PDA

Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Wie kann man helfen?



Inaktiver User
22.02.2007, 21:13
Hallo Ihr lieben,

ich habe schon viel in diesem Forum gelesen... Es sind so viele schlimme Schicksale dabei. Schön, daß man hier so viele liebe Worte und Trost findet...!
Heute möchte ich Euch gern von meiner Freundin Jana erzählen. Es fällt mir ein bißchen schwer... Aber von ihr zu erzählen, das ist ein bißchen so, als wäre sie gar nicht gestorben.
Jana war ein sehr warmherziger Mensch, immer optimistisch, ein riesiges Herz, immer hilfsbereit. Ihren sanften Blick werde ich niemals vergessen... sie konnte wirklich mit Blicken umarmen. Wenn ich bei ihr war, ging es mir immer so gut.
Sie hat eine wundervolle kleine Familie. Eine Bilderbuchfamilie! Ich schwärmte jedem davon vor! Sie hatte so viel geschafft zusammen mit ihrem Mann... Die beiden schienen nicht nur glücklich, sie waren es wirklich! Und sie haben 4 wunderbare Kinder. Ich war gerne in dieser Familie, es gab immer etwas zu lachen... und irgendwie gab mir diese Familie "Nestwärme", die mir in meiner eigenen Familie als Kind ein wenig gefehlt hat. So wurde Jana für mich die liebste Freundin, die man sich wünschen kann...
Im Juli vorletzten Jahres dann die schreckliche Nachricht: Sie hatte Krebs. Leider hat man ihn spät entdeckt. Es war ein Schock! Aber für mich war sofort klar: Jana ist eine Kämpfernatur, sie schafft es!! Sie liebte ihre Familie so innig, das würde ihr Kraft geben!! So habe ich sie denn oft aufgebaut... Egal, wie schlimm ihre Schmerzen waren, ich glaubte an sie! Sie hatte noch so viel vor, so viele Träume zusammen mit ihrem Mann und ihren Kindern. Ich betete mit ihr zusammen... denn Gott kann doch Wunder vollbringen. Ich glaubte so sehr daran... Bis eine Woche vor ihrem Tod, wo dann auch endlich ich realisierte, daß der Krebs sie besiegte... Ich schämte mich... so sehr!... für meinen Optimismus, der einfach nicht angebracht gewesen ist! Die letzten Tage konnte ich eigentlich nur bei ihr sein, mit ihr weinen und ihre Hand halten. Sie bat mich, für ihre beiden Mädchen da zu sein, wenn sie gegangen ist.
Im Januar letzten Jahres ist sie dann gestorben.... Sie hinterlässt ein riesiges Loch! Ich vermisse sie! Meine liebe Freundin, zu der ich immer so aufgeschaut und deren Meinung mir immer so wichtig war... Und die Welt dreht sich einfach weiter!! Dabei kann sie durch nichts und niemand ersetzt werden.

Viel schlimmer aber ist die Trauer für ihre Familie. Und das ist auch der Grund meines Schreibens. Die beiden Jungs sind "zum Glück" schon älter (19 und 20) und haben liebe Freundinnen, wo sie sicher einen großen Teil Trost finden. Die beiden Mädchen sind 15 und 9. Besonders bei der Kleineren merkt man, daß die Mama fehlt... sie braucht einfach noch so viel Aufmerksamkeit...Jemand, der sich geduldig die Schulgeschichten und alltäglichen Sorgen anhört, vor allem aber jemand, der sie in den Arm nimmt und mit ihr kuschelt. Sie ist ein so anhängliches Mädchen.
Ich versuche, so viel wie möglich für die Familie da zu sein. Mit der Kleinen unternehme ich hin und wieder etwas, oder wir machen einen Bastelnachmittag, gucken einen schönen Film...Ich nehme sie viel in die Arme, höre ihr zu. Aber eine Mutter ersetzen... unmöglich! Auch mit den beiden Söhnen habe ich viel gesprochen... das hilft denke ich auf beiden Seiten.
Aber am meisten Sorgen mache ich mir um Janas Mann. Er "funktioniert" den ganzen Tag. Nach außen hin haben sie alles so toll organisiert, alles läuft, der Haushalt, Arbeiten, Kochen... Es gibt immer viel zu tun. Jeder leistet ehrgeizig und selbstverständlich seinen Beitrag. Der Papa versucht all seinen Kindern gerecht zu werden. Er möchte ihnen das Beste bieten. Mir jagt es manchmal die Tränen in die Augen, so rührend kümmert er sich.
Er selber aber leidet still vor sich hin. Wenn die Kinder abends im Bett sind, dann gesteht er sich die Trauer zu... dann sitzt er da, alleine, und weint, denkt nach und fühlt sich verdammt allein.
Hin und wieder bin ich bei ihm, dann reden wir und weinen zusammen. Aber die allermeiste Zeit ist er nunmal allein... und ich frage mich - zerbreche mir den Kopf - wie um alles in der Welt man einem so lieben Menschen helfen kann. Kann man das überhaupt??? Welche Worte sind die richtigen? Läßt man ihn besser alleine oder leistet man ihm Gesellschaft? Was ist das richtige Maß?
Es geht jetzt schon über ein Jahr so... Es ist nicht so, daß er sich hängen lässt! Er kämpft... schon aus Liebe zu seiner Frau! Aber ich möchte einfach nicht, daß er so traurig ist... sich so einsam fühlt. Er meint, er bräuchte noch Jahre, bis er darüber hinweg ist.
Aber ein Leben in der "Warteschleife"???

Entschuldigt... es ist so lang geworden.
Es wäre so schön, wenn mir jemand sagen könnte, was für diese Familie - speziell für ihn - gut ist, wie man/ich helfen kann, um alles irgendwie erträglicher zu machen......

DANKE für das Lesen meines Beitrages.
Ich wünsche allen, die den Tod eines lieben Menschen verarbeiten müssen, viel, viel Kraft! :blumengabe:

Estelle

Karla48
22.02.2007, 22:23
Guten Abend, Estelle!
Ich glaube, dass Du schon das richtige tust momentan. Du bist da, Du gibst das, was Du geben kannst. Klar - man fragt sich immer, "ist das das richtige?". Aber selbst wenn Du den Mann direkt fragen würdest, er könnte Dir keine Antwort geben.
Es wird der Familie mit Sicherheit sehr gut tun, dass Du da bist.

Man muss nicht andauernd die tollsten Worte finden, man muss nicht irgendwas geniales tun...einfach da zu sein, ist schon sehr viel.

Viele Freunde/Bekannte ziehen sich ja zurück bei Todesfällen, weil sie nicht wissen, wie sie sich verhalten sollen,und da verhalten sie sich vorsichtshalber mal lieber "gar nicht". Du machst das nicht - Du stehst zu Deinen Leuten. Das ist wunderbar!
Ich verstehe, dass Du Dir den Kopf zerbrichst, aber ich denke, das mußt Du gar nicht. Es ist schon gut so, wie Du es angehst.

Wenn Du es kannst, sag ihm doch einfach mal "ich würde Dich am liebsten jetzt einfach in den Arm nehmen, es berührt mich so sehr, Dich so leiden zu sehen" - zum Beispiel. Es kann sehr gut tun, gemeinsam zu weinen. Ich spreche da weiß Gott aus Erfahrung. Mehr kann man oft nicht tun für einen Menschen, und dabei ist es doch unendlich viel!

Vielleicht kannst Du nochmal einen Seelsorger fragen, wozu er rät?

Ich wünsche Dir weiterhin viel Kraft zum Weitergeben und ich möchte Dir sagen, wie schön ich es finde, dass es treue Menschen wie Dich gibt. Das bringt ein Licht in die Welt!

Ganz liebe Grüße
und Gottes Segen für Euch alle
Karla

Hillie
22.02.2007, 22:30
Hallo,
die Trauer des Mannes wird so lange andauern, bis er erkennt, dass er nicht mehr der Mann der verstorbenen Frau ist, sondern ein eigenständiger Mann mit all den Wünschen, Träumen und Sehnsüchten eines Mannes (ohne seine Frau zu vergessen!). Aber das kann Jahre dauern. Sei für die Familie da, aber vergiss dich nicht darüber!
Ich wünsche dir viel Kraft!
Hillie

Ricarda44
23.02.2007, 09:35
Liebe Estelle!

Du sagst: "Ich schämte mich... so sehr!... für meinen Optimismus, der einfach nicht angebracht gewesen ist!"

Dafür brauchst Du Dich ganz sicher nicht zu schämen. Du hast Kraft vermittelt, Deine Hoffnung und guten Wünsche für Deine Freundin zum Ausdruck gebracht. Was soll daran verkehrt sein?
So sehr man auch kämpft, man kann immer mal verlieren.

Dass Du Dich so lieb um die Kinder und vor allem auch für das Nesthäkchen kümmerst, ist ganz, ganz wunderbar. Deine Freundin würde Dich, wenn sie es jetzt könnte, in den Arm nehmen und sagen "Danke meine liebe Freundin, ich bin so froh, dass es Dich gibt".

Meine Kinder sind 10, 2 x 16 und einer 18. Ich weiß, was ich mir wünschen würde, wenn mich so ein Schicksal ereilen würde. Ich würde in erster Linie wünschen, dass da Menschen sind, die meinen Kindern zur Seite stehen und ihnen weiterhin das Gefühl geben, geliebt und verstanden zu werden.

Das Du das für Dich als Herzenssache ansiehst, hat meinen uneingeschränkten Respekt.

Zum Vater der Kinder:
Er braucht seine Zeit, um zu verstehen.
Du sagst, er kümmert sich rührend.
Seine Frau wäre stolz auf ihn. Denn so sollte es sein, wenn einem die Aufgaben von vorher zweien übertragen werden.

Er lässt sich nicht gehen, das heißt: Er nimmt seine Verantwortung wahr. Das ist für die Kinder schon mal sehr, sehr wichtig. Schlimm wäre es, wenn Papa "nicht funktionieren" würde.
Ich sehe diesen Mann als einen mit Rückgrat. Als einen erwachsenen Mann, der den Namen VATER wirklich verdient hat. Einen, der sein Eheversprechen "in guten wie in schlechten Zeiten" hält.

Wie kannst Du ihm helfen?
Ganz einfach: Frag ihn danach. Das ist die einzige Möglichkeit, eine ehrliche Antwort zu bekommen.
Selbst wenn er sagen würde: "Du, ich brauche jetzt mal meine Ruhe" - ich denke, Du würdest das verstehen.

Wir können hier viele Ratschläge erteilen, aber es kann alles verkehrt sein. Deshalb ist der beste und sicherste Weg, wenn Du ihn fragst.

Ihr habt beide meinen uneingeschränkten Respekt.
Und ich bin wirklich dankbar dafür, dass Du Dich hier gemeldet hast. Denn es ist schön, zu sehen, dass es Menschen gibt, die nicht nur in glücklichen Zeiten füreinander da sind.

"Ein wahrer Freund ist einer, der kommt, wenn der Rest der Welt geht." Walter Winchell

Ich hoffe, Du bleibst hier mit uns in Kontakt.

Liebe Grüße!

sabinemaria
23.02.2007, 13:38
Liebe Estelle!

Ich finde toll, was Du tust. Und bleib dabei - sei einfach da. Für die Kleine, für die Größere, für den Vater.

Wie Du wirklich helfen kannst, weiß ich leider auch nicht. Man ist einfach hilflos, wenn man Trauer gegenüber steht. Ich weiß, wie manche Leute reagiert - oder besser gesagt - nicht reagiert haben, als ich meinen Vater verloren habe. Ich war 18.

Aber ich weiß auch noch, dass immer Menschen da waren, die mir zugehört haben und die mich festgehalten haben, wenn es mir schlecht ging. Und das war das, was ich gebraucht habe.

Also - ich wünsche Dir weiterhin die Kraft, für diese Menschen da zu sein. Es wird von Tag zu Tag immer ein kleines Bisschen besser und einfacher. Aber das dauert. Und auf diesem Weg braucht man Menschen wie Dich, liebe Estelle.

LG Sabine

Inaktiver User
01.03.2007, 09:14
Hallo Ihr lieben,

ich möchte mich ganz herzlich bei Euch für Eure lieben Antworten bedanken. Ich habe viel über Eure Antworten, Tips und Ratschläge nachgedacht.

Ihr vermittelt mir, daß ich viel für die Familie da bin... Ich selber habe oft das Gefühl, daß ich dem ganzen gar nicht gewachsen bin und jedem einzelnen in der Familie gar nicht gerecht werden kann. Vielleicht muß ich dazu sagen, daß meine verstorbenen Freundin 13 Jahre älter war als ich. Sie war Mutter, Ehefrau... ich selber bin nicht verheiratet und habe auch (noch) keine eigenen Kinder. Oft weiß ich gar nicht, wie man sich in bestimmten Situationen den Kindern gegenüber verhält, was man wie am besten macht... Ich habe einfach die Erfahrung nicht, auch habe ich oft Angst, Fehler zu machen.

Letzte Woche habe ich den Mann meiner Freundin öfter abends angerufen als sonst. Wie gesagt, gerade jetzt, wo der Tod meiner Freundin ein Jahr her ist, habe ich das Gefühl, daß es ihrem Mann durch den "Jahrestag" wieder schlechter geht.
Er ist dann aber meistens sehr beschäftigt, meistens mit Hausarbeit. Er hat den Kopf für ein Gespräch gar nicht richtig frei. Und das ist es, was ich meine... Er opfert sich auf, für die Kinder, für den Haushalt... und wenn dann spät abends Ruhe einkehrt, die Kinder im Bett sind, dann sitzt er da allein und gesteht sich selber zu, traurig zu sein. Ins Bett geht er selten vor 1 Uhr, schlafen kann er nicht länger als 4 Stunden und am nächsten Tag geht er erneut Job und Haushalt nach.
Ich habe ihm gesagt, daß ich mir in den letzten Wochen vermehrt Gedanken um IHN mache (zwar auch um die Kinder, aber vor allem jetzt mal um ihn) und daß er mich immer anrufen kann und daß ich auch zu ihm nach Hause komme, wenn er es möchte oder jemanden zum reden braucht. Er sagt, er wüsste oft auch nicht, was ihm hilft. Wenn ich da wäre, wäre es immer schön.
Er möchte auf keinen Fall, daß seine Kinder seine Trauer mitbekommen, vor allem die beiden jüngeren Mädchen nicht. Deswegen ist für ihn die schwere Zeit immer abends zwischen 22 und 2 Uhr. Es gibt vielleicht einmal im Monat einen Abend, wo ich so spät noch bei ihm bin. Die Kleine will dann absolut abends nicht ins Bett, weil ich da bin und kommt immer wieder ins Wohnzimmer, so daß sich dann ein "Trostgespräch" auch nicht so recht entwickelt. Das andere Problem für mich ist mein eigener Partner... Er hat sehr viel Verständnis, daß ich oft dort bin und den Mann meiner Freundin tröste, aber ein komisches Gefühl ist doch da, wenn ich öfter so spät abends noch dort wäre.
Das klingt jetzt vielleicht alles oberflächlich, aber die Dinge umzusetzen, allen gerecht zu werden und niemanden zu verletzten, das ist für mich doch ganz schön schwer.

Dann kam diese Woche auch noch der Schock, daß der älteste Sohn an derselben Stelle Schmerzen hat, wie meine Freundin. Die Ärzte machen jetzt jede Menge Untersuchungen... Wieder wird der ganze Schmerz aufgewühlt... Und wieder ein zermürbter Papa, der so sehr darauf bemüht ist, daß ja die anderen Kinder nichts mitbekommen... Sie sollen sich keine Sorgen machen, sie sollen keinen trauernden Papa sehen, sie sollen glücklich sein. Er reagiert so, weil gerade die Kleine sehr sensibel reagiert, wenn sie ihren Papa traurig sieht... sie stürzt dann selber ab, weint viel.. und das dann oft über Tage.
Ich kann ihn und seine Reaktion schon nachvollziehen.
Und jetzt das mit dem Sohn... ich hoffe so sehr, daß die Ärzte nichts schlimmes bei ihm finden. Warum nur liegt so ein Fluch auf dieser lieben Familie?!

Gestern war ich den ganzen Tag dort... eigentlich war ich aber komplett nur für die Kleine da. Es tut ihr gut - keine Frage. Wir haben zusammen gebastelt, sind durch die Stadt gebummelt, wir waren zusammen Pizza essen, ich hab ihr die Fingernägelchen geschnitten und lackiert... Aber ich hätte auch gerne ein paar Worte mit dem ältesten Sohn gesprochen.. hätte mich auch gern um die 15jährige gekümmert, die sich sowieso gern zurückzieht und sehr still ist (Teenie).

Und das ist halt für mich das große Problem: JEDER von den fünfen braucht irgendwie Hilfe und ich schaffe es nicht, jedem gerecht zu werden. Und dabei darf ich auch nicht meinen eigenen Partner vergessen. Manchmal habe ich Angst davor, dem Mann meiner Freundin zu sagen "Am Samstag möchte ich gern mit meinem Partner einen gemütlichen Abend bei mir zu Hause verbringen". Ich habe Angst, daß ihn das verletzt, daß er sich gerade dann noch mehr einsam und verlassen vorkommt...
Versteht Ihr, was ich meine? So ein Durcheinander in meinem Kopf!!
Meine Familie sagt immer "Zeit heilt alle Wunden" und bei dem Mann und den Kindern meiner Freundin würde nur die Zeit helfen... Aber wieviel Zeit?? Er selber meinte, er würde noch Jahre brauchen. Das macht mich so traurig... ich möchte so gern, daß sie alle glücklich sind.

Eure Estelle

Mamchen
02.03.2007, 00:51
Hallo Estelle,
ich habe gerade gelesen was dir Kummer bereitet und kann dich gut verstehen . Darum erstmal :wangenkuss:
Es ist schwer das alles unter einen Hut zu bekommen und nicht dabei noch das Gefühl zu haben ja keinen zu vernachlässigen .
Aber für den Papa und seine Kinder ist es enorm wichtig das er seine Trauer auch vor den Kindern zuläßt !!! Das sie gemeinsam Trauern.
Es ist ein lieber Gedanke von ihm die Kinder nicht mit seinem Schmerz, seiner Trauer ,,belasten,, zu wollen, aber gerade das ist der Falsche Weg !
Wenn er gemeinsam mit den Kindern trauert gibt es allen das Gefühl nicht allein zu sein mit dem Schmerz .
Die Kinder brauchen das und auch wenn es am Anfang hart ist das die kleine dann Tagelang weint .
Du schreibst das der Papa möchte das seine Kinder glücklich sind und er deshalb seine Trauer versteckt .BITTE BITTE versuche ihm zu erklären das es so nicht klappt.
Ich kenne das von zwei Seiten . Habe im Oktober meinen Sohn verloren ( 1 Woche alt)und habe für meine Kinder und alle anderen funktioniert und mich nachts in den Schlaf geweint .
Das es falsch war hab ich so richtig gespürt als ich mit meinen Kindern( 13,13 und 8 Jahre ) geredet habe und wir dabei auch auf ihren Bruder gekommen sind und ich plötzlich angefangen hab zu weinen . Wir haben dann plötzlich alle da gesessen und gemeinsam geweint und meine Kinder sagten hinterher das es gut war weil sie sich jetzt besser fühlen weil jeder von uns weiß das der andere noch traurig ist und man nicht allein damit ist .Und mit mir geht es seit dem auch Berg auf weil ich weiß ich bin nicht allein mit meiner Trauer !
Die andere Seite ist das meine Tante damals genauso reagiert hat wie dein Freund als mein Onkel starb und sie mit 3 Töchtern zurück blieb .Sie hat auch nie vor den Kindern geweint und hat funktioniert und der Schuß ging nach hinten los .Die Töchter leiden jetzt nach 11 Jahren noch darunter und die eine 23 j. hat nächste Woche einen Termin mit ihrer Therapeutin und ihrer Mom um über diese Sache mit der nicht gezeigten Trauer zu sprechen . Sie hat es mit einer Eßstörung zu kämpfen die sie daduch bekommen hat .Die anderen beiden haben auch ihre Probleme aber sind noch nicht soweit das aufzuarbeiten .
Ich möchte dich hiermit auch nicht zutexten aber es ist so verdammt wichtig für EUCH das er seine Trauer zuläßt !!!
Ich denke wenn er das macht dann wird es für alle leichter weil auch er sich dann nicht mehr so einsam fühlt ,was für dich dann bedeutet das du ein stück ,,raus,, bist und dir nicht mehr soviele Gedanken machen musst alles unter einen Hut zu bekommen .
Ich hoffe sehr das du das annimmst und ihn überzeugst .Dann kann es nur besser werden !!! Für euch alle !
ich wünsche die alles Gute und viel Kraft:blumengabe:
Mamchen

Inaktiver User
02.03.2007, 09:29
Liebe Mamchen,

das tut mir sehr leid, was Deinem Sohn passiert ist. Auch ich wünsche Dir an dieser Stelle viel Kraft :blumengabe:
Es ist wohl so, daß man die Trauer um einen geliebten Menschen nie wirklich ganz los wird...

Ich verstehe sehr gut, was Du meinst, wenn Du schreibst, daß es wichtig ist, daß ein Vater auch Trauer vor den Kindern zulassen kann. Schon oft habe ich darüber nachgedacht, ihm das zu sagen. Vor Monaten habe ich ihm mal gesagt, daß Trauer zum Leben gehört, damit man auch Glück empfinden kann und daß es für die Kinder wichtig ist, auch zu lernen, mit Trauer umzugehen. Es gibt so viele Menschen, die jegliche Probleme komplett verdrängen und mit Scheuklappen durch die Gegend rennen - nicht zuletzt ist es bei meinem Partner so, der mit dem Thema Tod ganz schlecht umgehen kann. Als ich z. B. 2 Tage nach dem Tod meiner Freundin noch weinte, sagte er zu mir, daß ich aber "jetzt auch mal" nach vorn sehen müsse, das Leben ginge schließlich weiter. :wie?: Er hat es nicht böse gemeint... aber er hat es nie gelernt, mit Verlusten, dem Tod oder echten Problemen umzugehen... Er verdrängt gern.

Ich verstehe aber auch meinen Bekannten. Er hat Angst, daß insbesondere die beiden Mädchen in ein Loch stürzen. Ich kann ihn schon verstehen...
Ich möchte mich aber auch nicht zu sehr in seine Erziehung einmischen (ich habe auch nicht das Recht dazu)... Wie gesagt, ich habe selber keine Kinder und bin noch nicht verheiratet... vielleicht fehlt mir auch einfach die Ahnung/Erfahrung, um hier Ratschläge geben zu können.

Schwierig...

Die Mama fehlt ganz einfach!! Und mir die liebe Freundin...

Liebe Grüße Euch allen,
Eure Estelle