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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Kinderwunschzeit als Paar gut überstehen



Inaktiver User
12.11.2017, 19:51
Hallo ihr Lieben,

meinem Lebensgefährten und mir stehen einige Untersuchungen und Tests bevor, ggf. folgt anschließend eine Kinderwunschbehandlung.

Nachdem wir jetzt schon einige Zeit ungewollt kinderlos sind, haben wir den nächsten Schritt gewagt und waren in der Kinderwunschpraxis. Zunächst einmal wird alles durchgecheckt und dann das weitere Vorgehen besprochen. Heißt im Klartext, wir müssen regelmäßig in die Praxis zur Blutuntersuchung, Ultraschall, Besprechung usw. Im Dezember wird bei mir eine Bauch- und Gebärmutterspiegelung gemacht (aufgrund von Vorerkrankungen)

Nun meine Frage: Wie schafft man es, für sich selbst und auch als Paar, einigermaßen unbeschadet durch diese aufreibende Zeit zu kommen? Wie schafft man es, dass dieses Kinderwunschthema nicht ständig wie ein Damoklesschwert über einem hängt und sich alles nur noch darum dreht? Das kann ganz schön belastend sein, wenn sich der ganze Alltag danach richtet und es ständig Thema ist.

Aber wie kann man das vermeiden? Man wird ja ständig, eigentlich täglich, daran erinnert. Sei es, weil man täglich Tabletten nehmen muss, weil sich die Arzttermine teilweise nach dem Zyklus richten müssen und man ihn somit immer irgendwie im Blick haben muss.

Ich möchte verhindern, dass dieses Thema sämtliche Leichtigkeit, die wir gerade erst wieder entdeckt haben, nimmt.

Ich würde mich über eure Erfahrungsberichte freuen :blume:

Cariad
12.11.2017, 20:07
Wir fanden es schwer.

Gemeinsam andere schöne und erfüllende Dinge tun, und zwar ganz bewusst. Das half mir am meisten.

Und es ist idealiter eine gute Vorbereitung für die Kleinkindzeit, in der man zwar wieder positivere Gefühle, aber meist sehr wenig Paarzeit hat.

Inaktiver User
12.11.2017, 20:27
Danke, Cariad.

Ganz bewusst schöne, gemeinsam verbrachte Zeit miteinander zu verbringen, machen wir bereits. Wir tanzen, gehen gerne mal ins Kino oder Theater, viele Unternehmungen mit Freunden, Ausflüge usw.

Ich hab einfach Angst, dass sich alles nur noch darum dreht. Heute war ein ganz schlimmer Tag für mich...war nur traurig und niedergeschlagen, musste ständig weinen usw. Aber ich habe Glück, dass mein Freund es immer wieder schafft, mich zum Lachen zu bringen...er schnappt mich dann einfach und tanz Walzer mit mir :smirksmile: Jetzt geht es wieder einigermaßen.

Hab solche Angst, was bei den ganzen Untersuchungen rauskommen wird.

Feeodora
12.11.2017, 21:57
Wie schafft man es, für sich selbst und auch als Paar, einigermaßen unbeschadet durch diese aufreibende Zeit zu kommen? Wie schafft man es, dass dieses Kinderwunschthema nicht ständig wie ein Damoklesschwert über einem hängt und sich alles nur noch darum dreht?Hallo Bommesfan, ja das fragen sich wohl alle zu Beginn. Auch ich habe mich oft gefragt und frage es immer noch und auch hier gibt es viele Stränge zum Thema.

Ich bin mittlerweile nicht mehr so sehr bei der Frage wie überstehen wir die Zeit unbeschadet als viel mehr warum müssen wir sie unbedingt "unbeschadet" überstehen? Ich will damit sagen ist es nicht auch eine Chance für die Beziehung, ist es wirklich ein Damoklesschwert? Weißt du, müsste man dann nicht auch Eltern fragen wie sie unbeschadet die Elternzeit überstehen?

Sicher ist der unerfüllte Kinderwunsch eine Herausforderung.

Dass sich nicht alles darum dreht ist schier unmöglich. Dazu ist er einfach zu elementar und die Behandlungen greifen schon sehr in den Alltag ein. Aber ich empfinde das nicht als schlimm. Das ist tatsächlich alles machbar.

Die psychische Belastung, die ist schon groß, das sollte nicht vernachlässigt werden. Wichtig finde ich, dass man als Paar an einem Strang zieht. Dass es ein gemeinsamer Wunsch ist.

Ich glaube wir wirken auf viele als ganz normales Paar. Die meisten ahnen nicht was wir alles so unternehmen.

Und nun die Traurigkeit. Ja, die ist bei mir/uns schon ein großes Thema. Ich habe damit meinen Frieden gefunden. Das ist ein Teil meiner Geschichte, meiner Biografie, meines Lebens. Hat mich geprägt und nun bin ich der Mensch der ich bin.

Schwerer wird es dann irgendwann wenn man merkt, dass man nie Kinder haben wird. Aber auch da wächst man rein und findet seine Position als Paar. Und da seid ihr noch lange nicht. Seid erstmal offen für alles. Ich finde vieles ergibt sich einfach mit der Zeit.

Alles gute für dich.

Inaktiver User
13.11.2017, 13:14
Liebe Feeodora, danke für deinen reflektierten Post :blumengabe:

Damit hast du irgendwas bei mir angestoßen, ich fühle mich tatsächlich etwas ruhiger jetzt.

Vielleicht sollte man wirklich dazu übergehen, den Kinderwunsch und alles, was damit einhergeht, anzunehmen (wie eine Krankheit) und es wie selbstverständlich in den Alltag einzubinden. Wie ein Diabetiker vielleicht, der sich erst einmal damit abfinden und sich erheblich umstellen muss, dann aber doch ganz gut damit leben kann. Eine Freundin von mir hat Diabetes. Natürlich IST das scheiße, aber mittlerweile gehört das einfach zu ihr und sie lebt fast ohne Einschränkungen. Durch ihre Insulinpumpe wird sie aber täglich daran erinnert und sie akzeptiert einfach, dass das nunmal zu ihr gehört. Ist jetzt vllt. sehr verschwurbelt, aber möglicherweise weißt du was ich meine.

Feeodora
13.11.2017, 20:10
Das freut mich, Bommesfan.

Klar ist das nicht mit einer schweren Krankheit vergleichbar. Aber es gibt z.b. schon auch Studien, dass ein unerfüllter Kinderwunsch einem Trauerprozess um einen geliebten Menschen ähnlich sein kann.

Und es gibt wirklich viele Beispiele von tollen Frauen/Paaren die ganz unterschiedlich damit umgehen, das hilft mir auch. Gerade im Netz findet man ja viele Blogs zum Thema. Ich mag es sehr wenn das ganze auch mal nicht so ernst gesehen wird. Und man kann auch ruhig mal wütend, genervt, ect sein.

Wir haben übrigens einen Hund adoptiert und das war eine der besten Entscheidungen für uns.

Inaktiver User
16.11.2017, 10:55
@Feeodora, kannst du mir einen guten Blog empfehlen? Ansonsten stöbere ich mich mal so durch :smirksmile:

Ein Hund wäre ein Traum, wir wollen unbedingt in den nächsten Jahren ein Haustier...Hund oder Katze. Aber momentan lässt sich das leider nicht realisieren. Ungeeignete Wohnung und beide Vollzeit berufstätig.

Im Moment bin ich auch nicht wirklich wütend, vielleicht ein bisschen genervt (weil man so viele Dinge beachten muss), aber hauptsächlich bin ich zurzeit einfach wahnsinnig sorgenvoll und ängstlich. Die Diagnostikergebnisse stehen teils noch aus, heute bekomme ich wohl einen Rückruf der Ärztin bzgl. Insulinresistenz. Die Helferin durfte telefonisch keine Auskunft geben, ich muss auf einen Anruf der FÄ warten :knatsch:

Vitamin D hab ich wohl so gut wie gar nichts mehr im Speicher. Wert 6 (welche Einheit weiß ich nicht genau) statt idealerweise >50. Dafür muss ich erstmal Vit-D-Tabletten nehmen. Vermutlich bin ich deshalb oft so schlapp und kaputt.

Außerdem hab ich für mich und meinen Freund Maca-Kapseln bestellt, die wurden mir von mehreren Seiten schon empfohlen. Soll sowohl den Zyklus regulieren und stabilisieren, sich positiv auf die Hormone auswirken und die Libido steigern und insgesamt für mehr Vitalität sorgen. Bin mal gespannt, ob es was bringt.

Jetzt muss ich noch gefühlt 20 Seiten für die bevorstehenden Spiegelungen ausfüllen, Arztberichte anfordern etc und die ganzen Unterlagen für die OP zusammenstellen.

Aber erstmal warte ich jetzt ganz hibbelig auf den Rückruf der Ärztin und hoffe auf nicht so ganz schlechte Nachrichten.

Inaktiver User
16.11.2017, 12:44
So, habe gerade mit der Ärztin gesprochen, ich habe eine Insulinresistenz :ooooh:

Jetzt heißt es Ernährungsumstellung, Tabletten (Metformin) nehmen und mehr Bewegung. Ich bin begeistert.

Ich könnte gerade schreien!!!!!

Cecil2012
17.11.2017, 07:52
Hi Bommesfan,

immerhin ist es eine Diagnose. Zudem ist eine Insulinresistenz recht gut zu behandeln. Ich habe das auch und habe Dank Metformin, Ernährungsumstellung und bei Kind 2 Stimulation mit Gonal F zwei gesunde Kinder bekommen.

Also nur Mut 🌷

Versuche Kohlenhydrate wegzulassen und eiweißorientiert zu essen. Dank Metformin habe ich vor den Schwangerschaften dann etwa 10 Kilo abgenommen und bin nach etwa acht Monaten jeweils schwanger geworden. Mein Zyklus hat sich reguliert. Vorher hatte ich keinen Eisprung dank PCO. Mit Metformin dann schon.

Allerdings verursacht es oft MagenDarm Probleme und wird daher langsam eingeschlichen.

Wenn du Fragen hast, dann gern PN.

LG Cecil

Alicia7
17.11.2017, 09:36
Zu IR gibt es gute Facebook-Gruppen, die einen sehr hilfreich unterstützen
können. Es wird viel erklärt, es gibt Produktempfehlungen, Vorschläge für
Mahlzeiten etc.

Es wird allerdings nicht empfohlen generell auf Kohlenhydrate zu verzichten
sondern alle Mahlzeiten immer mit Kohlenhydraten aus Vollkornprodukten zu
kombinieren.
Also immer vielGemüse/Salat, Eiweiß, gesunde Fette und z.B. Vollkornbrot,
Vollkornnudeln, Vollkornreis.
Aller zugesetzter Zucker (auch Honig oder Sirup etc) ist zu vermeiden.

Metformin kann Nebenwirkungen haben, muss aber nicht. Ich hatte und habe z.B.
keinerlei Probleme damit.

Inaktiver User
18.11.2017, 12:06
@Cecil2012 und @Alicia7, danke für eure Rückmeldung. Das macht mir Mut.

Auf Kohlehydrate generell verzichten könnte ich gar nicht bzw. halte ich das auch für schier unmöglich. Wichtig ist vermutlich, hauptsächlich komplexe KH zu wählen und leere KH zu meiden.

Das versuche ich jetzt wirklich und hoffe, dass es die gewünschte Wirkung bringt.

Feeodora
18.11.2017, 18:12
Hallo Bommesfan, klar ist so ne Diagnose erstmal großer Mist. Ich muss allerdings sagen, dass ich manchmal ganz gerne eine eindeutige Diagnose gehabt hätte um sie aus dem Weg zu schaffen. Denn nichts ist ätzender als auf gut Glück im Dunkeln rum zu stochern...

Ich wünsche dir, dass dir die Ernährungsumstellung und die Medikamente helfen.

Bezüglich Blogs ect. Ich hab damals viel den Blog "Eiertanz" gelesen, plus das gleichnamige Buch. Es ist halt so eine Sache mit diesen Blogs, oft verlaufen sie auch im Sande wenn die Schreiberin "erfolgreich" oder eben aufgibt. Und man muss sich dann auch überlegen ob man mit dem Verlauf umgehen kann. Ansonsten gibt es wenn man "unerfüllter Kinderwunsch Blog" googelt auch ziemlich viel, aber auch so Seiten wie Wegweiser Kinderwunsch, Kindersehnsucht und Wunschkinder sind ganz hilfreich. Ich bin mittlerweile viel auf Instagram unterwegs.

Du bist natürlich auch herzlich willkommen drüben in unserem Hoffnungsstrang, da ist es zwar hin und wieder auch mal sehr ruhig, aber das hat das Thema halt auch so an sich.

Liebe grüße und ein schönes Wochenende.

Inaktiver User
21.11.2017, 10:35
Danke Feeodora für den Tipp mit dem Blog.

Im Hoffnungsstrang werde ich mich vorerst noch nicht blicken lassen, sonst kreisen meine Gedanken ständig um das Kinderwunschthema. Aber vielen Dank für das Angebot.

Im Moment bin ich sowieso noch mit den bevorstehenden Arztterminen und der Ernährungsumstellung beschäftigt, aktuell warten wir auf die Ergebnisse von meinem Freund.

Inaktiver User
06.12.2017, 17:33
Heute meldet sich eine ziemlich verwirrte bommesfan :niedergeschmettert:

Verwirrt deshalb, weil mir nun die Laborergebnisse schwarz auf weiß vorliegen und ich anscheinend gar keine Insulinresistenz hab?:unterwerf::wie?: Naja, nix genaues weiß ich noch nicht, aber momentan sind alles nach einem Missverständnis aus.

Als ich im November nach dem Zuckerschnelltest in der Kiwu-Praxis anrief, sagte mir die Sprechstundenhilfe O-Ton "Der Test ist wie erwartet nicht so gut ausgefallen, sie bekommen jetzt ein Rezept für Metformin. Genaueres erklärt Ihnen Frau Doktor, sie ruft Sie später zurück".
Im Telefonat mit der Ärztin hab ich nochmal ausdrücklich gefragt, was das jetzt für mich heißt und ob die Diagnose "insulinresistent" lautet. "Ja genau, deswegen das Metformin".

Jetzt hab ich den Laborbefund vorliegen und da steht "Normale Glukosetoleranz, kein Diabetes mellitus".

Hä:wie?: Was denn nun? Jedenfalls hab ich um Rückruf gebeten, um das aufzuklären. Kann natürlich sein, dass das Metformin als Off-Label-Medikament verordnet wurde, was ja auch ok wäre, aber es wäre für mich schon interessant, ob ich jetzt nun Insulinresistenz habe oder nicht.

Was erfreuliches hatte der Befund allerdings auch. Im April 2015 lag mein AMH Wert bei 0,73 ng/ml (ich weiß, AMH ist nicht ganz unumstritten), also relativ niedrig. Im damaligen Befund meiner FÄ stand der Zusatz "AMH für Alter der Patientin deutlich reduziert und lässt von einer eingeschränkten ovariellen Reserve ausgehen".

Jetzt im November lag der Wert bei 2,5, also deutlich höher als noch vor 2 Jahren. Das beruhigt mich etwas :smile:

Was für ein Mist alles. Hab das Gefühl, man muss alles und jedes hinterfragen und selbst nachprüfen und am besten 3 Meinungen einholen. Als ob das nicht schon so total doof ist :unterwerf: