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Laleh2310
17.08.2017, 00:29
Liebe Forenmitglieder, meine 10-jährige Tochter ist derzeit im Ferienlager und hat uns schon mehrfach, vor allem abends, angerufen, weil sie so starkes Heimweh habe. Vorab ist zu sagen, dass meine Tochter auf Initiative einer Freundin selbst unbedingt teilnehmen wollte. Es ist ihre erste längere Freizeit (1 Woche) und wir sagten ihr, wir könnten sie aber nicht jederzeit abholen, wenn sie Heimweh habe (es ist 300 km weg). Damit war sie auch einverstanden, sie wollte aber auf jeden Fall mit ihrer Freundin zusammen im Zimmer übernachten, was wir bei der Anmeldung auch extra so angegeben haben. Später wollte auch noch eine weitere Freundin mit, so dass sie nun zu Dritt sind. Wie sich herausstellte, waren nur 2-Bett-Zimmer zur Verfügung und meine Tochter musste gegen ihren Willen mit einem "fremden" Mädchen übernachten, während die anderen beiden Mädchen sich ein Zimmer teilen durften. Meine Tochter war darüber sehr traurig und wir kontaktierten die Betreuer, um eine Lösung zu finden, denn tagsüber gefiel ihr das Programm ganz gut. Die Betreuer hatten aber gar kein Verständnis und meinten, ein bisschen Heimweh sei ganz normal und sie hätte gar kein Problem. Dabei hat sie uns jeden Abend angerufen und wollte abgeholt werden, weil sie es nicht mehr aushielt. Sie wollte einfach nur zusammen mit ihren Freundinnen übernachten, was die Betreuer aber nicht erlaubten, weil das nur 2-Bett-Zimmer seien. In dem Zimmer steht aber ein Sofa, auf dem sie schlafen könnte, was sie aber nicht darf wegen der "Hausordnung". Trotz aller Überzeugungsarbeit wollten es die Betreuer nicht erlauben, sie dürfe nur hin, wenn sie nachts aufwacht und nicht mehr einschlafen kann, aber nicht gleich dort schlafen. Mein Mann und ich finden das absolut lächerlich, denn das ist die einzige Lösung, die ihr zu helfen scheint. Die Betreuer sind gar nicht kooperativ und scheinen das Problem auch nicht wirklich ernst zu nehmen. Findet ihr das normal? Sollen wir unser Kind abholen? Mein Mann möchte sie auf jeden Fall abholen, weil er gar kein Vertrauen mehr zu den Betreuern hat.

Entschuldigt die laaange Ausführung und vielen Dank für euren Rat!

Spatz22
17.08.2017, 00:42
Es tut mir leid, euch das sagen zu müssen.. Aber ja, ich finde, die Betreuer haben Recht.
Mit der Zusage an eure Tochter, mit den Betreuern zu reden, habt ihr ihr auch noch Hoffnung gemacht und sie unterstützt.
Kein Wunder, dass es jetzt Drama gibt.
Sie ist zehn, nicht sechs.
Diese Betreuer kennen diese Dramen, vertraut ihnen doch einfach.
Wenn das jetzt überhaupt noch möglich ist. Das Vertrauen eurer Tochter in diese ist doch jetzt durch eure Intention schon erheblich beeinflusst.
Wieviele Tage geht das Camp denn noch? Sind doch insgesamt nur sieben?

Laleh2310
17.08.2017, 00:52
Womit haben die Betreuer Recht? Wir haben die Betreuer nur um eine Lösung gebeten, nachdem sie uns immer wieder angerufen hat und abgeholt werden wollte. Wir finden es nicht normal, dass sich das Abend für Abend wiederholen muss, wenn es doch eine ganz einfache Lösung gibt. Das Kind soll doch eine schöne Zeit verbringen und nicht mit irgendwelchen absurden Regeln gequält werden!

Marta-Agata
17.08.2017, 01:05
Es gibt bei der ganzen Sache nur ein Problem - dass eure Tochter euch anrufen kann und euch anruft.

Aus solchen Freizeiten sollten Handys verboten sein - sind sie auch oft.

Hört auf, euch da einzumischen.

Marta-Agata
17.08.2017, 01:07
Womit haben die Betreuer Recht? Wir haben die Betreuer nur um eine Lösung gebeten, nachdem sie uns immer wieder angerufen hat und abgeholt werden wollte. Wir finden es nicht normal, dass sich das Abend für Abend wiederholen muss, wenn es doch eine ganz einfache Lösung gibt. Das Kind soll doch eine schöne Zeit verbringen und nicht mit irgendwelchen absurden Regeln gequält werden!
Ich finde nicht normal, dass ihr meint die Lage auf 300 km Entfernung beurteilen und regeln zu wollen.

Es müsste und würde sich da gar nichts wiederholen - wenn ihr euch da raushalten würdet.

Und das Kind würde die Regeln akzeptieren und trotzdem glücklich sein, wenn es sich auf die Freizeit konzentrieren könnte und nicht durch die Telefonate da herausgerissen würde.

xanidae
17.08.2017, 06:20
Warum freundet sie sich nicht mit dem Mädchen in ihrem Zimmer an? Warum lasst ihr zu, dass sie so sehr die Atmosphäre auf der Freizeit stört? Warum gebt ihr euer Kind in eine Freizeit wenn ihr denkt, sie muss sich nicht an die dortigen Regeln halten?

Ausnahmen kann man bei 60-100 Kindern in der Form nicht machen. Es wird genug Kinder geben, die heimlich auf anderen Zimmern sind.

Inaktiver User
17.08.2017, 06:50
Ich denke, man kann von einem 10jährigen Kind erwarten, dass es in einem Ferienlager auch mit anderen Kindern in einem Zimmer zurecht kommt. Sonst sollte es da nicht hinfahren.

Sasapi
17.08.2017, 06:53
Aus der Erfahrung mit drei eigenen Töchtern und etlichen Ferienfreizeiten als Betreuerin:

Es wird vermutlich so sein, dass sie tatsächlich über Tag kein Heimweh hat, da ist sie abgelenkt und beschäftigt. Abends tritt generell schnell Heimweh auf, das ist bei ganz vielen Kindern so und da ist das tägliche Telefonieren tatsächlich kontraproduktiv.
Darum gibt's auch meist ein Handyverbot. Die Betreuer sind erreichbar und lassen auch die Kinder telefonieren, wenn was Dringendes ist- dazu gehört auch schlimmes Heimweh.

Bei solchen Fahrten kann man keine " Extrawürste" braten. Eure Tochter ist nicht das einzige Kind, was nur eine Kleinigkeit hat, die geändert werden müsste, ihr seid nicht die einzigen Eltern, die nur etwas Entgegenkommen möchten....

Wie schon geschrieben, sie ist 10 und nicht 6.
Es würde eurer Tochter mehr bringen, wenn ihr sie tröstet, wenn sie über Heimweh weint, ablenkt ( Was habt ihr denn heute gemacht? ) anstatt sie darin noch zu bestärken.
Eine schwierige Situation - und das ist eine Herausforderung!- "geschafft" zu haben, bringt Selbstbewusstsein.

Die Gruppe, mit der ich bzw mein Mann jedes Jahr wegfahren, ist übrigens in der Altersklasse 10 bis 16....und gerade bei den " Kleinen" tritt so ein Heimwehproblem schnell auf.

Inaktiver User
17.08.2017, 07:09
Ich dachte bislang, genau dafür sind solche Ferienfreizeiten und Jugendlager gemacht... dass Kinder lernen, selbstständig zu werden, Probleme auch mal auszuhalten oder zu lösen, ohne, dass Mami und Papi das für sie machen.
Dadurch "wächst" man... letztendlich bremst Ihr Eure Tochter nur aus, wenn ihr ständig alle Steinchen aus dem Weg räumt und sofort springt, wenn sie piep sagt.
Meine Güte - eine Woche ...

Opelius
17.08.2017, 07:20
Eure Tochter wird das überleben. Bestärkt sie in den Telefonaten, dass sie auch schwierige Situationen meistern kann.

Ihr könnt Euch darauf gefasst machen, dass Eure Tochter am Abend der Rückkehr mit starkem "Fernweh" im Bettchen liegt, weils halt doch sehr gut war und sie die vielen Freundinnen und Betreuer vermisst. Und was macht Ihr dann?

Paraplumeau
17.08.2017, 08:15
Ich dachte bislang, genau dafür sind solche Ferienfreizeiten und Jugendlager gemacht... dass Kinder lernen, selbstständig zu werden, Probleme auch mal auszuhalten oder zu lösen, ohne, dass Mami und Papi das für sie machen.
Dadurch "wächst" man... letztendlich bremst Ihr Eure Tochter nur aus, wenn ihr ständig alle Steinchen aus dem Weg räumt und sofort springt, wenn sie piep sagt.
Meine Güte - eine Woche ...

So isses!

Ich fahre seit sicher 12 Jahren jedes Jahr als Betreuerin mit Kindern zwischen 6 und 12 Jahren für eine gute Woche weg.
Abendliches Telefonieren sehen wir überhaupt nicht gern (Handys sollen auch eigentlich daheim bleiben) und versuchen auch, zumindest bis zum Abend danach zu vertrösten, an dem dann ein Geländespiel, Lagerfeuer oder etwas Anderes stattfindet.

Einen schlimmen Fall von Heimweh hatten wir erst einmal und auch dieses Kind musste nicht abgeholt werden.

nachgefragt
17.08.2017, 08:43
ja, das "Blöde" ist : das Kind hat das Handy dabei und schon mehrfach angerufen abends.

Diesen Draht würde ich als Eltern jetzt für den Rest der wenigen übrig gebliebenen Tage kappen - und zwar von mir aus (und "den schwarzen Peter" nicht den Betreuern zuschieben), indem ich dem Kind (tagsüber !) sagen würde, dass ich die kommenden Tage und Abende leider verhindert bin zu telefonieren, aber ihm zutraue, dass es die Schlafsituation jetzt nach ein paar Tagen üben alleine schafft - dann aber auch konsequent nicht ans Telefon gehen, wenn seine Handy-Nummer sichtbar ist (wenn etwas Ernstes passiert, rufen doch die Betreuer an, nicht das Kind)
Auch für euch als Eltern ist es offensichtlich ein Einüben zum Weiter- loslassen (ihr wart schon vor der Reise skeptisch) , nutzt die Situation auch für euch :zwinker:

Utetiki
17.08.2017, 08:44
Ich kenne das auch nur so: im Ferienlager gelten die Bestimmungen des Verantwortlichen.

Bitte das Kind bestärken und nicht noch weiter pampern. Es ist doch auch eine Möglichkeit gegeben das 2er-Schlafgebot zu umgehen.

Inaktiver User
17.08.2017, 08:48
und wir sagten ihr, wir könnten sie aber nicht jederzeit abholen, wenn sie Heimweh habe (es ist 300 km weg).

Meiner Meinung nach lag da schon der Fehler... schon vor der Abfahrt wurde vorausgesetzt, dass es Heimweg geben KÖNNTE und es entsprechend thematisiert.
Statt einfach die Freude auf die Reise zu unterstützen und ihr zu vermitteln, dass es toll ist, was sie vorhat.
Jetzt ist das Kind in den Brunnen gefallen.
Selbsterfüllende Prophezeiung nennt man sowas wohl.

Margali62
17.08.2017, 09:08
Liebe TE, ist denn bei den Vorbesprechungen über diese Abläufe nicht gesprochen worden? Das kann ich mir kaum vorstellen.

Sunnya
17.08.2017, 09:37
Es geht um eine Woche und deine Tochter hat leider nicht ihren Willen bekommen. Das ist für sie natürlich blöd gelaufen und dass sie da im ersten Moment traurig war, kann ich nachvollziehen.
Aber es ist doch dann an euch, eure Tochter darin zu bestärken sich mit dem anderen Mädchen vielleicht anzufreunden. Das ist doch kein Weltuntergang! Sie muss halt lernen, dass nicht immer alles so läuft wie man es plant oder gerne hätte.

Außerdem hoffe ich dass eure Tochter dem anderen Mädchen ihre Unzufriedenheit nicht so zeigt, wie sie es bei euch am Telefon schildert. Das andere Mädchen muss sich ja ziemlich blöd vorkommen eine Zimmergenossin zu haben, die mit ihr nicht auf dem Zimmer sein will. Wie mag sich dieses Mädchen dann fühlen?

red_gillian
17.08.2017, 10:07
Findet ihr das normal?

Ja.


Sollen wir unser Kind abholen?

Nein.


Mein Mann möchte sie auf jeden Fall abholen, weil er gar kein Vertrauen mehr zu den Betreuern hat.

Die haben das schon gut geregelt. So wie du es schilderst, darf sie ja zu ihren Freundinnen (was ich eine ziemliche Extrawurst finde und ggf. echt stressig für die Betreuer werden kann, wenn andere Kinder das dann auch so handhaben wollen) und da auf dem Sofa schlafen, wenn sie zumindest vorher versucht hat, in ihrem eigenen Zimmer zu schlafen.

Insofern sehe ich da nirgends, dass die Betreuer nicht vertrauenswürdig wären - im Gegenteil, sie gehen auf das Heimweh eurer Tochter ein und erleichtern ihr die Sache.

marylin
17.08.2017, 10:37
Ich sehe es ein wenig anders, als die meisten hier. Das Mädchen hat sich darauf verlassen, dass es mit der Freundin in einem Zimmer schlafen kann. Das war nun mal die Voraussetzung (oder eine davon) ins Ferienlager zu fahren. Wenn ich ein DZ buche, möchte ich auch nicht vom Hotel in ein Zimmer mit einer Fremden gesteckt werden.

Ich finde auch, ein Handyverbot geht nicht. Ein Kind muss während längerer Abwesenheit von zuhause immer die Möglichkeit haben, die Eltern zu kontaktieren. Gut, nicht 24h/Tag - es kann ja z. B. abends und morgens Zeiten geben, wo telefoniert werden kann. Und ja, wenn sich ein Kind absolut unwohl fühlt, mit den Betreuern gar nicht klar kommt etc. soll es natürlich abgeholt werden.

Wenn in meinem Urlaub nix klappt, fahre ich auch nach Hause...

Ich frage mich, warum man Kindern mehr zumuten bzw. von ihnen mehr abverlangen soll, als man selber in Kauf nehmen würde.

Kleinfeld
17.08.2017, 10:43
Ich antworte heute mal als Kind das jedes Jahr ins Ferienlager musste. Ich fand es immer schrecklich, wollte nie so weit von zu Hause weg..ich hatte fürchterliches Heimweh.
Meine Eltern dachten immer sie tun mir damit was gutes....

Paraplumeau
17.08.2017, 10:45
Ich frage mich, warum man Kindern mehr zumuten bzw. von ihnen mehr abverlangen soll, als man selber in Kauf nehmen würde.

Davon kann keine Rede sein.
Ich fuhr zwischen 6 und 12 jedes Jahr zwei Wochen ins Ferienlager, weil meine Eltern acht Wochen Ferien gar nicht ansatzweise abdecken konnten.
Ich wurde auch nicht gefragt. Angemeldet und ab die Post.

Heimweh hatte ich allerdings nie.

Es wurde auch nie ein Kind wegen Heimweh abgeholt, maximal wegen einer gravierenden Krankheit.

Ich erinnere mich, dass meine jüngere Schwester meine Eltern mal anrief (aus dem Lagerleiterbüro) und abgeholt werden wollte.
Es muss etwas Gravierendes vorgefallen sein.
Meine Eltern machten sich auf den Weg und haben sie abgeholt.

Inaktiver User
17.08.2017, 10:46
Ich finde auch, ein Handyverbot geht nicht. Ein Kind muss während längerer Abwesenheit von zuhause immer die Möglichkeit haben, die Eltern zu kontaktieren.

Meine Güte... wie sind bloß früher die Kinder auf Ferienfahrten und Klassenreisen gegangen.. ohne tot umzufallen, weil sie nicht 24/7 die Eltern kontaktieren konnten...
Wenn es notwendig ist, werden sicher die Betreuer bei den Eltern anrufen.

marylin
17.08.2017, 10:52
Ich möchte aber nicht, dass außschließlich ein Betreuer entscheidet, was wichtig ist und was nicht.
Die meisten Betreuer sind sicher klasse, aber man kann doch nicht ausschließen, dass auch mal komische Leute dabei sind...
Oder dass eben bestimmte Dinge einfach nicht funktionieren.

Mein Sohn ist bei einer Klassenfahrt in der Grundschule 2 mal umgekippt, NIEMAND hat mich informiert. Mein Sohn! hat mir das dann nach Wiederankunft erzählt. Sowas geht gar nicht, aber es passiert! Hier hat also die Lehrerin entschieden: Nicht so schlimm, keine Untersuchung, kein Arzt etc. nötig. Ja, sowas kann passieren!

nachgefragt
17.08.2017, 10:53
Marylin, das Mädchen hat aber kein festes Doppelzimmer mit der Freundin gebucht - es wurde als Wunsch geäußert, dass es so stattfinden möge, dass das Kind mit der Freundin ein Zimmer belegt.
Das Mädchen hat scheinbar nie tagsüber dringend darum gebeten, sofort abgeholt zu werden. Erfahrungsgemäß fällt es den Kindern in solchen Freizeiten auch meistens nur abends auf, dass die Eltern gerade nicht greifbar sind - und dann sitzen die Eltern zu hause, machen sich einen Kopf, dass das Kind nur leidet .... und dabei springt das am nächsten morgen i.d.R. erwartungsvoll aus dem Bett und albert beim Frühstück schon wieder rum mit den anderen ...

Inaktiver User
17.08.2017, 10:59
Dann werden die Kinder es mal ein paar Tage aushalten müssen, daß etwas nicht funktioniert wie gewünscht.
Und stell Dir mal vor: Ich glaube, das wird ihnen später im Leben noch öfters passieren.
Kann also nix schaden, wenn man ab einem gewissen Alter - und 10 Jahre ist dafür wirklich nicht zu früh - die Erfahrung macht, daß man mit manchen Dingen einfach leben muß und auch prima damit klar kommt, ohne daß die Eltern alles zur Zufriedenheit des Prinzesschens regeln können.

Bei uns mußte aus dem Schulandheim in der 9. Klasse eine Mitschülerin mitten in der Nacht abgeholt werden, weil sie vor Heimweh verging - es war allen Ernstes die allererste Woche ihres ganzen Lebens, die sie von ihren Eltern getrennt war...
Sie hat's danach nicht mehr wirklich leicht in unserer Klasse gehabt.

Ach ja, jetzt ist sie fast 50 und immer noch hauptberuflich "Papis kleines Mädchen".
Ein glückliches Leben sieht anders aus.

marylin
17.08.2017, 10:59
Ja, das stimmt. Tagsüber ist die Welt meist in Ordnung. Trotzdem kann man das nicht verallgemeinern. Deshalb finde ich es wichtig, dass dem Kind der Kontakt zu den Eltern nicht verwehrt wird durch Handyverbot. Und nein - ein Anruf aus dem Büro, wo jemand danebensteht und zuhört, was mein Kind zu sagen hat, ist für mich keine Alternative! Klar, früher ging es nur so, aber deshalb muss das ja kein Maßstab für heute sein!

nachgefragt
17.08.2017, 11:00
Ich antworte heute mal als Kind das jedes Jahr ins Ferienlager musste. Ich fand es immer schrecklich, wollte nie so weit von zu Hause weg..ich hatte fürchterliches Heimweh.
Meine Eltern dachten immer sie tun mir damit was gutes....

Das Kind wollte aber teilnehmen, trotz der Bedenken der Eltern .
Wie und wann sollen denn Kinder auch mal lernen, dass ihre Entscheidung (die haben die Eltern ja akzeptiert als absolut dringenden Wunsch), kurzfristig auch mal mit Konsequenzen verbunden ist, die sie dann aushalten müssen (und i.d.R. ja auch können)

Kleinfeld
17.08.2017, 11:02
Das Kind wollte aber teilnehmen, trotz der Bedenken der Eltern .
Wie und wann sollen denn Kinder auch mal lernen, dass ihre Entscheidung (die haben die Eltern ja akzeptiert als absolut dringenden Wunsch), kurzfristig auch mal mit Konsequenzen verbunden ist, die sie dann aushalten müssen (und i.d.R. ja auch können)

Ist doch alles richtig...lies mal genau....ich schrieb...aus meiner Sicht als Kind:erleuchtung:

marylin
17.08.2017, 11:05
Dann werden die Kinder es mal ein paar Tage aushalten müssen, daß etwas nicht funktioniert wie gewünscht.
Und stell Dir mal vor: Ich glaube, das wird ihnen später im Leben noch öfters passieren.
Kann also nix schaden, wenn man ab einem gewissen Alter - und 10 Jahre ist dafür wirklich nicht zu früh - die Erfahrung macht, daß man mit manchen Dingen einfach leben muß und auch prima damit klar kommt, ohne daß die Eltern alles zur Zufriedenheit des Prinzesschens regeln können.

Bei uns mußte aus dem Schulandheim in der 9. Klasse eine Mitschülerin mitten in der Nacht abgeholt werden, weil sie vor Heimweh verging - es war allen Ernstes die allererste Woche ihres ganzen Lebens, die sie von ihren Eltern getrennt war...
Sie hat's danach nicht mehr wirklich leicht in unserer Klasse gehabt.

Ach ja, jetzt ist sie fast 50 und immer noch hauptberuflich "Papis kleines Mädchen".
Ein glückliches Leben sieht anders aus.

Generell, wenn ich als Eltern für mein Kind was buche und bezahle darf ich - und mein Kind! - schon gewisse Wünsche haben - gut, nicht jeder kann erfüllt werden. Und wenn es jemand für "normal" hält, dass im Anschluss an eine Abholung von der Klassenfahrt das Mädchen keinen leichten Stand mehr hat im Klassenverband, na dann weiß ich auch nicht mehr!

Ich bin nicht der Meinung, dass Kinder auf diese Art und Weise lernen müssen, wie das Leben funktioniert. Das geht auch anders.

nachgefragt
17.08.2017, 11:07
@ Kleinfeld
:blume: Deine Voraussetzungen waren eben ganz anders als Kind, als das, was die te im Eingangsposting schildert :blume:

Inaktiver User
17.08.2017, 11:10
Meine Neffen und Nichten waren auch regelmässig auf solchen Zeltlagern oder Ferienlagern. Da herrscht striktes Handyverbot und ich finde es auch gut so. Die Kinder können mit solchen Situationen sehr schnell umgehen, wenn sie es müssen.

marylin
17.08.2017, 11:10
Im Fall der TE würde ich es vielleicht so machen: Abends beim Telfonat vereinbaren, dass man am Morgen noch mal telefoniert und dann das Kind erneut fragt und dann entscheidet, ob das Kind wirklich abgeholt werden will/soll.

Cariad
17.08.2017, 11:12
Ich glaube, ich würde da meinem Bauchgefühl folgen. Ist das "Heimweh" wirklich nur wegen der Übernachtung, jeden Abend eine halbe Stunde? Oder habe ich den Eindruck, mein Kind leidet die meiste Zeit?

Wenn zweiteres, würde ich ein oder zwei Tage ermutigen und wenn das nicht hilft abholen. Es ist Urlaub und nicht "Lerne zu leiden, ohne zu klagen".

Auf die Entfernung irgendwas Organisatorisches zu klären, würde ich nicht versuchen.

marylin
17.08.2017, 11:16
Ich glaube, ich würde da meinem Bauchgefühl folgen. Ist das "Heimweh" wirklich nur wegen der Übernachtung, jeden Abend eine halbe Stunde? Oder habe ich den Eindruck, mein Kind leidet die meiste Zeit?

Wenn zweiteres, würde ich ein oder zwei Tage ermutigen und wenn das nicht hilft abholen. Es ist Urlaub und nicht "Lerne zu leiden, ohne zu klagen".

Auf die Entfernung irgendwas Organisatorisches zu klären, würde ich nicht versuchen.

Eben. Und da ich zwar meine, dass die meisten Lehrer und Betreuer ihre Sache gut machen, kann ich nicht ausschließen, dass mal was schief läuft. Und wenn ich weiß, dass sich mein Kind dann nicht an mich wenden kann, sozusagen "Hilfe rufen" kann, dann würde mein Kind nicht mitfahren.

Fourthhandaccount
17.08.2017, 11:18
Ich frage mich, warum man Kindern mehr zumuten bzw. von ihnen mehr abverlangen soll, als man selber in Kauf nehmen würde.
Ich würde heute auch nicht mehr in einer Jugendherberge übernachten wollen, aber als Kind? Ich würde auch keine Gruppenfahrt mit Mehrbettzimmern machen wollen, aber als Kind fährt man doch auf Klassenfahrt?

Inaktiver User
17.08.2017, 11:19
Generell, wenn ich als Eltern für mein Kind was buche und bezahle darf ich - und mein Kind! - schon gewisse Wünsche haben(...)Ich bin nicht der Meinung, dass Kinder auf diese Art und Weise lernen müssen, wie das Leben funktioniert. Das geht auch anders.

Also ehrlich ... ich bin eher der Meinung, dass Kinder nicht unbedingt lernen sollten: Ich bezahl dafür, also müssen alle nach meinen Wünschen funktionieren.

Eine gewisses "sich selber nicht so wichtig nehmen" finde ich persönlich da einen lohnenderen Lernerfolg, ebenso wie: Ich kann Dinge auch aushalten und/oder alleine regeln, ohne andere.

nachgefragt
17.08.2017, 11:21
Ich glaube, ich würde da meinem Bauchgefühl folgen. Ist das "Heimweh" wirklich nur wegen der Übernachtung, jeden Abend eine halbe Stunde? Oder habe ich den Eindruck, mein Kind leidet die meiste Zeit?

Wenn zweiteres, würde ich ein oder zwei Tage ermutigen und wenn das nicht hilft abholen. Es ist Urlaub und nicht "Lerne zu leiden, ohne zu klagen".

Auf die Entfernung irgendwas Organisatorisches zu klären, würde ich nicht versuchen.


Meine Stellungnahme bezieht sich ausdrücklich auf die Problematik, die die TE geschildert hat - und da ging es ausschließlich um die Schlafsituation und das damit verbundene abendliche Heimweh

marylin
17.08.2017, 11:24
Also ehrlich ... ich bin eher der Meinung, dass Kinder nicht unbedingt lernen sollten: Ich bezahl dafür, also müssen alle nach meinen Wünschen funktionieren.

Eine gewisses "sich selber nicht so wichtig nehmen" finde ich persönlich da einen lohnenderen Lernerfolg, ebenso wie: Ich kann Dinge auch aushalten und/oder alleine regeln, ohne andere.

Bis zu einem gewissen Maße - ja! Aber wann das Kind Dinge nicht mehr alleine regeln soll und kann oder etwas nicht mehr ertragen muss, das bestimme ICH und nicht ein Fremder (Betreuer, Lehrer).

Paraplumeau
17.08.2017, 11:25
Ich stelle mir vor, in einem Ferienlager haben alle Kinder ihre Handys mit.
Dann gibt es nicht mehr viel Programm und die Erzieher haben ein fantastisches Leben.

Das Paradies schlechthin.:freches grinsen:

marylin
17.08.2017, 11:27
Ich stelle mir vor, in einem Ferienlager haben alle Kinder ihre Handys mit.
Dann gibt es nicht mehr viel Programm und die Erzieher haben ein fantastisches Leben.

Das Paradies schlechthin.:freches grinsen:

Es können ja Telefonzeiten vereinbart werden. Aber völliges Kontaktverbot zu den Eltern geht meiner Meinung nach nicht. Wer Fremden so weit vertraut, gut, ich mache es nicht bedingungslos.

Nordseehafer
17.08.2017, 11:29
Ich lehne Haltungen ab à la "früher ging das doch auch". Wir wissen sicher alle, dass die Bedürfnisse eines Kindes nicht immer schon gleichermaßen in der Erziehung im Mittelpunkt standen wie heute, oder anders gesagt nicht immer gleichermaßen für die Erwachsenen interessant waren. Das heißt aber nicht, dass das ok war. Es gab sicherlich immer schon Sensibelchen, die mit Ferienlagern nicht gut klarkamen, während die Mehrheit wahrscheinlich kein Problem hatte.

Ich habe auch so ein Sensibelchen zuhause, das sehr schwer mit Veränderungen umgehen kann, bzw. mit Dingen, die anders laufen als abgesprochen. Ich könnte in eine ähnliche Situation geraten, denke ich. Nur würde ich meinem Kind das Gefühl nehmen wollen, dass gerade ein Drama passiert und es eben darin NICHT bestärken. Das Angebot, dass sie rüber auf das Sofa gehen kann, wenn sie nachts aufwacht, steht doch. Und... macht sie es denn? Oder schläft sie durch, wenn sie einschläft und die Schlafsituation ist dann egal? Das könnte nämlich gut sein.

Andererseits wäre doch dann die tatsächliche Zimmergenossin alleine, wenn die Tochter der TE zu den beiden Mädchen gehen würde- das würde ich auch nicht ok finden und meinem Kind vermitteln. Dumm gelaufen, aber kein Drama- so würde ich es vermitteln wollen. Und den Betreuern vertrauen, dass es kein wirkliches Problem ist- die Erfahrung, nicht mit der Freundin in einem Zimmer zu sein, wird das Mädchen nicht nachhaltig traumatisieren. Wenn sie daraufhin allerdings DANACH nie mehr in ein Ferienlager fahren möchte, kann man ja zukünftig darauf verzichten.

nachgefragt
17.08.2017, 11:30
... Und wenn ich weiß, dass sich mein Kind dann nicht an mich wenden kann, sozusagen "Hilfe rufen" kann, dann würde mein Kind nicht mitfahren.

Hier haben aber die Eltern die Entscheidung des Kindes akzeptiert- wenn auch nur halbherzig, wie sich im Nachhinein herausstellt.

Ist wohl eine Erfahrung, die vor allem die Eltern im Nachgang noch einmal reflektieren sollten (wo lasse ich meinem Kind Entscheidungsfreiheit - mit möglichen Konsequenzen, die ja lt posting im Vorfeld angesprochen wurden - wo halte ich die Zügel bewusst in meiner Hand)

Paraplumeau
17.08.2017, 11:32
Es können ja Telefonzeiten vereinbart werden. Aber völliges Kontaktverbot zu den Eltern geht meiner Meinung nach nicht. Wer Fremden so weit vertraut, gut, ich mache es nicht bedingungslos.

Kein Verbot.
Einfach nicht die Notwendigkeit.

Das Kind wird den Betreuern übergeben und nach dem Ferienlager wieder entgegen genommen.
Ohne prinzipielles Vertrauen geht es natürlich nicht.

Margali62
17.08.2017, 11:33
Liebe TE, ist denn bei den Vorbesprechungen über diese Abläufe nicht gesprochen worden? Das kann ich mir kaum vorstellen.

Ich zitiere mich nochmal selbst.
Da ist doch bestimmt vorher drüber gesprochen worden?!

Paraplumeau
17.08.2017, 11:34
Ich zitiere mich nochmal selbst.
Da ist doch bestimmt vorher drüber gesprochen worden?!

Welche Vorbesprechungen soll es denn da gegeben haben?

marylin
17.08.2017, 11:40
Die TE schreibt, dass die Tochter auf jeden Fall bei der Freundin im Zimmer übernachten wollte und dass das bei der Anmeldung so angegeben wurde. Heißt, das war für das Mädchen eine wesentliche Voraussetzung. Dass das nicht geklappt hat, ist schon ärgerlich und ich finde nicht, dass man das dann einfach so "Hab dich nicht so, da musste durch..." abtun muss. Gut - kein Drama, aber auch nicht schön.

brighid
17.08.2017, 12:09
Welche Vorbesprechungen soll es denn da gegeben haben?


ich kenne es nur so, dass bei ferien/zeltlagern es vorher einen informationsabend/-veranstaltung gibt. vorallem wenn ein kind das erste mal bei einer solchen veranstaltung teilnimmt- angesagt und wichtig.

Inaktiver User
17.08.2017, 12:12
ich kenne es nur so, dass bei ferien/zeltlagern es vorher einen informationsabend/-veranstaltung gibt. vorallem wenn ein kind das erste mal bei einer solchen veranstaltung teilnimmt- angesagt und wichtig.

Kenne ich auch so. Da wird dann auch über die räumlichen Gegebenheiten informiert. Bei Zweibettzimmern können halt nicht DREI Freundinnen zusammen untergebracht werden.

Paraplumeau
17.08.2017, 12:16
ich kenne es nur so, dass bei ferien/zeltlagern es vorher einen informationsabend/-veranstaltung gibt. vorallem wenn ein kind das erste mal bei einer solchen veranstaltung teilnimmt- angesagt und wichtig.

Kenne ich nicht so.
Und meine Töchter sind viele Jahre in die verschiedensten Lager und zu Freizeiten gefahren. Das ist ja auch meistens (für Berliner Kinder immer) in einem anderen Bundesland.

Alle Informationen stehen in der Broschüre oder in einer Mail.

brighid
17.08.2017, 12:19
ich war als kind mehr als einmal im zeltlager (meine eltern sind jedes mal wieder zu den veranstaltungen gegangen), als junge erwachsene bin ich als betreuerin mitgefahren und habe bei den informations-veranstaltungen mitgeholfen und meine kinder sind auch ins zeltlager gefahren. gleiches spiel.

informationsveranstaltung- die betreuer werden vorgestellt, stellen sich selbst vor, grobe planung vorgestellt und vorallem fragen beantwortet.

veranstalter: kirche, gemeinde,

Inaktiver User
17.08.2017, 12:20
Alle Informationen stehen in der Broschüre oder in einer Mail.

Hängt vielleicht vom Veranstalter ab (Kirche, Stadt, Sportverein...).

Aber dann sollte in den Anmeldeunterlagen sowas stehen wie "Zimmerwünsche werden nach Möglichkeit berücksichtigt, sind aber nicht garantiert".

Paraplumeau
17.08.2017, 12:22
Aber dann sollte in den Anmeldeunterlagen sowas stehen wie "Zimmerwünsche werden nach Möglichkeit berücksichtigt, sind aber nicht garantiert".


Pruuuuuust :schild genau:

nachgefragt
17.08.2017, 12:23
Ich habe es so wie brighid kennen gelernt ...

Margali62
17.08.2017, 12:24
Wer mal googeln möchte, Beispiel sb-reisen punkt net.

Buchen ist möglich ohne persönlichen Kontakt aaaber natürlich ist Kontakt möglich, unter FAQ sind alle Dinge genannt, die wir hier besprechen, Heimweh, Zimmeraufteilung, Handy gestattet/ erwünscht.

Deshalb frage ich die TE ja, wie war das denn???

Margali62
17.08.2017, 12:25
ich kenne es nur so, dass bei ferien/zeltlagern es vorher einen informationsabend/-veranstaltung gibt. vorallem wenn ein kind das erste mal bei einer solchen veranstaltung teilnimmt- angesagt und wichtig.


Auch das ist möglich.

kuhliebe
17.08.2017, 12:30
Liebe TE ich gehe nicht auf die Vorbeiträge ein sondern schreib wie ich das als Mutter von 2 Kindern gehandhabt habe bzw. handhabe. Ich kenne diese Problem 1 zu 1.

Meine Tochter (jetzt schon älter) musste ich einmal wegen Heimweh aus einer Jugendfreizeit abholen. Bzw. konnte das Weinen Abends am Telefon nicht mehr ertragen. Sie ist danach nicht mehr wo zum Übernachten bei Freunden oder in der Schule bei der Büchernacht geblieben. Wir haben immer die Thematik gehabt, Sie wollte hin bis zu einem gewissen Punkt ging es und abends war dann die Angst und das Heimweh da.

Im Schullandheim in der fünften Klasse hatten sie Handyverbot und durften abends einmal anrufen( jeden Abend) die Lehrerin wusste von dem Problem und die Woche ging gut. In der nächsten Klasse war Skilager. Alles super null Problem. Dann kam der Schüleraustauch in ein benachbartes Land irgendwann. Alleine in einer Fremden Familie. Der Anruf am ersten Abend Heimweh. Es waren 900 km dazwischen. (Wir hätten in dem Land eine Tante von mir die ca. 100 km weg gewesen wärejedoch kennt die meine Tochter nicht. Deshalb haben wir da nie darüber gesprochen.) Ich habe mit ihr telefoniert. Hab meine Argumentation geändert. Nicht mehr hey du bis so alt du schaffst das, sondern ich versteh dich. Ich kann dich jedoch nicht holen. Ich habe ihr das Heimweh erklärt. So wie ich es empfinde und sehe. In der Richtung du magst dein Daheim Deinen Bruder und deine Eltern. Jetzt bist du weg. Jeder Tag jeder Eindruck ist neu ist Fremd. Da kann man durchaus heimweh haben. Das ist normal und gut. Doch wir beide wissen wir können es im Moment nicht ändern. Nimm dein Heimweh wie es ist. Ich versteh dich ich kann dich nicht holen. Du wirst es schaffen die Woche und du musst durch. Ich liebe dich.

Jedesmal wenn mein Handy ging oder Telefon hab ich gezittert. Ich hab ihr immer das gleiche gesagt. Aber dieses Reiss dich zusammen hab ich ihr nie gesagt. Immer so wie oben.

Meine Tochter hat durchgehalten. Nach Tag 3 war nix mehr. Es war für sie so hart wie für uns daheim.

Mein Sohn fast im gleichen Alter wie deine Tochter jetzt hat mir im Juli eine Freizeit abgebrochen. Nicht wegen Heimweh sondern er hatte schlichtweg Angst im Zelt zu Schlafen. Nachdem es nur 10 Km entfernt war, haben wir ihn Abends dann abgeholt und morgens immer wieder gebracht. Er schläft daheim auch schlecht ein. Und ich hatte schlichtweg Muffe davor das er mir noch mehr Probleme bekommt. Ich red oft mit ihm. Bei seinen Großeltern oder bei meiner Schwester wo sie jetzt sind gibt es keine Probleme.

Übernachten bei einem Freund geht im Moment noch nicht. Aber wir wissen von dem Problem und versuchen es immer mal wieder mit einem Freund von ihm dessen Eltern bescheid wissen. Ich dräng da auch nicht.

Jetzt steht ein Schulwechsel an. Der Aufenthalt in einem Schullandheim ist im nächtsten Mai geplant. Ich denk noch nicht dran. Ich werd es auf mich zukommen lassen.

Meine Tochter geht im Nächsten Jahr für einige Zeit wieder auf einen freiwilligen Schüleraustauch. Das wollte sie selber nach dem letzten trotz Heimweh. Sie sagt jetzt Mama hab ich es geschaft, weil ich da auf nen harten Weg durchmusste aber ich habe es alleine in einem fremden Land gemeistert. Dank Dir und deinem Verständnis und deinen Erklärungen.

O.k. Sie ist älter. Aber vielleicht hilft Dir das ein wenig.

Ich hatte als Kind auch Heimweh und wurde manchmal geholt manchmal nicht. Ab ca. 15 war es vorbei und die Welt war nicht mehr sicher vor mir.

silberpfeil
17.08.2017, 12:54
Ich hätte das Kind abgeholt - ihr aber auch klar gemacht , dass erstmal von solchen Ausflügen Abstand genommen wird...

Und wer weiß, ob es zu dritt im Zimmer alles GUT geworden wäre :schild ...uups:

Inaktiver User
17.08.2017, 13:46
Liebe TE ich gehe nicht auf die Vorbeiträge ein sondern schreib wie ich das als Mutter von 2 Kindern gehandhabt habe bzw. handhabe. Ich kenne diese Problem 1 zu 1.



danke für Deinen schönen Beitrag! :blumengabe:

Kleinfeld
17.08.2017, 13:49
danke für Deinen schönen Beitrag! :blumengabe:

Da schließe ich mich doch an:blumengabe:
Mir ging es mit meinem jetzigen Kind hier zu Hause ganz genau so. Klärt sich alles irgendwann von alleine.

Sasapi
17.08.2017, 14:36
Ich finde, ein Ferienlager ist kein Urlaub, in dem man einen bestimmten Komfort/ eine bestimmte Kategorie bucht und dann darauf Anspruch hat.
Wobei das vielleicht auf den Veranstalter ankommt.

Ich fahre im Rahmen eines Zeltlagers des DRK weg, mein Mann mit der Jugendfeuerwehr.

Wir betreuen "unsere" Kinder und Jugendlichen das ganze Jahr, einmal die Woche, sie kennen uns, wir kennen sie, die Eltern können uns jederzeit kontaktieren.

Auf beiden Zeltlagern gilt Handyverbot. Aus praktischen Gründen: Da sich in beiden Fällen immer an die 1000 Leute eine Woche lang auf einer großen Fläche in der Pampa aufhalten, wird eine Stromversorgung/Internetverbindung wie im Katastrophenfall aufgebaut. Damit muss alles versorgt werden, vom Küchenzug über Duschcontainer bis zur Musikanlage/ Kühlanlage im Grosszelt ( es gibt jeden Abend ein Abendprogramm bis 22 Uhr). Da ist logischerweise ein ständiges Aufladen der Kinderhandys gar nicht drin. Es haben zwar immer Kinder Handys etc dabei- aber wenn Akku leer, dann Akku leer. Ausserdem- das ist "draussen". Da ist es manchmal nass, es teilen sich immer 15 Leute ein Zelt, da fällt was runter, jemand tritt irgendwo drauf....da ist ein Smartphone schnell Mal kaputt. Und bei Handyverbot ist man als Veranstalter aus der Haftung raus.

Ich habe, genau wie mein Mann, das vorgeschriebene erweiterte Führungszeugnis, was regelmäßig erneuert wird. Ausserdem sollten uns die Eltern kennen.

Wir ( also nicht nur Gatterich und ich, sondern auch DRK und Feuerwehr "an sich") sind dazu übergegangen, zu sagen: So sind die Regeln. Wer die nicht einhalten will oder kann ( als Eltern), dessen Kind fährt nicht mit.
Das ist gar nicht so patzig gemeint, wie es jetzt klingt. Aber wir machen das freiwillig, weil wir Spass daran haben. Wir sind keine Dienstleister. Es ist ja gerade kein gebuchter Urlaub.
Die Kosten pro Teilnehmer liegen bei 60 Euro komplett für eine Woche. Ich denke, dafür kann man keinen Luxus erwarten.

Und die Kinder kommen nach ein, zwei Tagen übrigens sehr gut ohne Elektronik aller Art aus- sie spielen Fussball, Völkerball, Karten, lesen auch mal... wobei es immer so ist, dass die Tage so geplant sind, dass nur sehr wenig Leerlauf entsteht.

Wer mehr unter dem fehlenden Handy leidet sind meist die Eltern. Die Betreuer sind immer erreichbar,
ausserdem ist der Einsatzleitwagen dabei, der auch rund um die Uhr besetzt ist und per Telefon und E-Mail erreichbar ist.

Wer zu Hause anrufen möchte kann das gerne tun. Und wenn das Heimweh gar so schlimm ist, ein Kind kränkelt, dann rufe ich schon selbst an... wenn etwas Gravierendes passiert ( so wie das erwähnte " Umkippen") zwar eher erst dann, wenn das Kind auf den Beinen ist und unser Doktor es untersucht hat ( wir sind DRK, da sitzt man an der Quelle), weil die Info : " Fritz Fridolin ist vorhin umgekippt, Dr X meint, das wäre ein Kreislaufproblem, wie wollen wir weiter verfahren?" Sinnvoller ist als " Fritz Fridolin ist gerade umgefallen und liegt reglos vor mir auf dem Boden" wenn die Eltern Hunderte von Kilometern weit weg sind. Ausserdem ist es wichtiger, sich erstmal ums Kind zu kümmern als die Eltern zu informieren.
Ausnahme: Unfälle. Letztes Jahr hatten wir einen Armbruch, da habe ich die Eltern während der Fahrt ins KKH angerufen. War ein " verschobener" Bruch, der operativ gerichtet werden musste, da war eine Absprache " Erstversorgung vor Ort, dann Transport ins Heimatkrankenhaus zur OP, wir treffen uns dort mit den Eltern.." wichtig. So war es für Eltern und Kind einfacher mit der Nachbehandlung.

Inaktiver User
17.08.2017, 14:38
merci, liebe @Sasapi :blumengabe:

Inaktiver User
17.08.2017, 17:03
ja, sehe ich auch so.
ich würde meine Tochter nicht abholen und ihr an Herz, legen sich unter all den anderen Kinder neue Freunde zu suchen und nun eben mit dem Mädchen aus dem Zimmer und anderen Kindern viel Spaß zu haben. Warum auch nicht ?

Ist evtl. eben auch link von der Freundin und dem 3. Kind, dass es nun Dein Kind war, das ohne Freundin da stand, die haben ihre Zimmer ohne Rücksicht auf sie und ihre Wünsche bezogen.
Die beiden anderen haben es geschafft, sie miteinander untergekommen und konnten ihre BF-Planung also durchziehen.


o.k. .. dürfen sie.

Dein Kind sollte eben mal kucken, wo andere nette Mädels zu finden sind,sich und sich neu orientieren!


So Ferienlager sind schon dazu da, andere Kinder kennenzulernen, neue Kontakte zu knüpfen!

Inaktiver User
17.08.2017, 20:53
Ist evtl. eben auch link von der Freundin und dem 3. Kind, dass es nun Dein Kind war, das ohne Freundin da stand, die haben ihre Zimmer ohne Rücksicht auf sie und ihre Wünsche bezogen.


Man weiß nicht, was da gelaufen ist. Kann man sicher nochmal im Nachgang das Kind fragen, was da los war.

Laleh2310
17.08.2017, 21:57
Liebe alle,
vielen Dank für eure zahlreichen und sehr differenzierten Antworten! Nachdem ich am Anfang dachte, wir stehen mit unserer Ansicht ganz allein da ;-)
Wir haben unsere Entscheidung getroffen und unsere Tochter abgeholt. Das ist jetzt auch gut so.
Zu euren Kommentaren noch ein paar Anmerkungen: Es gab ein sehr kurzes Vortreffen, bei dem von Zweierzimmern keine Rede war. Ich dachte, solche Einrichtungen hätten eher Mehrbettzimmer. Ein Handyverbot gab es auch, wir haben uns auch daran gehalten, unsere Tochter hatte keins dabei, andere Kinder aber schon. Die Kinder durften aber von dort aus anrufen. Im Endeffekt fand ich das gut, ich hätte es nicht toll gefunden, im Nachhinein zu erfahren, dass meine Tochter abends immer so geheult hat. Einige von euch haben Aktivitäten beschrieben, um die Kinder vom Heimweh abzulenken, die gab es aber hier nicht, man hat sie ja anscheinend lieber zu Hause anrufen lassen.
Was die Kosten angeht, so war das keine Freizeit für 60 Euro die Woche, die hat schon das Fünffache gekostet, aber das war für mich nicht ausschlaggebend, um eine "Sonderbehandlung" zu bitten. Wie gesagt, war der Zimmerwunsch von Anfang an klar mitgeteilt. Die Kinder durften sich die Zimmer aber nicht selbst aussuchen, sondern die wurden zugeteilt, insofern trifft die beiden Freundinnen keine "Schuld". Meine Tochter hat zwar generell keine Probleme, sich mit anderen Kindern anzufreunden, aber mit dieser Zimmergenossin ging es wohl einfach nicht. Die war 4 Jahre älter als meine Tochter und hatte selbst auch kein Interesse an ihr. Man kennt das schließlich auch als Erwachsener, dass es eben Leute gibt, mit denen die Chemie nicht stimmt. Im Mehrbettzimmer wäre das tatsächlich wahrscheinlich kein Problem gewesen.
Und ansonsten: Ich kenne meine Tochter gut genug, um auch über 300 km zu spüren, ob das jetzt einfach ein bisschen Theater ist oder es sich um etwas Ernsteres handelt. Von "das Kind muss da durch" und unbedingter Regelhörigkeit halte ich rein gar nichts, das Kind soll sich wohlfühlen und ist nicht beim Militär. Sie wird trotzdem auch in ihrem weiteren Leben sicher zurecht kommen ;-)

Nochmals danke an alle und liebe Grüße
Laleh2310

Roundabout
17.08.2017, 22:05
Liebe alle,
vielen Dank für eure zahlreichen und sehr differenzierten Antworten! Nachdem ich am Anfang dachte, wir stehen mit unserer Ansicht ganz allein da ;-)
Wir haben unsere Entscheidung getroffen und unsere Tochter abgeholt. Das ist jetzt auch gut so.
Zu euren Kommentaren noch ein paar Anmerkungen: Es gab ein sehr kurzes Vortreffen, bei dem von Zweierzimmern keine Rede war. Ich dachte, solche Einrichtungen hätten eher Mehrbettzimmer. Ein Handyverbot gab es auch, wir haben uns auch daran gehalten, unsere Tochter hatte keins dabei, andere Kinder aber schon. Die Kinder durften aber von dort aus anrufen. Im Endeffekt fand ich das gut, ich hätte es nicht toll gefunden, im Nachhinein zu erfahren, dass meine Tochter abends immer so geheult hat. Einige von euch haben Aktivitäten beschrieben, um die Kinder vom Heimweh abzulenken, die gab es aber hier nicht, man hat sie ja anscheinend lieber zu Hause anrufen lassen.
Was die Kosten angeht, so war das keine Freizeit für 60 Euro die Woche, die hat schon das Fünffache gekostet, aber das war für mich nicht ausschlaggebend, um eine "Sonderbehandlung" zu bitten. Wie gesagt, war der Zimmerwunsch von Anfang an klar mitgeteilt. Die Kinder durften sich die Zimmer aber nicht selbst aussuchen, sondern die wurden zugeteilt, insofern trifft die beiden Freundinnen keine "Schuld". Meine Tochter hat zwar generell keine Probleme, sich mit anderen Kindern anzufreunden, aber mit dieser Zimmergenossin ging es wohl einfach nicht. Die war 4 Jahre älter als meine Tochter und hatte selbst auch kein Interesse an ihr. Man kennt das schließlich auch als Erwachsener, dass es eben Leute gibt, mit denen die Chemie nicht stimmt. Im Mehrbettzimmer wäre das tatsächlich wahrscheinlich kein Problem gewesen.
Und ansonsten: Ich kenne meine Tochter gut genug, um auch über 300 km zu spüren, ob das jetzt einfach ein bisschen Theater ist oder es sich um etwas Ernsteres handelt. Von "das Kind muss da durch" und unbedingter Regelhörigkeit halte ich rein gar nichts, das Kind soll sich wohlfühlen und ist nicht beim Militär. Sie wird trotzdem auch in ihrem weiteren Leben sicher zurecht kommen ;-)

Nochmals danke an alle und liebe Grüße
Laleh2310

Wozu hast du dann überhaupt diesen Strang eröffnet? damit du es besser vor dir rechtfertigen kannst, dass ihr sie abholt? versteh ich jetzt echt nicht. Bezeichnend, dass du nur die Posts erwähnst, die mit deiner Meinung übereinstimmen. Dabei kann man gerade aus den anderen uU viel mitnehmen... wenn man denn will.

Laleh2310
17.08.2017, 22:09
Ja, das ist doch ein guter Grund ;-) Als ich den Strang eröffnet habe, hatte ich noch keine Entscheidung getroffen. Außerdem bin ich auch auf die anderen Meinungen eingegangen (könnt ihr bei 300 km Entfernung doch gar nicht beurteilen etc.).
LG

Roundabout
17.08.2017, 22:18
Ja, das ist doch ein guter Grund ;-) Als ich den Strang eröffnet habe, hatte ich noch keine Entscheidung getroffen. Außerdem bin ich auch auf die anderen Meinungen eingegangen (könnt ihr bei 300 km Entfernung doch gar nicht beurteilen etc.).
LG

Das widerspricht aber deiner Stellungnahme hier deutlich:

Und ansonsten: Ich kenne meine Tochter gut genug, um auch über 300 km zu spüren, ob das jetzt einfach ein bisschen Theater ist oder es sich um etwas Ernsteres handelt.

aber letztendlich war es wenigstens ne nette, wenn auch so gesehen nutzlose, Diskussion.

Und ich bin wieder froh, dass unsere Kiddies ab der dritten Klasse problemlos Zeltfreizeiten, Klassenfahrten usw. bewältigt haben. Da war ich eher diejenige, die dachte, die könnten sich wenigstens ein Mal melden. Und ich bin immer davon ausgegangen, so lange ich nix höre, ist auch alles prima und wird vor Ort geklärt.

Laleh2310
17.08.2017, 22:21
In der Tat sind auch die anderen Meinungen hilfreich, habe mich ja auch extra dafür bedankt! Eine solche Freizeit wollen wir zwar erstmal nicht wieder ins Auge fassen, aber es wird andere Übernachtungen geben - Klassenfahrten, Auslandsaufenthalte...

Laleh2310
17.08.2017, 22:24
Aha, die Diskussion wäre also nur sinnvoll gewesen, wenn ich mich den gegenteiligen Meinungen angeschlossen hätte??? Ich weiß auch, dass es andere Kinder gibt, die das alles problemlos mitmachen, aber das hilft mir ja nicht weiter.

Nordseehafer
17.08.2017, 22:28
Na ja... du hast gestern Abend gepostet und heute seid ihr schon zweimal 300km gefahren. Ich denke, roundabout meint, dass es gar nicht um eine Entscheidungsfindung anhand von Meinungen ging.

Roundabout
17.08.2017, 22:59
Na ja... du hast gestern Abend gepostet und heute seid ihr schon zweimal 300km gefahren. Ich denke, roundabout meint, dass es gar nicht um eine Entscheidungsfindung anhand von Meinungen ging.

exakt. :blumengabe:

Inaktiver User
17.08.2017, 23:02
Heute ist Donnerstag. Ich nehme an, am Samstag wäre sie sowieso nach Hause gekommen?

Sasapi
17.08.2017, 23:05
Muss es ja auch nicht. Es ist euer Kind und eure Entscheidung.
Allerdings ist das genau das, was sich in den letzten 10 Jahren verändert hat - und was mir und vielen Jugendbetreuern auffällt. Und die Sache nicht leichter macht.

Kindern wird im Vorfeld eine eigene Entscheidung zugestanden- du, liebe TE, schreibst ja auch, ihr habt nur zugestimmt, weil die Tochter das unbedingt wollte.

Sie ist 10 und kann die Konsequenz ihrer Entscheidung nicht erkennen. Wie auch?

Aber wenn du doch jetzt sagst, du kennst dein Kind so gut, dass du über 300 km Entfernung erkennst, ob das was Ernstes ist oder nicht ( was ich dir unbesehen glaube, ich habe ja selbst drei...) ... warum hast du nicht im Vorfeld dieser Reise gesagt: Nein, du fährst nicht, du bist noch nicht so weit.

Und die Konsequenz lässt du sie nicht tragen, denn: Sie ist ja nicht beim Militär... wobei das etwas ganz anderes ist als das schlichte Aushalten von Heimweh.

Laleh2310
17.08.2017, 23:13
Ich bin leider keine Hellseherin, es war ja die erste längere Freizeiit und sie ist sonst nicht so weinerlich. Kürzere Übernachtungen mit der Schule und dem Hort hat sie bisher auch gut ausgehalten, da die Betreuer leichte Anflüge von Heimweh gut auffangen konnten.

kuhliebe
18.08.2017, 00:18
Ich hätte sie auch geholt! Und eine 10 Jährige mit ner 14 Jährigen im Zimmer und ohne Abendprogramm in der Gruppe - schwierig.

Als Erfahrung verbuchen. Drüber sprechen und wieder versuchen.

Laleh2310
18.08.2017, 00:30
Danke, das tut gut.
Und genau so werden wir es machen.

Nordseehafer
18.08.2017, 06:18
Wenn sie die Woche fast geschafft hat, hätte ich sie nicht geholt, sondern am Telefon bestärkt, wie hier eine Userin es mit ihrem Kind gemacht hat.
Ihr habt ihr vorher gesagt, ihr könnt sie nicht einfach abholen- aber ihr gezeigt, doch, das könnt ihr und das macht ihr auch. Ich frage mich, ob diese Bereitschaft, die ihr sicher bewusst war, nicht auch zu ihrem Drängen, abgeholt zu werden, beigetragen hat.

Aber das ist natürlich eure Entscheidung. Bei nur einer Woche, die wahrscheinlich fast rum war (?), hätte ich anders entschieden.

chryseis
18.08.2017, 07:12
Eine solche Freizeit wollen wir zwar erstmal nicht wieder ins Auge fassen, aber es wird andere Übernachtungen geben - Klassenfahrten, Auslandsaufenthalte...

Eine Klassenfahrt kann durchaus auch so eine Entfernung haben. Da wird das Heimweh wieder auftreten und euch vor dieselben Probleme stellen: ein heulendes Kind am Telefon. Und bei einer Auslandsreise kann die strecke noch weiter sein. Das sind auch Fahrtkosten für euch.


Ihr habt ihr vorher gesagt, ihr könnt sie nicht einfach abholen- aber ihr gezeigt, doch, das könnt ihr und das macht ihr auch. Ich frage mich, ob diese Bereitschaft, die ihr sicher bewusst war, nicht auch zu ihrem Drängen, abgeholt zu werden, beigetragen hat.

Mit eurer Entscheidung habt ihr dem Kind gezeigt, dass ihr springt, wenn es hustet. Es muss nichts aushalten, IHR wisst besser als jeder Betreuer, wie euer Kind sich in der Freizeit fühlt - das sind keine guten Signale für die nächsten Jahre, wenn es sich in eine Gesellschaft einfügen soll.

Als Elternteil muss ich zur Entscheidung, dass ich wegen Heimweh nicht abhole, voll und ganz stehen. Da wird weder bei 30 Kilometern geholt noch bei 300 Kilometern.

red_gillian
18.08.2017, 07:54
Örgs. Entspannt euch mal.
Ja, ich gehöre auch zur "Nicht abholen"-Fraktion. Aber die Dramen, die jetzt vorgezeichnet werden und die Missbilligung der Entscheidung der TE kann ich so nicht nachvollziehen.
Und ja, es kann sein, dass sich das Drama fortsetzt. Kann aber genausogut nicht sein, kann sein, dass sich das alles zurechtruckelt. Ich kannte mal ein Mädchen, das mit 10 von einer dreitägigen(!) Fahrt wegen Heimweh abgeholt wurde. Alle weiteren Fahrten verliefen problemlos. Kann also genausogut so ausgehen.

Liebe Laleh, vielen Dank, dass du eure Entscheidung hier noch gepostet hast und auf die Postings Bezug genommen hast. Euch alles Gute und in Zukunft Fahrten ohne Heimweh :blumengabe: .

silberpfeil
18.08.2017, 08:36
Und ansonsten: Ich kenne meine Tochter gut genug, um auch über 300 km zu spüren, ob das jetzt einfach ein bisschen Theater ist oder es sich um etwas Ernsteres handelt. Von "das Kind muss da durch" und unbedingter Regelhörigkeit halte ich rein gar nichts, das Kind soll sich wohlfühlen und ist nicht beim Militär. Sie wird trotzdem auch in ihrem weiteren Leben sicher zurecht kommen ;-)

Nochmals danke an alle und liebe Grüße
Laleh2310

- du hast alles richtig gemacht...
Ich hätte vielleicht gar nicht so lange gewartet.

Ob nun Ferienlager oder Urlaub - es ist eine Aktivität - mit/ in der sich das Kind wohl fühlen soll, und Spaß..
Und nicht, dass es anschließend Erholung braucht, oder vielleicht noch zum Arzt, weil es durch den Stress krank wird.



Wozu hast du dann überhaupt diesen Strang eröffnet? damit du es besser vor dir rechtfertigen kannst, dass ihr sie abholt? versteh ich jetzt echt nicht. Bezeichnend, dass du nur die Posts erwähnst, die mit deiner Meinung übereinstimmen. Dabei kann man gerade aus den anderen uU viel mitnehmen... wenn man denn will.

was soll denn das????

Wozu öffnet hier sich jemand?? um Meinungen/ Erfahrungen etc einzuholen...

Im Endeffekt muss jeder selbst entscheiden - was er/sie machen...

Aber dei Frage" Warum eröffnest du den Strang" ?? - finde ich unangebracht...

marylin
18.08.2017, 08:41
Wozu hast du dann überhaupt diesen Strang eröffnet? damit du es besser vor dir rechtfertigen kannst, dass ihr sie abholt? versteh ich jetzt echt nicht. Bezeichnend, dass du nur die Posts erwähnst, die mit deiner Meinung übereinstimmen. Dabei kann man gerade aus den anderen uU viel mitnehmen... wenn man denn will.

Muss sich die TE denn der mehrheitlichen Meinung anschließen? Und was heißt, vor sich selbst rechtfertigen? Warum sollte sie? Wie es aussieht, hat man die Tochter ja nun auch wirklich sehr ungünstig untergebracht, mit einem Mädchen 4 Jahre älter - das ist eben in dem Alter viel, da entsteht keine Freundschaft.

Und ja - ich finde es überhaupt nicht schlimm, sein Kind aus dem Ferienlager abzuholen, wenn eben die Voraussetzungen unter denen das Kind hin wollte, nicht erfüllt sind - zumindest, wenn das Kind so drunter leidet. Und ich sage es noch einmal: Von einem Erwachsenen würde auch keiner verlangen: Da musst du durch.... Und wenn man so viel bezahlt, dann darf man durchaus Erwartungen haben, auch wenn es sich um Kinder handelt.

Und nein - ich finde es nicht schlimm, dass ein Kind merkt, meine Eltern holen mich ab, wenn es mir nicht gut geht - auch wenn es weit ist, auch wenn sie vorher gesagt haben, geht nicht.
Im Gegenteil, ich finde es schön, wenn Kinder spüren, dass die Eltern ihren Kummer ernst nehmen und handeln.

Was haben denn die Betreuer vor Ort gesagt, als ihr sie abgeholt habt?

Inaktiver User
18.08.2017, 08:48
Es ist ja nicht so, dass man kein Heimweh haben "darf". Hat man als Erwachsener auch manchmal. Die Lernleistung liegt darin, dass das ein trauriges Gefühl zwischendurch ist, das in der Regel auch wieder verschwindet. Die TE hat selbst geschrieben, dass es der Tochter tagsüber ganz gut gefallen hat.

Dass ihre Zimmergenossin älter war, ist natürlich unglücklich, vier Jahre machen in dem Alter viel aus. Aber letzten Endes schläft man ja nur zusammen in einem Zimmer. Bis zur Schlafenszeit durfte die Tochter sicherlich mit ihren Freundinnen zusammen sein.

So, jetzt kommen morgen die Freundinnen zurück und erzählen, was sie in den letzten Tagen noch alles erlebt haben. Vermutlich gibt es zum Schluss noch ein Abschiedsfest - bekommt die Tochter jetzt alles nicht mit. Schade.

silberpfeil
18.08.2017, 08:50
Von einem Erwachsenen würde auch keiner verlangen: Da musst du durch.... Und wenn man so viel bezahlt, dann darf man durchaus Erwartungen haben, auch wenn es sich um Kinder handelt.

genau so ist es- wenn der Urlaub nicht das bietet was gebucht wurde- wird ruckzuck " Geld zurück" geltend gemacht...

Im Gegenteil, ich finde es schön, wenn Kinder spüren, dass die Eltern ihren Kummer ernst nehmen und handeln.

...und das hat nichts mit verhätscheln zu tun- sóndern mit Respekt- und Liebe dem Kind gegenüber....

Was haben denn die Betreuer vor Ort gesagt, als ihr sie abgeholt habt?
- ich glaube die Betreuermeinung wurde hier auch schon abgegeben :freches grinsen:

Inaktiver User
18.08.2017, 08:51
Und ich sage es noch einmal: Von einem Erwachsenen würde auch keiner verlangen: Da musst du durch.... Und wenn man so viel bezahlt, dann darf man durchaus Erwartungen haben, auch wenn es sich um Kinder handelt.

Das heißt, Du brichst auch jeden Urlaub sofort ab, wenn irgendwas nicht so ist, wie Du es Dir vorgestellt hast?

marylin
18.08.2017, 08:56
Und ein Urlaub muss also für Kinder zwingend mit einer Lernleistung verknüpft sein? Meine Güte, warum dürfen Kinder nicht einfach Spaß haben? Und wenn es eben kein Spaß wird im Ferienlager, den Aufenthalt abbrechen. JEDEM Erwachsenen gesteht man das zu - in meiner Welt gesteht man Kindern viel mehr zu: Sie dürfen sich irren, sie dürfen Fehlentscheidungen treffen - und sie müssen nicht zwingend die Konsequenzen tragen, auch weil sie diese in dem Alter noch gar nicht immer überblicken können. Um sie dann aufzufangen, dafür sind Eltern da. Nicht um ihnen zwingend zu zeigen, du wolltest das so, jetzt musst du durch, selber schuld.

silberpfeil
18.08.2017, 08:56
Es ist ja nicht so, dass man kein Heimweh haben "darf". Hat man als Erwachsener auch manchmal. Die Lernleistung liegt darin, dass das ein trauriges Gefühl zwischendurch ist, das in der Regel auch wieder verschwindet.


eine Lernleistung ??- das Gefühl eines 10 jährigen Kindes in der Situation kann und darf nicht mit den Gefühlen von Erwachsenen verglichen werden ....

marylin
18.08.2017, 08:59
Das heißt, Du brichst auch jeden Urlaub sofort ab, wenn irgendwas nicht so ist, wie Du es Dir vorgestellt hast?

Naja, wenn ich unter der Voraussetzung fahre, mit meinem Partner in einem Zimmer zu schlafen und das funktioniert vor Ort nicht - ja - dann suche ich mir was anderes. Und für das Mädchen war es nun mal klar, dass das klappt - wie gesagt, ein Kind kann nicht alle Eventualitäten im Kopf haben...

silberpfeil
18.08.2017, 09:00
Das heißt, Du brichst auch jeden Urlaub sofort ab, wenn irgendwas nicht so ist, wie Du es Dir vorgestellt hast?

NEIN -aber ein Erwachsener kann doch ´ganz anders handeln...

ilazumgeier
18.08.2017, 09:07
Das heißt, Du brichst auch jeden Urlaub sofort ab, wenn irgendwas nicht so ist, wie Du es Dir vorgestellt hast?

Auch wenn ich nicht angesprochen bin: ja. Wenn die Einschränkungen so groß sind, dass ich mich unterm Strich nicht mehr wohl fühle.
Ich hatte das angesprochene Problem nie, weder als Kind noch als Mutter. Die Kaltschnäuzigkeit des "da muss sie durch" setzt mir - der völlig unbeteiligten Zufalls-Leserin - richtig in die Magengrube.
Das Mädchen ist unter völlig anderen Voraussetzungen ins Lager gefahren, ein sehr wesentlicher Punkt ist nicht erfüllt. Tagesprogramm: schön und gut, dass sie sich da in eine Gruppe fremder Kinder problemlos integriert ist doch ein gutes Zeichen. Aber die eigentliche Gemeinsamkeit findet doch abends im Zimmer statt, das miteinander Übernachten, das in aller Regel auf ein-zweimal beschränkt ist: Schwatzen bis zum Einschlafen über 1001 Kleinigkeiten, Hanni-und-Nanni-Feeling: das verbindet die anderen beiden Mädchen auch stärker und schließt die Tochter der TE aus.
Absurder Gedanke, sie solle sich halt so schnell mal eben mit ihrer Zimmergenossin anfreunden.

Stellt euch das doch mal als Erwachsene: Urlaub mit Freund geplant, Veranstalter hat euch irrtümlich im Frauenhaus einquartiert.
Hausordnungen sind sinnvoll, aber sie sollen auch sinnvoll bleiben. Warum hier keine Ausnahme gemacht wird, erschließt sich mir nur aus dem Unwillen der Mitarbeiter, denen das Wohlbefinden eines einzelnen Kindes ziemlich am Arm vorbeigeht, nach der Devise: da stirbt sie nicht dran, also bemühen wir uns gar nicht um eine Lösung. Gern untermauert mit dem bescheuerten Totschlag-Argument "wenn das alle machen würden". Was ja nie der Fall ist

Inaktiver User
18.08.2017, 09:08
Naja, wenn ich unter der Voraussetzung fahre, mit meinem Partner in einem Zimmer zu schlafen und das funktioniert vor Ort nicht - ja - dann suche ich mir was anderes.

Nochmal - das ist eine Ferienfreizeit und keine Pauschalreise. Da gibt es keine festen Zimmerkategorien.


Und für das Mädchen war es nun mal klar, dass das klappt - wie gesagt, ein Kind kann nicht alle Eventualitäten im Kopf haben...

Richtig, es wäre aber die Aufgabe der Eltern gewesen, das Kind entsprechend zu informieren, was es da erwartet.

Inaktiver User
18.08.2017, 09:09
Auch wenn ich nicht angesprochen bin: ja. Wenn die Einschränkungen so groß sind, dass ich mich unterm Strich nicht mehr wohl fühle.

Das Kind hat sich aber anscheinend den größten Teil der Zeit wohl gefühlt. Nur beim Schlafengehen nicht - was nun nicht so ungewöhnlich ist.

ilazumgeier
18.08.2017, 09:12
Das Kind hat sich aber anscheinend den größten Teil der Zeit wohl gefühlt. Nur beim Schlafengehen nicht - was nun nicht so ungewöhnlich ist.
Was aber nicht der Fall wäre, wenn sie - wie alle dachten - da auch mit der Freundin zusammenwäre. Wenn ich aus welchen Gründen auch immer mit einer Fremden ein Zimmer teilen müsste, würde ich Amok laufen

Inaktiver User
18.08.2017, 09:13
Was aber nicht der Fall wäre, wenn sie - wie alle dachten - da auch mit der Freundin zusammenwäre. Wenn ich aus welchen Gründen auch immer mit einer Fremden ein Zimmer teilen müsste, würde ich Amok laufen

Dann solltest Du nicht in ein Ferienlager fahren.

Inaktiver User
18.08.2017, 09:18
Die Kaltschnäuzigkeit des "da muss sie durch" setzt mir - der völlig unbeteiligten Zufalls-Leserin - richtig in die Magengrube.


Das finde ich eine ziemlich bösartige Unterstellung.

Es lässt nämlich völlig außer Acht, dass dieses Durchhalten und sehen, dass man das gut meistern kann, das Kind stärken würde für die nächste Situation, die es sich zunächst nicht zutraut. Dass die Frustrationstoleranz in unserer Gesellschaft massiv nachlässt kann man hier in nicht wenigen Strängen nachlesen - den Eindruck dass man damit zufriedener lebt, wenn man nichts mehr ertragen kann was einem quer geht habe ich allerdings nicht.

Um in dem Extrem zu bleiben kann man diese Haltung, sofort zu intervenieren auch als Form von emotionalem Kindesmissbrauch sehen, weil man damit das Kind lieber ewig unselbstständig und in der Abhängigkeit von der Mama hält, und ihm nicht ermöglicht an so einer Erfahrung zu wachsen und zu sehen, mit der Unterstützung meiner Mutter hab ich das geschafft.

Ich finde, damit hat man weniger das Wohl des Kindes im Blick als seine eigene Wichtigkeit.

Inaktiver User
18.08.2017, 09:20
Wenn ich aus welchen Gründen auch immer mit einer Fremden ein Zimmer teilen müsste, würde ich Amok laufen

Nun, es gibt ja genügend Menschen die das aus Gründen mangelnder Frustrationstoleranz in die Tat umsetzen.

Inaktiver User
18.08.2017, 09:22
Das Kind hat sich aber anscheinend den größten Teil der Zeit wohl gefühlt. Nur beim Schlafengehen nicht - was nun nicht so ungewöhnlich ist.

Das finde ich auch einen wichtigen Punkt, scheint aber völlig unerheblich zu sein.

Es passt was nicht, dann muss man sofort raus aus der Situation. Das ist heute die Devise.

ilazumgeier
18.08.2017, 09:25
Das finde ich eine ziemlich bösartige Unterstellung.

Es lässt nämlich völlig außer Acht, dass dieses Durchhalten und sehen, dass man das gut meistern kann, das Kind stärken würde für die nächste Situation, die es sich zunächst nicht zutraut. .

Wenn ich mein Kind dafür stärken will (und das wollte ich auch), dann wähle ich eine entsprechende Veranstaltung
Wenn ich ihm drei fröhliche Wochen mit der Freundin schenke, dann möchte ich das, soweit es die Möglichkeiten zulassen. und das ließen sie in diesem Fall durchaus

Inaktiver User
18.08.2017, 09:27
Wenn ich ihm drei fröhliche Wochen mit der Freundin schenke, dann möchte ich das, soweit es die Möglichkeiten zulassen. und das ließen sie in diesem Fall durchaus

Ein Ferienlager ist eine Veranstaltung mit vielen, größtenteils fremden Kindern, und kein Individualurlaub mit einer einzelnen Freundin. Es gibt auch genug Kinder, die dort völlig allein mitfahren. Nicht alle haben von vornherein eine Freundin oder ein Geschwisterkind in der gleichen Freizeit.

Das Problem scheint mir zu sein, dass die TE selbst weder Erfahrung mit solchen Freizeiten hat, noch sich vorher schlau gemacht hat.

Zweierzimmer ist sicherlich eher ungewöhnlich, häufiger scheinen mir Vierer- oder Sechser-Zimmer/-Zelte zu sein. Oder noch mehr. Es bleibt nicht aus, dass da vielleicht ein Mitschläfer dabei ist, den man sich selbst nicht ausgesucht hätte. Bei einem Viererzimmer hätten die drei Freundinnen auch eine "Fremde" mit dazu nehmen müssen.

ilazumgeier
18.08.2017, 09:33
Ein Ferienlager ist eine Veranstaltung mit vielen, größtenteils fremden Kindern, und kein Individualurlaub mit einer einzelnen Freundin. Es gibt auch genug Kinder, die dort völlig allein mitfahren. Nicht alle haben von vornherein eine Freundin oder ein Geschwisterkind in der gleichen Freizeit.

.

Ja und? Ich vermute stark, dass die vorher wissen. Die Tochter der TE wusste es nicht und ist unter völlig anderen Voraussetzungen da hingefahren. Dass sie drei Wochen lang mit ihrer Freundin das Zimmer teilen kann, war doch für sie Teil des Gesamtpakets, vermutlich ein sehr wesentlicher.
Sich darüber einfach hinwegzusetzen, noch dazu ohne wirkliche Not, finde ich nicht nur kaltschnäuzig, sondern herzlos.

Im Eingangsposting der TE lese ich auch nichts davon, dass vorher explizit darauf hingewiesen wurde - im Gegenteil: Die Eltern haben eindeutig formuliert, dass die beiden in einem Zimmer untergebracht werden sollen; dem wurde nicht widersprochen. Ich würde wegen Nicht-Erfüllung des Vertrages dasKind holen und auf Kostenerstattung notfalls klagen.
Mein Eindruck: das sind Kinder, da machen wir es uns möglichst einfach

marylin
18.08.2017, 09:34
Nochmal - das ist eine Ferienfreizeit und keine Pauschalreise. Da gibt es keine festen Zimmerkategorien.



Richtig, es wäre aber die Aufgabe der Eltern gewesen, das Kind entsprechend zu informieren, was es da erwartet.

Stimmt, aber ist das Geld was man für eine Ferienfreizeit bezahlt weniger wert, als für eine andere Reise? Und offenbar war es den Eltern nicht klar, dass das mit dem Zimmer ein Problem werden kann. Es hätte ja auch kein Problem werden müssen, man hätte diese "Ausnahme" machen können. Einfach, um den zahlenden! Gast zufriedenzustellen - aber es sind ja nur Kinder... naja, die Meinung haben andere Sparten, die Geld mit Kindern verdienen müssen, aber lange abgelegt...

marylin
18.08.2017, 09:38
Um in dem Extrem zu bleiben kann man diese Haltung, sofort zu intervenieren auch als Form von emotionalem Kindesmissbrauch sehen, weil man damit das Kind lieber ewig unselbstständig und in der Abhängigkeit von der Mama hält, und ihm nicht ermöglicht an so einer Erfahrung zu wachsen und zu sehen, mit der Unterstützung meiner Mutter hab ich das geschafft.

Ich finde, damit hat man weniger das Wohl des Kindes im Blick als seine eigene Wichtigkeit.

Jetzt wirds absurd.

ilazumgeier
18.08.2017, 09:39
häufiger scheinen mir Vierer- oder Sechser-Zimmer/-Zelte zu sein. Oder noch mehr. Es bleibt nicht aus, dass da vielleicht ein Mitschläfer dabei ist, den man sich selbst nicht ausgesucht hätte. Bei einem Viererzimmer hätten die drei Freundinnen auch eine "Fremde" mit dazu nehmen müssen.

Auch das ist nicht das Problem: es geht darum, dass das Mädchen mit ihrer Freundin im Zimmer ist. Jetzt ist sie ausgegrenzt

Inaktiver User
18.08.2017, 09:40
Im Eingangsposting der TE lese ich auch nichts davon, dass vorher explizit darauf hingewiesen wurde - im Gegenteil: Die Eltern haben eindeutig formuliert, dass die beiden in einem Zimmer untergebracht werden sollen; dem wurde nicht widersprochen. Ich würde wegen Nicht-Erfüllung des Vertrages dasKind holen und auf Kostenerstattung notfalls klagen.

Ja nee, ist klar.

Ich bin überrascht, Du scheinst das Anmeldeformular und die AGB des betreffenden Veranstalters zu kennen?

ilazumgeier
18.08.2017, 09:43
Ja nee, ist klar.

Ich bin überrascht, Du scheinst das Anmeldeformular und die AGB des betreffenden Veranstalters zu kennen?


sie wollte aber auf jeden Fall mit ihrer Freundin zusammen im Zimmer übernachten, was wir bei der Anmeldung auch extra so angegeben haben.

Wenn sie das nicht zusagen wollen oder können, hätten die Veranstalter das spätestens da mitteilen müssen.

ok, vielleicht nicht müssen im juristischen Sinn, aber so etwas erwarte ich von einem Veranstalter. würde ich ja auch erwarten, wenn ICH verreise

Inaktiver User
18.08.2017, 09:44
Jetzt wirds absurd.

Nicht absurder als Leute, die aus gutem Grund wichtig finden, dass das Kind damit klarkommt, kaltschnäuzig zu nennen.

Was ein Kind stärkt und was es schwächt, darüber kann man eben unterschiedlicher Meinung sein. Dass Leute denen immer alles von den Eltern aus dem Weg geräumt wird hinterher stabil und selbständig sind kann ich nicht beobachten, sehr wohl aber vor allem Mütter, die ihre Bedeutung aus der Unentbehrlichkeit für ihre Kinder generieren, zum eigenen Wohl leider, nicht zu dem der Kinder.

Damit missbraucht man die Kinder, um sich selbst wichtig zu fühlen. Dass man die Kinder damit klein und unselbständig hält wenn man ihnen einbimst, ohne die Mama bist du verloren, das wird in Kauf genommen.

ilazumgeier
18.08.2017, 09:46
Nicht absurder als Leute, die aus gutem Grund wichtig finden, dass das Kind damit klarkommt, kaltschnäuzig zu nennen.

Was ein Kind stärkt und was es schwächt, darüber kann man eben unterschiedlicher Meinung sein. .

Das kann und soll jeder für seine eigenen Kinder nach eigenem Gutdünken entscheiden. Ich will ja auch nicht, dass mir ein Reiseveranstalter erklärt vor Ort erklärt, was gut für mich ist ("gibt nur kaltes Wassr, die Leute sind sowieso alle verweichlicht")

marylin
18.08.2017, 09:47
Wenn sie das nicht zusagen wollen oder können, hätten die Veranstalter das spätestens da mitteilen müssen.

ok, vielleicht nicht müssen im juristischen Sinn, aber so etwas erwarte ich von einem Veranstalter. würde ich ja auch erwarten, wenn ICH verreise

Ja DUUU bist ja auch erwachsen und musst nicht mehr lernen, dich durzubeißen. Bzw... ähm ich denke, DICH hat man auch aus dem Ferienlager abgeholt, deshalb verstehste das hier nämlich nicht, jawoll!!! :blume:
(Vorsicht: SPASS!!!)

Inaktiver User
18.08.2017, 09:47
ok, vielleicht nicht müssen im juristischen Sinn, aber so etwas erwarte ich von einem Veranstalter. würde ich ja auch erwarten, wenn ICH verreise

Wie schon mehrmals geschrieben - es gibt normalerweise Infoveranstaltung oder Informationsblätter zu solchen Fahrten (hab gestern extra noch ein paar Kollegen befragt). Dort sollte darauf hingewiesen werden, dass solche Wünsche angegeben werden können und nach Möglichkeit berücksichtigt werden. Es wird aber bei einer großen Gruppe nicht immer möglich sein.

ilazumgeier
18.08.2017, 09:48
schon klar mary. aber wir wissen ja auch nicht, was gut ist

ilazumgeier
18.08.2017, 09:50
Wie schon mehrmals geschrieben - es gibt normalerweise Infoveranstaltung oder Informationsblätter zu solchen Fahrten (hab gestern extra noch ein paar Kollegen befragt). Dort sollte darauf hingewiesen werden, dass solche Wünsche angegeben werden können und nach Möglichkeit berücksichtigt werden. Es wird aber bei einer großen Gruppe nicht immer möglich sein.
wenn es die in diesem Fall auch gab, dann war es ein Fehler der Eltern und dann ist es wirklich ein Problem, das in der Familie gelöst werden muss.
Aber davon schreibt die TE nichts, anscheinend wurde alle mit dieser Situation unvermittelt und völlig unerwartet konfrontiert

MixTape
18.08.2017, 09:52
Es ging um 1 Woche Ferienfreizeit und die neigte sich dem Ende zu....

marylin
18.08.2017, 09:53
Nicht absurder als Leute, die aus gutem Grund wichtig finden, dass das Kind damit klarkommt, kaltschnäuzig zu nennen.

Was ein Kind stärkt und was es schwächt, darüber kann man eben unterschiedlicher Meinung sein. Dass Leute denen immer alles von den Eltern aus dem Weg geräumt wird hinterher stabil und selbständig sind kann ich nicht beobachten, sehr wohl aber vor allem Mütter, die ihre Bedeutung aus der Unentbehrlichkeit für ihre Kinder generieren, zum eigenen Wohl leider, nicht zu dem der Kinder.

Damit missbraucht man die Kinder, um sich selbst wichtig zu fühlen. Dass man die Kinder damit klein und unselbständig hält wenn man ihnen einbimst, ohne die Mama bist du verloren, das wird in Kauf genommen.

DIESES Kind (der TE) fühlt sich aber vielleicht auch wichtig genommen, nämlich aus dem Grund, dass die Eltern 600km fahren, um es zu holen. Man könnte also genauso gut sagen: Das Kind ist seinen Eltern wichtig genug, um ihre Ansage (abholen geht nicht) über Bord zu schmeißen und loszufahren und ihr Kind zu holen. "Ich bin meinen Eltern SO wichtig, dass sie dies für mich tun" könnte auch eine Erkenntnis aus der Situation sein - ist diese Erkenntnis nix wert?

Sunnya
18.08.2017, 09:55
Liebe Güte, lasst doch mal die Kirche im Dorf.
Das Kind war nur NACHTS auf diesem Zimmer mit dem anderen Mädel um dort zu schlafen! Tagsüber war sie mit ihren Freundinnen zusammen und hatte komischerweise überhaupt kein Problem.

Wie die TE selbst schreibt, ist das Kind ebenfalls schon ohne Probleme auf Klassenfahrten gewesen. Und genau hier ist doch der Punkt. Dem Kind ging es "schlecht", weil es nicht das bekommen hat, was es wollte! Das ist kein Heimweh, sondern einfach ein bisher nicht gelernt zu haben, dass das Leben eben manchmal nicht so läuft wie man es gerne hätte.
Das Kind hätte keinen emotionalen Schaden genommen, wenn es nicht abgeholt worden wäre.

marylin
18.08.2017, 09:57
Und wenn ich hier lesen muss "Mütter" machen dies und dass, damit... mit der Kosequenz, dass.... dann muss ich mal darauf hinweisen, dass in diesem Fall er VATER derjenige war, der als erstes meine, wir holen sie ab.

Inaktiver User
18.08.2017, 09:57
wenn es die in diesem Fall auch gab, dann war es ein Fehler der Eltern und dann ist es wirklich ein Problem, das in der Familie gelöst werden muss.
Aber davon schreibt die TE nichts, anscheinend wurde alle mit dieser Situation unvermittelt und völlig unerwartet konfrontiert

Ich finde es normal, dass man auch mal mit unerwarteten Dingen konfrontiert wird. Auch als Kind. Man muss dem Kind auch gar nicht seine Gefühle absprechen. Sie ist enttäuscht, dass sie nicht mit ihren Freundinnen zusammen übernachten kann. Das darf sie auch, das ist eine völlig normale menschliche Reaktion.

Man hätte aber das Fazit daraus ziehen können: "Gut, das mit den Zimmern hat mir nicht so gefallen, aber für nächstes Mal weiß ich Bescheid und kann entscheiden, ob ich unter der Voraussetzung nochmal bei so einer Freizeit mitfahren will. Ansonsten war es aber trotzdem schön."

Inaktiver User
18.08.2017, 09:58
Und wenn ich hier lesen muss "Mütter" machen dies und dass, damit... mit der Kosequenz, dass.... dann muss ich mal darauf hinweisen, dass in diesem Fall er VATER derjenige war, der als erstes meine, wir holen sie ab.

Es wäre interessant, ob der Vater auch so reagiert hätte, wenn es keine Tochter gewesen wäre.

ilazumgeier
18.08.2017, 10:07
Liebe Güte, lasst doch mal die Kirche im Dorf.
Das Kind war nur NACHTS auf diesem Zimmer mit dem anderen Mädel um dort zu schlafen! Tagsüber war sie mit ihren Freundinnen zusammen und hatte komischerweise überhaupt kein Problem.

Wie die TE selbst schreibt, ist das Kind ebenfalls schon ohne Probleme auf Klassenfahrten gewesen. Und genau hier ist doch der Punkt. Dem Kind ging es "schlecht", weil es nicht das bekommen hat, was es wollte! Das ist kein Heimweh, sondern einfach ein bisher nicht gelernt zu haben, dass das Leben eben manchmal nicht so läuft wie man es gerne hätte.
Das Kind hätte keinen emotionalen Schaden genommen, wenn es nicht abgeholt worden wäre.

Du hast sowas von recht! Du buchst eine Kloster- und Schlösserfahrt nach Moldawien (7 Klöster, 7 Schlösser) und freust dich total, endlich diese Klöster zu sehen, von denen du schon lange träumst. Hinter der Grenze sagt man dir, die sind gestrichen. Ja, läuft halt nicht immer so wie man es gern hätte. Moldawische LPGs sind doch auch was

Sunnya
18.08.2017, 10:13
Wieso können sich einige nicht an das Beispiel dieser Ferienfreizeit halten und kommen mit gebuchten Reisen von Erwachsenen an. Ihr vergleicht Äpfel mit Birnen, ist euch schon klar oder?
Nee, ich glaube nicht, weil es geht doch um KINDER. Diese armen kleinen Geschöpfe denen man mit 10 Jahren nicht einmal zutrauen kann eine ganze Woche mit einem "fremden" Mädchen in einem Zimmer zu weilen, nachts wohlgemerkt.

Inaktiver User
18.08.2017, 10:18
Wieso können sich einige nicht an das Beispiel dieser Ferienfreizeit halten und kommen mit gebuchten Reisen von Erwachsenen an.

Weil die selbst sowas nie gemacht haben, und die jeweiligen Kinder auch nicht.

ilazumgeier
18.08.2017, 10:19
Man kann das durchaus, wenn man das will. Die TE-Tochter wäre dann aber wohl nicht mitgefahren. Und das ist allein die Entscheidung dieser Familie

Inaktiver User
18.08.2017, 10:22
Man kann das durchaus, wenn man das will. Die TE-Tochter wäre dann aber wohl nicht mitgefahren. Und das ist allein die Entscheidung dieser Familie

Man muss auch nicht bei sowas mitfahren. Natürlich gibt es Leute, ob Kinder oder Erwachsene, für die irgendwelche Gruppenreisen mit Gemeinschaftsunterbringung einfach nichts sind.

marylin
18.08.2017, 10:31
Wieso können sich einige nicht an das Beispiel dieser Ferienfreizeit halten und kommen mit gebuchten Reisen von Erwachsenen an. Ihr vergleicht Äpfel mit Birnen, ist euch schon klar oder?
Nee, ich glaube nicht, weil es geht doch um KINDER. Diese armen kleinen Geschöpfe denen man mit 10 Jahren nicht einmal zutrauen kann eine ganze Woche mit einem "fremden" Mädchen in einem Zimmer zu weilen, nachts wohlgemerkt.

Ich vergleiche das, weil ICH jederzeit nach Hause fahren könnte, wenn ich wollte. Warum soll ich meinem Kind dies verwehren? Es macht für mich keinen Sinn. Mein Kind lernt auch anderweitig, dass man sich durch manche Dinge eben durchbeißen muss - das sind die Dinge, die eh keiner ändern kann. Das reicht für mich. Da muss ich keine Situationen absichtlich schaffen/aufrechterhalten, die ich ändern kann.

ilazumgeier
18.08.2017, 10:35
So ist es. Aber möglicherweise hätte das Mädchen das durchaus akzeptiert.
Sehr wichtig und wie es aussieht wohl für die Teilnahme entscheidend war ihr, mit der Freundin imZimmer zu sein. Das muss nicht mal was mit Fremdheit und Verlassenheitsgefühlen zu tun haben.
Könnt ihr euch nicht mehr erinnern? In diesem Alter gab es fast nichts schöneres als diese Gemeinsamkeit, Vertrautheit, das Quatschen ohne Ende in den Betten. Gemeinsamkeit ohne Eltern und tagsüber Spass - es hätte so schön sein können. Aber jeder der Tag wurde durch die abendliche Trennung entwertet und das ohne wirkliche Not. Ich würde das nicht auf sich beruhen lassen, das war keine "höhere Gewalt". Auch wenn sich die Veranstalter so fühlen

Inaktiver User
18.08.2017, 10:57
Ich weiß nicht, warum man das so hoch hängen muss. "Durchbeißen", "entwertet", Du liebe Güte.

Es war ein Manko in einer anscheinend dann ansonsten doch gelungenen Reise. Ich denke, den größten Gefallen tut man seinem Kind, wenn man nicht soviel Gewese darum macht. "Ja, das ist schade, dass Du nicht mit x auf einem Zimmer warst, da warst Du enttäuscht, ich verstehe das. Ich hatte auch gedacht, dass das anders läuft. Nächstes Mal überlegen wir vorher, ob man das eventuell anders organisieren kann. War es sonst denn nett?".

Inaktiver User
18.08.2017, 11:00
Wer mal googeln möchte, Beispiel sb-reisen punkt net.

Buchen ist möglich ohne persönlichen Kontakt aaaber natürlich ist Kontakt möglich, unter FAQ sind alle Dinge genannt, die wir hier besprechen, Heimweh, Zimmeraufteilung, Handy gestattet/ erwünscht.

Deshalb frage ich die TE ja, wie war das denn???

Der hier zitierte Veranstalter bietet übrigens tatsächlich - gegen Gebühr - eine garantierte Unterbringung an.


Garantierte Unterbringung Ihres Kindes mit einem Freund / einer Freundin in einem Zimmer

Wir sind immer bemüht unsere Teilnehmer nach ihren eigenen Wünschen bzw. den Wünschen ihrer Eltern unterzubringen. Häufig haben buchende Kunden spezielle Unterbringungswünsche, die nur mit permanenten Umstrukturierungen des Belegungsplanes umsetzbar sind. Dies erfordert von uns einen erhöhten Mehraufwand. Für diesen müssen wir einen Zuschlag von 10 € je Person erheben. Dadurch ist eine wunschgemäße Belegung nicht nur für Frühbucher möglich. Gern können Sie auch ohne Buchung der garantierten Unterbringung ihren Belegungswunsch äußern. Eine Umsetzung ist aber nur gesichert, bei Buchung der “Garantierten Unterbringung”.

marylin
18.08.2017, 11:18
Ja, das finde ich gut mit der garantierten Unterbringung. Sollte Standard sein bzw. werden. Dann kann man wenigstens diesem Ärger ausschließen.

Inaktiver User
18.08.2017, 11:27
Sollte Standard sein bzw. werden.

Nein, finde ich nicht. Es kann sich ja jeder ein Angebot aussuchen, das ihm zusagt.

10 EUR finde ich übrigens günstig. Ich würde als Veranstalter mehr nehmen für den Stress.

brighid
18.08.2017, 11:37
garantierte unterbringung- im zeltlager- nicht möglich. wenns dumm läuft, schlechtwetter, muss eh improvisiert werden.

im ferienlager- garantierte unterbringung- in welcher form? kommt immer auf die unterbringung selbst an. und in welcher reihenfolge alle sonderwünsche erfüllt werden können? :cool:

im hotel? ja.

Sunnya
18.08.2017, 12:25
Ich finde bei Kinder- und Jugendferienlagern sollte man Wünsche für die Belegung der Zimmer nicht berücksichtigen. Die Kids sind doch auch da um eben andere "neue" Kinder kennenzulernen, neue Freundschaften zu schließen und eben nicht immer tags und nachts in den gewohnten Grüppchen zusammen zu sein. Allerdings muss sowas natürlich vorher kundgetan werden.

Was mich nun wieder an die Tochter der TE bringt. Als Kind habe ich schon selbst mitbekommen wie es laufen kann, wenn jemand nicht mit seinen Leuten auf ein Zimmer kommt. Allerdings ist es da immer so gewesen, dass die Anderen beschwichtigt und getröstet haben, dass das doch nicht so schlimm ist und man eben tagsüber so lange zusammen bleibt wie geht. War das denn hier bei den Mädchen so gar nicht der Fall?

MixTape
18.08.2017, 13:06
Mein Sohn war in dem Alter auch mal eine Woche auf Ferienfreizeit mit seinem besten Freund. Das war noch bevor jedes Kind ein eigenes Handy hatte. Ich hatte zudem kein Auto und hätte ihn nicht so einfach abholen können. Mein Sohn ist damals auch eher zurückhaltend gewesen und keiner der viele Kinder um sich braucht. Als er wieder zurück war erzählte er, daß sein Freund, der sehr kontaktfreudig ist, ganz viel auch mit anderen Kindern gespielt hat und nicht so sehr mit ihm. Mein Sohn braucht etwas länger, um neue Freundschaften zu schließen und es ist ihm auch in dieser Woche nicht gelungen. Aber da es auch viele Angebote und Ausflüge mit den Betreuern gab, hat er die Zeit noch ganz gut rumgebracht. Allerdings wollte er nicht mehr mit zu solchen Freizeiten. Klassenfahrten waren übrigens nie ein Problem, da kannte er die anderen ja.
Sein damals bester Freund ist es übrigens auch heute noch, mein Sohn wird dieses Jahr 24. Was ich damit sagen will: Ich glaube auch, daß Kinder mit 10 Jahren auch mal für sie unangenehme Situationen meistern können. Außerdem finde ich, wenn ich kein oder wenig Vertrauen in die Betreuer habe, sollte ich mein Kind nicht mitfahren lassen.

ilazumgeier
18.08.2017, 13:17
Natürlich KÖNNEN sie, aber es soll ja vor allem Spass machen. Abends mit einer 14-Jährigen (die vermutlich auch hoch erfreut war) das Zimmer teilen zu müssen, das hat was von Resteverwertung. Das mag ok sein, wenn jemand last minute bucht, aber doch nicht geplant. Da macht es auch Sinn, dass beim formulierten Elternwunsch nicht nochmal eigens auf die Möglichkeit hingewiesen wurde - schließlich braucht man ja auch ein bisschen Manövriermasse. Vermutlich waren die Eltern des anderen Mädchens einfach erfahrener.

MixTape
18.08.2017, 13:51
Oft kommt es anders, als man es sich vorgestellt hat. Einen Freund dabei zu haben ist noch keine Garantie, daß man nur Spass hat auf einer Ferienfreizeit wie man an meinem Beispiel sehen kann. Drei Mädels auf einem Zimmer, das birgt jede Menge Konfliktpotential. Wenn dann eine weinend anruft, weil die Freundin sich mit der Dritten zusammmengeschlossen hat, muß sie dann auch abgeholt werden?

marylin
18.08.2017, 13:51
Ich finde bei Kinder- und Jugendferienlagern sollte man Wünsche für die Belegung der Zimmer nicht berücksichtigen. Die Kids sind doch auch da um eben andere "neue" Kinder kennenzulernen, neue Freundschaften zu schließen und eben nicht immer tags und nachts in den gewohnten Grüppchen zusammen zu sein. Allerdings muss sowas natürlich vorher kundgetan werden.



Nun bestimmt aber die Nachfrage die Leistung - offenbar gibt es genügend Eltern, denen das wichtig ist. Und wenn ich als Veranstalter die Wünsche meiner Kunden ignoriere, dann habe ich bald keine mehr.

Inaktiver User
18.08.2017, 13:53
Das mag ok sein, wenn jemand last minute bucht, aber doch nicht geplant.

Schon wieder der Vergleich mit einer Reisebuchung.

Inaktiver User
18.08.2017, 13:58
Nun bestimmt aber die Nachfrage die Leistung - offenbar gibt es genügend Eltern, denen das wichtig ist. Und wenn ich als Veranstalter die Wünsche meiner Kunden ignoriere, dann habe ich bald keine mehr.

Marylin, die meisten Veranstalter von Ferienfreizeiten sind gemeinnützige oder karikative Organisationen. Das ist kein "Markt". Preise wie von Sasapi beschrieben sind mit Sicherheit nicht kostendeckend, die Betreuer sind in dem Fall ehrenamtlich tätig. Für viele Familien sind solche Angebote die einzige Möglichkeit, ihre Kinder in die Ferien zu schicken.

marylin
18.08.2017, 14:00
Schon wieder der Vergleich mit einer Reisebuchung.

naja, es IST ja gewissermaßen eine Reisebuchung. Man sucht sich für das Kind und mit dem Kind ein Ziel aus und guckt, was wünscht sich das Kind, was ist wichtig und entscheidet ob es passt. Und man bezahlt. Und wenn man - nach der schlechten Erfahrung wie hier - dann mit der Garantie zur gewünschten Übernachtung bucht - na spätestens dann erwarte ich, dass das klappt.

Ich finde nämlich nicht, dass sich der Veranstalter/die Betreuer keine Mühe geben muss und Absprachen ändern kann, nur weil es sich um ein KIND handelt.

marylin
18.08.2017, 14:02
Marylin, die meisten Veranstalter von Ferienfreizeiten sind gemeinnützige oder karikative Organisationen. Das ist kein "Markt". Preise wie von Sasapi beschrieben sind mit Sicherheit nicht kostendeckend, die Betreuer sind in dem Fall ehrenamtlich tätig. Für viele Familien sind solche Angebote die einzige Möglichkeit, ihre Kinder in die Ferien zu schicken.

Ja, das gibt es AUCH. In dem Fall kann man keine großen Ansprüche stellen. Aber die TE hat da wohl schon mehr bezahlt. Und das verlinkte Angebot ist sicher nicht karitativ...

ilazumgeier
18.08.2017, 14:02
Schon wieder der Vergleich mit einer Reisebuchung.

ja - was ist daran verkehrt? ich buche auch das Ferienlager, das ich nach meinen Vorstellungen (oder denen meines Kindes) ausgesucht habe. Würde man eine Zwanzigjährige und eine 60-Jährige in ein Zimmer stecken?

Inaktiver User
18.08.2017, 14:07
ja - was ist daran verkehrt? ich buche auch das Ferienlager, das ich nach meinen Vorstellungen (oder denen meines Kindes) ausgesucht habe. Würde man eine Zwanzigjährige und eine 60-Jährige in ein Zimmer stecken?

Wer ist man?

Reiseveranstalter, die halbe Doppelzimmer zur Buchung anbieten, tun übrigens genau das unter Umständen. Das weiß man aber, wenn man das bucht.

ilazumgeier
18.08.2017, 14:11
Reiseveranstalter, die halbe Doppelzimmer zur Buchung anbieten, tun übrigens genau das unter Umständen. Das weiß man aber, wenn man das bucht.

Eben, die TE wusste es nicht. und wenn meine Schwester und ich getrennt buchen, aber sagen, dass wir ein Zimmer wollen, will ich auch nicht mit Struttenköpper-Etepetete oder Girlie Cindy zusammengesteckt werden

Inaktiver User
18.08.2017, 14:12
Eben, die TE wusste es nicht. und wenn meine Schwester und ich getrennt buchen, aber sagen, dass wir ein Zimmer wollen, will ich auch nicht mit Struttenköpper-Etepetete oder Girlie Cindy zusammengesteckt werden

Nun, stellt sich immer noch die Frage, ob die TE es hätte wissen können und wenn ja, warum sie es dann nicht wusste.

marylin
18.08.2017, 14:18
Das Kind wusste es aber wohl nicht. Und im Gegensatz zu einem Erwachsenen, der vor Ort selbst entscheiden kann, ob er wieder abreist, der eine Lösung verlangen kann, kann das ein Kind eben NICHT. U. a. dafür hat es Eltern, die das Problem dann lösen (müssen). Genau das hat die TE getan. Ich verstehe nicht, was daran falsch ist. Selbstverständlich ist es an den Eltern, manche Probleme für ihre Kinder zu lösen.

Inaktiver User
18.08.2017, 14:23
Das Kind wusste es aber wohl nicht. Und im Gegensatz zu einem Erwachsenen, der vor Ort selbst entscheiden kann, ob er wieder abreist, der eine Lösung verlangen kann, kann das ein Kind eben NICHT. U. a. dafür hat es Eltern, die das Problem dann lösen (müssen). Genau das hat die TE getan. Ich verstehe nicht, was daran falsch ist. Selbstverständlich ist es an den Eltern, manche Probleme für ihre Kinder zu lösen.

Manchmal hat man den Eindruck, dass Eltern gern Probleme für ihre Kinder erschaffen.

Im übrigen müsst Ihr Euch mal entscheiden, ob das Kind nun Heimweh hatte oder Beanstandungen zu den AGB der Reise hatte. Es mag manchen überraschen, aber Heimweh kann man auch in einem anderen Zimmer haben.

pelzpfote
18.08.2017, 14:33
Wie lange hat das Ferienlager eigentlich gedauert? Im Ausgangspost steht m. E. 1 Woche, aber plötzlich (@Ila) ist von drei Wochen die Rede?

Das spielt für mich insofern eine Rolle, als dass ich bei drei Wochen das Kind evtl. schon geholt hätte, wenn es nicht mal die erste Woche übersteht. Aber 1 1/2 Tage vor dem Ende - eher nicht. :unterwerf:

ilazumgeier
18.08.2017, 14:34
Kann man, hier aber war es eben doch - und für mich sehr nachvollziehbar - die Ausquartierung. noch dazu zu einer Greisin von einem anderen Planeten

Nordseehafer
18.08.2017, 14:34
Mir fehlt immer noch etwas die Verhältnismäßigkeit. Eine Woche, die fast rum ist bei 300 (600) km Fahrt, obwohl man vorher gesagt hat, dass man dann aber nicht mal eben abholen kommen kann UND der Tatsache, dass das Kind tagsüber gut gelaunt ist und abends ja bis zum definitiven Schlafengehen bei der Freundin sein kann.... Wenn noch eine Woche angestanden hätte, ok...

Nordseehafer
18.08.2017, 14:34
Wie lange hat das Ferienlager eigentlich gedauert? Im Ausgangspost steht m. E. 1 Woche, aber plötzlich (@Ila) ist von drei Wochen die Rede?

Das spielt für mich insofern eine Rolle, als dass ich bei drei Wochen das Kind evtl. schon geholt hätte, wenn es nicht mal die erste Woche übersteht. Aber 1 1/2 Tage vor dem Ende - eher nicht. :unterwerf:

hat sich mit meinem Beitrag überschnitten

pelzpfote
18.08.2017, 14:35
hat sich mit meinem Beitrag überschnitten

:blumengabe:

Inaktiver User
18.08.2017, 14:35
Kann man, hier aber war es eben doch - und für mich sehr nachvollziehbar - die Ausquartierung. noch dazu zu einer Greisin von einem anderen Planeten

Spannend, wie man sich in irgendwas hineinlamentieren kann.

ilazumgeier
18.08.2017, 14:36
Das spielt für mich insofern eine Rolle, als dass ich bei drei Wochen das Kind evtl. schon geholt hätte, wenn es nicht mal die erste Woche übersteht. Aber 1 1/2 Tage vor dem Ende - eher nicht. :unterwerf:

ich vermutlich auch nicht mehr, möglicherweise auch nur bis Tag 2...kommt ein bisschen drauf an; so etwas können nur Eltern wirklich einschätzen

Die drei Wochen waren tatsächlich mein Fehler, schäm

pelzpfote
18.08.2017, 14:36
Kann man, hier aber war es eben doch - und für mich sehr nachvollziehbar - die Ausquartierung. noch dazu zu einer Greisin von einem anderen Planeten

Findest du nicht, dass du jetzt ziemlich übertreibst? :schild ...uups:

Inaktiver User
18.08.2017, 14:38
Ich gebe zu, bei drei Wochen hätte ich wohl auch überlegt, wie lange ich da jeden Abend Geheule haben möchte. Aber ein Kind, das mit solchen Freizeiten unerfahren ist und/oder generell noch nicht ohne Eltern weg war, würde man wohl eher auch nicht direkt für drei Wochen schicken.

ilazumgeier
18.08.2017, 14:42
Findest du nicht, dass du jetzt ziemlich übertreibst?

ich habe ein Äquivalent gesucht. Zehn- und 14-Jährige, die sich bis dato nicht kannten leben auf verschiedenen Planeten. Für mich tatsächlich wie mit 20 und 60. Wobei sich die Ältere in aller Regel besser arrangieren kann und es natürlich auch die berühmten Ausnahmen gibt, wo man sich "generationenübergreifend" versteht. Mit 15 habe ich sechs Wochen das Zimmer mit einer Anfang-Zwanzigerin geteilt, die Geliebte eines verheirateten Mannes war; für mich war das weder theoretisch noch realistisch nachvollziehbar, trotzdem haben wir uns gut verstanden und gut unterhalten. Sagte sie mir auch am Schluss. Aber mit 15 ist man auch näher an der Welt der Erwachsenen als mit zehn

Inaktiver User
18.08.2017, 14:48
Es ist normal, dass auf solchen Freizeiten Kinder von 10 bis 16 oder von 8 bis 14 zusammen sind.

ilazumgeier
18.08.2017, 14:56
Es ist normal, dass auf solchen Freizeiten Kinder von 10 bis 16 oder von 8 bis 14 zusammen sind.
Im Zweierzimmer? gruselig, auch in Mehrbettzimmern ziemlich seltsam; bei Unternehmungen ist das ok, da finde ich es sogar gut. Aber das ist eine andere Situation

brighid
18.08.2017, 14:59
Es ist normal, dass auf solchen Freizeiten Kinder von 10 bis 16 oder von 8 bis 14 zusammen sind.

da wird nur nach er/sie "sortiert. in mehr-bett-zimmern gibts dann jeweils ein kind aus jedem jahrgang. da haste dann die stubenälteste und die küken.

Hillie
18.08.2017, 15:00
Eben, die TE wusste es nicht. und wenn meine Schwester und ich getrennt buchen, aber sagen, dass wir ein Zimmer wollen, will ich auch nicht mit Struttenköpper-Etepetete oder Girlie Cindy zusammengesteckt werden
mit dir möchte ich auch kein Zimmer teilen, du Greisin, die Alien, du ...

Als ich noch berufstätig war, waren Klassenfahrten (ohne Handy) an der Tagesordnung. Es waren in der Regel die Eltern, die nervig anriefen. Einmal eine Mutter: Herzibubi (7. KLasse) hatte die Mütze vergessen und ich sollte mit ihm eine kaufen gehen. Ich fragte ihn, ob er das wolle und die Antwort war ein striktes Nein!

Inaktiver User
18.08.2017, 15:05
Im Zweierzimmer? gruselig, auch in Mehrbettzimmern ziemlich seltsam; bei Unternehmungen ist das ok, da finde ich es sogar gut. Aber das ist eine andere Situation

Ich denke schon, dass die in der Regel gucken, dass es altersmäßig ein bisschen passt. Gruselig finde ich die andere Situation aber weiterhin nicht.

Ich schließe mich an, mir Dir möchte ich auch kein Zimmer teilen.

pelzpfote
18.08.2017, 15:05
@Ila
Es geht um eine Woche und um 4 Jahre Altersunterschied und nicht um 40 Jahre! :peinlich:

marylin
18.08.2017, 15:09
da wird nur nach er/sie "sortiert. in mehr-bett-zimmern gibts dann jeweils ein kind aus jedem jahrgang. da haste dann die stubenälteste und die küken.

Das finde ich nun wieder gruselig. Die "Kücken" müssen sich dann sicher auch der "Stubenältesten" anpassen, oder? Tja, lernen sie bestimmt was fürs Leben...

ilazumgeier
18.08.2017, 15:09
...die gefühlt 40 sind in diesem Alter. Tja, mit mir muss niemand, damit kann ich entschieden besser leben als in einer Zwangsgemeinschaft. und dafür bezahle ich meine private KV, für Öffis ja kein Thema. Aber das ist jetzt nicht das Thema

Inaktiver User
18.08.2017, 15:13
da wird nur nach er/sie "sortiert. in mehr-bett-zimmern gibts dann jeweils ein kind aus jedem jahrgang. da haste dann die stubenälteste und die küken.

Das wiederum klingt für mich nach den 50ern.

brighid
18.08.2017, 15:21
Das wiederum klingt für mich nach den 50ern.

meine ferienlager-zeiten waren 1970-80.
als kind und betreuerin, nach 1980 dann als mutter eines ferienlager-kindes.

gemischte gruppen- eben fürs gruppen-gefühl, das wir-gefühl päppelnd.
das erste ferienlager, mit 8jahren- gabs noch punkt-system für die zimmer. und das beste zimmer bekam dann am letzten abend noch eine kleine aufmerksamkeit. die meisten ferienlager die ich aus erfahrung kenne - waren 14 tägig.

xanidae
18.08.2017, 15:33
Wer weiß wie diese Zimmerbelegung zustande kam. Vielleicht wurde gelost, vielleicht ging es nicht anders zu lösen weil die Altersdurchmischung so groß war.

Die TE hat sich dazu nicht geäußert.

Meine Erfahrung als Betreuerin ist, dass man dies vorbespricht (bei uns gab es Vor- und Nachtreffen), die Kinder Wünsche äußern, es allerdings auch klar ist, dass nicht alle berücksichtigt werden können. Hinzukommt dass man Kevin nicht zu Timo ins Zimmer steckt oder Lena nicht zu Marie, weil die sich im vorherigen Jahr so gefetzt haben. Wir hatten ein Kind mit Epilepsie dabei, das musste in die Nähe der Betreuer und die Mitschläfer müssten aufgeklärt werden.

Kinder mit Heimweh durften auch mal im Betreuerzimmer schlafen. Bei uns gab es Abendprogramm und es wurde um 22 Uhr vorgelesen. Abgeholt wurde keines wegen Heimweh. Telefoniert wurde einmal die Woche.

Spatz22
18.08.2017, 16:03
Also ich gebe offen zu, dass ich die Entscheidung der TE, ihr Kind dann doch noch abzuholen, echt bescheuert finde, und früher hätte ich ihr bestimmt noch hinterhergeschickt, dass sie ihrem Kind nun einen definitiven Entwicklungsschaden verpasst hat unter dem sie und ihr Kind noch lange leiden werden.
Aber jetzt bin ich ja selber Mutter.
In dem Punkt hätte ich mich anders verhalten, okay, aber ich hab schon einiges an Abstrichen in meiner Erziehung gemacht, die ich früher nie in Erwägung gezogen hätte, weil ich der Meinung war, mit der richtigen Methode und Konsequenz kriegt man alles hin.
Ah-hahahaaa. :freches grinsen:
Vieles, aber nicht alles.
Weil einfach jedes Kind anders ist.

Nordseehafer
18.08.2017, 16:09
Meine Meinung: Einen Entwicklungsschaden hätte sie so oder so NICHT genommen, aber die zweimal 300 km an einem Tag hätte ich mir als Eltern gespart, aus mehrfach genannten Gründen, da die Woche ja sowieso fast herum war etc. etc,

Gut, jeder so wie er kann- wie gesagt, für mich steht das einfach in keinem Verhältnis zueinander. Ich habe auch ein Sensibelchen zuhause, die Geschichte hätte sich exakt so ereignen können, aber ich hätte selbst den Weg des "Aushaltens" (der verbleibenden wenigen Tage) gewählt- auch als Mutter auszuhalten, dass meine Tochter abends weint- was SEHR schwer ist, das wissen wir sicher alle.

marylin
18.08.2017, 16:21
Klar, total bescheuert, eine Situation zu ändern, in der 3! Menschen nicht glücklich sind... Jetzt warte ich auf den Spruch "Das hätte die Familie aushalten sollen - so wäre sie bestimmt noch enger zusammengewachsen... hätte irgendwas gelernt..." Los, schreib das jemand - dann beiße ich in meinen Tisch hier.
Nix für ungut.

Nordseehafer
18.08.2017, 16:28
Kannst ja auch einfach mal eine Gegenmeinung aushalten. Das war nur eine Meinungsäußerung denke ich, die sie relativiert hat.

brighid
18.08.2017, 16:31
- dann beiße ich in meinen Tisch hier.
Nix für ungut.

bei den preisen für zahnersatz in deutschland- würde ich mir das nochmal gut überlegen.

Azilal
18.08.2017, 16:51
Wenn ich lese, wie heute mit Kindern umgegangen wird, dann war meine Jugend in den 80er Jahren richtig, richtig hart :freches grinsen:

Kein Handy, keinen Kontakt zu den Eltern aus dem Ferienlager, keinen Menschen hat es interessiert, was für Sonderwünsche ich eventuell haben könnte, und im Alter von 12 Jahren musste ich aus einem Schul-zeltlager vorzeitig 6 Stunden quer durchs Land alleine mit dem Zug nach Hause fahren, weil sich eine Zecke in meinem Augenlid festgebissen hatte. Die Nacht davor durfte/musste ich -wegen gleichzeitig hohen Fiebers- bei einer komplett unbekannten Angestellten des Zeltplatzes zuhause im Gästezimmer verbringen.

Das waren noch Zeiten....

Dafür habe ich aber auch eine hohe Frustrationstoleranz, um die ich sehr, sehr dankbar bin.

brighid
18.08.2017, 16:53
Wenn ich lese, wie heute mit Kindern umgegangen wird, dann war meine Jugend in den 80er Jahren richtig, richtig hart :freches grinsen:

.

ein wunder, dass wir es überlebt haben. :freches grinsen:

Azilal
18.08.2017, 16:55
ein wunder, dass wir es überlebt haben. :freches grinsen:

Ja. Ich wundere mich manchmal auch :freches grinsen:

ilazumgeier
18.08.2017, 17:00
und den Krieg erst. Aber der war nach vier Jahren rum. Ponyhof gegen den 30-jährigen

marylin
18.08.2017, 17:30
Wenn ich lese, wie heute mit Kindern umgegangen wird, dann war meine Jugend in den 80er Jahren richtig, richtig hart :freches grinsen:

Kein Handy, keinen Kontakt zu den Eltern aus dem Ferienlager, keinen Menschen hat es interessiert, was für Sonderwünsche ich eventuell haben könnte, und im Alter von 12 Jahren musste ich aus einem Schul-zeltlager vorzeitig 6 Stunden quer durchs Land alleine mit dem Zug nach Hause fahren, weil sich eine Zecke in meinem Augenlid festgebissen hatte. Die Nacht davor durfte/musste ich -wegen gleichzeitig hohen Fiebers- bei einer komplett unbekannten Angestellten des Zeltplatzes zuhause im Gästezimmer verbringen.

Das waren noch Zeiten....

Dafür habe ich aber auch eine hohe Frustrationstoleranz, um die ich sehr, sehr dankbar bin.

Naja, wenn das wieder Standard werden soll, mit Kindern so umzugehen, dann nur zu! Heute verlangt man zu Recht, dass Eltern ihre Kinder abholen, wenn sie fiebern. Eine Zecke im Augenlied lässt man vor Ort vom Arzt entfernen - aber klar, früher war alles besser und deshalb sind alle, die das durchmachen durften, auch die besseren Menschen geworden. :freches grinsen:

Ernsthaft: Ich bin froh, dass Lehrer, Betreuer oder Erzieher heutzutage nicht mehr machen können, was sie wollen...

martaback
18.08.2017, 17:32
Naja, wenn das wieder Standard werden soll, mit Kindern so umzugehen, dann nur zu! Heute verlangt man zu Recht, dass Eltern ihre Kinder abholen, wenn sie fiebern. Eine Zecke im Augenlied lässt man vor Ort vom Arzt entfernen - aber klar, früher war alles besser und deshalb sind alle, die das durchmachen durften, auch die besseren Menschen geworden. :freches grinsen:
Besser nicht aber belastbarer ganz sicher.

Inaktiver User
18.08.2017, 17:36
Ich glaube, der Unterschied zu heute ist, dass es einem früher als Kind hochnotpeinlich gewesen wäre, wegen Heimweh (nicht, dass man keins hatte...) von Mutti abgeholt zu werden.

marylin
18.08.2017, 17:42
Ich glaube, der Unterschied zu heute ist, dass es einem früher als Kind hochnotpeinlich gewesen wäre, wegen Heimweh (nicht, dass man keins hatte...) von Mutti abgeholt zu werden.

Mag sein, wir wurden früher nicht so erzogen, dass es uns egal sein sollte, was andere denken. Desweiteren wollten wir unseren Eltern wohl auch keinen zusätzlichen Aufwand oder Ärger machen. Finde ich aber gar nicht besser. Ich finde es schöner, wenn die Kinder heute eben ernster genommen werden mit ihren Sorgen und Nöten. Und wenn man nicht immer nur das macht, was die Mehrheit pädagogisch sinnvoll findet, sondern einfach, das, was man eben gerade für richtig hält.

Hillie
18.08.2017, 17:52
Naja, wenn das wieder Standard werden soll, mit Kindern so umzugehen, dann nur zu! Heute verlangt man zu Recht, dass Eltern ihre Kinder abholen, wenn sie fiebern. Eine Zecke im Augenlied lässt man vor Ort vom Arzt entfernen - aber klar, früher war alles besser und deshalb sind alle, die das durchmachen durften, auch die besseren Menschen geworden. :freches grinsen:
Hoffentlich hat der Arzt dazu gesungen! :freches grinsen:


Ernsthaft: Ich bin froh, dass Lehrer, Betreuer oder Erzieher heutzutage nicht mehr machen können, was sie wollen...
Ich wehre mich vehement gegen dieses Pauschalurteil. Ich habe nie gemacht, was ich wollte. Es gab Vorschriften und außerdem meinen gesunden Menschenverstand und viel Liebe zu den Kindern!

marylin
18.08.2017, 18:18
Hoffentlich hat der Arzt dazu gesungen! :freches grinsen:


Ich wehre mich vehement gegen dieses Pauschalurteil. Ich habe nie gemacht, was ich wollte. Es gab Vorschriften und außerdem meinen gesunden Menschenverstand und viel Liebe zu den Kindern!

Mag ja sein, aber ich finde es nicht regelkonform und sehr kinderlieb, ein fieberndes Kind mit einer Zecke im Augenlid stundenlang mit dem Zug durch die Gegend zu schicken. Und dass es sowas heutzutage nicht mehr gibt, finde ich richtig.

Mal davon abgesehen, ich bin in der DDR aufgewachsen, da war die Meinung des Lehrers mehr wert, als die der Eltern, wenn es ernst wurde. Und ja, Erzieherinnen haben schon mitunter ohne Konsequenzen fürchten zu müssen, Kinder nicht besonders gut behandelt, zumindest würde es heute für viel viel Ärger reichen.Zu Recht!

Aber das ist ja auch nicht das Thema.

Sasapi
18.08.2017, 18:35
Ich kann mal aus unserem Zeltlager berichten: Die Alterspanne ist 10-16. Es wird nur nach männlich/weiblich sortiert.

Da sowohl Rettungsdienst als auch Feuerwehr in "Züge" und " Gruppe" unterteilt sind, hat die ins Zeltlager fahrende Truppe ohnehin einen selbstgewählten Gruppenführer.Der gibt den Ton an- und die Anderen hören drauf.
Ich habe immer zu wenig männliche Jugendliche, die im Jungszelt ein Auge drauf haben, ist halt Rettungsdienst, bei meinem Mann in der Feuerwehr ist es umgedreht... deshalb suche ich mir immer ein paar 19-20jahrige aus der aktiven Abteilung, die als Betreuer mitfahren, mein Mann sucht sich entsprechende Mädchen.
In aller Regel klappt das Miteinander der Kleinen und Großen sehr gut.
Das ist vielleicht auch nur bedingt mit einem normalen Zeltlager zu vergleichen, das ganze Programm dreht sich um Übungen rund um Feuerwehr/Rettungsdienst. Während des Zeltlagers werden auch diverse Abzeichen abgelegt, die zur Ausbildung gehören. Und es gibt einen Besuchertag in dieser Woche, zu dem die Eltern, Grosseltern und bei den Teenies die Freundin oder der Freund mit Bussen angekarrt werden.
Für die Kinder- aber auch die Erwachsenen- ist das das Highlight des Jahres. Und wenn man über Jahre dabei ist, entwickeln sich Freundschaften in solchen Lagern, die lange halten- weil man sich später immer wieder trifft, bei Einsätzen, in Lehrgängen....

Vielleicht habe ich deshalb eher wenig mit Eltern und Kindern zu tun, die Erwartungen haben wie es hier auch durchklingt. Da hat auch niemand Probleme damit, dass sowohl im Rettungsdienst als auch bei der Feuerwehr schon " Befehl und Gehorsam" herrscht...das ist einfach notwendig.
Im Einsatz muss alles wie am Schnürchen klappen, da gibt einer die Kommandos, die Anderen tun, was er sagt.
Da ist ein Diskutieren einfach nicht möglich.

Und gerade bei der Feuerwehr lernen Kinder eines von alleine- auch, wenn ich meinen Kollegen nicht mag, ich muss ( und kann) mit ihm ein gutes Team bilden.
Da sind "persönliche Befindlichkeiten" einfach fehl am Platz.

Aber das sind für die Kinder " Ferien", sie kommen von zu Hause raus, wenn sie möchten. Aber das ist kein Urlaub mit Animation.

Deshalb wohl nur bedingt vergleichbar.

Ich hatte übrigens drei Geschwister in meiner Truppe, heute erwachsen, die die ganzen Jahre nie mitgefahren sind. Sie waren sonst immer beim Dienst, das ganze Jahr.

Gegen Ende ihrer Zeit in der Jugend- mit 16 kommt man zu den Aktiven- haben sie schon mal ein oder zwei Nächte im Zeltlager verbracht, aber nie die ganze Zeit.

Sie waren einfach extreme Heimweh Kinder.

marylin
18.08.2017, 18:42
Es ist eben auch was anders, wenn man mit dem vertrauten Team unterwegs ist, mein Sohn ist auch ins Trainingslager gefahren, ich bin meist als Betreuerin mit. Da gab es solche Probleme auch nicht, es kannten sich ja alle, auch die Eltern. Und die Eltern konnten die Kinder ja auch begleiten, wenn sie ihr Kind zwecks Heimweh u.s.w. noch nicht einschätzen konnten. Eltern, die helfen, waren immer gern gesehen.

Sasapi
18.08.2017, 18:49
Das ginge bei uns zum Beispiel gar nicht.

Inaktiver User
18.08.2017, 18:53
Ich denke, ein Trainingslager ist nochmal was anderes.

Hillie
18.08.2017, 18:56
Nie und nimmer, in meinem ganzen Leben, hätte ich Eltern mit zu einer Klassenfahrt genommen!

marylin
18.08.2017, 19:00
Nie und nimmer, in meinem ganzen Leben, hätte ich Eltern mit zu einer Klassenfahrt genommen!

Trainingslager, nicht Klassenfahrt. Da mussten sie Eltern mitnehmen - wen denn sonst?
Wobei ich es von einigen Eltern schon gehört habe, dass sie als Untestützung zu Klassenfahrten mitfuhren.

Inaktiver User
18.08.2017, 19:04
Oh Gott, da hätte ich als Kind die Krise bekommen, wenn meine Mutter mitgefahren wäre.

Sasapi
18.08.2017, 19:16
Dass eine Mutter oder ein Vater ( je nachdem, was fehlte...) mit auf Klassenfahrt fuhr, kenne ich allerdings auch. Und ich hätte da auch die Krise bekommen als Kind...

brighid
18.08.2017, 19:34
Dass eine Mutter oder ein Vater ( je nachdem, was fehlte...) mit auf Klassenfahrt fuhr, kenne ich allerdings auch. Und ich hätte da auch die Krise bekommen als Kind...

schon- aber wenn die alternative dazu gewesen wäre: die klassenfahrt fällt aus-wegen fehlender aufsichtspersonen- da hätte ich halt meine krise etwas bedeckt gehalten.

Sasapi
18.08.2017, 19:35
Natürlich. Aber ich hätte es so gemacht wie meine Jüngste: " Aber du fährst nur im äußersten Notfall mit, Mama, ja? "

brighid
18.08.2017, 19:37
" Aber du fährst nur im äußersten Notfall mit, Mama, ja? "

:blumengabe: :cool:

Chrischie31
18.08.2017, 22:48
Ich wehre mich vehement gegen dieses Pauschalurteil. Ich habe nie gemacht, was ich wollte. Es gab Vorschriften und außerdem meinen gesunden Menschenverstand und viel Liebe zu den Kindern!

Genau:blumengabe:

Ich bin übrigens mit 10 Jahren das erste Mal "verschickt" worden. Ich kannte niemanden und es war eine so tolle Reise... ich habe einen seitenlangen Brief begeistert nach Hause geschrieben. Das meiste handelte von dem Film, den wir sehen durften. "König der Seeräuber"

ilazumgeier
18.08.2017, 22:53
und was hilft das alles der Tochter der TE?

mkr
18.08.2017, 22:57
Wenn ich nicht irre ist sie doch abgeholt worden
Im Übrigen kann das Thema auch so diskutiert werden.

Spatz22
18.08.2017, 23:34
und was hilft das alles der Tochter der TE? Scherzle, oder?
Da fragt ausgerechnet die Königin der Könige des Offtopics und Herumblödelns?? Im Pavillon ist sicher noch nicht Nacht.

FrauE
19.08.2017, 16:22
Ich sehe es ein wenig anders, als die meisten hier. Das Mädchen hat sich darauf verlassen, dass es mit der Freundin in einem Zimmer schlafen kann. Das war nun mal die Voraussetzung (oder eine davon) ins Ferienlager zu fahren. Wenn ich ein DZ buche, möchte ich auch nicht vom Hotel in ein Zimmer mit einer Fremden gesteckt werden.

Ich finde auch, ein Handyverbot geht nicht. Ein Kind muss während längerer Abwesenheit von zuhause immer die Möglichkeit haben, die Eltern zu kontaktieren. Gut, nicht 24h/Tag - es kann ja z. B. abends und morgens Zeiten geben, wo telefoniert werden kann. Und ja, wenn sich ein Kind absolut unwohl fühlt, mit den Betreuern gar nicht klar kommt etc. soll es natürlich abgeholt werden.

Wenn in meinem Urlaub nix klappt, fahre ich auch nach Hause...

Ich frage mich, warum man Kindern mehr zumuten bzw. von ihnen mehr abverlangen soll, als man selber in Kauf nehmen würde.

Sehe ich ganz genauso und unterschreibe das! Ich war als Kind oft weg und habe auch immer zuhause angerufen. Vom Münzfernsprecher und keiner kam auf die Idee uns Kindern das zu verbieten. Ich war auch sehr heimwehgebeutelt, hatte aber trotzdem meinen Spaß. Ich finde es wichtig, dass Kinder die Sicherheit haben, jederzeit anrufen zu können und nicht vom Wohl und Wehe eines Betreuers abhängen, der vielleicht die Situation nicht richtig einschätzen kann. Ja, auch das gibt es. Allerdings waren meine Eltern da hart gesotten. Es gab aber auch kein Lamentieren wegen Zimmern, auf der Wegscheide gab es nur Massenunterkunft und meine Fahrten mit dem CVJM habe ich mit meiner Cousine gemacht und mit der hatte ich immer mein Zimmer, da gab es keinen Zwang uns umzuquartieren, obwohl es vorher schon mal hieß, dass wir nach Alter getrennt untergebracht werden.

Von den Jugendfreizeiten meines Sohnes weiß ich, dass die Betreuer oft selbst sehr junge Leute waren, die in einer Schnellschulung "fit" gemacht wurden und teilweise mit heulenden Kindern nix anfangen konnten.

Einer Freundin von mir wurde dem Sohn die Wegfahrerei von einem Pfarrer versaut, der beim Zeltlager die Ängste des Jungen nicht ernst genommen hat. Si hat sich drauf verlassen, dass sie angerufen wird, wenn sich die Lage nicht beruhigt, hat ihr Kind am Telefon noch angelogen, um ihn zu beruhigen und am Ende wurde sie von einer bekannten jugendlichen Begleiterin heimlich angerufen, die ihr erzählte, wie schlimm es für den Sohn wirklich da läuft. Ab da gab es immer ein Handy mit, wenn der Bub weg fuhr und von da ab auch keine Probleme mehr.

Unseren Sohn haben wir auch einmal von einer Freizeit wieder nach Hause geholt, weil das wirklich zu massiv mit seinen Anrufen und der damit verbundenen Panik war. Im Jahr davor war alles super, auch danach die Fahrten hat er gut geschafft, aber angerufen hat er bis er 13 war immer. Da war auf einer Skifreizeit die Telefonzelle nicht frei zugänglich und ich hatte voll die Sorgen, weil kein Anruf kam. Die oben genannte Freundin meinte dann, ich soll mich nicht anstellen, keine Nachrichten seien gute Nachrichten. :cool: Zwei Jahre später ist er auf Kanutour und hat vorher schon klar gemacht, dass er kein Kleinkind mehr ist und sich nicht meldet, er hätte schließlich Urlaub und will seine Ruhe! Ich finde ja, wenigstens mal kurz eine Nachricht, dass er gut angekommen ist, hätte sein können, mein Mann hat mich gebremst. Seitdem ist das hier der Running Gag: Immer wenn er in Urlaub fährt sage ich "Melde dich mein Bub" und er dann "Nö" :freches grinsen: (aber er schickt inzwischen per Whatsapp einen Daumen hoch - immerhin...)

Opelius
19.08.2017, 17:33
Von den Jugendfreizeiten meines Sohnes weiß ich, dass die Betreuer oft selbst sehr junge Leute waren, die in einer Schnellschulung "fit" gemacht wurden und teilweise mit heulenden Kindern nix anfangen konnten.

Woher sollen denn sonst die Betreuer kommen? Ausgebildete Pädagogen nutzen die Ferienzeit für ihre eigene Erholung. Und selbst für Schullandheimaufenthalte und Studienfahrten haben Lehrer kaum noch Lust sich diesen Stress an den Hals zu laden.

Auch professionelle Jugendreisedienste werben ihre Mitarbeiter unter Studenten und ehemaligen Mitfahrern. Sie bekommen für diesen Einsatz ein Taschengeld in Minijobhöhe. Meine Enkeltochter erzählte von ihren Ferienlagern, dass Handies immer eingesammelt wurden - nicht weil man das Telefonieren verbieten wollte, sondern niemand Ärger mit verlegten und verbummelten Handies haben wollte. Dann wurde immer laut jemand des Diebstahls verdächtigt. Und spätestens ab dem Punkt macht das alles keinen Spass mehr. Wenn jemand telefonieren wollte, bekam er es oder wurde auf die deutlich billigeren Teletonhäuschen verwiesen.

FrauE
19.08.2017, 17:40
Wenn ich lese, wie heute mit Kindern umgegangen wird, dann war meine Jugend in den 80er Jahren richtig, richtig hart :freches grinsen:

Kein Handy, keinen Kontakt zu den Eltern aus dem Ferienlager, keinen Menschen hat es interessiert, was für Sonderwünsche ich eventuell haben könnte, und im Alter von 12 Jahren musste ich aus einem Schul-zeltlager vorzeitig 6 Stunden quer durchs Land alleine mit dem Zug nach Hause fahren, weil sich eine Zecke in meinem Augenlid festgebissen hatte. Die Nacht davor durfte/musste ich -wegen gleichzeitig hohen Fiebers- bei einer komplett unbekannten Angestellten des Zeltplatzes zuhause im Gästezimmer verbringen.

Das waren noch Zeiten....

Dafür habe ich aber auch eine hohe Frustrationstoleranz, um die ich sehr, sehr dankbar bin.

Also ich weiß nicht, es wird ja so getan, als seien wir "früher" ins Nirgendwo gefahren ohne Strom und fließend Wasser. Ich hatte auf sämtlichen Fahrten immer irgendein Telefon in der Nähe und ganz klar genug Münzen für den täglichen Anruf - na und? Telefonzelle halt, aber doch auch nicht gar nix...

Und dieses "Damals..." erzähle ich ja auch gerne, aber die Zeiten haben sich halt geändert, so wie sie es immer schon getan haben. Wir halten das nicht auf, Kinder werden heute mehr und länger bemuttert, das ist so, die Entwicklung halten wir nicht mehr auf.

FrauE
19.08.2017, 17:45
Besser nicht aber belastbarer ganz sicher.

Das halte ich für ein Gerücht. In meinem Alter gibt es genug Leute mit Burnout und Depressionen, Männer, die um die 50 tot umfallen mit stressbedingtem Herzinfarkt usw. Belastbarer ganz sicher nicht, nur gewohnt, mehr runter zu schlucken oder hinzunehmen und ob das so förderlich für die Gesundheit ist?

Aber das geht schon zu sehr ins OT. Zum Thema selbst ist glaube ich jede Meinung gesagt worden und ich bin sicher, das Kind der TE wird trotzdem in ein paar Jahren ohne Mutti und Vati in Urlaub fahren!

FrauE
19.08.2017, 18:04
Woher sollen denn sonst die Betreuer kommen? Ausgebildete Pädagogen nutzen die Ferienzeit für ihre eigene Erholung. Und selbst für Schullandheimaufenthalte und Studienfahrten haben Lehrer kaum noch Lust sich diesen Stress an den Hals zu laden.

Auch professionelle Jugendreisedienste werben ihre Mitarbeiter unter Studenten und ehemaligen Mitfahrern. Sie bekommen für diesen Einsatz ein Taschengeld in Minijobhöhe. Meine Enkeltochter erzählte von ihren Ferienlagern, dass Handies immer eingesammelt wurden - nicht weil man das Telefonieren verbieten wollte, sondern niemand Ärger mit verlegten und verbummelten Handies haben wollte. Dann wurde immer laut jemand des Diebstahls verdächtigt. Und spätestens ab dem Punkt macht das alles keinen Spass mehr. Wenn jemand telefonieren wollte, bekam er es oder wurde auf die deutlich billigeren Teletonhäuschen verwiesen.

Wegen der Handys haben wir vorher unterschrieben, das machen Lehrer heute auch ganz oft so - raus aus der Haftung und gut ist. Und ich beschwere ich auch nicht über die jungen Betreuer, es hat ja geklappt, aber vertrauenserweckend war das für mich als Mutter nicht in dem Ausmaß, dass ich mich auf die verlassen hätte, wenn es zu Konflikten oder Problemen kam, also Telefon mit gegeben und gut war. Ich war aber auch realistisch genug, dass ein verlorenes Handy hat unser Pech gewesen wäre, ich hätte da z.B. keinem Veranstalter die Haftung zugeschoben, das finde ich auch zuviel verlangt. Bei vorherigem Wissen, dass da Handys eingesammelt würden, hätte ich keine Reise dort gebucht. war aber auch ein Jugendreiseveranstalter, da gab es solche Prinzipienreitereien was die Handys anging nicht, außer, dass wir den Haftungsausschluss unterschrieben haben, der aber für alles galt, auch für MP3 Player, Gameboys usw. Ist auch schon wieder eine Weile her.

Aber ich weiß auch, wie weit das ausufern kann. Unser Sohn hatte in der Grundschule eine kleine Abschlussfahrt, die Kinder hatten sich das gewünscht. Die Leherin meinte dann, ups, es muss aber ein Mann mit (in dem Alter zwar noch egal, aber gut, sie wollte das so) Also musste der einzige Lehrer der Schule mit seiner dritten Klasse mitkommen. Bei unserer Klasse gab es dann schon Gemurre, weil die "Kleinen" auch dabei sind. Da war ein Jahr Altersunterschied schon ein Jahrzehnt! :fg engel:

Und dann der Hammer: Sage und Schreibe 8 !!!!!! ja 8 Mamas mussten bei den Drittklässlern mitfahren, weil die nicht alleine ohne irgendwo hin wollten. Wir haben noch versucht, das abzuwenden und argumentiert, dass das doch nicht sein kann, dann können diese Kinder halt nicht mit, aber Nein, es wurde gemacht. Ich fand das unmöglich, weil nämlich hinterher im Dorf ständig durch diese Frauen das Geknatsche los ging, welches Kind unmöglich ist und was da auf der Fahrt alles vorgefallen war. Es wurde gelästert, dass das eine Kind viel zu wenig Taschengeld mitbekam, das andere viel zuviel, außerdem wurde Klein Johnny von dem verhaltensauffälligen Kevin einmal "Blödmann" genannt und was weiß ich. Die Einmischerei dieser Müttergruppe war auch von den Lehrkräften nicht aufzuhalten.

Die Schule hat das dann so auch nie wieder gemacht, das war denen auch eine Lehre.

Sugarnova
20.08.2017, 14:54
Weiss nicht, ich erinnere mich durchaus, dass Telefonate ueberwacht wurden bzw. die Telefonzelle schlicht so ausserhalb lag, dass Telefonate NICHT moeglich waren.

Und ich erinnere mich - leider - auch an unfaehige Betreuer. Und wir reden hier NICHT von Ehrenamtlichen, die das fuer ein Taschengeld machen, wofuer ich Respekt habe.

Und die Zimmeraeltesten haben teilweise auch ganz "gerne" die Juengeren drangsaliert.

Gut, hier geht es nicht darum. Aber fuer ein paar Hundert Euro, so wie ich das verstanden habe, wuerde ich auch mehr erwarten.

Wobei ich wegen einer Woche ! niemals so einen Aufstand gemacht haette. Ich haette sie am Ende abgeholt, und an dem Wochenende was Schoenes gemacht. So bleibts irgendwie unfertig.

xanidae
20.08.2017, 16:05
Bei uns setzte sich das Team aus Teamern der kirchlichen Jugendarbeit und Erzieherinnen in Ausbildung zusammen. Geld gab es keines. Manchmal mussten wir 100€ Bezahlen um die Unkosten zu decken. Die Erzieherinnen machten dort ihr Praktikum und mussten diverse Projekte durchführen. Angeleitet von Pastoralreferent und/oder Priester im Probejahr.

Ich war sehr überrascht als ich hörte, dass man mit Kinder- und Jugendfreizeiten Geld verdienen kann.

Sacrebleu
20.08.2017, 23:31
Womit haben die Betreuer Recht? Wir haben die Betreuer nur um eine Lösung gebeten, nachdem sie uns immer wieder angerufen hat und abgeholt werden wollte. Wir finden es nicht normal, dass sich das Abend für Abend wiederholen muss, wenn es doch eine ganz einfache Lösung gibt. Das Kind soll doch eine schöne Zeit verbringen und nicht mit irgendwelchen absurden Regeln gequält werden!

Absurde Regeln?
Genau solche Ansagen der Eltern sind es, was dafür sorgt, daß es immer weniger Ehrenamtliche gibt, die sich das "antun" wollen.
Das Kind soll eine schöne Zeit verbringen - richtig - aber das gilt für alle Kinder.

Früher war klar - Betreuer haben das Sage, die Kinder haben das zu akzeptieren. Das muß einfach so sein, denn sonst ist es einfach nicht möglich, das Chaos in geordneten Bahnen zu halten.
Der "Personalschlüssel" auf solchen Fahrten (typische Meßdienerfreizeit/Gemeinde/Vereins/KJG-Fahrt) beträgt 1 Betreuer auf 6-8 Kinder - 24h am Tag!
Da ist es einfach nicht drin, jeden Pups von " Zuhause muß ich mein Bett nicht machen/Geschirr spülen/Tisch decken" zu "ich will aber lieber im Garten sitzen und lesen statt mit wandern zu gehen" zu diskutieren, oder gar nachzugeben!
Dann kommt man vor lauter Sonderlocken nicht mehr zum eigentlichen Programm.

Und mit der Schlafsituation ist es ähnlich.
Mal eine Frage - wie hat sich das denn ergeben?
Ihr habt das angegeben, ok. Hat irgendwer gesagt : "jo, das machen wir?"
Vielleicht wurden vor Ort "Streichhölzer gezogen" - logisch bei "3 Kinder, nur 2 Betten?
Oder - wollten gar die "Freundinnen" plötzlich lieber zusammen in ein Zimmer?
Kein nicht total verrückter Betreuer hält zwei Mädels, die unbedingt zusammen in ein Zimmer wollen, davon ab, genau das zu tun - außer, es gab es Gründe, genau das zu verhindern - haben die sich vielleicht auf der Fahrt dahin daneben benommen, zusammen Front gegen andere gemacht? Oder wollte die andere das gar nicht mehr unbedingt?

Eine Couch ist kein Bett, ist nicht anständig zu beziehen - allein das spricht schon dagegen! Dann gibt es keinen Schrank für alle Klamotten von dreien - das Zeug fliegt im Zimmer rum...

Und eine 14jährige ist jetzt keine Zumutung, es handelt sich ja nicht um eine 80jährige Oma!

Abgesehen glaube ich einfach nicht, daß es abends "Kein Programm" gab - die Betreuer sind doch nicht verrückt! Nur ausgetobte Kinder schlafen nachts...

Viele Grüße von einer, die Betreuer- UND Elternseite kennt -
Ich finde nicht, daß ihr das gut gelöst habt.
Denn der Kompromiß war einfach gut ( wenn Du wachwirst, darfst Du da schlafen - was de facto nicht passiert...), das hättet ihr der Kleinen genauso klarmachen müssen, statt das Gejammer zu unterstützen.

Klar ist sie "Eure Prinzessin". Das mögt ihr so leben, in Eurem Verbund, da funktioniert das möglicherweise prächtig.
Dort ist sie aber nur "eines der Kinder", und da ist das Wunschkonzert eben nicht möglich, sonst funktioniert das Konzept nicht!

ilazumgeier
21.08.2017, 00:06
Eine Couch ist kein Bett, ist nicht anständig zu beziehen - allein das spricht schon dagegen! Dann gibt es keinen Schrank für alle Klamotten von dreien - das Zeug fliegt im Zimmer rum...


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Na klar, wenn das keine überzeugenden Gründe sind..
Auf einem Sofa kann man nicht schlafen, weil man es nicht ordentlich beziehen kann: ist logisch und so fundamental und unverrückbar wie der Lehrsatz des Pythagoras. und zwei Zehnjährige können sich unmöglich für eine Woche einen Schrank teilen!

selbst wenn "das Zeug im Zimmer rumfliegen" würde: ist das ein Boot Camp?




Und eine 14jährige ist jetzt keine Zumutung, es handelt sich ja nicht um eine 80jährige Oma!

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Für eine Zehnjährige ist da wenig Unterschied. Auch die 14-Jährige fühlt sich um Generationen älter, die wird sich um das Baby in ihrem Zimmer nicht groß bemüht haben

Der Kasernenhofton in diesem Posting lässt an DDR- oder BDM-Lager denken

Sacrebleu
21.08.2017, 01:15
Na klar, wenn das keine überzeugenden Gründe sind..
Auf einem Sofa kann man nicht schlafen, weil man es nicht ordentlich beziehen kann: ist logisch und so fundamental und unverrückbar wie der Lehrsatz des Pythagoras. und zwei Zehnjährige können sich unmöglich für eine Woche einen Schrank teilen!
Das ist aber kein mathematisches Problem, lediglich ein physiologisches.
Es ist ziemlich unappetitlich, jemanden regelmässig auf einer unbezogenen Couch schlafen zu lassen - da laufen nachts 500ml Schweiß in die Polsterung.
Und es müßten sich 3 statt zwei Mädels den Schrank teilen - die Konsequenz ist :
Das Zeug fliegt überall rum, liegt auf dem Boden, verknittert und wird schmutzig.


selbst wenn "das Zeug im Zimmer rumfliegen" würde: ist das ein Boot Camp?Nein, es soll sich aber nicht in einen Saustall - aka Chaosladen verwandeln.


Für eine Zehnjährige ist da wenig Unterschied.
Quark. Im Normalfall lernt sie etwas drüber, wie man MakeUp aufträgt, und daß es auch andere Unterwäsche als Kinderschlüpper mit rosa Herzchen drauf gibt...

Auch die 14-Jährige fühlt sich um Generationen älter, die wird sich um das Baby in ihrem Zimmer nicht groß bemüht haben
Die wird vermutlich auch das Opfer von Hölzchen ziehen geworden sein. Manchmal läuft es eben etwas blöder als sonst.
Warum soll sie sich um die Kleine bemühen? Einfach nur normal sein reicht.
Ich kenne keine Ferienfreizeit, bei der man wirklich Zeit in seinem Zimmer verbracht hat außer zum chlafen und Umziehen - sogar die Duschen/Klos sind meist auf dem Flur!


Der Kasernenhofton in diesem Posting lässt an DDR- oder BDM-Lager denken
So kann man sich täuschen.
Original Wessi, und ganz fröhliche, entspannte Ferienfreizeiten - Gequengel hier, Heimweh da, Nicht-Leiden-können dort, neue beste Busenfreundin nebendran - und am letzten Abend heulen alle, weil die Zeit rum ist.
Wenn die Eltern sich raushalten.
Denn Kinder sind viel kompetenter, ihr Leben auf die Reihe zu bekommen, als viele Eltern meinen.
Man muß sie nur mal lassen - oder damit konfrontieren, daß das nötig ist.
Denn Eltern sind nicht immer da im Leben.
Der Sinn und Zweck von Erziehung ist, seine Kinder aufs Leben vorzubereiten, ihnen Wege zu zeigen, mit allem fertig zu werden. Nicht, ihnen alle Herausforderungen aus dem Weg zu räumen.

Beachnoodle
21.08.2017, 02:24
Was soll das für ein Dialekt sein?

missani
21.08.2017, 02:30
So spricht man, wenn einem täglich 500ml Schweiss in die Polster tropfen.

Sacrebleu
21.08.2017, 07:53
Übersetzt. Zufrieden?

Die 500ml sind Standard. Bei Frauen in dennWechsrljahren können es bis zu 1,5 l werden...
Da bin ich mit meinen 500 zufrieden.

Kleinfeld
21.08.2017, 07:58
Der Kasernenhofton in diesem Posting lässt an DDR- oder BDM-Lager denken

Genau deswegen habe ich diese Lager als Kind gehasst....

missani
21.08.2017, 08:08
Übersetzt. Zufrieden?



Nein - gar nicht zufrieden. Du korrigierst in Deinem kritisierten posting nachträglich rum. Das ist nun oberpeinlich.

Wie Kleinfeld schon schrieb. Leute wie Du haben einem in der Kindheit genau diese Freizeiten vergällt.

Dazu passend Dein Foren-Stil.
:allesok:

ilazumgeier
21.08.2017, 08:37
Es ist ziemlich unappetitlich, jemanden regelmässig auf einer unbezogenen Couch schlafen zu lassen -
.

Da gebe ich dir absolut recht. In meiner Welt legt man da ein Leintuchen drauf, man kann sogar einen Matratzenschoner drunter legen. Wo ist das Problem?




Ich kenne keine Ferienfreizeit, bei der man wirklich Zeit in seinem Zimmer verbracht .

Für eine Zehnjährige ist die gemeinsame Zeit mit der Freundin abends vor dem Einschlafen annähernd genau so wichtig wie der Spass tagsüber und war in diesem konkreten Fall ein zentraler Punkt der Entscheidung




Denn Kinder sind viel kompetenter, ihr Leben auf die Reihe zu bekommen, als viele Eltern meinen.

Der Sinn und Zweck von Erziehung ist, seine Kinder aufs Leben vorzubereiten, ..

Da gebe ich dir uneingeschränkt recht.
Sinn und Zweck dieser Freizeit war aber nicht Erziehung (auch wenn das ganze Leben Erziehung ist), sondern eine schöne Ferienwoche. und die wurde völlig ohne Not, ohne nachvollziehbaren Grund von den Betreuern vermasselt. Dass Kleidung rumliegt und verknittert wird, ist erst mal eine Hypothese: ein Schrank dürfte für die Dauer einer Woche auch für zwei und drei reichen. Man hätte diese Ordnung auch zur Auflage machen können ("Wenn das nicht funktioniert, musst du wieder zurück ins andere Zimmer").

Aber hier trennen uns auch Welten in der Ansicht über das, was wichtig ist: Es kann den Betreuern ziemlich wumpe sein, ob in den Zimmern drei Tage lang was rumliegt: DAS ist nämlich die Kasernenhof-Mentalität, egal wann und wo
Wenn zerknitterte T-Shirts einen höheren Stellenwert haben als ein glückliches Kind

Sacrebleu
21.08.2017, 08:37
Ich dachte, Du konntest es nicht lesen?
Aber das ist nun echt OT.

Was hat DIR denn genau diese Freizeiten vergällt?

Wir haben nie ein weinendes Kind im "Kasernenhofton angeschissen". Weshalb sollten wir?
Sondern erklärt, getröstet, und gesagt " schau mal, wie es morgen ist". Und in 99% der Fälle ist das Kind morgens vergnügt aus den Federn gehupft und die Welt war wieder in Ordnung.

Ok, es wurden schon mal Kinder "gefaltet". Zum Beispiel nach dem Froschlaich in Betten verteilen.
Ist das auch Kinderquälerei gewesen?

ilazumgeier
21.08.2017, 08:40
Von Froschlaich hat die TE natürlich nichts geschrieben. Böse Tochter!

Sacrebleu
21.08.2017, 08:50
Da gebe ich dir absolut recht. In meiner Welt legt man da ein Leintuchen drauf, man kann sogar einen Matratzenschoner drunter legen. Wo ist das Problem?

Dazu muß man erst mal einen Matratzenschoner haben etc.
Hört sich jetzt nach pillepalle an "den kann man doch bestimmt organisieren ( das andere Bett abnehmen etc)...
Eine "Ferienfreizeit" hat nicht den Personalschlüssel eines 5-Sternehotels!
Und es wurde ihr ein angemessener Kompromiß angeboten!


Für eine Zehnjährige ist die gemeinsame Zeit mit der Freundin abends vor dem Einschlafen annähernd genau so wichtig wie der Spass tagsüber und in diesem konkreten Fall ein zentraler Punkt der Entscheidung
Wir wissen NICHT, warum diese Entscheidung so gefallen ist.
Deshalb meine Frage, ob das jemand mit "machen wir" bestätigt hat, bzw, ob da nicht die anderen beiden eine unheilige Allianz geschlossen haben!
Darauf (hat schonmal wer gefragt) wurde nicht eingegangen!
Daß das jetzt hier von etlichen den Betreuern mal grundsätzlich, ohne Kenntnis der Sizuation als bösartiges, bestenfalls ignorantes oder unfähiges Verhalten in die Schuhe geschoben wird, ist nicht ok.
Unfähige, schlechte Betreuer gibt es auch. Sind aber nicht die Regel, da Ehrenamtliche gewöhnlich engagiert sind.
Und "fürs Geld" macht das auch bei Froschreisen und Co niemand, dem es widersteht, sich um Kinder zu kümmern. Dazu ist es zu wenig Gekd für soviel Stress.


Da gebe ich dir uneingeschränkt recht.
Das "alleine irgendwo ohne Eltern klarkommen" ist für mich Teil des Lernprozesses - eben ohne daß die Eltern hinterherhupsen, eben weil sie Kind "dahinstupsen", damit selbst fertigzuwerden.

Sinn und Zweck dieser Freizeit war aber nicht Erziehung (auch wenn das ganze Leben Erziehung ist), sondern eine schöne Ferienwoche. und die wurde völlig ohne Not, ohne nachvollziehbaren Grund von den Betreuern vermasselt. Dass Kleidung rumliegt und verknittert wird, ist erst mal eine Hypothese: ein Schrank dürfte für die Dauer einer Woche auch für zwei und drei reichen. Man hätte diese Ordnung auch zur Auflage machen können ("Wenn das nicht funktioniert, musst du wieder zurück ins andere Zimmer").
Warst Du schon mal Betreuer in so einer Freizeit mit, sagen wir mal, 50 Kindern?
Eine gewisse Ordnung, die von allen eingehalten wird, ist wichtig. Sonst verbringst Du den letzten Abend und den Morgen der Abfahrt mit der Klärung von "Wo ist mein", ich kann xy nicht finden" - statt sinnvolle Ferienende-Gestaltung zu betreiben.


Aber hier trennen uns auch Welten in der Ansicht über das, was wichtig ist: Es kann den Betreuern ziemlich wumpe sein, ob in den Zimmern drei Tage lang was rumliegt: DAS ist nämlich die Kasernenhof-Mentalität, egal wann und wo
Wenn zerknitterte T-Shirts einen höheren Stellenwert haben als ein glückliches Kind
Nein garnicht, eigentlich bin ich überhaupt kein Kontrollfreak.
Aber Du willst nicht wissen, wie lustig manche Eltern beim Thema "wie sieht Susi auf den Fotos aus - wieso hatte die immer dasselbe T-Shirt an" oder " wie kommen die Fußabdrücke auf die Klamotten von Peter - wurde der getreten" etc. plötzlich draufsind.
Und glaub mir, die Erklärung " uns war eine schöne Zeit für Kinder wichtiger", zieht da garnicht. Daaaa wird man dann zum Ordungs- und Sauberkeitsverantwortlichen, der seinen Job nicht gemacht hat.

Sacrebleu
21.08.2017, 08:59
Von Froschlaich hat die TE natürlich nichts geschrieben. Böse Tochter!
Vielleicht waren es auch Kletten in den Haaren oder Juckpulver in den Unterhosen?
Alles schon erlebt!

Nordseehafer
21.08.2017, 09:12
Ich denke, die Betreuer haben die Tochter der TE nicht einfach mit den anderen komplett im Zimmer schlafen lassen, weil sie dann eine Kettenreaktion von Wünschen hätten erfüllen müssen ("wieso, DIE durfte doch auch wechseln..."), was einfach nicht geht, wenn man das Ganze einigermaßen organisiert halten möchte. Dass sie ihr erlaubt haben, nachts zu wecheln, war für sie sicher ein Kompromiss, und mir ist nicht ganz klar, ob die Tochter das überhaupt in Anspruch genommen hat, oder nicht einfach durchgeschlafen hat.

ilazumgeier
21.08.2017, 09:34
Dazu muß man erst mal einen Matratzenschoner haben etc.

t.

Ein "Heim" ohne Matratzenschoner? und zwar auch einigen in Reserve: tut mir leid, aber das kann ich mir nicht einmal vorstellen. Höchstens in Kriegszeiten. und was für etc? Das Kind nimmt das Leintuch von seinem Bett (und den auch dort hoffentlich vorhandenen Matratzenschoner)

Sacrebleu
21.08.2017, 09:45
Ein "Heim" ohne Matratzenschoner? und zwar auch einigen in Reserve: tut mir leid, aber das kann ich mir nicht einmal vorstellen. Höchstens in Kriegszeiten. und was für etc? Das Kind nimmt das Leintuch von seinem Bett (und den auch dort hoffentlich vorhandenen Matratzenschoner)

Ähm, nein, Matratzenschoner sind da nicht unbedingt üblich. In Jugendherbergen übrigens auch nicht.
Man geht davon aus, daß die Gäste "Trocken" sind.

Und, mit Verlaub, eine 10jährige ist heutzutage normalerweise NICHT in der Lage ein Bett zu beziehen. Hat sie nämlich noch nie gemacht. Und auch das Abziehen ist so ein Kleines Highlight. Oder Bettewäsche von a nach b transportieren ohne sie über den Boden zu schleifen ( das halte ich jetzt echt für ih-bäh)
Also darf dann wer vom Betreuerteam ran... erwähnte ich schon die 49 anderen Kinder ( bzw. die 5-7 je Betreuer)?

Das Szenario von Nordseehafer ist dann der nächste Spaß!

ilazumgeier
21.08.2017, 10:27
Ähm, nein, Matratzenschoner sind da nicht unbedingt üblich. In Jugendherbergen übrigens auch nicht.
Man geht davon aus, daß die Gäste "Trocken" sind.

!

bis auf die 500 ml + Schweiß. eine ziemlich unappetitliche Sache. Matratzenschoner halte ich aber schon aus Selbstschutzgründen für extrem wahrscheinlich. Auch trockenen Kindern, sogar Erwachsenen können aus den unterschiedlichsten Gründen ihr Bettzeug beschmutzen. Oder gibts in Ferienheimen grundsätzlich kein Magen-Darm?
und natürlich, wie schon längst erwartet: "dann wollen alle". Wenn alle falsch quartiert sind, hat die Leitung erhebliche Fehler gemacht und soll auch die Folgen tragen. Realistisch sind vielleicht zwei, drei Anfragen; die sollten Betreuer händeln können

Irrelevant: ich war in Studizeiten lange sowas wie "Tagesanimateurin" und habe auch nicht zu knapp Beherberungs-Erfahrung

chryseis
21.08.2017, 16:35
Ähem, Matratzenschoner sind heute noch kein Standard in Jugendherbergen und günstigen Hotels.

Und teilweise können Jugendliche mit 15, 16 Jahren noch nicht das Bett beziehen, weder die Matratze mit Spannbettlaken (wie einfach!) oder Kopfkissen und Bettdecke mit den Bezügen. Dazu brauchen sie ein YouTube - Tutorial.

ilazumgeier
21.08.2017, 16:37
Ähem, Matratzenschoner sind heute noch kein Standard in Jugendherbergen und günstigen Hotels.


:krank: Dann zieht der Sofa-Schweiß auch nicht

chryseis
21.08.2017, 16:54
Der Sofa-Schweiß ist leider Realität, weil das Kind das Sofa nicht mit einem Leintuch abdecken wird (oder kann) und sich lieber so drauflegt. Das schaffen manche Erwachsene nicht.
Und auf Klassenfahrten Ordnung im Zimmer zu haben und zu halten - reden wir nicht davon.

Sasapi
21.08.2017, 17:31
Also- ich habe nach dem diesjährigen Zeltlager an "herrenlosen Dingen" mitgebracht:

- gefühlt 50 einzelne Socken
- 4 Badelaken
- etwa 5 Unterhosen, weiblich und männlich, verschiedene Größen
- 3 einzelne Schuhe ( Markenturnschuhe)
- 2 Goretex Jacken
- 5 Tops weiblich, drei Shirts männlich
- 2 Schlafsäcke und 4 Kopfkissen
- eine Kiste mit verschiedenen Geschirrteilen aller Art

Zusammen mit dem Kram, den Gatterich von seinem Zeltlager mitgebracht hat könnten wir nen Second Hand Shop aufmachen.

ilazumgeier
21.08.2017, 17:38
Der Sofa-Schweiß ist leider Realität, weil das Kind das Sofa nicht mit einem Leintuch abdecken wird (oder kann) und sich lieber so drauflegt. .

Ach, das wurde angesprochen. Hab ich wohl überlesen. Komisch, dass ich nur Kinder kenne und kannte, die das können und sich garantiert nicht im Schlafanzug einfach so aufs Sofa gelegt hätten

pelzpfote
21.08.2017, 17:54
Ach, das wurde angesprochen. Hab ich wohl überlesen. Komisch, dass ich nur Kinder kenne und kannte, die das können und sich garantiert nicht im Schlafanzug einfach so aufs Sofa gelegt hätten
Daheim vielleicht nicht. :zwinker: Aber du weißt sicher, dass sich Kinder in der Gruppe weit weg von daheim anders benehmen können, oder? :engel:

ilazumgeier
21.08.2017, 17:58
Daheim vielleicht nicht. :zwinker: Aber du weißt sicher, dass sich Kinder in der Gruppe weit weg von daheim anders benehmen können, oder? :engel:

Aber sicher! Aber genauso sicher bin ich, dass keines der mir näher bekannten Kinder einfach so auf dem Sofa genächtigt hätte. Abgesehen davon: das hätte sich klären und regeln lassen

pelzpfote
21.08.2017, 18:59
@ila
Dann kennst du sicher auch keine Kinder/Jugendlichen, die beim Essen mit Würstchen schmeißen...... :pfeifend: Ich schon und das ist eben der "Vorteil" der anderen Seite. :unterwerf: Zuhause und bei Bekannten tun sie das sicher nicht. Und die Eltern würden vehement bestreiten, dass sie je sowas tun würden. :engel:

ilazumgeier
21.08.2017, 19:09
schnauf, das wissen wir doch alle. Aber zumindest bei meinem Kind (und bei einigen anderen auch) kenne ich Ekelfaktor und Wohlfühl-Bedürfnis. ohne nackte Not hätten die sich nie auf ein bloßes Sofa gelegt (doch, in Kleidern schon), aber nicht mehrere Tage lang.
Die Diskussion ist ja ziemlich akademisch: Wäre DAS das Problem gewesen, hätten die Betreuer es ansprechen können.
Ich kann durchaus nachvollziehen, dass sie keinen Bock hatten, eine Lösung zu finden. Ein bisschen erinnert mich das auch an Vorgänge "auf dem Amt": Vorschrift ist Vorschrift, keine Ausnahme, sei der Fall auch noch so abwegig.
Und ich war so was von den Socken als ein neuer Amtsleiter in meinem Heimatbezirk die Parole ausgab: Wer zu uns kommt, ist unser Kunde und wird auch so behandelt. Geht nicht, gibts zumindest erst mal nicht.

pelzpfote
21.08.2017, 19:16
Ich kann durchaus nachvollziehen, dass sie keinen Bock hatten, eine Lösung zu finden. Ein bisschen erinnert mich das auch an Vorgänge "auf dem Amt": Vorschrift ist Vorschrift, keine Ausnahme, sei der Fall auch noch so abwegig.
Ach Ila, jetzt versteigst du dich aber ins Reich der :kristallkugel: Du warst nicht dabei und brauchst jetzt auch keine Vermutungen anstellen. :zahnschmerzen:

Nordseehafer
21.08.2017, 19:20
Ich kann durchaus nachvollziehen, dass sie keinen Bock hatten, eine Lösung zu finden. Ein bisschen erinnert mich das auch an Vorgänge "auf dem Amt": Vorschrift ist Vorschrift, keine Ausnahme, sei der Fall auch noch so abwegig.


Und das wiederum kann ich mir überhaupt nicht vorstellen. Auch für Betreuer ist ein ständig weinendes Kind und Eltern, die sich einmischen, nicht angenehm. Es ist ja nicht so, dass ihnen das Mädchen egal war.

Sacrebleu
21.08.2017, 21:14
Aber sicher! Aber genauso sicher bin ich, dass keines der mir näher bekannten Kinder einfach so auf dem Sofa genächtigt hätte. Abgesehen davon: das hätte sich klären und regeln lassen

Ila, jetzt nochmal...
So eine Freizeit mit 300km weg hat durchschnittlich 50 Kinder. Die etwa 10 Betreuer können nicht jedem Kind den Hintern abputzen, deshalb werden solche Extrawürste, die einen Rattenschwanz an Zirkus hinter sich herziehen, gar nicht erst gemacht!
Das ist keine Bösartigkeit der Betreuer, sondern gesunder Menschenverstand.

Weißt Du, was die problemloseste Freizeit war, die ich je erlebte?
Insel Ameland Anfang der 90er : Der nächste öffentliche Fernsprecher war 10 min per Rad weg.
Komischerweise gab es nicht 1 Kind, das wegen Heimweh oder sonstigem Nach-Hause-Telefonieren freiwillig zum Telefonhäuschen geradelt ist!
Und jedes Kind hatte ein Rad und täglich genügend "Freizeit" zum dorthinfahren, und es war ein gerader, sicherer Weg einfach am Deich lang.
(Die Betreuer hätten im Notfall jederzeit im Bauernhaus Zugriff aufs Telefon gehabt!)


schnauf, das wissen wir doch alle. Aber zumindest bei meinem Kind (und bei einigen anderen auch) kenne ich Ekelfaktor und Wohlfühl-Bedürfnis. ohne nackte Not hätten die sich nie auf ein bloßes Sofa gelegt (doch, in Kleidern schon), aber nicht mehrere Tage lang.
Sorry, sber:
Ein 10jähriges, das sich mit Bettbeziehen überfordert fühlt, legt sich einfach so drauf, das denkt keine 5 Sekunden über Schweiß in der Matratze oder Hygiene nach!


Die Diskussion ist ja ziemlich akademisch: Wäre DAS das Problem gewesen, hätten die Betreuer es ansprechen können.
Nochmal, ich kann zwar in einer Ferienfreizeit das Thema "Ordnung" etc diskutieren. Was man nicht kann, ist das jedem Kind einzeln nahelegen. Sonst macht man nix anderes mehr. Also verhindert man chaosproduzietende Situationen einfach von vorneherein!

Ich kann durchaus nachvollziehen, dass sie keinen Bock hatten, eine Lösung zu finden. Ein bisschen erinnert mich das auch an Vorgänge "auf dem Amt": Vorschrift ist Vorschrift, keine Ausnahme, sei der Fall auch noch so abwegig.
Und das ist eine BODENLOSE UNVERSCHÄMTHEIT sowas zu behaupten, eine Frechheit gegenüber jedem, der sich - zumeist für nichts oder einen Appel und ein Ei - die Mühe gibt, Kindern schöne Ferien zu ermöglichen.
Du warst nicht dabei und kennst keine Details.
Ich kann Dir nur eins sagen:
Kein Betreuer ist so bekloppt, sich künstlich Situstionen zu schaffen, die ihm/ihr mehr Ärger machen, als nötig.

Und ich war so was von den Socken als ein neuer Amtsleiter in meinem Heimatbezirk die Parole ausgab: Wer zu uns kommt, ist unser Kunde und wird auch so behandelt. Geht nicht, gibts zumindest erst mal nicht.
Du hast es einfach nicht verstanden : Ferienfreizeitkinder sind keine Kunden. Sie sind Teilnehmer einer Gruppenaktivität. Und damit das funktioniert, muß es Spielregeln geben, die für alle gelten. Wie beim Monopoly!
Und die Regeln sind nicht dazu da, einzelne zu terrorisieren, sondern dazu, allen ein gutes Miteinander zu ermöglichen.
Und genau das ist die Aufgabe eines Betreuers.

Roundabout
21.08.2017, 21:51
Sacrebleu :blumengabe:

Mayali
21.08.2017, 22:27
Du hast es einfach nicht verstanden : Ferienfreizeitkinder sind keine Kunden. Sie sind Teilnehmer einer Gruppenaktivität. Und damit das funktioniert, muß es Spielregeln geben, die für alle gelten. Wie beim Monopoly!
Und die Regeln sind nicht dazu da, einzelne zu terrorisieren, sondern dazu, allen ein gutes Miteinander zu ermöglichen.
Und genau das ist die Aufgabe eines Betreuers.

Und wenn das aus Betreuersicht "gute Miteinander samt der Spielregeln" für mein Kind nicht passen, dann hole ich es ab. Punkt. Ich bezahle doch kein Geld, in welcher Höhe auch immer, damit mein Kind unglücklich ist. Ob ich nun dabei als "Kunde" oder als "Teilnehmer einer Gruppenaktivität" bezeichnet werde, ist mir herzlich egal.

Sacrebleu
21.08.2017, 22:47
Und wenn das aus Betreuersicht "gute Miteinander samt der Spielregeln" für mein Kind nicht passen, dann hole ich es ab. Punkt. Ich bezahle doch kein Geld, in welcher Höhe auch immer, damit mein Kind unglücklich ist. Ob ich nun dabei als "Kunde" oder als "Teilnehmer einer Gruppenaktivität" bezeichnet werde, ist mir herzlich egal.

Und Du bist sicher, daß Du Deinem Kind damit einen Gefallen tust, indem Du nicht erst versuchst, ihm zu sagen, daß man manchmal eben das Beste aus den Gegebenheiten machen muß, statt flennend beleidigt wegzurennen?

Spätestens im Arbeitsleben kann es eben nicht mehr mit jeder Befindlichkeit zur Mama rennen, sondern muß sich damit abfinden, daß es nicht bein"Wünsch-Dir-was" sondern bei "So-isses" angelangt ist, daß es sich an Spielregeln halten muß, die jemand anders setzt.

Obwohl, wir haben es auch schon erlebt, daß die Mutter der 17Jährigen Auszubildenden aufkreuzte, um zu diskutieren, daß man Töchterlein kritisiert hatte:
"Weil, man müsse doch verstehen, das Früh aufstehen sei sie halt nicht gewohnt, aber es wäre doch nicht schlimm, öfter mal etwas später zur Arbeit zu erscheinen, die Patienten müßten ja eh immer warten."
:gegen die wand:

Mayali
21.08.2017, 22:58
Und Du bist sicher, daß Du Deinem Kind damit einen Gefallen tust, indem Du nicht erst versuchst, ihm zu sagen, daß man manchmal eben das Beste aus den Gegebenheiten machen muß, statt flennend beleidigt wegzurennen?

In diesem Fall, ja, da bin ich mir sehr sicher, meinem Kind nicht nur einen Gefallen zu tun, sondern ihm auch zu zeigen, dass man nicht alles um jeden Preis aushalten muss. Das ist mir nämlich auch wichtig. Angepasste, sich nicht wehrende Menschen gibt es genug.

Meine 4 Kinder sind übrigens längst erwachsen, alle haben erfolgreich studiert und können sich durchaus durchbeißen. Unsere Prioritäten bei der Erziehung setzten wir vielleicht anders als andere, das mag sein.

Ich verstehe nur nicht ganz, warum Du hier versuchst, mit Deinen Beispielen andere Erziehungsvorstellungen ins Lächerliche zu ziehen.
Nicht jeder, der sein Kind liebt und schützt, ist immer ein idiotischer Elter.

Sacrebleu
21.08.2017, 23:13
In diesem Fall, ja, da bin ich mir sehr sicher, meinem Kind nicht nur einen Gefallen zu tun, sondern ihm auch zu zeigen, dass man nicht alles um jeden Preis aushalten muss. Das ist mir nämlich auch wichtig. Angepasste, sich nicht wehrende Menschen gibt es genug.

Es geht hier nicht darum, Duckmäuser großzuziehen. Aber:
In der beschriebenen Situation gab es überhaupt keinen Grund, sich zu wehren!
Es war, warum-auch-immer, anders als gewünscht - doof, zugegeben. Aber es gab eine realistische Reaktion samt Kompromiss durch die Betreuer - irgendwo ist dann aber auch gut, zumal Kind ja nicht den ganzen Tag im Elend rollte ( wie die TE ja erklärte). Hätte das Kind kein Handy gehabt, sondern hätte die 10 Minuten Radeln müssen, die Eltern hätten keinen Piep gehört. Da gebe ich Dir Brief und Siegel.



Meine 4 Kinder sind übrigens längst erwachsen, alle haben erfolgreich studiert und können sich durchaus durchbeißen. Unsere Prioritäten bei der Erziehung setzen wir vielleicht anders als andere, das mag sein. Ich verstehe nicht ganz, warum Du hier versuchst, mit Deinen Beispielen andere Erziehungsvorstellungen ins Lächerliche zu ziehen.
Nicht jeder, der sein Kind liebt und schützt, ist immer ein idiotischer Elter.

Nicht jeder. Aber sehr viele, mittlerweile.
Grad erlebt:
Elternabend Grundschule.
Lehrer sagt, es wird in diesem Schuljahr eine Schietlist für unsoziales Verhalten geben ( stören, rempeln, Schimpfwörter, prügeln, etc.) - wer Drei Punkte kassiert, soll sich vor der Klasse entschuldigen.
Ergebnis:
Wilde Diskussion, daß das doch eine Bloßstellung eines Kindes wäre, daß das das Kind gedemütigt würde, ein Trauma erlitte!
????
Das Kind hat vorher andere angerempelt, beleidigt, angespuckt, etc!!!

Die Welt funktioniert nur, wenn nicht jeder sich für etwas Besonderes hält! Aber unheimlich viele Eltern halten ihre Kinder für was besonderes und erwarten, daß jeder auf es Rücksicht nimmt und ihm Sonderlocken dreht.
So lernt das Kind leider weder Sozialkompetenz noch Frustrationstoleranz... und das hilft im Leben ungemein!

Mayali
21.08.2017, 23:27
Sacrebleu. ich gebe Dir durchaus recht, dass es heute wesentlich mehr bescheu .. *hust* schwierige Eltern gibt, als früher. Gar keine Frage.

Trotzdem hätte ich mein Kind auch abgeholt. Ich zahle nicht Geld dafür, dass mein Mädel mir abends die Ohren vollheult, auch wenn es tagsüber vielleicht abgelenkt ist. Die Ausgangssituation war für die Eltern und das Kind eine andere. Und darauf kommt es an. Wenn keine Extrawurst geboten werden kann, ist das auch in Ordnung. Aber genau so muss es dann in Ordnung sein, wenn die Familie das dann nicht mehr will.

Am Rande - auch unser Sohn 2.0 war im Alter von 8 Jahren in einer caritativen Freizeit (3 Wochen), angeregt durch die Mutter eines Freundes unseres Sohnes, die in hellsten Tönen davon schwärmte. Sie selbst ist Pflegemutter und ihr Sohn hatte im Vorjahr schon mal daran teilgenommen. Ich habe an der Infoverstaltung teilgenommen, fand ich auch alles ganz nett und die Kinder wollten auch ganz furchtbar gern zusammen verreisen, also bezahlt - das war gar nicht so preiswert, wir waren jetzt auch nicht unterstützungswürdig, aber ok.
Nach 3 Wochen kommt unser Sohn zurück, er fand auch alles ganz nett, aber noch mal - nö. Grund: sehr viele verhaltensauffällige Kinder, es kam auch zu Schlägereien, die im Krankenhaus endeten und beide Kinder - Opfer wie Täter wurden auch wieder aufgenommen. Das hat ihm schon Angst eingejagt, Gott sei Dank ist unserer recht gefestigt und hat sich einfach dann ferngehalten.

Hätte ich davon Kenntnis gehabt, ich wäre sofort losgefahren und hätte ihn abgeholt.

Roundabout
21.08.2017, 23:30
In diesem Fall, ja, da bin ich mir sehr sicher, meinem Kind nicht nur einen Gefallen zu tun, sondern ihm auch zu zeigen, dass man nicht alles um jeden Preis aushalten muss. Das ist mir nämlich auch wichtig. Angepasste, sich nicht wehrende Menschen gibt es genug.

Meine 4 Kinder sind übrigens längst erwachsen, alle haben erfolgreich studiert und können sich durchaus durchbeißen. Unsere Prioritäten bei der Erziehung setzten wir vielleicht anders als andere, das mag sein.

Ich verstehe nur nicht ganz, warum Du hier versuchst, mit Deinen Beispielen andere Erziehungsvorstellungen ins Lächerliche zu ziehen.
Nicht jeder, der sein Kind liebt und schützt, ist immer ein idiotischer Elter.

das heisst aber wiederum im Umkehrschluß, dass die Eltern, die es ihrem Kind zutrauen, auch einmal etwas auszuhalten, schlechte Eltern sind? Erst beschwerst du dich, dass angeblich andere Erziehungsmethoden lächerlich gemacht werden ( was hier keiner tut) und dann tust du genau das gleiche.
Deine Kinder sind also nicht angepasste, sich nicht wehrende Menschen, zu denen die anderen Eltern, die es nicht so machen wie du, ihre Kinder erziehen?
Höchst interessant.:unterwerf:

Mayali
21.08.2017, 23:45
Roundabout - Dein Posting ist recht unverständlich.

Lies bitte einfach noch mal den letzten Absatz des vorletzten Postings (#232) von Sacrebleu nach und setze meinen von Dir fett markierten Satz ins Verhältnis dazu. Solche Statements wie von dieser Mutter für eine 17jährige - ja, solche Eltern finde ich idiotisch. Sorry.

Und ja, ich hoffe sehr, dass meine Kinder nicht so angepasst sind und sich auch wehren können (nicht, wie Du schriebst - sich nicht wehren)

Und nein, ich habe nicht gesagt, dass andere Eltern mit anderen Erziehungsmethoden schlechter sind - sie sind, wenn sie von den Kindern in dem Alter (10 Jahre) das Durchhaltevermögen abverlangen, in meinen Augen nur deutlich härter als wir. So what? Kann ja jeder machen wie er will und vor allem, was er für richtig hält. Meine Kinder sind groß und gut gelungen, so viel können wir nicht falsch gemacht haben.

Roundabout
21.08.2017, 23:53
Nochmal: deine Kinder sind also nicht angepasste, sich nicht wehrende Menschen, weil du sie dazu erzogen hast, also machen es alle anderen,die nicht so erziehen wie du, falsch.
Jetzt besser verständlich ?

Ich finde es eben nicht in Ordnung, dass du dich beschwerst und gleichzeitig das selbe tust.

Mag ja sein, dass du deine Kinder für gut gelungen hälst... welche Eltern tun das nicht. Kein Kriterium.

Sacrebleu
21.08.2017, 23:55
Sacrebleu. ich gebe Dir durchaus recht, dass es heute wesentlich mehr bescheu .. *hust* schwierige Eltern gibt, als früher. Gar keine Frage.
Aber wo zieht man die Grenze, was "normal" und was besch... ert ist?


Trotzdem hätte ich mein Kind auch abgeholt. Ich zahle nicht Geld dafür, dass mein Mädel mir abends die Ohren vollheult, auch wenn es tagsüber vielleicht abgelenkt ist. Die Ausgangssituation war für die Eltern und das Kind eine andere. Und darauf kommt es an. Wenn keine Extrawurst geboten werden kann, ist das auch in Ordnung. Aber genau so muss es dann in Ordnung sein, wenn die Familie das dann nicht mehr will.
Es geht nicht darum, ob das jemand akzeptiert - es hat ja schließlich niemand die Abholaktion verhindert, oder?
Sondern darum, was für einen Schluß das Kind zieht.
Wenn es sich ablenken läßt, ist es eine "Befindlichkeit", kein tiefer Kummer.
Aber da wir nicht wissen, was sich nun wirklich abgespielt hat ( wie es zu der Zimmerkonstellation kam), ist das alles Teeblattsortieren, sinnvolles Für und Wider exakt dieser Situation ist nicht diskutierbar.


Am Rande - auch unser Sohn 2.0 war im Alter von 8 Jahren in einer caritativen Freizeit (3 Wochen),
Nicht Dein Ernst - 3 Wochen? Ein Achtjähriger? Das finde ich nun erstaunlich, und hätte es nicht gemacht. Kenne aber sowas auch als Betreuer garnicht, so lange - in dem Alter sind 8 Tage eigentlich das Maximum!

angeregt durch die Mutter eines Freundes unseres Sohnes, die in hellsten Tönen davon schwärmte. Sie selbst ist Pflegemutter und ihr Sohn hatte im Vorjahr schon mal daran teilgenommen. Ich habe an der Infoverstaltung teilgenommen, fand ich auch alles ganz nett und die Kinder wollten auch ganz furchtbar gern zusammen verreisen, also bezahlt - das war gar nicht so preiswert, wir waren jetzt auch nicht unterstützungswürdig, aber ok.
Was hat es denn gekostet? Vermutlich war es schon "preiswert", nur nicht "billig". Aber warum sollte es letzteres sein?

Nach 3 Wochen kommt unser Sohn zurück, er fand auch alles ganz nett, aber noch mal - nö. Grund: sehr viele verhaltensauffällige Kinder, es kam auch zu Schlägereien, die im Krankenhaus endeten
Was bedeutet " Schlägereien " - mußte da jemand stationär aufgenommen werden??
Fände ich jetzt bei 8-10jährigen schon ungewöhnlich.


und beide Kinder - Opfer wie Täter wurden auch wieder aufgenommen.
Wie gesagt - was verstehst Du unter " Schlägerei"?


Das hat ihm schon Angst eingejagt, Gott sei Dank ist unserer recht gefestigt und hat sich einfach dann ferngehalten.
Ähm, was hat " sich fernhalten" in dem Zusammenhang mit "'gefestigt" zu tun?


Hätte ich davon Kenntnis gehabt, ich wäre sofort losgefahren und hätte ihn abgeholt.
Offensichtlich fand er es jetzt aber nicht wirklich so schlimm, daß er da weg wollte, sonst hätte er was gesagt - Du sagst ja, Du hast Deine Kinder zu nicht angepaßten, sich wehrenden Personen erzogen?

Mayali
22.08.2017, 00:05
Nochmal: deine Kinder sind also nicht angepasste, sich nicht wehrende Menschen, weil du sie dazu erzogen hast, also machen es alle anderen,die nicht so erziehen wie du, falsch.

Besser verständlich, danke.
Nein, ich habe nie gesagt, dass es falsch ist. Es ist anders und einfach nur nicht mein Erziehungsstil.

Mayali
22.08.2017, 00:25
Aber wo zieht man die Grenze, was "normal" und was besch... ert ist?
Also, das Statement der Mutter der 17-jährigen fand ich schon sehr sehr grenzwertig. Dein Beispiel aus der Schule - ja, sowas habe ich ähnlich früher auch schon mitbekommen. Für die einen Eltern braucht man einen Eimer, um den ganzen Schleim aufzufangen, manch anderen möchte man den gefüllten Eimer gleich über den Kopf kippen. Oder döppen, bis keine Blasen mehr kommen. :knatsch::knatsch:



Sondern darum, was für einen Schluß das Kind zieht.
Ich glaube, das wird jetzt einfach überbewertet. Das Kind ist 10, es wird durch diese Aktion mit Sicherheit nicht ein lebenslanger Rockzipfelhänger werden.


Nicht Dein Ernst - 3 Wochen? Ein Achtjähriger? Das finde ich nun erstaunlich, und hätte es nicht gemacht. Kenne aber sowas auch als Betreuer garnicht, so lange - in dem Alter sind 8 Tage eigentlich das Maximum!
Schlachmichtot ... es ist 22 Jahre her .. ich bin mir ziemlich sicher, dass es 3 Wochen waren. Keinesfalls nur 8 Tage.


Was hat es denn gekostet? Vermutlich war es schon "preiswert", nur nicht "billig".
Das war sicherlich preiswert, klar (ich weiß nicht mehr, wieviel). Ich habe das nur angesprochen, weil ich mit caritativen Dingen völlig unbewandert war und bin und damals auch erst hinterher erfahren habe, dass so viele verhaltensauffällige Kinder dort wesentlich günstiger, wenn nicht sogar für die Eltern kostenlos mitgefahren sind. Letztlich ist es mir aber egal, wer wieviel bezahlt, ich hätte nur gerne vorher gewusst, mit welcher Klientel mein Sohn da mitfährt. Und das wurde gar nicht angesprochen -auf der anderen Seite stelle ich mir das Thema auch gar nicht als besprechungsfähig vor. Trotzdem bin ich hinterher aus allen Wolken gefallen.


bedeutet " Schlägereien " - mußte da jemand stationär aufgenommen werden??
Ja, wenn ich mich recht erinnere, war das Opfer zwei Tage im Krankenhaus. Und das Täterkind, daran erinnere ich mich halt noch, weil ich so entsetzt war, war dort bekannt und schon mehrmals mit auf diesen Freizeiten.



, was hat " sich fernhalten" in dem Zusammenhang mit "'gefestigt" zu tun?Mit "gefestigt" meine ich, dass unser Sohn kein Sensibelchen ist. Schließlich hat er die Schlägerei miterlebt.



fand er es jetzt aber nicht wirklich so schlimm, daß er da weg wollte, sonst hätte er was gesagt - Du sagst ja, Du hast Deine Kinder zu nicht angepaßten, sich wehrenden Petsonen erzogen?
Ja, genau, dieses Kind ist schon hart im Nehmen. Gefestigt eben.

Sacrebleu
22.08.2017, 00:59
manch anderen möchte man den gefüllten Eimer gleich über den Kopf kippen. Oder döppen, bis keine Blasen mehr kommen. :knatsch::knatsch:
Und Du sagst, ich sei hart :freches grinsen:


Ich glaube, das wird jetzt einfach überbewertet. Das Kind ist 10, es wird durch diese Aktion mit Sicherheit nicht ein lebenslanger Rockzipfelhänger werden.
Leider hat das ja meist System, oder?


Ich habe das nur angesprochen, weil ich mit caritativen Dingen völlig unbewandert war und bin und damals auch erst hinterher erfahren habe, dass so viele verhaltensauffällige Kinder dort wesentlich günstiger, wenn nicht sogar für die Eltern kostenlos mitgefahren sind.
Also, ich war zu der Zeit auch schon Betreuer, auch caritativ. Bei uns sind zum Beispiel auch immer Kinder aus SOS-Kinderdörfern dabeigewesen, theoretisch ja das, was Du als "Klientel" bezeichnest.

Allerdings wäre es uns nicht im Traum eingefallen, verhaltensauffällige(=aggressive, gewalttätige) Kinder und Jugendliche mitzunehmen, allein schon aus Haftungsrechtlicher Sicht nicht!
Und eben - weil wir zwar "sozial", aber eben der ganzen Gruppe gegenüber Verantwortlich sind. Auch für bedauernswerte Kinder gab es da keinen Sonderstatus!

Keine Ahnung, was da bei Euch schieflief, aber:

Und das Täterkind, daran erinnere ich mich halt noch, weil ich so entsetzt war, war dort bekannt und schon mehrmals mit auf diesen Freizeiten.
wäre nicht vorgekommen. Du kannst nie wissen, was für eine Wundertüte ein Dir unbekanntes Kind ist.
Aber wenn Du es weißt, fährt es nach Hause und wird nicht wieder mitgenommen!


Mit "gefestigt" meine ich, dass unser Sohn kein Sensibelchen ist. Schließlich hat er die Schlägerei miterlebt.
Dann finde ich es sehr schlimm, daß er Dir nichts davon berichtet hat! Das ist untypisch!


Ja, genau, dieses Kind ist schon hart im Nehmen. Gefestigt eben.
Hm, hart im Nehmen ist jemand nur, wenn er entsprechend geeicht wurde - wie war denn sein sonstiges Umfeld (Kindergarten, Schule)?

Mayali
22.08.2017, 01:26
Und Du sagst, ich sei hart :freches grinsen:
Ich hab nie gesagt, dass ich eine überaus liebevolle Person bin. :freches grinsen:


Leider hat das ja meist System, oder?
Kann, muss nicht. Aber ich glaube, da kommen wir auf keinen gemeinsamen Nenner - was auch gar nicht sein muss. Du hättest das Kind nicht abgeholt, ich halt schon - das ist doch okay. Der eine macht es so, der andere so und bei beiden Methoden können Nobelpreisträger rauskommen. Oder Vollspacken. Weiß man vorher eh nicht.


Keine Ahnung, was da bei Euch schieflief, ..
Weiß ich auch nicht, war jedenfalls nach dieser einen Erfahrung das Ende aller caritativen Freizeiten.



Dann finde ich es sehr schlimm, daß er Dir nichts davon berichtet hat! Das ist untypisch!
Hö? Er hat mir doch davon berichtet, sobald er konnte. Und das war, als er daheim war. Ich gehöre zu den Müttern, die Handys für Kinder in dem Alter nicht notwendig finden. War 'nen Nachteil in dem Fall. Ich weiß auch gar nicht mehr, ob das überhaupt erlaubt war.



Hm, hart im Nehmen ist jemand nur, wenn er entsprechend geeicht wurde - wie war denn sein sonstiges Umfeld (Kindergarten, Schule)?
Ja, klar, ich eiche hier Kinder. :unterwerf::freches grinsen: Nee, das ist einfach seine Persönlichkeit, der Jüngere und die Älteste sind z. B. sensibler als die beiden Mittleren. Aber ich bin hier mit meiner Familie auch gar nicht das Thema.

Inaktiver User
22.08.2017, 07:39
Besser verständlich, danke.
Nein, ich habe nie gesagt, dass es falsch ist. Es ist anders und einfach nur nicht mein Erziehungsstil.

Gibt es denn den Stil?

Nur aus Prinzip würde ich nie handeln.
Gewisse Voraussetzungen wären mir schon wichtig. Nämlich Vertrauen in die Betreuer, in die Einrichtung als solche.
Und auch von vornherein die Einschätzung dass mein Kind in der Lage dazu ist solch eine Zeit mal auszuhalten.

Ein Kind abzuholen ist in meinen Augen schon was Extremes.
Dass eine Ferienzeit mal nicht so gelingt - die Erwartungen enttäuscht werden, halte ich eher für etwas Normales.
Das habe ich bei meinen Kindern auch schon erlebt. Das fing schon im Bus an, da wollte die Freundin dann auf einmal nicht mehr neben ihr sitzen etc.....

Wir haben ja auch nicht jeden Urlaub abgebrochen den wir bezahlt hatten und der den Erwartungen nicht entsprach.

Ansonsten halte ich Heimweh als solches auch für etwas was man nicht einordnen kann.
Ich habe bei Klassenfahrten Kinder gesehen die wie ein Schlosshund heulten, Eltern standen daneben - besonders Vätern war das merklich peinlich wenn der mittlerweile wohl schon 10jährige Sohn sich da schüttelte.
Ehrlich gesagt haben die heute fast meine Hochachtung dass sie das so vor allen Eltern ausgehalten haben.

Diese "Heulkinder" waren weder Memmen noch sonst wie gestört.
Ich hatte übrigens auch immer furchtbares Heimweh.
Weiß nicht warum, vielleicht hatte ich Angst überhaupt je wieder nach hause zu kommen, keine Ahnung.

Was ich damit sagen will? Ich glaube es ist normal und wünschenswert sich für sein Kind eine schöne Zeit zu wünschen.
Eher unrealistisch ist es sich das so zu wünschen wie es vorher schon vorformuliert worden ist.

Ist doch mit Erwachsenen oft nicht anders.
So manche Freundschaft hat sich auf Reisen verlaufen.....

Laleh2310
22.08.2017, 22:46
Liebe alle, da sich aus meinem Strang nun eine so hitzige Diskussion entwickelt hat, hätte ich nicht gedacht. ;-) Es tut mir aber gut, zu merken, dass das Thema viele beschäftigt und ich bin froh, dass ich euch davon berichtet habe.
Bitte habt Verständnis, dass ich nicht auf jeden einzelnen Beitrag eingehen kann, auch nicht auf alle, die sich direkt auf meine Postings beziehen.
Für uns war die Entscheidung im Moment die richtige, wir schließen aber auch einen erneuten Versuch nicht aus, wenn uns der Zeitpunkt geeignet erscheint - nur sicher nicht mit diesem Veranstalter.
Zur Klarstellung wollte ich noch einiges hinzufügen: Bei uns waren 5 Betreuer für 22 Kinder, also nicht unbedingt der Schlüssel, den einige von euch erlebt haben.
Wie bereits erwähnt, durften sich die Kinder die Zimmer nicht selbst auswählen, die Zimmer wurden zugeteilt. Ich habe meine Tochter auch nicht selbst angerufen oder gesagt, sie soll anrufen. Das ging von dort aus, weil sie so sehr geheult hat. Ich habe in den ersten Tagen versucht, sie zu bestärken (ist doch nur nachts, ihr seht euch doch sonst, Programm tagsüber gefälllt dir doch ganz gut etc.), aber es wurde ja nicht besser. Da vor Ort keine Lösung gefunden wurde und das Zimmerproblem zentral erschien, habe ich eben die Übernachtung auf dem Sofa vorgeschlagen, weil sie das in der ersten Nacht auch durfte (nicht auf meine Initiative), dann aber nicht mehr. Wie schon gesagt, hieß es später, sie darf nicht dort einschlafen, aber dahin gehen, wenn sie nachts aufwacht und nicht mehr schlafen kann. Sie schläft sonst normalerweise durch, dort aber anscheinend nicht, wie sie sagte, was ich ihr auch glaube, denn sie hat nach der Freizeit sehr viel geschlafen. "Absurd" fand ich eben, dass sie um 22 Uhr nicht dort schlafen durfte, 2 oder 3 Stunden später aber schon... Für sie war eben die Übernachtung mit der Freundin besonders wichtig. Ihr Bett selber beziehen kann sie übrigens, das mussten sie dort sowieso und sie kennt das auch von unseren Aufenthalten in der Jugendherberge oder den Schulübernachtungen. Ich würde mich zwar nicht gerne auf ein "durchgeschwitztes" Sofa legen, aber das war ihr, glaube ich, herzlich egal. Sie hätte einfach ihr Bettzeug mitgenommen. Ihre sonstigen Sachen sollte sie sowieso in dem anderen Zimmer lassen, damit war sie auch einverstanden.
Ich verstehe schon, dass man nicht ständig Extrawürste braten kann, aber so hatten die Betreuer doch auch jeden Abend das Theater und wurden auch noch in der Nacht geweckt, wenn sie nicht schlafen konnte.
Übrigens kam auf meine Frage, warum denn das Heimweh bei den anderen Fahrten nicht so arg war, die Antwort, dass sie dort von den Betreuern abgelenkt bzw. getröstet worden sei. Ich denke, das müsste doch grundsätzlich möglich sein, insbesondere, wenn es bereits Erfahrungen mit Heimweh gibt.

LG, Laleh2310

Inaktiver User
23.08.2017, 07:00
Liebe Laleh,
dann ist ja alles gut.
Trotzdem würde ich eben an deiner Stelle bedenken: eine Reise hat immer was Überraschendes.
Es ist nicht so ungewöhnlich dass Kinder auf einer Fahrt nicht zusammen bleiben.

Der Sinn einer Fahrt besteht ja wohl auch nicht darin dass zwei Freundinnen zusammen Urlaub machen.

Deine Tochter hätte sich anderen Kindern anschliessen können.
Diese Erfahrung hat sie eben jetzt nicht machen können.

Diese Fahrt wird sie bestimmt als Scheitern empfinden. Schade, eine Reise, eine Ferienzeit ist doch eigentlich viel, viel mehr.
Davon hast du überhaupt nichts geschrieben.
Die Betreuer unternehmen in der Regel viel mit den Kindern. Oft wird auch gesungen.

Daran hätte ich an deiner Stelle eben auch gedacht.
Für meinen Geschmack hast du eine Dramatik empfunden die vielleicht eher Nebensache hätte sein können.

marylin
23.08.2017, 08:12
Der Sinn einer Fahrt besteht ja wohl auch nicht darin dass zwei Freundinnen zusammen Urlaub machen.



Diese Fahrt wird sie bestimmt als Scheitern empfinden.

Ja, wenn ihr das eingeredet wird, wird sie das vielleicht als Scheitern empfinden - ansonsten eher nicht. Warum auch?

Und warum kann der Sinn einer Reise nicht darin bestehen, hauptsächlich mir der Freundin Urlaub zu machen?

An Kindern muss man nun nicht auch noch im Urlaub/in den Ferien auf Teufel komm raus pädagogisch wertvoll herumdoktern. Sie wollte nach Hause, weil es nicht so geklappt hat, wie sie (zu Recht) dachte. Na und? Dann bricht man sowas eben mal ab, das ist doch nicht schlimm und hat mit Scheitern doch gar nichts zu tun!

missani
23.08.2017, 08:27
An Kindern muss man nun nicht auch noch im Urlaub/in den Ferien auf Teufel komm raus pädagogisch wertvoll herumdoktern. Sie wollte nach Hause, weil es nicht so geklappt hat, wie sie (zu Recht) dachte. Na und? Dann bricht man sowas eben mal ab, das ist doch nicht schlimm und hat mit Scheitern doch gar nichts zu tun!

So ist es! :blumengabe:
Und ob 200 Meter zwischen Elternhaus und Übernachtungsplatz liegen - oder 300km wie in diesem Fall - spielt für das Kind gar keine Rolle. Es war total unglücklich und aufgelöst - ich hätte es auch abgeholt.

Paraplumeau
23.08.2017, 08:35
So ist es! :blumengabe:
Und ob 200 Meter zwischen Elternhaus und Übernachtungsplatz liegen - oder 300km wie in diesem Fall - spielt für das Kind gar keine Rolle. Es war total unglücklich und aufgelöst - ich hätte es auch abgeholt.


Vielleicht spielt es für das Kind keine Rolle, aber für die Eltern wird es schon eine Rolle spielen, ob das Lager 200m oder 300 km entfernt ist.

Vielleicht sind die Eltern selbst im Urlaub, wenn das Kind im Ferienlager ist?
Vielleicht sind sie anderweitig unabkömmlich - und das Kind wurde nicht zuletzt deshalb in diesem Zeitraum ins Ferienlager geschickt.

Vielleicht gibt es andere Kinder in der Familie.

Manche Ferienlager sind auch im Ausland (ich war in einem Pfadfinderlager in Polen).

Als wenn die Eltern während das Kind im Ferienlager weilt, ängstlich am Telefon sitzen, das Auto aufgetankt, nur für den Fall, dass sie es abholen müssen.

Mambi
23.08.2017, 09:47
Als wenn die Eltern während das Kind im Ferienlager weilt, ängstlich am Telefon sitzen, das Auto aufgetankt, nur für den Fall, dass sie es abholen müssen.
Wenn ich diesen Thread mal so Revue passieren lasse ... offensichtlich machen das so einige, ja. Höchstwahrscheinlich Auto mit laufendem Motor und offener Fahrertür bereit stellend.