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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Guter Freund gestorben



Inaktiver User
19.02.2007, 06:52
Ich weiss gar nicht wo ich anfangen soll, am Samstag ist ein sehr guter Freund von mir und meiner Freundin im Krankenhaus gestorben.

Er war schon immer ziemlich Krank, aber seitdem er im November die Diagnose "Lymphdrüsenkrebs" bekommen hat, ging es bergab.

Im Januar hatte er seine erste Chemo und dann hat noch seine Leber gestreikt und von da an, war er auch ständig im Krankenhaus. Letzte Woche Mittwoch konnte ich ihn das erste Mal besuchen, da ich vorher sehr erkältet war und dadurch ging es nicht. Ich habe einen richtigen Schock bekommen, als ich ihn so gesehen habe, er war nicht mehr richtig bei sich und hat nur wirre Sachen geredet, die kaum jemand verstanden hat.
Am Samstag Mittag habe ich einen Anruf von meiner Freundin bekommen, die meinte, wenn ich ihn nochmal sehen möchte, dann soll ich schnell kommen, da er im Sterben liegt.
Ihr könnt euch ja vorstellen, was das für ein Schock für mich war, ich bin auf jeden Fall sofort losgerast und im Krankenhaus angekommen, es waren auch alle anderen Freunde da, sowie sein Lebenspartner. Ihm ging es wirklich ganz schlecht und er hat eigentlich nur noch nach Luft gerungen.

Ich war 3 Stunden im Krankenhaus und habe auch immer mal wieder seine Hand gehalten und gestreichelt, bis ich um 19 Uhr kurz weg musste, ich hatte mich aber trotzdem von ihm verabschiedet und es hat so weh getan!!!!!!!!!!!!!!!!!

Gegen 19.30 Uhr kam dann die Nachricht von meiner Freundin, dass er gestorben ist, für mich ist eine Welt zusammengebrochen, denn er war ein ganz toller Mensch, sehr Krank, aber er hat jedem geholfen wo er nur konnte und ich habe ihn wirklich sehr geschätzt.

Ich weiss noch gar nicht, wie ich mit meiner Trauer umgehen soll, denn ich hatte sowas vorher noch nicht erlebt und möchte sowas auch gar nicht mehr erleben, was natürlich nicht ausbleibt, ich weiss. Ich habe auch wahnsinnige Angst vor der Beerdigung, bin nur am heulen.


Traurige Grüße

frangipani
20.02.2007, 09:01
Hallo Elayda

ich kann mir gut vorstellen, wie es dir gerade geht, alles ist noch so frisch und unbegreiflich. Ich glaube, irgendwann wirst du froh sein, dass du an seinem letzten Tag im Krankenhaus und bei ihm warst

Sprich oder schreib dich hier aus, das tut gut. Erzaehl ein bisschen von ihm und Euch.

Habt ihr die Moeglichkeit, an der Beerdigung mitzuwirken? Das nimmt manchmal den schrecken ein bisschen.

Alles Gute

frangipani

Inaktiver User
20.02.2007, 13:12
Hallo Frangipani,

ja auf Beerdigung werde ich auch auf jeden Fall gehen und ich denke das wird noch sehr sehr schwer werden, die ist erst nächste Woche Donnerstag, da der Vater noch aus Amerika kommen wird.

Ich wollte auch noch schreiben, dass er nicht an Krebs gestorben ist, sondern an Nierenversagen, seitdem er die Chemo bekommen hat war er ja öfter im Krankenhaus, erst hat die Leber komplett verrückt gespielt und dann war es jetzt ab Freitag die Niere und das hat er nicht überlebt. Ja ich bin sehr froh, dass ich mich nochmal verabschiedet hatte, denn er hat mir sehr am Herzen gelegen.

Jedesmal wenn ich bei den Beiden war, war es wirklich lustig, er hatte ein köstlichen Humor und wir hatten immer was zu lachen. Andererseits, wenn ich mal Hilfe gebraucht habe, dann war er immer sofort da.

Inaktiver User
20.02.2007, 13:17
Eine gute Freundin von mir ist auch mal in der Art (über längeren Zeitraum krank, und dann doch recht plötzlich) gestorben - sie hatte Brustkrebs.
Ich konnte es nicht glauben, als meine Mutter mir die Nachricht mitteilte. Ich war wie gelähmt, konnte nicht mal weinen.
Als ich bei ihrer Beerdigung war, ihr Sarg gebracht wurde, da mit einem Male weinte ich hemmungslos wie ein Wasserfall, ....trotz der großen Menschenmenge.
Inzwischen ist das 10 Jahre her. Doch noch heute denke ich oft an sie. Es tut verdammt weh, wenn man einen geliebten Mensch verliert. In unserem Herzen jedoch wird er ewig weiterleben.

Inaktiver User
20.02.2007, 13:36
Ich weiss noch gar nicht, wie ich mit meiner Trauer umgehen soll, denn ich hatte sowas vorher noch nicht erlebt und möchte sowas auch gar nicht mehr erleben, was natürlich nicht ausbleibt, ich weiss. Ich habe auch wahnsinnige Angst vor der Beerdigung, bin nur am heulen.
Traurige Grüße

Eine Beerdigung kann eine ganz wunderbare Würdigung deines Freundes sein, ein liebevoller Abschied - ich hab sowas erlebt und es hat mich unendlich getröstet (ein guter Freund hatte sich umgebracht...du kannst dir vorstellen, wie furchtbar das für Familie und Freunde war.)

Dieses Ritual ist ganz wichtig für deine Seele, schreib einen kleinen Text und erzähl allen, was er dir bedeutet hat, erzähl, was du an ihm geliebt hast, erzähl verrückte und lustige Geschichten.

Bei der Beerdigung meines Freundes gab es einen Weidenkorb mit grauen Kieselsteinen, jeder Trauergast durfte einen mitnehmen.

Der bewegendste Moment war der, als sich die gesamte Trauergemeinde an den Händen fasste und gemeinsam ein Gebet sprach. Überlegt euch, welcher Text zu eurem Freund passen würde, verteilt den Text an alle.

Der Schmerz wird leiser, aufhören wird er nicht, es bleibt eine Narbe auf der Seele.

Rituale, gemeinsame Erinnerungen, gemeinsames Trauern und Sprechen hilft.
Bleib nicht allein.

Inaktiver User
23.02.2007, 20:48
Danke für eure netten Worte.

Die Beerdigung ist am Donnerstag und mir ging es diese Woche wirklich nicht gut, kann mich gar nicht davon erholen.

Ich habe jetzt mal eine Frage, denn ich habe wirklich keine Ahnung, wie eine Beerdigung abläuft. Wegen den Blumen die aufs Grab kommen, werde ich mit meiner Freundin was zusammen machen lassen. So jetzt wird ja wie ich weiss eine Rose ins Grab geworfen, weiss jemand was für eine Farbe angebracht ist? Dann habe ich mir überlegt, dass ich gerne einen Brief schreiben möchte, wo ich nur die Gedanken für den Freund und auch was ich für ihn empfunden habe aufschreiben möchte, darf man den denn auch ins Grab werfen?

Inaktiver User
26.02.2007, 16:16
Hallo!

Es tut mir wirklich sehr leid und ich fühle mit dir.:niedergeschmettert:

Im Laufe meines Lebens habe ich auch Freunde durch den Tod verloren. Manche waren zwar schon alt, aber trotzdem fehlen ihre weisen Ratschläge und Lebenshilfen.

Bei einer sehr lieben Bekannten durfte ich am Bett sitzen. Es war ihr letzter Tag.
Sie war schon älter und lag im Sterben... Ich weiß noch, dass sie sagte, ihre Füße seinen kalt. Da zog ich ihr noch ein paar Socken drüber... Hm...:niedergeschmettert:

Bei der letzten Beerdigung meiner Nachbarin haben wir gelbe Rosen ins Grab geworfen.
Kannst du deinen kleinen Brief an den Freund nicht auf einen kleinen Zettel schreiben und als Rolle an diese Rose binden?
Dann fällt es nicht so auf...

Ich wünsche dir viel Kraft und werde an dich denken...

Lieben Gruß von Majolika:blumengabe:

Inaktiver User
26.02.2007, 20:39
Das mit dem Zettel an die Rose binden ist wirklich eine gute Idee, ich werde es einfach kurz und knapp halten, was ich ihm noch mitteilen möchte..

Vielen Dank für den Tipp und bitte denkt feste an mich, denn ich habe wirklich Angst davor, seitdem er gestorben ist, ist für mich nichts mehr so wie es war, obwohl ich auch Freunde habe die mir noch näher stehen und ich denke genau das macht mich so Fassungslos, denn es kann so schnell vorbei sein.