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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Frauen haben Netzwerke - Männer Seilschaften? Der Unterschied?



Amelie63
21.10.2017, 13:18
Die Frage nach dem Unterschied zwischen Netzwerken und Seilschaften ist von mir ernst gemeint. Die Frage dreht schon lange in meinem Kopf die Runden. Das einzige, was sich mir bisher erschlossen hat ist, dass Seilschaften scheinbar erfolgreicher sind, da sie mit hoch hieven, während Netzwerke scheinbar nur Raum zum gegenseitigen Austausch geben.

So ist zumindest mein Eindruck, wenn ich zu entsprechenden Frauenveranstaltungen, die als (Business-)Netzwerke beworben sind, gehe. Da werden - mal überspitzt gesagt - Kochrezepte gegen Massagen ausgetauscht, oder es gibt Vorträge zu Gesundheits- und Wellnessthemen, die ich bei meiner KK auch bekommen kann. Das hilft mir in meiner v.a. beruflichen Entwicklung keinen Deut weiter.
Was ich mir wünsche ist eine Kultur unter Frauen, in der ich gefördert werde und selbst auch fördern kann und zwar so, dass das wirklich praktischen Nährwert hat. Das ist zumindest auch das, was ich bei den männlichen Seilschaften, z.B. in meinem beruflichen Umfeld in der Baubranche, neidvoll beobachten kann.

Das, was ich bisher bei sog. Frauennetzwerken erlebt habe, kann ich mir auch bei der vhs holen. War ich nur bei den falschen oder haben "wir" es immer noch nicht gelernt, wie das geht mit dem gegenseitigen Fördern und weiter "hoch" -helfen? Ich finde, wir sollten da mehr von den Männern lernen. Ich weiss nur nicht, wie die das machen :wie?:

Ganz konkret bekomme ich es in meinem beruflichen Umfeld z.B. immer wieder mit, dass Männer auf jeder Stufe immer wieder mal Angebote von Männern auf der nächst höheren Stufe Abwerbungs-Angebote bekommen. Hab ich noch nie bekommen :knatsch: Obs nur daran liegt, weil ich kfm. "Bodenpersonal" bin? Von denen gibts ja grundsätzlich genug. Andererseits hab ich eine branchenspezifische Fortbildung und wenn das Leute aus der Branche hören, brechen sie in Entzücken aus, dass es so was gibt. Aber deswegen fragt trotzdem keiner konkret nach. Bei Männern läuft das anders. Die machen aber halt auch gern ihre "Schwätzle" und auf der Baustelle ihre "Gschäftle" per Handschlag. Das sind aber Kommunikationsmuster, wenn ich als Frau die übernehmen würde, würde das lächerlich aussehen. Mir wird als Frau generell anders begegnet. Ich sehe schon darin ein echtes Problem in irgendwelche Seilschaften zu kommen. Frauen weiter oben gibts in meiner Branche sehr wenig und die paar sind alles Einzelkämpferinnen.

Was habt ihr für Erfahrungen diesbezüglich? Falls ich zu wirr geschrieben habe, tuts mir leid, vll. lässt sich das eine oder andere in der Diskussion noch herausarbeiten.
Danke fürs Zulesen :smile:

Inaktiver User
21.10.2017, 14:09
So ist zumindest mein Eindruck, wenn ich zu entsprechenden Frauenveranstaltungen, die als (Business-)Netzwerke beworben sind, gehe. Da werden - mal überspitzt gesagt - Kochrezepte gegen Massagen ausgetauscht, oder es gibt Vorträge zu Gesundheits- und Wellnessthemen, die ich bei meiner KK auch bekommen kann. Das hilft mir in meiner v.a. beruflichen Entwicklung keinen Deut weiter.
Was ich mir wünsche ist eine Kultur unter Frauen, in der ich gefördert werde und selbst auch fördern kann und zwar so, dass das wirklich praktischen Nährwert hat. Das ist zumindest auch das, was ich bei den männlichen Seilschaften, z.B. in meinem beruflichen Umfeld in der Baubranche, neidvoll beobachten kann.

Ich denke, man muss unterscheiden zwischen a) seinem persönlichen Netzwerk, dass man sich im Laufe seines Lebens privat und beruflich aufbaut, und b) irgendwelchen offiziellen Networking-Plattformen, die eigentlich nur a) mehr Futter zuführen sollten.

tuerkisblau
21.10.2017, 15:34
Ich war nie so der Netzwerktyp. Allerdings habe ich zwei Mentoren in meinem Leben gehabt, beides Männer. Das kann klappen, wenn man die selben sachlichen Interessen hat. Nur Frau sein und im selben Beruf gelandet ist halt zu wenig.

Ich habe mir Frauennetzwerke angeschaut, bis auf einen Verein von Krimischriftstellerinnen (war mal ein Hobby von mir) waren sie ziemlich bedeutungslos und künstlich gepuscht. Zudem feierte das typische Gezicke, wie man es in der Bri auch beobachten kann, fröhliche Auferstehung. Es ist besser sich nach Inhalten zu richten, als nach dem Geschlecht.

In der Kommunikationsbranche mag das anders aussehen, aber im Bau würde ich nach Interesse und nach einer Grundsympathie gehen.

marylin
21.10.2017, 19:00
Naja, ich sage mal das "Bodenpersonal" wie du es nennst - warum sollte das jemand abwerben? Abgeworben werden wird in meiner Branche der Oberarzt, der einen Chefarztposten angeboten bekommt, drunter eher nicht.

Aber wer in den unteren Hierarchien bekannt ist - also z. B. durch Kongresse, Öffentlichkeitsarbeit etc. hat auch kein Problem eine andere Stelle zu kriegen, weil er oder sie ja genügend Leute kennt. Ist ja im Prinzip ein Netzwerk, aber man kann es natürlich auch Seilschaft nennen, wenn man bei einer anderen Uni, einer Pharmafirma etc. jemanden kennt, der einen nen neuen Job vermittel, einen empfiehlt. Ich meine,man muss ja nicht warten, dass einen jemand abwerben will - man kann ja auch einfach selbst mal fragen...

Übrigens kriege ich z. B. auf XING öfter mal Anfragen - und da steht der Status noch nicht mal auf "Suche Job". Ich glaube, es kommt auch drauf an, welche Kenntnisse und Fähigkeiten man/frau hat und für wen man arbeitet/gearbeitet hat...

Inaktiver User
21.10.2017, 19:10
Das ist eine interessante Frage. Meine vage Theorie lautet, dass Männer nicht darüber nachdenken, ob sie die angebotene Unterstützung verdienen und ob sie gut genug sind, um ihre Förderer nicht zu blamieren.

Ein Beispiel: Ein Schulfreund von mir kriegte mit, dass mein Vater beruflich jeden Montag in seine Unistadt fuhr. Ab da fuhr er immer mit meinem Vater mit, um Fahrtkosten zu sparen.

Im Verlauf dieser Fahrgemeinschaft bot mein Vater ihm ein Praktikum in seiner Firma an, die zum Studienfach passte. Der Student nahm das Angebot dankend und bedenkenlos an. Eine Frau hätte möglicherweise gezögert, da es eine anspruchsvolle Praktikumsstelle war. Sich dumm anzustellen wäre eindeutig auf den Förderer, also auf meinen Vater zurückgefallen.

Nach dem Studium arbeitete der Schulkamerad für eine Firma, die geschäftlich mit dem Arbeitgeber meines Vaters verbunden war. Mein Vater und er hatten dadurch weiterhin Kontakt und waren einander in manchen Dingen behilflich.

Mir geht es wie dir, Amelie: Solche Kontakte kenne ich nur bei Männern. Frauen sind vielleicht zu sehr in falscher Fairness ("Bloss keine Amigos sein") befangen oder zu große Bedenkenträgerinnen, wenn sie glauben, sie können eine Gefälligkeit nicht quid pro quo zurückgeben.

Inaktiver User
21.10.2017, 19:12
Frauen haben nach meiner Erfahrung ein andere Einstellung zu beruflicher Konkurrenz.
Während kleine Jungs von klein auf konkurrieren und ihre Kräfte messen, ohne das "persönlich zu nehmen", scheint das für Frauen ein Lernprozess zu sein. Viele können nur schlecht zwischen beruflicher Konkurrenz und persönlicher Beziehung unterscheiden.
In Frauengruppen spielt oft Solidarität eine Rolle: Sie sind gut darin, sich gegenseitig zu unterstützen, wenn eine Schwierigkeiten hat oder wenn es einen "Außenfeind" gibt. Aber viele scheinen Konkurrenz unter ihresgleichen als kränkend zu empfinden, und nicht als Ansporn.

Dazu kommt, dass Männer - wie du schon schreibst - auch ihre Kumpels fördern, während erfolgreiche Frauen oft die Brücken hinter sich abbrechen und es genießen, "Huhn im Korb" zu sein.
Gleichzeitig fördern auch die meisten Frauen ihre Kolleginnen nicht. Es ist, als ob sie gar nicht daran dächten.

daggy5gram
21.10.2017, 19:14
Die von Dir beschriebenen 'netzwerke' sind ja eher öffentliche clubs. Man trifft sich, lernt sich kennen, plaudert. Gut, um kontakte zu knüpfen, für den fall, dass eventuell mal irgendwann irgendwer an einen denkt. Sehr viel zufall und kein konkretes ziel.
Seilschaften kennen sich zwar auch, aber sie sind nicht öffentlich. Teilnehmen darf nur, wer eingeladen wird. Das gemeinsame ziel ist der einzige grund ihrer existenz: karriere machen.
Netzwerke halten, fangen auf. Das ist auch wichtig.
Seilschaften helfen sich gegenseitig auf dem weg nach oben, aber wenn einer fällt, reisst er oft die anderen mit nach unten.

Der gruppendruck auf den einzelnen ist in seilschaften ungleich grösser. Das ist nicht nur wohlwollende förderung; intrigen, gemeinsame aktionen zweifelhaften charakters und egoismus statt geschäftsinteressen sind die andere seite dieser medaille.

Ich persönlich habe auch ein berufliches netzwerk, bestehend aus männern und frauen, die ähnlich ticken wie ich. Es ist nur gefühlt, nicht manifestiert - und trotzdem existiert es, trägt uns.
Es ist ein völlig unorganisierter austausch von informationen, unangeordnete zusammenarbeit in bereichsübergreifenden themen.
Auch schultern zum ausheulen und sandsäcke zum abreagieren gehören zum inventar. :freches grinsen:
Aber wie gesagt, das ist eine völlig geschlechtsneutrale sache.

Inaktiver User
21.10.2017, 19:20
Meine vage Theorie lautet, dass Männer nicht darüber nachdenken, ob sie die angebotene Unterstützung verdienen und ob sie gut genug sind, um ihre Förderer nicht zu blamieren.

Dazu gibt es meines Wissens sogar Untersuchungen. Männer trauen sich mehr zu. Auch wenn sie noch nicht alle Anforderungen für einen Job erfüllen, sind sie überzeugt, das schnell zu lernen, während Frauen viel mehr Selbstzweifel haben. Sie glauben immer, sie müssten perfekt sein.

marylin
21.10.2017, 19:25
Immer wenn bei uns eine Stelle zu besetzen ist, fragt der Chef bevor er ausschreibt: "kennen Sie jemanden, der/die das machen will und kann?" Also scheint es für ihn völlig normal zu sein, dass man erst mal im Umfeld guckt. Und da will er nicht unter "Männern" bleiben, sondern für ihn ist es wohl normal, dass das auch unter Frauen so laufen kann...

Bae
21.10.2017, 19:32
Da werden - mal überspitzt gesagt - Kochrezepte gegen Massagen ausgetauscht,

Das IST doch gegenseitiges Hochhieven! und viel mehr praktischen Nährwert als in Kochrezepten kann man kaum kriegen, würde ich sagen. :smile:

Ich glaube, der Schlüssel dazu ist, dass man Leute eine lange Zeit lang kennt, sie schätzt, und gemeinsam was miteinander tut. Dann denkt man auch aneinander, wenn sich mal eine gute Gelegenheit bietet.





Bei Männern läuft das anders. Die machen aber halt auch gern ihre "Schwätzle" und auf der Baustelle ihre "Gschäftle" per Handschlag. Das sind aber Kommunikationsmuster, wenn ich als Frau die übernehmen würde, würde das lächerlich aussehen.

Sicher nicht, wieso denn? Du kannst den Stil ja anders halten, weiblicher, aber Schwätzle und Gschäftle müssen nun mal sein. Regelmässig und immer wieder.

gruss, barbara

Phyllis
21.10.2017, 19:35
interessantes Thema,

ich denke das Karrieredenken bei Männern stärker vorhanden ist als bei Frauen.
Daher verdienen wir auch statistisch weniger, gehen mehr in Teilzeit, haben Karrierebrüche durch die Familie.

Männer ziehen ihr Ding durch - ich denke auch (zumindest ist das bei mir so) das Frau im Job andere Prioritäten setzt, sich z.B wohlfühlt, mit Kollegen gut kann etc. - Männern ist eher das Gehalt wichtiger,

so werden eben auch die Netzwerke anders funktionieren - Wohlfühlen - Wellnessthemen

Ich arbeite in einem Beruf wo es Männer und Frauen gibt, ich habe meistens von Männern mehr gelernt ..

Amelie63
21.10.2017, 23:53
Danke euch , da waren viele Aspekte dabei, die muss ich erstmal sacken lassen. :blume:

tuerkisblau
22.10.2017, 12:22
Frauen scheinen auch ein Problem zu haben, sich an die Spitze zu setzen, so allgemein gesprochen. Das ist zwar erst einmal nett und gut für die Stimmung untereinander aber vorwärts kommt man so nicht.

Gerade wieder erlebt:

Ich habe ein Ehrenamt und es steht ein ehrenamtliches informelles Treffen von ein paar Frauen an, die ähnliche Ämter haben. Jetzt ist ein Mann dazu gekommen und was passiert? Er will das ganze an sich reißen - allerdings unbewusst - und fängt an zu organisieren, will eine Tagesordnung aufstellen etc.

Das ist typisch für solche Situationen. Frau muss Energie aufbringen, um so etwas zu stoppen. Tut sie es nicht oder zu spät, ist die Position eines Leaders schon besetzt. In meinem Beispiel geht es um nichts und ich bin als Ü50er in auch souverän genug, so etwas sofort zu stoppen (habe ich auch). Aber in jüngeren Jahren habe ich solche Dinge oft erlebt und die Dynamik nicht erkannt.

Hinterher wird dann gejammert, dass man nicht ernstgenommen wird von 'den Männern', wie man auch in der Bri nachlesen kann.

Amelie63
22.10.2017, 13:31
ich finde eure Erfahrungen sehr interessant, auch wenn ich noch nicht weiss, was mir das jetzt weiterhilft. Ich glaube aber, dass sie meine Erfahrungen relativieren, bei denen ich leider dazu neige, sie als persönliches "Scheitern" zu zergrübeln. Wenn ich z.B. immer wieder erlebe, dass männliche Kollegen aus den technischen Berufen, mit denen ich eng zusammen arbeite, die also von Ausbildung und Hierarchie nicht höher, ja vielleicht sogar unter mir stehen, von Externen, mit denen wir zusammen arbeiten, Jobangebote bekommen.

Wenn meine Arbeit auch geschätzt wird und ich in gewisser Weise als "unentbehrlich" bestätigt werde - aber das passierte mir dann doch leider noch nie. Ich musste immer die üblichen Wege als Einzelkämpferin gehen.

Es gibt sicher Branchenunterschiede und unter Frauen ist es wahrscheinlich einfacher auf ein über Jahre gewachsenes Netzwerk zurück greifen zu können. Aufgrund der Branchenbedingungen, Quereinstieg und Umzug habe ich ein solches nicht. Und ja, diese konstruierten Netzwerktreffen sind anscheinend nicht wirklich hilfreich.

Aber es ist auf jeden Fall interessant, wie ihr das Thema seht, aus ganz unterschiedlichen Ecken kommend. Danke.

tuerkisblau
22.10.2017, 13:53
Da sprichst du einen ganz wichtigen Punkt an! Das ist mir natürlich auch schon passiert, das Zergrübeln und kleiner machen. Nur: da hilft kein Frauennetzwerk dieser Welt, da muss man bei sich selbst ansetzen. Und es ist sogar besser, mit Männern zu kommunizieren, einfach um zu lernen, und auch passendes Feedback zu bekommen.

Das meiste in die Richtung 'Türkis, du bist doch genauso gut, warum stellst du dich so an?' habe ich von Männern erfahren, nicht von Frauen.

Es stimmt nämlich nicht, dass ein sog. 'Männernetzwerk' nach Geschlecht läuft. Es läuft erst einmal nach Kompetenz und Sympathie. Mitmachen und einsteigen muss man selbst.

Phyllis
22.10.2017, 14:14
Hallo, ich arbeite im Einkauf, allerdings in einer Männerdomän - kaufe Bauleistungen ein, verhandle mit den Handwerkern und Architekten und großen Generalunternehmern. Ich habe kaum Ahnung von Bau ;) ...kann aber verhandeln und einkaufen. Ich gehe ganz hemdsärmlig (das muss man in dem Bereich) auf die Männer und bin trotz keiner Fachkenntnisse (dafür habe ich meine Fachkollegen oder Architekturbüros die mit uns zusammenarbeiten) immer respektiert worden.

Ich mache das ganze mit starker Kommun ikation (ist meine Stärke) und einer Prise Humor.

Frau muss einen Weg finden, damit umzugehen ...

Inaktiver User
22.10.2017, 15:49
Ich habe ein Ehrenamt und es steht ein ehrenamtliches informelles Treffen von ein paar Frauen an, die ähnliche Ämter haben. Jetzt ist ein Mann dazu gekommen und was passiert? Er will das ganze an sich reißen - allerdings unbewusst - und fängt an zu organisieren, will eine Tagesordnung aufstellen etc.

Wäre das denn schlimm? Eine Tagesordnung, meine ich.....

Ich erlebe es eher so, dass in reinen Frauenrunden zu viel getratscht wird und man zu wenig auf den Punkt kommt. Am besten ist eine schöne Mischung aus Jung und Alt, Männern und Frauen.

Allerdings erlebe ich zunehmend, dass Älteren von Jungen manchmal zu wenig zugetraut wird. Und zwar eher bei jungen Frauen als bei Männern.

Inaktiver User
22.10.2017, 15:58
Ohne zu klappern kannst du du in jeder Seilschaft der Welt sein ohne das was passiert. Eigenwerbung gehört dazu! Tue Gutes und sprich drüber!

Headhunter werden nur aufmerksam wenn sie etwas hören und Kunden nehmen nur wahr wenn du außergewöhnlich leistest.

Ich sage mindestens einmal in der Woche nein zu einem Angebot..... und sie fragen immer wieder nach. Nur von allein passiert nichts!

daggy5gram
22.10.2017, 17:36
Ich erlebe es eher so, dass in reinen Frauenrunden zu viel getratscht wird und man zu wenig auf den Punkt kommt.
Und ich erlebe, dass in runden, egal wie besetzt, die männer rumlabern, während die frauen sehr sachbezogen bleiben.
Das passt dann auch wieder zu der beobachtung, dass es fürs fortkommen äusserst wichtig ist, sich selbst gut darzustellen. Auch wenn es auf kosten der sache geht, die abzuarbeiten ist. Weil dafür energie, eigene zeit und zeit von anderen verbraucht wird. Langfristig vielleicht sogar nachteilig fürs geschäftsinteresse, weil der befördert wird, der am lautesten schreit und nicht der, der am besten ist.

Phyllis
22.10.2017, 17:47
Und ich erlebe, dass in runden, egal wie besetzt, die männer rumlabern, während die frauen sehr sachbezogen bleiben.
Das passt dann auch wieder zu der beobachtung, dass es fürs fortkommen äusserst wichtig ist, sich selbst gut darzustellen. Auch wenn es auf kosten der sache geht, die abzuarbeiten ist. Weil dafür energie, eigene zeit und zeit von anderen verbraucht wird. Langfristig vielleicht sogar nachteilig fürs geschäftsinteresse, weil der befördert wird, der am lautesten schreit und nicht der, der am besten ist.

ich erlebe in Männerrunden wenn ich die einzige Frau bin, das die Männer so lange labern bis die Positionen klar sind, dann kommen sie auch auf den Punkt

BlueVelvet06
22.10.2017, 18:07
Es gibt sicher Branchenunterschiede und unter Frauen ist es wahrscheinlich einfacher auf ein über Jahre gewachsenes Netzwerk zurück greifen zu können. Aufgrund der Branchenbedingungen, Quereinstieg und Umzug habe ich ein solches nicht. Und ja, diese konstruierten Netzwerktreffen sind anscheinend nicht wirklich hilfreich.


Ich glaube, du hast da falsche Vorstellungen? Es gibt mMn keine zig fest stehenden Netzwerke mit Namen, beispielsweise wie die Rotarier, denen man quasi beitreten kann oder in die man eingeladen wird. Ich glaube, auch die meisten Männer haben einfach ihr eigenes persönliches Netzwerk, das eben aus ehemaligen Kollegen, derzeitigen Kollegen und Sportkumpels besteht, mit Überschneidungen. Das hat aber keinen Namen, das sind einfach alles Kumpels. Das Netzwerk eines Mannes besteht ja auch nicht aus lauter Männern, da sind schon auch Frauen dabei. Einen Unterschied sehe ich aber darin, dass die meisten Männer schon Karriere machen wollen und sich auch generell geeignet sehen, während viele Frauen gar keine Karriere machen wollen und selbst wenn, dann eben nicht auf die eher „kompetitive“ Art und Weise, die für Männer ganz normal ist und die Männer auch als die übliche Weise empfinden. Ich sehe Frauen auch selten beim Netzwerken abends an der Bar, beispielsweise bei pan-europäischen Meetings. Da haben viele gar keine Lust drauf, gehört aber auch dazu.

Ein reines Frauennetzwerk hat in meinen Augen wenig Daseinsberechtigung, da meine Berufswelt ja auch nicht aus lauter Frauen besteht. Ein Netzwerk knüpft sich doch aus denen, mit denen man mal zusammengearbeitet hat und die wissen, dass man zuverlässig gute Leistung bringt und die einen deshalb auch empfehlen können, wenn es um einen offenen Job geht. Allerdings glaube ich, dass wir Frauen uns dann nicht trauen, X anzusprechen, wenn wir uns auf einen Job in seiner Firma bewerben wollen. Weil wir eben nicht sicher sind, ob er uns empfehlen würde. Männer zweifeln daran nicht.

Phyllis
22.10.2017, 18:12
es gibt die Soroptomisten - ich meine das ist ein rein weibliches berufliches Netzwerk

Amelie63
22.10.2017, 18:57
Ich glaube, du hast da falsche Vorstellungen? Es gibt mMn keine zig fest stehenden Netzwerke mit Namen, beispielsweise wie die Rotarier, denen man quasi beitreten kann oder in die man eingeladen wird. Ich glaube, auch die meisten Männer haben einfach ihr eigenes persönliches Netzwerk, das eben aus ehemaligen Kollegen, derzeitigen Kollegen und Sportkumpels besteht, mit Überschneidungen. t.

So meine ich das auch nicht. Aber um bei meinem Beispiel zu bleiben: wenn ein technischer Kollege von mir die Firma oder das Projekt wechselt, dann wird er da von seinen neuen Geschäftspartnern ebenfalls wieder Angebote erhalten. Einfach weil Männer so miteinander umgehen. Zumindest in der Baubranche. Und das hängt nicht von besonderen Leistungen ab, so viel habe ich schon beobachtet.

Inaktiver User
22.10.2017, 19:01
So meine ich das auch nicht. Aber um bei meinem Beispiel zu bleiben: wenn ein technischer Kollege von mir die Firma oder das Projekt wechselt, dann wird er da von seinen neuen Geschäftspartnern ebenfalls wieder Angebote erhalten. Einfach weil Männer so miteinander umgehen. Zumindest in der Baubranche. Und das hängt nicht von besonderen Leistungen ab, so viel habe ich schon beobachtet.

Ich weiß nicht, es gibt auch genug Männer, die nicht ständig irgendwelche Angebote bekommen. Es ist auch nicht so, dass man gar nichts mehr können muss, nur weil man ein großes Netzwerk hat.

Amelie63
22.10.2017, 19:02
Ich weiß nicht, es gibt auch genug Männer, die nicht ständig irgendwelche Angebote bekommen. Es ist auch nicht so, dass man gar nichts mehr können muss, nur weil man ein großes Netzwerk hat.

wahrscheinlich hast du recht. Mir erscheint das in meiner beruflichen Umgebung nur oft so. Aber vielleicht ist das auch nur Getue von denen.:unterwerf:

Inaktiver User
22.10.2017, 19:04
wahrscheinlich hast du recht. Mir erscheint das in meiner beruflichen Umgebung nur oft so. Aber vielleicht ist das auch nur Getue von denen.:unterwerf:

Wird auch viel erzählt. Es ist einfach zu behaupten, dass man ja stääändig Angebote bekommt und das schon fast lästig ist.

Bae
22.10.2017, 20:38
Und ich erlebe, dass in runden, egal wie besetzt, die männer rumlabern, während die frauen sehr sachbezogen bleiben.
Das passt dann auch wieder zu der beobachtung, dass es fürs fortkommen äusserst wichtig ist, sich selbst gut darzustellen.


rumlabern und sich selbst darstellen ist eben wichtig. Das muss auch sein.

Ich bin das jetzt gerade so ein bisschen am Lernen und kommen langsam auf den Geschmack. :smile:

gruss, barbara

tuerkisblau
22.10.2017, 20:55
Wäre das denn schlimm? Eine Tagesordnung, meine ich.....

Ich erlebe es eher so, dass in reinen Frauenrunden zu viel getratscht wird und man zu wenig auf den Punkt kommt. Am besten ist eine schöne Mischung aus Jung und Alt, Männern und Frauen.

Allerdings erlebe ich zunehmend, dass Älteren von Jungen manchmal zu wenig zugetraut wird. Und zwar eher bei jungen Frauen als bei Männern.


Es handelt sich um eine Runde von sage und schreibe 5 (!) Personen, und es ging um einen Erfahrungsaustausch. Insofern ist eine Tagesordnung recht overdressed.

Hinzu kommt noch etwas anderes: besagter Mann ist als letzter vor ein paar Tagen dazu gestoßen. Aber in schönster Selbstverständlichkeit organisiert er gleich mal los und auch über die Köpfe der anderen hinweg. Ich habe ihm das natürlich nicht durchgehen lassen, weil Weichen am Anfang gestellt werden müssen. Dennoch ist mir aufgefallen, dass das oft so läuft und Frauen die strukturelle Bedeutung solches Tuns nicht erkennen.

Amelie63
23.10.2017, 06:19
. Dennoch ist mir aufgefallen, dass das oft so läuft und Frauen die strukturelle Bedeutung solches Tuns nicht erkennen.

Das glaube ich auch - nicht nur in diesem Beispiel.
Es ist leider vieles Gewohnheit, weil "man" es nicht anders kennt und deshalb auch nicht hinterfragt.

Inaktiver User
23.10.2017, 08:20
es gibt die Soroptomisten - ich meine das ist ein rein weibliches berufliches Netzwerk
Bei denen war ich mal eingeladen und sollte angeworben werden. Das erste Treffen fand ich allerdings so schlimm, dass ich mich wieder zurück zog.
Ich erinnere mich daran, dass vorgeschlagen wurde, jede der Teilnehmerinnen solle sich ein kleines Weihnachtsgeschenk für die andern ausdenken. Kaffeeklatsch vom Feinsten.


Es handelt sich um eine Runde von sage und schreibe 5 (!) Personen, und es ging um einen Erfahrungsaustausch. Insofern ist eine Tagesordnung recht overdressed.
....
Dennoch ist mir aufgefallen, dass das oft so läuft und Frauen die strukturelle Bedeutung solches Tuns nicht erkennen.

Wenn es nur um Erfahrungsaustausch geht, ist eine Tagesordnung natürlich überflüssig.
Ich sitze im (gemischten) Vorstand eines Vereins, da brauchen wir schon eine solche.

Bei professionellen Netzwerken wie XING schrieb ich eine Weile mit und bin immer noch Karteileiche. Allerdings brachte es wenig: Der Level war sehr niedrig, es waren vor allem Leute dabei, die hofften, ohne ausreichendes Wissen und Können in eine bestimmte Branche einzusteigen.
Bei Linkedin hab ich mich zwar mal eingetragen, mache aber nichts. Sollte ich vielleicht.....

tuerkisblau
23.10.2017, 14:55
Wenn es nur um Erfahrungsaustausch geht, ist eine Tagesordnung natürlich überflüssig.
Ich sitze im (gemischten) Vorstand eines Vereins, da brauchen wir schon eine solche.

Bei professionellen Netzwerken wie XING schrieb ich eine Weile mit und bin immer noch Karteileiche. Allerdings brachte es wenig: Der Level war sehr niedrig, es waren vor allem Leute dabei, die hofften, ohne ausreichendes Wissen und Können in eine bestimmte Branche einzusteigen.
Bei Linkedin hab ich mich zwar mal eingetragen, mache aber nichts. Sollte ich vielleicht.....


Es geht nicht um die Tagesordnung, sondern um etwas anderes, was Frauen gerne übersehen, aber Auswirkungen in die Zukunft hat: so werden informelle Hackordnungen festgelegt. Wer sich am Anfang zu viel bieten lässt, kommt aus dem Keller des allgemeinen Ansehens nicht mehr heraus. Solange frau das nicht begreift, wird sie übergangen werden, trotz guter sachlicher Arbeit.

Übrigens war es hier mit ein paar freundlichen Sätzen getan, das bemerken ist das schwierige.