so weh wie bei Babies). Ich bin glücklich mit meinem Leben - aber das Eine kann ich halt nicht haben.
Was mich dann maßlos ärgert und ich wirklich unverschämt finde (ich hab mir auch vorgenommen, mal was zu sagen) ist, wenn Kollegen in der Kantine oder wo einfach doof rumplappern und meinen, einem klarmachen zu müssen, dass Kinderhaben gut ist und man es sich doch überlegen könne...
Wie ignorant ist das? Es gibt eben nicht nur Leute, die gewollt kinderlos sind.
Und die anderen, Leute wie ihr oder ich, haben ja vielleicht keinen Bock, ihre intimen Dinge (und dazu zähle ich Krankheit, Unfruchtbarkeit, was auch immer) auszuposaunen. Und es verletzt ungemein, dann einfach so einen Müll anhören zu müssen...
(So, da hab ich mir jetzt mal Luft gemacht....danke!)

Ana38
26.03.2007, 12:54
Hallo Chocolat,
ich bin auch ungewollt kinderlos und fühle mich oft übriggeblieben. Das schlimmste war und ist für mich, dass meine Schwester das 2 Kind bekommt und ich nun den Kontakt erst mal abgebrochen habe. Ich kann das zur Zeit nicht ertragen. Ich empfinde alles als Ersatz für ein Kind und mir wird immer klarer, dass das eins der schwersten Schicksalsschläge ist. Denn auch die Beziehung leidet darunter und man kann es wohl mit Eltern vergleichen, die ein "lebendes" Kind verloren haben. Da ist die Überlebenschance der Beziehung bei NUR 30%.

Fühl dich verstanden.
Ana

Inaktiver User
26.03.2007, 12:59
Und nun werde ich keine haben. Durch eigenen vernünftigen Entschluss, denn ich habe einen Gendefekt, den ich als Frau auf jeden Fall an meine Kinder weitergeben würde. Es ist eine Krankheit, die nicht ausbrechen MUSS. Aber wenn sie ausbricht, führt sie zur Quasi-Erblindung.
@elch: Ich finde so eine Entscheidung sehr vernünftig.
Auch ich habe einen Gendefekt und habe vor Augen, wohin er führen kann - meine Schwester muss mit einer schweren Krankheit leben (gilt als psychische Behinderung).

Inaktiver User
27.03.2007, 12:19
Abschied vom Kinderwunsch?

Ja? Nein? Ja? Nein? Wohl eher ja. Aber verpass ich da nix? Werd' ich nich' irgendwann mit 40, 50 heulen und bereuen, keine Kinder zu haben?

Ich bin 33 und hege überhaupt keinen Kinderwunsch. Eigentlich möchte ich gar keine Kinder, oder vielleicht doch? Aus Angst, etwas zu verpassen, oder aus Angst vor Einsamkeit? Is' doch kein Grund, Kinder zu haben, oder? Ich habe Angst, definitiv Abschied vom Kinderwunsch zu nehmen, obwohl ich wirklich eigentlich keine Kinder möchte. Habe Angst, es irgendwann zu bereuen und dann wie eine Bekannte, alles mit Luxusgütern und -Reisen kompensieren zu wollen, Geldgier statt Kinder? Muss doch nicht sein, oder?

Kinderlos und nie bereut? Gibt es glücklich kinderlose Ehepaare? Ja?

Elch
27.03.2007, 12:24
Es gibt sehr wohl und sehr viele glückliche kinderlose Ehepaare. Die Frage ist immer, wann sie sich kennengelernt haben (ob es schon war, als die Frage hinfällig war, weil sie zu alt waren) und warum sie keine Kinder haben.
Wenn es eine bewusst getroffene absichtliche Entscheidung war, dann können diese Paare genauso glücklich oder unglücklich miteinander leben und alt werden wie andere Paare auch.
War es in irgendeiner Weise gezwungen: sie wollte eigentlich, aber er nicht bzw. umgekehrt. Sie haben jahrelang alles versucht, aber es ging nicht. - dann kann schon sein, dass dieses Thema die Beziehung überschattet. Und vielleicht zum Scheitern führt, denn das Thema Kind oder nicht ist eines der wenigen ganz essenziellen.

Wie gesagt - wenn die Entscheidung freiwillig und gemeinsam gegen Kinder gefallen ist, weil eben sich beide darin einig sind, keine zu wollen, ist das doch die beste Voraussetzung für eine gute Ehe. Das heißt schon mal, dass beide in dieser wichtigen Frage gleich ticken und in dieselbe Richtung wollen.

Jedenfalls kenne ich einige glückliche kinderlose Paare (meine Chefin und ihr Mann, beide Mitte 40 und seit 20 Jahren zusammen; weitere Kollegen, auch seit Jahren zusammen). Und es gibt auch Paare mit Kindern, die sich trennen - ich glaube, wenn die Entscheidung über JA oder NEIN gemeinsam getroffen wurde, hat die Beziehung eine ebenso große Chance zum Scheitern oder Glücken wie jede andere.

Inaktiver User
27.03.2007, 12:31
Wie gesagt - wenn die Entscheidung freiwillig und gemeinsam gegen Kinder gefallen ist, weil eben sich beide darin einig sind, keine zu wollen, ist das doch die beste Voraussetzung für eine gute Ehe. Das heißt schon mal, dass beide in dieser wichtigen Frage gleich ticken und in dieselbe Richtung wollen.

Ja, das stimmt. Ich hab nur Angst, dass wir uns jetzt gegen Kinder entscheiden und wir es uns dann anders überlegen, aber es dann zu spät sein wird.

Hab glaub ich zuviel Horrorgeschichten gehört von Leuten, die kein Verständnis für bewusst kinderlose Menschen haben. Ich hab ne Bekannte erlebt, die ihre Kinderlosigkeit mit Geldgier und Boshaftigkeit irgendwie kompensieren muss (quasi: Das Loch stopfen), und ich will nie nie nie nimmer so wie sie werden!! Hab wohl n kleinen Knacks gekriegt?
Andererseits muss ich erwähnen, dass die Olle auch ihre berufliche Erfüllung nicht gefunden hat (Job mag sie nich', mies bezahlt, nich' so toll ausgebildet), was bei mir durchaus noch kommen kann. :zwinker: In dem Falle wäre es finanziell sehr unsicher, n Kind zu haben, da ich (zumindest teilweise) freischaffend tätig sein werde.

Inaktiver User
27.03.2007, 12:51
Hallo miteinander,

ich habe drei Kinder, und es war mir immer wichtig, Kinder zu bekommen, also kann ich diesen Wunsch sehr gut nachempfinden. Auch mir wäre es wahrscheinlich sehr schwer gefallen, ungewollt kinderlos zu bleiben und überall um mich herum Leute zu erleben, die einfach so ihre Kinder bekommen haben.

Was ich aber dennoch, bei aller Berechtigung dieses WUNSCHES, schwierig finde sind zwei Sachen: einmal die Überzeugung, man hätte einen Anspruch auf Erfüllung dieses Wunsches, und zum zweiten diese Glückserwartung, die sich damit verbindet.

So sehr ich, wie gesagt, den Wunsch respektiere: ich selber wünsche mir auch sehr eine innige Beziehung, die ich nicht habe und vielleicht nie mehr haben werde und die sich auch nicht herstellen läßt. Andere haben vielleicht gesundheitliche Probleme und müssen das auch lernen zu akzeptieren, dass andere halt einfach gesund sind, und sie selber immer mit Einschränkungen oder Schmerzen leben müssen. Oder nie mehr einen angemessen Job finden. Das ist alles auch ungerecht, so ist das Leben. Sich aber derart auf ein Defizit, welcher Art auch immer, zu fixieren, ist die beste Art, sein Leben zu verpassen. Und unfairerweise geringzuschätzen, was man hat: vielleicht eine stabile Partnerschaft, um die einen viele andere beneiden??

Entweder ich akzeptiere mich und mein Leben, und versuche, das so zu gestalten, dass ich glücklich bin oder ich werde, egal unter welchen Gegebenheiten, immer unglücklich bleiben, weil es immer etwas geben wird, das andere haben und ich nicht.

Diesen Erlösungsglauben find ich einfach fatal: Zu glauben, das Leben wär nur schön, wenn dieser eine Wunsch erfüllt wird, ansonsten versinke ich in Trauer und Depression? Ansonsten ist mein ganzes Leben ohne Sinn?? Das erschreckt mich bei vielen Beiträgen zu dem Thema schon, weil ich einfach nicht daran glaube, das es so funktioniert.

Vielleicht lohnt das ja, mal darüber nachzudenken? Ich will niemand belehren, aber so seh ich das einfach!!

Liebe Grüße

einewiekeine

Ana38
27.03.2007, 13:28
Hallo Einewiekeine,
ich möchte dir sagen, dass ich deinen Beitrag in vielerlei Hinsicht verstehe und ich es bis vor 1 Jahr auch allen anderen Menschen so "übergestülpt" habe.

Aber weißt du, du hast 3 KINDER und kannst dich gar nicht in unsere Lage versetzen. Das ist genauso, wie wenn ich mir anmaßen würde einem Kranken den Ratschlag zu geben:

Du musst dich nur zusammenreißen, anderen geht es auch schlecht oder noch viel schlechter.

Diese Ratschläge sind auch "Schläge" und wie gesagt, ich habe selber genug davon verteilt und schäme mich heute dafür.
Das ist ein Vorteil aus großen Lebenskrisen. Man wird emphatischer.

Und Kinder sind für die meisten Frauen sinngebend. Kannst du ganz ehrlich zu dir selber sein und auch zugeben, dass immer viel Egosimus beim Kiwu eine Rolle spielt?

Bitte sei etwas sensibler, wenn dir mal wieder ungewollt Kinderlose über den Weg oder Netz laufen.

Das gilt generell für unsere Gesellschaft. In Deutschland steht man schnell im Abseits wenn man kein Kind hat.

Sonnige Grüße aus dem Süden
Ana

Inaktiver User
27.03.2007, 13:33
Das gilt generell für unsere Gesellschaft. In Deutschland steht man schnell im Abseits wenn man kein Kind hat.

Das gilt übrigens auch für gewollt kinderlose Menschen.

Inaktiver User
27.03.2007, 13:45
Das gilt übrigens auch für gewollt kinderlose Menschen.

Die Erfahrung hab ich nur privat gemacht, dass man als bewusst Kinderlose schief angeguckt wird. In der Arbeitswelt aber sind - meines Wissens nach - die "DINK's" (double income no kids) sehr begehrt, weil sie keine Kinder haben, nach denen sie sich richten müssen und gemäß Arbeitgeber "viel einsatzbereiter und flexibler" sind, will heißen: bereit, mehr Überstunden zu leisten und auch mal länger zu bleiben (Sie müssen die Kinder ja nicht von der Krippe abholen).

Inaktiver User
27.03.2007, 14:00
Hallo Ana38,

ich will niemand etwas überstülpen, sondern meine Meinung äußern und die Sache aus einem anderen Blickwinkel betrachten. Das finde ich nicht unsensibel und sollte doch wohl gestattet sein?

Was mich interessieren würde: Wo siehst Du denn den Unterschied zwischen Trauer wegen eines unerfüllten Kinderwunsches und ungewollter Partnerlosigkeit???? Dem einen wie dem anderen kann man nicht mit Gewalt abhelfen, und es dreht sich bei beidem um eine Lebensform, die man so nicht freiwillig gewählt hat. Und auch als unfreiwilliger Single fühlt man sich oft sehr allein in der Welt...

Es geht doch nicht darum, Leid oder Defizite gegeneinander aufzurechnen, aber ich denke, es hilft niemand, sich an diesen Defiziten festzubeissen und dabei sein Leben zu verschwenden.

Ein Freund von mir hat eine in wenigen Jahren zumTod führende Muskelschwund-Erkrankung. Seine Einstellung dazu ist: Ich habe diese Scheiss-Krankheit und durch nichts in der Welt geht sie weg. Aber ich lasse nicht zu, dass mir das mein restliches Leben kaputtmacht. Ich hab nur das eine, und das will ich geniessen, auch und gerade und trotz dieser Belastung.

Darum geht es mir. Daß man der Trauer Raum geben muss, steht außer Frage. Aber es gibt nicht nur den unerfüllten Kinderwunsch. Das kann doch nicht darüber entscheiden, ob ein Leben schön ist oder nicht??

Inaktiver User
27.03.2007, 14:06
In der Arbeitswelt aber sind - meines Wissens nach - die "DINK's" (double income no kids) sehr begehrt, weil sie keine Kinder haben, nach denen sie sich richten müssen und gemäß Arbeitgeber "viel einsatzbereiter und flexibler" sind, will heißen: bereit, mehr Überstunden zu leisten und auch mal länger zu bleiben (Sie müssen die Kinder ja nicht von der Krippe abholen).

*Stinkefinger den AGs gegenüber hebt*

Inaktiver User
27.03.2007, 14:08
Aber es gibt nicht nur den unerfüllten Kinderwunsch. Das kann doch nicht darüber entscheiden, ob ein Leben schön ist oder nicht??
Aber selbstverständlich kann er das - ich kann es mir zumindest sehr gut vorstellen.
Wenn man diesen aufrichtigen Herzenzwunsch hat, gibt es dazu erst einmal keine Alternative.

Inaktiver User
27.03.2007, 14:19
*Stinkefinger den AGs gegenüber hebt*

:freches grinsen:

Jo68
27.03.2007, 14:21
Ich muss Ana und Tristania unterstützen!

Nein, Einewiekeine, Du bringst keinen neuen Blickwinkel, da waren wir alle auch schon. Wie oft habe ich mir in meiner Kiwu-Zeit gesagt: "Du hast aber doch so viel anderes, über das du dich freuen kannst." Das nützt in der akuten Situation aber herzlich wenig. Und um Deine Krankheitsanalogie zu benutzen: Wenn man mit einer fetten Grippe im Bett liegt, dann fühlt man sich nicht weniger elend, nur weil man sich sagt, "Hey, andere haben Krebs, das ist viel schlimmer." So funktioniert der Mensch einfach nicht.

Und der Unterschied zwischen Kinderlosigkeit und Partnerlosigkeit oder Arbeitslosigkeit ist einfach der, dass im ersten Fall der Zug definitiv abgefahren ist, während die beiden anderen Situationen sich immer noch ändern können.

Im Übrigen ist es ja auch so, dass Menschen, die endgültig ungewollt kinderlos bleiben, sich damit arrangieren und ein glückliches Leben führen. Es dauert aber bis man soweit ist, oft dauert es Jahre und meistens bleibt eine kleine Trauer immer, sie ist nur nicht mehr im Alltag relevant.

Ehrlich gesagt habe ich oft den Eindruck, dass Außenstehende nicht nur nicht nachvollziehen können, wie man sich als ungewollt Kinderlose fühlt, sondern auch, dass sie es gar nicht wollen. Viele tun es mit "hab dich doch nicht so" ab, sie sehen nicht, wie sehr man darunter leiden kann, wie viele Aspekte der eigenen Persönlichkeit und der eigenen Lebensplanung und natürlich auch der Partnerschaft davon betroffen sind. Da sagt man dann eben schon mal schnell: "Mein Gott, stell Dich nicht so an, andere haben schlimmere Schicksale." (Kleine Randbemerkung: Ich finde es übrigens generell furchtbar sozusagen Hitlisten des Leidens aufzustellen, also beurteilen zu wollen was jeweils schlimmer ist.)

Bettyblu
27.03.2007, 14:23
Ja -Nein-Ja?
Bis 33 wars DEFINITIV NEIN

dann plötzlich vielleicht

Seit ich 35 bin: plötzlich eher ja...
Und seit einiger Zeit: JA!

Biologische Uhr oder doch Angst davor anders zu sein oder was zu verpassen? Oder gar irgendwann zubereuen, keine Kinder zu haben.

Wie gesagt ich hegte 33 Jahre überhaupt keinen Kinderwunsch.
Und dann änderte es sich schleichend.... und wurde auch zum Problem in meiner langjährigen Partnerschaft. DEnn wir
hatten uns kennengelernt, als wir beide keinen Kinderwunsch hatten...als dann bei mir das vielleicht anfing, wurd es plötzlich auch zur Bestandsaufnahme für die Beziehung.

Aber für mich eher wegen der Frage, warum will DER Kerl von mir keine Kinder, will ER mich nicht wirklich oder so...?
plötzlich kommen so Selbstwertgeschichten in die Frage mit rein...
will ein Mann von mir ein Kind? Fühle ich mich auch alsFrau, wenn ich nicht Mutter werde?
sehr seltsam...

Als ich dann vor 1 Jahre meinen Ex wiedertraf (inzwischen 2 Kinder) und wir eine sehr intensive affäre hatten, wurde mir plötzlich klar was ICH WILL: Kinder und ein Mann, der von MIR Kinder will.
Ich hab die Partnerschaft verlassen. Und die Affäre mich...
Bin seit dem in ner psych. Krise... (was jetzt hier nebensache sein soll)
aber Fakt ist: das Ganze belastet mich auch so weil ich Angst hab, dass es jetzt vielleicht zu spät sein könnte...
wegen Partnersuche und dann noch Kindewunsch oder dass es so einfach dann nicht klappt...
Ich bin 37 und habe Angst, Abschied vom Kinderwunsch nehmen zu müssen, obwohl ich all die Jahre ja wirklich eigentlich keine Kinder wollte...

Habe Angst, es irgendwann zu bereuen, dass ich mich um das Thema nicht früher gekümmert habe, immer nur Job und Selbstverwirklichung und Resen im Vordergrund stand....

Inaktiver User
27.03.2007, 14:33
Habe Angst, es irgendwann zu bereuen, dass ich mich um das Thema nicht früher gekümmert habe, immer nur Job und Selbstverwirklichung und Resen im Vordergrund stand....

Davor fürchte ich mich auch, denn mir gehts jetzt, mit 33, so wie dir damals mit 33. Kinderwunsch? Nä! Jemals Kinder? Eher nicht. Lieber nicht. Aber was ist dann später, wenn.....? Diese "Was ist wenn...." Fragen.

Zu den ungewollt Kinderlosen möchte ich nichts sagen, denn es ist sehr schwierig, zu verstehen und zu diskutieren, aufzumuntern, wenn man Außenstehende ist. Ich geb zu: bin ratlos, weiß nicht, was ich euch sagen soll, schweige zu dem Thema daher lieber.

Elch
27.03.2007, 14:46
Ich bin und bleibe ungewollt kinderlos - und unterstütze dennoch das, was einewiekeine sagt.

Ja. Es ist tragisch. Traurig. Schrecklich. Ich dachte immer, ich würde Mutter. Ich KANN auch Kinder bekommen. Aber ich kriege keine wegen der Genkrankheit (hab ich ja geschildert).

Dennoch: ich habe seit knapp 5 Jahren eine wundervolle Beziehung, die mit jedem Tag wächst und schöner wird. Wir haben letzten August geheiratet. Ich bin ansonsten gesund. Mein Mann auch. Wir haben beide einen Job, der nicht schlecht bezahlt wird. Wir haben gemeinsame Hobbies und ein schönes Leben.
Ist das nichts?

Ich wollte nie Kinder, um dem Leben einen Sinn zu geben. Ich wollte Kinder, weil ich welche wollte. Weil ich sie lieben wollte, weil ich sie gemeinsam mit meinem geliebten Mann "herstellen" wollte aus uns beiden. Weil ich Leben in der Bude wollte, wie es früher zuhause auch war. Weil ich ihnen die Welt zeigen wollte und sie gemeinsam mit meinem Mann großziehen wollte.

Jetzt werde ich keine haben. Manchmal weine ich deswegen. Andere Schwangere kann ich nicht gut um mich haben. Als ich kürzlich im Fernsehen Ana von Rosenstolz sah, die offensichtlich auch schwanger ist, sagte ich: die sollen nicht alle schwanger sein. Ich gönne es ihnen nicht.
Und mein Mann sagte: Gönns ihnen. Die sind nicht halb so gut wie du. (und mit Komplimenten, wie klasse ich sei, wirft er sonst nicht so um sich)

Ich habe ein Leben. Ein schönes! Ich hätte mir Kinder gewünscht und bin traurig, dass ich nicht Mutter sein darf. Aber ich habe eine wundervolle Beziehung, einen Mann, der mich liebt. NICHT Kinder zu bekommen hat nicht mein Leben zerstört.
Es ist schade, wenn man Kinder braucht, um damit dem Leben einen Sinn zu geben.

Und jemandem, der mit 3 Kindern ohne Partner da sitzt und sagt: schätzt doch auch mal, was ihr alles HABT, zu sagen, dass die tolle große Liebe ja noch kommen kann, ist auch ein bisschen zu leicht gemacht.

Inaktiver User
27.03.2007, 15:04
Hallo Elch,

das hat mir gutgetan - ich glaub, wir verstehen uns!!! Respekt für Deine Haltung, die sicher das Ergebnis eines langen, schweren Weges ist...

Wenn jemand mit einer Grippe sich so leidtut wie jemand mit einer Tumorerkrankung, kann ich das nicht wirklich ernst nehmen, sorry. Und einem älteren Arbeitslosen weismachen zu wollen, das klappt schon wieder mit dem Traumjob ist genau die Art von Nicht-Ernstnehmen und Leid-Aufrechnerei, die mir zuwider ist.

Unter einer ungewollten Kinderlosigkeit zu leiden ist absolut legitim. Deswegen aber sein ganzes Leben als nicht lebenswert zu betrachten ist für mich aber eine Entscheidung, die jeder für sich selber trifft. Oder nicht.

Jo68
27.03.2007, 15:12
Äh, wer betrachtet denn hier sein ganzes Leben als nicht lebenswert? Und wer behauptet denn hier, dass man Kinder braucht, um einen Sinn im Leben zu haben? Und wer sagt zynisch, ach das klappt schon noch mit Traumjob oder Traumpartner? Und wer behauptet, dass man sich mit Grippe so leid tut wie mit einem Tumor?

Könnte es sein, dass viel hereingelesen wird, das nicht hier steht????

Also noch mal ganz deutlich: Ungewollt Kinderlose bringen sich nicht um, sondern akzeptieren ihr Schicksal und führen ein glückliches, sinnerfülltes Leben - So sieht es zumindest für die absolut überwiegende Mehrheit aus. Aber bis sie soweit sind, haben sie einen langen und leidvollen Weg hinter sich. Und der lässt sich nicht mit tollen Ratschlägen à la "Es ist Eure Entscheidung" oder "sieh mal anderen geht es noch schlimmer" abkürzen.

Inaktiver User
27.03.2007, 15:14
Ich bin und bleibe ungewollt kinderlos - und unterstütze dennoch das, was einewiekeine sagt.

Ja. Es ist tragisch. Traurig. Schrecklich. Ich dachte immer, ich würde Mutter. Ich KANN auch Kinder bekommen. Aber ich kriege keine wegen der Genkrankheit (hab ich ja geschildert).

Liebe Elch - Du bist zwar ungewollt kinderlos & das ist bedauerlich.
Aber im Gegensatz zu anderen Frauen hast DU ganz persönlich aus gutem Grund eine aktive Entscheidung getroffen.

Ich könnte mir Vorstellen, dass dies bei der Verarbeitung der problematik schon einen Unterschied macht.

Inaktiver User
27.03.2007, 15:16
Könnte es sein, dass viel hereingelesen wird, das nicht hier steht????



:schild genau:
Immer. Das ist hier in der BriCom so das "Übliche". :freches grinsen:

Elch
27.03.2007, 15:16
@ Tristania
Ja, das glaube ich auch. Ich finde es eher noch härter. Ich habe mich bewusst dagegen entschieden - obwohl ich schwanger werden kann.
Etwas zu lassen, was man haben könnte, obwohl man es haben WILL, ist schwerer als es einfach gar nicht haben zu können.

Inaktiver User
27.03.2007, 15:19
@ Tristania
Ja, das glaube ich auch. Ich finde es eher noch härter. Ich habe mich bewusst dagegen entschieden - obwohl ich schwanger werden kann.
Etwas zu lassen, was man haben könnte, obwohl man es haben WILL, ist schwerer als es einfach gar nicht haben zu können.
Darüber kann man gut diskutieren. :smirksmile: Ich verstehe Deinen Gedankengang.

Ich bin eher der Typ Mensch für den Gegenpol - was ich aktiv und selbstbestimmt mit mir selbst ausgemacht habe, kann ich auch lebenslänglich als Entscheidung vertreten.
Andernfalls besteht zuviel Möglichkeit, mit dem "bösen Schicksal" zu hadern.

Jo68
27.03.2007, 15:29
Fairyprincess: Stimmt, ich war wohl zu lange Bricom-abstinent :zwinker:

Inaktiver User
27.03.2007, 15:47
Ungewollt Kinderlose bringen sich nicht um, sondern akzeptieren ihr Schicksal und führen ein glückliches, sinnerfülltes Leben - So sieht es zumindest für die absolut überwiegende Mehrheit aus. Aber bis sie soweit sind, haben sie einen langen und leidvollen Weg hinter sich. Und der lässt sich nicht mit tollen Ratschlägen à la "Es ist Eure Entscheidung" oder "sieh mal anderen geht es noch schlimmer" abkürzen.

Ich denke, so verhält es sich mit allen Lebensträumen, die sich -aus welchen Gründen auch immer - nicht realisieren lassen. Es ist immer ein langer, schmerzlicher Weg, bis man sich von seinen Träumen verabschiedet hat und dem Leben trotzdem einen Sinn geben kann.

Wirklich richtig nachfühlen können individuelles Leid, z.B. das über Kinderlosigkeit, wohl nur Menschen, denen es ähnlich geht. Und Jo, Du schriebst es weiter oben, da hilft das Aufrechnen des eigenen Leides im Vergleich zu vermeintlich schlimmeren Schicksalen wenig. Und dämliche oder noch schlimmer gut gemeinte und damit meist noch dämlichere Sprüche helfen noch weniger.

Ich habe immer etwas Probleme mit der Einstellung mancher Frauen, die der Meinung sind, sie hätten einen verbrieften Anspruch auf ein Kind. Die diesen vermeintlichen Anspruch mit einer derartigen Besessenheit und mit nahezu allen legalen und illegalen Mitteln in die Realtiät umsetzen wollen, dass ich es teilweise nicht mehr nachvollziehen kann. Aber da halte ich mich dann auch einfach zurück. Eben weil ich mir nicht anmaße, über etwas zu urteilen oder mich in etwas einzumischen, das ich in Ermangelung eigener Erfahrung schlichtweg nicht so nachfühlen kann, wie es für ein wirkliches Verstehen wohl notwendig wäre.

Gruß, Spellbound

Inaktiver User
27.03.2007, 15:52
Ich habe immer etwas Probleme mit der Einstellung mancher Frauen, die der Meinung sind, sie hätten einen verbrieften Anspruch auf ein Kind.

Es ist das einzige "Projekt", welches von der Männerwelt vergleichsweise unangefochten den Frauen zugestanden wird.
Ausserdem ist es in vielen Kulturen DAS Kriterium der Wertigkeit einer Frau.
Vielleicht kommt daher das Anspruchsdenken - was ich z.T. auch als Form von auferlegter Schuld empfinde.

Jo68
27.03.2007, 16:12
Hallo Spellbound,

ja, es gibt solche Besessenen (aber viel seltener als die Medien uns glauben machen wollen) und obwohl ich ja selbst in der Lage gewesen bin, kann ich das auch nicht mehr nachvollziehen und auch bei weitem nicht alle Wege, die dann gegangen werden gutheißen. Bei diesen Leuten wäre dann eventuell ein Verweis wie Einewiekeine ihn hier geschrieben hat sinnvoll - Aber wie gesagt, das ist eine verschwindend geringe Minderheit der Kinderwünschenden, aber die, die man in den Medien meistens sieht. (Ich erinnere mich an eine Doku über ein solches Paar, bei dem allerdings er die treibende Kraft war, sie hätte eigentlich lieber die Kinderlosigkeit akzeptiert, anstatt bis nach Südafrika zu fliegen, weil dort mehr erlaubt ist als hier).

"Ich denke, so verhält es sich mit allen Lebensträumen, die sich -aus welchen Gründen auch immer - nicht realisieren lassen. Es ist immer ein langer, schmerzlicher Weg, bis man sich von seinen Träumen verabschiedet hat und dem Leben trotzdem einen Sinn geben kann." Stimmt!

Übrigens kam inzwischen schon hier eine ganze Menge der Dinge zusammen, die einen als ungewollt Kinderlose belasten: Fragen nach dem Selbstwertgefühl, nach der eigenen Weiblichkeit, Schuldgefühle, Angst um die Partnerschaft etc. etc. Es geht eben nicht nur um das "süße Baby", es geht sehr viel tiefer, was aber kaum einem Außenstehenden bewusst ist.

Inaktiver User
27.03.2007, 16:14
Übrigens kam inzwischen schon hier eine ganze Menge der Dinge zusammen, die einen als ungewollt Kinderlose belasten: Fragen nach dem Selbstwertgefühl, nach der eigenen Weiblichkeit, Schuldgefühle, Angst um die Partnerschaft etc. etc. Es geht eben nicht nur um das "süße Baby", es geht sehr viel tiefer, was aber kaum einem Außenstehenden bewusst ist.
Hat man sich diese Fragen nicht auch als gewollt kinderlose Frau gestellt? Also ich schon............zumindest die meisten.

Elch
27.03.2007, 16:19
Übrigens kam inzwischen schon hier eine ganze Menge der Dinge zusammen, die einen als ungewollt Kinderlose belasten: Fragen nach dem Selbstwertgefühl, nach der eigenen Weiblichkeit, Schuldgefühle, Angst um die Partnerschaft etc. etc. Es geht eben nicht nur um das "süße Baby", es geht sehr viel tiefer, was aber kaum einem Außenstehenden bewusst ist.

Ich glaube, das ist wirklich allen klar, dass es nicht nur um das süße Baby geht.
Dass Kinder nicht lange klein bleiben und man sie nicht nur als Baby hat, sondern im Gegensatz das ganze Leben über, dürfte eigentlich allen bekannt sein.
Ich glaube nicht, dass das Außenstehenden nicht oder nur wenigen bekannt ist.

Ich glaube ganz einfach, dass sie Außenstehende oft nicht damit beschäftigen wollen. Trauer oder Traurigkeit ist sehr oft zu unbequem. Vor allem, wenn es den Außenstehenden ja anders geht -und sie das haben, was den anderen verwehrt ist.

Inaktiver User
27.03.2007, 16:21
Ich möchte mal ehrlich etwas loswerden: Was mich schrecklich nervt ist, dass viele Menschen glauben, Kinder kriegen sei ein absolutes MUSS. Entsprechend wird man als bewusst Kinderlose behandelt. Das ist etwas, das mir auf den Geist geht.

Jeder Mensch trifft eine Entscheidung: Diejenige, die er in einem bestimmten Moment als die Richtige zu sein glaubt. Diejenige Entscheidung, die momentan für ihn stimmt. Diejenige, die andere Menschen, auch wenn sie sie nicht verstehen, zu respektieren haben. Für oder gegen Kind(er).

Inaktiver User
27.03.2007, 16:23
Au, bin ich blöd. :nudelholz:

Das hätte ins "Du wolltest es ja so" rein sollen. :gegen die wand:

Elch
27.03.2007, 16:28
Da stimme ich dir zu.
Ehrlich gesagt, finde ich, dass die Kinderfrage gar nichts ist, wozu ich von fremden oder mir nicht sehr nahestehenden Menschen interviewt werden möchte.

Hier in der Firma wird dann in der Kantine auch schon mal gefragt: und, wie ist es bei euch? Wollt ihr Kinder?

Wenn ein einfaches Nein genügen würde, wär es zwar noch immer ein mir zu intimes Thema für Kollegengespräche, aber damit wäre es dann zumindest abgehakt.
Aber dann kommt ja, ach, warum nicht?

Und dann, wenn man tatsächlich ehrlich ist und die Story erzählt, erntet man entweder Betroffenheit. Oder man muss noch rechtfertigen, wie das denn mit Adoption ist und und und.

ODER: man sitzt in der Kantine (alles schon erlebt), am Tisch 6 Leute, davon 3 mit, 3 ohne Kinder. Und plötzlich fangen die mit Kindern an, den anderen die Vorzüge eines Familienlebens zu preisen und einem Kinder schmackhaft zu machen. Das ist nicht nur deplatziert, wenn es ungefragt passiert. Sondern auch noch total unsensibel, da es eben genug Leute gibt, die gerne welche hätten, aber keine bekommen.

Ich finde, es geht andere gar nichts an, ob ich Kinder will und wenn nein, warum nicht. Ich kommentiere auch nicht, dass andere welche haben.
Wenn ich welche kriege, dann bekommt man es schon mit.

Ich habe keinen Bock, vor jedem meine Krankengeschichte auszubreiten oder darüber zu diskutieren. Aber brüsk diese Frage zurückweisen kann eben dann auch zu einer Verstimmung führen, die ewig andauert.

Jo68
27.03.2007, 16:30
"Trauer oder Traurigkeit ist sehr oft zu unbequem."

Ja!! Das unterschreibe ich. Genau das habe ich auch oft gedacht, dabei ist es wahrscheinlich völlig egal, warum der andere traurig ist. Den meisten Leuten ist es unangenehm, sie fühlen sich mit der Situation überfordert oder sind davon genervt und ignorieren sie dann einfach.

"Hat man sich diese Fragen nicht auch als gewollt kinderlose Frau gestellt? " Keine Ahnung, mag sein. Ich weiß nur, dass die meisten, die problemlos Kinder bekommen haben oder Kinder noch planen, sich all diese Fragen nicht stellen. Sie wägen ihre Entscheidung ab und zweifeln sie eventuell immer mal wieder an, aber es kratzt weder an ihrem Selbstwertgefühl, noch an ihrer Weiblichkeit. Was ja auch völlig normal ist, nicht das das jetzt einer als Kritik versteht.

Ich habe allerdings schon den Eindruck, dass in der Öffentlichkeit, in den Medien, die ungewollte Kinderlosigkeit oft nur als der Wunsch nach einem Baby dargestellt wird. Die Leute werden ja auch oft "babyverrückt" oder so genannt. Mich hat das immer gestört, denn darum geht es einfach nicht, wenn das hier allen klar ist, umso besser!

PS: Hat sich überschnitten: Ja, ich bin auch absolut der Meinung, dass diese Fragen nach Kindern oder das penetrante "Kinderanpreisen" absolut unmöglich sind. Es ist eine sehr persönliche Angelegenheit, die man nun wirklich nicht mit Hinz und Kunz diskutieren muss!

Inaktiver User
27.03.2007, 16:43
Hier in der Firma wird dann in der Kantine auch schon mal gefragt: und, wie ist es bei euch? Wollt ihr Kinder?

:nudelholz: :gegen die wand: *rumzicke*

Gegen diese Frage(n) bin ich langsam A L L E R G I S C H!! :nudelholz: und dann dich 10000x erklären müssen, warum nicht. :nudelholz: *nerv* Sorry, aber da kann ich echt zickig werden gegenüber dem armen Fragesteller. :knatsch: Der arme Mensch kann nix für, aber wieviele Male wurde ich das schon gefragt und wieviele Male musste ich mich schon "rechtfertigen"? Weißt du, dann respektieren sie deine Meinung nicht, sondern bohren nach: Ja, warum denn nicht? Ja, aber ...... und wenn ihr.......und wollt ihr wirklich nicht......:nudelholz: Mann Mann Mann, da kann ich mich sowas von ärgern :nudelholz:


Und dann, wenn man tatsächlich ehrlich ist und die Story erzählt, erntet man entweder Betroffenheit. Oder man muss noch rechtfertigen, wie das denn mit Adoption ist und und und.


Oh Mann, nur schon wenn ich das les' ärger ich mich ob diesen Leuten! :nudelholz:



ODER: man sitzt in der Kantine (alles schon erlebt), am Tisch 6 Leute, davon 3 mit, 3 ohne Kinder. Und plötzlich fangen die mit Kindern an, den anderen die Vorzüge eines Familienlebens zu preisen und einem Kinder schmackhaft zu machen. Das ist nicht nur deplatziert, wenn es ungefragt passiert. Sondern auch noch total unsensibel, da es eben genug Leute gibt, die gerne welche hätten, aber keine bekommen.

:nudelholz:


Ich habe keinen Bock, vor jedem meine Krankengeschichte auszubreiten oder darüber zu diskutieren. Aber brüsk diese Frage zurückweisen kann eben dann auch zu einer Verstimmung führen, die ewig andauert.

Ich versuch' dann immer diplomatisch auszuweichen mit einem gekonnten (?) Themawechsel :zwinker: Oder mit einem "Na mal sehen ......" :zwinker:

Inaktiver User
27.03.2007, 16:46
Ich versuch' dann immer diplomatisch auszuweichen mit einem gekonnten (?) Themawechsel Oder mit einem "Na mal sehen ......"

Warum soll ich eigentlich als Reaktion auf solche Unverschämtheiten diplomatisch bleiben?

Je nach Stimmung schluchzend aufstehen und schweigend den Raum verlassen kann sehr wirkungsvoll sein. Sollen die Kollegen sich doch ihren Teil denken (z.B. darüber, dass ich ja eigentlich soo furchtbar gerne Kinder hätte) - ansprechen werden sie dieses Thema mir gegenüber sicher nie wieder.

Elch
27.03.2007, 16:54
Ja, ich bin in solchen Situationen zu nett. Versuche so zu reagieren, dass sich der Fragesteller nicht peinlich fühlt - stattdessen fühl ich mich scheiße...
Eigentlich müsste ich deutlich sagen: ich möchte mit dir/Ihnen über dieses sehr private Thema bestimmt nicht reden.
Kann sich doch dann jeder sein Teil denken - ob ich keine will, keine kriegen kann oder nur die Frage doof fand.

Aber in dem Moment fehlt mir dann der Mut, den anderen bloßzustellen und stehe brav Rede und Antwort...

Inaktiver User
27.03.2007, 17:03
Aber in dem Moment fehlt mir dann der Mut, den anderen bloßzustellen und stehe brav Rede und Antwort...

Du hast Dich aber unter Kontrolle........
Ich kann da nicht immer oder bei jeder Person für mich garantieren.

Elch
27.03.2007, 17:07
Du hast Dich aber unter Kontrolle........
Ich kann da nicht immer oder bei jeder Person für mich garantieren.

Finde ich in dem Fall auch besser. Ich arbeite an mir...Da ich genau in dem Alter bin, in dem man das immer gefragt wird, wird noch weiterhin so einiges kommen...
Also, ich finde es besser, NICHT so brav Rede und Antwort zu stehen. Sondern ruhig das zu sagen, was man eigentlich von solchen Fragen hält.

Elly
27.03.2007, 18:37
Als die Kinderfrage bei uns anstand , wurde uns von den Ärzten abgeraten , da es zu gefährlich sei. (Bin Diabetikerin ) Heute weiß ich , daß es Unsinn war , aber wir haben den Weißkitteln geglaubt . Vor 20 - 25 Jahren war es einfach üblich , Diabetikerinnen das Kinderkriegen auszureden . Ich kenne andere Frauen meines Alters ,die ebenfalls kinderlos geblieben sind und wir sind uns einig , daß wir aufs übelste betrogen worden sind !!Zum Glück habe ich einen Mann , der sich wirklich nichts aus Kindern macht und dem unser Zweierleben eigentlich gut paßt. Ich könnte die Frage , warum ich nicht mutiger war , heute nicht mehr beantworten . Wir haben , wie auch von anderen geschildert , ein richtig gutes Leben ,unternehmen viel , sind viel unterwegs. Wir unterstützen SOS-Kinderdörfer und haben ein Patenkind in Ghana. Aber ich kann bis heute keine schwangeren Frauen ertragen. Diese Selbstzufriedenheit , dieses Selbstbeweihräuchern - ich kann es nicht ertragen . Sie reden ja auch von nichts anderem. Donnerwetter , sie sind auserwählt ,sie sind schwanger oder haben Kinder. Sie sind etwas ganz besonderes , stehen weit über uns tauben Nüssen ! Nein , ich gehe auf Abstand und bewahre mir mein bißchen Selbstwertgefühl. Elly

Inaktiver User
27.03.2007, 19:03
Hat man sich diese Fragen nicht auch als gewollt kinderlose Frau gestellt? Also ich schon............zumindest die meisten.

Doch, ich habe mir diese und zigtausend ähnliche Fragen immer wieder gestellt. Ich hatte nie einen ernstzunehmenden Kinderwunsch und habe ihn bis heute nicht. Trotzdem und vielleicht grade deshalb habe ich mich mit all diesen Fragen sehr intensiv auseinandergesetzt.
Bin ich anormal? Bin ich überhaupt eine richtige Frau? Werde ich es später, wenn es zu spät ist, nochmal bitter bedauern? Und wenn ja, was dann? Werde ich jemals einen Partner finden, der mich trotz Kinderwunschlosigkeit liebt? Und, und, und...

Die Tatsache, keine Kinder zu haben, macht eine Frau, noch dazu eine mit festem Partner, in unserer Gesellschaft immer noch zu etwas besonderem. Sie fällt auf, weil "es für Frauen ja das normalste der Welt ist, Kinder zu kriegen". Tut sie es nicht, egal ob sie nicht kann oder nicht will, ist das für viele liebe Mitmenschen suspekt. Da wird nachgebohrt, man gibt schlaue Tipps, tröstet mit blödsinnigen Floskeln oder verleiht seinem Unverständnis gegenüber gewollter Kinderlosigkeit mehr oder weniger massiv (und manchmal extrem annmaßend und unverschämt) Ausdruck.

Das Ergebnis: sowohl die ungewollt als auch die gewollt Kinderlose kommen sich oft vor, als befänden sie sich im komplett falschen Film. Fragen sich, warum ausgerechnet sie wie Aliens behandelt werden und man sie nicht einfach in Ruhe lassen kann.

Die bewusste Entscheidung gegen ein Kind resultiert nämlich nicht aus der spontanten Erkenntnis, keine Kinder zu mögen. Sie ist viel, viel komplexer, braucht in vielen Fällen lange Jahre um wirklich spruchreif zu sein. Ebenso wie der unbedingte Kinderwunsch sich nicht auf die Sehnsucht nach einem süßen Baby auf dem Arm reduzieren lässt. Und in beiden Fällen sind das Dinge, die frau auf keinen Fall mal eben mit Kollegen am Kantinentisch oder mit flüchtigen Bekannten auf einer Party besprechen möchte.

Gruß, Spellbound

Inaktiver User
27.03.2007, 19:27
Dass Frauen und dass kinderlose Paare als etwas Besonderes betrachtet werden, liegt doch auch daran, dass sie auch etwas Besonderes sind..Ich habe keine Zahlen, aber es sind doch prozentual wenige, die keine Kinder haben..

Ich, als Frau mit Kindern, wünsche mir manchmal auch etwas . Dass ich einen Mann oder eine Frau, die ich näher kenne, die keine Kinder hat, einfach so fragen kann : "Du sag mal : warum hast Du keine Kinder ? ", so wie ich fragen kann :" Du, sag mal warum hast Du Medizin und nicht Politik studiert ? "

Aber wenn ich es tat, so spürte ich, dass sie Frage brisant war und ich sie besser nicht gestellt hätte..

auch bei anderen Fragen muss ich mit heiklen Antworten rechnen, die von : Meine Mutter starb kurz nach dem Abi an Krebs.. bis "ich war heroinsüchtig " gehen können..Ich stelle sie aber dennoch und darf das auch.. ohne als distanzlos zu gelten ?

Was mir wichtig ist : Nicht jeder der fragt, ist jemand, der den Adressaten gleich in eine bestimmte Richtung drängen will, auch nicht " sensationslüstern " sein muss, sondern einfach nur Interesse am Gegenüber hat..

Auch ist doch nicht jede Frau, die ein Kind hat, ein vor Selbstzufriedenheit berstendes Etwas, das auf Kinderlose herab sieht..auch wenn Elly das so empfindet..

Inaktiver User
27.03.2007, 20:09
Was mir wichtig ist : Nicht jeder der fragt, ist jemand, der den Adressaten gleich in eine bestimmte Richtung drängen will, auch nicht " sensationslüstern " sein muss, sondern einfach nur Interesse am Gegenüber hat..

Das ist sicherlich richtig. Nicht jeder, aber leider sehr, sehr viele Menschen fragen eben nicht aus wirklichem persönlichen Interesse heraus, sondern nehmen das Thema zum Anlass, einem wahlweise eine Moralpredigt zu halten oder versteckte Vorwürfe zu machen. Das Thema ist immer mit Emotionen verbunden und Fragen dazu sind eben nicht mit Fragen nach der Berufswahl zu vergleichen.

Ich habe es bisher nicht wirklich oft erlebt, dass ich auf meine Antwort "Nein, ich möchte keine Kinder" etwas in der Art von "Okay, das akzeptiere ich, Du wirst Deine Gründe haben" gehört hätte. Ohne wenn und aber und ohne penetrant investigatives Bohren nach dem warum. Denn genau das möchte ich nicht mit Kreti und Pleti, sprich mit Kollegen oder flüchtigen Bekannten ausdiskutieren. Genauso, wie das wahrscheinlich eine ungewollt kinderlose Frau nicht tun möchte.

Ich finde das Thema ist sehr privat und persönlich und deshalb möchte ich es, wenn überhaupt, auch nur mit Menschen besprechen, die mir wirklich nahe stehen.

Und davon mal abgesehen: Sooo außergewöhnlich sind kinderlose Frauen und Paare inzwischen auch nicht mehr. Nach einer Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung sind 26 % der über 20-jährigen Frauen in Deutschland kinderlos, bei den Männern dieser Altersgruppe sind es sogar 33%. Das sind immerhin ein gutes Viertel aller Frauen über 20. In der Gruppe der heute 45-50 jährigen Frauen sind immerhin noch 12,5 % ohne Nachwuchs. Da immer mehr Frauen kinderlos bleiben, werden auch diese Zahlen zukünftig definitv nicht sinken. Also keine wirkliche Randgruppe, sondern eine Lebensform, die genauso vorbehaltlos als normal akzeptiert werden sollte wie die Elternschaft. Wenn das irgendwann mal der Fall ist, beantworte ich auch gerne Fragen zu den Gründen meiner Kinderlosigkeit.

Gruß, Spellbound

Inaktiver User
27.03.2007, 21:36
@ Spellbond

ja, solche distanzlosen Menschen, die Du und andere hier schildern, sind ein Graus.

Aber wenn Du hier liest, dass manche Frauen, weil sie keine Kinder haben, mutmaßen, dass alle Frauen, die Kinder haben unerträglich selbstzufrieden sind, ahne ich auch, dass man noch leider weit davon entfernt ist, " normal " miteinander umgehen zu können..

Vielleicht ist das im Wesen der Menschen und ich wage es : ja vielleicht besonders von Frauen begründet, dass sie FORDERN, dass sich andere ERKLÄREN sollen . Dass es diesen sehr oft um das Verteidigen des eigenen gewählten Lebensmodels geht. egal welches das sei. Ich finde das auch äußerst nervig und verstehe die Frauen, die durch solche Forderungen, sich bezüglich einer so privaten Frage " erklären " zu sollen, mehr als angenervt sind..ja.

Juleken
28.03.2007, 03:47
Hallo Ihr,

ich hab letztes Jahr eine Tochter bekommen, dank ICSI. Ein Jahr vorher war bei meinem Mann Hodenkrebs festgestellt worden und wir dachten, die Welt geht unter und wir werden uns vom Kinderwunsch verabschieden müssen.
Ich fühl mich daher mit allen, die sich mit dem Thema auseinandersetzen (müssen) verbunden.
Ich glaube, es geht vor allem darum, dass es im Leben schwer ist, zu akzeptieren, dass man manche Dinge nicht 100% beeinflussen kann. Genau wie den Tod einen Menschen. Wenn man 30 Jahre in sich vielleicht auch nur unbewusst die feste Gewissheit hatte, man werde eines Tages Kinder haben, dann gehört richtig harte Trauerarbeit dazu, zu verarbeiten, dass dieses nicht stattfinden wird.
Ich habe in der Zeit, bevor wir uns für die ICSI entschieden haben Phasen der tiefsten Verzweiflung erlebt und eigentlich konnte ich mit niemandem darüber reden, das war das schlimmste.
Es ist und bleibt in unserer Gesellschaft ein Tabuthema.

@Zada: das mit den 30% Erfolgsquoten über drei Versuchen haben uns auch die Ärzte immer gesagt. Selbst der Arzt in meiner Praxis, hat mir gesagt, ich soll nicht hoffen, dass es beim ersten Versuch klappt. Hat es aber doch. Ich will damit nur sagen, auch 30% ist eine Wahrscheinlichkeit, die es wert ist, in Kauf zu nehmen!!

Übrigens: bei der Frage, ob meine Tochter jemals ein Geschwisterchen kriegen wird, kommt der Schmerz WIEDER hoch. Zwar nicht mehr ganz so stark, aber doch, wenn mir jetzt wieder dauernd die Leute berichten, sie sind ss mit dem zweiten oder dritten Kind, hadere ich jedesmal damit, dass das bei mir nicht ohne größere Mühen so sein wird. Es ist ein sehr schmerzhaftes Thema, eine richtige "Traueraufgabe" für das Leben, so etwas zu bewältign.

Liebe Grüße

Juleken

Inaktiver User
28.03.2007, 08:13
Doch, ich habe mir diese und zigtausend ähnliche Fragen immer wieder gestellt. Ich hatte nie einen ernstzunehmenden Kinderwunsch und habe ihn bis heute nicht. Trotzdem und vielleicht grade deshalb habe ich mich mit all diesen Fragen sehr intensiv auseinandergesetzt.
Bin ich anormal? Bin ich überhaupt eine richtige Frau? Werde ich es später, wenn es zu spät ist, nochmal bitter bedauern? Und wenn ja, was dann? Werde ich jemals einen Partner finden, der mich trotz Kinderwunschlosigkeit liebt? Und, und, und...

Die Tatsache, keine Kinder zu haben, macht eine Frau, noch dazu eine mit festem Partner, in unserer Gesellschaft immer noch zu etwas besonderem. Sie fällt auf, weil "es für Frauen ja das normalste der Welt ist, Kinder zu kriegen". Tut sie es nicht, egal ob sie nicht kann oder nicht will, ist das für viele liebe Mitmenschen suspekt. Da wird nachgebohrt, man gibt schlaue Tipps, tröstet mit blödsinnigen Floskeln oder verleiht seinem Unverständnis gegenüber gewollter Kinderlosigkeit mehr oder weniger massiv (und manchmal extrem annmaßend und unverschämt) Ausdruck.

Das Ergebnis: sowohl die ungewollt als auch die gewollt Kinderlose kommen sich oft vor, als befänden sie sich im komplett falschen Film. Fragen sich, warum ausgerechnet sie wie Aliens behandelt werden und man sie nicht einfach in Ruhe lassen kann.

Die bewusste Entscheidung gegen ein Kind resultiert nämlich nicht aus der spontanten Erkenntnis, keine Kinder zu mögen. Sie ist viel, viel komplexer, braucht in vielen Fällen lange Jahre um wirklich spruchreif zu sein. Ebenso wie der unbedingte Kinderwunsch sich nicht auf die Sehnsucht nach einem süßen Baby auf dem Arm reduzieren lässt.
Gruß, Spellbound

:wangenkuss: :blumengabe:
Ach Spellbound, bei dem Thema sprichst Du mir immer 1:1 aus der Seele.

Bei mir ist es noch komplexer und für Aussenstehende unverständlich.

Ich mag Kinder sogar (nicht alle, aber ausgesuchte Exemplare) und wenn im Freundes- oder Verwandtenkreis aus Schicksalsgründen eines zu betreuen wäre - ich würde es tun.
Mein Partner und ich sind uns einig - wenn die Eltern eines "unserer Lieblinge" nicht mehr wären, würden wir uns gerne kümmern.

Emelie01
28.03.2007, 08:23
Ich verfolge den Strang die ganze Zeit, habe aber noch nichts geschrieben, da ich nicht selbst betroffen bin, sondern meine Schwester.
Aber das hier:


Aber ich kann bis heute keine schwangeren Frauen ertragen. Diese Selbstzufriedenheit , dieses Selbstbeweihräuchern - ich kann es nicht ertragen . Sie reden ja auch von nichts anderem. Donnerwetter , sie sind auserwählt ,sie sind schwanger oder haben Kinder. Sie sind etwas ganz besonderes , stehen weit über uns tauben Nüssen ! Elly


ist - bei allem Verständnis - wirklich harter Tobak!
Wie kommst Du dazu, alle Schwangeren und alle Mütter derart über einen Kamm zu scheren?
Ich habe noch nie eine Schwangere erlebt, die sich selbst beweihräuchert, warum auch, dieser Zustand ist doch was ganz Normales.
Auch in meinen Schwangerschaften hatte ich niemals nicht das Gefühl, ich sei "was Besonderes oder "auserwählt", was für ein Blödsinn!!! Was ist "Besonderes" an einer schwangeren Frau?

Und ich bin in meinem ganzen Leben noch nicht auf die Idee gekommen, kinderlose Frauen als taube Nüsse zu bezeichnen.
Ich möchte Dich wirklich bitten, solche Unterstellungen und Verallgemeinerungen zu unterlassen!

LG
Emelie

Inaktiver User
28.03.2007, 09:20
Warum soll ich eigentlich als Reaktion auf solche Unverschämtheiten diplomatisch bleiben?

Je nach Stimmung schluchzend aufstehen und schweigend den Raum verlassen kann sehr wirkungsvoll sein. Sollen die Kollegen sich doch ihren Teil denken (z.B. darüber, dass ich ja eigentlich soo furchtbar gerne Kinder hätte) - ansprechen werden sie dieses Thema mir gegenüber sicher nie wieder.

:freches grinsen: Warum nicht? :freches grinsen:

Ab und an ists mir auch passiert, dass ich auf die Palme bin und dann so reagierte: "Es ist nun mal einfach so, ich habs nicht nötig, mich für meine Entscheidungen zu rechtfertigen". :nudelholz:


Das ist sicherlich richtig. Nicht jeder, aber leider sehr, sehr viele Menschen fragen eben nicht aus wirklichem persönlichen Interesse heraus, sondern nehmen das Thema zum Anlass, einem wahlweise eine Moralpredigt zu halten oder versteckte Vorwürfe zu machen. Das Thema ist immer mit Emotionen verbunden und Fragen dazu sind eben nicht mit Fragen nach der Berufswahl zu vergleichen.

Jaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaa! Wie wahr, ach, wie wahr *seufz* Eltern, welche die Einstellung hegen, Kinder seien DAS GRÖÖÖßTE und überhaupt....Kinder seien der Sinn des Lebens, und DAS Lebensziel überhaupt.


Lebensform, die genauso vorbehaltlos als normal akzeptiert werden sollte wie die Elternschaft. Wenn das irgendwann mal der Fall ist, beantworte ich auch gerne Fragen zu den Gründen meiner Kinderlosigkeit.

Ich unterschreibe hundertmal! Klasse formuliert, klasse Einstellung.

:schild genau: :allesok:


Und ich bin in meinem ganzen Leben noch nicht auf die Idee gekommen, kinderlose Frauen als taube Nüsse zu bezeichnen.

Taube Nuss? Ja, bin gerne eine "taube Nuss", sogar ganz freiwillig.

Möchte noch den bewusst kinderlosen Frauen hier für ihre Postings danken, leider fühle ich mich von diesen Leuten, welche die ganze Zeit bohren, ja warum denn keine Kinder? und man MUSS doch Kinder haben? ein wenig verunsichert.

Toll zu lesen, wie ihr damit umgeht und toll zu lesen, dass man keine Angst zu haben braucht vor dieser Entscheidung.

Danke :blumengabe:

Elly
28.03.2007, 09:34
Ich wollte mir eine Antwort ja eigentlich verkneifen , aber ich denke , daß ich gerade in diesem Forum auf Verständnis stoße. Ich habe über den entlarvenden Beitrag von Emilie sehr gelacht. Sie bestätigt 100 % meinen Beitrag. Wie schön für sie , daß schwanger sein und Kinderkriegen für sie zum natürlichsten auf der Welt gehört . Das ist genau so eben nicht ist ,genau darüber reden wir ja hier . Ich muß die offenen und subtilen Anfeindungen hier doch nicht ausführen , oder ? Die kennt doch jede von uns zur genüge . LG Elly

Inaktiver User
28.03.2007, 10:05
Schwanger sein und Kinder kriegen ist ganz natürlich. Ebenso natürlich ist es, sich für einen anderen Lebensweg, ein anderes Lebensziel zu entscheiden. :smile:

Inaktiver User
28.03.2007, 10:29
Möchte noch den bewusst kinderlosen Frauen hier für ihre Postings danken, leider fühle ich mich von diesen Leuten, welche die ganze Zeit bohren, ja warum denn keine Kinder? und man MUSS doch Kinder haben? ein wenig verunsichert.

Toll zu lesen, wie ihr damit umgeht und toll zu lesen, dass man keine Angst zu haben braucht vor dieser Entscheidung.

Danke :blumengabe:

Die Verunsicherung ist glaube ich ganz normal, wenn frau sich mit so einer fundamentalen Lebensfrage auseinandersetzt. Ich bin jetzt 40 und es hat wirklich lange Zeit gebraucht, bis ich mir wirklich endgültig klar darüber war, dass ich keine Kinder möchte. Es war auch eine Art Abschiedsprozess, in dem ich versucht habe, so sorgfältig, ehrlich und genau wie nur möglich herauszufinden, was ICH wirklich will.

Ich kenne keine gewollt kinderlose Frau, die ehrlichen Herzens zu 100% sagen kann, dass sie definitv niemals nie wollte. Auch ich habe über die Jahre immer mal wieder die Idee durchgespielt, wie es denn wohl wäre, doch noch Mutter zu sein.

Das Ergebnis: ich habe mich in dieser Rolle nie wirklich gesehen, es kam mir immer eher wie ein Gastspiel in einem zwar schönen, aber für mich dennoch falschen Film vor. Habe auch oft gedacht, dass das (nämlich das Kinderkriegen), was doch offensichtlich alle als das schönste der Welt ansehen, doch nicht ausgerechnet für mich so falsch sein kann. Aber ein Kind in die Welt zu setzen, nur weil es die sozial erwünschte Einstellung ist, die frau zu haben hat? Nein, letztlich hätten ich und vor allem das Kind mit den Konsequenzen leben müssen und nicht irgendwelche Schlauschwätzer, die der Meinung sind, eine Frau ohne Kinderwunsch sei anormal.


Bersonders haben mich in diesem Zusammenhang immer Kommentare á la: "Na, wenn es (das Kind) dann erstmal da ist, dann sind doch alle Zweifel wie weggeblasen" auf die Palme gebracht. Das mag ja sein, aber was, wenn nicht? Ich kenne mich doch wohl selbst am besten, weiß, wie ich ticke und reagiere. Das Risiko hätte ich nie eingehen wollen.

Gruß, Spellbound

Inaktiver User
28.03.2007, 10:55
Das Ergebnis: ich habe mich in dieser Rolle nie wirklich gesehen, es kam mir immer eher wie ein Gastspiel in einem zwar schönen, aber für mich dennoch falschen Film vor. Habe auch oft gedacht, dass das (nämlich das Kinderkriegen), was doch offensichtlich alle als das schönste der Welt ansehen, doch nicht ausgerechnet für mich so falsch sein kann. Aber ein Kind in die Welt zu setzen, nur weil es die sozial erwünschte Einstellung ist, die frau zu haben hat? Nein, letztlich hätten ich und vor allem das Kind mit den Konsequenzen leben müssen und nicht irgendwelche Schlauschwätzer, die der Meinung sind, eine Frau ohne Kinderwunsch sei anormal.


Du sprichst mir aus dem Herzen. Mir gehts genauso!!!! :ooooh: Nur im Gegensatz zur dir hat mir bisher der Mut gefehlt, zu mir selbst zu sagen: Nein, lass mir von diesen Schwätzern nicht reinreden!! Wenn ich auf mein Herz höre und mich frage: Was will ICH? Wo sehe ich mich in 10 Jahren? Dann sehe ich eine 43jährige fairyprincess in ihrem Traumjob, mit genug Zeit für ihre Hobbies, Freunden. Dann sehe ich klar: Nein, keine Kinder. Ich sehe mich einfach nicht als Mutti, so gehts mir übrigens schon seit 11 Jahren. Ich war 22, als ich eine Weiterbildung begann und die Karriere mein Lebensziel war. Mit der Karriere wurde es nix :zwinker: darüber bin ich auch nicht traurig, aber es gibt viele tolle Jobs und ich hab mich für eine tolle Alternative zur Karriere entschieden. :smile: Etwas wackelig und unsicher, aber wenn alles gut geht (daran arbeit' ich) sollte es gut klappen mit dem Einkommen und der finanziellen Unabhängigkeit und dem allerwichtigsten Aspekt: Freiheit!



Bersonders haben mich in diesem Zusammenhang immer Kommentare á la: "Na, wenn es (das Kind) dann erstmal da ist, dann sind doch alle Zweifel wie weggeblasen" auf die Palme gebracht.

Das würde mich auch nerven. Aber Platz eins meiner "Hitliste" der Nervensägen ist immer noch folgendes:

Jemand: "Möchtet ihr Kinder?"
Ich: "Nein, wir möchten keine Kinder"
Jemand: "Ja waruuuuuuuuuum denn niiiiiiiiiiiiiiiicht?" :ooooh: Der "Jemand schaut mich dann gaaaaaaaaanz entsetzt an, als käme ich von nem andern Planeten" :ooooh: Oder auch im Sinne von "Gehts dir eigentlich noch? Was ist an dir falsch? Was stimmt nicht mit dir?"

Ich (ruhig): "Ich habe berufliche Gründe"

Jemand:" Aber du kannst ja zu Hause bleiben, dein Mann verdient doch gutes Geld"

In mir siehst dann schon so:

:nudelholz: :nudelholz: :nudelholz: :nudelholz: :gegen die wand:

aus

Ich (trotzdem ruhig): "Nun, weißt du, ich hab so ne lange Ausbildung hinter mir, hab nen Traumjob...bla bla usw."

Jemand: "Und wer wird dich beerdigen?" "Du wirst einsam sein ohne Kinder"

Langsam koche ich vor Wut.

Ich (trotzdem ruhig): "Na mal sehn'...." und abrupter Themawechsel.

Dann fühle ich mich verunsichert: Was, wenn ich eine alte, einsame Frau sein werde? Werde ich das sein, wenn ich keine Kinder haben werde? Werde ich unglücklich, geldgierig, einsam und frustriert sein? Werde ich das?

Dann kommen die Zweifel und die Wut.

Ich frage mich selbst: "Kinder, aus Angst vor Einsamkeit? Nein." Ich krieg Angst vor der Einsamkeit.

Aber ganz ehrlich: Will ich Mutti werden? Nein. Eigentlich definitiv nicht.

Kinder weil mir mein (jetztiger) Job nicht gefällt? *ironie* Na klaaaar. *ironie aus*

Kinder haben weil ich den Job an den Nagel hängen will? - Das kann ich auch so, ohne Kinder, hab ich getan. Ohne Kinder. Kinder sind kein Mittel, um den lästigen Job loszuwerden, mein Mittel ist ne Kündigung und ne Umschulung und n neuer Job, auf den ich mich sehr freue.

Inaktiver User
28.03.2007, 11:30
Ich kenne keine gewollt kinderlose Frau, die ehrlichen Herzens zu 100% sagen kann, dass sie definitv niemals nie wollte. Auch ich habe über die Jahre immer mal wieder die Idee durchgespielt, wie es denn wohl wäre, doch noch Mutter zu sein.

Bis Mitte 20 waren Kinder (ich "wollte" übrigens männliche Zwillinge: Tim/Tom) für mich so etwas wie ein fiktiver/theoretischer Baustein des Lebensplans.
Dabei habe ich völlig neben meiner Seele gedacht, die vor/während/nach jedem Sex trotz perfekter Verhütung schrie: Hoffentlich bin ich nicht schwanger geworden.

Inaktiver User
28.03.2007, 11:32
Bersonders haben mich in diesem Zusammenhang immer Kommentare á la: "Na, wenn es (das Kind) dann erstmal da ist, dann sind doch alle Zweifel wie weggeblasen" auf die Palme gebracht. Das mag ja sein, aber was, wenn nicht? Ich kenne mich doch wohl selbst am besten, weiß, wie ich ticke und reagiere. Das Risiko hätte ich nie eingehen wollen.

Exakt mein Gedanke!
Hinzu kommt:
Was ist, wenn mein Kind blöd und/oder ätzend ist?
Oder ich es nicht leiden kann?

.....so so etwas gibt es sehr wohl und das nicht so selten.

Inaktiver User
28.03.2007, 11:37
Oder was ist, wenn mein Kind ein totaler Versager wird?

Juleken
28.03.2007, 11:49
Hallo Ihr,

ich hab im Bekanntenkreis auch ein paar Leute, die schlichtweg keine Kinder wollen. Was ich, wo ich das langersehnte nun habe, durchaus auch verstehen kann :freches grinsen: Es hat durchaus seine Vorteile, ein Leben ohne Kinder.

Aber der Ausgang von Chocolat war ja schon ein anderer, naemlich der unerfuellte Kinderwunsch, den sie selbst ja fuer die, die den Kinderwunsch eben haben, als Schicksal bezeichnet.

Ich finde daher, dass Ihr ein bisschen vom Thema abschweift, auch wenn ich alles nachvollziehbar finde...:blumengabe:

Gruss

J.

Inaktiver User
28.03.2007, 11:50
Hallo Ihr,

ich hab im Bekanntenkreis auch ein paar Leute, die schlichtweg keine Kinder wollen. Was ich, wo ich das langersehnte nun habe, durchaus auch verstehen kann :freches grinsen: Es hat durchaus seine Vorteile, ein Leben ohne Kinder.

Aber der Ausgang von Chocolat war ja schon ein anderer, naemlich der unerfuellte Kinderwunsch, den sie selbst ja fuer die, die den Kinderwunsch eben haben, als Schicksal bezeichnet.

Ich finde daher, dass Ihr ein bisschen vom Thema abschweift, auch wenn ich alles nachvollziehbar finde...:blumengabe:

Gruss

J.

Okay. :blumengabe:

Inaktiver User
28.03.2007, 11:58
Ich finde daher, dass Ihr ein bisschen vom Thema abschweift, auch wenn ich alles nachvollziehbar finde...

Richtig, wir sind vom Kernthema abgeschweift.

Wichtig ist aber bei der Trauerarbeit um das nicht-gehabte Kind zu definieren, was genau das Projekt Kind/Familie bedeutet hätte und was die Alternativen, anderen Optionen sind.

Ich denke schon, dass Frauen mit bewusster Entscheidung gegen ein Kind dazu Anhaltspunkte geben können.
Meist (mal mit Ausnahme von Elch) wurden diese Entscheidungen auf Basis pragmatischer un-emotionaler Gesichtspunkte gewählt, die eine emotional belastete und traurige Frau im ersten Moment so nicht sieht.

Inaktiver User
28.03.2007, 12:04
Richtig, wir sind vom Kernthema abgeschweift.

Wichtig ist aber bei der Trauerarbeit um das nicht-gehabte Kind zu definieren, was genau das Projekt Kind/Familie bedeutet hätte und was die Alternativen, anderen Optionen sind.

Ich denke schon, dass Frauen mit bewusster Entscheidung gegen ein Kind dazu Anhaltspunkte geben können.
Meist (mal mit Ausnahme von Elch) wurden diese Entscheidungen auf Basis pragmatischer un-emotionaler Gesichtspunkte gewählt, die eine emotional belastete und traurige Frau im ersten Moment so nicht sieht.

HIER: http://www.brigitte.de/foren/showthread.html?t=55082


Geht's weiter. :blumengabe:

Juleken
28.03.2007, 12:05
.... und Tristania, wenn ich mich an meine Traurigkeit zurueckerinner leider auch nicht sehen kann. Ich denke, das ist der springende Punkt: ich haette mich sooo gerne der "anderen Liga" - nicht boese gemeint als Ueberbegriff, fuer die, die sich bewusst gegen Kinder entscheiden und das auch geniessen! - angeschlossen, aber es ging nicht, undenkbar. Fuer mich war der Gedanke, kein Kind zu kriegen einfach wie ein Alptraum.

Ueeeebrigens, interessante Frage, warum ich das so in mir verwurzelt habe, denn wie gesagt, die ersten Monate nach der Geburt waren, so toll ich meine Tochter finde, eine Umstellung, die mich mit einer dermassenen Wucht getroffen hat, wie ich es vorher nicht erwartet haette. Leise leise hat da manchmal eine Stimme gesagt in mir " ich kann durchaus nachvollziehen, wenn jemand sich bewusst gegen Kinder entscheidet". Aber curioserweise haette ich das vor der Geburt im Leben nicht sagen oder als Alternative in Erwaegung ziehen koennen.

J.

Inaktiver User
28.03.2007, 12:55
Fuer mich war der Gedanke, kein Kind zu kriegen einfach wie ein Alptraum.

Ich verstehe das auch ein Stück weit.
Zum Glück hast Du ja jetzt Deine Prinzessin.

Emelie01
28.03.2007, 13:42
Ich wollte mir eine Antwort ja eigentlich verkneifen , aber ich denke , daß ich gerade in diesem Forum auf Verständnis stoße. Ich habe über den entlarvenden Beitrag von Emilie sehr gelacht. Sie bestätigt 100 % meinen Beitrag. Wie schön für sie , daß schwanger sein und Kinderkriegen für sie zum natürlichsten auf der Welt gehört . Das ist genau so eben nicht ist ,genau darüber reden wir ja hier . Ich muß die offenen und subtilen Anfeindungen hier doch nicht ausführen , oder ? Die kennt doch jede von uns zur genüge . LG Elly

NEIN, ich bestätige Deinen unverschämten Beitrag eben NICHT!
Du wirfst alle Schwangeren und Mütter in einen Topf und verurteilst sie als sich selbstbeweihräuchernde, selbstgerechte Muttertiere, die ausschließlich über ihre Kinder reden können und sich wie die Auserwählten vorkommen.
Sorry, aber solchen Humbug kann ich nicht stehen lassen. Ich komme mir doch nicht "auserwählt" vor, weil ich Kinder habe so wie Millionen Menschen auch.
Wie gesagt, es tut mir leid für Dich, das gibt Dir aber längst nicht das Recht, andere derart zu verurteilen.

LG
Emelie

BRIGITTE Community-Team
28.03.2007, 15:08
Liebe UserInnen,

bitte kehren Sie wieder zum Ursprungsthema zurück und klären persönliche, unterschiedliche Sichtweisen per PN.

Freundliche Grüße
das Brigitte.de-Team

Emelie01
28.03.2007, 15:33
Danke, liebes Team.
Eine Entschuldigung zu Ellys Angriffen hätte mich zwar gefreut, aber gut.

Versuchen wir es wieder mit dem Thema.

LG
Emelie

Elly
29.03.2007, 09:45
Ein wichtiger Aspekt scheint mir zu sein : wie macht man Trauerarbeit ? Wie geht man damit um , wenn man vom "natürlichsten der Welt " ausgeschlossen wird ? Wenn die gesamte Lebensplanung zusammenbricht ? Wer hat Erfahrung damit ? Wer hat es geschafft ? Gibt es Literatur zu diesem Thema ? Offenbar muß man es im stillen Kämmerlein tun. Gefühle zu benennen und zu äußern hat - wieder mal gelernt - nur schlimme Folgen. Also : wie ? LG Elly

Jo68
29.03.2007, 14:34
Hallo Elly,

schau mal hier: http://www.wunschkinder.net/forum/list/6 Da gibts zwei Foren allein zum Thema Abschied vom Kinderwunsch, das müsste eigentlich das Richtige für Dich sein.

Außerdem gibt's auch ein Buch mit demselben Titel von Iris Enchelmaier. Ich habe es nicht gelesen, aber bei amazon hat es gute Kritiken, das wäre vielleicht auch was.

Und die Kinderwunschsprechstunde der Uniklinik Heidelberg hat sehr viel über den unerfüllten Kinderwunsch und dessen Auswirkung auf die Psyche gearbeitet. Ich weiß allerdings nicht, ob die Bücher von z.Bsp. Tewes Wischmann auch für den endgültigen Abschied vom Kinderwunsch taugen oder nur als Begleitung während einer Kiwu-Behandlung.

Liebe Grüße

Jo

dino
29.03.2007, 15:01
Hallo zusammen,
ich bin Dino, 28 Jahre und mit einem 20 jahre älteren Mann seit
2 1/2 Jahren zusammen. Aus vorangegangener Ehe hat er 2 Kinder. Danach hat er sich sterilisieren lassen.

Also haben wir/bzw er im letzten Jahr die Sterilisation rückgängig machen lassen für viel Geld.
Die letzte Spermaprobe beim Urologe vor 14 Tagen hat ergeben, dass die Qualität immer noch zu schlecht ist. Und es kann auch keiner sagen ob das jemals was wird.
Für mich ist eine Welt zusammen gebrochen. Keine eigenen Kinder?
Ich weiss nicht recht wie ich damit umgehen soll.

Ich habe zwar gewusst dass es so kommen kann, aber irgendwie schiebt man diesen Gedanken weit weg.

Einige im Bekanntenkreis planen nun Nachwuchs oder sind schon schwanger. Ich beneide diese Frauen und bin dann auf der anderen Seite natürlich sehr traurig.
Diese Trauer wird irgendwie nie öffentlich ausgelebt. Wird geheim gehalten und man muss tun als wäre nichts. Eigentlich ist mir danach es jedem zu sagen.
Macht man sowas nicht? Wenn ja, warum nicht?

Vielleicht ist da draußen jemand der mich aufmuntern kann :wie?:
liebe grüße, Dino

Maria72
30.03.2007, 08:14
Guten Morgen, Ihr Lieben,
ich habe jetzt nur quergelesen, aber ich erinnere mich an eine Diabetikerin, die hier gepostet hat.
Ihr möchte ich Mut machen! Meine Cousine hat auch Diabetes, auch ihr wurde abgeraten Kinder zu bekommen. Sie hat sich allerdings über den Rat der Ärzte hinweggesetzt, und 3 gesunde Kinder bekommen!!:blume: :Sonne:

Man muss den Ärzten nicht blind vertrauen, Diabetes ist kein Grund, auf Kinder zu verzichten.

Also, nur Mut und lass Dich nicht verunsichern!

viel Glück wünscht
Maria

afra3000
30.03.2007, 08:44
Guten Morgen, Ihr Lieben,
ich habe jetzt nur quergelesen, aber ich erinnere mich an eine Diabetikerin, die hier gepostet hat.
Ihr möchte ich Mut machen!


Oh Mann, Maria, das war offensichtlich gut gemeint, aber du bist mitten ins Fettnapf gesprungen. Wenn ich Elly richtig verstanden habe, weiß sie inzwischen nur zu gut, dass der Rat damals falsch war. Nur besteht wohl jetzt nicht mehr die Möglichkeit, schwanger zu werden.


Entschuldigung, Elly, dass ich mich hier zu deiner Sprecherin mache, hoffentlich hab ich's wenigstens richtig gemacht.

Lesen hilft immer, Maria.

:osterhase:

Maria72
30.03.2007, 09:14
Also - ich weiß nicht... sie schreibt ja nichts über ihr Alter?
Dachte, etwas Mut machen kann nicht schaden. Warum nicht alles versuchen?

LG
Maria

chocolat35
30.03.2007, 09:59
Das Buch heißt "Abschied vom Kinderwunsch" und ist wirklich gut für all diejenigen, die Probleme haben, sich davon zu lösen.
Es beschreibt viele Dinge, die man selbst fühlt oder gefühlt hat und nicht in Worte fassen kann bzw anderen nicht richtig begreiflich machen kann.
Es ist gespickt mit vielen Erfahrungen von Betroffenen.

Ich habe es auch gelesen. Und wenn ich mal einen schlechten Tag habe, hole ich das Buch vor. Das hilft.

Übrigens, letzte Woche habe ich eine ehemalige Nachbarin getroffen, die gerade entbunden hat. Ich wusste, dass mir das bevorsteht. Aber es hat das erste Mal nicht wehgetan. Und ich konnte wirklich ganz frei und von ganzem Herzen gratulieren, ohne schlechte oder traurige Gefühle dabei zu haben.
Das war für mich ein ganz tolles Erlebnis und zeigt, dass die Zeit doch alle Wunden heilt.

Ich wünsche Euch ein schönes Wochenende
Chocolat

Elly
30.03.2007, 16:55
Hallo Afra und Maria ! Danke für Eure Beiträge ! Ich weiß , daß Diabetikerinnen heute Kinder bekommen (dürfen ?). Aber ich bin definitiv zu alt . Man kann nur die nachwachsenden Frauen bestärken , sich nicht reinreden zu lassen .Und lesen werde ich auf alle Fälle , Titel sind schon notiert. Danke ,LG Elly

Inaktiver User
18.07.2007, 15:57
Aber ich kann bis heute keine schwangeren Frauen ertragen. Diese Selbstzufriedenheit , dieses Selbstbeweihräuchern - ich kann es nicht ertragen . Sie reden ja auch von nichts anderem. Donnerwetter , sie sind auserwählt ,sie sind schwanger oder haben Kinder. Sie sind etwas ganz besonderes , stehen weit über uns tauben Nüssen ! Nein , ich gehe auf Abstand und bewahre mir mein bißchen Selbstwertgefühl. Elly

Sorry, dass ich dieses alte, aber höchst interessante Thema ausgrabe. Eigentlich hat jede Frau gute Argumente. Dieses hier - dass Schwangere nur von sich reden - hat mich ein wenig zum Schmunzeln gebracht.
Weil es bei mir genau andersrum war; ich war schon mal schwanger u. bin es jetzt wieder; wie beim ersten mal beschweren sich alle Angehörigen u. Freunde, dass ich nicht mehr drüber rede u. ich so kurz angebunden bin - was dieses Thema betrifft.

Ich hab auch das - die Leute informieren, dass ich wieder schwanger bin - so lange wie möglich rausgezögert; vor allem meinem Vater gegenüber. Ich finde das ziemlich intim u. es interessiert mich nicht, das mit der ganzen Welt zu teilen.
Als meine Mutter während der Wehen im Krankenhaus auftauchte war ich richtig sauer auf sie; das ist mein Privatbereich.

Nur nach der Geburt, da ist man - aber auch hormonell bedingt - so glücklich; ich glaube, da kann man sich wirklich nicht zusammenreissen, dass man - zumindest wars bei mir dann plötzlich so - jedem alles erzählen möchte.

Dass es Frauen gibt, die keine Kinder wollen find ich total in Ordnung u. in so vieler Hinsicht haben sie recht; obwoh ich mich trotzdem auf jeden Fall wieder dafür entscheiden würde -- und ich bin wirklich überhaupt kein "Muttertier"; viel Zeit mit meiner Kleinen zu verbringen u. mich mit ihr zu beschäftigen rennt bei mir nicht "wie von selbst"; ich muss mich da mächtig anstrengen u. mich immer wieder ermahnen doch mehr auf sie einzugehen. Aber lieben tu ich sie trotzdem unglaublich!!! Die ganze Mühe ist es trotz allem wert --- aber es gibt tausend Momente, wo ich Kinderlose beneide!!!
Auch jetzt bin ich nicht so redselig; aber es ist oft so, dass ich - wenn ich neue Leute treffe - nicht so richtig weiss, worüber ich sprechen soll. Da ist das Thema Kinder dann so leicht verfügbar. Aber ich liebe es auch, mit kinderlosen, Berufstätigen zu sprechen; das bringt mich wieder in eine ganz andere, aufregende Welt die ich schon auch vermisse. (=weil Elly schrieb, Schwangere u. Eltern können nur über Kinder reden; ich verstehe aber auch total, dass sie das so empfindet - vor allem, wenn bei ihr trotz allem ein latener KiWu vorhanden war/ist.
Ich beneide auch alle Dünnen - die scheinbar essen können, was sie wollen und es kommt mir dann leicht so vor, als fühlten sie sich erhaben. Man neigt dazu, hier was reinzuinterpretieren. (=selektive Wahrnehmung)

afra3000
18.07.2007, 19:38
Ich gratuliere, Schloss, zu deiner Verschwiegenheit und deinen zwei Schwangerschaften.

Aber hast du eigentlich wirklich verstanden, worum es in diesem Strang geht, die ganze Tragweite?

Du hast jetzt gerade rein gar nichts zum Thema beigetragen. Für deine Selbstdarstellung hättest du dir auch einen anderen Thread suchen können.

Da muss ich doch jetzt wirklich mal mit dem Kopf schütteln.

Hier ist doch so viel Platz ...

Inaktiver User
18.07.2007, 20:46
@afra...
sorry, wenn Dir mein Beitrag nicht gefallen hat. Stimmt, auf das gesamte Thema habe ich mich eigentlich auch nur nebensächlich bezogen sondern hauptsächlich auf Elly`s Aussage. Ich fühlte mich davon eben angesprochen weil ich grade immer den anderen Vorwurf hörte. (="Du redest so wenig drüber").

Mit unerfülltem Kinderwunsch habe ich mich schon beschäftigt; ich habe auf beide SS lange warten müssen; das erste mal 3,5 Jahre. Abschied vom KiWu musste ich aber noch nie nehmen, das stimmt. Meine Sandkastenfreundin wartet auch schon jahrelang u. machte schon IVF-Versuche.
Sie überlegt auch schon, ob sie es nicht einfach sein lassen soll u. es sich "nicht mehr wünschen" soll.

Elfe100
19.07.2007, 10:10
Abschied vom Kinderwunsch.....

...das bin ich.
Jahrelang wollte ich ein Kind, mein Mann aber nicht, das hat die Beziehung unglaublich belastet und mich sehr unglücklich gemacht.
Zu meinem 34. Geburtstag endlich hat mein Man zugestimmt und wir haben aufgehört zu verhüten. Unter einer Bedingung die mein Mann gestellt hat, die ich aber auch so wollte: Wir machen keine Künstliche Befruchtung oder so was.
Nun nehme ich seit 2.5 Jahr die Pille nicht mehr und die ersten 1,5 Jahre waren die Hölle ! Ich war zeitweise sogar bei einer Psychologin um besser klar zu kommen.
Es will einfach nicht klappen. Ich habe eine Hormonstörung und letztes Jahr auch noch eine OP wegen Verdacht auf Gebärmutterhalskrebs.
Als all das überstanden war, dachte ich na ja, vielleicht geht es jetzt. Hormonstörung durch Tabletten im Griff, OP gut überstanden, aber Pustekuchen. Irgendwas ganz tief in mir sagt, das wird nichts mehr und ich mach mir keine/bis wenig Hoffnungen.
Die Vorstellung in KIWU Behandlung usw. zu gehen ist mir ein Graus und werde ich auch nie machen, mal abgesehen, das mein Mann nicht mitzieht. Es ist mir auch egal ob es letztlich an ihm liegt oder an mir. Der fakt ist: Es klappt nicht. Alles versucht, was auf natürlichem Wege geht. ES bestimmen etc. etc. etc.
Es gab eine Zeit da konnte ich keine Schwangeren, keine Babys nichts ansehen ohne mich schlecht zu fühlen. Als wäre ich nicht vollständig. Noch schlimmer war es, als ich wollte, aber mein Mann nicht, ich fühlte mich ständig, als müsste ich mich gegenüber allen rechtfertigen und verschweigen das ich ein Kind will.
Gegenüber dem Mann der genervt war und allen anderen, die meinten ich soll mich doch dann trennen.......
Ich bin wirklich durch die Hölle gegangen und alle die das betrifft, wissen was ich meine.

Nun finde ich mich langsam damit ab, sehe auch die Vorteile die es hat keine Kinder zu haben. Frage mich, ob ich mit meinen fast 37 Jahren noch bereit wäre solche Einschränkungen in Kauf zu nehmen, wie z.B. meine beste Freundin die jetzt ein Kind bekommen hat.
Es gibt Momente da denke ich, es ist gut so wie es ist. Aber es ist immer noch so, das ich mich minderwertig fühle, weil ich kein Kind habe. Die Eltern, alle hätten es sich so sehr gewünscht. Alle meinen sich ein Urteil erlauben zu können, was man in so einer Situation als Einzelperson und als Paar tun sollte. Zum Kotzen !!!
Ich meide dieses Thema z.B. bei meinen Eltern, weil sie total unsensibel sind und immer alles über das "Babyleben" meiner Freundin wissen wollen, ohne darüber nachzudenken, das mir das weh tut.
Es ist und bleibt schwer. Ich fühle mich nicht dazugehörend, alle leben ein Leben, das für mich eben nicht aktuell ist. Ich wende mich natürlich auch von diesen Themen ab um mich nicht ständig damit konfrontieren zu müssen. Ich will nicht ständig über Windeln, zahnen etc. reden.
Das entfremdet mich sehr vielen Menschen, die natürlich berechtigterweise Ihre Elternschaft geniessen wollen und ganz anderen Beschränkungen unterliegen als ich.
Wir haben mehr Zeit, sind Unabhängig können unseren "erwachsenen" Interessen nachgehen, Urlaub spontan machen und wann und wohin wir wollen. Es ist eine andere Welt in der Familien leben. Ich habe mich mal sehr nach dieser Welt gesehnt und tue es vielleicht noch. Wie soll man damit jemals klar kommen ? Es bleibt eine schwärende nässende Wunde, die bei jeder Gelegenheit wieder anfangen kann zu eitern und den ganzen Menschen vergiftet.
Da hilft nur individuelle Heilbehandlung und was das ist, kann jeder nur für sich selber ermessen.
Dafür gibt es keine Lösung, aber ich lebe damit. Mal gut, mal schlecht. elfe

afra3000
19.07.2007, 10:24
Hi Elfe,

das ist echt eine Sch ...

Aber mir ist neulich zum ersten Mal bewusst geworden, wie langweilig ich es finde, mit Kindern zu spielen. War bei Freunden zu Besuch, die Tochter ist total aufgeweckt, 4 oder 5 Jahre alt, aber ich war nach einer halben Stunde so gelangweilt vom Spielen. Ich denke, das könnte ein echter Vorteil daran sein, nicht Eltern zu werden. Jetzt versteh ich, warum mein Bruder mit seinem Sohn ständig draußen ist. Das macht einfach mehr Spaß.

Na, aber ich bin auch noch durcheinander. Ist das schon der Abschied oder nicht? Mit 37 (bin ich auch), ist ein Wunder ja noch nicht ausgeschlossen.

Viele Grüße
Afra

Inaktiver User
19.07.2007, 10:28
@elfe
es tut mir wirklich aufrichtig leid für Dich, dass Dein KiWu bisher nicht erfüllt wurde, ich bewundere Dich auch dafür, dass Du eben trotz allem versuchst, "Weitblick" zu behalten und eben auch die Vorteile von Kinderlosigkeit betrachtest.
Meine Perspektive ist derzeit eine ganz andere; mein eines Kind ist noch klein u. mein anderes unterwegs und es gibt wirklich viele viele Momente wo ich jeden, der draussen auf der Strasse vorbeigeht u. kein Kind dabei hat, beneide. Das ist nicht blos tröstendes Gequatsche, es ist die Wahrheit.
Einfach frei sein, aufstehen u. bei der Tür rausgehen können (=ohne schweren Kinderwagen); spontan shoppen; zum Frisör; schwimmen; nach New-York fliegen........ all diese Freiheiten sind mir früher als Kinderlose NICHT BEWUSST gewesen. Was ich alleine arrangieren muss, um einen Arztbesuch absolvieren zu können...

(=trotzdem würde ich meine Kinder natürlich nicht mehr hergeben)

Eine sehr gute Freundin ist auch mitten drin; sie hatte Endometreose u. schon IVF-Versuche; aber ich habe irgendwie fix das Gefühl, dass es bei ihr klappen wird.

Und dann gibt es da noch ein Paar im Bekanntenkreis da ist sie 37-einhalb und er 36 und die legen jetzt erst so richtig los (=obwohl da auch schon einmal IVF war), hier habe ich neulich erfahren, dass er auch ziemlich drunter leidet. Bisher nahm ich eher an, es wäre ein Anliegen von ihr, er ist eher so ein stiller.

Ja, ich glaube sofort, dass ungewollte Kinderlosigkeit echt wahnsinnig belastend sein muss.

Elfe100
19.07.2007, 10:34
Hi Elfe,

das ist echt eine Sch ...

Aber mir ist neulich zum ersten Mal bewusst geworden, wie langweilig ich es finde, mit Kindern zu spielen. War bei Freunden zu Besuch, die Tochter ist total aufgeweckt, 4 oder 5 Jahre alt, aber ich war nach einer halben Stunde so gelangweilt vom Spielen. Ich denke, das könnte ein echter Vorteil daran sein, nicht Eltern zu werden. Jetzt versteh ich, warum mein Bruder mit seinem Sohn ständig draußen ist. Das macht einfach mehr Spaß.

Na, aber ich bin auch noch durcheinander. Ist das schon der Abschied oder nicht? Mit 37 (bin ich auch), ist ein Wunder ja noch nicht ausgeschlossen.

Viele Grüße
Afra

So geht es mir auch oft. Dann frage ich mich: Muss ich jetzt ein schlechtes GEwissen haben, das ich nicht mehr so leide ? Das ich auch Gedanken habe wie: boah, bin ich froh das das nicht mein Kind ist oder das spielen mit dem Kind ist mir langweilig........oder sollte ich mich darüber freuen.

Ich versuche es zu nehmen wie es kommt und freue mich darüber, das die schlimmsten Zeiten als ich noch Hoffnung hatte, vorbei sind. Die Dramatik des Schmerzes hat sich doch sehr abgemildert, jetzt ist es nur noch so eine dumpfe kleine Depression, manchmal.
Das Gefühl der Unzulänglichkeit und der REchtfertigung bleibt.

Kürzlich unterhielt ich mich mit einem Bekannten. Seine Frau und er sind Anfang 40 Nach x-Fehlgeburten haben sie eine 3jährige gesunde Tochter, aber haben vor 3 Wochen ihren Sohn im 5. Schwangerschaftmonat zur Welt bringen müssen, weil nicht überlebensfähig. Da ist mir wirklich rausgerutscht, da kann ich mich ja glücklich schätzen, das es bei uns garnicht klappt. Wer will denn sowas erleben, um Gottes willen ?! elfe

Elfe100
19.07.2007, 10:39
@schloss: Oh ja, und wie ich Dich verstehe. Würde ich morgen schwanger würde ich genau darüber nachdenken und mich von meinem "anderen Leben" langsam verabschieden müssen.
Ich glaube, je älter man wird, desto schwerer wird das.
Ich bin mir nicht ganz sicher, aber würde ich alles nochmal von vorne machen und wäre so 17-18 Jahre alt, würde ich vieles anders machen. Vielleicht früh Kinder bekommen, wenn es geht und wenn nicht dann die Karriere auch anders angehen. Ich dachte immer ich werde Kinder haben und habe mich danach eingerichtet. Medizin studieren mit Anfang 20 ?! Neee, dann bin ich ja schon 30 wenn im Berufsleben richtig losgeht, dann habe ich doch Kinder. Hätte ich das alles vorher gewusst.......ich hätte mich 100%ig für das Studium entschieden.
Aber hätte wäre wenn, isthier nicht das Thema. Es ist unsere große Aufgabe im Leben mit dem klar zu kommen, was gegeben ist oder wofür sich jeder im Laufe entscheidet. Jeder nimmt mal eine falsch Abzweigung, aber vielleicht ist das gerade das Abenteuer Leben, das man eben nicht immer weiß wo der Weg hinführt. Manchmal ist es auch der richtige und man weiß es nicht. elfe

Vivi23
19.07.2007, 15:05
@all

Es ist wirklich erstaunlich, daß ich diesen Fred erst jetzt entdeckt habe. Es sind einige sehr tröstliche Beiträge dabei, die mir Hoffnung machen, daß ein Abschied tatsächlich möglich ist.

Elfe hat es sehr treffend ausgedrückt, mir geht es bei fast allem genauso. Allerdings bin ich meist noch in der Verzweiflungsphase. Entferne mich von meinen Freundinnen mit (junger) Familie. Kann die schwangere Glückseligkeit nicht ertragen - nicht aus Mißgunst, freue mich ehrlich für die anderen. Es ist ein echter körperlicher Schmerz.

Es ist nicht schön zu lesen, daß es anderen ähnlich geht - aber ein wenig tröstlich, weil dieses Gefühl der vollständigen Ausgeschlossenheit gemindert wird. Und klar, die Heilung ist individuell. Trotzdem freue ich mich über jede, die ihren Weg mitteilt, wie sie damit umgeht.

Und ich fand die Beiträge der absichtlich Kinderlosen ebenfalls hilfreich. Gerade wenn eine Frau diese Entscheidung ohne diese emotionale Belastung treffen kann, gibt es Gedankenansätze, die zur Überwindung dieses Schmerzes beitragen können.

Insofern ersteinmal Danke an alle.
vivi

Elfe100
19.07.2007, 17:09
@vivi: Ich kenne das. Ich fühle mich auch heute noch manchmal so, als würde mir jemand den Hals zudrücken und mich ersticken. Ich bekomme Panik und denke: Du musst was tun, Du kannst das doch nicht einfach hinnehmen.......
Doch man kann......weil man muss. Alles lässt sicher steuern, planen, regeln. Das eben nicht.

Ich denke dann aber auch manchmal so: Wäre mein Kinderwunsch übermächtig gewesen hätte ich
a) frühzeitig meinen jetzigen Mann verlassen und garnicht erst geheiratet
b) mich mit Kindern auf anderem Weg beschäftig z.b. beruflich (Pädagoge, Erzieher, Lehrer, therapeut, Tagesmutter)
c) ein Kind adoptiert

Habe ich alles nicht gemacht und ich habe immer schon auch nicht nur positive Gedanken zum Thema Mutter sein gehabt. Vielleicht kriege ich es deswegen einigermassen auf die Reihe.
Vielleicht habe ich das große Glück, das ich nicht nur einen Lebensentwurf leben kann, als den der Familie ?
Mir hat sehr geholfen, gedanklich irgendwann loszulassen. Irgendwann habe ich alles eingestellt: Keine Temperatur messen mehr, keine Folsäure mehr nehmen, keinen Persona nach fruchtbaren Tagen beäugen und dann punktgenau Sex haben, keine diagnostischen Mittel mehr abwägen etc.
Ich habe irgendwann akzeptiert, das es nicht in meiner Hand liegt und mich konzentriert auf die Dinge die mir gut tun:
Ich mache Sport, bastel an meiner Karriere, kaufe Klamotten, geniesse die Ehe mit meinem Mann. Habe jeder Freiheit und Freizeit der Welt, bin wirklich unbelastet.
Nein, ich habe kein zauberhaftes Wesen mit kleinen Speckfüßen um mich, das mich engelsgleich mit Kulleraugen anschaut und sagt: Mama ich habe Dich ganz doll lieb. Ich werde nie Babyprodukte kaufen, außer für mich selbst. Ich werde mit meinem Kind nicht gemeinsam im Arm irgendwo einschlafen.Ich werde meinen Mann nicht als Vater erleben und stolz dafür auf ihn sein. Ich werde nie sehen, wie hübsch mein Kind sein wird. Ich kann meinem Kind nicht die Welt erklären und ihm meine Werte mitgeben. All das und 1000 Sachen mehr werde ich nicht haben. Was ich stattdessen habe, wiegt es vermutlich nicht mal ansatzweise auf, aber ich will es mir auch nicht so genau ausrechnen.
Was ich aber auch weiß ist, all die 1001 Sachen die ätzend negativ am Kinder haben sind, die erlebe ich auch nicht:
weniger selbstbestimmtheit, in der ferienzeit in urlaub müssen, Kinderkrankheiten, Angst in vielerlei hinsicht, wenig zeit für sich für den Partner, pubertierende die mich ankeifen, Schule! in jeder Ausprägung. Genervte Kinder, Ansprüche von Großeltern etc.etc.
ich könnte noch 100 SAchen finden, von denen ich froh bin, das sie mir erspart bleiben, ihr wisst sicher was ich meine.

Wacker, wacker immer weiter, wir alle die betroffen sind werden nicht untergehen. elfe

spoookie
19.07.2007, 18:12
Ich kann euren Schmerz sehr gut verstehen.

Ich denke, mit Mitte 40 ist die Situation wieder anders. Dann ist das Thema durch. Jetzt hängt man noch so einem Zwischenstadium, und keiner weiß, was passiert.

Irgendwer sagte mir mal, dass das schon seinen Sinn hat, so wie es heute ist. Soll heißen: Wenn ich wirklich gewollt hätte, wäre da ein Baby, oder zwei, oder drei ??

*grübel*

Elfe100
20.07.2007, 09:31
@Spookie: Und weißt du was toll sein wird mit Mitte Vierzig ??
Die vielen Elternpaare die früh in den Zwanzigern Kinder bekommen haben, sind erlbenishungrig und interessiert, weil ihre Kinder jetzt aus dem Haus sind und sie wieder ein Paar-Leben führen könne.
Während diejenigen die jetzt mit Mitte/Ende dreissig Kinder bekommen mitten in Kindergarten/Grundschule etc. etc. stecken.
Wir werden die unausstehlichen Wechseljahre ohne weitere "Belastungen" überwinden können, ohne noch auf Kinder Rücksicht nehmen zu müssen.
So kann man es ja auch sehen.
Jetzt gibt es noch ein paar harte Jahre zu überstehen, aber dann....gehören wir wieder dazu :-)

lg elfe

Vivi23
20.07.2007, 12:24
Ich denke dann aber auch manchmal so: Wäre mein Kinderwunsch übermächtig gewesen hätte ich
a) frühzeitig meinen jetzigen Mann verlassen und garnicht erst geheiratet
b) mich mit Kindern auf anderem Weg beschäftig z.b. beruflich (Pädagoge, Erzieher, Lehrer, therapeut, Tagesmutter)
c) ein Kind adoptiert



Nun, mir war immer klar, daß ich eine späte junge Mutter sein würde - Ü 30. Sah mich damit völlig übereinstimmend mit meinem langjährigen Partner. Seitdem für mich aber seit einiger Zeit das "später" ein "jetzt" und es an die konkrete Umsetzung geht, sperrt er sich, eiert herum - kein klares Nein, aber auch kein Ja, wechselnde (meist offensichtlich vorgeschobene) Ausreden für weiteres Abwarten bis hin zu "ich wollte ja noch nie Kinder".

Hätte er zu Anfang der Beziehung erkennen lassen, daß er kein Kind will, wären wir nicht mehr zusammen.

Jetzt, mit nahezu 39, stellt sich die Situation anders dar. Es belastet die Beziehung unendlich, ich bin nach wie vor auch nicht sicher, ob sie das übersteht. Aber inzwischen hat wenigstens mein Kopf verstanden, daß seine Eierei vor allem mit eigenen Ängsten zu tun hat und daß es nicht eine Ablehnung meiner Person ist.

Eine Trennung zum jetzigen Zeitpunkt brächte mich der Erfüllung des Kinderwunsches - oder besser des Familienwunsches - nicht näher. Die Wahrscheinlichkeit, jetzt noch jemanden zu treffen, der mit mir eine Familie gründen wollte, ist recht gering. Nicht, daß es ausgeschlossen wäre, aber es ist doch eine ganz andere Situation als mit Mitte 20. Das sollte man sich keinen Illusionen hingeben.

Die Variante Samenbank habe ich für mich ausgeschlossen, nach gründlicher Prüfung.

vivi

Elfe100
20.07.2007, 13:04
Nun, mir war immer klar, daß ich eine späte junge Mutter sein würde - Ü 30. Sah mich damit völlig übereinstimmend mit meinem langjährigen Partner. Seitdem für mich aber seit einiger Zeit das "später" ein "jetzt" und es an die konkrete Umsetzung geht, sperrt er sich, eiert herum - kein klares Nein, aber auch kein Ja, wechselnde (meist offensichtlich vorgeschobene) Ausreden für weiteres Abwarten bis hin zu "ich wollte ja noch nie Kinder".

Hätte er zu Anfang der Beziehung erkennen lassen, daß er kein Kind will, wären wir nicht mehr zusammen.

Jetzt, mit nahezu 39, stellt sich die Situation anders dar. Es belastet die Beziehung unendlich, ich bin nach wie vor auch nicht sicher, ob sie das übersteht. Aber inzwischen hat wenigstens mein Kopf verstanden, daß seine Eierei vor allem mit eigenen Ängsten zu tun hat und daß es nicht eine Ablehnung meiner Person ist.

Eine Trennung zum jetzigen Zeitpunkt brächte mich der Erfüllung des Kinderwunsches - oder besser des Familienwunsches - nicht näher. Die Wahrscheinlichkeit, jetzt noch jemanden zu treffen, der mit mir eine Familie gründen wollte, ist recht gering. Nicht, daß es ausgeschlossen wäre, aber es ist doch eine ganz andere Situation als mit Mitte 20. Das sollte man sich keinen Illusionen hingeben.

Die Variante Samenbank habe ich für mich ausgeschlossen, nach gründlicher Prüfung.

vivi

Vivi, mein Mann hat auch nie deutlich Ja oder Nein gesagt, sondern nur: Ich weiß es nicht. Nicht jetzt. Vielleicht garnicht.
Ich habe ihn nach 7 Jahren Beziehung geheiratet, weil er mir wichtiger war als Kinder. Ich habe mich ganz bewusst dafür entschieden, auch auf die Gefahr hin das er sich NIE für Kinder entscheidet.
Da er mich liebt und gesehen hat wie sehr ich leide und wie wichtig mir die Kinder wären, hat er dann irgendwann 6 Jahre nach der Hochzeit sein Einverständnis gegeben. Da war ich aber schon 34 Jahre alt......und wusste nicht, das es bei uns eben nicht klappt, selbst wenn wir es wollen.
Da hätte ich mir eine unglaubliche Menge Leid in den letzen 10 jahren ersparen können, wenn ich das alles vorher gewusst hätte.
Vieles weiß man vorher nicht und man versucht in derm Moment so zu entscheiden wie es einem richtig erscheint.

Ich kann Dich absolut verstehen. Das es mit 39 Jahren nicht so selbverständlich ist das es überhaupt klappt, selbst wenn beide "gesund" sind brauch ich Dir nicht sagen. Einen Partner zu finden der eine so lange Beziehung ersetzen kann und auch noch ein Kind will, schwierig. Und wenn Du deinen Partner liebst, stellt sich die Frage wahrscheinlich eh nicht.

Schade, ich leide wirklich mit Dir . Was kann man da nur tröstendes sagen ? Eigentlich nicht viel. Bin gerade ganz gedrückt, weil ich mich an die Zeit erinnere wo es mir genauso ging wie Dir.
Einziger Hoffnungschimmer: Es wird irgendwann besser ! Das Leben hält auch ohne Kind noch was für Dich bereit. elfe

Vivi23
20.07.2007, 13:34
Danke elfe!

Ein größer werdender Teil in mir sieht ja schon ganz optimistisch in die Zukunft.

Ohjefisch
18.08.2007, 13:23
Ich kann euren Schmerz sehr gut verstehen.

Ich denke, mit Mitte 40 ist die Situation wieder anders. Dann ist das Thema durch. Jetzt hängt man noch so einem Zwischenstadium, und keiner weiß, was passiert.

*grübel*

Ich hab's grad in einer anderen Diskussion hier geschrieben: mit Mitte 40 (bin 47) ist das Thema leider noch nicht durch. Nicht vom Wunsch her. Vielleicht nach den Wechseljahren? Ganz von selbst?

Ich finde für mich auf gedanklichem Wege keine Lösung.

Gruß,

Monika

Elfe100
27.08.2007, 20:24
@ohjefish: WEnn Du gedanklich allein nicht weiter kommst, hol Dir Hilfe.
Ich bin ein paar Mal zu einer Therapeutin gegangen, weil ich einfach nicht mehr klar kam und sich mein Gedanken nur noch im Kreis drehten. Versuche Dir eine Brücke zu bauen und klar zu werden wo das Problem wirklich liegt.
Dabei kann ein Gespräch mit einer Psychologin oder Therapeutin Wunder wirken. Von allein löst sich das nicht in Wohlgefallen auf, das glaube ich nicht. elfe

Inaktiver User
28.08.2007, 21:24
Hallo vivi, ich möchte dir nur kurz von mir erzählen, ohne deine ganze Geschichte zu kennen.
Ich war lange Jahre mit einem Mann zusammen, der definitiv keine Kinder wollte. Habe genau wie du (da war ich 38) gedacht: Eine Trennung zum jetzigen Zeitpunkt brächte mich der Erfüllung des Kinderwunsches - oder besser des Familienwunsches - nicht näher. Die Wahrscheinlichkeit, jetzt noch jemanden zu treffen, der mit mir eine Familie gründen wollte, ist recht gering. Nicht, daß es ausgeschlossen wäre, aber es ist doch eine ganz andere Situation als mit Mitte 20. Das sollte man sich keinen Illusionen hingeben
Mit fast 41 habe ich ihn dann doch verlassen, die Liebe ist irgendwann einfach gestorben (es war eine grosse Liebe), auch aus dem Grund, dass er sich weigerte.
Ich bin nach der Trennung richtig aufgelebt, habe natürlich auch getrauert, aber 1/2 Jahr später meinen jetzigen Mann getroffen. Nach 3 Monaten war uns klar, dass wir zusammenbleiben wollen, und wir haben angefangen mit dem "üben". Leider ohne Happy-End, jedenfalls nicht mit Baby.
Trotzdem habe ich diesen Schritt niemals bereut!!
Ich bin glücklicher als vorher, obwohl ich nicht schwanger geworden bin, was für mich auch lange sehr schwierig war.

Ja, das wars von mir, alles Liebe für dich

Ohjefisch
01.09.2007, 20:07
@ohjefish: WEnn Du gedanklich allein nicht weiter kommst, hol Dir Hilfe.
Ich bin ein paar Mal zu einer Therapeutin gegangen, weil ich einfach nicht mehr klar kam und sich mein Gedanken nur noch im Kreis drehten. Versuche Dir eine Brücke zu bauen und klar zu werden wo das Problem wirklich liegt.
Dabei kann ein Gespräch mit einer Psychologin oder Therapeutin Wunder wirken. Von allein löst sich das nicht in Wohlgefallen auf, das glaube ich nicht. elfe

Danke für Deine Einschätzung, Elfe. Nur mache ich leider schon seit längerem eine Therapie, die mir in dem Punkt aber nicht wirklich hilft. Ein kleines bisschen schon, aber das war weniger Effekt der Therapie: meine Therapeutin ist gleich nach Scheidung und Neuheirat ungewollt schwanger geworden mit 45, sie meinte, es hätte gar nicht sein können, irgendwie ein Wunder ... Seltsamerweise war ich nicht neidisch, sondern habe ein bisschen 'Schicksalsergebenheit' entwickelt, so in dem Sinne, wenn es sein soll, dann passiert es, und wenn nicht, dann hat das auch seinen Sinn.

Aber dadurch geht der Wunsch nach eigener Familie dann doch nicht weg.

Gruß,

Monika

chocolat35
09.09.2007, 19:31
Hallo Ihr Lieben,

nach langer enthaltsamer Zeit in diesem Strang möchte ich Euch erzählen, wie es mir bisher ergangen ist als kinderlose (Wieder)Singlefrau.

Nach der Trennung von meinem Mann habe ich mich bewusst für eine Mietwohnung in einem Mehrgenerationenhaus entschieden, in dem innerhalb von 4 Wochen 4 Kinder geboren wurden. Einmal Drillinge (man gönnt sich ja sonst nichts...) und einmal ein Nachzügler.

Einmal wurde ich gefragt, ob ich die Neuankömmlinge nicht im Krankenhaus besuchen wolle. Darauf habe ich nur geantwortet, dass ich auf Entbindungsstationen allergisch reagiere. Warum und wieso, dazu habe ich nichs weiter gesagt und auf später verschoben. Ich habe es aber bis heute nicht aufgeklärt und alle denken, ich sei gewollt kinderlos. Anfangs dachte ich immer, es ist besser, wenn alle über mein Schicksal Bescheid wissen. Aber das sehe ich jetzt ganz anders!
Es ist viel angenehmer, nicht ständig mit Mitleidsblicken bedacht zu werden. Dadurch habe ich nicht das Gefühl krank oder nicht funktionsfähig zu sein. Es wird in meiner Gegenwart über alle Themen gesprochen, ohne jedes Wort vorher abzuwägen. Es herrscht kein betretenes Schweigen, wenn vieles, worüber frische Eltern halt sprechen, in meiner Gegenwart nicht angesprochen wird.

Wenn wir Samstags zusammen am Frühstückstisch sitzen, ist es ganz normal, dass das Baby am Tisch gestillt wird. Mir macht es erstaunlicherweise nichts aus, im Gegenteil. Ich genieße es, von den Drillingen auch mal eines auf dem Bauch liegen zu haben, weil die Eltern gerade die Hände mit den anderen zweien voll haben.
Und wenn ich an einem Sonnentag auf meiner Terrasse sitze und oben immer eines der Drillinge am brüllen ist, setze ich mein MP3-Player auf und denke mir, dass Kinderlosigkeit auch ein paar Vorteile hat.

Aber eines konnte ich nicht. Als die Kinder nach der Geburt aus dem Krankenhaus nach Hause kamen und von den Nachbarn begrüßt wurden. Da bin ich spazieren gefahren, weil ich wußte, dass ich das nicht aushalten würde.

Letzte Woche fragte mich der Drillingsvater, ob ich über einen Zeitraum von 6 Wochen einmal pro Woche für 4 Stunden als bezahlte Haushaltshilfe auf die Drillinge aufpassen wolle. Nach einer Nacht drüber schlafen habe ich mich dafür entschieden. Ich denke, es wird mir gut tun.

Und ich habe mir fest vorgenommen: Wenn ich das nächste mal gefragt werde, weshalb ich denn keine Kinder habe, werde ich antworten, weshalb ich mich als kinderlose Frau ständig dafür rechtfertigen muss, keine Kinder zu haben!

Wenn ich die Zeit zurückdrehen könnte und wieder vor der Entscheidung stünde, IVF oder Adoption. Ich würde mich auf jeden Fall für die Adoption entscheiden.

In diesem Sinne wünsche ich Euch alles Gute
liebe Grüße
Chocolat:blumengabe:

afra3000
10.09.2007, 14:28
Hallo Chocolat, danke für den Bericht. Ich hab ihn mit Interesse gelesen. Hört sich alles sehr gut an!

:allesok:

anderswo
10.09.2007, 15:14
hallo chocolat,
ich danke dir für deinen beitrag, insbesondere dein eingangsposting und den "zwischen- bzw. abschluß"-bericht. mich selbst hat dieser selbstvernichtende und leider das gesamte leben ausfüllende und erstickende kinderwunsch in dieses forum "getrieben"...

aber gerade deinen beitrag habe ich nie lesen wollen, da mich schon die bezeichnung "abschied vom kinderwunsch" irritiert oder besser noch verzweifelter gemacht hat. abschiednehmen wollte ich einfach noch nicht....

dann hat gerade dieser strang lange geruht, jetzt ist er wieder aufgetaucht, mir heute umso mehr ins auge gesprungen, da ich denke, mich inzwischen in der abschiedsphase zu befinden.

dein beitrag hat mir gezeigt, daß ich nicht so wahnsinnig bin, wie ich dachte, daß abschiednehmen nicht das falsche wort ist, daß abschiednehmen wichtig und notwendig ist, um wieder die kurve zu bekommen oder wie du so treffend geschrieben hast "um sich ein neues lebenshaus zu bauen".

und dein letzter bericht macht mir wieder mut, das lebenshaus zu betreten oder zu bauen...

dafür möchte ich dir danken!

...anderswo, vielleicht schon auf dem weg zum architekten!

chocolat35
10.09.2007, 16:43
aber gerade deinen beitrag habe ich nie lesen wollen, da mich schon die bezeichnung "abschied vom kinderwunsch" irritiert oder besser noch verzweifelter gemacht hat. abschiednehmen wollte ich einfach noch nicht....


So ist es mir auch ergangen. Ich wollte auch einfach nicht an diesen Punkt kommen, weil es so endgültig scheint. Als ich von dem Buch "Abschied vom Kinderwunsch" gelesen hatte, habe ich auch erst einen Moment gezögert. Will ich das wirklich?
Aber es ist einfach besser, um sich für andere Dinge im Leben frei zu machen und sich nicht selbst zu blockieren. Ich stand an einer Weggabelung und habe mich für eine andere Richtung entschieden.
Und auf diesem Weg sind mir schon so viele neue Eindrücke begegnet, für die ich vorher gar keinen Sinn gehabt hätte.
Und das ist einfach wunderbar. :lachen:

Liebe Grüße
Chocolat

Inaktiver User
10.09.2007, 20:18
dein beitrag hat mir gezeigt, daß ich nicht so wahnsinnig bin, wie ich dachte, daß abschiednehmen nicht das falsche wort ist, daß abschiednehmen wichtig und notwendig ist, um wieder die kurve zu bekommen oder wie du so treffend geschrieben hast "um sich ein neues lebenshaus zu bauen".



Hallo anderswo,

du/ihr habt recht. Abschiednehmen vom Kinderwunsch ist ein langwieriger Prozess mit Höhen und Tiefen, der schon mal gerne Jahre dauert.
Aber das Wichtigste ist doch, das man (langsam) voran kommt und erste "Erfolge" feiern kann, so wie Chocolat.
Ich selber stecke auch in der Phase und merke, dass Loslassen befreien kann und wieder Platz schafft, Glück in anderen Bereichen zu erkennen, zuzulassen und zu empfinden.
Darf ich fragen, warum du dich "verabschiedest"?

LG
Lisa38

anderswo
11.09.2007, 09:44
@chocolat35
danke für die erneuten tränen in meinen augen! es sind spontane tränen, weniger der trauer, mehr der hoffnung.

als ich beim querlesen deines strangs über den buchtitel gestolperte, war ich gleich mutig und habe mir das buch bestellt. mal sehen, ob ich es dann ebenso schnell aufschlage und lese... so wie ich mich kenne, wird das eher unwahrscheinlich sein.

"meine" weggabelung (mit scheinbar ganz vielen möglichkeiten) hat mich verrückte dinge machen lassen, die andere verletzt haben. ich mußte erst mal aufwachen, begreifen, daß dieser kinderwunsch auch viel zerstören kann, nicht nur in mir. ganz langsam merke ich, wie sprachlos und stumm, taub, blind und gefühllos, ungerecht und egostisch und damit entsetzlich einsam mich mein eigenes elend gemacht hat. aber, sorry, ich schweife ab!

ich kann nur hoffen, daß ich jetzt an einer geordneteren weggabelung angekommen bin und den richtigen weg einschlagen werde. dein beispiel hat mir auf jeden fall - hoffentlich nicht nur für den moment - mut gemacht, auch wenn ich betroffen festgestellt habe, daß deine ehe nach all dem doch zerbrochen ist...


@lisa38
leider bin ich noch nicht wirklich zu der erkenntnis gelangt, daß abschiednehmen und loslassen befreien kann. ich weiß, daß ich abschiednehmen muß, um wieder zu mir und auch in meine ehe zu finden, aber mir persönlich fehlt etwas greifbares, was ich weggeben kann. verstehst du? abschiednehmen oder loslassen nur im geiste erscheint gerade so.... wie soll ich sagen.... zu einfach? denn was ich jetzt loslasse, gedanklich, kann ich jederzeit wieder zurückholen... wenn ich etwas tatsächlich greifbares loslassen könnte, dann wäre es weg...

nunja, kann mich gerade nicht so ausdrücken, wie ich das gerne würde...

zu deiner frage, warum ich mich verabschiede: meine erste reaktion beim lesen war "na, warum wohl?!" (nicht böse gemeint)

aber mein zweiter gedanke hat mich aufgeklärt... beim lesen des strangs ist mir - bei all der tabuisierung des themas - aufgefallen, daß das abschiednehmen am ende ganz vieler unterschiedlicher "ausgangsgeschichten" steht und sich auch meine geschichte deutlich von der geschichte chocolats unterscheidet. dazu möchte ich aber nicht viel schreiben, denn zum einen ist dies hier chocolats strang (und wenn ich das an dieser stelle mal loswerden darf: ich lese hier seit ca. einem halben jahr eifrig mit; selbst geschrieben habe ich aber nie, weil ich feststellen mußte, daß sich fast jeder strang von der ausgangsgeschichte oder von der ausgangsfrage loslöst und zum strang anderer wird... das finde ich gegenüber den "eröffnern" nicht wirklich fair) und zum anderen im ergebnis unter dem titel "abschied vom kinderwunsch" alles gesagt ist, was mich hierhin geführt hat.

aber so viel zu mir: ich nehme abschied, weil ich weiß, daß ich andernfalls meine ehe erneut aufs spiel setze. wir werden ein weiteres jahr in dem zustand der letzten drei jahre nicht verkraften. in unserem fall wäre medizinisch betrachtet vielleicht noch was zu machen, wenn ich das mal so platt ausdrücken darf... aber WIR werden es nicht schaffen.
dies auszuführen wäre jetzt aber für sich genommen wieder ein eigenes thema, daher möchte ich es zunächst mal dabei belassen.

ich habe jedoch "erfreut" (positiver gemeint, als die "" es vermuten lassen) festgestellt, daß das abschiednehmen tatsächlich ein thema ist, nicht nur meins... in meinem familien-, freundes- und bekanntenkreis bin ich tatsächlich alleine, also "betroffene".

die hier schon viel zitierten sprüche und ratschläge habe ich auch alle zu hören bekommen.
die um mich herum gezeugten und zur welt gebrachten kinder habe ich auch nicht ertragen können.
der zugang zu meinem patenkind (jetzt 14 monate) hat mich viel überwindung gekostet (und kostet jetzt, da er täglich neues lernt, wieder überwindung.... aber was kann der kleine wurm dafür, daß die patentante traurig ist....).
die begründungen anderer, weshalb man sich auch bewußt gegen ein kind entscheiden kann, habe ich mir auch anhören müssen.
die - sorry, aber das muß jetzt genauso raus - verdammte kacke mit "dann adoptiert doch!" habe ich stumm ertragen.
aufgrund einer bei einer freundin durchgeführten abtreibung habe ich diese freundin verloren... weil ich ihr nicht beigestanden habe... nunja, ich bekomme schon wieder nicht die kurve!

ich habe durch chocolats strang festgestellt, ES IST ein thema. danke!


an euch beide: ich hoffe, chocolat, dein weg bleibt so spannend und aufregend, neue sichtweisen eröffnend, hoffnungsvoll.
und dir, lisa, grandios, daß du das wort "GLÜCK" benutzen kannst, hut ab und gratulation! du scheinst auf dem richtigen weg zu sein... danke auch für dieses hoffnungsvolle beispiel!

anderswo

anderswo
11.09.2007, 09:45
sorry, habe jetzt erst gesehen, wie lang mein "gebabbel" geworden ist.... bin ja noch so ein neuling in diesen dingen....

chocolat35
11.09.2007, 13:50
"meine" weggabelung (mit scheinbar ganz vielen möglichkeiten) hat mich verrückte dinge machen lassen, die andere verletzt haben. ich mußte erst mal aufwachen, begreifen, daß dieser kinderwunsch auch viel zerstören kann, nicht nur in mir. ganz langsam merke ich, wie sprachlos und stumm, taub, blind und gefühllos, ungerecht und egostisch und damit entsetzlich einsam mich mein eigenes elend gemacht hat. aber, sorry, ich schweife ab!


Liebe Anderswo,

genau das ist auch mit mir passiert. Ich bin zu einem Eisklotz erstarrt. Und habe keinen mehr an mich rangelassen aus Selbstschutz. Mein Ex war leider nicht in der Lage mir beizustehen, weil ihm dafür einfach das Feingefühl gefehlt hat. Statt dessen hatte er nichts besseres zu tun, als bei dem ersten gemütlichen Abend mit den neuen Nachbarn zu erzählen, dass ich (!) keine Kinder bekommen kann. Da geht mir heute noch gelinde gesagt der Hut hoch :grmpf: , wenn ich nur daran denke.

Irgendwann habe ich selbst gemerkt, dass ich mit ihm darüber einfach nicht sprechen kann und habe ein Gesprächstherapie gemacht, die mir wirklich nur gut getan hat.

Das meine Ehe den Bach runter ist, hat aber nicht nur damit zu tun. Es hat bei uns Vieles nicht mehr gestimmt. Ich habe mich sehr viel weiter entwickelt und er ist nicht mitgekommen. Und irgendwann schweigt man sich nur noch an und ist sich fremd. Das war für mich der Punkt, mein Leben aus allen Perspektiven zu betrachten und zu schauen, was ich für Erwartungen und Wünsche habe. Und ich kann nicht darauf warten, das mich ein Prinz wachküsst und mich glücklich macht. Dafür bin ich selbst veranwortlich. Hierzu gehört eigenen Interessen nachgehen (Gospel-Chor, viel Sport, Sprachenschule) und ganz wichtig, Freundschaften pflegen (mit und ohne Kinder).

Mittlerweile spielt in meinem Leben auch ein Mann wieder eine Rolle. Und gestern erst haben wir darüber gesprochen, dass das Thema Sex für mich auch lange ein Problem war. Ich hatte kein Spass mehr daran, weil ich es immer mit "Kinder zeugen" in Verbindung gebracht habe.
Und nun macht es mir wieder mehr Spass als je zuvor und dafür bin ich ihm sehr dankbar!

Liebe anderswo, ich wünsche Dir für Deinen Weg ganz viel Glück, Selbstvertrauen und lasse andere an Dich heran. Es ist einfach nur schön, wieder zu erfahren, dass das eigene Ich auch liebenswert ist ohne Mutter zu sein. Dies erfährt man nur, wenn man sich nach aussen wieder öffnen kann.

Liebe Grüße
chocolat:blumengabe:

chocolat35
11.09.2007, 15:06
dazu möchte ich aber nicht viel schreiben, denn zum einen ist dies hier chocolats strang (und wenn ich das an dieser stelle mal loswerden darf: ich lese hier seit ca. einem halben jahr eifrig mit; selbst geschrieben habe ich aber nie, weil ich feststellen mußte, daß sich fast jeder strang von der ausgangsgeschichte oder von der ausgangsfrage loslöst und zum strang anderer wird... das finde ich gegenüber den "eröffnern" nicht wirklich fair)

Genau deshalb habe ich mich auch für längere Zeit nicht aktiv beteiligt. Es ist überall in den Strängen leider so, dass wirklich jeder Senf beigetragen wird, egal ob es im entferntesten noch etwas mit dem Thema zu tun hat oder nicht. Aber es scheint sich wieder zu lohnen, öfter in diesem Strang vorbei zu schauen.

Und das freut mich.

Chocolat:smile:

anderswo
11.09.2007, 15:22
oje, chocolat35!
warum muß ich immer weinen, wenn ich deine beiträge lese!?! danke!!

leider bin ich gerade gedanklich ganz ganz "anderswo"... kann gerade nicht schreiben, was ich denke, will auch nichts falsches schreiben....

melde mich im laufe des tages noch mal, damit es sich auch weiterhin lohnt in diesem strang vorbeizuschauen!

würde mich auch sehr freuen!

anderswo

Vivi23
11.09.2007, 15:28
Mit fast 41 habe ich ihn dann doch verlassen, die Liebe ist irgendwann einfach gestorben (es war eine grosse Liebe), auch aus dem Grund, dass er sich weigerte.
...

Trotzdem habe ich diesen Schritt niemals bereut!!
Ich bin glücklicher als vorher, obwohl ich nicht schwanger geworden bin, was für mich auch lange sehr schwierig war.



Danke Lebenszeichen für Deine netten Worte. Ich halte es durchaus für möglich, in diesem Leben noch einmal auf einen anderen Partner zu treffen, mit dem sich das Leben an sich teilen läßt. Es ging mir auch gar nicht darum, eine Trennung grundsätzlich auszuschließen, sondern eher darum, daß von den wenigen Freundinnen, mit denen ich im RL über mein Thema gesprochen habe, so wohlmeinende Ratschläge gaben wie "dann trenn Dich halt und such Dir jemand anderen".

So funktioniert das Leben halt nicht. Seitdem ich die Themen Kinderwunsch einerseits und Beziehung andererseits trenne, komme ich langsam dahin, an den richtigen Fäden zu ziehen und das Gefühlschaos langsam zu entwirren.

Inaktiver User
11.09.2007, 17:08
Hallo Vivi, DAS kenne ich auch. Ratschläge von: "dann trenn dich doch" bis zu "schneid ein Loch ins Kondom" oder " geh in die Disco und lass dir eins machen"
Alles ziemlich schwachsinnig in meinen Augen, und ich bin froh, das nicht gemacht zu haben.
Weiterhin gutes Entwirren!

chocolat35
11.09.2007, 18:40
[QUOTE=anderswo]@chocolat35
danke für die erneuten tränen in meinen augen! es sind spontane tränen, weniger der trauer, mehr der hoffnung.


Nach meiner Erstarrung zum Eisblock kam bei mir die weiche, sehr empfindliche Phase. Die äußert sich immer noch damit, dass ich z. B. bei Konfirmationen oder Hochzeiten in der Kirche neuerdings immer den "Kirchenschnupfen" :heul: habe. Ohne Taschentücher geht da gar nichts. Anfangs habe ich versucht, dagegen anzugehen. Aber das ist falsch. Runterschlucken bringt gar nichts. Auch solche Momente genieße ich jetzt und spüre meine weiche ganz empfindsame Seele.


leider bin ich noch nicht wirklich zu der erkenntnis gelangt, daß abschiednehmen und loslassen befreien kann. ich weiß, daß ich abschiednehmen muß, um wieder zu mir und auch in meine ehe zu finden, aber mir persönlich fehlt etwas greifbares, was ich weggeben kann. verstehst du? abschiednehmen oder loslassen nur im geiste erscheint gerade so.... wie soll ich sagen.... zu einfach? denn was ich jetzt loslasse, gedanklich, kann ich jederzeit wieder zurückholen... wenn ich etwas tatsächlich greifbares loslassen könnte, dann wäre es weg...

In dem Buch "Abschied vom Kinderwunsch" geht es u.a. auch darum, dass es für viele ein Problem ist, nichts greifbares zu haben, von dem Abschied genommen werden kann.
Und es werden Anregungen gegeben, zu einem rituellen Abschied nehmen in einer ganz persönlichen Art und Weise.
Dies ist auch für mich ein letzter Schritt, den ich mir für diesen Herbst vorgenommen habe. Ich werde ein kleines Schiffchen basteln. Dazu werde ich noch einen Vers bzw. Brief schreiben an das Kind, welches ich gerne empfangen hätte. Und beides werde ich auf eine schöne Reise schicken.

Liebe anderswo, ich kann Dir wirklich ans Herz legen, dieses Buch zu lesen, wenn Du merkst, dass es soweit ist. Aber leg es nicht ungelesen ins untere Regal.

Liebe Grüße
Chocolat

Inaktiver User
11.09.2007, 20:41
@lisa38

und dir, lisa, grandios, daß du das wort "GLÜCK" benutzen kannst, hut ab und gratulation! du scheinst auf dem richtigen weg zu sein... danke auch für dieses hoffnungsvolle beispiel!

anderswo

Hallo anderswo,
danke, für deinen netten Worte!

Ich wünsche dir auch alles Gute und drücke die Daumen, dass du dein Leben bald wieder genießen kannst- du hast ja nur das eine...

LG
Lisa38

anderswo
12.09.2007, 14:02
@lisa38
hallo lisa!
bevor ich in diese kinderwunschgeschichte "geplumst" bin, bin ich mit dem wort GLÜCK relativ lax umgegangen. vermutlich viel zu unreflektiert... dann war glück ganz weit weg (oder zumindest nicht sicht- oder spürbar)... eigentlich ist es noch immer ganz weit weg...
naja, auf jeden fall ist mir dieses "GLÜCK in anderen bereichen" in meine tränennassen augen gesprungen, und es hat richtig FLATSCH gemacht (und das nicht nur, weil die tränen auf der schreibtischplatte gelandet sind!).

:smile:

es ist wohl tatsächlich so, wie chocolat es mit ihrem "kirchenschnupfen" beschrieben hat. mein seelchen ist mir irgendwann abhanden gekommen; jetzt ist es denke ich wieder da, etwas sehr empfindsam....


@chocolat35
hallo chocolat!
heute morgen habe ich die bestätigung bekommen, daß das buch jetzt auf dem weg zu mir ist. ich werde mir deinen rat sehr zu herzen nehmen und es nicht direkt ins regal legen!

"überzeugt" hat mich auch der hinweis, daß das buch sogar das problem des unsichtbaren loslassens (so nenne ich das jetzt mal in kurzform) aufgreift. wieder dachte ich, daß ich mir hier fragen stelle, die auf vollkommenes unverständnis stoßen müßten. dem ist wohl nicht so! deine vorstellung oder besser absicht, ein bootchen MIT BRIEF auf den weg zu schicken... unbeschreiblich, nicht kommentierbar.... TOLL!

in meiner vorstellung ist diesbezüglich alles sehr düster, oder anders: ich träume schon sehr lange, mehr oder weniger regelmäßig, daß ich vor einer offenen grabstelle stehe, um dieses gerne empfangene kind zu beerdigen... etwas nicht weiter erkennbares liegt da unten und ich soll jetzt das grab zuschaufeln und schaffe es nicht... dann wache ich entsetzt und taub und traurig und starr (und was auch immer) auf. vermutlich muß ich diese düstere vorstellung langsam loswerden...
UND ich muß mir angewöhnen, nicht immer so viel von mir zu schreiben!! gelobe besserung!

hast du diesen brief oder vers schon geschrieben? oder bereits gedanklich im kopf? ich kann mir vorstellen, daß einem ganz viel, scheinbar fertigformuliert im kopf rumgeistert, dann aber doch nicht zu papier gebracht werden kann/will.
du schreibst, es sei dein vorhaben für diesen herbst? gibt es da einen bestimmten tag, einen bestimmten ort, der dir wichtig ist?

spielt denn diesbezüglich dein ex-mann noch irgendeine rolle? ich will nicht unsensibel sein - oder gar ignorant wirken - aber in irgendeiner form wirst du diesen letzten schritt, wie du schreibst, doch auch wegen des von euch gemeinsam gewünschten kind gehen... also... ich will nicht falsch verstanden werden... mit dem jetzigen mann an deiner seite hat das von dir durchlebte ja nichts zu tun (auch wenn ich es ganz erfrischend finde, daß er dir wieder "glück in anderen bereichen" bescherrt, um mal eine ganz ausgedehnte anleihe an lisa38 zu machen, mit einem augenzwinkern!).

so wie du es bereits hinter dir hast (falls ich das richtig verstanden habe) befinde ich mich derzeit in gesprächstherapie. dort wird viel aber nicht nur über den kinderwunsch bzw. das abschiednehmen gesprochen... mal mehr, mal weniger, je nach (meiner) lust und laune...


jetzt muß ich leider doch ganz bewußt unsensibel sein und hier einfach schluß machen... die arbeit und anderes rufen.

ganz liebe grüße an euch beide,
anderswo

Vivi23
12.09.2007, 20:23
UND ich muß mir angewöhnen, nicht immer so viel von mir zu schreiben!!

ich finde es sehr hilfreich und durchaus nicht am roten Faden dieses Freds vorbei. :blume:

Inaktiver User
12.09.2007, 21:42
@lisa38
hallo lisa!
bevor ich in diese kinderwunschgeschichte "geplumst" bin, bin ich mit dem wort GLÜCK relativ lax umgegangen. vermutlich viel zu unreflektiert... dann war glück ganz weit weg (oder zumindest nicht sicht- oder spürbar)... eigentlich ist es noch immer ganz weit weg...
naja, auf jeden fall ist mir dieses "GLÜCK in anderen bereichen" in meine tränennassen augen gesprungen, und es hat richtig FLATSCH gemacht (und das nicht nur, weil die tränen auf der schreibtischplatte gelandet sind!).

:smile:

es ist wohl tatsächlich so, wie chocolat es mit ihrem "kirchenschnupfen" beschrieben hat. mein seelchen ist mir irgendwann abhanden gekommen; jetzt ist es denke ich wieder da, etwas sehr empfindsam....




Hallo anderswo,

du wirst sehen, das "Glück in anderen Bereichen" wird sich Stück für Stück in deinem Leben breit machen und dir zeigen, wie schön es eigentlich ist...Das "Kinderthema" wird wohl immer zu unserem Leben gehören, aber es darf es einfach nicht beherrschen, ...

LG
Lisa38

chocolat35
13.09.2007, 07:04
Lisa38

du wirst sehen, das "Glück in anderen Bereichen" wird sich Stück für Stück in deinem Leben breit machen und dir zeigen, wie schön es eigentlich ist...Das "Kinderthema" wird wohl immer zu unserem Leben gehören, aber es darf es einfach nicht beherrschen, ...


Liebe Lisa,

damit sprichst du mir aus der Seele. Ich habe auch lange gebraucht, um zu merken, wie sehr mich dieses Kinderthema beherrscht hat. Jetzt denke ich häufig, wie es sein kann, dass man aus einem solchen Kreis lange Zeit einfach keinen Ausgang findet.

Guten Morgen anderswo,
ich werde mich noch ausführlich melden, habe nur in Moment nicht viel Zeit. Muss gleich zur Arbeit.

Ich wünsche Euch einen schönen Tag
viele Grüße
Chocolat:blumengabe:

anderswo
13.09.2007, 19:44
ich finde es sehr hilfreich und durchaus nicht am roten Faden dieses Freds vorbei. :blume:

@ vivi23!
hallo vivi,
inzwischen habe ich mir diesen strang beitrag für beitrag durchgelesen und muß leider feststellen, daß der rote faden gelegentlich ganz schon verknotet war und abzureißen drohte... umso mehr muß ich mich bei meinen statements selbst zügeln, damit meine "kritik" mir nicht irgendwann um die ohren geschlagen wird! :smile:


@ chocolat35
hallo chocolat,
ich hoffe, ich bin dir mit meinen fragen nach dem tatsächlichen abschiedsritual nicht zu nahe gekommen. sind schon sehr intime fragen gewesen... entschuldige bitte. ich habe mir vor allem die frage nach deinem ex-mann vor dem hintergrund gestellt, daß ich mit meinem mann derzeit so gar keine verbindung mehr zu diesem thema bekomme...

heute ist das buch angekommen, während ich noch im büro war. mein mann war wegen des titels wohl sehr irritiert. seine erste reaktion war, daß er noch lange nicht abschied nehmen wolle... seine zweite reaktion: vielleicht steht auch nur mist drin....

das will ich jetzt gar nicht weiter kommentieren, muß ich selbst erst noch setzen lassen...


@ lisa38
hi lisa,
ja, das kinderthema darf das leben nicht beherrschen. ich denke mal, ich selbst begreife erst, daß es das leben schon beherrscht hat und was das alles angerichtet hat. viel ist dadurch kaputt gegangen... und jetzt muß ich scherben zusammensuchen und versuchen zu flicken, was noch zu flicken ist.
bei diesem punkt bin ich mir allerdings nicht ganz sicher, ob ich mir die flickerei nicht sparen sollte und stattdessen einen neuanfang starte...

ach, gerade merke ich, daß ich ganz unreflektiert schreibe, was mir in den sinn kommt, was falsch sein kann...


ich danke euch schon mal für die erkenntnis, daß ich auch ganz absurde gedanken zulassen kann und wenigstens einmal ausdrücken darf!
:blumengabe: für euch!

liebe grüße!
anderswo

Inaktiver User
14.09.2007, 20:56
Lisa38


Liebe Lisa,

damit sprichst du mir aus der Seele. Ich habe auch lange gebraucht, um zu merken, wie sehr mich dieses Kinderthema beherrscht hat. Jetzt denke ich häufig, wie es sein kann, dass man aus einem solchen Kreis lange Zeit einfach keinen Ausgang findet.



Ich denke, nur, weil man einen Teil des Glücks nicht haben kann, heißt es nicht, dass man die anderen nicht genießen darf! Wir müssen uns mal bewusst machen, dass es unheimlich viele Menschen auf dieser Erde gibt, die trotz dieses großen Verzichts SOFORT mit uns tauschen würden. Unser Leben ist nämlich auch so nicht schlecht- oder!?

Ich war lange Zeit so sehr auf das Thema fixiert, dass ich mich nur noch im Kreis gedreht habe- schrecklcih!Ich habe mir nichts sehnlicher gewünscht, dass es mich loslässt/freigibt.
Aber damit ist jetzt Schluss, es ist an der Zeit, schöne Dinge zu machen und zu genießen...

Also, nehmen wir die Dinge, die wir nicht ändern können, so an wie sie sind!!

Denn:

"Ich freue mich,
wenn es regnet,
denn,
wenn ich mich nicht freue,
regnet es trotzdem":blumengabe:

LG
Lisa38

Vivi23
14.09.2007, 21:30
Ja Lisa, das ist ein schöner Ansatz.

Ich übe allerdings noch sehr, manchmal erscheint mir der Kinderwunsch wie Mehltau über mir zu liegen. Ihr habt recht, es beherrscht einen schon sehr und verhindert den Blick auf den Rest des Lebens. Bin heute mal wieder mächtig drin im Kreis...

LG
vivi

chocolat35
15.09.2007, 15:04
hallo chocolat,
ich hoffe, ich bin dir mit meinen fragen nach dem tatsächlichen abschiedsritual nicht zu nahe gekommen. sind schon sehr intime fragen gewesen... entschuldige bitte. ich habe mir vor allem die frage nach deinem ex-mann vor dem hintergrund gestellt, daß ich mit meinem mann derzeit so gar keine verbindung mehr zu diesem thema bekomme...

Hi anderswo,

Du bist mir nicht zu nahe gekommen. Das Schöne an diesen Foren ist ja eine gewisse Anonymität. Da ist es einfacher Dinge anzusprechen, die man sonst nicht gleich erzählen würde.


heute ist das buch angekommen, während ich noch im büro war. mein mann war wegen des titels wohl sehr irritiert. seine erste reaktion war, daß er noch lange nicht abschied nehmen wolle... seine zweite reaktion: vielleicht steht auch nur mist drin....
Mein Ex hatte auch Angst vor dem Buch und dem Mist der dort drin steht. Er hat es dann auch mal angelesen. Aber ich denke nur, um mir zu zeigen, dass er sich um mich kümmert. Über die Inhalte konnte ich mit ihm nicht sprechen. Das hat aber auch damit zu tun, denke ich, dass Männer solche Themen grundsätzlich anders verarbeiten. Sie wenden sich lieber neuen Aufgaben zu anstatt anstrengende Themen zu "zerreden". Dies bezieht sich übrigens auch auf die Verarbeitung von gescheiterten Ehen. Männer kompensieren dies am ehesten, indem sie sich der nächstbesten Frau hingeben und sich Bestätigung holen. Aber ich schweife ab...


viel ist dadurch kaputt gegangen... und jetzt muß ich scherben zusammensuchen und versuchen zu flicken, was noch zu flicken ist.
bei diesem punkt bin ich mir allerdings nicht ganz sicher, ob ich mir die flickerei nicht sparen sollte und stattdessen einen neuanfang starte...

Meinst Du einen kompletten Neuanfang? Ortswechsel, Freunde, Ehe, Arbeit? Oder "nur" Teile davon? Bei mir war bis auf einen Arbeitswechsel, alles betroffen. Aber ein Jobwechsel kommt über kurz oder lang auch noch, allein schon, weil ich in Moment einen 3/4 Job habe und als Single wieder eine Vollzeitstelle brauche.

Der Wegzug aus unserer "Neubau-Strasse" hat mir sehr gut getan. Anfangs tat es zwar weh. Aber ich fühlte mich wohler, nicht mehr in dieser Strasse zu wohnen, wo die Hälfte der Nachbarn als nächsten Schritt Nachwuchs geplant hat (auch ein absurder Gedanke?)



ich danke euch schon mal für die erkenntnis, daß ich auch ganz absurde gedanken zulassen kann und wenigstens einmal ausdrücken darf!
Es gibt glaube ich keine absurden Gedanken. Wir sind doch alles Gefühlsmenschen. Und bei diesem tiefgreifenden Thema, was uns ja mehr oder weniger völlig aus der Spur bringt, sind die Gedanken eben nicht ímmer geordnet. Es kommen mit der Zeit immer mehr Bruchstücke an die Oberfläche und man kann das ganze zusammensetzen, näher betrachten mit etwas mehr Abstand seine Schlüsse daraus ziehen.


Dein Traum an der offenen Grabstelle ist wirklich düster. Aber so sah es bei mir anfangs auch aus. Ich wollte meinen Mutterpass (von meiner ersten und einzigen nicht ausgetragenen Schwangerschaft) vergraben. Aber ich finde die Idee aus dem Buch mit dem Fluss viel schöner und postiver.
Für mich steht schon fest, dass ich diesen Abschied ohne meinen Ex machen werde. Vermutlich sogar ganz für mich an einem schönen Sonnentag ganz spontan.

Gestern hatte ich ein ganz tolles Erlebnis und ich hätte innerlich Luftsprünge machen wollen.
Ich war mit meinem neuen Freund und seiner Tochter (7 Jahr) das erste Mal zur Freunden eingeladen. Seine Tochter habe ich erst einmal gesprochen und wir waren uns einig, dass wir mit ihr ganz sensibel umgehen müssen, wenn ihr Papa seine neue Freundin mitbringt. Anfangs war sie auch erst etwas unsicher. Aber im Laufe des Abends, sie hatte mit ihrer Freundin gespielt und wir haben gequatscht. Da fragte er sie, ob sich nicht mal kurz zu ihm kommen könne. Na und sie kam zu uns und setzte sich wie selbstverständlich auf MEINEN Schoss und hat mich in den Arm genommen und eine ganze Weile bei mir gesessen. Na und der Papa war sprachlos!:freches grinsen:

In diesem Sinne wünsche ich Euch auch wieder viele von diesen positiven Erlebnissen und genießt sie!

Liebe Grüße und ein schönes Wochenende wünscht Euch
Chocolat:lachen:

anderswo
20.09.2007, 15:07
liebe chocolat35!

sorry, daß ich bislang nicht auf deine worte reagieren konnte. hatte zu wenig zeit oder, was wohl eher zutrifft, keinen kopf für das thema. über deine offenheit habe ich mich aber sehr gefreut!

inzwischen habe ich die ersten seiten des buches (grandios geschrieben!) gelesen, bin jetzt an der stelle, an der sogar der hinweis zu finden ist, ggf. einfach inne zu halten! das habe ich mir sehr zu herzen genommen!

die ersten seiten haben mir erneut gezeigt - wie schon hier, beim lesen deiner geschichte - daß es dieses thema wirklich gibt! mir sind aufgrund der eigenen wiedererkennung die tränen gelaufen. es war tatsächlich so, als wären sämtliche gedanken und das ganze leid endlich von jemandem verstanden worden, ohne daß ich mich mit den gutgemeinten ratschlägen auseinandersetzen muß!

mein mann lag neben mir, muß meine tränen gesehen haben, hat aber - wie eigentlich während der ganzen "kinderwunschzeit" auch - nichts gesagt oder überhaupt reagiert... auch wenn ich nicht geweint habe, um eine reaktion zu provozieren!

ich vermute, er würde das buch auch "anlesen", wenn ich ihn darum bitten würde (selbst käme er darauf nie im leben!), auch wenn es nur mist zum inhalt hat. über die eventuell gewonnenen erkenntnisse oder das eventuell endlich erlangte verständnis für meine trauer wird er sich sicher nicht mit mir austauschen. mein mann ist ein großer schweiger... er leidet sicher auch irgendwie unter irgendwas (vielleicht sogar darunter, daß er der primäre "verursacher" unserer kinderlosigkeit ist - was im sinne eines vorwurfs zum glück NIE thematisiert worden ist)... er ist nur nicht in der lage sich mitzuteilen...

wenn ich schreibe, daß ich einen "neuanfang" ggf. einer langwierigen flickerei unter umständen vorziehen sollte, dann ist das tatsächlich ausschließlich auf meine ehe gemünzt:
(gerade heute) kann ich mir schlicht nicht vorstellen, daß WIR eine zukunft haben….

ich merke, daß ich gerne wieder mehr für mich wäre, daß so vieles auf der strecke geblieben ist, gestorben ist (?), nach dieser „elendszeit“ alles in einem anderen licht erscheint…

sonstige veränderungen will ich dagegen nicht vornehmen. die gegend zu verlassen, in der ich leben und arbeite, kann ist mir schlicht nicht vorstellen, so schön ist es hier! :lachen:

beruflich (ich war/bin und bleibe selbständig) habe ich mich gerade "verändert", wenn auch sehr dezent. ich habe mich inzwischen beruflich mit meinen brüdern zusammengetan (in der ursprünglichen planung auch wegen der familienplanung, aber nicht nur – wäre einfach gewesen, die selbständigkeit aufrechtzuerhalten, wenn man auf verständnisvolle geschwister zurückgreifen kann…)
erlebe derzeit überhaupt eine sehr starke anbindung zu meiner "ursprungsfamilie", vielleicht auch weil ich meine schwiegerfamilie als .... sagen wir mal... gewöhnungsbedürftig... und "uns" im gegensatz dazu als so wunderbar normal empfinde...

um es kurz zu machen: ich will hier eigentlich nicht weg, strebe auch nicht allzuviel veränderung an... derzeit bin ich noch nicht mal zufrieden und traurig wegen des kinderwunsches, kann mich mit der verlagerung meiner energie noch nicht so richtig anfreunden... ich merke allerdings, daß ich gerne wieder alleine wäre...

wenn ich das jetzt so lese, erschrecke ich selbst über den harten inhalt.... oje...

ich denke derzeit, daß mein mann und ich das nicht schaffen... ich bin es leid, er schweigt, ich bin traurig, er schweigt...

wäre ich vielleicht erleichtert, wenn mein mann die flucht antreten würde, sich einfach der nächstbesten frau hingeben würde….?


umso erschreckender ist es für mich zu lesen, daß bei dir bis auf den job alles betroffen war! RESPEKT! sicher war das ebenfalls ganz schön kräftezehrend! war dieser komplett-neustart wirklich nötig oder eher besser für dich? damit will ich an deiner aussage nicht zweifeln. ich stelle mir das nur sehr gewaltig vor, da ich für mich betrachtet „nur“ eine neue wohnung brauchen würde… und zum glück wohnen wir nicht in einer „neubau-straße“ (gar kein absurder gedanken… schließlich ziehen WIR doch in neubau-straßen, damit die kinder springen und laufen können wie sie wollen… ohne kinder bist du dort vermutlich echt verloren!).

gestockt habe ich, als ich von deiner schwangerschaft und der idee den mutterpaß zu vergraben, gelesen habe. mein erster dummer, und wirklich absurder, gedanke war, daß ich noch nicht mal dieses gefühl kenne, wie es ist, schwanger zu sein. dann habe ich mich umgehend sehr sehr geschämt für solche gedanken… schließlich wird das erleben dieses gefühls alles noch schlimmer machen, wenn es dann schief geht… ich drück dich dafür mal, virtuell, im geiste! :in den arm nehmen:

aber nun zu deinem freudentag! als ich DAS gelesen habe, habe ich vor freude gelacht und geweint! WIE UNSAGBAR SCHÖN! ich habe diese szene so leibhaftig vor mir sehen können, als hätte ich photos gemacht bzw. als wäre es das ende eines films und die kamera bewegt sich langsam weg, das lachen wird herzlicher und die stimmen werden leiser… :smirksmile:

ich wünsche dir auf jeden fall noch mehr von diesen deinen freund sprachlos machenden situationen!!!
:blumengabe:
ganz ganz viele grüße
anderswo

Inaktiver User
22.11.2007, 21:03
Ich hab's grad in einer anderen Diskussion hier geschrieben: mit Mitte 40 (bin 47) ist das Thema leider noch nicht durch. Nicht vom Wunsch her. Vielleicht nach den Wechseljahren? Ganz von selbst?





Ich war lange Jahre mit einem Mann zusammen, der definitiv keine Kinder wollte. Habe genau wie du (da war ich 38) gedacht: Eine Trennung zum jetzigen Zeitpunkt brächte mich der Erfüllung des Kinderwunsches - oder besser des Familienwunsches - nicht näher. Die Wahrscheinlichkeit, jetzt noch jemanden zu treffen, der mit mir eine Familie gründen wollte, ist recht gering. Nicht, daß es ausgeschlossen wäre, aber es ist doch eine ganz andere Situation als mit Mitte 20. Das sollte man sich keinen Illusionen hingeben
Mit fast 41 habe ich ihn dann doch verlassen, die Liebe ist irgendwann einfach gestorben (es war eine grosse Liebe), auch aus dem Grund, dass er sich weigerte.
Ich bin nach der Trennung richtig aufgelebt, habe natürlich auch getrauert, aber 1/2 Jahr später meinen jetzigen Mann getroffen. Nach 3 Monaten war uns klar, dass wir zusammenbleiben wollen, und wir haben angefangen mit dem "üben". Leider ohne Happy-End, jedenfalls nicht mit Baby.
Trotzdem habe ich diesen Schritt niemals bereut!!
Ich bin glücklicher als vorher, obwohl ich nicht schwanger geworden bin, was für mich auch lange sehr schwierig war.




Liebe Ohjefisch, liebe Lebenszeichen, liebe Vivi,

Ihr sprecht mir sehr aus der Seele.

Ich habe als Single mit mittlerweile 44 mit meinem Kinderwunsch auch noch nicht abgeschlossen und bin genau aus dem Grund auch zu lange an meinem früheren Partner "kleben" geblieben. Dazu meine Geschichte aus einem anderen Thread:


Mit meinem letzten Partner (vier Jahre jünger als ich) war ich über fünf Jahre zusammen; er konnte sich leider nicht zu einer festen Bindung entschließen. Wegen meines Kinderwunsches gab es in der Beziehung immer wieder Konflikte. Anfangs sprach er ständig von gemeinsamen Kindern (und schürte den Wunsch dadurch noch in mir), später hatte er tausend Ausflüchte, weshalb er noch nicht dazu bereit war. Dazu war ihm kein Argument zu schade (z.B. das erhöhte Risiko des Down-Syndroms, das meines Erachtens stark aufgebauscht wird; denn es beträgt auch bei einer 45-Jährigen nur 5 %, d.h. in 95 % der Fälle kommen die Kinder gesund zur Welt). In Wirklichkeit wollte er nur keine Verantwortung für eine Familie übernehmen, obwohl ich meinen nicht schlecht bezahlten Beruf (sicherer Arbeitsplatz im öffentlichen Dienst) auf jeden Fall weiter ausgeübt hätte (zumindest in Teilzeit). Kurz nach meinem 42. Geburtstag betrog er mich mit einer Kollegin Mitte 30 und trennte sich von mir mit der Begründung, zurzeit sei er für Kinder noch nicht bereit (bei unserer Trennung war er immerhin 38!), aber in "5 oder 10 bis 20 Jahren" wolle er auf jeden Fall eine Familie gründen, und dann ginge es mit mir ja schon "aus biologischen Gründen" nicht mehr; Originalzitat: "Früher oder später hätte ich dich sowieso wegen einer Jüngeren verlassen". Die Trennung war für mich sehr schmerzlich, nicht nur wegen dieser von einem miesen Charakter zeugenden "Abschiedsworte", die mir auch alles Schöne an der Beziehung im Nachhinein verleidet haben, sondern vor allem, weil die Trennung für mich gleichzeitig den Abschied vom Kinderwunsch bedeutete. Denn ich werde jetzt kaum noch rechtzeitig jemanden kennen lernen, der bereit ist, mit mir noch eine Familie zu gründen und mir zutraut, dass ich "in meinem Alter" noch schwanger werden kann. Und das, obwohl eine (aus ganz anderen Gründen vorgenommene) endokrinologische Untersuchung ergeben hat, dass ich noch lange nicht in den Wechseljahren bin und hormonell alles bestens in Ordnung ist!



In einem Thread zu dem Thema, warum betrogene Frauen eigentlich immer sauer auf die "Andere" seien, hat man mir vorgeworfen, warum ich mich nicht viel eher von meinem damaligen Freund getrennt habe. Ich hätte doch merken müssen, dass ich für ihn nicht die Frau für's Leben war. Ich hätte es ja in 5 Jahren noch nicht einmal "geschafft", dass er mit mir zusammengezogen sei (dass das eine "Leistung" ist, wusste ich bis dato gar nicht!). Meine anhaltende "Verbitterung" auch noch 2 1/2 Jahre nach der Trennung wurde als Zeichen dafür gewertet, dass ich "sehr krank an meiner Seele" sei; für meine Nachfolgerin hatte man dagegen größtes Verständnis.

Nun, natürlich habe ich gemerkt, dass ich für meinen damaligen Freund nur eine Übergangslösung war. Aber zum einen hatte ich in der damaligen Situation noch ganz andere, sehr gravierende familiäre Probleme zu schultern (ist im Grunde auch bis heute so geblieben). Und dann habe ich, genau wie Ihr, Vivi und lebenszeichen, in dieser Beziehung die letzte Chance gesehen, doch noch ein Kind zu bekommen (ich habe diesen Mann mit knapp 37 kennengelernt und war bis kurz nach meinem 42. Geburtstag mit ihm zusammen). Ich habe an der Beziehung auch deshalb festgehalten, weil ich mir ausrechnen konnte, dass ich im Falle einer Trennung nicht mehr rechtzeitig einen anderen Partner finden würde, mit dem ich noch ein Kind hätte haben können.

Was tut man nicht alles aus Verzweiflung?! Und andere, die weder Ehen noch sonstige bestehende Partnerschaften, noch menschliches Leben überhaupt achten (z.B. abtreiben, nur weil ihnen eine Schwangerschaft gerade nicht in den Kram passt), bekommen vom Leben alles (Partner, Kinder) geschenkt. Mit dieser Ungerechtigkeit werde ich mich nie abfinden können! Obwohl ich vom Verstand her weiß, dass das Leben nicht fair ist.

Ich hoffe sehr, dass auch ich wenigstens eines Tages noch einen liebevollen Partner finde, wie es Dir, lebenszeichen, ja vergönnt war. Und dass ich dann auch sagen kann: "Ich bin glücklicher als vorher, obwohl ich nicht schwanger geworden bin."

LG
clementina

Vivi23
22.11.2007, 22:38
:blumengabe:

Danke für Deine Geschichte - ich melde mich noch einmal mit mehr Zeit.

Inaktiver User
27.11.2007, 17:41
liebe clementina, ich wünsche es dir, dass du wieder glücklich wirst. lass dir zeit! trauer lässt sich nicht beschleunigen.

und was die ungerechtigkeit des lebens betrifft: glücklich oder zufrieden ist man doch nur, wenn man das, was man hat, zu schätzen weiss. ich kenne jedenfalls auch genug frauen mit mann und kindern, die genauso zufrieden oder unzufrieden leben wie ich.

gut, dass du deine hormone hast checken lassen. dann bestehen ja noch tatsächlich chancen bei dir.

also nochmals viel glück bei der suche

fasan36
10.01.2009, 17:56
Hallo,

nach langer Suche habe ich diesen Beitrag gefunden. Leider sind die letzten Nachrichten schon einige Zeit her . . . Wie ist es Euch weiter ergangen? Ist dieses Thema in der BriCom nicht aktuell?

Ich glaube für mich wird das Thema gerade wichtig und versuche mich damit auseinander zu setzen. Geht es einigen von Euch auch so? Wer hat diesen Abschied "erfolgreich" geschafft? Würde mich einfach über einen Austausch freuen.

vlg Fasan

maedchennummereins
11.01.2009, 21:19
hallo fasan 36,
auch ich habe diesen beitrag erst eben gefunden.
ich bin 30 jahre und mein mann und ich versuchen schon seit knapp drei jahren ein kind zu bekommen.
vor genau einem jahr teilte mir meine frauenärztin mit, dass bei mir körperlich so weit alles in ordnung ist (soweit sie das bei einer "normalen" untersuchung sehen konnte), nur wurde festgestellt, dass ich an insulinresistenz leide. also kam ich zu einem diabethologen, der mir nur riet, einfach etwas abzunehmen und dann würde es mit den kindern schon klappen. meine ernährung stellte ich zwar um, ich nahm auch knapp zehn kg ab, aber die nahm ich in der vorweihnachtszeit teilweise wieder zu, so dass mein mann und ich jetzt auf ein neues am abnehmen sind.
nun aber zum eigentlichen thema: abschied vom kinderwunsch. ich weinte mir die letzten jahre ich augen aus zu diesem thema. jeden monat regelmäßig bei meiner periode und auch sonst zwischendurch. ich hätte nie gedacht, dass man um einen menschen, den man nicht kennt und der nicht existiert, so dermaßen trauern kann. es hat mir jedes mal beim weinen regelrecht die luft abgeschnührt. im letzten monat erfuhr ich von vier neuen schwangerscahften in meinem bekanntenkreis. bei der ersten schwangerschaftsnachricht hat mich der schmerz so gepackt, dass ich auf toilette rennen musste, damit die kollegen es nicht mitgekommen. ich brauchte danach wieder ein bis zwei tage, um von der trauer los zu kommen. bei den anderen 3 schwangerschaftsnachrichten war ich auch traurig, aber ich hatte zum ersten mal das gefühl, dass ich die letzten jahre einfach so viel geweint habe, dass ich über unsere kinderlosigkeit nicht mehr weinen kann. das die tränen aufgebraucht sind. vielleicht ist das das erste zeichen dafür, dass ich mich mit der situation abfinde.
wie ist deine situation? wie geht es dir damit?
l. g.

fasan36
12.01.2009, 09:59
hallo Mädchennummereins

vielen Dank für Deine Nachricht. Es ist ein gut zu wissen, dass man nicht allein ist. Auch wenn man niemanden diese Situation wünscht :blumengabe:

Ich bin 27 Jahre alt unser Kiwu besteht seit 09/2005. Wir haben ein Jahr geübt und haben denn ärztlichen Rat hinzugezogen. Leider sind die Schwimmer von meinem Mann nicht ganz fit, so dass für uns nur eine künstliche Befruchtung in Frage kam. Nun hatte es im zweiten Versuch geklappt, das ganze endete in einer Eileiterschwangerschaft :heul: Ich bin am Sa gerade wieder aus dem KH gekommen. Nun stehe ich (wir) vor der Entscheidung wie es weitergeht. Soll es so weitergehen mit dem Hoffen, der Enttäuschung oder können wir uns beide ein Leben ohne Kinder vorstellen? Was hält unsere Beziehung aus? Was halte ich an Enttäuschung noch aus? Ich habe Angst die Entscheidung später zu bereuen. Soviel zu mir . . .

Außerdem muss auch ich wieder abnehmen, in der Zeit der künstlichen Befruchtung ist es mir sehr schwer gefallen regelm Sport zu treiben und die Hormone und Gefühlsschwankungen haben doch zu einigen Fress-Atacken geführt. Ich darf ab nächster Woche wieder Sport machen. Wenn Du möchtest, können wir uns auch gerne über dieses Thema hier austauschen. (Auch ich habe schon mal 20 kg abgenommen, davon sind min 10 mittlerweile wieder drauf :knatsch:).

Dir einen schönen Start in die Woche.

vlg Fasan

maedchennummereins
12.01.2009, 20:40
hallo fasan,
ohh jee, da hast du ja in jüngster vergangenheit einen horrortripp hinter dir.
mein mitgefühl ist bei dir!!!
bei meinem mann ist so weit alles in ordnung mit den spermien.
muss dann wohl an mir liegen. ich konnte mich noch nicht dazu entscheiden, in ein kinderwuschzentrum zu gehen, weil ich mir sicher bin, dass dann erst mal der satz kommt: "nehmen sie mal erst ab, dann klappt es auch mit dem kinderwunsch".
fakt ist, dass bei der ernährungsumstellung die pfunde nicht so purzeln, wie bei einer blitzdiät. aber ich muss auch zugeben, dass ich in den letzten monaten nicht wirklich viel sport getrieben habe. dass ändert sich jetzt wieder.
die ganze situation lähmt einen nur so, dass man einfach manchmal nicht die kraft hat, die dinge zu tun, die einem gut tun würden.
die ganze situation ist schon eine ziemliche belastung für die beziehung. ich spreche zwar viel mit meinem mann über meine trauer und er tröstet mich immer so gut er kann, aber ich merke auch, dass ihn meine trauer zeitweise überfordert, weil er immer noch der meinung ist, dass wir schon noch auf natürlichem weg zu einem kind kommen.
ich weiß selsbt nicht so genau, weshalb ich nicht schon letztes jahr in ein kiwuze gegangen bin, irgendwie weiß ich nicht so genau, ob ich diese psychische belastung, die die herbeiführung einer schwangerschaft so mit sich bringt, schaffe.
ich denke, ich werde wohl im frühjahr mich an spezialisten wenden.
manchmal denke ich so ganz naiv, dass es halt schicksal ist, wenn wir auf natürlichem wege keine kinder bekommen.
seit einem viertel jahr schreibe ich mir meine periode nicht mehr auf und schaue nicht mehr auf die eisprungzeiten und siehe da, mir geht es viel, viel besser und man hat auch wieder mehr lust aufeinander.
wie war das für dich. sex nach plan? ein horror, oder?
bist du in therapeutischer behandlung?
ist die frage für dich, ob es einen weiteren verusch gibt, auch von finanzieller natur?
wie unterstützt dich dein partner?
ist bei dir körperlich sonst alles in ordnung?
ich sende dir ganz liebe grüße!!!

fasan36
13.01.2009, 12:40
Hallo Nr 1:lachen:

Ich denke ich stecke noch mitten in dem Horrortrip. Emotional habe ich das noch nicht verdaut.

Der Schritt zur künstlichen Befruchtung war auch für uns sehr schwierig. Ich hatte einfach wahnsinnige Angst vor dem ganzen emotionalen Auf und Ab. Aber schließlich haben wir diese Entscheidung zusammen getroffen. Aber Du weißt ja noch gar nicht, ob es auf eine künstliche Befruchtung hinaus läuft. Lass doch auch das erst einmal von einem Spezialisten abklären, ob und was bei Dir ggf nicht in Ordnung sein könnte. Anschließend bleibt Euch ja immer noch die Entscheidung für den weiteren Weg. Und nur für Dich, die im Wartezimmer waren nicht alle Gertenschlank :freches grinsen:. Spreche Dein Übergewicht offen an, und denn kann man die Situation ja abklären und Du kannst versuchen Deine Ernährung umzustellen. Diese Lähmung kenne ich auch, aber wenn man erstmal anfängt ist die Motivation auch gleich eine ganz andere :blumengabe:

Ich empfinde es auch als Schicksal, auf natürlichem Wege keine Kinder zu bekommen. Und nun stehe ich vor der Entscheidung dieses Schicksal so anzunehmen und einen anderen Weg zum Glück zu finden oder eben weiter zu kämpfen (mit ungewissen Ausgang). Es ist jedenfalls ein Schicksal, aber es liegt bei uns, was wir daraus machen. Denkst Du nicht?

Nach dem bei uns die Diagnose fest stand, habe ich auch nicht mehr mitgezählt und es wurde wesentlich entspannter im Bett. Aber so richtig Sex nach Plan gab es bei uns auch nicht. Ich habe meinem GG nie gesagt, wann die fruchtbaren Tage sind.

Ich habe für Ende Januar einen Termin bei einer Psychologin vereinbart. Bin sehr gespannt dadrauf, weil ich so gar nicht einschätzen kann, was mich erwartet.Aber ich werde Dir bestimmt berichten.

Die Entscheidung für oder gegen Kiwu hat keine finanziellen Gründe. Falls wir den Weg weiter gehen, wird es eben keine Sondertilgungen für das Haus geben . . . Es werden noch zwei Versuche von der Krankenkasse übernommen und wir haben auch noch eingefrorene Eizellen (ist denn nicht ganz so teuer). Es geht mir wirklich "nur" um meine Psyche. Wir schwimmen nicht im Geld, aber wir vermissen auch nichts.

Mein GG ist sehr rücksichtsvoll, zum Teil ist er auch durch die Situation überfordert . . . aber er gibt sich ganz viel Mühe und er liebt mich :liebe: Ich wüßte nicht, was ich ohne ihn machen würde. Deswegen habe ich auch soviel Angst ihn zu verlieren. . .

Körperlich war bei mir bis vor kurzem alles in Ordnung, jetzt habe ich einen Eileiter weniger. Aber den brauchen wir für eine künstliche Befruchtung nicht, und dadurch reduziert sich das Risiko einer erneuten Eileiter-SS.

Schaut doch erstmal, welchen Weg ihr für eine SS gehen müsstet, bevor Du Dir Gedanken über die psychische Belastung machst. Die Situation jetzt ist ja auch keine Alternative, es sei denn, Ihr entscheidet Euch jetzt für ein Leben ohne Kinder. Hoffe ich bin nicht zu direkt und trete Dir nicht zu Nahe :blumengabe:

Ich bin für Montag zum Step-Aerobic verabredet :yeah: Das ist doch schon mal ein Anfang. Wünsche Dir, dass Du auch einen Anfang findest. :blumengabe:

vlg Fasan

fasan36
15.01.2009, 17:46
Hallo Nr 1

Wie geht es Dir?

Ich komme gerade vom Arzt, Fäden sind gezogen. Die eine Narbe verheilt leider nicht, das heißt nix mit Sport :knatsch: Bin ein wenig traurig darüber, ich wollte mich damit auch einfach ablenken. Aber jetzt wird ein neuer Anfang gesucht . . . Ansonsten ist körperlich alles normal. Am Montag versuche ich wieder zu arbeiten.

Hoffe ich habe Dich nicht vertrieben :zwinker:

vg Fasan

maedchennummereins
18.01.2009, 13:59
Hallo Fasan, war ein paar Tage weg, deshlab meine später Antwort.
Hab mir letzte Woche sofort einen Termin beim Frauenarzt geben lassen und beim Kiwuze Infomaterial bestellt. Des weiteren war ich auch am Freitag beim Hausarzt, um meine Insulinresistenz- Geschichte zu klären. Mal schaun, was da jetzt bei rum kommt.
Mir geht es momentan ganz gut und das macht mich ziemlich glücklich.
Ich merke einfach, dass dieser verkrampfte Kinderwunsch momentan nicht da ist und ich die Sache entspannt sehe. Hallelujah!!!!
Ist es für Dich nicht mit deiner Arbeitsstelle kompliziert? Ich denke, dass es aus menschlicher Sicht für einen Chef leicht zu verstehen ist, in welcher Situation Ihr Euch befindet, aber aus wirtschaftlicher Sicht rauft er sich bestimmt die Haare beim Anblick Deiner Fehlzeiten, oder?
Ich arbeite u. a. im Personalwesen und bekam letzte Woche die Aussage eines Kunden mit, der sich bitterlich beklagte, dass seine Arbeitnehmerin im Jahr 2008 9 x für 14 Tage für Ihren Kinderwusch krank war. Boah, als ich das hörte, hätte ich mich am liebsten vor ihn gestellt und im eins mitten in die F... geben können. Aber andererseits wollte ich mir meine FInger an so einem Ar... nicht schmutzig machen.
Musst Du jetzt ne Wartepause mit dem Schwangerwerden einlegen?
Hast Du gute Freunde, mit denen Du Dich diesbezüglich austauschen kannst, oder kommen bei Dir auch meist die tollen Sprücheklassiker "das kommt schon noch", "entspann dich mal", etc.?
Ich wünsche Dir noch einen schönen Sonntag.
lg

fasan36
19.01.2009, 20:53
Guten Abend Nr. 1 :lachen:

Es hört sich so nach Tatendrang an, ich beneide Dich ein bisschen :zwinker: Diese Zeit habe ich auch in guter Erinnerung, es passierte auf der einen Seite etwas und auf der anderen Seite (im Bett) konnte man los lassen :freches grinsen:.

Mein Chef ist ein Engel. Da ich in einem relativ großen Unternehmen arbeite muss er die wirtschaftlichen Folgen nicht tragen. Außerdem habe ich meine eigenen Kunden, solange ich am Ende des Jahres alles geschafft habe ist es egal. Leid tat mir nur meine Kollegin, die das Tagesgeschäft mit übernehmen musste. Das war schon sehr stressig für sie . . . aber ich konnte es nicht ändern.

Ich habe eine ganz tolle Familie und liebe Freunde und liebe Kollegen. Ich könnte es auch nicht mit mir alleine ausmachen. Der Rückhalt ist toll, auch wenn alle traurig sind und mich dass natürlich auch wieder betroffen macht. Die blöden Sprüche kommen natürlich trotzdem von Menschen die es nicht besser wissen . . .

Ich weiß nicht, wann wir den nächsten Versuch starten könnten . . . im Moment weiß ich ja noch nicht mal, ob es einen neuen Versuch geben wird. Ich muss erstmal den Verlust verarbeiten, bevor ich weiter denken. Auch wenn ich gerne Zukunftspläne schmieden würde (im Moment ohne Kind) . . . im Moment traue ich mir keine wichtigen Entscheidungen zu. Ich habe Angst später etwas zu bereuen, daher auch der Termin beim Psychologen.

Dir einen schönen Abend :schlaf gut: vlg Fasan

kekskruemel77
02.01.2018, 20:57
Hallo!
Ich hole den Thread mal nach Jahren hoch.
Wie geht es euch?

Ich muss mich auch mit dem Thema Abschied vom Kinderwunsch beschäftigen. Ich bin 40, habe Endometriose und wir haben 2 IVFs hinter uns. Ich bin mir noch nicht sicher, ob eine dritte und letzte überhaupt Sinn macht.

Ich fühle mich so rastlos und leer... :-(

Ellinor66
04.01.2018, 00:14
Hallo an alle,

ich will euch etwas ermutigen. Ich kenne das Thema auch aus meiner Ehe. Sie ist unter anderem daran zerbrochen, dass wir keine Kinder bekommen konnten. Wir haben 7 Jahre geübt.
Kurz darauf habe ich von einer großen Liebe ein Kind bekommen, bin zwar leider nicht mehr zusammen, aber sehr glücklich mit meinem inzwischen Teenager.
Ich bin durch diese Schwierigkeiten Christ geworden. Ich kenne inzwischen so viele Frauen, die keine Kinder kriegen konnten oder laut Arzt nie welche bekommen sollten. Ganz viele davon haben heute Kinder, manche 2, eine sogar 7 (die Ärztin hatte ihr gesagt, sie würde nie schwanger werden können!).
Wer es versuchen will, kann ja Jesus in sein Leben und sein Herz einladen und sagen, dass er sein Herr sein darf und das Vaterunser bewusst beten.
Dann empfehle ich noch den Psalm 113 täglich zu beten: "Wer ist wie der Herr, unser Gott?...der die Unfruchtbare im Hause zu Ehren bringt, dass sie eine fröhliche Kindermutter wird."

Alles Gute jedenfalls
Ellinor

kekskruemel77
10.01.2018, 15:48
... Das passiert leider nicht allen, dass es dann doch noch klappt. Solche Beiträge sind dann ein Schlag ins Gesicht.

beweme
10.01.2018, 16:44
Ellinor.

Deinen Beitrag empfinde auch ich als Schlag ins Gesicht.

Ich muss nur beten, dann bin ich bereit für ein Kind?


Schade, daß hättest du mir vor 20 Jahren sagen müssen....
Dann hätten wir jetzt unsere Wunschkinder.

Dein Beitrag ist eine Unverschämtheit.

raui
15.01.2018, 21:46
Dein Beitrag ist wirklich eine absolute Frechheit Ellinor!
Ich habe zwar jetzt ein Kind, aber nach vielen vielen verschiedenen Kinderwunschbehandlungen (Hormone, mehrere IVF, Kryobehandlungen, etc und 3 Fehlgeburten). Es war eine physisch, aber vor allem emotional schlimme Zeit, so dass mir aktuell noch häufig deshalb die Tränen kommen. Aber hätte ich doch mal gebetet, dann hätte ich wahrscheinlich früher ein Kind oder mehrere, was immer mein Wunsch war.
Es ist wie eine Verarschung für all die Frauen, die sich so sehr ein Kind wünschen und alle möglichen Behandlungen über sich ergehen lassen und auch viel Geld dafür zahlen!

claudita75
12.07.2018, 22:23
So traurig dieses Thema auch ist, über den religiös gefärbten Beitrag musste ich herzhaft lachen. Was für ein herrlicher Unsinn! Was vielleicht im grossen und ganzen stimmt, ist, dass die (gläubigen) Menschen früher ohne die Möglichkeiten der modernen Reproduktionsmedizin ihre Situation als Schicksal hingenommen haben. Schwer und schmerzhaft war das dennoch, aber zumindest die vielen Fragen, wie weit man für den Kinderwunsch geht, und die damit verbundenen Entscheidungen mussten nicht gefällt werden. Da ging halt nur beten, und manchmal hat es dann doch durch Glück, Zufall oder lange Jahre geklappt. Wie heute auch...