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3malta45
13.02.2007, 21:11
Für Herbst diesen Jahres habe ich eine Einladung zum (ersten) Jahrgangstreffen erhalten, das Abitur liegt 20 Jahre zurück.

Die einzige Freundin, mit der ich aus dieser Zeit noch Kontakt habe, bedrängt mich, doch auch zu kommen. Ich habe eher weniger Lust, und hege gemischte Gefühle. Soo solidarisch war diese Zeit nicht, mit vielen hatte man kaum oder wenig zu tun, und worauf soll man gespannt sein? Meine Argumente klingen jetzt vielleicht zu feindselig, aber nur um der alten Zeit wegen eine lange Reise unternehmen?

Andererseits kenne ich aus dem Bekanntenkreis auch einige, die diesen Treffen völlig euphorisch entgegensehen und es das highlight des Jahres bedeutet.

Welche Erfahrungen habt ihr mit diesen Treffen, gibt es unter euch auch eher verhaltene wie ich, die dann evt. positiv überrascht waren und sogar neue, alte Kontakte geknüpft haben?

susigirl
13.02.2007, 21:29
Also, ... ich bin ähnlich reserviert angereist, damals! (Mein Abi liegt dieses Jahr allerdings schon 35 Jahre zurück. ) Trotzdem würde ich es wiederholen, auch ohne großes Kontakteknüpfen hinterher. Es ist einfach eine Erfahrung wert, - und wenn du nur etwas nostalgisch veranlagt bist, dann tu's!:blumengabe:
susigirl

Nocturna
13.02.2007, 21:34
Ich bin eigentlich der Typ, der Massenaufläufe gar nicht besonders mag, aber nach 20 Jahren solltest du dir das wirklich geben.

Es ist völlig egal, ob du früher zur Klassenelite gehört hast oder nur ein Durchnittsmäuschen warst, du wirst bestimmt deinen Spaß haben oder im ungünstigeren Fall, zumindest Stoff zum Nachdenken haben für lange Monate.

Ich finde es völlig faszinierend, wie die als Elite gehandelten Schüler mit nichts sagenden Biographien aufwarten, während einem von anderen, früher unscheinbaren, Zeitgenossen der Esprit förmlich entgegensprüht.

Nicht zu vergessen die körperlichen Veränderungen der Mitstreiter. Während ich finde, dass sich alle Damen gut gehalten haben, sind aus vielen der schönen kraftstrotzenden Jünglinge, eher unattraktive Männer mit kärglicher Behaarung und Bierbauch geworden, die ich eher für 50 als für 40 gehalten hätte.

Ich habe kein elitäres Studium aufzuweisen gehabt wie die meisten meiner Klassenkameraden und bin deshalb mit eher gemischten Gefühlen hingefahren. Zurückgekommen bin ich sehr relaxt und mit dem Gefühl, dass es immer mehrere Wege gibt um etwas im Leben zu erreichen.

Ich würde hinfahren an deiner Stelle, es könnte wirklich interessant werden und es ist ein Stück deiner Vergangenheit.

ellebaer
14.02.2007, 07:47
Hallo,

auch ich bin mit ausgesprochen gemischten Gefühlen damals zum Klassentreffen gefahren, obwohl ich noch mit einigen in ganz gutem Kontakt stand. Letztlich hab ich mich durchgerungen und einen netten Abend verbracht.

Die Stars von damals sind heute verbraucht & oder bestenfalls unscheinbar, manche hab ich nicht mehr erkannt (nicht mal dem Namen nach, obwohl ich vorher in der AbiZeitung geblättert habe :zwinker: ), peinlich peinlich ...
Beeindruckend waren manche Lebensverläufe, interessante Gespräche, aber letztlich hab ich - trotz all der Beteuerungen - weiter nur Kontakt zu denen, mit denen ich immer in Kontakt war.

Mir ging es halt so, dass der Draht bei einigen sofort wieder da war, mit vielen wußte ich damals wie heute nichts anzufangen.

Ein Ärgernis gab es (vielleicht auch nur Irritation): mein Mann und ich gingen in dieselbe Jahrgangsstufe, wir wurden erst später ein Paar, und er ist vor einigen Jahren ums Leben gekommen.
Er wurde totgeschwiegen, obwohl er allseits beliebt war, in Filmsequenzen fehlte er, bei der Diashow ebenso! Und ich weiß sehr wohl, dass diese Bilder existieren.
Als wenn er nie existiert hätte, nicht die Abifete in seiner Scheune stattgefunden hätte, ... Eine wohl ziemlich verquere Vorstellung von Rücksichtnahme mir gegenüber.

Also geh hin, es wird lustig und interessant.

Grüsse, ellebaer

nyala
14.02.2007, 22:57
Also ich habe unsere Abiturtreffen bisher immer genossen (und deswegen das zum 25jährigen auch selbst organisiert, weil es niemand anders in die Hände nahm). Ich habe sonst nur mit wenigen sporadisch Kontakt.

Was mich dabei fasziniert hat: Selbst mit Leuten, mit denen man während der ganzen Schulzeit kaum etwas zu tun hatte, hatte man sofort eine Gesprächsbasis. Ich meine jetzt nicht die Erinnerungen an die Schule. Sogar mit denen, die ich eher für K...brocken gehalten habe, ergab sich im Laufe des Treffens ein vernünftiges Gespräch:smile: . Die "neuen" Kontakte wurden übrigens nicht weitergepflegt. Aber das macht nichts: es war ein schöner (und langer :zwinker: ) Tag. In 5 Jahren gibts das nächste Treffen!

Ja, und während die Frauen alle sofort zu identifizieren waren, haben sich die Männer doch sehr verändert (manchmal auch zum Positiven). Da ging oft das Rätselraten los. Kurze graue Haare können doch sehr verändern, wenn einer früher eine lange Mähne trug. Oder aus einem schmächtigen Bürschchen eine eher gesetzte Figur wurde. (Tipp: alte Schulzeitungen oder so auslegen mit Namenslisten).

Ich lebe (inzwischen wieder) in meiner Heimatstadt und einige andere sind auch zurückgekehrt. Manche gehören eher zur "Gesellschaft" oder den "Honoratioren", wenn man es so nennen will. Und wenn man dann weiß, wie sie mit Ach und Krach das Abitur ... Oder welche Gags sie sich in ihrer Jugend geleistet haben :ooooh: :freches grinsen: Find ich großartig!

Nyala

Inaktiver User
15.02.2007, 10:14
oje, wenn ich an das mich erinnere......sehr gemischt.
in der hauptsache wurde das treffen dazu genutzt zu vergleichen wer mehr "erreicht" hat, so nach " mein haus, mein boot, usw."
alleine das fand ich schon zu ko**en ! einschließlich dem offenen neid, der einem dann entgegen schlug.da hat sogar schon das auto gereicht mit dem man kommt *würg*

die meisten aber haben nicht nur wenig bis nichts wirklich geschafft, sie haben sich auch von ihren träumen verabschiedet. DAS hat mich ehrlich gesagt ein bißchen erschreckt, denn wir sind noch lange nicht alt.

fakt ist auch: man braucht kein abi um es im leben zu etwas zu bringen - und ich war die einzige die vorher die kurve gekratzt hat. man kann sich sicher denken, daß die mit dem superabi sich mir gegenüber ganz besonders "dämlich" benommen haben. gerade die mit dem abgebrochenen studium und inzwischen 4 kindern*amkopfkratz*

ergebnis: vergleich und neid der lieben exkameradinnen, mit der großen klappe - sowas brauch ich echt nicht, reine zeitverschwendung und am besten nie wieder !

gruß von nemesis/dunkle-mondin.de

3malta45
15.02.2007, 20:03
So schnell so viele Antworten, und aufmunternde noch dazu!

Es ist ja erfreulich, wie positiv die meisten diese Treffen beurteilen.

Ob und wie man sich erkennt, darüber habe ich auch schon nachgedacht: gibt es eine ofizielle 'Vorstellungsrunde'? Oder moderiert evt. jemand das Ganze?

Oder bilden sich (schreckliche Vorstellung) Grüppchen?

Kommen auch Lehrer?

@dunklemondine: dein Beitrag ist negativ, was ist denn passiert, daß du den Eindruck hast, dir sei blanker Neid entgegengeschlagen?
Ich könnte mir eher vorstellen, daß es weniger um dieses 'Zeigen was-man-hat' und Protzen geht, sondern daß vielmehr die alten Erlebnisse im Vordergrund stehen. Oder liege ich falsch?

Es würde mich noch interessieren, wie groß bei euren Treffen die Beteiligung war, und ob die Organisierenden zufrieden waren mit der Anzahl.

Dornroeschen2
15.02.2007, 20:14
Wir haben in diesem Sommer 30jähriges Abitreffen - ich freu mich drauf. Wir waren damals der letzte Abijahrgang, der noch im Klassenverband zusammen war, vor Einführung des Kurssystems. Auch waren wir nur Mädels - 19 an der Zahl. Bisher haben wir uns alle 5 Jahre getroffen - es war immer nett. Auf jeden Fall wünsch ich dir auch viel Spaß! Dornröschen:smile:

Inaktiver User
15.02.2007, 20:18
Bei uns gab es Namensschildchen.Und die waren auch nötig :smirksmile:

Auch wenn ich mit vielen nicht viel zu tun hatte - es hat mich doch sehr interessiert, was aus den anderen so geworden ist. Und da gab es manche Überraschung.

Und ich fand es schade, dass einige nicht gekommen sind. Oder anders: Einige habe ich vermisst. Ich hoffe, sie kommen zum 25-Jährigen!

Ein paar Lehrer waren auch da, DIE waren das Grausen :gegen die wand:
Ich habe nicht erwartet, dass von denen so doofe Sprüche kommen würden!

Am wichtigsten fand ich es für mich selbst. Mir kam das richtig gespenstisch vor, wie ich da durch meine alte Schule ging, die ich wirklich 20 Jahre nicht gesehen hatte. Ich dachte, gleich kommt da ein junges Mädchen aus der Klasse, Apfeltasche, voller Pläne, aufmüpfig, fortstrebend ... ! Da war schon viel Wehmut, doch. Aber ich war auch stolz, denn ich habe doch einiges geschafft in der Zeit. Es war so ein Wendepunkt, an dem ich für mich Bilanz zog.

Inaktiver User
15.02.2007, 20:23
Bei uns war es auch ganz witzig, erst wollte ich nicht hin, aber ich bin froh, dass ich es gemacht habe. Die größten Blödmänner sind Richter :ooooh: oder Betriebswirtschaftler geworden, aber einige Nette unscheinbare haben sich auch zu interessanten Persönlichkeiten entwickelt. Wir waren allerdings auch fast 100 Leute im Jahrgang :cool: :

Inaktiver User
16.02.2007, 09:07
**was ist denn passiert, daß du den Eindruck hast, dir sei blanker Neid entgegengeschlagen?
Ich könnte mir eher vorstellen, daß es weniger um dieses 'Zeigen was-man-hat' und Protzen geht, sondern daß vielmehr die alten Erlebnisse im Vordergrund stehen. Oder liege ich falsch?
***

ja, leider liegst du völlig falsch. sogar ein lehrer, der noch damals bei meinem abgang versucht hat mir die lehrstelle kaputtzumachen meinte nur, daß das was ich erreicht habe nicht von mir sein könne. dazu wäre ich damals schon zu blöd gewesen. allerdings war sein gesichtsausdruck für mich sehr witzig nach meiner antwort......

die, welche sich ebenfalls neidisch benahmen waren damals auch schon "ganz dick" mit dem lehrer.

noch fragen?

aber damit da kein mißverständins entsteht: ich stellte ES lediglich fest, die mißgunst und das benehmen, letztendlich ist sowas in meinen augen immer die ehrlichste wertschätzung über das erreichte und verzichte auch heute noch gerne auf die lippenbekenntnisse von leuten, die das was heute ist "ganz toll" finden, weil.......unterschwellig merkt man eben doch es ist eigentlich gelogen.

heute hab ich zu einigen wenigen exkameradinnen immer noch kontakt - einen sehr schönen kontakt. denen gehts wie mir, sie würden so ein bescheuertes treffen ebenfalls nie mehr mitmachen.
gruß von nemesis/dunkle-mondin.de

meta1
16.02.2007, 09:13
Also mein Treffen war nun in etwa so verlaufen, wie ich es befürchtet hatte.

Ich saß mit denen, mit denen ich eh Kontakt haben, wir sind zwar immer wieder zu den anderen hin, aber das waren auch einfefahrene Cliquen, so dass man da auch schon blad wieder "überflüssig" war.

Die Diven von früher sind bei uns noch die Diven gewesen, bei den Jungs war es ein wenig anders. Die "Traummänner" von früher, das waren jetzt do ganz brave, biedere und die Jungs, die früher eher so die braven waren, das waren jetzt die, die auch mal Stimmung gemacht haben.

Ob ich nochmals zu so einer Veranstaltung gehen werde, das weiß ich nicht, das wird dann von meiner Stimmung abhängen.

Kunigunde
16.02.2007, 19:00
3malta45, ich kann nur sagen, dass unser 25-jähriges Abitreffen im letzten Sommer eine super Fete war. Wir haben getanzt bis es hell wurde und sind gegen halb 6 morgens nach Hause gegangen/geschwankt! Die daraus wieder aufgelebten Kontakte zu 2 alten Freundinnen möchte ich nicht missen!

Klar, Namenschilder brauchten wir auch. Gerade die Jungs, manchmal kaum oder gar nicht wiederzuerkennen. Die Mädchen sahen fast noch aus wie früher, alle chick, flott und modern!

Ach, was war das für ein schöner Abend!!!!

nyala
16.02.2007, 20:27
Bei uns haben sich alle sehr zurückgehalten mit "mein Haus, mein Boot...", gerade die Erfolgreichsten am liebsten gar nichts darüber erzählt. Die Cliquen, die sich anfangs tischweise zusammengesetzt hatten, haben sich im Laufe des Abends mehrfach durcheinandergemischt. Ich habe da mit manchen Leuten mehr geredet als während der gesamten Schulzeit. :zwinker:

Die Exfreundin, die Namensschilder mitbringen sollte, hatte dies leider vergessen. Ging auch ohne. Bei jedem, der den Raum neu betrat, ging das kollektive Raten los. Wenn es keinen Erfolg brachte, wurde er halt gefragt, wer er ist.

Lehrer hatten wir keine eingeladen. Als ich vor dem letzten Treffen die Ex-Mitschüler danach gefragt, kamen gegensätzliche Antworten (die einen wollten einen bestimmten Lehrer unbedingt, die anderen auf gar keinen Fall :ooooh: ). Wir hatten ein großes Lehrerkollegium, eigentlich wären nur Leistungskurs-Lehrer in Frage gekommen. Ich bin dann in mich gegangen: Oh nein, auch ich wollte manche nicht mehr sehen!
Die Besichtigung unserer Schule zum 20jährigen Jubiläum war recht interessant.

Nyala

Heissa
19.03.2007, 22:00
Wir hatten unsere 20-Jahr-Feier um Weihnachten herum. Hatte zuerst gar nicht so die Lust. Da ich wieder zu hause wohne, bin ich dann aber mit dem Fahrrad gefahren. Das war schon komisch, so wie früher da anzulanden.
Naja, ich kam durch die Tür, traf einen alten Klassenkameraden und dann noch mehrere andere und es war ein toller Abend. Es gab damals eben auch sehr enge und feste Freundschaften und es war nicht alles schlecht. Eben so ähnlich wie in einer große Familie mit allen guten und bösen Seiten.
Ich habe erst gegen 2 Uhr morgens meinen Drahtesel nach hause gesteuert und war berauscht von dem schönen Erlebnis.
Eine Klassenkameradin war da, und wir haben uns zum Abschied in den Arm genommen. War ganz komisch. Hätte ich nie gedacht, aber es war in dem Moment ganz herzlich.
Ach ja, seufz!

Also mein Motto ist:
NO RISK - NO FUN!!!