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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : ...und sie schmeckt doch! Nichtraucher werden...?



azurblau
14.02.2007, 09:27
Vielleicht ist ein erster ganz wichtiger Schritt zum Nichtraucher werden, dass man sich eingesteht: natürlich schmeckt mir die Zigarette, z.B. eine schöne Zigarette nach dem Essen oder nach dem ...! Und ich würde ja nicht rauchen, wenn es nicht so wäre!

Also die Zigaretten zu verdammen löst das Problem nicht. Als ich mich traute, für mich und für andere festzuhalten: „Aufhören“ ist nur die zweite Wahl, wenn Rauchen unschädlich wäre und man dabei gesund bleiben könnte und andere nicht belästigen würde, würde jeder weiterrauchen und genießen, da hatte ich meinen Anfang gefunden.

Und geholfen hat mir die Erkenntnis: Rauchen aufhören ist wie Rauchen anfangen - es ist ein Training!
Diesen Ansatz verfolgt der Trainer und Buchautor Stefan Reinhart aus Köln. Mir hat sein Buch: "... und sie schmeckt doch! Das Trainingsbuch, um Nichtraucher zu werden" sehr geholfen das Problem Rauchen und mich selber zu verstehen! Ich kann es nur empfehlen!!!

Er hat wie er sagt selber viele Jahre geraucht. Seine Erkenntnisse hat er aus vielen persönlichen Erfahrungen als langjähriger Raucher und aus seinen Nichtraucherseminaren "freiaktiv" gewonnen. Offenbar kennt er bestens das Problem, dass man als Raucher Zigaretten als unentbehrliches Genussmittel sieht. Dass man das mit dem Rauchen aufzuhören als Verlust von Lebensqualität ansieht und daher das Aufhören Tag für Tag, Jahr um Jahr aufschiebt. Er hat aber wirklich gute Antworten darauf und nimmt einem jedes Argument und jede Rechtfertigung, weiterzurauchen!

Und ich kann nur bestätigen, was Stefan Reinhart sagt: "Fünf Minuten Training pro Tag in einem Zeitraum von zwei Wochen - unabhängig davon wie lange man geraucht hat - mehr ist nicht notwendig, um nicht mehr an Zigaretten zu denken."

Ich habe das Buch sehr gut als Arbeitsbuch verwenden können und darin meine eigenen Experimente und Erfahrungen mittels der enthaltenen Arbeitsblätter dokumentiert. Das gute dabei ist, man lernt das Rauchen durch alternative Verhaltensweisen Schritt für Schritt zu ersetzen.

Wer hat ähnliche Erfahrungen gemacht? Oder wer kennt das Buch oder hat das Nichtraucherseminar mitgemacht?

azurblau ist jetzt frei!

Kruina
16.02.2007, 20:02
Hallo azurblau,

natürlich schmecken Zigaretten.Gar keine Frage.
Und ich vermisse heute noch das Lebensgefühl.das rauchen so mit sich brachte.(habe 32 Jahre geraucht,seit 2 Jahren Nichtraucherin)
Am meisten vermisse ich die mit Freunden nach einem Essen oder Kartenspielabend.
2 Wochen Training habe bei mir nicht gereicht,ich brauchte ca.6 Wochen,um nicht mehr ständig an ziggis zu denken.Es war die Hölle und erst nach ca.3 Monaten ging es ein bisschen besser.
Das Buch kenne ich nicht,habe Carr gelesen und wütend in die Ecke geschmissen,mir hat ein Nt Training,also eine feste Gruppe sehr geholfen und Sport,Sport,Sport!
Wenn rauchen unschädlich wäre,sähen alle nur noch eine Staubwolke von mir,so schnell laufe ich zur nächsten Bude,um mir Tabak zu kaufen!
Aber so?Da bleib ich beim nichtrauchen!

Liebe Grüsse
kruina

Billchen
19.02.2007, 17:43
Hallo Azurblau,

eine Freundin von mir hat das Buch vor einiger Zeit gelesen und fand es auch sehr gut. Sie hat ähnlich wie Du darüber berichtet. Allerdings befindet sie sich noch in der Trainingsphase. Bei ihr reichen also 2 Wochen a 5 Minunten nicht aus. Aber das finde ich auch nicht ganz so wichtig. Viel wichtiger ist, dass man sich mit dem Aufhören beschäftigt und mit dem Thema auseinandersetzt.

Ich habe selbst ein paar Anläufe unternommen und bin letzlich mit dem Online Kurs www.kicknic.de erfolgreich gewesen. Dort machst Du auch ein Training. Du entwickelst für dich neue Verhaltensmuster und übst diese dann im Alltag. Mir hat das sehr geholfen, denn ich habe so einen Anfang gefunden. Einfach die Zigaretten weglegen war bei mir früher immer eine riesen Qual und irgendwann habe ich dann aufgegeben. Denn Du schreibst da schon was Wahres. Ich habe gerne geraucht, die Folgen des Rauchens waren mir lange egal (zumindest hab ich mir das eingeredet). Und als ich dann nicht mehr wollte, war die Zigarette schon ein fester Bestandteil meines Lebens. Das Aufhören war nicht das Problem, es war das Durchhalten. Ich habe irgendwann begriffen, dass man nicht einfach im Schlaf Nichtraucher wird. Man muss in seinem Leben und auch Denken einiges ändern, sonst trauert man der Zigarette immer hinterher. Deshalb habe ich den Kurs gemacht. Er hat mir geholfen umzudenken und das Nichtraucherdasein zu lernen.

Die Frage taucht immer mal wieder auf, was wäre, wenn die Zigarette nicht ungesund wäre. Würde ich dann wieder rauchen? Tja, ich weiss es nicht. Ich bin einerseits sehr froh, nicht mehr von dem Rauchen abhängig zu sein, weil ich Abhängigkeit nicht mag. Aber wäre die Zigarette nicht schädlich hätte ich vermutlich nicht aufgehört und die Abhängigkeit in Kauf genommen. Vor allem weil die Abhängigkeit einem ja erst mit bzw. nach dem Aufhören so richtig bewusst wird.

Billchen

Caleche
23.02.2007, 21:22
Billchen, Du sagst es, die Abhängigkeit wird einem erst richtig bewusst, wenn man mit der Qualmerei aufhören will.
LG Caleche