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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Gegen Kinderwunschbehandlung entscheiden



Metaline
09.07.2018, 11:46
Hallihallo,

ich suche zwecks Teilen von Erfahrungen nach Frauen, die sich gegen eine Kinderwunschbehandlung entschieden haben oder dabei sind.

Ich stehe jetzt vor dieser Entscheidung. Eine IVF ist meine vermutlich letzte Chance, noch ein Kind zu bekommen, wenn es nicht wie durch ein Wunder auf natürlichem Wege noch klappen sollte. Letzteres ist angesichts meines Alters (41) und leider schon immer problematischen Zyklusses eher unwahrscheinlich (auch, wenn ich sogar schon zweimal schwanger war, allerdings leider beides Fehlgeburten). Irgendwie sträubt sich in mir jedoch etwas gegen eine (oder mehrere) IVF - allein diese medizinische Prozedur, das Bangen und Hoffen, die am Ende doch nicht so überragenden Erfolgsaussichten und natürlich auch die Kosten. Oh je, oh je. Clomifen finde ich noch in Ordnung (eine meiner Schwangerschaften rührte daher), aber darüber hinaus?

Manchmal denke ich, dass mein Kinderwunsch doch nicht so stark ist. Ich habe auch aufgrund meines Alters Bedenken - hab ich jetzt noch die Kraft für schlaflose Nächte und permanente Kinderbespaßung? Und würde mich ein Kind wirklich glücklicher machen? Ich müsste auch quasi oder fast Vollzeit arbeiten, da die Einkommenssituation meines Partners schwierig ist.

Mein Partner steht hinter mir, hat aber selber keinen Druck (er hat schon Nachwuchs) und überlässt insofern mir die Entscheidung.

In der Tendenz will ich den KB-Weg eher nicht gehen. Andererseits habe ich total Angst, ohne ein Kind immer unvollständig zu sein. Und dann sollte ich wenigstens alles versucht haben.

Was sind Eure Erfahrungen mit dieser Problematik?
Über Eure Rückmeldungen würde ich mich sehr freuen.
Danke
Metaline

claudita75
09.07.2018, 20:39
Hallo Metaline, mit Deinem Post sprichst Du mir aus der Seele… es tut gut zu hören, dass sich andere mit den gleichen Fragen quälen! Ich bin 42 und seit meinem 40. Geburtstag 4 x spontan schwanger geworden, jede Schwangerschaft endete leider in der 10. SSW mit einem MA. Unsere humangenetische Untersuchung blieb ohne Befund, es waren die altersentsprechend gehäuft auftretenden Chromosomenanomalien. Die letzte FG war im Oktober 2017, seitdem bin ich nicht wieder schwanger geworden und habe mich mittlerweile wegen meiner Unsicherheit in Bezug auf diesen Punkt in drei verschiedenen Kinderwunschzentren beraten lassen. Ich fasse gerne kurz zusammen, was ich dort erfahren habe:

-eine KiWu Behandlung ist keine Therapie des Alters und/oder von Fehlgeburten, sondern in erster Line zur Behebung von organischen Problemen (Spermien, Eileiter etc.) gedacht. Frauen, die mehrfach spontan schwanger geworden sind wie wir, zählen nicht zur (Haupt)Zielgruppe, denn wir können unter normalen Umständen schwanger werden.

-wenn wir nicht mehr schwanger liegen, liegt dies in unserem Fall zu 99 % am Alter. Ab Ende 30 sind bei etlichen Frauen bis zu 80 % aller Eizellen genetisch defekt und lassen sich nicht mehr befruchten, eine SS stellt sich demnach trotz Eisprung/Mens nicht ein. Ist aber rein theoretisch in einem guten Monat nicht absolut ausgeschlossen, allerdings mit sinkender Wahrscheinlichkeit. Ob die verbleibenden Eizellen eine eher gute oder eher schlechte Qualität haben, ist individuell stark unterschiedlich und genetisch bedingt. Bei vier Fehlgeburten darf ich davon ausgehen, dass meine zu den schlechten gehören bzw. ich eine Veranlagung zu Fehlern bei der Zellteilung habe. Heisst: Wiederholungsrisiko.

- jetzt das Fazit: wenige und/oder schlechte Eizellen können auch durch IVF nicht therapiert werden. Bei der KB stehen die gleichen Eizellen zur Verfügung wie sonst auch, die Qualität wird nicht verbessert. Nur bei einer möglichst großen Anzahl gewinnbarer Eizellen macht ein IVF Zyklus mit den damit verbundenen psychischen, körperlichen und finanziellen Belastung Sinn. Für eine oder zwei Eizellen lohnt sich das ganze Verfahren nicht, die reifen auch spontan heran oder z.B. mit milder Clomifen-Stimu.

Ob Du eher gut oder ggfs. gar nicht mehr auf die Stimu ansprechen wirst, sagen Dir Deine Hormonwerte als „hard facts“: Bei einem AMH zwischen 0,5 und 1 sowie einem FSH am Zyklusbeginn (bis Tag 3) zwischen 10 und 12 könntest Du eine IVF wagen und auf einige Eizellen hoffen. Mit einem FSH über 12 stehen die Chancen auf eine erfolgreiche SS immer schlechter, weil mit der schwindenden Anzahl meist schlechte Qualität korreliert (junge Frauen mit hohem FSH haben daher bessere Chancen, denn die wenigen Eizellen sind immerhin noch gut im Schuß).

Ich bin letzten August mit einem AMH von 0,4 und einem FSH von 13,5 spontan schwanger geworden, während diese Werte für eine IVF wohl schon grenzwertig schlecht waren. Nur wenn Du gut ansprichst und viele Eizellen punktiert werden können, lohnt sich auch eine PKD oder PID (letztere nur im Ausland). Hier könnten aus den befruchteten Eizellen die genetisch gesunden herausgefiltert werden, was die Fehlgeburtsquote erheblich senken kann. Für 2-3 Eizellen lohnt sich das aber nicht, die würden dann ohnehin alle versuchsweise eingesetzt. Das Ausland ist an dieser Stelle weitaus liberaler und medizinisch fortschrittlicher- wir dürfen keine Embryos selektieren, aber eine spätere Fehlgeburt oder sogar eine Abtreibung nach Blut- oder Fruchtwassertest erleiden. Hab mich viel damit beschäftigt, es ist schon frustrierend :-(.

Nach der letzten Fehlgeburt im Oktober sind meine Werte rapide in den Keller gerutscht, FSH war im Februar auf 19 gestiegen und im Mai auf 38. Ich hätte nie gedacht, dass das doch so plötzlich passiert. Damit bin ich zwischen 42 und 43 in den Wechseljahren angekommen, mit der Diagnose „erschöpfte ovarielle Reserve“. Damit macht kein Zentrum mehr eine KiWu Behandlung. Unabhängig von den FSH Werten riet mir ein KiWu Zentrum in meinem Alter und bei den Fehlgeburten zur Eizellspende.

Wenn meine Werte besser wären, hätten wir 1-2 Zyklen GVnP mit milder Stimu versucht, um zu gucken, wie ich reagiere, und wenn das gut aussieht, max. 1-2 IVFs versucht. Aber bei den Werten geht nichts mehr. Dieses Wissen um Deine persönlichen Chancen würde ich mir auf jeden Fall beschaffen. Denn vielleicht musst Du Dir diese Frage dann auch gar nicht mehr stellen...

Aus rein emotionaler Sicht würde ich immer noch weitermachen… weiter spontan versuchen, weiter eine Stimu oder IVF in Erwägung ziehen… alles mögliche tun, alles mögliche getan haben… Aber es gibt einen Punkt, an dem biologisch Schluss ist, zumindest für eine künstliche Befruchtung. Wenn der erreicht ist, dann muss man sich „nur“ noch mit dem Abschied vom KiWu oder anderen Möglichkeiten wie EZP auseinandersetzen. Für mich ist das ganze eine Lebenskrise, wenn ich auch froh bin, dass ich die Entscheidung für oder gegen IVF nicht treffen muss.
Nach den Fehlgeburten sich mit einem kinderlosen Leben anfreunden.. das fällt mir aber unendlich schwer. Dabei war mein Kinderwunsch lange nur schwach ausgeprägt, ich habe viele andere Interessen. Aber jetzt wurde diese Liebe in mir zu einem kleinen Wesen entdeckt, und wo soll ich damit hin…. Ja, wir sind vergleichsweise alt. Aber vielen Männern, die mit grauen Schläfen Vater werden, wird auf die Schulter geklopft, sie tragen mit Stolz ihr Kind vor dem Bauch. Vater mit 45 oder gar 50 ist gesellschaftlich anerkannt und in größeren Städten Normalfall. Warum soll das dann für uns Frauen nicht gelten?? Die Biologie hinkt dem Zeitgeist hinterher... wenn es klappt, ist es doch super! Ich habe auch solche Ängste, Überforderung, alle anderen Eltern sind 10 Jahre jünger, wir Außenseiter im KiGa usw. Aber- dies ist Dein Leben und das lebst nur Du! Höre auf Dein Bauchgefühl und versuche Erwartungen von außen ( kann auch die Mutterrolle sein) zu identifizieren und aufzulösen. Wenn Du genug durchgemacht hast und nicht mehr willst, auch gut. Auch ohne Kinder ist ein glückliches Leben erlaubt und möglich!!

FrauKlein
10.07.2018, 09:30
@Metaline und claudiata 75, darf ich mich zu Euch gesellen?

Ich bin 43 und noch kinderlos. Mit 29 und 31 wurde ich schwanger, aber beide Schwangerschaften endeten in einer Fehlgeburt - 2004 hatte ich in der 6. Woche eine FG, vermutlich wegen einer Fehlanlage, aber das wurde nicht aufgeklärt. Damals war mein Zyklus sehr zuverlässig, als ich 3 Tage überfällig habe ich getestet und wusste daher schon, dass ich schwanger war. Im Nachhinein wäre es anders besser gewesen, dann hätte ich meine FG für eine verspätete Regel gehalten.

2006 haben mein Mann und ich einen neuen Versuch gemacht. Ich wurde gleich im 1. Übungszyklus schwanger. Alles lief ganz prima - dann bekam ich in der 16. Woche nachts Blutungen. Mein Mann hat mich ins Krankenhaus gefahren. Ich hatte eine beginnende Blutvergiftung, mein Baby war im Mutterleib gestorben und die Geburt wurde eingeleitet. Das war der blanke Horror!

Danach hatte ich jahrelang eine sehr große Angst vor einer erneuten Fehlgeburt. Dazu kam die oft sehr unsichere Einkommenssituation. Ich bin Freiberuflerin und von daher ist mein Einkommen unsicher und ich könnte auch nicht in Elternzeit gehen und dann wieder an meinen Arbeitsplatz zurück. Mein Mann hatte oft befristete Verträge, teilweise Zeitarbeit, und war zwischendurch immer wieder arbeitslos.

Vor ein paar Monaten beschlossen wir, es nochmal zu versuchen, einfach auf gut Glück und ohne Druck. Meine Hormonwerte kenne ich nicht.

Eine Kiwu-Behandlung möchte ich nicht. Zwei Cousinen meines Mannes haben eine solche Behandlung hinter sich. Beide haben mittlerweile 2 bzw. 3 Kinder. Aber der Weg dorthin war ein Martyrium. Hormonbehandlung mit entsprechenden Nebenwirkungen, immer wieder das Warten, die Nachricht, dass es geklappt hätte, mehrere Fehlgeburten...Ich denke, das würde ich psychisch nicht verkraften. Aber das muss jede Frau für sich entscheiden.

Meine Regel wäre jetzt bald fällig, und ich wünsche mir gleichzeitig, dass ich schwanger wäre und habe Angst davor.

Ich habe sehr viele Bedenken. Aus meiner Sicht spricht halt auch vieles gegen ein Kind - zumindest bei mir. Ich bin schon 43, mein Mann wird bald 56. Kann man einem Kind so alte Eltern zumuten?

Ich befürchte auch, dass ich wegen meines Alters im Geburtsvorbereitungskurs, Kiga etc. geschnitten würde. Ein Problem ist auch, dass ich nicht richtig räumlich sehe und deswegen nicht autofahren kann. Ohne Führerschein bin ich nun mal nicht so mobil.

95% des Alltagskrams würden an mir hängen bleiben. Hilfe hätte ich praktisch nicht. Unsere Eltern wohnen zwar jeweils nur 15 km weg , sind aber nicht mehr die Jüngsten. Meine Mutter ist 79 und hat starke Arthrose. Mein Vater ist fast 80, zum Glück noch sehr fit, aber er ist mit meiner Mutter schon recht ausgelastet. Meine Schwiemu ist 85, noch extrem fit, aber sie war schon immer der personifizierte Egoismus. Ein Netzwerk habe ich auch nicht, und das zu schaffen, stelle ich mir sehr schwierig vor.

Dazu kommen noch andere Bedenken: Wie käme ich mit dem Schlafmangel zurecht? Ich bin halt keine 25 mehr. Wie bekomme ich den Alltag auf die Reihe? Und die Frage: Wo bleibe ich, wo bleiben meine Bedürfnisse?

Mein Mann ist leider in mancher Hinsicht schon sehr eingefahren, und ob er mit dem Alltag mit Baby klarkommen würde, ist fraglich.

Alles nicht so einfach...

Metaline
12.07.2018, 16:37
Hallihallo,

hier die FS wieder.

Danke für Eure Beiträge. Aber schon komisch, dass sich nicht mehr angesprochen fühlen (oder doch nicht komisch?).

Und ja:
Auch ohne Kinder ist ein glückliches Leben erlaubt und möglich!!! Ich glaube nur leider, dass etwas Wehmut immer bleiben wird ...

Viele Grüße
Metaline

Loop1976
12.07.2018, 16:43
Auch ohne Kinder ist ein glückliches Leben erlaubt und möglich!!! Ich glaube nur leider, dass etwas Wehmut immer bleiben wird ...

das muss nicht sein. im gegenteil. manchmal passieren im weiteren leben dinge, die dazu führen zu sagen, gut, dass ich keine kinder habe. mir passiert. was bin ich froh, keine kinder zu haben.

claudita75
13.07.2018, 11:45
Ja, ich dachte auch, dass dieses Thema bzw. diese Frage (mit ü 40 noch eine KiWu-Behandlung, ja oder nein) viele beschäftigen würde... Tatsächlich kann ich in meinem privaten Umfeld darüber aber auch mit kaum jemandem sprechen. Zum einen hat ein Großteil mit Ende 30 die Familiengründung (erfolgreich) abgeschlossen- viele, die ich kenne, haben ihre Kinder zwischen 36 und 39 bekommen. Da gibt es sicher noch weniger Probleme, zumindest altersbedingte. Dann habe ich mir eine Liste mit Frauen gemacht, die ü 40 erfolgreich Mutter geworden sind, um mich selber zu ermutigen und Hoffnung zu bewahren. Auf der Liste stehen etliche Frauen, z.T. Kolleginnen, entferntere Bekannte oder Promis/Politikerinnen- aber alle kann ich nicht fragen, wie es geklappt hat, ob spontan oder mit Hilfe, dafür kenne ich sie nicht genug. Und es hilft mir persönlich jetzt nicht mehr unbedingt weiter, da ja jede eigene Chancen hat, je nach Hormon- und Gesundheitszustand. Eine Freundin habe ich, die mit Ende 44 Mutter geworden ist- da könnte ich mir auch eine Eizellspende vorstellen, hab mal gefragt, ob es einfach so geklappt hat, die Antwort war ein kurzes ja, da hake ich erstmal nicht weiter nach.
Das Alter alleine wäre aber für mich kein K.-O. Kriterium (mehr). Klar, anfangs dachte ich auch, mit 40 ist die Grenze. Nach der ersten Fehlgeburt hab ich gesagt, jetzt höre ich aber nicht auf, es kann ja klappen, wozu eine künstliche Altersgrenze setzen. Und so gehen die Limits, was das Alter angeht, schnell immer weiter nach oben, genauso wie bei den ggfs. denkbaren Hilfsmaßnahmen. Zuerst sagt man sich, entweder spontan oder gar nicht, dann zieht man Hormonspritzen in Erwägung, dann ggfs. eine IVF und/oder Eizellspende. Das Thema entwickelt einen Sog... und dann hat man/frau schon so viel investiert, an Kraft, Zeit, Emotionen, eventl. Geld, dass das Loslassen sehr schwerfallen würde.

Da ich nicht so viele Gesprächspartnerinnen habe, habe ich viel dazu gelesen, das hat mir auch geholfen, u.a. von Martin Spiewack " Wie weit gehen wir für ein Kind", so wie Erfahrungsberichte von IVF-Patientiennen (die kinderlos geblieben sind) und aktuell lese ich auch Literatur zum Thema Abschied vom Kinderwunsch.
Ja, Fragen und Ängste beschäftigen mich auch viele: Falls es klappt, vor einer weiteren Fehlgeburt, vor stiller Geburt, Behinderungen. Vor Ausgrenzung, weil älteste Mama weit und breit etc. Falls es nicht klappt, vor Einsamkeit im Alter, wer wird sich kümmern, wer wird mich beerdigen (vor kurzem ist mein Vater nach schwerer Krankheit gestorben , das hat noch mal viele Fragen aufgeworfen). Egal, wie es also weitergeht- einfach und unbeschwert wird es nicht sein. Ich versuche, Ängste und Grübeleien zur begrenzt zuzulassen, mir Argumente auch aufzuschreiben, damit ich in Stunden des Zweifels nachlesen kann, was ich mir mit klarem Kopf dabei gedacht habe, und mit Autogenem Training, Achtsamkeitkursen usw. zu lernen, mich auf den Augenblick zu fokussieren und mich nicht von Ängsten dominieren zu lassen. Das klappt mal mehr, mal weniger. Natürlich habe ich auch Angst, mir mit 45 vorzuwerfen, nicht alles versucht zu haben. Das ist sicher auch ein Grund, weshalb viele Frauen mit geringer Erfolgsaussicht dennoch noch IVFs machen. Für die Psyche. Das ist aber auch ein harter Weg, für den ich nach den ganzen Mißerfolgen kaum noch die Kraft hätte. Sehe ganz ehrlich auch nicht den Sinn, meinen Körper nochmals so zu quälen. Er hat ja schon einiges hinter sich.

Wenn Du Dir eigentlich von Herzen ein Kind wünschst, würde ich doch versuchen zu prüfen, ob die Gegenargumente, die Du auflistest, nicht (nur) vom Verstand kommen. Verstand ist gut, kann und sollte aber Herz und Bauch nicht dominieren. Dann ist das keine runde Sache, es wird sich vermutlich nicht gut anfühlen. Das kannst Du vielleicht jetzt schon tief in Dir spüren.
Meine Freundin, die mit 44 schwanger wurde, hat mir mal eine Postkarte geschenkt, auf der steht: "Glaube an Wunder, Liebe und Glück. Schaue nach vorn und nicht zurück. Tu was Du willst und steh dazu, denn dieses Leben lebst nur Du." Finde ich sehr schön, egal für welchen Weg man sich entscheidet.
Liebe Grüße!

Cariad
13.07.2018, 12:02
Liebe Claudita, dein Bericht berührt mich sehr! :blume:

Ich hatte im Alter zwischen 34 und 37 auch vier Fehlgeburten. Ein Grund war dafür nicht auszumachen. Damals sagte mir eine Kinderwunschärztin: Sie müssen einfach so oft schwanger werden, wie es geht, dann ist vielleicht irgendwann das eine dabei, das bleibt. Sie hatte recht: ich hab mit 38 ein Kind bekommen und dann, ganz überraschend, mit fast 41 das zweite hinterher.

Aber ich hatte zwischendurch einen "Plan B" ausgearbeitet, der reichte von der Weltreise bis dahin, zb Mentorate zu übernehmen, um Wissen und Wertschätzung weitergeben zu können.

Raten kann ich nicht wirklich, ich wünsche dir viel Glück, egal welcher Weg vor dir liegt!

FrauKlein
13.07.2018, 12:12
@Cariad, Deine Geschichte macht Mut!

Ich habe leider gerade wieder einen frühen Abgang. Nachdem ich an mehreren Tagen hintereinander morgens starke Übelkeit mit Erbrechen hatte und hinterher sofort wieder unbändigen Hunger hatte und meine Regel noch nicht da war, habe ich einen Test gemacht, obwohl ich eigentlich noch ein paar Tage warten wollte. Der digitale Test zeigte an, dass ich in der 4.-5. Woche schwanger sei. Erst war ich schockiert, aber nach 2 Stunden habe ich angefangen, mich zu freuen. Meine ganzen Bedenken waren wie weggeblasen. Nachmittags bekam ich ein starkes mensartiges Ziehen und eine leichte Schmierblutung. Abends wurde daraus aber eine rote Blutung, dazu starke Menskrämpfe. Die Schmerzen sind besser, aber die Blutung ist noch da. Ich bin nur tieftraurig.

Und wie erwähnt empfinde ich die ganzen Bedenken, die ich habe, auf einmal als völlig nebensächlich.

twix25
13.07.2018, 13:21
Liebe Schreiberinnen,

ich bekomme seit Längerem im engen Umfeld mit, wie eine junge Frau versucht schwanger zu werden.
Sie hatte mehrere Fehlgeburten, bzw auch musste sie ins KH, weil das Kleine nicht mehr lebte.

Was ich ganz schrecklich finde u nicht verstehen kann, sind die Reaktionen im Umfeld u dass sie kaum mit jemandem sprechen kann, da die Kommentare eher unangemessen sind.

"Erschwerend" kommt hinzu, dass sie bereits ein Kind hat und "sich damit begnügen solle"

Ich weiß auch von mir, wie groß mein Kinderwunsch war und auch nach dem ersten Kind, nicht einfach mit "Hobbys" wegging..

Ich wünsche Euch, dass ihr Menschen habt oder findet, die achtsam mit euren Befindlichkeiten umgehen:blumengabe:

Frau Klein :in den arm nehmen:

FrauKlein
13.07.2018, 18:31
ich bekomme seit Längerem im engen Umfeld mit, wie eine junge Frau versucht schwanger zu werden.
Sie hatte mehrere Fehlgeburten, bzw auch musste sie ins KH, weil das Kleine nicht mehr lebte.


Oh mein Gott, das ist ja furchtbar!



Was ich ganz schrecklich finde u nicht verstehen kann, sind die Reaktionen im Umfeld u dass sie kaum mit jemandem sprechen kann, da die Kommentare eher unangemessen sind.


So etwas musste ich leider auch erleben. Ich denke, wer das nicht selbst erlebt hat, kann es nicht nachvollziehen. Aber statt "gescheit daherzureden", wäre es besser, wenn die Leute dann einfach nichts sagen würden oder einen einfach in den Arm nehmen würden.

Ich musste mir u.a. Folgendes anhören: "Warum trauerst Du denn, das war doch nur ein Zellhaufen und kein Mensch." - "Ich weiß, wie Du Dich fühlst. Vor zwei Monaten ist meine Katze gestorben." Und das Beste war "Sei nicht traurig, sondern freue Dich lieber, dass Cousine ABC nach ihrem ersten Kind noch ein zweites bekommen hat - übrigens ein ganz süßes Baby."

Mein Mann und ich haben bewusst niemandem gesagt, dass wir es nochmal versuchen wollen. Ich habe weder Lust auf Kommentare à la "Dafür seid Ihr doch viel zu alt" noch will ich alle paar Wochen die Frage hören, ob ich jetzt schon schwanger bin. Das heißt im Umkehrschluss natürlich, dass wir alles alleine durchstehen müssen.



Ich weiß auch von mir, wie groß mein Kinderwunsch war und auch nach dem ersten Kind, nicht einfach mit "Hobbys" wegging..

Das kann ich gut nachvollziehen. Hobby sind schön und wichtig, aber doch kein Ersatz für ein Kind!


Frau Klein :in den arm nehmen:

Danke Dir! :blumengabe:

Frischling_
15.07.2018, 20:02
Liebe Frau Klein,

ich würde mich in einer KIWU vorstellen, falls du das noch nicht gemacht hast. Vielleicht hast du ja auch nur eine Gelbkörperschwäche, die mit ein wenig Progesteron zu beheben ist? Die kurzen Zyklen könnten auf so etwas hindeuten. Das heißt ja nicht, dass du eine IVF oder ICSI machen musst. Es gibt da ja verschiedene Behandlungsmöglichkeiten und vielleicht brauchst du einfach nur ein wenig medikamentöse Unterstützung. Den Rest kannst du ja weiterhin für dich ausschließen, man wird da zu nichts gezwungen ;-).

Alles Gute!
Frischling

Pinguine-haben-Knie
31.07.2018, 08:13
Irgendwie sträubt sich in mir jedoch etwas gegen eine (oder mehrere) IVF - allein diese medizinische Prozedur, das Bangen und Hoffen, die am Ende doch nicht so überragenden Erfolgsaussichten und natürlich auch die Kosten. Oh je, oh je. Clomifen finde ich noch in Ordnung (eine meiner Schwangerschaften rührte daher), aber darüber hinaus?

Metaline, ich habe die gleichen Gedankengänge.

Ich bin unwesentlich jünger als du, wir verhüten seit sechs Jahren nicht mehr, ich war noch nie schwanger und bin jetzt im zweiten Stimulationszyklus mit Gonal f... im ersten haben wir rechts schön auf einer Zyste rumgeschallt und sind dann auf den linken Eierstock ausgewichen (dabei ist das der, bei dem der Gyn laut "PCOS, hab ich doch gesagt" schrie - das macht wenigstens, dass meine Eizellreserve gerade erst 30 ist - juhu?), weil sich da plötztlich doch was tat, im zweiten hatten wir jetzt rechts einen schönen Follikel... Ausgelöst vor einer Woche, seit Donnerstag Utrogest (bäh), jetzt ist noch zehn Tage warten angesagt.

Mehr "kann" ich glaub ich aber auch nicht. Gut. Mein Kinderwunsch ist jetzt nicht so riesig, ich kann auch ohne leben, der meines Mannes ist größer. Aber ich weiß nicht, was das "Wissen", das gerade eine befruchtete Eizelle transferiert worden ist und das Warten, ob sie bleibt mit meiner Psyche machen würde.
Ich bin schon unter Gonal ein heulendes Wrack. Das geht mir voll auf die Psyche. Ich weine sogar bei der traurigen Werbung mit dem Orang Utan Baby los. In Anbetracht dessen, dass wir fast niemandem erzählt haben, dass wir uns in Kinderwunschbehandlung begeben haben (meine Physiotherapeutin weiß es, weil es mir am vorletzten Termin rausgeplatzt ist... da war ich nach der Physio auf dem Weg zur Eileiterdurchgängigkeitsuntersuchung, meine Osteopathin weiß es und eine Freundin, mein Mann hat es lediglich seiner Vorgesetzten erzählt), ist die ständige Heulerei irgendwie doch recht lästig. Wenn ich dann noch die psychische Belastung des Embriotransfers mit einberechne und den Kostenfaktor (das ist mein Sommerurlaub) und die Unsicherheit? Nein. Ich glaube nicht, dass das mein Weg ist. Und dann kann ich nur hoffen, dass ich mir in zehn/zwanzig Jahren nicht vorwerfe, den Weg nicht doch gegangen zu sein...

Petersilie72
08.08.2018, 22:18
Was spricht bei Euch allen z. B. gegen eine Eizellspende?
Man muss seinen Körper kaum mit Medikamenten belasten und die Chancen sind sehr hoch...

Bin gespannt auf Eure Antworten...

Liebe Grüße vom Petersilchen

FrauKlein
09.08.2018, 12:14
Was spricht bei Euch allen z. B. gegen eine Eizellspende?
Man muss seinen Körper kaum mit Medikamenten belasten und die Chancen sind sehr hoch...

Ich finde es zwar grundsätzlich gut, dass es die Möglichkeit einer Eizellenspende gibt und verstehe auch nicht, wieso das in Deutschland verboten ist. Aber ein Kind, das auf Grund einer Eizellenspende entsteht, wäre eben nur zur Hälfte das Kind von HerrnKlein und mir, es wäre halt nicht richtig "unser Kind". Diese Vorstellung widerstrebt mir persönlich.

Ichbinsdochnur
09.08.2018, 14:46
Was spricht bei Euch allen z. B. gegen eine Eizellspende?
Man muss seinen Körper kaum mit Medikamenten belasten und die Chancen sind sehr hoch...

Bin gespannt auf Eure Antworten...

Liebe Grüße vom Petersilchen

Na ja, die Belastung für die Spenderin ist sehr hoch. Ganz ehrlich, ich weiß nicht, ob ich das unbedingt wollte, dass eine andere Frau sich dieser Prozedur unterzieht, damit ich eventuell ein Kind bekomme. Aber das ist meine persönliche Meinung und mein persönliches Wertesystem.

Auch für die Schwangere gibt es wohl mehr Risiken als bei einer Schwangerschaft, die aus einer eigenen Eizelle entstanden ist (www welt de/print/die_welt/wissen/article12272850/Eizellspende-ist-fuer-Schwangere-riskant.html - Link entlinked, weil bestimmt irgendwo ein kostenpflichtiges Angebot drin ist).

Das Thema 'andere Gene' ist sicherlich ein generelles, was auch bei Adoptionen zum Tragen kommt. Und die Entscheidung zu treffen, ob ich damit klar komme, dass das Kind Anlagen mitbringen kann, die so gar nicht zu mir passen und ich dann den Grund in den 'fremden Genen' suche - das muss jede/r selbst einschätzen.

Convallaria
09.08.2018, 14:55
Was spricht bei Euch allen z. B. gegen eine Eizellspende?
Man muss seinen Körper kaum mit Medikamenten belasten und die Chancen sind sehr hoch...

Mich irritiert die Frage, ehrlich gesagt (wahrscheinlich beabsichtigt?). EZS ist ja eher ein spätes (das letzte?) Mittel der Wahl, nämlich dann, wenn es anders nicht funktioniert. Es klingt hier so, als wäre das locker-flockig gemacht und eine total easy Alternative?

Ja, die Empfängerin (in der Tat, nicht die Spenderin) muss weniger Medis nehmen als bei einer IVF oder eine ICSI (nebenbei: für alle anderen unterstützenden Behandlungen gilt das nicht, es gibt ja sehr viel mehr als IVF und ICSI, das sind ja schon eher die schweren Geschütze).
Allerdings stelle ich persönlich mir die psychische Belastung sehr hoch vor bei einer EZS. Ich glaube auch nicht, dass jemand vor einer IVF oder ICSI sagt, ach nö, ich mach mal direkt EZS, ist ja viel einfacher. Die meisten möchten eben bevorzugt doch gern ein Kind aus dem eigenen Genpool, sofern das möglich ist. Nicht falsch verstehen, ich bin absolut dafür, EZS in DE auch zu legalisieren und ich finde es auch völlig nachvollziehbar, eine EZS zu machen, nur glaube ich nicht, dass es ein "einfaches" Mittel ist.

Feeodora
09.08.2018, 16:59
Hallo zusammen,

hab mich von diesem Strang angesprochen gefühlt und mich in vielem wiedergefunden.

Ich bin jetzt grade auf dem Sprung aber wollte kurz liebe Grüße da lassen. Ich schreibe eigentlich (schon sehr lange:unterwerf:) drüben im Hoffnungsstrang mit. Vielleicht kennt mich ja die ein oder andere.

Jedenfalls bin ich auch ü40 und somit muss man sich eben Gedanken machen wie es nun weiter geht.

Ich werd noch mal in Ruhe nachlesen und mich die Tage mal melden:ahoi:.

Liebe Grüße

Pinguine-haben-Knie
10.08.2018, 08:03
Was spricht bei Euch allen z. B. gegen eine Eizellspende?

Das gleiche, was für mich gegen eine IVF/ICSI spricht? Die psychische Belastung, die Unsicherheit, die Kosten. Mal davon abgesehen, dass es in Deutschland nicht erlaubt ist und mein Kinderwunsch für den Aufwand nicht groß genug ist.

Mailine
10.08.2018, 10:27
Na ja, die Belastung für die Spenderin ist sehr hoch. Ganz ehrlich, ich weiß nicht, ob ich das unbedingt wollte, dass eine andere Frau sich dieser Prozedur unterzieht, damit ich eventuell ein Kind bekomme. Aber das ist meine persönliche Meinung und mein persönliches Wertesystem.

Auch für die Schwangere gibt es wohl mehr Risiken als bei einer Schwangerschaft, die aus einer eigenen Eizelle entstanden ist (www welt de/print/die_welt/wissen/article12272850/Eizellspende-ist-fuer-Schwangere-riskant.html - Link entlinked, weil bestimmt irgendwo ein kostenpflichtiges Angebot drin ist).

Das Thema 'andere Gene' ist sicherlich ein generelles, was auch bei Adoptionen zum Tragen kommt. Und die Entscheidung zu treffen, ob ich damit klar komme, dass das Kind Anlagen mitbringen kann, die so gar nicht zu mir passen und ich dann den Grund in den 'fremden Genen' suche - das muss jede/r selbst einschätzen.

Wenn ich mich an eurem Gespeäch beteiligen darf:
Da ich mir viele Gedanken über dieses Thema gemacht hatte, kam ich schlussendlich zum folgenden Fazit:

Wenn in meinem Bauch ein Baby heran wächst, dann wird es aus dieser körperlichen 9monatigen Verbindung zu einem Teil von mir.
Auch wenn klar wäre, die Eizelle käme von einer anderen Frau.
Ich glaube, dass es für mich sich emotional so dargestellt hätte, dass durch die „Verschmelzung“ das Kind und ich eins geworden wären und ich dieses dann ab Geburt (und vorher schon) als mein Kind akzeptiert und lieben gelernt hätte.

K.A. ob ich das damals romantisiert habe oder es für mich ein behelf gewesen ist, es mir „schön zu reden“.
Ich denke aber schon, wenn ein Kind in meinem Bauch heran wächst, gewinne ich es lieb, ob es meine eigene Eizelle ist oder eine fremde Eizelle. Voraussetzung ist natürlich, dass ich voll dahinter stehe und die Eizellspende auch wirklich will, mit allen Konsequenzen.

claudita75
10.08.2018, 12:18
Nach meinem spät erwachten Kinderwunsch und den folgenden mehrfachen Fehlgeburten habe ich mich auch mit der EZS beschäftigt. Ja, ich denke auch, dass eine enge, "normale" Bindung zwischen Mutter und Kind (zunächst) entstehen kann. Aber dieses kleine Kind wird irgenwann erwachsen sein. Wenn das Kind über die EZP aufgeklärt ist, wird das Kind eine Leerstelle in seinem Leben haben. Denn in den Ländern, in denen die EZS erlaubt ist, erfolgt diese anonym. Das Kind hat keine Chance auf erfolgreiche Nachforschungen. Es gibt aber laut BGH ein Recht auf Wissen der genetischen Abstammung. Auch gibt es viele Berichte von sogenannren Spenderkindern, die sich mit dieser Frage ein Leben lang auseinandersetzen. Auch die Reaktionen aus dem schulischen Umfeld usw können belastend sein, denn hier gibt es das anrüchige der Illegalität, im Gegensatz zu Adoption oder Samenspende. Man kann auch zu einer illegalen Handlung stehen, aber wie ist das für das Kind, wenn es mitbekommt, dass die Eltern etwas verbotenes gemacht haben?
Alternativ könnte man die Herkunft verschweigen. Das wäre aber mit einer großen Lebeslüge verbinden. Alle Kinder stellen Fragen, von wem habe ich das und das, vielleicht fällt es anhand der Blutgruppe auf, vielleicht empfindet das Kind Eigenschaften als fremd. Wenn es am Ende zufällig herauskommt, ist das Vertrauen zerbrochen. Ich finde beide Varianten problematisch, vor allem fürs Kind. Dieser Aspekt kommt mir bei der Debatte oft zu kurz, da geht es meist nur um die Elternperspektive, wir wollen unbedingt ein Kind, egal wie.

Feeodora
12.08.2018, 16:46
So nun hab ich etwas mehr Zeit.

Eigentlich wollte ich jetzt mehr auf das Strangthema eingehen, aber die aktuellen Posts kann und ich will nicht unkommentiert lassen.

Daher entschuldige liebe Metaline, dass ich erstmal zum Thema Eizellspende meinen Senf dazu gebe.

Und ja, beim Thema "gegen Kinderwunschbehandlung entscheiden" kommt man wohl ums Thema Eizellspende nicht drum rum, zumindest bei Frauen um die/über 40.

Bei mir selbst ist die Entscheidung Kinderwunschbehandlung ja oder nein längst gefallen und stand auch nie zur Debatte, auf natürlichem Weg können mein Mann und ich keine Kinder zeugen, daher war es eher die Frage wollen wir Kinder ja oder nein?

Und mittlerweile lautet die Frage nun um welchen Preis wollen wir Kinder? Ich wollte schon immer Kinder diese Frage hab ich mir nie gestellt, es war eher das wann, da ich aber auch nie den Partner für Kinder hatte war auch diese Frage obsolet. Meinen Mann habe ich dann erst mit 35 kennengelernt und Ironie des Schicksals er war/ist unfruchtbar. Auch die vielen Kinderwunschbehandlungen bis heute haben leider nicht zu einem Kind geführt. Darüber bin ich alt geworden und meine Eizellen nun mal auch.

Für Frauen über 40 ist daher nicht nur die Frage ob Kinderwunschbehandlung, sondern eben ob Eizellspende sein muss.

Uns wurde nun Anfang des Jahres nahegelegt den Kinderwunsch aufzugeben oder eben Eizellspende. Den Kinderwunsch kann ich aus verschiedenen Gründen einfach nicht aufgeben, auch hier wurden ja einige genannt. Daher befasse ich mich relativ intensiv mit dem Thema Eizellspende und allen zugehörigen Fragen.

Grundsätzlich finde ich Eizellspende gut weil es eben für viele Paare der einzige Weg zu einem eigenen Kind ist. Wie man nun die grundsätzlichen Fragen diskutiert ist sehr individuell und muss auch ethisch hinterfragt werden.

Ähnlich wie bei Samenspende und auch weit gefasst bei Adoption, natürlich auch bei Leihmutterschaft oder Embryonenspende, ist sicher ein zentrales Thema die Herkunft und Wurzeln des Kindes. Hier wird immer auch gesagt, je offener man dem Kind gegenüber ist um so besser kann das Kind damit umgehen. Und es schadet den Kindern in keinster Weise. Die deutsche Ethikkommision verweist im Rahmen der Diskussion EZS auf Studien die zeigen, dass diese Kinder keinerlei psychischen Auffäligkeiten zeigen, wenn offen damit umgegangen wird. In Deutschland empfiehlt die Ethikkommision daher das Embryonenschutzgesetz zu lockern und EZS auch in Deutschland zu erlauben. Es gibt da eine gute Reportage: nano vom 28. Juni 2017 - 3sat.Mediathek (http://www.3sat.de/mediathek/?mode=play&obj=67638)

Das Problem was man bisher mit der EZS im Vergleich zur Samenspende (die ja in D erlaubt ist) hatte, ist eben, dass bei einer EZS quasi zwei Mütter existieren, die Spenderin und die Empfängerin, bei Samenspende existiert nur ein Vater, der Spender, der Ehemann der Frau hat biologisch gesehen nichts zu melden. Aber gerade das finde ich das spannende und in meinen Augen bessere Argument für die Eizellspende, das Kind hat zwar genetisch andere Wurzeln, aber durch das heranwachsen im Mutterleib ist es biologisch gesehen eher das Kind dieser Mutter.

Dass die Gefahr besteht, dass die Spenderinnen ausgenutzt werden können , ist glaube ich vernachlässigbar, in den meisten europäischen Länderen herrschen sehr strenge Auflagen und Voraussetzungen, die Spenderinnen erhalten zb in Spanien Geld dafür, allerdings stimmt es, dass dies nicht sehr viel ist und eher als Aufwandsentschädigung zu sehen ist, es soll nicht so sein, dass sie es nur fürs Geld machen. Außerdem sind viele Spenderinnen schon Mutter und machen dies in der Babypause.

Im übrigen ist es so, dass in den meisten Ländern in denen EZS erlaubt ist die Spenderinnen nicht anonym sind, mir bekannt sind Spanien, England und Finnland.

Ich selbst habe hin und wieder auch zweifelnde Gedanken, das gehört sicherlich auch dazu, so wie wohl jede Frau auch manchmal hinterfragt ob überhaupt Kind(er). Aber meinn Wunsch überwiegt, daher werden wir höchstwahrscheinlich auch eine EZS machen, man muss aber natürlich auch immer im Hinterkopf behalten wie generell beim Thema künstliche Befruchtung, dass das auch negativ ausgehen kann. Das ist viel eher finde ich die zentrale Frage, wie geh ich mit dem negativ um, wie verarbeite ich den unerfüllten Kinderwunsch, wie wird mein Leben ohne Kinder?

Interessant finde ich, dass Kinder aus eine EZS genetisch zwar nicht von der austragenden Mutter abstammen, aber dass es da doch so etwas wie eine genetische Verbindung gibt, die genetischen Anlagen werden zwar mit der Eizelle übertragen, aber welche davon aktiviert werden entscheiden die Gene der austragenden Mutter im Mutterleib, Stichwort epigenetische Prägung im Mutterleib.

Ich denke keiner der eine EZS anstrebt entscheidet dies "locker und flockig", bis dahin ist meist ein langer Leidensweg gewesen. Wer keinen ganz so intensiven Kinderwunsch verspürt mag das vielleicht befremdlich finden. Ich jedenfalls finde es gut, dass es die moderne Reprodutionsmedizin gibt, und so viel anders als eine ICSI ist eine Eizellspende tatsächlich dann auch nicht.

Mich würde mal interessieren wie das so die anderen hier sehen, grade der Austausch mit Frauen in meinem Alter fehlt mir sehr. Ich kann mich wenig mit den Frauen indentifizieren die Anfang/Mitte 30 viellleicht 2/3 ICSIs machen. Ab 40 geht es ja doch ums Eingemachte und eben so grundlegende Fragen wie, wie wird mein Leben kinderlos sein?

Liebe Grüße an alle und einen schönen Sonntag.

merav
12.08.2018, 16:51
Eine Verständnisfrage:
Warum EZS, wenn Dein Mann unfruchtbar ist.
Wäre eine Samenspende dann nicht zielführend?

Feeodora
12.08.2018, 18:36
Eine Verständnisfrage:
Warum EZS, wenn Dein Mann unfruchtbar ist.
Wäre eine Samenspende dann nicht zielführend?OK, mein Mann ist nicht komplett unfruchtbar, Diagnose OAT III. Für eine ICSI hat es grade noch so gereicht. Eine EZS wird deshalb vorgeschlagen weil nach 7 ICSIs und 6 Kryoversuchen keine Schwangerschaft eingetreten ist. Und es daher wohl an meinen (zu alten) Eizellen liegt. Ehrlich gesagt trau ich mich auch nicht mehr in meinem Alter auf meine Eizellen zurück zu greifen. Nicht nur, dass es weit aus unwahrscheinlicher ist überhaupt noch schwanger zu werden, auch das Fehlgeburtsrisiko ist mir einfach zu hoch.

claudita75
14.08.2018, 17:05
In Spanien, Tschechien und der Ukraine erfolgt die EZS anonym. Dies sind genau die die Länder, die gerade deshalb am häufigsten aufgesucht werden. In Ländern, in denen die EZS nicht anonym ist, fehlen Spenderinnen und es gibt sehr lange Wartelisten für die Behandlung (Bsp. GB). Eine gute Übersicht, auch über ethische Fragestellungen, findet sich im Internet unter "pro familia- Expertise reproduktive Reisen".
Ich finde es auch grundsätzlich gut, dass es solche Möglichkeiten gibt, bin aber der Meinung, dass diese aus allen Perspektiven betrachtet werden sollten, wozu auch das Kind/der spätere Erwachsene gehört. Es gibt extra für das Thema Gametenspende qualifizierte Beraterinnen, die auf der BKiD Internetseite gelistet sind (Berstungsnetzwerk Kinderwunsch Deutschland)- ich finde es weitsichtig und verantwortungsbewusst, sich auch kritischen damit verbundenen Fragen zu stellen, vielleicht auch Fragen, auf die man selber nicht sofort kommt, wenn der Kinderwunsch übermächtig ist.
Eine Alternative für uns ü 40ger wäre ja auch zu sagen, es ist bitter, aber Schicksal: das Leben schenkt uns viele Dinge, aber kein Kind. Dann nehme ich die Situation an und lebe mein Leben, wie es ist.
Ich würde mich auch gerne weiter hier mit Euch (40+?) austauschen- was macht noch Sinn, wie sagt man Stopp, es reicht, und lässt los? Ich finde das unsagbar schwer...

Feeodora
15.08.2018, 22:36
Guten Abend,

Claudita, danke für deine Ergänzungen. Ich hab irgendwie auch Spanien im Kopf gehabt, aber mittlerweile auch so viel gelesen, da kann man es schon mal durcheinander bringen.

Klar, dass die Wartelisten länger sind. Die Spenderinnen sind sicher zögerlicher wenn sie nicht wissen was da später auf sie zu kommt. Aktuell kann man es ja hierzulande bei der Samenspende beobachten.

In offeneren Ländern wie Amerika ist da ja eine andere Einstellung zu erkennen. Die Frauen sind oft sehr stolz Spenderin zu sein. Vielleicht liegt es aber auch an der (grundsätzlich "oberflächlicheren") Einstellung der Menschen dort.

Ich denke manchmal man muss vielleicht auch den Familienbegriff offener sehen. Nicht nur die klassische Familienkonstellation.

Natürlich möchte ich auch zum Wohl des Kindes handeln.

Komischerweise trau ich mir das bei allen Fragen die eine EZS mit sich bringen kann zu. Ich glaube einfach, dass man viel auffangen und antizipieren kann.

Mein Mann und ich waren bei einem Adoptionsseminar. Da ging es auch immer wieder um das zentrale Thema, wie man ein Kind auf fehlende oder schwierige Wurzeln vorbereitet. An erster Stelle stand immer Ehrlichkeit und Offenheit. Kinder können schon sehr früh zb den Unterschied zwischen Herz- und Bauchmama verstehen. Und es ist einfach erwiesen, dass Kinder viel weniger Schaden nehmen wenn man sie von Anfang an mit einbezieht.

Ich selbst bin einer Patchworkfamilie, mit für mich schwieriger Konstellation, aufgewachsen. Ich habe oft meine Wurzeln hinterfragt. Und empfinde zb Patchwork als sehr schwieriges Familienmodell, trotzdem ist es eben die Realität und stark im Kommen. Und es muss ja nicht immer zum Scheitern verurteilt werden.

Grundsätzlich denke ich hinterfragt jeder Jugendliche, früher oder später seine Wurzeln.

Daher sehe ich es (vielleicht etwas zu? ) gelassen wenn es um die Fragen nach den Wurzeln geht. Ich kannte zwar meinen Erzeuger, bin aber ohne klassische Vaterfigur aufgewachsen und das hat mir jetzt grundsätzlich nicht geschadet.

Natürlich, ist die EZS noch mal eine andere Ausgangssituation. Trotzdem glaube ich, dass dank epigentischer Prägung, die Gene nicht das Zünglein an der Waage sind.

Ich will jetzt nicht die EZS romantisieren oder herunterspielen.

Ich wünsche mir einfach nur einen offeneren Diskurs in der Gesellschaft, ohne zu verurteilen.

Keiner entscheidet dies leichtfertig.

Wir sind noch in der Findungsphase, aber ich seh es einfach auch pragmatisch. Wenn wir ein eigenes Kind wollen ist dies unsere einzige Chance. Und bei allem darf man ja auch nicht vergessen, dass eine EZS keine 100% Babygarantie ist.

Ich finde es auch so unendlich schwer die Situation einfach anzunehmen und das Leben zu nehmen wie es ist.

Ich trauer da auch dem Gedanken nach, dass wir das natürlichste der Welt nicht hinbekommen.

Irgendwie hab ob mir auch mit ü40 die Frage nach dem Sinn des Lebens anders vorgestellt. Ich fühl mich auch nicht richtig angekommen in den 40ern. Mein Leben fühlt sich eigentlich noch wie mit Ende 20 zu Studentenzeiten an. Während alle um mich rum eine Familie haben. Komisches Gefühl. Wie wenn man nie erwachsen geworden ist.

Da ich im RL keine kinderlosen Frauen ü40 kenne, finde ich den Austausch hier sehr spannend und hilfreich.

FrauKlein
27.08.2018, 11:39
Mein Mann und ich waren bei einem Adoptionsseminar. Da ging es auch immer wieder um das zentrale Thema, wie man ein Kind auf fehlende oder schwierige Wurzeln vorbereitet. An erster Stelle stand immer Ehrlichkeit und Offenheit. Kinder können schon sehr früh zb den Unterschied zwischen Herz- und Bauchmama verstehen. Und es ist einfach erwiesen, dass Kinder viel weniger Schaden nehmen wenn man sie von Anfang an mit einbezieht.

Das klingt sehr interessant! Eine frühere Freundin von mir war adoptiert. Ihre Eltern haben ihr das aber nie gesagt. Sie hat es durch einen Zufall erfahren. Sie hat irgendwelche Unterlagen gesucht und dabei die Adoptionsurkunde gefunden. Das war für sie unbeschreiblich schlimm. Ihre Eltern haben das sicher für richtig gehalten, aber ich halte das für falsch.



Natürlich, ist die EZS noch mal eine andere Ausgangssituation. Trotzdem glaube ich, dass dank epigentischer Prägung, die Gene nicht das Zünglein an der Waage sind.

Ich will jetzt nicht die EZS romantisieren oder herunterspielen.

Ich wünsche mir einfach nur einen offeneren Diskurs in der Gesellschaft, ohne zu verurteilen.

Keiner entscheidet dies leichtfertig.

Volle Zustimmung! Ich finde es wirklich toll, dass es die Möglichkeit der EZS gibt. Ich würde auch keine Frau verurteilen, die sich dafür entscheidet. Für mich persönlich würde sich das aber falsch anfühlen. Ich möchte ein Kind aus meinem Genpool und dem meines Mannes oder eben keines.


Ich finde es auch so unendlich schwer die Situation einfach anzunehmen und das Leben zu nehmen wie es ist.

Da bin ich ganz bei Dir. Wenn ich könnte, würde ich die Zeit zurückdrehen und all meine Bedenken über Bord werfen. Aber das geht nun einmal nicht.

Nach meinem Frühabort vor zwei Monaten habe ich darauf bestanden, den nächsten Zyklus zu verhüten. Als ich dann meine Regel bekam, war ich wieder tieftraurig. Danach haben wir nicht verhütet, aber jetzt kündigt sich meine Regel wohl schon an - heute ist bei mir Zyklustag 21, und ich habe schon so eine leichte Schmierblutung. Mist...



Irgendwie hab ob mir auch mit ü40 die Frage nach dem Sinn des Lebens anders vorgestellt. Ich fühl mich auch nicht richtig angekommen in den 40ern. Mein Leben fühlt sich eigentlich noch wie mit Ende 20 zu Studentenzeiten an. Während alle um mich rum eine Familie haben. Komisches Gefühl. Wie wenn man nie erwachsen geworden ist.

Das kann ich nachvollziehen. Mein Mann und ich haben beide unseren "erwachsenen" Alltag mit Arbeit etc., aber abgesehen davon haben wir eigentlich die Freiheit von Studenten. Schön und gut, aber irgendetwas fehlt halt. Mit Kindern hat man aber auch eine Menge Verantwortung. Davor habe ich sehr viel Respekt, und ich bin unsicher, ob ich mit dieser Verantwortung klarkommen würde.



Da ich im RL keine kinderlosen Frauen ü40 kenne, finde ich den Austausch hier sehr spannend und hilfreich.

Ich kenne ein paar kinderlose Frauen Ü40, aber sie haben sich alle bewusst gegen Kinder entschieden, weil sie diese Einschränkungen nicht wollten. Das ist ja in Ordnung, aber es ist eben eine völlig andere Ausgangssituation als bei mir. Eine Großcousine meines Mannes, mit der ich inzwischen gut befreundet bin, ist in zweiter Ehe mit einem Mann mit drei Kindern verheiratet. Die Kinder waren schon im Jugendalter, als sie ihn kennengelernt hat, und lebten bei der Mutter. Sie hat die Zeit mit den Kindern genossen, war aber auch froh, dass sie nur die Schokoladenseiten hatte. Inzwischen ist sie "Stiefoma" und ist glücklich, dass sie einen Enkel hat, ohne selbst Kinder zu haben. Das gibt mir oft einen Stich.

claudita75
10.09.2018, 18:06
Wie schön, dass es immer noch Antworten gibt, ich würde mich gerne weiter mit Euch austauschen...!! Es tut gut, mit Frauen Kontakt zu haben, die in der gleichen Lage sind. Das fehlt mir so im realen Leben- ich fühle mich oft so alleine in der Situation, und fürchte, darüber depressiv zu werden. Wie geht Ihr damit um? Habt Ihr Erfahrung mit Selbsthilfegruppen oder psychologischer Begleitung?

Feeodora, Ihr habt Euch ja wirklich intensiv mit dem Thema EZS auseinandergesetzt. Das finde ich bemerkenswert und ja, ich wünsche mir auch einen offenen Diskurs dazu in Deutschland. Meine Bedenken sind eben: wie reagiert das Umfeld, z.B. Schule, Nachbarn etc., wenn ich offen "damit" (In D verboten, dazu ü 40 etc.) umgehe? Wie werden die Kommentare für das Kind sein? Und- wenn es mit den eigenen Zellen nicht mehr geklappt hat mit ü 40- wird uns das Kind später nicht vorwerfen, dass es so alte Eltern hat, dazu noch mit Spenderzellen, und es selber steht jetzt da mit diesen alten Eltern, Großeltern, die auch dementsprechend alt sind oder schon nicht mehr leben, keine Geschwister- es ist also wahrscheinlich recht alleine und das wurde mit allen Mitteln erzwungen. Das beschäftigt mich doch sehr... wäre ich 10 Jahre jünger, hätte ich auch bei der EZS weniger Bedenken, immerhin wäre mein Alter ganz durchschnittlich und meine eigenen Eltern noch fit. Das ist glaube ich auch der Grund, weshalb mein Mann sehr skeptisch ist ggü dieser Möglichkeit. Er meint, die Natur sei deutlich und wir sollten unseren Frieden damit machen. Gerade bin ich wieder sehr unglücklich...

FrauKlein
11.09.2018, 14:05
Mit Selbsthilfegruppen habe ich keine Erfahrung. Nach meiner zweiten Fehlgeburt war ich eine Weile bei einer Psychotherapeutin, um damit klarzukommen. Zunächst hat es mir sehr gut getan, mir ihr darüber zu sprechen, obwohl es auch sehr hart war, weil ich alle Gefühle zulassen musste. Aber irgendwann bin ich auf der Stelle getreten. Die Therapeutin sagte mir irgendwann, ich solle mich jetzt entscheiden, ob ich ein Kind will oder nicht - und wenn ich wirklich eines wollte, hätte ich keinerlei Bedenken. Das sehe ich nach wie vor anders. Ich hatte das Gefühl, dass sie von mir genervt war, und dann habe ich die Therapie beendet.



Feeodora, Ihr habt Euch ja wirklich intensiv mit dem Thema EZS auseinandergesetzt. Das finde ich bemerkenswert und ja, ich wünsche mir auch einen offenen Diskurs dazu in Deutschland. Meine Bedenken sind eben: wie reagiert das Umfeld, z.B. Schule, Nachbarn etc., wenn ich offen "damit" (In D verboten, dazu ü 40 etc.) umgehe? Wie werden die Kommentare für das Kind sein? Und- wenn es mit den eigenen Zellen nicht mehr geklappt hat mit ü 40- wird uns das Kind später nicht vorwerfen, dass es so alte Eltern hat, dazu noch mit Spenderzellen, und es selber steht jetzt da mit diesen alten Eltern, Großeltern, die auch dementsprechend alt sind oder schon nicht mehr leben, keine Geschwister- es ist also wahrscheinlich recht alleine und das wurde mit allen Mitteln erzwungen. Das beschäftigt mich doch sehr... wäre ich 10 Jahre jünger, hätte ich auch bei der EZS weniger Bedenken, immerhin wäre mein Alter ganz durchschnittlich und meine eigenen Eltern noch fit. Das ist glaube ich auch der Grund, weshalb mein Mann sehr skeptisch ist ggü dieser Möglichkeit. Er meint, die Natur sei deutlich und wir sollten unseren Frieden damit machen.

Ich kann Deine Bedenken und auch die Deines Mannes gut verstehen. Aber das Thema alte Eltern und unfitte oder nicht mehr lebende Großeltern hättet Ihr auch, wenn Ihr auf natürlichem Weg ein Kind bekommen würdet. Ich denke ja, dass es am wichtigsten ist, dass die Eltern liebevoll für ihr Kind da sind. Aber als Kind sind einem alte Eltern halt peinlich. Meine Eltern waren bei meiner Geburt 36 und 37, und dafür habe ich mich immer sehr geschämt, vor allem, weil mein Vater sehr früh grau geworden ist und ihn viele meiner Mitschüler für meinen Opa gehalten haben.

Abgesehen davon fände ich es auch schön, wenn das Thema EZS bei uns mehr diskutiert würde. Ich verstehe nicht, warum es so ein Tabuthema ist.

claudita75
18.09.2018, 10:38
Das stimmt, die Folgen später Elternschaft sind bei spontan eingetretener SS und bei EZS gleich... im letzteren Fall wären meine Zweifel an der Richtigkeit jedoch ungleich grösser, weil man ja die SS quasi zwangsweise herbeigeführt hat. Also ein Kopfproblem, was sich vielleicht nach glücklichem Ausgang der SS erstmal, wenn auch sichet nicht dauerhaft, erledigen würde

FrauKlein, wie geht es Euch aktuell? Hat sich seit Juli körperlich und/oder gedanklich etwas getan?

Winnifred
18.09.2018, 13:02
Hallo!

Interessanter Strang.
Ich möchte hier jedoch zum Thema alte Eltern noch einwerfen, dass Kinder sich in einem gewissen Alter irgendwie sehr oft für die Eltern schämen. Das Alter spielt da eigentlich gar keine Rolle, es ist halt einer der zahlreichen Aufhänger ;)

FrauKlein
18.09.2018, 16:24
Ich möchte hier jedoch zum Thema alte Eltern noch einwerfen, dass Kinder sich in einem gewissen Alter irgendwie sehr oft für die Eltern schämen.

Das stimmt - als Eltern kann man es seinen Kindern eigentlich nie recht machen. Man zieht sich falsch an, benimmt sich falsch und wäre am besten wohl gar nicht da :smirksmile:


Das Alter spielt da eigentlich gar keine Rolle, es ist halt einer der zahlreichen Aufhänger ;)

Inzwischen sehe ich das auch so, aber als Kind und Jugendliche war die Situation natürlich anders. Wir haben uns auch über das Alter unserer Eltern unterhalten. Meine Eltern waren die ältesten Eltern in meiner Klasse. Was habe ich mich da geschämt...


Das stimmt, die Folgen später Elternschaft sind bei spontan eingetretener SS und bei EZS gleich... im letzteren Fall wären meine Zweifel an der Richtigkeit jedoch ungleich grösser, weil man ja die SS quasi zwangsweise herbeigeführt hat.

Den fett markierten Satzteil kann ich nicht ganz nachvollziehen. Was meinst Du mit "zwangsweise herbeigeführt"? Wenn frau auf gar keinen Fall schwanger werden will, kann sie ja verhüten - bitte verstehe das nicht falsch!



FrauKlein, wie geht es Euch aktuell? Hat sich seit Juli körperlich und/oder gedanklich etwas getan?

Das ist schwierig zu beantworten. Wir verhüten nicht, und eigentlich müsste ich spätestens am Sonntag meine Mens bekommen. Eigentlich deshalb, weil ich alle möglichen Anzeichen habe, die sowohl PMS als auch erste Anzeichen der Wechseljahre als auch Anzeichen einer Schwangerschaft sein könnten. Das nervt, aber ich kann nur abwarten. Von Frühtests halte ich nichts, denn wenn der Test positiv ist und irgendwas schiefgeht und ich doch meine Mens bekomme, bin bin ich mit Sicherheit tieftraurig. Der Gedanke an eine Schwangerschaft macht mir aber auch Angst - es könnte ja wieder schiefgehen. Und selbst wenn es klappt, frage ich mich, wie es wäre.

claudita75
23.09.2018, 19:26
Mit " zwangsweise herbeigeführt" meine ich, dass die SS nicht natürlich entstand ( dann wäre es Schicksal, alt Eltern geworden zu sein), sondern durch die EZS forciert wurde (dann wäre die späte Elternschaft künstlich entstanden). Die Konsequenz- das Kind- ist zwar gleich, aber die ethischen (Gewissens-)Fragen, die man sich in dem Zusammenhang stellen kann, sind eben andere. Über eine spontane SS, die in einer Lebendgeburt endet, wäre ich dankbar und glücklich. Bei einer EZS plagt mich die Frage, ob ich da zu weit gehe und auch dem Kind/ späteren Erwachsenen sehr viel zumute (nicht nur die alten Eltern, die sich quasi eine SS gekauft haben, sondern auch eine Leerstelle bei der Identität).
Die Frage, wie weit man geht und was man aushält an Rückschlägen und Enttäuschungen, welches Risiko man ist bereit einzugehen, das ist ja alles höchst individuell. Das gute am Forum ist, einfach nochmal ähnliche Lebenssituationen und trotzdem andere Blickwinkel darauf zu sehen. Ich finde das hilfreich. Danke.

FrauKlein
24.09.2018, 17:04
Ach so meinst Du das, jetzt habe ich Deinen Gedankengang verstanden.

Für mich wäre eine EZS ohnehin der falsche Weg, weil ich kein Baby aus einem fremden Genpool möchte, aber das muss jede für sich entscheiden.

@claudita, wie geht es Dir jetzt?

Letzte Woche hatte ich entweder einen sehr frühen Abgang oder eine verfrühte Mens. Mir ging es sehr dreckig. Aber jetzt geht es wieder. Mein Mann und ich versuchen es weiter.