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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : falsche Angaben bei BU Versicherung



Frauschmit
27.02.2007, 09:43
Hallo Ihr Lieben,

ständig hört man, dass man bei Abschluss von Berufsunfähigkeitsversicherungen keine falschen Angaben zum Gesundheitszustand machen soll.

Aber was tun, wenn es bereits zu spät ist?

Vor ca. 7 Jahren habe ich eine BU Versicherung abgeschlossen und mich als gesund und ohne Vorerkrankungen gemeldet.
Nun erfahre ich von meiner Mutter, dass ich als Baby an einer Fehlbildung der Wirbelsäule litt, die operativ korrigiert wurde.

Und nun? Von der Versicherung habe ich doch nun im Falle einer Berufsunfähigkeit nichts zu erwarten. Und eine andere Versicherung wird mich wohl kaum noch aufnehmen.
Bestehende Versicherung kündigen?

Was würdet Ihr tun? Wäre dankbar für jeden Tipp!

Igel224
27.02.2007, 10:57
Der Versicherung den Sachverhalt so wie hier geschildert schriftlich mitteilen und warten, was passiert. Evtl. kannst du sie weiterführen mit Aufschlag auf den Beitrag oder diese Erkrankung wird ausgeschlossen vom Versicherungsumfang. Dann ist aber die Frage, ob sich das noch rechnet.

DerExperte
27.02.2007, 14:58
Hallo Ihr Lieben,

ständig hört man, dass man bei Abschluss von Berufsunfähigkeitsversicherungen keine falschen Angaben zum Gesundheitszustand machen soll.

Aber was tun, wenn es bereits zu spät ist?

Vor ca. 7 Jahren habe ich eine BU Versicherung abgeschlossen und mich als gesund und ohne Vorerkrankungen gemeldet.
Nun erfahre ich von meiner Mutter, dass ich als Baby an einer Fehlbildung der Wirbelsäule litt, die operativ korrigiert wurde.

Und nun? Von der Versicherung habe ich doch nun im Falle einer Berufsunfähigkeit nichts zu erwarten. Und eine andere Versicherung wird mich wohl kaum noch aufnehmen.
Bestehende Versicherung kündigen?

Was würdet Ihr tun? Wäre dankbar für jeden Tipp!

hallo frauschmit!

evtl. ist es nicht zu spät. wichtig ist, was ganz konkret beim antrag auf eine bu gefragt wurde. ob die op in den angefragten zeitraum passt. da die fehlstellung korrigiert wurde ist keine fehlbildung mehr seit nach der op vorhanden.
wenn die fragen damals mit ja hätten beantwortet werden müssen, so meldest du diesen fall nach. dann bleibt abzuwarten, wie die versicherung reagiert. evtl. zuschlag, evtl. ausschluß wirbelsäule.
nur nebenbei: vor 7 jahren gab es meist nicht so gute bedingungen im bu-bereich wie es heute der fall ist. welcher tarif welcher gesellschaft wurde gewählt und weswegen? vielleicht würde es aus qualitätsgründen in frage kommen eine andere zu wählen. das ist aber zunächst sehr fraglich, da ich keine detailinfos bisher von dir habe. wenn du sonst gesund bist und die fehlstellung korrigiert und keine folgen zu erwarten sind, sehe ich zunächst keine probleme bei antragstellung bei einer neuen bu-versicherung. aber langsam, erstmal die o.g. sachverhalte klären.
hoffe, ich habe ein wenig weitergeholfen :-)

beste grüße!

DerExperte

Inaktiver User
27.02.2007, 16:58
Hallo Frauschmit.

Es kommt hier vollkommen auf die Versicherungsbedingungen an.
So wie Du es schilderst, handelt es sich um eine sog. unverschuldete Anzeigepflichtverletzung.

Im Falle einer unverschuldeten Anzeigepflichtverletzung gibt es verschiedene Möglichkeiten:

a) die Versicherungsgesellschaft kann nach §16 VVG 10 Jahre lang vom Vertrag zurück treten. Gute Gesellschaften verkürzen jedoch dieses Rücktrittsrecht auf 5 Jahre (bist Du bei einer solchen Gesellschaft versichert, wärst Du also bezüglich des Rücktrittsrechtes aus dem Schneider).

b) die Versicherung kann nach §41 Abs. 2 VVG den Vertrag kündigen. Gute Versicherungsgesellschaften verzichten jedoch vollständig auf dieses Kündigungsrecht (bist Du also bei einer solchen Versicherung versichert, wärst Du bezüglich der Kündigung ebenfalls aus dem Schneider).

c) die Versicherung hat nach § 41 Abs. 1 das Recht, vom Beginn des laufenden Versicherungsjahres an einen "nachträglichen" Risikozuschlag zu verlangen oder, bei zum Zeitpunkt des Vertragsabschlusses unversicherbaren Risiken, den Vertrag nachträglich zu kündigen. Gute Versicherungsgesellschaften verzichten jedoch auf diese Rechte aus § 41 Abs. 1 VVG (bist du also bei einer solchen Gesellschaft versichert, wäre also auch dieses Recht kein Problem für Dich).

Leider gibt es nur sehr wenige so kundenfreundliche Gesellschaften/Tarife. Trotzdem ist zunächst einmal zu klären, wie sich die Gesellschaft generell in einem Fall von unverschuldeter Anzeigepflichtverletzung verhält.

Dies kannst Du entweder direkt bei der Gesellschaft erfragen oder aber (falls Du gegenüber der Gesellschaft zunächst unerkannt bleiben möchtest) auch gerne über mich.

Ich schicke Dir diesbezüglich eine PN.

Erst wenn dieser Sachverhalt geklärt ist, sind die weiteren Schritte zu überdenken. Im Idealfall behältst Du weiterhin Deinen vollen Versicherungsschutz und Dein derzeit noch großes Problem hat "keine" Auswirkungen.

Schöne Grüße

justii

Frauschmit
28.02.2007, 09:29
vielen Dank für Eure Antworten!

Inzwischen habe ich das folgende gefunden (auf den Seiten eines Kreditinstituts, das auch Versicherungen (nicht meine) anbietet):

Verjährt...
Haben Sie vergessen, eine Krankheit anzugeben, können Sie dieses Versäumnis nachmelden. Vergessen Sie auch das, verjährt diese Gedächtnislücke je nach Vertrag nach 5 oder 10 Jahren. Erfährt der Versicherer in der Zwischenzeit davon, kann er vom Vertrag zurücktreten, bereits gezahlte Prämien sind dann verloren.

Schlupfloch
Ist die entstandene Berufsunfähigkeit nachweislich auf einen gänzlich anderen Grund zurückzuführen (z. B. haben Sie vergessen, den Heuschnupfen anzugeben, werden aber wegen eines Rückenleidens berufsunfähig), hat die Versicherung meist wenig Chancen, die Zahlung zu verweigern. Trotzdem sollten Sie es nicht darauf ankommen lassen - es kommt mit Sicherheit zu Ärger und Verzögerungen.


Wie würdet Ihr das interpretieren?
Wenn ich es richtig verstehe, kann ich alles so lassen wie es ist und hoffen, dass ich (falls überhaupt) mal aus einem anderen Grund berufsunfähig werde. In meinem Vertrag wurde übrigens kein bestimmter Zeitraum abgefragt, sondern nur "besteht oder bestand" und "leiden oder litten Sie" ...

DerExperte
28.02.2007, 10:20
ob man eine op wirklich vergessen kann???
als versicherung würde ich dies nie akzeptieren und
kämpfen, daß ich im falle einer berufsunfähigkeit nicht bezahlen muß. wie würdest du es aus sicht des versicherers machen?

beste grüße,

DerExperte

Inaktiver User
28.02.2007, 12:40
ohoh....

Wenn Du es bewußt "vergißt" und hoffst, daß bis zur Verjährung bei Deiner Gesellschaft nichts passiert, ist dies schon ein gewisses Risiko.

1) Was machst Du, wenn bis dahin doch eine BU oder EU eintritt und die Gesellschaft dann dahinter kommt?
2) Kannst Du Dir im Schadensfall (BU/EU) tatsächlich langzeitige Zahlungsverzögerungen aufgrund Rechtsstreit etc. leisten?
3) Kannst Du gerade dann, wenn Du gesundheitlich angeschlagen bist, einen Arztmarathon, Gutachteruntersuchungen, Rechtsanwalts- und Gerichtstermine usw. besser verarbeiten und einplanen als jetzt im Gesundzustand die einfache Klärung des Sachverhaltes?
4) Was nützt Dir das von Dir genannte Schlupfloch (wenn die BU aus einem anderen Grund eintritt als die "vergessene" Erkrankung), wenn die Versicherung im BU-Fall aufgrund vorvertraglicher Anzeigepflichtverletzung vom Vertrag zurück tritt? Die Anzeigepflicht wurde verletzt unabhängig davon, aus welchem eine BU/EU schlußendlich eintritt...

Ich würde mich darauf nicht einlassen. Aber schlußendlich mußt Du selbst entscheiden.

Liebe Grüße

justii

Inaktiver User
23.03.2007, 05:50
Hallo Frauschmit.

*malganzschnellvorbeischau*
Hast Du Dich fürs Hoffen entschieden oder hast Du schon harte Fakten und Sicherheit für Dich geschaffen?

Wenn Du mal Zeit hast, wäre das sicher nicht nur für mich interessant.

Lieben Gruß

justii